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Die iiftitldifu Pllitärliflliinlif.
Berlin, 20. Nov. (WB ) Heber die deutschen Militarbe- ^ stände links des Rheins, namentlich soweit die Lebensmittel in Jrnoe kommen, ist folgendes bestimmt wordene Die Lebens- ^ mittel stehen in erster Linie den ducchmarschierenden Truppen , zur Verfügung. Jeder Soldat erhält an Lebensmittel so viel er tragen kann, d. h. also Verpflegung für mehrere Tage. Im übrigen soll der Abtransport sämtlicher Militärbestände unter Aufbietung aller Kräfte bis zum Räumungstermin soweit irgend möglich durchgeführt werden.
Deutsche Waffenstillstandskomm ission: Staatssekretär Erzberger.
Ktiue förttiüjruna Mia iOnmlM'??.
In den linksrheinischen Gebieten ist in weiten Kreisen die Befürchtung verbreitet daß die feindliche Heeresleitung die im Wehrpflicht >aen Alter stehende männliche Bevölkerung entweder als Kriegsgefangene oder zu Arbeitszwecken nach Belgien und nach Nordfrankreich abführen lassen werde. Die Befürchtung entbehrt jeder tatsächlichen Unterlage, denn der Abschnitt 6 des Waffenstillstandsrbkommens bestimmt' In allen geräumten Gebieten ist die Jorisiihrung von Einwohnern untersagt. Dem Eigentum d?r Einwohner darf kein Schaden oder Nachteil zuge- füot werden.
Deutsche Wasfenstillstandskonrmisst on: Staatssekretär Erzberger.
Zlim (frlafi über dir ^nllabuna in die ijeimnt
Berlin, 20. Nov. (WB. Amtlich.) Zu den ..Leuten in mr- entbehrlichen Diensten'', die auf Entlassung warten müssen, bis fl« ersetzt sind. (Absatz 2 des Erlasses), gehört das gesamte Sanitätspersonal
Kriegsminister Scheuch. Unterstaatssekretar Göhre.
i ? rjf!iiiisj der Pfliinldjafiöflf&iilrfii.
Berlin. 18. Nov. Der Vollzugsrat des Ausschusses des A.- und S.-Rates erläßt folgende Verordnung:
1. Mannschaften, die dauernd Arbeitsdienst leisten, sind zu entlassen. Wevden sie wciterbeschästigt, find sie freie Zivil- «ibeiter und als solche zu behandeln.
2. Mannschaften, die vorübergehend zu Arbeitsleistungen die sonst Zivilarbeiter verrick-t-n, herangezogen werden, erhalten für jede Arbeitsstunde 50 Psg. Zulage.
3. Mannschaften, die sich freiwillig zu besonderem Sicherheitsdienst über ihren EntlasiungHtag hinaus mit lOtägiger Kündigungspflicht verpflichten. können für dief-n Dienst angenommen und kommandiert wetten. Sie erhallen eine monat liche Löhnung von 30 Mark und eine tägliche Zulage von 5 Mark als Führer und 3 Mark als Mann.
4 . Die Mannschaften beziehen, so lange sie mobil sind, mobile Löhnung, soweit sie immobil sind, immobile Löhnung, jedoch Gefreite und Mannschaften monatlich 30 Mark.
Der Rat der Volksbeauftragten.
Eberl. Haale. Dittmann. Scheidemann. Landsberg. Barth.
Der Vollzugßrat des Ausfchusies des Arbeiter« und Soldatenrates.
Molkenbuhr. Richard Müller.
Schlimme Kefürchlnngen.
Berlin, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die deutsche Wafsensüllstanhskommission in Spaa meldet, vermehren sich infolge des aufgezwungenen, übereilten Rückzuges die Marfchfchttäerlgkeiten des deutschen Heeres, trotz des bisher günstigen Wetters. Die Franzosen scheinen sich auf keine Verlängerung der Ränmungsfristen einlassen zu wollen. Eine Katastrophe, d. h. die Auflösung des Heeres und zügelloses Zuiückströmen unter Plünderung des Landes und bewaffneter Widerstand gegen den nachdrückenden Feind, kann jederzeit eintrerrn, namentlich wenn schlechtes Wetter ein- tcitt.
