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Samstag. Len 20. April 1918
LI. Jahrgang,
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ie Schlacht rm Westen.
Ltttr!» Angriffe aus Wi,t,chacte »bgewieie». — «00 Gef»,mene bei Kinciichi, und restn-'ert Vergebliche Anstürme der Kranz-,c„ an der Anrc. — «in 1800» ff-nnendampfer ncrjrukt.'
Ker deutsche Generalstab meldet:
W. (rZvotzes Hattzstqnartier, veis
19. April. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
, Aus dem flandrischen Trichterfeld entsparmen sich mehrfach kleine Gefechte unserer Erkundungsabteilungen mit belgischen :.nd enaliscuen Posten Starke Angriffs, dre der Feind von Norden und Ncrdwssteo her gegen Wytschaete führte, wurden ab- gcwiefen Sckwn bei kleineren Bereitstellungen erlitt der Feind, in unserem Vernichtungsfeuer schwerste Verluste. Zwischen Bail- leu! und La Vassee starke Kampstätigkeit der Artillerien. Nordwestlich von Bethune stieß unsere Infanterie gegen feindliche Linien nördl.ch vom La Bassec-Kana! vor und eroberte einige Gescbütze.
Bei Festubert und Sivenchy wurde wechselvoll gekämpft. Wir machten mehr als 600 Gefangene.
Der seit einigen Tagen an der Avre gesteigerten Feuer- tät'gkeir folgten gestern starke tidfgegliederto französische An- griffe gegen Morisel und Moreuil. Auf beiden Avreufern durch den Ceneca-Wald und zu beiden Seiten der Straße Ailly- Moreuil stürmten dichte Angriffswellen mehrfach vergeblich an. In erbittertem Kampf wurde der Feind unter blutigen Verlusten zurückgeworfen. Starkes Artilleriefeuer hielt in diesem Kampfabschnitt auch während der Nacht an.
Oste«.
Ukraine.
In Taurien haben wir Tschaplinka nnd Mekitopol besetzt.
Mazedonische Front.
Stoßtruppunternehmungen im Eerna-Bogen brachten einige Italiener als Gefangene ein.
Der Erste Generalquariiermeister: Ludendorff.
Abendlierrcht.
Berlin. 19. April, abends (WTB. Amtlich.) Bon den Schlachtfeldern nichts Neues. Nordwestlich von Moreuil hat der Franzose nach den Mißerfolgen des gestrigen Tages seine Angriff- nicht erneuert.
| Der österreichische Grucralstab nreide»: ,
Wien. 19. April. (MTB.) Amtlich wird verlautbart' Zwischen Etsch und Piave ist die Kampstätigkeit andauernd lebhaft. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden wurden mehrere italienische Vorstöße abgeschlagen.
Der Chef des Eeneralftabes.
j Der bulgarische G^ucralstab nrcidet:
Sofia. 17. April. (WTV.) Generalstabsbericht.
Mazedonische o^mit' An der Tsü>ervena Siena mehrere kurze Feueraugrisfe des Feindes. Nach längerer Artillerievorbereitung versuchten feindliche Sturmabteilungen sich unseren Stellungen östlich der Straße Bitolia-Prilep zu nähern, wurden aber durch Feuer zerstreut. An mehreren Stellen im Cerna° Bogen und südlich von Gewgheli verstärkte sich die Feuertätig- kert von beiden Seiten zeitweilig. Zuwischen Butkovo- und Ta- ymo-See Petrcrullcngefechte. An der Strumamündung wurde ms gegenseitige Artilleriefeuer für einige Zeit heftiger. Nach
1;"?” *TriT*' Ciu fcinbIi(6es Flugzeug zur Landung ^ t» d-n fen-dlich-n Steffun^en südlich von Bltolia goz>vun- gen. Dobrudfchasront: Waisenstillstand.
lfii! <8000 (Lgnuendaupfer urrffulst.
Berlin. 18. April. (MTB. Amtlich.) Am Morgen te 31. Marz wurde Aon einem unserer Unterseeboote, Kommandant Kapttanlcutnant Wilhelm Meyer, ein besonders wertvoller englischer Passagierdampfer, ein Schiff von mindestens 18 000 Bruttoregistertonnen. versenkt. An der Vcrsenkungsstelle wurden lp.tter Schgsstrümmer und leere Rettungsboote gefunden.
Der Chef des Admiralftabs der Marine.
