Ve;u-rvrek 25 Pfg. monaüich
»krtelUchrlich 7tz WE., »»raulzahlbar, frei in« Hau». >b,,H»lt in mi j w t «rprdirion oder in den Zweiz. aulzabestellen EeontMrlich 60 Psg. — Erschein! Oiitt>»»ch« urrd «<n»«—,». — Redaktion: Seiler«, weq 88. — Mir «usbewahrunp »der Rücksendung nicht verlangter Manulkripie wird nicht garantiert, «erlag der „«ies,e«er Zeitung" K. m. b. H
Lxpe-ition: Selters weg 83.
Eichener Tageblatt)
Anzeigenpreis 15 pfg. ,
die 44 mm breite Petitzeile sür Auswärts 30 Pfg Die 90 wm breite Reklame-Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ucberfchrcituug des Zahlung», ziele» (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorfchriften ohncLerbindlichiei.. Truck der Giehencr BerlagSdruckcrci. Albiu Mein.
Nr. IS.
Telep hon: Nr. 362.
Samstag, den 14. Februar 1914.
Telephon Nr. 862. 26. Iührtf.
politische bundscdau.
Deutschland.
' B e r l i n, 10. Febr. Bei der heutigen Besprechung zwischen den Vertretern der Aerzte und der Krankenkassen im Reichsamt des Innern über sie Fassung der AUssührungsVestimmunoen zum Berliner Abkommen vom 23. Dezember 1913 wurde eine LinigUng erzielt.
* Seit vorgestern sind im preußischen Asbgeord- letenhause Verhandlungen zwischen den bürgerlichen Parteien im Gange, die daraus abzielen, die bisherige inbeschränkte Redefreiheit zu begrenzen. Zentrum ind Nationalliberale wären geneigt, die Dauer der Re- ren auf zwei Stunden sestzulegen, während die Kon- ervaliven den Rednern nur eine Stunde bewilligen und >ann das HaUs befragt wissen wollen, ob es geneigt ei, den Redner weiter anzuhören.
* Die Generalinspektion des Militäroerkehrswesens >at auf Grund erneuter Unglücksfälle auf dem Flug- ilatz Johannisthal den Offizieren das Fliegen auf die- em Platze so lange verboten, bis seitens der Gesellschaft »Urch eine neue Platz- und Fliegerordnung, Anstellung »on einer ausreichenden Zahl von Beamten und ent* prechcnde Vervollkommnung aller sonstigen Einrichtun- fen die Gewähr gegeben ist, daß sich solche Vorkomm- nsse nicht wieder ereignen können.
Vom Balkan.
' Die Bemühungen Venizelos und Pasitsch, R u- n ä n i e n zum Anschluß an .den Balkanbund zu »eftiinmen, sollen ergebnislos geblieben sein. Kö- ng Karol habe diesen beiden Staatsmännern wiederoll erklärt, er wünsche sein Land unabhängig und frei on Bündnissen zu sehen.
* Belgrad, 12. Febr. Venizelos wurde on dem Könige in feierlicher Audienz empfangen. Ilittags gab ihm zu Ehren Pasitsch ein Frühstück, ein sämtliche Minister sowie die Gesandten Rußlands, iriechenlands, Rumäniens und Montenegros beiwohn-
* Die griechische Regierung ist im Begriff, lächtige Kriegsschiffe zu erwerben, durch die Griechen- md das Uebergewicht im Aegäischcn Meere gesichert »erde.
* Im belgischen Kongo sollen schwere Unruhen usgebrochen sein. Me verlautet, wurden während des iampfes drei weiße Soldaten und 45 Eingeborene geltet. Die Regierung bereitet eine Erpedition ins In- ere vor.
* Effad Pascha übergab gestern seine Amts- efusgniffe der internationalen Kontrollkommission. Aziz ascha ist zum Gouverneur von Durazzo ernannt wor- :n. — Essad Pascha und 14 albpnesische Delegierte nd an Bord des Dampfers „Adriatico" abgereist, Um ch nach Potsdam zu begeben und dem Prinzen zu Kcd die Krone Albaniens anzubieten.
X«$ aller Veit.
::: München, 10. Febr. Die Arbeitslosigkeit hat er einen derartigen Grad erreicht, daß die Stadtver- altung, nachdem aUs Gemeindemitteln bereits 100 000 iark zur Unterstützung verwendet wurden, einen Auf- if an die Bürgerschaft zu Sammlungen erlassen hat. önig Ludwig spendete heute 10 000 Mark für diesen werk.
