Pmtturer 154 Donnerstag; den 4. In» 1918 11. Jatzrganxi«
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Die ..r?ene Tanesrettmrg" erscheint leden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Helsen", „Die SpinnSube". He?«gspL-eis: Bei den Postamtalten oierkelkährlich Ätt. 2.4k hinzu tritt noch das Bestellgeld; der den Anenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägeriohn. Anzeigen: GrunMeile 2b Psg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von ausimirrs oeroen durch Boitnachnaiimt erhoben. Erfüllungsort Frtedberg. Hchriftleituug und Dertaq vriedberg speisen), -»anaueri'traße 12. Ferniprecher 48. Vo,t, Heck-Lonto Rr. 18 »9. U <ra i iurt a. M.
Keine Erfolge des Gegners. — Oertliche Kämpfe nördlich der Aisne. — 15000 Tonnen versinkt
Gin Torpedoboot-Gefecht in der Uordadria.
Der deutsche Generalkak
meldet:
W. T. Großes Zanxtqnartier» de» 3. Juli. Amtttch.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht
Erfolgreiche Erkundungsgefechte. Stärkere Vorstöße 5er Engländer bei Merris und Moyonneville (südlich von Arras) scl-eiterten. In örtlichen Känrpfen nordwestlich von Albert machten wir Gefangene.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nördlich der Aisne haben sich heute früh örtliche Kämpfe entwickelt.
Zwischen Aisne und Marne hielt rege Tätigkeit des Feindes an. Teilangriffe bei St. Pierre-Aigle und westlich von Chateau-Thierry wurden abgewiesen.
Aus einem amerikanischen Geschwader von neun Ein- Herten wurden vier Flugzeuge abgeschossen Leutnant U d e t errang hierbei seinen 39., Leutnant Loewenhardt seinen 33. und 34. Luftsieg. Leutnant Friedrich und Vizefeldwebel T h o m schossen ihren 20. Gegner ab.
Der Erste Generalquartlermcister: Ludendorff.
Atiendverichl.
Berlin, 8. Juli, abends. (WTB. Amtlich.- Oertliche Teilkämpfe nördlich der Aisne.
Der österreichische Generalstab - V- meldet: —-
Wien, 3. Juli. Aintlich wird verlautbart: Gestern
am frühen Morgen setzte an der ganzen Piavefront vom Susegana abwärts heftiges italienisches Geschützfeuer ein, das sich südlich von San Dona in mehreren Abschnitten bis Sum Trommelfeuer steigerte. Einige Strmden später ging im Piave-Mündungsgebiet feindliche Infanterie zum Angriff Wer. In erbitterten, den ganzen Tag über währenden Kämpfen vermochte der Gegner, abgesehen von kleinerem Raumgewinn bei Cuiesa Nova, nirgends einen Erfolg zu erringen. Auch sein Versuch, am Südflügel bei Revecoli unter dem Schutze feindlicher Seestreitkräste Infanterie an Land zu werfen, scheiterten in unserem Feuer. Ein ita- Itenifd>cf Uebergangsversuch bei Zenson wurde vereitelt. An der venetianischen Gebirgsfront war die Kampftätigkeit gleichfalls außerordentlich rege. Westlich des Asolone wurde ein stärkerer Angriff durch das bewährte österreichische Infanterieregiment 49 im Gegenstoß ausgefangen. Auch nördlich des Col del Rosso und bei Asiago wiesen wir italienische Vorstöße ab. — An der Tiroler Westfront müßige Artilleriekümpse.
Wie nachträglich festgestellt wurde, war es Oberleutnant Varwig mit dem Zugführer Kauer als Piloten, der den vielgenannten italienischen Jagdflieger Major Bares am 9. Juni abgeschossen hat.
Der Chef des Generalstabes.
^srr der Westfront.
Berlin, 3. Juli. Die wiederholten Angriffe nördlich Albert kosteten den Engländern hohe blutige Verluste. Das Vorfeld liegt voll von englischen Toten. Auch sonst bezahlten die Engländer, Amerikaner und Franzosen die Versuche, durch Patrouillenunternehmen nnd Teilangriffe die deutschen Linien zu erkunden, mit erheblichen Opfern. Im Kemmelgebiet Zwischen dem Wald und dem La Bassee-Kanal büßten die Engländer bei mißglückten Patrouillen- unternehmimgen mehrfach zahlreiche Gefangene ein. Eine französische Großpatrouille, die östlich von Reims nach starker Artillerievorbereitung vorzustoßen versuchte, kam im deutschen Sperrfeuer nicht über das eigene Hindernis hinaus Den Amerikanern wurden nördlich von Largitzen zwei Maschinengewehre abgenommen. Das schwere deutsche Flachfeuer beschoß französische Industrieanlagen bei Pompey, Dienlouard und Dombesle mit beobachteter auter Wirkuncr..
