Ausgabe 
14.2.1914
 
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TDas irgend gelten will und walten, muh in der Welt zusammcnhalren.

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Die Schule sei keine Tretmühle, sondern ein heiterer TumMlplatz drs CTeiffcs. \*

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Ausbildungsmöglichkeiten in den wirtschaftlichen Lrauen- schulen auf dem Lande.

Schon im Jafjre 1895 bildete sich der Verein für wirtschaftliche Srauenschulen auf dem Lande in der Erkenntnis, datz den Irauen zur Erlangung guter Leistungsfähigkeit und ErwerbstächngKeil «ine geeignete Vorbildung not tue. 1897 wurde die erste Sraucnschule de- Vereins zu Ntcder-Kfleiden errichtet, die aber 1900 nach Reifenstein bei Birkungen sLichsfcld) verlegt wurde. Darüber sind nun 16 Jahre ins Land gezogen, und eine Schule nach der andern wurde von dem rührigen Verein, an dessen Spitze Iräulein von Kortzfleisch sieht, ins Leben gerufen, so datz ihm jetzt Gbernktrchen, Maidburg, Scherpingen, weilbach außer Reifenstein angehören.

Außerdem aber sind ihm als zwcckvcrwandtc Unternehmungen angeschlossen: Die Kronprinzessin^ Läcilien-Schule in Metgethe» <Gstpr>, Miesbach sivberbayernj, Groß Sachfenhcim iwürttembergs, Arvedshof (Bcz. Leipzigs, Löbichau (S.-A.>, Mallinckrodishof b. Paderborn, Elly Költcrhvf-Böcking- Stift konncf a. Rh., Agnesschule Bad lauterberg i. k>., Rheinische Gärtneri,inenschule, kaus Sanders- Heini,Kaiserswerth und keimfarm Lrackwater l-üdwest>.

In erster Linie sind alle diese Schulen als Bildungsstätten für Erwachsene anzusehen, die dort in dem sogenannten Maidenjahr alles für den landwirt­schaftlichen Betrieb Nötige erlernen und gewisser­matze» eine körperliche und geistige Tüchtigkeitsprobe durchmachen, so datz manche diese Zeit als das ein- jährig-freiwillige Dienstjahr des weiblichen Geschlechts betrachten.

Recht vielseitig ist der Betrieb in der Srauenschule Bad weilbach, wo junge Mädchen autzer der Maidcn- ausbilduiig auch noch Seminarbildung erhalten können,

Lurch die sie zur Lehrerin für die Iraucnschulcn vor- gcbildet werden. Die Abschlußprüfung des Maiden- jahrs berechtigt zur Aufnahme ins Seminar, in dein nach einjährigem Besuch die staatliche Prüfung abgelegt werden kann. Angcgliedcrt sind ferner die landwirt- schaftliche Sachklasse und die Kolonialfrauenschule. In dieser werden Srauen und junge Mädchen in l 1 /, Jahren für den kolonialen Srauendienst vorbereitet, in jener können hauswirtschaftliche Lehrerinnen, sofern sic den Wunsch haben, in landwirtschaftlichen Schulen zu unter­richten, noch in einem halben Jahre das dazu Nötige erlernen, denn nach einem Minifterialcrlaß dürfen keine Lehrerinnen, die nicht den vollen Berechtigungsschein für landwirtschaftliche Schulen besitzen, in diesen An- stalten unterrichten. Andererseits kann keine landwirt- schaftliche Jachlehrerin an städtischen kaushaltungs- schulen ihr Lehramt ausüben. wenn sie nicht das dazu notige Examen abgelegt hat. was ebenfalls nach einem halben Jahre zu erreichen ist, natürlich nach vorange- gangcncm entsprechenden! Examen.

'Auch Gbernkirchcn, das wir im Bilde vcranschau- lichen, hat außer der wirtschaftlichen Iraurn-chule ein Seminar und eine landwirtschaftliche Sachklasse, und alle dieje Anstalten sind auch in Maidburg, währen» in Scherpingen ssiche Bild) und Reifenstein nur das Maidenjahr absolviert wird. Allerdings finden wir in deni erstgenannten auch eine Gärtnercischule.

