Ausgabe 
28.12.1918
 
Einzelbild herunterladen

Lehrreich ist in dieser Beziehung das Vorgehen m Gtuttonrt, das Einvernehmen das hier zwischen Arbeitslosen und Stadtverwaltung bezw. würt- tem'beraischem Arbeits-Ministerium erzielt wurde. Darnach erhält jeder verheiratete Arbeitslose einen Mindesriagessatz von 10 Mark, außerdem für jedes Kind (bis- zu 3) 1 Mark extra, die ledigen Arbeiter und Arbeiterinnen über 18 Jahren einen Taqessatz von 8 Mark, die unter 18 Jahren einen solchen von 5 Mark. Glaubt man durch solche Maßnahmen die Arbeitslust heben zu können? Eine Familie von vier Köp'n bei 13 Mark Arbcilslosenverdienst im Tage hot nicht no -1 7 , sich nach Arbeit zu drängen, ebensowenig das 20 cihrttze junge Mäd.: cn, das 8 Mark verdient. Nich», daß wir die ausreichende Unterstützung der schuld­los A beilslosen nicht vo l und ganz anerkennen wur­den. Aber sie muß zu Sätzen erso.gen. die einiger-- maßen im Verhältnis zum gesamten Wirtschaftsleben gehen.' Wieviele Bürger, kleine Handwerker, kleine Dauern, kleine Beamte und Angestellte, auch die Os­siziese. t-i; jetzt aul Frredensgehcrlt gesetzt und. erreichen nicht annähernd diesen Verdienst! Dabei kennt der lieine Handwerker keinen 8-Stunden-Tag und der Bauer der früh um 5 Ahr der erste im Stal und nachts um

8 Am der letzte jcm m m,

der den Tag über harte

Feldarbeit leistet, erst recht nicht!

Ganz ähnlich l-egen die Verhältnisse in Kasernen. Ein Min mum von Arbeitsleistung wird, seit Einsüh- nnchder Arbeitszulage. durch reichliche Bezahlung, gutes Esten. Kleidung. Wohnung vergütet. Da-zu kommt die Bestimmung. daß kein Soldat entlasten werden darf, der leine ^Arbeitsgelegenheit hat. Tausende, die das 0olL2 inr niente, das süße Nichtstun der Garni on der Süßigkeit der Arbeit vorziehen, lungern auf diese Weife in'den Kasernen um er und werdendem Wirt- schas sieben, wo ste ge>ran chr werden könnten, entzogen. Wir kennen Landwirte/ die sich seit Wo hen vergebens um Arb eierst äste bem'isten. Wir erwähnen in die ein Zusammenhang au h eine Meldung aus München, wo­nach .ich ?u den Arbeiten am Walchen ecprojekt 60 In­genieure und 2 zwei Arbeiter aemeldet haben!

Tritt hierin nicht in'Bilde ein Wandel ein, so treiben wir ins Finanzielle umgerechnet der Ka­tastrophe, dem Bankerott entgegen. In den Program­men a er Parteien spielt steuerpolitisch die wichtigste Rolle die. Erfassung der,Ksiegsgewinne. Zu welch un­geahnten Teilen mögen diese durch untere heillose Miß­wirtschaft schon verloren gega.lgen sein!

siugeschlcht und dumm.

Ern neutrales Urteil über die Revolution.

DasBerner Tageblatt" übt an der Art, wie in Deutschland dieneue Zeit" in Szene gesetzt wurde, jolgcnde treffende Krittt:

Ast'an mutz leider zugeben, daß auch die deutsche Revolution nichts erreicht hat, als Unfähigkeit ans Ruder zu bringen. Von allen Seiten ertönt nach Ber­lin der Ruf nach einer Nationalversammlung. Diese rufenden Kreise wissen, datz, wenn nicht bald Emst ge­macht wird, das Reich unter die Bajonette der Entente oerc cn mutz. Datz eine kleine Gruppe entschlossener Leute, wie diese Sparrakusgruppe. wagen -darf, täglich Unordnungen zu erzeugen, datz sie öffentlich unbestraft zum Bolschewismus auffordern darf, erschreckt uns und viele frühere Freunde Deutschlands. Es ist einfach un­begreiflich. wie ein so intelligentes geschultes Volk, wie die Deutschen, sich bei einer Revolution so unge­schickt und dum,n^ benehmen kann, sie werden mit ihrer Unentschlossenheit noch die Republik in Gefahr bringen. Der Fehler, den die heutigen Machthaber- begehen, liegt einfach darin, datz sie sich immer ns.>; nicht entschließen

können, ehrlich und rückhaltlos eine Demokratie zu schaffen. E_1

Alkohol lind Grippe.

