Ausgabe 
7.6.1918
 
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Nummer 131

Freitag, den 7. Juni 1918

11. Jahrgang.

Die .,L-e«e Tageszeitung" erscheint ^eden Werktag. Regelmäßige BeilagenDer Sauer aus Hessen".Die Sptrrnssube". Bezugspreis: Bei den Postanstalten ruerkeliährlich Mk. 2.40 binzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Renten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Erund^eUe 2b Psg lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Poitnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitunq und Verlag ^riedderg ffzeifen). oanaueräraye 12. Fecnlvrecher 48. Bostf ßeck-Loaro Rr. 1819. Umt Frankfurt a. M.

K.sher 15 Schiffe als uerjenlrt gemeldet. Die Deute seit 27. Mai: 55000 Gefangene, mehr als 650 Gejchütze und meit über 2000 Malchinengewehre. 28000 Tonne» versenkt.

Gin polnischer Reichslagswahlsieg.

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Der deutsche Generalftab

*== meldet:

W. T. B. Großes gattplqnartier, den 6. Juni. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz. ^

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Artilleriegefechte wechselnder Stärke. Mehrfach brachten Erkundungsgefechte Gefangene ein.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Schlachtfront ist die Lage unverändert, herr­liche Kampfhandlungen westlich von Pontoise, nördlich der Aisne und am Savieres-Grunde brachten uns in den Besitz feindlicher Erdwerke und Gräben. Der Artilleriekampf war vielfach lebhaft. Chateau-Thierry lag unter anhaltendem Zerstörungsfeuer der Franzosen.

Die Beute der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz seit 27. Mai beträgt nach bisherigen Feststellungen: mehr als 55 000 Gefangene, darunter über 1500 Offiziere, mehr als 650 Geschütze und weit über 2000 Maschinengewehre.

In den beiden letzten Tagen wurden 46 feindliche Flug­zeuge und vier Fesselballone zum Absturz gebracht. Jagd­geschwader Nichthofen schoß gestern 15 feindliche Flugzeuge ab. Hauptmann Berthold und Leutnant Menkhoff Er­rangen ihren 31., Leutnant Löwenhardt seinen 27., Leutnant Udet seinen 26., Leutnant Kirchstem seinen 21. und 22. Luft- sieg.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Al-enddericht.

Berlin, 6. Juni, abends. (WB. Amtlich.) An der Schlachtfront örtliche Kämpfe nordwestlich von Chateau Thierry und an der Avre.

Der österreichische Generalstab

------ meldet: .tttt

Wien, 6. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der Tiroler- und Piavefront andauernde Artilleriekämpfe.

Der Chef des Gencralstabes.

Der bulgarische Generalstab

-- meldet: ..

Sofia, 5. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Gneralstabs- bericht.

Mazedonische Front: Zu beiden Seiten des Ochrida-

sees war das Artille! iefeuer von seiten des Feindes zeitweilig lebhafter. Oestlich des Ocbrida-Sees zerstreuten wir durch unser Feuer einen französischen Sturmtrupp. Bei Bratin­dol und an mehreren Stellen zwischen dem Ostufer der Tscherna und dem Dobropolje beiderseitiges heftiges Ar- tilleriefeuek. Südlich von Huma beiderseitiges Störungs­feuer. Oestlich des Wardar versuchte eine stärkere englische Patrouille bei dem Dorfe Kresteli sich unseren Posten zu nähern, sie wurde aber durch Feuer vertrieben. Im Strumatal machten unsere Jnfanterieabteilungen mehrere Engländer zu Gefangenen. Lebhafte beiderseitige Lufttätig­keit im Wardar- und Strumatale.

Die Schlacht im Westen.

Berlin, 5. Juni. (WB.) Zeitweise lebhaftere Feuer­tätigkeit in der Gegend des Kemmel und bei Merris. Eigene Unternehmen brachten östlich Blrschoote, nördlich des Kemmel, westlich Schoore eine größere Anzahl Gefangener ein. Vom Nieppe-Walde bis Lens hielt zeitweise lebhafter Feuerkampf an. Nobecq, sowie die Schächte 1 und 3 von Noeux wurden in Brand geschossen. Südlich des La Bass6e- Kanalß und südlich Lens holte sich der Feind blutige Schlap­

pen bei Teilvorstößen, die er nach starker Artillerievorbe­reitung unternahm. Gefangene blieben in deutscher Hand. Auch in Gegend Albert, Buguoi, Hebuterne und Beaumont wurden feindliche Patrouillen unter Verlusten abgewiesen.

