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Sofia, 8. Oft. Die Blätter heben das korrekte Verhalten der Bevölkerung den abreifend-en deutschen Truppenteilen gegen­über hervor und meinen, dies setze Gegenseitigkeit voraus.

Bulgarien in Cntcntehänden.

Sofia, 8. Okt. (WB.) Der Vertreter der Transozean-Ge- sellfckaft meldet: Heute vormittag fand in dem Eisenbahn­

ministerium unter Teilnahme von Norfoff (Generaldirektor der Eisenbahnen und Telegraphen), General Luckosf, dem franzö­sischen Oberst Drousset und zwei englischen Offizieren eine große Sitzung statt. Auf der Tagesordnung steht die Ucbernahme der bulgarischen Eifenbabnen. Straßen. Häfen. Tclegraphs und Te­lephons durch die Entente-Kontrollkommission, sowie die Be­sprechung über die Transportmöglichkeiten der Ententetruppen zu der vertragsmäßig zustehenden Besetzung der strategischen' Punkte in Bulgarien. Gestern wurde Eueschew an der altbul­garischen Grenze von der Entente besetzt und heute Kuestendil In der Nacht vom 10. zum 11. 10. soll ein französisches Regi­ment nach Sofia kommen, wahrscheinlich über Kuestendil. Von den unter den Waffen behaltenen 5 Jahrgängen der bulgarischen Truppen (Jahrgang 38—42) werden die 4.. 8. und 10. Division neu aufgefrischt. Diese drei Divisionen bilden die den Bulga­ren zugestandene Truppenmacht. Mehr und mehr bricht sich in der Bevölkerung die Erkenntnis Bahn, daß für Bulgarien noch lange nicht Frieden ist. sondern Okkupation durch die Entcntt und Krieg. Als Ministerkandidat wurde von den Narodnicken noch der frühere Handelsminifter Vurlff aufgestellt.

General Scheämm adgeleht.

Sofia, 10. Okt. (WB.) Meldung der Bulgarischen Agentur: Die Zeitungen bringen die Mitteilung von der

Absetzung (tevogation) des Generalissinius Scheckow, der sich in Wien in Behandlung befindet.

Was {hilfürini ans aekaket ha-.

Der bulgarische Ministerpräsident Mattnow hat dem Abfall von den Dund.'sgenosien in der Sobranje noch den Vorwurf ungenügender Unterstützung hinzu gefügt Deutschland ist aber in ferner Hilfe ttir die Befreirna der bulgarischen Gebiete viel meiter gegangen, als feine Bundespslichten ihm auferlegten. Wie der ..Verl. Lokalanz." mitteilt, betrugen die deutschen Ver­luste allein 1700 Offiziere und etwm 60 000 Soldaten. Davon starben 336 Offiziere und 9'00 Soldaten den Heldentod auf den Schlachtfeldern Serbiens. Mazedoniens und in der Dobrudfcha. Alles, was das bulgarische Heer für seine Ausrüstung außer den Lwndeserzeua nisten brauchte, wurde von den Mittelmächten ge- lieiert. Allein die Lieferungen Deutschlands erreichten mit den Krcditvorschüffen zusammen die Summe von über zwei Milliar­den Mark. Keinen Pfennig davon hat Bulgarien bisher be, zablt. Für 820 Millionen Mark oder für rund eine Milliarde Lewa wurde allein bis zum Herbst 1917 Kriegsgerät geliefert. Die Summ? verteilt sich auf 161 Millionen Mark Bekleidung und Ausrüstung. 400 Millionen Mark Feldartilleriegeräte. 100 Millionen Mar? Fußartilleriegerät. 160 Millionen Mark ver­schiedene Lieferungen für Hesreszwecke. Zu diesen Lieferungen für das Heer treten die sonstigen Lieferungen sowie die Kredit- vorschüste der deutschen Danken. Die Lieferungen Bulgariens an dis Mittelmächte dagegen waren ganz unerheblich. Die Ausfuhr von Getreide und Futtermitteln ist sogar hinter dem Friedensdurchschnitt zurückgeblieben. Den Mittelmächten waren 1912 etwa 12 v. H. der Getreideernte Bulgariens zugeführt wor­den. in den drei Kriegsjahren dagegen nur etwa 1.6 v. H. der Durchschnittsernte des NormalfahreZ 1912. Diese Ausfuhr von Lebensmitteln wurde aber außerdem noch wettgemacht durch die Lieferung von 100 000 Tonnen Lebenmitteln aus der rumänischen Ernte. Wenn Bulgarien mit der Erfastung und der Verteilung semer Ernte nicht den erhofften Erfolg gehabt hat. so log die Schuld daran nur an den bulgarischen Behörden selbst, die für durchgreifende Maßnahmen nicht zu haben waren. Deutschland hat in militärischer, wirtschaftlicher und geldlicher Beziehung seinem früheren Bundesgenosten ein so weitgehendes Entgegen­kommen gezeigt, daß es sich nicht jetzt auch noch den Vorwurf mangelnder Unterstützung gefallen lasten kann.