Berlin, 20. Nov. (WB.) Alle zur Zeit in der Presse austau^nden Nachrichten über erreichte oder uns zngesagte Milderungen der Waffenstillstandsbedingungen entsprechen nicht den Tatsachen. Vielmehr ist festzustellen: Trotz aller Vorstellungen und aller bereits zu Tage getretenen Unzu- trägüchkeiten in der praktisä)en Durchführung der uns auferlegten säweren Bedingungen des Marfenstillstandes ist von unseren Gegnern nicbt das geringste Entgegenkommen gezeigt worden.
Die deutsche Waffenstillstandskommission: Staatssekretär Erzberger.
Berlin, 20. Nov. (WB.) Ten gegnerischen Regierungen wurde durch Vernlittlnng der schweizerischen und holländischen Negierung folgende Nore übermittelt:
Der deutsche Bevollmächtigte bei der Waffenstillstcmds- kommission in Spaa übergab aur 16. November folgende
Note an die gegnerischen Vertreter: „Im Aufträge der
deutschen Regierung habe ich aus folgendes nachdrücklichst hrnzuweisen: Bei Aufgabe der jetzt besetzten Strecken wer
den die dort eingesetzten Lokomotiven übergeben. Im ganzen handelt es sich dabei um rund 3000 Lokomotiven. Tie Zuführung der übrigen etwa 2000 Lokomotiven würde den Zusammenbruch des deutschen Eisenbahnbetriebs und damit eine schwere Gefährdung des deutschen Wirtschaftslebens bedeuten. Hungerrevolten mit ihren unausbleiblichen Folgen wären zu erwarten. Außerdem würde infolge der Lahmlegung des Eisenbahnverkehrs die Durchführung bestimmter Waffenstillstandsbedingungen, z. B. der Gefangenenabliefe- rung unmöglich sein. An Eisenbahnwagen werden voraussichtlich etwa 100 060 Wagen im besetzten Gebiet zurückgelasten/ Die Zuführung des Restes der Wagen auS Deutschland stößt bei der gegenwärtigen Lage auf Schwierigkeiten d-eren Behebung nicht abzusehen ist."
Hierauf erwiderte Marschall Foch durch folgenden Funk- Spruch- „Die Frage ist nicht klar. Artikel 7 der Konvention' setzt eine Frist von 41 Tagen für die Auslieferung von f.000 Lokomotiven und 150 000 Wagen fest. Tie Frist kann nickt geändert werden. Ich stelle nur anheim, Lie- fenmgsstaffejn vorznschlagen. um die völlige Lieferung in der festgesetzten Frist zu erreichen." Die deutsche Regierung macht eineut auf die unabsehbaren Folgen aufmerksam, die bei strikter Durchführung der Bestimmungen des Artikels 7 der Wassenslillstandskomvention droben und bittet dringend, eine Milderung der Bestimmungen herbeizuführen.
gez. Dr. S o l f, Staatssekretär d«s Auswärtigen Amtes.
Wetz imd Kolmar.
Paris. 19. Rov. (WB. Nichtamtlich.) Nach einer Haoas- meldunq hielt Marschall Petain. der Oberbefehlshaber der fran- zLsi'chen Armeen, nachmittaas seinen Einzug in d'e Stadt Mek an der Spitze der von General Lecomte a^übtten Truppen. Auch Kolmar wurde von den französischen Truppen besetzt.
Keine Besetzung Helgolands.