Berlin, 5. Juni. (WB.) Während der schweren Nie­derlage der Engländer in Flandern eilte Frankreich mit star­ken Kräften dem britischen Bundesgenossen zu Hilfe. Im Laufe der Kämpfe wurden 18 französische Divisionen in Flandern eingesetzt und weitere dort in Reserve gehalten. In den heißen Kämpfen, vor allem im Laufe der wieder­holten Gegenangriffe haben die Franzosen dort aufs schwerste für England geblutet. Die hilfsbereite weit­gehende Unterstützung, die General Fcch den geschlagenen Engländern leistete, schwächte in ernstester Weise die eigene Front. Di Folge hiervon war die blutige Niederlage der Franzosen zwischen Aisne und Marne die auch hier wieder durch das Versagen englischer Truppen verschuldet wurde. Jetzt, wo die französischen Stellungen in breiter Front durch, brochen wurden, hat noch keine englische Division zur Un­terstützung der Franzosen in den schweren Kämpfen einge­griffen. Die französischen Truppen, die sich an der britischen Front für England aufopferten, müsien hier allein die Last der Kämpfe und die ungeheuren Blutopfer tragen.

Die Kampfe am 5. Juni.

Berlin, 6. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) An der Front zwilchen Marne und Reims setzten die Franzosen ihre leb­haften Anstrengungen fort, das waldige Höhengelände zu sichern, während sie im Zentrum, wo die Deutschen am weitesten vorgedrungen find und daran arbeiten das Bois de Cohelle zn verdrahten, versuchen sie die an die Marne ange­legten Flügel ihrer Linie vorzuschieben. Ihr Handstreich artiger Ueberfall am Morgen des 6. 6. scheiterte jedoch ebenso wie ein anderer ans die deutschen Postierungen vor Verneuil Das französisch Artilleriefeuer, das mit weittragenden Bat­terien bis über die Vesle langte und bereits angefangen hatte, die noch unzerstörten Orte in Trümmer zu schießen, ließ am 5. 6. infolge der Bekämpfung durch die deutschn Batterien wesentlich an Heftigkeit nach Deutschrfeits wur­den Bahn- und Straßenverkehr hinter der ftanzösischn Front zerstört. Der Bahnhof von Jouy wurde in Brand geschossen. Im Südteile von Reims konnten mehrere große Brände und Explosionen beobachtet werden. In den Flie­gerschuppen nördlich von Boujacourt wurden noch zwei un- zerstörte französische Flugzeuge festgcstellt.

Die Gegenangriffe südlich von Soissons.

Berlin, 6. Juni.. (WTB. Nichtamtlich) Der Heeres­bericht vom 1. 6. meldet verschärfte Gegenangriffe der

Franzosen am 31. Mai inzwischen auf Wagen und Kraft­wagen herangebrachter Divisivnen gegen unsere über die Straße Soissons-Hartennes voßgehenden Truppen. Ein erbeuteter Befehl der französischen 6. Armee chbt die Be­deutung dieser französischen Gegenangriffe wieder. Das Ziel war. unsere Front beiderseits Soissons durchzubrechen und noch am 31. Mai die Linie Braisne-Terby-Corny zu er­reichen. Die glänzende Waffentat unserer dort kämpfenden Truppen, die nicht nur alle Gegenangriffe siegreich ab- schlngen, sondern auch unter Abwehr den Angriff bis auf die Höhen von Chaudun-Viercy-Blancy vortrugen, wird dadurch in das hellste Licht gerückt.

Beschießung von Chateau Thicrrp.

Berlin, 5. Juni. (WB.) Chateau Thierry wurde vom Feinde mit besonderer Heftigkeit beschossen. Infolge des starken Beschusses der Stadt war der Abschub der Zivilbe­völkerung unmöglich). Unter der Bevölkerung traten üarke Verluste ein.

Die feindlichen Verluste.

