- Graf V reruut
hat zu gleicher Zeit mit dem deutsche« Reichskanzler ht der österreichischen Delegation eine Rede gehalten, deren wichtig- ster Punkt lautet:
Ich ließ die Öffentlichkeit niemals im Zweifel darüber, welchen Weg ich gehe. Ich ließ mich niemals auch nur um eines Haares Breite von diesem Wege abdrängen, weder nach rechts noch nach links. Ich wurde seitdem der unbestrittene Liebling der Alldeutschen und derjenigen in der Monarchie, die die Alldeutschen nachahmen. Ich werde gleichzeitig als Kriegshetzer von denen verschrieen, die den Frieden um jeden Preis wollen, wie zahlreiche Briefe mir beweisen. - Beides genierte mich niemals. Im Gegenteil, diese doppelten Schimpfereien sind meine einzige Erheiterung in dieser ernsten Zeit. Ich erkläre hier nochmals, daß ich keinen Quadratmeter und keinen Kreuzer von Rußland verlange, und daß, wenn Rußland, wie dies scheint, sich auf den gleichen Standpunkt stellt, der Friede zustande- kommen muß. Diejenigen, die den Frieden um jeden Preis wollen, können Zweifel an meinen annexionslosen Absichten hegen, wenn ich ihnen nicht mit der gleicl>en rücksichtslosen Offenheit ins Gesicht sagen würde, daß ich mich niemals dazu hergeben werde, einen Frieden zu schließen, der über den eben skizzierten Rahmen hinausgeht."
Die schnoddrigen Redensarten, in denen sich der slawische Graf über die Alldeutschen ergeht, zeigt mehr als irgend etwas anderes wie weit wir gekommen sind. Die Bundestreue Deutschlands zu Ocsterreich-Ungarn, dessen „annexionslüsterne" Politik (Bosnien. Herzegowina) die unmittelbaren Ursachen des Weltkrieges gebracht hat. hat Oesterreich-Ungarn vor dem Untergang gerettet. Heute wagt es ein österreichisch-slawischer Staatsmann sich in deutsche Verhältnisse zu mischen und deutsche Anschauungen seiner unmaßgeblichen Kritik zu unterziehen. Würde das ein deutscher Staatsmann tun?
O ehe-Mlmr ZgMtüiekrat in da MwanssMiti.
tton SonMrg. den 20. Januar, fand im „Goldenen Löwen" zu B u tz b &-€) eine Versammlung der Vaterlandspartei statt. Nachdem der Vorsitzende, Herr Direktor Dr. Kalbfleisch, die Erschienenen begrüßt hatte erteilte er dem Redner des Tages. Herrn Stadtverordneten Krumm aus Gießen, das Wert zu seinem Vortrage. In klarer, überzeugender Weise führte der Redner die Bestrebungen, die Ziele der Vaterlandspariet vor. Wenn unsere erbitterten Gegner einen schändlichen Raubzug gegen uns unternommen haben, auf dem sie ihr Ziel uns zu rernichten. dank der Tapferkeit unserer herrlichen Heers nicht erreichten, dann sollen und müssen sie Deutschland wieder schadlos halten. Wenn auch ein jeder Friede ein Derständi- gungsfrieden fei. so dürfe er jetzt kein Verzichtfriede sein, der uns verarmen lasse, der unsere Industtie und unseren Handel auf einen tranigen Standpunkt herabdrücke. Eine „Status guo" sei einfach ein Ding der Unmöglichkeit, wenn Deutschland etwa ein Viettel bis ein Drittel seines Nationalvermögens cpfern. wenn es jährlich anstatt 2 Milliarden das Fünffache zur Schuldentilgung aufbringen müsse. Der Einwurf, daß Deutschland vcn der Ausfuhr nach Mitteleuropa bestehen könne, müsse mit dem Hinweise zurückaewiesen werden, daß die Ausfuhr nach den uns befreundeten Staaten nur ein Fünftel unserer Cesamtausfuhr ausgemacht habe. Wenn wir nickt an eine An- nektion Belgiens denken, so sei doch eine Oberherrschaft über militärische und Handelsverträge geboten. Solle Deutschlands Eisenindustrie in der Zukunft bestehen und viele tausende deutsche: Industriearbeiter leben können, so müsse das nordfranzö- fiscke Erwecken unserem Vaterlande angealiedert werden. Das