Berlin. 18. April. (WTV.) Der Verlust des großen Paffagierdampfers ist für die englische Handelsflotte besonders schmerzlich. Nicht nur, daß e'n Damp'er dieser Größe etwa 15 Millionen Mark kostet, ein Preis, der bei den heutigen Schiffspreisen erheblich großer ist, sondern es gehen mit einem derartigen Dampfer auch beträchtliche Werte zugrunde, die er in seinem Raume birgt. Vertraut man doch gerade den schnellen Paffagierdampfern die kostbarsten und eiligsten Güter an. die man bei der großen U-Bootgesahr auf solchen Schiffen sicherer wähnt, als auf den gewöhnlichen. Frachtdampfern. Die Millianenladung an Gold der von dem Hilfskreuzer ..Möwe" aufgebrachten .Appam" und die überaus wertvolle von S. M. S. ..Wolf" nach der Heiniat gebrachte Ladung des Paffagierdampfers „Hitachi Maru" sind sprechende Beweise für die Tatsache.
Die Schlacht im Westen.
Der Eisenbahnverkehr nach der flandrischen Front.
Amsterdam. 18. Ap.ril (WTB) Der militärische Mitarbeiter des Blattes ..Tijd" schreibt: Dadurch, daß der sehr wichtige Eisenbahnknotenpunkt Hazebrouk jetzt bereits unter dem deutschen Artillerlefeuer liegt, wird der Eisenbahnverkehr nach Pope- ringhe unmöglich gemacht. Infolgedessen muß die ganze Front nördlich von Ypern jetzt ihren Zuzug an Menschen und Mate- rial auf der einen Eisenbahnlinie Dünkirchen—Veurne erhalten.
Der Kemmelberg.
Der „Basler Anzeiger" meldet: Jeden Tag muß sich das Schicksal des Kommelberges entscheiden und mit seinem Fall wiederum dasjenige von Ypern und damit der gesamten belgischen Ficnt. Noch stellen sich dem deutschen Vormarsch zur Küste zwar die wichtigen Höhen bei Caffel entgegen, aber sie sind auch das letzte Hindernis. Fallen diese, dann ist der Me'g nach Dün. kirchen und Calais offen. Die Einwirkung des neuen deutschen Erfolges muß sich schon ietzt fühlbar machen. Wenn die Engländer eine Katastrophe vermeiden wollen, so muffen sie schleunigst mit der Räumung beginnen oder zu einer groß angelegten Gegenoffensive schreiten.
Englisch-französische Meldungen.
Der neueste Pariser Havaskommentar besagt, daß die Deutschen die Erbitterung in Flandern verdoppelt hätten. Schreckliche Kümpfe hätten sich in den letzten 48 Stunden an'der englischen Front abgespielt. Bei Bailleul dauert der hartnäckige Kampf auf der 15 Kilometer langen Front noch fort. Die Deutschen vermochten weiter nordwärts vorzudringen. Dieser rein theoretische Vorteil der Deutschen, wie ihn Havas verkleinernd nennt, der ohne praktische Bedeutung sei, hatte zur Folge daß die gesamte englische Linie des Abschnittes von Bailleul zurückgenommen werden mußte.
Reuter meldet von der englischen Front: Der Feind setzt se.ne.Taktrk fort, die darin besteht, auf die englischen Truppen emen möglichst großen Druck auszuüben, indem er fortwährend gieße Massen frischer Truppen gegen sie wirst. Die Steinab- -)ange von Messines fielen in die Hände der Deutschen, die von Metercn aus weiter angreifen. wo die Lage noch immer im Dunkeln ist.
Englands Hilferuf.
Haag, 19. April. Hollandfch Nieuwsbvreau meldet aus London: Lloyd George hat die Regierungen der selbstverwaltenden Kolonien telegraphisch von dem Ernst der militärischen Loge in Kerntnis gesetzt und sie g^eten. alles zu tun. die erlittenen Verluste baldmöglichst durch neue Kontingente zu ersetzen. Dies geschah in den meisten Fällen mit dem Hinweis auf die großartigen Leistungen der Truppen der in Frage kommenden Kolonien.
Französische Besorgnisse.
Bern, 18. April. (WTV.) Die Proklamation des Generals vaig an die englischen Truppen scheint in Frankreich Nachdenken erweckt zu haben. ..Homme Litre" erklärt, wahrscheinlich sei der Augenblick n:cht so tragisch wie im September 1914. aber wie damals oie französische Armee an der Marne, sei jetzt die englische Armee an dem Punkte angelangt, wo sie um jeden Preis hallen muffe und nicht mehr zurück dürfe. Die Proklamation Hmgs fei der letzte Aufruf zum äußersten Widerstand. Der „Matln" findet, daß Hazebrouck. ver wichtigste Eisenbahn!,wten- punit, von dem die ganze Verbindung der englischen Armeen bei Ypern mit England aühänge. stark bedroht sei. Es fe- von höch- ster Wichtigkeit, daß die Schlacht stabilisiert werde.