Berlin, 19. Rov. Die Besetzung von Helgoland wird nicht eintreten. Jedenfalls würde die Entente kein Recht dazu haben. Dle Waffemtillitandsbedingungen hatten die Besetzung von Helgoland für den Fall angedrobt. d"ß die deutschen Schifte nicht bis zum 18. d. M. in Bewegung fein sollten. Tatsächlich sind diese Schilfe in Bewegung. Im übriaen besieht zwischen den Wafsensiillstandebedingnugen und den Zusotzbestimmungen ein bemerkenswerter Widerspruch. Nach den Dedumunoen sollt.',: die Schisse ..interniert' nerdrn, und zwar in gerüstetem Zu- siand. In den Zusahbestimmungen heißt der Ausdruck ..übergeben". und es wurde g-.'fordert. daß die Uebergabe in volle" Ausrüstung erolceri feilte Für uns gelten selb'tversiändlrch nur die Wassenslillstandsbedingungen und wir baben infolge- dcsien die Schiffs in abgerüstetem Zustand in. Marsch gesetzt.
Für die Jlatior,alverlammlmw.
Berlin, 20. Noo. (WB.) Staatssekretär Scheidemann erhielt folgendes Telegramm: Der allgemeine Soldatenrat für
das Gouoernernent Litauen erklärt, daß er sich uneingeschränkt auf den Standpunkt der Ablehnung jeder wie immer gearteten Diktatur stelle und mit aller Entschlossenheit die konstituierende Nationalversammlung als verfassunggebende einzig berechtrgte Macht ansieht, die geeignet ist, den wahren Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen.
Allgemeiner Soldatenrat Litauens: Methner, Botta, Beier.
Beim Staatssekretär Scheidemo.nn ist folgendes Telegramm eingetroffen: Der große Soldatenrat Kowno, der Zentral
rat der Ostfront nahm in seiner heutigen Delegiertenversammlung einstimmig folgende Resolution an und bittet Sie, diese unverzüglich der Reichsregierung bekannt zu geben. Der Große Soldatenrat Kowno, der Zentralrat der Ostfront, erklärt, daß er sich uneingeschränkt auf den Standpunkt der Ablehnung jeder wie immer gearteten Diktatur stellt und mit aller Entschiedenheit die konstituierende Versammlung als verfassunggebende einzig berechtigte Macht ansieht, die geeignet ist, den wahren Willen den Volkes zum Ausdruck zu bringen.
Der Vollzugsausschuß des großen Soldatenrates Kowno.
Zentralrat der Ostfront:
Asch. Bock, Hilche. Kultsch, Schußler.
traurige Dorgtinge in Warschau.
Verkitt, 10. Nov. Unter die revolutionären Vorgänge in Warsckra gibt ein VeNrraltungsbeamter im „Lokalanzeiger" 'eine Schilderung. Der Zündstoff habe schon lange in der Lnst gelegen. Verschiedene deutsche Polizeibeamten seien crsck-ossen worden, und von den ersten Novembertagen an mehrten sich die Opser unter den deutschen Soldaten. Am
0. November sei besonders viel auf den Straßen geschossen worden, und die Entwarnung einzelner deutsclnr Soldaten begann. Am 11. November ließ sich die 17 000 Mann starke deutsche Garnison von den 4500 Legionären, die nur etwa 400 Gewehre besaßen, entlvaffnen. Am gleichen Tage ergcw sich die Zitadelle bis auf ein Fort. Am 12 berichteten die polnischen Zeitungen triumphierend über bie Beute. Die „Gazeta Poranna" berichtet darüber: Ten Kürassie,-en wur- den 300 Pferde abgenommen, den Husaren 1000, dem Spital 200 und einem Zug, der aus der Ukraine kam, 400 Pferde. Auf dem Flugplatz Mokatow wurden 30 fertige und 40 demontierte Flugzeuge „erobert". Auf der Chmielna- Straße wurden die Depots für Arzneimittel und Verbandszeug geplündert, deren Wert auf 28 Millionen Mark geschätzt wird. Aus dem Bahnhof Warschau-Praga wurden 61 gefüllte Gebäude mit Proviant, Uniformen, Munition für mehrere Millionen mit Beschlag belegt. Ten Polen mußten 113 000 Waggons mit 15 Lokomotiven, ferner Kabel und alles Zubehör überlassen werden. Der Schaden ohne Eisen- bahn material beläuft sich auf über 700 Millionen Mark.