In der ZeitschriftDeutscher Guttempler" erschienen Aufsätze über Grippe und Alkohol, die den Nürnberger Chefarzt Dr. Schlichtegroll zu folgender Erwiderung im Kurier" veranlassen:

Die Praxis hat die segensreiche Wirkung des Alko­hols. in mäßigen Mengen verabfolgt, millionenfach erhärtet. Gerade bei den vielen Opfern jugendlicher Leben, die die derzeitige Grippenepidemie gefordert hat. wäre rechtzeitige Verabfolgung von Alkohol vor Ent. wicklung der Lungenentzündung der rettende Engel gewesen. Verallgemeinert hätte diese Behauptung keine^ Gültigkeit, aber'sicher hätte in tausenden von Fällen die desinfizierende Wirkung des Alkohols segensreich gewirkt. Ich habe im Felde, im Departement des Ärdennes, als Arzt der französischen Zivilbevölkerung geradezu Wunder der Heilung an Grippe mit franzö­sischem Kognak deutscher wirkt genau so erlebt, jodaß ich dem vielgeschmähten Alkostol ein Loblied sang.

Der Nährwert des Alkohols ist wi fenschajtlich be­wiesen, ich gehe weiter und behaupte, er i t massig gen offen* als Reiz- und Genußmittel für die Er­nährung des Volkes unentbehrlich. Der Alkohol. am Krankenbett wird von ersten Autoritäten der Medizin als unentbehrlich gekennzeichnet. Die Behauptung: Alkohol sei Gift, ist in seiner Allgemein zeit ein albernes Wort. Bei Nervenkrankheiten, Herzschwächen, bei schweren tvphösen Erkrankungen, bei astgemeiner Ent­kräftung immer wieder hat sich die Verabreichung von Alkohol bewährt. Wahllos vorgehen wäre ncuiirlich falsch. Bei Darmerkrankungen,- bei Ma'.aria, dem Wechsel sieb er, wirkt er krampslindcrnd und bejördert den Berdauungsprozetz.

Wohl jeder hat sich schon von der Wirkung des Alkohols bei Schlaflosigkeit überzeugt, und ich brauche nur an den Volksausdruck ...die nötige Bettschwere" zu erinnern, um das Recht des Alkohols ^zu begründen. Den Stillenden verordnen wir Malzbier, schweres deut­sches Exportbier, und es wirkt besser als d.e teuren chemischen Mittel. Theoretische Versuche zahlreicher Aniversttätslehrer bewiesen, datz sich Alkohol theoretisch genau wie ein Nastrungsftofs verhält.

Zweck dieser Zeilen aber soll sein, weiteren Volks- kreisen in Zeiten drohender Epidemien klar zu machen, datz Verab olgung von Alkohol nicht eine Gefährdung, sondern vielmehr, wie gerade bei der Grippe, eine Sicherung für die von der Krankheit Bedrohten bedeutet- Der Arzt, der es am eigenen Körper studiert hat. hat sicher mehr Arteil. als alle theoretischen Warner der Altoholgeaner. Matz halten, heitzt es hier wie in allen Lebenslagen.

Aus der feimat.

Frredberg, 21. Dezbr. Was gibt es die kom­mende Woche? Montag, den 23. Dezembers Mar­garine, Karotten und wectze Rüben. Dienstag, den 24. Dezember: Käje für Bezirk k Samstag, den 23. Dezember: Butter an Kranke.

M. Abhebung der Bszugsscheinpflicht für Damen- und Mrid ch en-Wintsr-Mäntel. Rach soeben eingetrof- sener Rachricht dürfen Wcntermantel nunmehr ohne Bezuasschcine verkauft werden.

Durch die Einstellung des Personenverkehrs nach Darmstadt, Höchst, bezw. Wiesbaden. Limburg und Mainz, die ain Mittwoch nachmittag völlig unvermutet kam, wurden Taufende von Angestellten und Arbeitern, die von auswärts nach ihren hiesigen Arbeitsstätten

von Nahrunas- eraien, da d'e gelinge . E-folg

(Das bes

gerommen waren, -gezwungen, rerrs hierzuvtewen, Leus die Wanderung zu Fuß na h dem Hei.natZort anzutreten, da ihnen jede Bahnbsiocderung uuterbunoen war. Ebenso ging es den in den besetzten Nahbarstädten be-- schäftigten Frankfurter Einwohnern. Selbstoesitän lich ist damit auch der Postoerkehc lahmgelegt. D^e Matz- natjme, deren Milderung man in wenigen Tagen be­reits erwartet, schneidet in das wirtschafrli he Leben des Frankfurter Gebiets autz nordentlich tief ein unk zeitigt hertte noch nicht übersehbare Folgen. Seiten' der zuständigen Stellen sind noch am Mittwoch allen' mit größter Beschleunigung die erfocdecli.hen Schrittt untertlommen worden^

Bad-Nauheim, I8>^ez. (Einbruch.) Heute nach! wurde, das in der Kolonnade gelegene Goldwaren, geschäft von G. heimgefucht und für etwa 1500 Mt. Waren gestohlen. Bis jetzt hat man noch keine Spur von den Spitzbuben.