Bekenntnis eines kurlandifchen Vertteters in Berlin, daß Kurland für den Fall, daß es van Dentschland im Stick gelassen «urde. Ansckluß und Schutz an England suchen müsse, dürfte uns einen Fingerzeig gegeben haben, was im Osten zu tun fei. Im Volkerleben habe immer der Grundsatz gegolten: „Wer die Macht hat. batHas Recht" Darum sei das Wort von der „Allgemeinen Verständigung" unter den Völkern eine Phrase, denn hinter den rertraasckließenden Völkern müsse doch eine internationale Instanz stehen, die die Macht besäße, ihren Willen durchzusetzen Schon lange vor dem Kriege haben Frankreich und England es als ihre Aufaabe angesehen, zu verhindern, daß wir zu mächtig werden ilnd immer wieder betont, man müsse gegen Deuklckland vorgehen. — Vor allen Dingen müßten wir an uns selbst, an die starke gesunde Weiterentwicklung unseres gsliebttn deutschen Vaterlandes denken und uns keine Sorgen um das Wrblergehen unserer Gegner machen. Amerika hätte den Krieg bald zu Ende bringen können, wenn dies in seiner Absicht gelegen hätte, aber das anglo-amerikauische Trustwesen, das internationale Bärsentum haben ja nur auf Deutschlands Verderben sinnen lassen. Der Vorsitzende dankte dem geschätzten Redner und auch der Schriftführer Hauptlehrer Storch sprach Herrn Krumm seine warme Anerkennung aus. Der markige Gefgna „Deutschland, Deutschland über Alles" beschloß die Versammlung.
Don der „Freiheit". die ste meinen!
Die schmachvollen Vorgänge in den demokratischen Hochburgen Mannheim und Frankfurt sowie in Jena finden ihre Fortsetzung. Der aufgehetzte Pöbel will mit Gewalt eine Probe geben von den Zuständ-n. die eintreten. wenn die Massen am Ruder sind. Am 21. Januar ist in Leipzig eine Versammlung der Vaterlandspartei von den roten Genossen, durch wüsten Radau vereitelt worden, trotzdem eine vorgenommene Abstimmung ergaben, daß zwei Drittel der Versammelten Anhänger der Voterlandspcntei waren. Am Sonntag sollte in Stuttgart eine Vaterlandpartei-Versammlung stattfinden. I« der Tat war es ein Vorgeschmack der Pöbelherrschaft, den die Versammlung erhalten hat. Schon nm 10 Uhr, eine Stunde vor Beginn, war ein gutes Drittel des Saales von Leuten be
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setzt, die augenscheinlich nicht zu de» alle» erngeladenen „Mit. gliedern und Freunden" der Vaterlandspartei gehörten. Anfänglich ging es mit leidlicher Ruhe zu und der Redner konnte seine Ausführungen beginnen Bald aber hörte man Rufe wie die: „Wir mußten uns ja vor Mannheim schämen, wenn wir es nicht auch fertig brächten". Der Redner selbst gab mit seinen ruhigen und sachlichen Darlegungen den Ruhestörern kein Stichwort. Als er aber das anmaßende Auftteten des russischen Unterhändlers Trotzki gebührend kennzeichnete und das entschie- dene Eingreifen des Generals Hoffmann rühmend erwähnte, erscholl der Ruf: Hoch Trotzki! Von da an steigerte sich immer mehr die Unterbrechung und unverkennbar absichtliche Störung. Die Mahnungen des Vorsitzenden zur Selbstbeherrschung, feine Hinweise auf das Hausrecht und die Folgen des Hausfriedensbruchs vermochten ni^t mehr durchzudringen. Es blieb nichts anderes übrig, als dre Versammlung zu schließen. Das sind bedauerliche Zustände, so geht es nicht weiter, wir dürfen das siegreiche Deutschland nicht in em russisches Chaos gleiten lassen. Die Unkrautsaat Bethmann—Erzberger—Scheidemann schießt allzu üppig in die Halme und die deutsche Regierung hat die Pflicht, mtt starker Hand zu jäten, wenn sie überhaupt eine Ernte der ungeheuren Volksopfer dieser drei Kriegsjahre in den Scheunen zu bergen hoffen darf.