Der Nutzen aller genannten Schulen für die Iranen- bildung ist außerordentlich weittragend. Selbst wenn die jungen Mädchen nichts als das Maidcn- jabr Lurchmachen, so bedeutet -dieses eine Jahr schon für sie recht viel, denn sie haben selbständig arbeiten gelernt, haben über die Vielseitigkeit des kausfrauenbcrufs -men klaren Ueberblick ge- Wonnen und sich rnit der ländlichen Wohlfahrtspflege bekannt gemacht. Nicht zu unterschätzen ist fernerhin die erworbene ILHigkeit, die Zeit und Mittel richtig einzutcilen, die Dienstboten anzuleiten, überhaupt richtig zu disponieren.

Alle die aber, welche nach der Absolvierung des Maidenjahrs Lust und Liebe zu irgendeinem hausivirtschaftlichen Beruf bekommen haben, können in 12 weiteren Jahren sich auf folgend« Berufszweige vorbercitcn:

1. Auf den Beruf einer Lehrerin an wirtschaftlichen Schulen.

2. Jür den tandpflegeberuf, in dem sie in der Volks- und Kindcrfürsorge oder auch als wandcrhaus- haltungslchrerin tätig sein können.

3. Als löausbcamtin in privathaushastungcn, pcn- sionatcn, Keilstätten, Volksküchen ufw.

4. Als Mitarbeiterin in landwirtschaftlichen Be­trieben, wie in der Gärtnerei, Geflügelzucht, Molkerei,

Imkerei und in der landwirtschaftlichen Buchführung.

5. Sofern sie die Kolonial-Iraucnfchule besucht haben, als Sarnigchilfin oder in eigener Lebensstellung in den deutschen Kolonien.

Äis Ansangsaehalt wird eine in den landwirtschaft- Itchcn Iraucnschulen vorgebildcte Dame »ach bestandenen!

Examen etwa 500 M. bei freier Station verdienen, das iii verantwortungsvollen Stellungen bis zu 1500 M. siecgcn kann. Natürlich ist die ganze Ausbildung dcm- geinätz auch ziemlich kostspielig, denn sie betragt 340 M. vierteljährlich bei freier Station. Außerordentlich wert­voll aber kann sich jedes IN den genannten Anstalten verbrachte Jahr gestalten, selbst wenn es als nichts ac.dcrcs als ein freiwilliges Dienstjahr betrachtet, und g.i >z auf die Vorbereitung für irgendeinen Beruf abge- te en ,v:rd. Der frische, fröhliche Geist, der alle diese Schulen durchzieht, die mannigfaltigen Arbeiten, die hier außer dem Alltäglichen gelehrt werden, können den Schülerinnen fürs ganze spätere Leben von größtem Nutzen werden Ueberall wird mit gleichen! Ernst : ti» gleicher Gründlichkeit vorgegangen, sei es in der Molkerei oder Imkerei, bei der Geflügel- oder Obstzucht, in der plättschulc oder in der Schuster­werkstatt, in der ein weilbacher Schuster den Damen Anterricht im Schuhflicken erteilt, überall Sic gleiche Arbeitsfrcudigkeit, das gleiche Bestreben, etwas Grdent- liches zu lernen.

Die gesunde Lage aller dieser Schulen, die im Sommer idyllisch im Grünen eingebettet liegen, ist der der dort gepflegten geregelten Tätigkeit ebenfalls recht große Grundstücke, waren doch Scherpingen und

Bewegungsspiele.

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Jede» Bewegungswiel wird, besonders nach geistiger Anstrengung, ein« E.f'-^ililtz für Lest und Seele. Es ist eine Tätigkeit, ohne eine Arbeit zu sein. Es nimmt andere Kräfte in Anfpruc) und belebt zu gleicher Zeit die durch die Arbeit ermatteten aufs neue. Der Körper wird auf da<f angenehmste angeregt, wodurch im Menschen eine heitere, frohe Stimmung hervorgerufen wird. Scho» aus diesem Grunde sollten Eltern und Erzieher die Jugend nicht amSpielen im Jreien" hindern, sondern sie tunlichst dazu ermuntern.

Sobald ein Kind seine Bewegungsorgane beherrschen kann, macht sich bei ihm die Lust all Laufen bemerkbar; langsames Gehen ist der Jugend ein Zwang. Der Bewegungstrieb drängt zui» schnellen Lauf, deffen Einwirkung auf die Lungcntätigkeit junger Menschen allgemein anerkannt ist Es wäre deshalb fast eine Versündigung an der Gesundheit des Heranwachsenden Geschlechts, ihm Ml Gelegenheit zu ungebundenem Umhertunimeln in freier Luft zu verkümmern.