Frankfurt a. M.. 10. Dez. (Aufhebung der nächt­lichen Stratzenfpeire). Für die Zeit vom 24. Dezem­ber einschließlich bis 27/Dezember einschließlich ds. Js. ist vom Polizeipräsidenten die früher ungeordnete . Straßensperre zwischen 11 Ustr nach.s und 5 Ahr morgens ausgehoben. Der Arbeiter- und Soldat ^n- rat Frankfurt a. M. hat dem Dresdener Arbeit.r- und Soldatenrat von der Beschlagnahme Mitteln in Privathaushaltungen abg Maßnahmen in Frankfurt a. M. nur gehabt hätten.

Tlrs Hessen-Nassau.

Vad Homburg v. d. H., 18. Dez.

Gebiet des Taunus.) Endgül iae Vereinbarungen über die Grenzlinien der Besetzung des Taunusgebir-zes durch französische Truppen sind, wie der hiesigeTaunus­bote" mitteilt, noch nicht bekannt und auch noch nicht getroffen. 2'n einer Konserenz mit dem französischen Kommando in'Maiin haben die Frankfurter Vertreter lediglich Vorschläge über die zu besetzende Grenzlinie machen können, über deren Annahme oder Nichrannahme zurzeit noch nichts verlautet. Touristen, die am ver­gangenen Sonntag den Taunus aussuchten, hoben da und dort aus Wegen des- Südabhanoes des Feldberges französische Patrouillen getroffen.. Die am Fuße des Gebirges liegenden Orte Ero berg. Fakkenstein und Königstein haben starke Besatzungen erhalten. So sind in Königstein 50 Offiziere und 1800 Mann einguartiert. Rach einer im Aufträge des 18. Armeekorps von Lud­wig Ravenstein ausgearbeiteten Verkehrskarte liegen Altkönig und Feldberq vorerst innerhalb der b setzten Zone: der Sandplacken und die nördlich von ihm liegen­den Eebirgsteile gehören dagegen zur neutralen Zone. Sonach kann das Gebirge nur von Homburg und Ober- urjel aus begangen werden.

Aus Aurhcssen.

Marburg, 17. Dez. Unter klingendem Spiel und unter Glockengeläute und Böllerschüssen ist heute Mittag das aktive Jägerbataillon Nt. 11 aus dem Felde kommend, hier eingerückt. Auf dem Mark platz, wo u. a. auch die Studenten mit ihren Fahnen Aufstellung genommen hatten, fand eine Begrüßung statt, bei welcher Obecbürgermeister Troje, Soldatenrat Poerlch, Profeffor Heitmüller und der ehemalige Jäger Bersch Ansprachen hielten, wofür der Führer des Bataillons, Hauptmann Balla, herzlich dankte. -

. Ziegenhain, 17. Dez. Gestern früh entstand in der großen Scheune des Landwirts Mattheis im nahen Loshausen Feuer, das auch auf die Scheune des Land­wirts Rietz übersprang. Beide Gebäude wurden mit. vielen Futteroorräten bis auf den Grund eingeäfchert.

Bekanntmachung

Lus abe von

Pciroieumkarten

sm L.onta?. ocn 23. Dezember

1 ö 13 in den i blichen SüroiUirtDen ouf >mrner '.kr. v desstadthaN'es an »aus^oltunaeu ohne jegliche sonstige Beleuchten Auf jede deulosocrechlstte Fa­milie ent ällr ein Liter Petrol um .der rn de ! nachgerianuten (öeichäf- fien zum bisher üblichen Prei.e be- "zo i'.'n w?r^rn kann:

Ärllr Mao e. Arolf Vechstein. Kosian B and, Hei irich Ecket. Mi hart Gerbard, Leopold Rosen- sctd, Georg Mobs, Friedrich Mi­chel. Zrorgumverem, Chr. Krämer iäSwt. Start Billa ch Beim Bezug der Marken ist die Lebensmut elkarte vorMegsn.

Der Verkauf darf nur gegen die neues rosißen Marlen gc- ^ä)eheu.'

^ri-edbrra- Len 16. De'-. 1918. Der Bür^errnerster.

^_ £. 23.: D a rn m.