„Humanite" schreibt, daß Hindenburg seine Offensive außerordentlich gut organisiert habe. Er habe beabsichtigt, den englischen Armeen eine Niederlage wie die der Russen in Ma»
suren beizubringen. Hindenburg führe wirklich die strategische Schlachthandlung in ihren ganzen Folgen bis ins Ei-nelste durch.
Italienische Truppe» in der Westfront.
Bern, 19. April. (WTV.) lieber die vom Ministerpräste denten Orlando «„gekündigte Entsendung rtalienischer Truppen an die Westfront dürfte man in Italien bis in die Regie, rungskreise hinein geteilter Ansicht sein. Nach dem „Eioruale d'Jtalia" vom 15. April erklärte Schatzminister Nitti noch vor wenigen Tagen englischen Journalisten, das; es bei der gegenwärtigen Lage gefährlich wäre, von der italienischen Front auch nur eine einzige Division wegzunehmen. Ebenso unangebracht wäre es, wenn Italien von den Alliierten Truppensendunger verlangen würde.
In der letzten italienischen Kammersitzung erklärte der Ministerpräsident Orlando, daß in erster Linier Blick auf die große Schlacht im Westen gelenkt werden muffe, wo um die Zukunft der Welt gekämpft werde. In kurzer Zeit würden die Fahnen der italienischen Regimenter auf den- Schlachtfeldern der Picardie und von Flandern wehen.
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Washington. 19. April. (WTV.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Krieasfekretär Baker stellte dem Präsidenten Wilson vor, daß die Vermehrung der amerikanischen Armee dringend notwendig sei, und daß ihre Bereitstellung mehr beschleunigt werden müsse. Wie verlautet, soll das amerikanische Heer sofort auf drei Millionen Mann gebracht werden, und es ist wahrscheinlich, daß der Bestand später auf fünf Milliok'.en erhöht wird.
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Die englischen Diim-Drimgcschvsse.
Berlin, 19. April. (WB.) Die Fälle völkerrechLLwidrla verwendeter englischer Dum-Tumgeschosse mehren sich. 'Dis häufige Veränderung der Modelle beweist, daß ninn in England mit der fabrikmäßigen Herstellung planmäßig norgeht. Ein jüngst aufgefundenes, noch raffinierteres und gefährlicheres Modell dieser englischen Geschosse hat im vorderen Teil anstelle des Bleikerns einen Papierpfropfen mit eingebetteten Stahlsplittern. Werden durch das Zerreißen deZ Papiers beim Ausschlag die Stnhlsplitter frei, verursachen sie eine Verwundung, die natürlich noch furchtbarer und grausamer ist als bei den aufgefundenen Geschossen mit geteiltem Blei und Aluminiumkern.
Brand der belgischen Artillericdcpots in Havre.
Bern, 19. April. (WB.) „Nouvelliste de Lyon" meldet aus Havre: Tie Depots für Artillerie und Genietruppen des belgischen Heeres, die große Mater'ralvorräte enthielten, sind in der 9?acht vom vergangenen Hreitag zum Samsta» niedergebrannt.
Neberrotchnngeu in Italien?
(Senf. 18. April. In Paris ist man lebhaft beunruhigt wegen der immer unsicherer werdenden Haltung der italienischen Negierung, die in ausfallender Weise sranzosenfeinoliche Blätter und neutralistische Deputierte hämische Bemerkungen gegen Clemenceau und Lloyd Georges mißglückte Kriegspolitik sagen läßt, ohne daß die Zensur irgendwie einschreitet. Hiergegen hat die Pariser Regierung in Rom Einspruch erheben, ohne, wie in Genf verlautet, irgend einen Erfolg gehabt zu haben. Man nimmt hier an, daß Wien in Kenntnis dieses stillen Konflikts mit der Offensive gegen Italien noch zögert, und man fürchtet folgenschwere Ueberraschungen bei entscheidcndev Erfolgen Deutschland». y
Da (IttpMiw-llrMlss nnf Diinimchcr!.
• London, 19. April. (WB. Amtlich.) In der Nacht von?' 17. zum 18. April bombcirdierten englische Monitoren Ostende nnd die feindlichen Batterien in der Nachbarßchrft. Infolge des schlechten Wetters war es jedoch nicht möglich,. genaue Nachricht über die erzielten Erfolge zu erhalten. Tie feindlichen Battenen erwiderten datz Feuer, trafen aber keines unserer Schiffe. Am frühen Morgen des 18. April feuerten 1 oder 2 feindliche Torpedobootszerstöre.' in kurzes Zeiträumen in der Nichchng auf Dünkirchen und zogen sich, ehe sie in ein Gefecht gezogen werden konnten, znrn.k *