KesteNermin des ANfrmnrds.
Von jeher hat man die Besteuerung des Luxus oder richtiger gesagt des übermäßigen Aufwandes als eine — in neuerer Zeit auch aus sozialpolitischen Gründen — sehr erwägenswerte Maßnahme betrachtet. Mehrfach sind Ansätze zur Einführung von Luxrrssteuern gemacht worden, aber man hat sich bisher zumeist nur an Aeußerlichkeit die jeweils als Luxus angesehen nurden. gehaltem und daher Steuern auf alle möglichen Luxus- Erscheinungen empfohlen, von denen keineswegs immer fest- stand, daß es sich in jedem Falle auch immer um wirklichen Luxus bandelte. Neuerdings jedoch ist man von dem Begriff „Luxus" in steuerlicher Hinsicht stark abgekommen und hat dafür den Begriff des „Aufwandes", d. h. also des übermäßigen Aufwandes in die Steuertheorie eingesügt. Nach dem Kriege wird es nach Ansicht aller maßgebenden Kreise, gleichgültig ob wir eine Kriegsentschädigung erhalten oder nicht, zu einer stär- keren steuerlichen Anspannung nicht bloß im Reiche, sondern auch im Staate und möglicherweise auch in manchen Gemeinden kommen. Wenn k-ann also nach reichlicher fließenden Steuerobjekten Ausschau gehalten wird und dabei die Frage der De. steuerung dev Aufwandes von neuem zur Erörterung gelangt, so denkt man wohl nicht wie früher daran, der Verschwendung und dem Luxus Schranken zu setzen, sondern will aus dieser menschlichen Schwäche ebenso wie z. B. aus der Hoffnung auf Lottertegewtnne (Befriedigung der Spielsucht) steuerlichen Nutzen ziehen. In einem Artikel über die Besteuerung des Aufwandes im roten „Tag" beschäftigt sich Richard Nordhausen auch mit der Besteuerung des Aufwandes. Er kommt dabei zu dem Schluß: ..Wer sein gesamtes Jahreseinkommen verbraucht, oft sogar für sich allein verbraucht, muß schon um der Gerech- ttgkeit willen fester angefaßt werden als der Gleichgestellte, der eine Familie ernährt oder einen Teil des Erworbenen spatt."
Mit beißendem Spott weist Nordhausen auf die Verteuerung des Kaviars durch den Zoll von 1.50 Mark für das Kilogramm hin. Pelze und Straußenfedern waren beinahe steuerfrei. für echte Vonamahüte wurde ein Zoll von 10 Pfg. das Stück erhoben. So ließe sich das Register noch fottsetze«. In dieser Begebung verweisen wie auf die schon jüngst erwähnte Schrift „Kriegsschulden und volkstümliche Steuerreform" von Regierungsrat A. Konietzko und C. Ioos (Verlag Frankfurter Vereinsdruckeret G. m b. H.). Dott wird einer Veredelung der Verbrauchsabgaben das Wort geredet. Es wird dabei, was namentlich unsere Sozialdemokratie sich merken sollte, darauf hingewiescn. daß unter den „herrlichen" Einrichtungen im demokratischen Auslande die indirekten Steuereinnahmen die Haupt- ' rolle spielen: „Gerade alle Demokratien machen die indirekten ° Steuern zur hauptsächlichsten Quelle ihrer Einnahme." Es ; wird in dieser Beziehung auch ganz besonders Frankreich ange- l führt, was namentlich bei unseren Zöllen auffällt, ist. daß hier der ausgleichende, der soziale Gedanke gar wicht zum Ausdruck kommt. Sowohl bei den Zöllen wie bei den indirekten Steuern ließe sich aber nach Ansicht der Verfasser diesem Gedanken mehr Rechnung tragen, wenn man bestrebt wäre, mit der Belastung den entbehrlichen Lebensgenuß zu treffen.