Die Bewegungsspiele sind außerdem eine Art Vorbildung für das Leben. Durch das gemein- fame Spiel wird die Beachtung bestimmter Gesetze, ein geregelter Mettslreit der Kräfte, di« auf­merksame Beachtung der Tätigkeit der andern Mitspieler erzielt. Jedes Kind merkt gar bald, datz ein einzelner Teilnehmer durch die kleinste falsche Handlung den ganzen Spiclorganismus stören kann.

daß vor allen Dingen eine strenge Befolgung der Spiel­regeln zu dem rechte» Genuß des Vergnügens durchaus nötig ist. hierdurch lernt der einzelne sich selbst unter ein bestimmtes Gesetz stellen.

Ein echtes, rechtes Bcwegungsspiel kann eigentlich nur im Jreien gespielt werde». Jm geschlossenen Raume bleibt es stets ein Notbehelf. Darum ist es mit so großer Jrcude zu begrüße», daß die im Jreien be­triebene» Leibesübungen m den letzten Jahren imnier mehr und mehr Anregung und Zunahme erfuhren. Die dauernde Beschränkung in der Betätigung jugendlicher Spiele mit Altersgenossen erzeugt leicht Verarmung des Gemütslebens, vernichtet das Wachstum der Individualität und kann darum, besonders in der Großstadt, leicht von nachteiligen Joigcn bcgle.tet sein. Der Ball ist und bleibt das beste Gerät für Lcivegungsspiele. Instinktiv greifen die kleinsten Kinder bereits gern nach dem Ball, dessen Sprünge sie interessiert verfolgen. Sind sie groh genug, den Ball selbst zu werfe» und zu fangen, so üben sie di« beste Gymnastik. Keine Muskel bleibt bei dem Ballspiel untätig. Das Blut wird zu schnellerem Kreislauf ge­trieben, da bei dem Sangen und werfen ein beständiges Drehen, wenden und Lücken des Körpers in rascher Solge wechselt. Beide Geschlechter lieben dies Spiel, dg» fo zahlreiche Variationen zeigt. Grenzball, Eckball, Sangeball. Rennball und wie sie alle heißen, die man mit dem Gummiball ausführt, gehören ebenso wie: Sedcr- ball, Boccia, Eroquet und Rasenball flsvn-tcnnis) in diese Kategorie, vollständig mit Unrecht gilt Tennis als eng­lisches Spiel. Bereits die alten Germanen kannten und liebten dasSchlagballspiel' jener Zeit. Mittelst eines hölzernen Schlägers wurde schon damals der Lall über eine bestimmte Grenze geschleudert und ebenso zurückge­geben. Leider verlernte die deutsche Jugend mit der

Die lant-wlitübasUtc-e Fraueiischttle Scherpkigen

Sreude am Spiel im Zeitenlaufe auch die alten Spiele

selbst. In England haben sich hingegen nicht nur die Jugendspiele erhalten, sondern diese üben auch einen be- deutenden Einstuß auf das Leben der einzelnen, wie der ganzen Ration aus. In England liebt man neben Tennis noch immer Eroquet, das dem deutschen Schlagball gewissermaßen verwandt ist, das Sußballfpiel, das sich auch in Deutschland eingebürgert und seinen gesunden Einfluß auf die Jugend ausübt, sowie das Golfspiel. Außer den Ballspielen find die alten Bewegungs- spiele: Katze und Maus! Den Dritten abschlagen! Sanchon! Jakob, wo bist Du! Schwarzer Mann! vöglein, flieg aus! immer noch beliebt. Dazu gesellen sich die ruhigeren Reigenspiele, diese Bruchstücke uralter Srühlingsreigen, Sesttänze einer untergegangenen Generation, in Lenen die einst mit Poesie und Rhythmus eng verbundene Götterverehrung altersgrauer Seiten bis auf die Neuzeit erhalten blieb.

Die von Sröbel eingeführten Spiele, die zugleich belehrend wirken sollen, wie z. B. jenes Spiel, in dem zu den Worten:

wollt Ihr wissen, wie der Bauer Seinen kafer aussät.