General Alerejew f.

Stiflu, 9. Okt. (WB.) Ter frühere Höchstkonrmandie- rende der russischen Truppen Alerejew ist in Jekaterinodar gestorben. Die Blätter widmen ihm warme Nachrufe.

Türkei.

Das Bündnis mit den Zeutralmächten.

Wien, 10. Okt. (WV.) Der Schriftleiter der „Neuen Fsreien Presse . hatte -in Gespräch mit dem türkischen Vot- ktafier Hilmi Pascha, welcher erklärte, das Ministerium ^.ewfik Pascha bedeute keinen Wechsel in der inneren oder äußeren Politik der Türkei. Wenn man hin und wieder von der Mög.icheit des Abfalls und von einem türkischen Sonder, frieden munkele, so sei dos ein entwürdigender Verdacht, den zu widerlegen er einfach unter seiner Würde halte, wobei er als gläubiger Moslem hervorhebe. daß die Achtung ge- sch/ossener Verträge für die Gläubigen des Islams eine r^agiöse Pflicht bedeute.

Hollands mUitäri-che Sicherung.

Amsterdam, 8. Okt. (WB.) Die Niederländische Tele- Hraphenagentur veröffentlicht folgenden amtlichen Text der Er­klärung des Innenministers und Vorsitzenden des Ministerrcttcs Ruys de Bcerenbreuck, in der Zweiten Kammer über die Ur- laube: Die Kriegslage in dem an Seeländisch Flandern gren­zenden westlichen Teile Belgiens macht es notwendig, daß die

Regierung auf die Eventualitäten!, die Voraus für unser Land entstehen können. Rücksicht nimmt. Wenn fremde Truppenteile eines der beiden Kriegführenden oder die Truppenteile beider unsere Grenzen überschreiten sollten, so erlegt uns das Völker­recht die Pflicht auf. sie zu internieren. Auch besteht die Mög­lichkeit. daß wieder eine Anzahl Flüchtlinge bei uns Gastfreund­schaft suchen wird, in welchem Falle die Behörden in der Lage sein müsten. die nötigen Maßregeln zu treffen. Die Regierung sah sich, um über genügende Truppen zu verfügen, deshalb ge­nötigt. die allgemeinen (methodischen) Urlaubsbewilligungen, im besonderen die Urlaube von kurzer Dauer für die in Seeland stehenden Truppen aufzuheben. Sollte sich die Notwendigkeit ergeben, auch für andere Provinzen oder überhaupt in weit­gehendem Maße zu einer derartigen Aufhebung der Urlaube überzugehen, so wird Befehl dazu erteilt werden.

Pie fsnnitche Wnigsmahl.

Helsingfors, 9. Okt. Nach einer geheimen Sitzung ist Prinz Friedrich Karl von Hessen vom Landtag zum König von Finnland gewählt worden. Die Agrarier und einige wenige Nepublikaner bekundeten durch Sitzenbleiben, daß sie an der Wahl nickt teilnabmen. Das Landtagspräsidinrn wurde beauftragt, die sich aus diesem Beschluß ergebenden Maßnahinen zu treffen.