Ter Soldatenrat trat mit PilsudKi, in dessen Händen nun alle Gewalt ruht, in Verbindung. Er versprach den ruhigen Abtransport der Soldaten und Beamten; das sind einschließlich der Frauen etwa 700000 Personen. Er stellte die Bedingung, daß die Abreise obne Waffen und nur mit Nahrungsmitteln für etwa acht Tage erfolgen und niemand mehr-als 1000 Mari bei sich tragen darf.
Bürgerkrieg in der Ukraine.
Berlin, 19. Nov. lieber einen Bürgerkrieg in der Ukraine melden die Politisch-parlamentarischen Nachrichten: Der §>etmcm hat, wie bereits gemeldet, seine Stellung geändert ein rechtsstehendes großrussisch orientierte» Kabinett berufen und sich — wahrscheinlich in Verbindung mit der Entente — für die Wiederherstellung eines Großrußland ausgesprochen. Der Nationale Bund, der alle linksstehenden Parteien umfaßt und am Programm der ukrainischen Unabhängigen sesthält, hat das nicht ruhig hin- genommen. Unter Führung des Ministers Winnrtlchenks nnd des Generals Pektura haben sich nationale Truppen zu- ^.m mengeschlossen und eine Gegenregierung gebildet. Sie marschieren aus .Kiew zu. Von verschiedenen Stellen der Ukraine werden Kämpfe genleldet. Die deutschen Truppen haben den Befehl erhalten, in diesem Konflikt unter allen Umständen Neutralität zu beobachten und nur die zur Sicher- stz-'llung ihrer möglichst bald erfolgenden Heimkehr iw*- wendigen Maßnahmen zn treffen.
Ans Belgien.
Amsterdam. 20 Nov (WB.) Hiesigen Blättern zufolge 'st. das belgische Königspaar gestern in Antwerpen angekommen.
Amsterdam, 20. Noo. (WB.) Nach den hier vorllegenVen Nachrichten beabsichtigen die belgischen Mlnisier morgen nach. Brüsiel Zurückzukehren. Der König wird die Kammer am Frei tag eröffnen. Das Ministerium wird ummttelbar darauf sein». Entlastung nehmen.
Nach den letzten Nachrichten ist das Unglück in Hamont entsetzlich. Die Zahl der Getöteten, meist Deutsche, wirb auf über tausend geschätzt. Holländische AcrKe sind nach Bel«- gien abgereist. Die Station Hamont ist vollständig verwüstet. Ungefähr 2000 Mann belgischer Bürgerivchr besetzten die Grenze. Aus den zum Teil sich widersprechenden letzten Berichten über das Explosionsunglück des deutschen Munilionszuges geht her> vor, daß das Unglück auf Unvorsichtigkeit der Bevölkerung zu- rückzuführen ist. die zusammengeströmt war, um von den in di« Heimat zurückkehrenden deutschen Soldaten Kriegsandenken zu erhalten.
?!iink- imti Mag in Ainmkll.
Washington, 12. Nov. (WB.) Drahtlos. Wilson be- stilmnte in einer Proklamation den 28. November zuni Dank- ulld Bettag. In der Proklamation heißt es: Es hat Gott Wohlgefallen, uns Frieder zu geben. Er kommt nicht nur als ein bloßes Aufhören oes Kanrpkes, als Befreiung von der Anstrengung und der Tragödie des Krieges, er kommt als der große Triumph des Rechtes. Der vollständige Sieg brachte uns nicht nur den Frieden, sondern das sickere Vertrauen aus einen ireuen Tag, an dein die Gerechtigkeit an die Stelle von Gewalt und von eifersüchtigen Intrigen unter den Nationen tritt. Unsere tcHsteren Ariueen haben an dem Triumph Teil gehabt, der durch keine Absickst des eigennützigen Angriffes entstellt wurde. In einer S.^che deA Rechtes erwarben sie Unsterblichen Ruhm. Sie dienten ihrer Nation edel, indem sie der Menschheit dienten. Gott ist wahrlich gnädig gewesen. Solch Grund zur Freude belebt und stärkt in »ns allen die bestell Traditionen unserer Ge» schichte. Ein neuer Tag scheint uns; unsere Herzen fasset