Sehet so, so sät der Bauer Seinen Kater aufs Seid .... die entsprechenden mimischen Bewegungen gemacht werden, sind der Jugend übrigens nicht so lieb wie die Spiele, die durch der Jahrhunderte Leid und Lust sich erhielten. Die landschaftliche Beschaffenheit jeder Provinz hat da und dort eine gewisse Zahl eigenartiger Spiele aus- gebildet, im großen und ganzen sind sie sich aber in den meisten Gegenden doch gleich. Sie alle haben das gemeinsame Verdienst, Volkswohlfahrt, vglksgesundhett und -gesittung zu fördern. Immer und immer werden die nätürüche» Triebe des jungen Köppers zur Natur zurückverlangen, auch zu den Uebungen der Körper- Kräfte. D.-.rum treten bedeutend« Pädagogen für die Bewegungsspiele ein, darum gilt es auch für alle Er­wachsenen, das Jugendspiel nach Kräften zu fördern und die jüngere Generation nicht nur anhalten zur Arbeit, sonder» in weiser 2lb>vechselung auch zu frischem, fröhlichem Spiel. A. M. w.

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Kleine Mitteilungen.

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Die iantirirtlchakllche Frouenlchiile cpbcrutiicheu.

Gesundheit der junge» Mädchen neben dienlich. Sämtliche Schulen umfassen Maidburg früher alte Edclsitze niit großen Waldungen. Doch auch das romantisch gelegene Gbernkirchen, weilburg und Reifenstein können sich des Vorzugs einer gesunden ivertlichkeil rühmen.

Sicherlich werden >n diesen landivirtschaftlichen Iraucnschulen Kuliurwcrte geschaffen, deren Irüchie koiiiinenden Generationen in ;eder k Ulsicht zum Segen gereichen, erfordern doch jetzt schon die weitgehenden Unternehmungen des viceins eine große Anzakl von Lehrerinnen, die in den verschiedenen Scbnle» unterrichten, abgesehen von der großen Zahl der Wanderlehrerinnen, die ihre ege..-reiche wir!: ,v-.' e:t auf dein Lande und an kleineren Orten cr'olzrcich ausüben. während also Ni allgemeinen jetzt Uber großen Andrang von Lehrerinnen an höheren und Elementarschule» geklagt virü, eröffnet sich den Ir,men aus den landwirtschaftliche» Irauenschulen ein iveites Seid für die Nusübung der tciirtätigkeit.

Und welcher Segen unseren Kolonien aus der Vorbereitung von Irauen in der Kolonial, oranenschulc dereinst erwachsen wird, ist vorläufig zwar noch nicht abzuschen, wird sich aber icherlich bemerkbar machen, wenn die dort vorgebildeten mit ihren Arbeiten in den Kolonien insetzcn.

kelene Grube.

Behaiidluiig von Steppdecken, viele Lausjrauen sind noch der Meinung, Möbel und Steppdecken müsse» möglichst viel geklopft werden. Doch gerade , durch das zu häufige Klopfen lösen sich die Süllungen und dringen als Staub durch den Stoff üith die Stichlöcher, und besonders die Steppdecken werde» durch das öftere Klopsen unansehnlich Man reinige sic deshalb folgendermaßen: Di« Decke wird aus einem Tisch ausgebreitct, 1 -nd die Nähte werden Niit einer weichen Bürst« ausgebürstet, elwaige Ile-k» werden mit Salmiakgeist entfernt. Auf diese weise kann man die Decken lange sauber halte», so daß sie nur seiten einer chemischen Reinigung unterzogen zu werden brauchen.

Beiciligung von Somineriproslen. Mit dem kerannahcn de: Soniiners stellen ich auch, besonders bei Blondinen, die Soinmersprossen wieder e », und die verschiedensten Mittel, die ja in so reichem Maße angepriesen, werden nun dagczcn r.tf» i, aber meist vergeblich. Zwar gibt cs Mittel und

Wege, sie iin taufe dcr Jahre zu l ciiigen, in man ko» c >.cnt fein Ziel im Äuge hat und nicht

von der vorschriftsmäßigen Behaiidlnng obweich:, die darin bc .cht, daß man: 1. sich nie schnüre, 2. weder Winter noch Soinmer einen Schleier trage. 3. sich öfters das Gesicht mit kühlem Wasser

wasche und dazu statt Seife Borax nehme, 4. das Gesicht morgens und abends mit Eigelb einreibe,

dem einige Tropfen reine Karbolsäure zugesctzt sind, diese Mischung aber nach einer halben Stunde abreibe, §. man recht diät lebe und alle starken Gewürze vermeide, wie Senf, zuviel dergleichen, auch hüte man sich vor zu plötzlicher Abkühlung der kaut. Auf diese werden die Sommersprossen in etwa zwei bis drei Jahren verschwinden, früher jedoch nicht.

k G.

wieder Salz und Welse

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