In dieser Beziehung wird dann ausgeführt. In den letzten Jahren hat sich der Verbrauch (Luxus, Prunksucht, raffinierte Lebensweise. Schlemmerei) — nicht gerade zur Ertüchtigung des deutschen Volkes — in einem Maße entwickelt, daß wir hier eine fast neue ergiebige Steuerquelle finden können. „Wer es köstlich haben will, soll es sich auch kosten lassen", sagt ein spanisches Sprichwort. Je-größere Ansprüche jemand an den Lebensgenuß stellt, desto mehr mag er auch im Gefamtinterssse zahlen. Die Preiserhöhungen, die eine Eenußbesteuerung im weitesten Sinne im Gefolge haben würden, werden nicht ins Gewicht fallen. Die reichen Leute kümmern sich, wenn es sich um die Befriedigung ihrer Genußsucht handelt, im allgemeinen wenig um den Preis. Das haben wir erst jetzt im Weltkrieg mit seiner ungeheuerlichen Verteuerung aller Waren beobachten können. Dem Händler werden gewöhnlich alle Preiszuschläge ohne weitere Umstände gezahlt, obwohl diese Zuschläge doch ganz andere Höhen erreichen, als etwaige Steuern darauf, feien sie auch noch so hoch geschraubt. Es braucht nur auf die teuren Flügel, Perserteppiche, Pelze, Schmuck usw. hingewiesen werden. Weiter wird als Beispiel angefühtt, daß man im Hause die Flasche Sekt früher für 5 Mark trank, während man im Weinlokal die gleiche Sorte mit 8 bis 10 Mark befahlen mußte, in einer Var oder in einem ähnlichen nächtlichen Schlemmerlokal sogar mit 15 bis 20 Mark. In allen drei Fällen betragt aber die Schaumweinsteuer nur 1 Mark. Wer jedoch den Wirten 5 bis 15 Mark Zuschläge zahlt, sollte der nicht auch je nach dem Verkaufspreise der Flasch^ einen höheren entsprechenden Zuschlag von 3, 5 oder 10 Mark zahlen könne« und wollen? Diese Abstufung nach dem Verkaufspreise «ssxde
wenig die brette Masse treffen, sondern die geuußs^gen Ge.' sellschastcklassen. So manch ein fruchtlos Gepfändeter führt' trotz Leistung des Offenbarungseides das schönste Leben, ohne die geringsten direkten Steuern zu zahlen. Die Steuererklärun. gen so mancher Leute, die eine recht aufwandreiche Lebensfüh-' rung sich leisten, stehen in grellstem Widerspruch zu ihrer Lei. stungsfähigkeit. Man treffe diese also steuerlich kräftig bei ihrem Genuß.
Welche Mittel den Kriegsgewinnlern zur Verfügung iteljen,' bcs geht aus einer Anzeige hervor, die wir in der „Frankfurt e r Z e i t u n g" (1917 Nr. 321. 2. Bl.) fanden, sie lautet- Großzügiger, vornehmer israel. Erotzkauf- mann erster Familie. Weltmann, schlanker Figur, 3? Jahre, hohes Einkommen und Vermögen, wünscht Dame. 22—26 Jahre ölt, aus öester israel. Familie, geeignet, einen vornehmen Haushalt zu repräsentieren und leiten, eleganter Erscheinung, fein gebildet, musik.. hervorrag. Aeußere. Mitgift nicht unter 500 000 Mark. — Für den Haushalt werden 10 000 Mk. jetzt jährlich bewilligt usw.