Diese Angelegenheit batte man, wohl oder übel, anch noch z-uriickstellen können.

Ge^crrr'rch-Iittstarn.

Eine Erklärung Wer Christlich-Sozialen.

Wien. 10. Okt. (WB.) Der Korrespondenz Austria zu­folge faßte die Christlich.Soziale Vereinigung der deutschen Ab­geordneten folgenden einstimmigen Beschluß: Die Christlich-

Soziale Vereinigung der deutschen Abgeordneten nimmt, indem sie das Selbstbest'mmungsrecht der flämischen und romanischen Nationen Oesterreichs anerkennt, das gleick)« Recht auch für das deutsch« Volk in Oesterreich in Anspruch und ist bereit, auf die­ser Grundlage mit den Vertretern der anderen Nationen über die Umwandlung Oesterreichs in eine Föderation freier natio­naler Gemeinwesen zu verhandeln. Wir verlangen, daß sämt­liche deutschen Gebiete Oesterreichs zu einem nationalen Ge­meinwesen vereinigt werden, welches das Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes auszuüben berufen ist. Die Unterwerfung deutscher Gebiete Oesterreichs unter ein fremdnationales Ge­meinwesen lehnen wir unbedingt ab. Zur Annahme gelangte auch einmütig ein Beschluß, daß die Cbristlich Soziale Ver­einigung selbstverständlich an ihrer religiösen und dynastischen Ueberzeugung festbält.

In einer Versammlung der deutschen Parteien wurde eine Uebereinstimmung aller Deutschen erzielt und beschlossen, zu allen Fragen gemeinsame Stellung zu nehmen

Wie stehen mir?

Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt:

Man hat den Eindruck, als ob die Anfangserfolge der Feinde tn den letzten Schlachten in Frankreich sowie die aus allerhand rein militärischen Gründen — die in das Gebiet der Taktik und Strategie gehören — erfolgte Zurücknahme unserer Truppen bei uns doch vielfach eine übertriebene Wirkung her- vorgerufen haben. Hier und da hörte man die Ansicht, die Wi­derstandskraft unserer Abwehr im Westen fei im Erlahmen — deshalb auch der Friedensschritt. Aengstliche Gemüter befürch­ten gar einen Zusammenbruch unserer Westfront und behaupten allen Ernstes, daß sie abbröckele. Was alles noch mehr behaup­tet wurde, soll gar nicht ermähnt werden; man fragt sich aber, wie es möglich ist. daß ein stets ruhig und fachlich-nüchtern d nkendes Volk plötzlich nur noch das Schlimmste, nur noch Schatten zu sehen r>ermeint. wo bei näherer Betrachtung doch reichlich Licht vorhanden ist. Wir müssen uns zurückfinden in ruhige, abwägende Beurteilung unserer militärischen Lage — und das kann man nur mit gesunden Nerven!

Zunächst haben wir uns einmal alle klar zu machen, welche gigantische Leistung das deutsche Heer bisher vollbracht hat und welche ungebeuren Erfolge es errungen. Diese Erfolge lie- j gen nicht nur in der ruhmreichen Vergangenheit von vier Kriegsfahren. in denen greifbare Erg«bniffe mit Siegen, Beute und Besetzung weiter feindlicher Landstriche Vorlagen, in denen nach langem, heißem Kampfe der Osten bezwungen wurde. Diese Erfolge liegen jetzt in dem Heldenkampfe des deutschen Heeres, das auf sich allein unter einer immerhin nur kleinen Unterstützung österreichisch-ungarischer Truppen angewiesen ist. Dieses Heer, erprobt und zernarbt in vier Kriegsjahren, hält jetzt dem Ansturm der Heere Frankreichs, Englands. Amerikas mit deren Kolonialtrvppen und sämtlichen Hilfsvölkern stand.

Das ist eine Leistung, wie sie größer in der Weltgeschichte noch von keinem Volke, keinem Heere verlangt wurde!