Berlin, 6. Juni. (WB.) Der große Sieg des Deutschen* Kronprinzen zwischen der Aisne und Marne hat wiederum einen bedeutenden Teil der feindlichen Streitkräfte und Kampfmittel vernichtet. Zu der bereits gemeldeten Ge­fangenenzahl von über 55 000 sind die schweren blutigen Verluste der Franzosen an Toten, Verwundeten und Ver­mißten hinznzurechnen. Bereits im März mußte das fran- zösische Heer infolge des Zurückweichens der Engländer beiderseits der Somme starke Teile der bereitgestellten

Foctzschen Manöver erarmee einfetzen, die mit in die schwere blutige Niederlage hineingerissen wurden. Als ln Flandern die Engländer auf schwerste erneut bedroht waren, sah sich der Entente-Generalissimus zum zweiten Male gezwungen, auch dorthin starke Kräfte einzusetzen. Im Verlaufe der Kämpfe an der Nordfront setzte er allein 18 französische Divi­sionen zur Unterstützung der Engländer in Flandern ein und hielt weitere Kräfte dort in Reserve bereit. Die verlust­reichen Kämpfe im Kemmelgebiet erhöhten dann die Blut- opfer der Franzosen ganz außerordentlich. Die Schiachl zwischen Aisne und Marne mit ihren täglichen riesigen Fortschritten riß aufs neue die schon stark gelichteten fran­zösischen Reserven auseinander. Sie zwang General Foch zum abermaligen überhasteten Einsatz seiner Divisionen an der von der deutschen Führung gewählten Stelle. Damil sind wiederum erhebliche ftanzösische Streitkräfte gebunden, ein Umstand, der den Ententeführer der operativen Arm- freiheit gänzlich beraubt. Die stolze Manövrierarmee der Entente, an die sich die kühnsten Hoffnungen und Er- wartungn der Feinde knüpften, besteht als solche nicht tnefjr Von schwerwiegender Bedeutung ist auch die Einbuße des Feindes an Kampfmitteln während der Schlacht zwischen Aisne und Marne. Die große Anzahl-.der erbeuteter! Ge­schütze, Maschinengewehre und andere Waffen, der Verlust des gesamten eingebauten Materials aus der ausgebauten Kampffront, der Verlust ferner von fünf umfangreichen Pionierdepots, von Werkstätten verschiedenster Art, von Barackenlagern und sieben großen mit allen Bedürfnissen ausgerüsteten Lazaretten, der Ausfall vieler Fabriken, Eisenbahnwagen, Maschinen und Brückentrains und dergl. trifft die feindliche Kriegsführung aufs empfindlichste. Er­höht wird die Bedeutung der schweren französischen Nieder­lage durch den Verlust von weit über 3000 Qudratkilometer znm Teil ftuchtbarsten Geländes mit bedeutenden strate­gischen Punkten. Von tief einschneidender Bedeutung ist schließlich die Ausschalttmg wichtigster Eisenbahnlinien für die Versorgung des gesamten französischen Landes und Heeres.

28000 Tonnen vrrftenkt.

Berlin, 5. Juni. (WB. Amtlich.) Das von dem be­währten U-Bootskommandanten Oberleutnant z. S. Löst befehligte Boot vernichtete iin Kanal neuerdings fünf Damp­fer und drei französische Fischereifahrzeuge mit übev 28 000 Brt.

Unter den versenkten Dampfern befanden sich der eng­lische HilfskreuzerNoldavic", 9500 Tonnen, sowie ein be^ waffnter Dampfer von etwa 6000 Tonnen, die beide aus einem stark gesicherten Geleitzuge herausgeschossen wurden. Namentlich festgestellt wurden ferner noch der bewaffnete englische tief beladene DampferWar Pather", 5875 Tonnen und die französischen FischkutterPetit Georges",Souvenir de St. Marie" undJoseph Simon".

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

pffiMürifff ailf Calais mil> ^onlopr.

Berlin, 6. Juni. (WB.) Außer zahlreichen anderen Zier len wurden die wichtigen feindlichen Umschlagplätze Calais untz Boulogne erfolgreich mit Bomben belegt.

Dkutjihk Ü$ootf an brr aillmIlaiiljAii fiiiftf.

Washington. 5. Juni. (SB. ©.) Reutermeldung. Das Flottcndepcrrlcmcnt erhielt die amtliche Nochricht, daß an der amerikanischen Küste ein Dampfer und drei amerikanische Schoo- ner von Unterseebooten versenkt worden sind. Berichte an» New-York besagen, daß bei der Versenkung zwei Unterscboote be­teiligt gewesen find. Die Schiffe sind wahrscheinlich an der Küste von New England und New Jersy verloren gegangen.

Rotterdam. 6. Juni Das Erscheinen deutscher U-Boote an der amerikanischen Ostrüste in dem Augenblicke, wo nach de» Worten Elemenceausdie Partie in Erwartung der amerika*