::: Brüssel, 10. Febr. Heute mittag brach in r Menagerie Hagenbeck auf einem freien Platze der orstadt Irelles ein Königstiger aus. Es ent- and ein? Panik, denn das Tier rannte in ein Zr-
garrengeschäft, wo die Inhaberin gerade hinter dem Ladentische beschäftigt war. Sie schloß sich schnell in ein Hinterzimmer ein. Der Königstiger wurde darauf von den nachstürmenden Tierwärtern gefangen und in einen bcreitstehenden Käfig befördert.
::: New- Port. Sieben bewaffnete Banditen drangen in das Tripoli-Restaurant im „Italienischen Viertel" ein und knüpften den Gästen sämtliche Wertsachen und alle baren Gelder ab, in dem sie ihnen Dolche an die Kehle und Revolver an die Schläfe setzten. Ein Mann, der sich widersehte, erhielt einen tödlichen Schutz in den Unterleib.
Xus Stadl ttftd Land
* Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt vorgestern eine längere Sitzung ab, die gewissermaßen eine Nachlese zu den Budgetberatunoen dar- stellte. Es wurdeU zunächst die verschiedenen Berichte der Ausschußreferenten fertiggestellt und die noch aüs- stehenden^Abstimmuügen nachgeholt. Weiter wurde dann die im Staatsvoranschlag beantragte neue Stelle eines vertragenden Rates für die Schulabteilung bewilligt, desgleichen die von der Regierung angesorderte Erhöhung des Postens für die Jugendpflege von 15 000 auf 30 000 Mark. Dagegen wurde abgelehnt die gewünschte Einstellung eines Sekretärs und Bureauassistenten beim Oberversicherungsamt, weil man der Meinung war, daß zunächst noch die Erfahrungen des laufenden Jahres hinsichtlich des Umfangs der Geschäfte abgewartet werden sollten. Beim Kapitel Kreisgeo- meter wurde nochmals die Vorlage eines Organisationsplanes verlangt, uind bis dahin die Absetzung von 5 Kreisgeometer-Stellen beschlossen, und die Neuschaffung von 2 Stellen abgelehnt. Ebenso wurde abgelehnt, die Gebühren der Geometer von 17 Mark auf 21 Mk. zu! erhöhen. Beim Kapitel Landwirtschafts-
ausgezeichneten Sammlung prähistorischer Werkzeutze des I Menschen, welche verschiedenen Unlerrichtszwecken, die ! heute in der prähistorischen Wissenschaft zusammen gefaßt sind, zugute kommen wird. Die Sammlung rührt im Wesentlichen her autz den Ausgrabungen von Hauser in der Dordogne. Sie enthält zahlreiche Steinwerk- zeuge aus fast allen Epochen der Steinzeit, wertvolle Knocheninstrumente mit Zeichen und Verzierungen, diverse Zeichnungen, Karte und Pläne. Zu dieser Samm- luüg haben die Herren Geh. Kommerzienrat Heichelheim und Landgerichtsdirektor Bücking in Gießen, der veritvrbene Herr Geh. Rat Dr. Merck in Darmsladt nnd auch der Geh. Rat Prof. Dr. Sommer selbst erhebliche Beiträge zur Verfügung gestellt. Die Sammlung ist dem mineralogischen Institute der Landesuniversität überwiesen worden, wo sie als Ergänzung der Lehrsamm- luna für den geologischen Unterricht über die jüngste Erdgeschichte eine empfindliche Lücke ausfüllt. Es ' ist leider bis auf Weiteres wegen der jetzigen unzureichenden Raumverhältnisse des mineralogischen Instituts nicht möglich, die Sammlung, die seither auch weite Kreise interessieren würde, der Allgemeinheit ständig zugänglich zu machen. Jedoch wird über die Bedeutung dieser prähistorischen Sammlung im speziellen für den geologischen Unterricht, der Privatdozent Dr. Meyer am 18. Februar einen von der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstalteten Vortrag halten, bei welcher Gelegenheit auch die Sammlung besichtigt werden kann.
n Gießen, 13. Febr. Der Kommandant des Truppenübungsplatzes bei Bad Orb, Oberst a. D. Lehmann, war erkrankt und in die Eießener medizinische Klinik verbracht worden und ist hier seinem Leiden erlegen. Seine Leiche wurde gestern vormittag 10 Uhr nach dem Bahnhose zur Ueberführung nach Kassel verbracht. Ein Bataillon der 116er, welches aus den alten Mannschaften zu vier Kompagnien zusammengesetzt war,
k a m m e r wurde im Hinblick auf die Darlegungen der l bildete mit der Regimentsmusik die Trauerparade. Bei
Regierung und besonders nach Vorlegung des Voran- br "" .......