Als wir im Frühjahr zu unseren Offensivstößen schritten, gelang uns eine empfindliche Schwächung dieser feindlichen Kraft, so empfindlich, daß erst nach Zustrom neuer amerikanischer Verbände und nach Heranziehung aller in den Kolonien des Verbandes ausgebildeten Truppen die feindliche Gegenoffensive dann allerdings auch mit gewaltiger Ueberlegenheit an Men­schen und Mitteln, beginnen konnte.

Aber genau so. wie wir bei unseren großen Operationen im Osten und Südosten seinerzeit wußten, daß diese nicht örtlichen Zielen galten, sondern weitgesteckte strategische Pläne verfolg­ten — und auch erfüllten —, muffen wir uns auch bei den feind­lichen Operationen fragen, wns denn der Feind eigentlich will? Jede einfache Ueberlegung sagt doch, daß Foch nicht Zehn- oder Hunderttausende von Menschen opfert, um uns zu veranlassen, einige Kilometer rückwärts in neue feste Stellungen zu gehen oder um einen Einbruch in einen Frontabschnitt zu erzielen, der sich nicht weiter auswerten läßt.

Deshalb muß man die ganzen, fett vielen Mocken im Westen tobenden Kämpfe von viel höherer Warte aus,betrachten, uw ,

ihren Zweck zu verstehen; und dieser Zweck ist die Vernichtung

des deutschen Heeres. Um nichts Geringeres opfert die Entente ihre Masten; deshalb ringt sie weiter, in der Hoffnung, das Ziel doch noch zu erreichen.

Aber sie ist weit davon entfernt!

Unsere eigentliche Basis im Westen ist feit Jahren die Ab. wehrzone. in der wir jetzt noch kämpfen. Die siegreichen Aus- fälle aus dieser Basis heraus wurden durch unsere Rückzugsbe- wegung in den Juli- und Auqusttagen wieder allmählich aus­geglichen; dann erst kam der Feind an unsere eigentlichen Sieb' lungen heran und bemüht sich seitdem, sie in gewaltigen Schlach, ten zu durchbrechen.

Nirgends ist ihm dies bisher gelungen. Große Hoffnungei hatte er auf den Durchbruch beiderseits der Araonnen gesetzt, — aus gefundenen und erbeuteten Befehlen geht hervor, daß nach gelungenem Durchbruch das Fernsprechnetz bis halbwegs Sedan ausgebaut werden sollte!

Die Enttäuschung und der Rückschlag gehört also völlig aus Seite des Gegners Wir können die Abwehrerfolge in dei Champagne und westlich der Maas mit vollem Recht als einen glänzenden Abwehrsieq gegen gewaltige Ilebsrmacht bezeichnen Dag hierbei planmäßig die vordersten Geländestreifen preisge­geben wurden, war bereits vorher festgelegt und hat uns eben den Erfolg eingebracht. Was dann, nachdem der erste Gewalt- sturm mißglückt war. folgte, war der Ausfluß des Entsckluffes Fachs, nunmehr unter rücksichtslosestem Einsatz durch Gewalt und Blutopfer das nach zu erzwingen, was überraschender An­griff ihm versagt hatte. So entstand das zehntägige Ringen in der Champagne und östlich der Argonnen. das für den Feind bislang das blutigste und verlustreichste des ganzen Krieges wurde. Besonders die Amerikaner haben außerordentlich ge^ cpfert.

In Flandern drängle der Feind uns in die schon lange aus« gebaute Flandernstellung zurück, — über den Einbruch kam er auch dort nicht hinaus.

Var Cambrai liegt er noch fest, zwischen Cambrai und St. Oventin rüttelt er seit vielen Tagen vergeblich an unserer Ver. teidigung, wenn er auch in der vordersten Zone Gelände und Dorftrümmer gewann. —

Vttl Bedenken erregen hier und da unser« Verluste, die sich in den Gefangenenzahlen der feindlichen Heeresberichte aus- drücken. Hierbei ist eines zu bedenken: Sttts hat der An.

greiser höhere blutige Verluste, der Verteidiger solche an Ge­fangenen mrd Deute. Im ganzen genommen sind die Verlust« des Angreifers zweifellos höher als unsere; nur wenn ihm ein. mol rn einem Zuge der Durchbruch gelänge und er bis ins freie nicht zu Stellungen ausgebaute Gelände vorstieße, würde fick dies Verhältnis ändern.