London. 2. Juli. (WB.) In einem Ueberblick über die militärische Lage sagt die „Times", die gegenwärtige Gruppierung der deutschen Armee würde den Deutschen erlauben, an jedem Punkte der Front von Reims bis zum Kanal anzugrei- fcn, möglicherweise auch an anderen Punkten. Alle Sachver- stäirdigen seien einig, daß der Schlag bald erfolgt. Die Alliierten haben völliges Vertrauen, daß sie ihm widerstehen können, wie immer er falle. In der Zwischenzeit taten ste ihr Bestes, es den Deutschen so unbehaglich wie möglich zu machen.
Rotterdam. 4. Juli. (WB.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt: Unserer Anstcht nach befindet sich von den
amerikanischen Truppen höchstens der siebente Teil an der Front. Das macht wahrscheinlich, daß es noch geraume Zeit dauern wird, ehe die amerikanische Armee ein volles Gewicht in die Wagschale werfen wird. Auch eine Offensive großen Stils von seiten der Alliierten wird noch lange auf sich warten lasten. Die Deutschen werden in dieser Kampfpause zwar etwas mehr belästigt werden als früher, aber ihre Vorbereitungen für den kommenden Schlag werden dadurch nicht fühlbar gestört. Je länger die Vorbereitungen dauern, um fo gewaltiger wird die Kraftanspanung sein.
15 000 Tonnen versenkt.
Berlin, 2. Juli. (WB. Amtlich.) Im Mittelmeer versenkten unsere U-Boote vier Dampfer von rund 15 000 Bruttoregistcrtonncn.
Der Chei des Admiralstabes der Marine.
»
Persenkt.
Kopenhagen, 3 .Juli. „Politiken" wirb aus Mandol gemeldet, daß die Besatzung des dänischen Motorschiffes „Cronding Thvra" gestern dort eingetroffen ist. Das Schiff wurde am Samstag abend von einem deutschen U-Boot 20 Seemeilen westlich Lindesnaes versenkt. Es war von Göteborg nach Rouen mit Holzmasse unterwegs.
Amsterdam, 3. Juli. Nach einer Reutermeldung aus Washington versenkte ein deutsches U-Boot den belgischen Dampfer „Chilier" (2966 Bruttoregistertonnen) 1400 Meilen von der atlantischen Küste am 21. Juni. 25 Ueberlebende wurden um 27, Juni geborgen.
Ein Törpkdoböot-Gkkcht iu der Nordadria.
Wien, 3. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: In den Morgenstunden des 2. Juli stieß eine kleine Abteilung unserer Torpedoeinheiten in der Nordadria auf stark überlegene Torpedobootsstreitkräfte. Es entwickelte sich ein lebhaftes^ Feuergefecht auf kurze Distanz, wobei es unseren Einheiten gelang, einen großen feindlichen Zerstörer in Brand zu schießen und einen zweiten schwer zu beschädigen. Der Feind broch das Gefecht ab und zog sich mit überlegener Geschwindigkeit gegen ferne Basis zurück. Unsere Einheiten erlitten nur ganz belanglose Schäden; außer einigen Leichtverletzten sind keine Verluste entstanden.
HoWiüichiff „Flan-overy CM".
Amsterdam, 2. Juli. (WB.) Reuter bringt einen amtlichen Bericht des Kapitäns iiber Einzelheiten bei der Versenkung des Hospitalschiffes „Llandovery Castle", dessen Angaben natürlich noch der Nachprüfung bedürfen: DaS Schiff ist um 10 Uhr 30 abends in der Nacht vom 27. Juni 117 Meilen von der Küste versenkt worden. Die „Llandovery Castle" frchr mit 44 Seemeilen Geschwindigkeit. Der Hinrmel war bedeckt, trotzdem soll sie gut zu sehen und in ihrem Charakter als Hospitalschiff unverkennbar gewesen sein. Die Explosion des Torpedos war das erste Zeichen der Anwesenheit eines U-Bootes. Die Lichter gingen aus und alle weiteren Vorgänge spielten sich beinahe ganz im Dunklen ab. Nachdem festgestellt worden war, daß das Schiff manövrierunfähig geworden war, wurde der Befehl gegeben, das Schiff zu verlassen. Das Achterschiff sank zuerst. Der Bug ragte aus dem Wasser. Der Dampfkessel schien gesprungen zli sein, als Wasser eindrang, dann verschwand das Schiff innerhalb 10 Minuten. Das Boot des Kapitäns fischte 11 Ueberlebende airf. Ms es noch zu einem anderen, der um Hilfe rief, heranfuhr, wurde von den: auftauchenden U-Boot wiederholt der Befehl aeaoben. daß das Boot länas-