schlags der Landwirtschaftskammer die beantragte Erhöhung des Staatszuschusses Um 53 100 Mark vom Finanzausschuß abgelehnt. Nach Ansicht des letzteren kann der angeforderte Mehrbetrag auch durch leichtmög- liche Ersparnisse und durch die gesteigerten Erträgnisse aus'den Umlagen gedeckt werden. Der Antrag Ulrich, für Zwecke einer Arbeitslosenversicherung eine Summe von 50 000 Mark zu bewilligen, wurde vom Ausschuß abgelehnt mit Rücksicht daraus, daß bisher keinerlei Unterlagen für eine solche Versicherung gegeben seien; ebensowenig ein Maßstab für eine Verteilung der an- gesorderten Summe. Der Ausschuß gibt aber der Regierung anheim, dieser Frage eine erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Die 3 angeforderten Stellen für die indirekte Steuererhebung für die Reichsver- waltuUg (Zölle) hat der Ausschuß zu bewilligen beschlossen, dagegen aus Grund der Darlegungen der Regierung den Antrag auf SchaffuUg neuer A m t s g e - r i ch t s st e l l e n für das Etatsjahr 1914 mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Die Stelle des Ministerialrats im Ministerium der Finanzen, die schon seit mehreren Jahren nicht besetzt war, soll auch im Etatsjahr 1914 noch Unbesetzt bleiben, bis die Frage der anderweiten Organisation der Baubehörden endgültig entschieden ist.
n Gießen. Der Großherzog hat am 11. Febr. die am 14. Januar 1914 durch die Stadtverordneten- Versammlung vorgenommene Wahl des Beigeordneten Bürgermeisters Karl Keller zUm Oberbürgermeister der Provinzialhauptstadt Gießen bestätigt.
n Gießen. Der Landesuniversität ist durch die Schenkung des Herrn Geh. Rat Professor Dr. Sommer eine wertvolle Bereicherung der Sammlungs
und
SSe bU äSK* fr* den Konkurs anmelden mußte, sondern auch zabl-
der VerbringUng des Sarges von dem Totenwagen nach dem Züge, gab eine Sektion a"f dem Bahn - hofsplatze drei Ehrensalven ab.
n Gießen, 13. Febr. In dem Beleidigungs- Prozeß des freisinnigen Abg. Justizrat Grünewal d- Gießen gegen den nationalliberalen Abg. Dr. Winkler- Oppenheim würde heute vormittag vom Schöffengericht Gießen folgendes Urteil gefällt: Dr. Winkler erhält 600 Mark Geldstrafe oder 60 Tage Gefängnis, Iü- stizrat Grünewald 100 Mark Geldstrafe oder 10 Tage Gefängnis, außerdem Publikationsbefugnis in allen Blättern, welche die inkriminierenden Artikel enthielten. Sämtliche angeklagten Redakteure wurden freigesprochen. Die Gerichtsgebühren trägt Dr. Winkler. Kläger sowohl als Beklagter tragen jeder seine eigenen Auslagen. Die Kosten für die angeklagten Redakteure trägt Iuftizrat Grünewald.
n Gießen, 14. Febr. Die Vorstellungen des morgigen Sonntags im hiesigen Stadttheater dürften alle beide ganz außerordentliche Anziehungskraft autz- üben, da zwei so beliebte Werke wie „Filmzauber" und „A'ltheidelberg" angesetzt sind. Die Nachmittagsaufführ- ung von „Filmzauber" ist die 12. und letzte der beliebten Gesangsposse. Es seien deshalb alle Interessenten ganz besonders auf diese Vorstellung hingewiesen. Die Abendvorftellung bringt „Altheidelberg" mit FA. Lindick und Herrn Steinhoffer in den Hauptrollen. Die Vorbestellungen beweisen, daß die Popularität dieses Werkes noch nicht nachgelassen hat. Beide Vorstellungen werden bei kleinen Preisen gegeben.
o Lollar. Der Zusammenbruch der Gewerbe - bank wächst sich allmählich zu einer schweren wirtschaftlichen Katastrophe für die gesamte Umgebung aus. Nicht nur, daß die landwirtschaftliche Konsumgenossenschaft
AiM«n Sie immer auf die Insrhrift „Osram“! — Überall «rhältli.h Auerjesallschaft. Berlin O