Augenblicklich aber ist daran nicht zu denken, weil wir im­mer wieder dem Feinde frontal neue Stellungen vorlegen kön­nen. Deshalb kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß das Zahlenverhültnis beider Parteien sich nickt wesentlich geändert hat — beide haben auf Grund der schweren Kämpf« an ihrer Kampfkraft natürlich gelitten.

Auch wollen wir ausdrücklich vor der Meinung warnen, als ob etwa die schweren Kämpfe nun ihrem Ende zugirmen. Sind Atempausen im Kampf eingetreten. so hat sie unsere Abwehr erzwungen. Noch aber hat der Fnnd Reserven genug, um wei­tere Angriffe zu nähren. Auch mit diesen werden wir dank unserer Abwehr fertig werden; es schadet wirklich nichts, wem» dabei aus wohlberechneten Gründen stellenweise Geländestreife» geopfert werden.

Mlt absoluter Ruhe und Zuversicht können wir daher die weiteren militärischen Ereignisse erwarten — und mit Eni, schloffenheit. Gerade in diesen Tagen gilt es. letztere zu zeigen?

Auch im Südosten wird die Lage durch geeignete Maß, nahmen schon pariert werden. Der neulich gemeldeten Zurück­nahme türkischer und deutscher Kräfte in Palästina nördlich von Damaskus folgte der Engländer mit schwächeren Kräften und gelangte vorderhand an die Linie Beirut—Baalbek: es bleibt abzuwarten, ob er weiterhin nachdrängt Aus dem Balkan wird sich das Bild auch wohl bald klären. Die Franzosen fühlen an der Bahnlinie bis Uesküb—Mittovica nicht allzu heftig vor; serbische Kräfte drängen an der Straße Vranfa—Leskovac nach. Die bulgarische Westgrenze scheint von der Entente respektiert zu werden; auf dem anderen Flügel, in Albanien, ist die in Zurücknahme begriffene österreichisch-ungarische Front in der Gegend nördlich des Skumbi anzunehmen.

Unserer Ansicht nach wird es nicht mehr allzu lang« dauern, bis sich die Lage dort ..gesetzt" hat. und dann wird man sehen, daß auch schwierig erscheinende Sitnation«n auf die bestmöglich« Art wieder zurechtgerückt werden können — und wird daraus lernen, daß Ruhe. Zuversicht und gute Nerven das beste Ab. wehrmittel gegen plötzliche Depressionen sind.

Wir stehen trotz allem fest und werden uns halten; die Front fordert von der Heimat nur Vertrauen gegen VertrauenI

Ma!j!rki!j!grckörn!kn in dcn Win^gstanttn.

Dresden. 9. Okt. (WB) Die sächsische ..Staatszeitung" meldet: Unter dem Vorsitz des Königs und in Gegenwart des Kronprinzen fand eine Sitzung d«s Gefamtminifteriums statt. In ihr wurde als Tag der Einberufung des vertagten ordent- lichen Landtags der 28. Oktober festgesetzt und das Ministerium des Innern mit der Ausarbeitung einer Eefetzesvorlage beauf. tragt, die das bestehende Landtagswahlrecht zur Zweiten Kam- wer durch ein solches auf breiter Grundlage ersetzen soll.

Wahlreform in Hessen.

Offenbach. 10. Okt. Die sozialdemokratische Partei hat be^ schlossen, den Landesparteivorstand aufzufordern, unverzüglich Schritte einzuleiten zur Durchführung einer Wahlreform und zur Parlamentarisierung der hessischen Regierung. Eine dem­nächst stattfindende Landesparteikonferenz Lied sich mit diese» Gegenständen zu befassen haben. . , <