seits des U-Bootes kommen solle. Der Kapitän wurde in den Kommandoturm des U-Bootes gebracht und von dem U°Bootkommandanten nach dem Namen des Schiffes gefragt. Der Kommandant sagte, daß die „Llandovery Castle" acht kanadische Fliegeroffiziere an Bord gehabt hätte. Der Kapitän leugnete es und erklärte, es seien sieben kanadische Sanitätsoffiziere an Bord gewesen. Das Schiff sei von der kanadischen Regierung gechartert worden für den Transport von Verwundeten und Gefangenen. Auf die erneute Feststellung des Kommandanten, daß die „Llandovery Castle" amerikanische Offiziere für die Front beförderte, gab der Kapitän sein Ehrenwort, daß er in den sechs Monaten, die er mit dem Schiff gefahren fei, nur Kranke und Verwundete befördert habe. Dann wurde ein kanadischer Sanitätsoffizier an Bord gebracht. Beide wurden wieder freigelassen. Später wurde auch der zweite Offizier an Bord des U-Bootes gebracht. Diesem erklärte der Kommandant. daß nach der Stärke der Explosion Munition an Bord gewesen sein müsse. Der zweite Offizier erwiderte, daß der Kessel gesprungen und der Schornstein niedergestürzt sei. Auch diesem Offizier wurde erlaubt, in sein Boot zurückzukehren. Spater begann das U-Boot auf ein nickt erkennbares Ziel zu schießen. Ohne daß bisher der Schatten eines Beweises vorliegt, wird — es bleibt unklar, ob von dem Kapitän, dessen Bericht die erwähnten Einzelheiten entnommen sind oder von Reuter — behauptet, daß diese Schüsse den anderen Booten gegolten hätten. Nach 70 Meilen Fahrt wurde das Boot des Kapitäns auf dem Weg zur irischen Küste von dem Torpedobootszerstörer „Lysander* , gerettet.
Das Wolffsche Telegraphenburean bemerkt hierzu: 1. Das Schiff soll als Hospitalschiff deutlich erkennbar ge« wesen sein, doch fehlt jeder Beweis für die Nichtigkeit dieser Behauptung; 2. Woher soll der Kommandant des U-Bootes gewußt haben, daß kanadische Flieger an Bord waren? 3. Die kanadische Regierimg hat angeblich das Schiff auch sjir Gefangene gechartert, will aber gleichwohl innerhalb voir sechs Monaten keine darauf befördert haben. 4. Die Behauptung, das deutsche U-Boot habe auf die Rettungsboote gefeuert, ist ohne Zweifel eine bewußte offene Unwahrheit. 5. Der Bericht des U-Bootkommandanten bei der Versenkung muß abgewartet werden. ,
JHrtrldjaü Joffre iibfr die Amerikaner.
Haag, 3. Juli. Hollandsch Nieuwsbureau meldet aus London: Der Besuch der Korrespondenten neutraler Blätter an der französischen Front ist jetzt zu Ende. Am letzten Tage hatte der Londoner Korrespondent des „Nierrwe Not- terdamschen Courant" eine Unterredung mit dem Marschaü Joffre. Dieser sagte über die amerikanischen Truppen: Es sind vorzügliche Soldaten, denn sie sind noch nicht an- gesteckt von einer alten Kulttrr. Im Augenblick sind noch Schwierigkeiten in Bezug des höheren Befehls und in Bezug auf die Artillerie vorhanden, aber diese Schwierigkeiten werden allmählich geringer. Die Großartigkeit des Kraftaufwandes der Amerikaner und die Schnelligkeit, mit der sie ihre Hilfsquellen für den Krieg geeignet machten, so sagte Joffre, steht in der Weltgeschichte einzig da, sie übertrifft alles, was man in einem Jahre von ihnen erwarten konnte. Die Amerikaner waren sich vor einem Jahre noch nicht bewußt, wie kräftig sie waren. Joffre sagte, er wage die Ansicht auszusprechen, daß die weitere Entwicklung des Krieges durch die Hilfe der Amerikaner wichfigere Aendernngen hervorbringen werde. Die Amerikaner sind es, die die Freiheit der Welt wieder Herstellen werden. Als der Korrespondent ihn fragte, ob noch rm nächsten Jahre dieses stattfinden werde, lächelte Joffre und sagte, es sei unmöglich, derartige Fragen mit mathematischer Genauigkeit zu beantworten, weil ein unbekannter Faktor, nämlich Rußland, im Spiele ist. Falls der deutsche Plan, Vorräte und Mannschaften von Rußland zu erhalten, gelingen wird, wird Deutschland es länger aushalten können.
Franchstjche Kopfpreisi.
Berlin, 3. Juli. (WB.) Aus einer Anzahl kürzlich von Deutschen erbeuteter Befehle geht hervor, daß dlßl Franzosen immer noch an der so oft gebrandmarkten Gctz wohnheit festbalten, einen KopfpreiS airf die Gefanacr»