Frc.chmelkende ooer crachuge

Kuh

Kl verkaufe n

Bearg Fr. Kroner l., Vilbel

PleMe

en Hugen. Schnauien Atemnot, tembetchwerden. Katarrt» rr.'eiden. tieil- i teinniUflc '^nctle numen o.

^'klzzrren.Nitterftuc^vesi^ern.LandwlNen «IID.UOM ^uteif ii 0 \ ne _ viusfunti toftenloe.

Voft*arte genügt

Nrlranntmachung.

L§LensmrLtsl-VersoTgAUg

für d»e Woche vom rL:;. bis 28. Dezember 1918.

Es gelangen zur Ausgabe:

MotUüQf lm 28. Dezember in der alten Post:

Ula^arine

(Zeiteinteilung wie bei der Butterverteilnng)

Für febe auf der ficbensmitieliartc verzeichnte Person werden 50 Gramm zu 33 Pjennig verabfolgt.

Landwirt chaft treibende und 'llltlch erzeugende Haushaltungen und Haushaltungen, die Hausjchlachtunzen vorgeronnen baden, oiüio oic rituell lebende israelithche Bevdtter^nz sind oo.n Bezug aus^e.-hloßen.

Montag, den 23. Dezember, in der alten Post, vormittags von ü bis 12, Uhr

Mas*o$<C3i

Ui Mengen von 10 Pfund, Preis vro Pfund 18 Pfg.

weissc ISsihen

in Mengen von 10 Pfund, Preis pro Pfund 5 Pfg.

Dienstag, den 24. Dezember, ik der alten Post, vor« mittags von 9 bis 12 Uhr, durch die hiesigen Koionialwatten- händler

8LÜ8L

Käse für Bezirk l

Für jede auf der Lebensmittelkane verzeichnete Person werden SU Gramm zu 28 Pfg.

verabfolgt.

ISsailcr an Kranke

wird statt Dienstag. Samstag, den 28. Dezember, nachmittags von 3 bis 4 Uhr auSgegeven.

Friedberz, den 20. Dezember 1918.

Der Bürgrrmeff.'er.

(Städt. Lebenslnittet-Ausschutz.) 2. A.: Langsdorf.

Krlrnnntmachnng.

Dr. Manders Malzextrakt

wird zum Prei e von 2.20 Mk. per Tose in den Geschäften von 3. A. Windecker und Fr. Michel abgegeben nnd zwar pro Famitte l Do e.

Friedberg, den 20. Dezember 1913.

Der Bürgermeister

(städt. Lebensmitiel-Aus chutz) I. V.: Langsdorf.

Kekanntmachnng

Für Frauen und noch nicht fchulpstichttge Kinder, (im Alter von 4 bis 6 Jahren) von mcnderbemitcelten Kriegstellnehsnern haben du eine Partie

Molzsctaulie

mr Verfügung, die wir nächsten Dienstag, den 24. Dezember, vormittags von U biS 12 Uhr abgeben

v l'et önliche Meldungen Dienstag Vormittag im Ceschaftszimmer des städl. Lebensmittel-Aus chusfes.

Friedderg, den 20. Dezember 1918.

Der Borktand der Volksküche.

ISIW uritni! i. fronst 5. i ». im i.

Eeflhäftsstelle Frankfurt a. M.. Kronprinzenstratze 41. (Kronprinzenbau.) Fernruf Uömer 4203. Äürostunden. Moruaa, Dienstag, Donnerstaa, .Zreuaa, nachmittags von 24 llbr. Geschäftsanzeigen in diesem Raum n«r für unsere Witglieder; dieselben sind toitenlos, jedoch mutz bet Aus. gäbe der Anzeige auf die Rritgliedschast hmgewiejen werden.

Eine Partie

Ferltel

gn verkaufen.

Otto Schäfer, Ossenheim.

Suche per 1. Ion' ar, soll, 15. Januar, Zuverlässiges

.Mädchen

das alle Hausarbeit versteht iKriegswiiwe ohne Kind nicht ausgeschlossen)

Bäckerei Meisensee,

Friedderg.

Zuverlässiges

&

Sil

sucht sofort

Frau E. Kümmtch,

Eittnhanvlung Friedberg.

Hin in allen Arbellen erfahre­

nes lüchtges

Mädchen,

nicht unter 20 Jahren, zu Anfang. Januar ge uchl.

Fra» Konmnzirma! küngsdoy

friedderg, Ludwiqstr. 27^ '

Ein flechlges. braves

SicüitiiiiiödjeH

gesucht.

Zu erfragen in der Geschäfts»

stelle der ./.»ce uen Tagesreilung -.!

Örucksacsten

liefert sclraell uncl dilliF

lim UaasioitBij, Qrociini a. VariäS 14.