Man beachte: 40 000 Mark nur für den Haushalt, ohne allem was sonst drum und dran hängt, Kleidung. Wäsche Scmmeraufenthalt usw. Warum übrigens der Eroßkaufmann feine Anzeige gerade der „Frankfurter Zeitung" zugesandt hat? Er wird wissen warum!
Solche Leute können bezahlen. Man belege also nicht die Ecnußgegenstände schlechthin mtt einer gleichmäßigen Steuer, sondern stufe die Steuern nach dem Verkaufspreise ab (wie z. V. bei den Zigaretten.) Vor allem aber lege man auf alle Luxus-Einfuhrartikel einen hohen Finanzoll. Wenn man zum Beispiel liest, daß im Jahre 1912 Straußen- und Reihersedern, die im Wert; von 14.6 Millionen Mark eingettihrt wurden, nur 1,40 000 Mk. Zoll erbrachten, und die Rohfelle zu Pelzwerk bei einem Einfuhrwerte von 70 Millionen gar nur 111 000 Mark, so wird man wohl zugeben müssen, daß hier in der Tat steuer- liche Einnahmequellen vorhanden sind.' die noch recht ergiebig ausgcnutzt werden konnten (wobei wir auch die Wiederausfuhr berücksichtigen). Soll doch der Kleinhandelspreis des eingeführten Pelzwerkes auf wenigstens 150 Millionen Mark, der der Straußen, und Reiherfeder« auf wenigstens 40 Millionen Mark zu schätzen sein.
Es zeigt sich hier also, wie außerordentlich geringfügig die Einnahmen des Reiches aus den Luxuswaren sind und wie leicht man höhere erreichen könnte. Bei einem schärferen Zufassen würde der Zollertrag hier reckt erheblich werden. Es ist die denkbar einfachste Erhebung dieser indirekten Belastung der Luxvswaren möglich, sobald sie aus dem Auslande kommen. Soweit es sich um inländische Erzeugnisse handelt, dürsten sich dann wchl jedenfalls Wege finden, sie steuerlich leicht zu erfassen. Wichttg ist jedenfalls, daß diesem Steuer- und Zollgedanken von der Regierung ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, ganz gleich ob wir Kriegsentschädigung erhalten oder nicht.
Werkt man was?!
Die Stadtverordneten-Verjammlung in Mannheim hat in namentlicher Abstimmung mit geringer Mehrheit die Einführung einer Lustbarkeilssteuer beschlossen. Dagegen stimmten geschlossen die Sozialdemokraten und ein Teil der „Fortschrittler". Auf dem Lande wäre eine solche Steuer überflüssig. denn da gibt es während des Krieges keine Lustbarkei- ten. In den Industriestädten, wie in „Mannem", dem Schau, platz der gesprengten Vaterlandspatteiversammlung, verweigern die Roten eine kleine Abgabe, wenn die Scharen der Jugendlichen beiden Geschlechts, die eben die bohen Kriegslöhne ein- streichen, ein paar Pfennig Abgabe bezahlen sollen, wenn sie in die Vergnügungsstätten, die dort wie in allen Großstädten in floribus stehen, laufen! Auch ein Zeichen der Zeit.
Ans der Heimat.
Einbrnchsdiebstahl. Vergangene Nacht gegen 2 Uhr bemerkte eine Schutzmannspatrouille auf ihrem Wege durch die Hanauerstretze Licht in einem Keller des Hauses Ludwigstraße Nr. 33. Die Pattouille, welche sofort Diebstahl vermutete, näherte sich der Kellerfeusterösfnung und fand, da^ diese voll, ständig geöffnet war. Der Polizeihund des Hilfsschutzmanns Reichert suchte die Vorgärten an dem Hause ab und erwischte in der Röhe des geöffneten Kellerlochs den16 Jahre alten Schnei- dcrlehrling Wilhelm G ö b e r t von hier mit einem Paket, in das er 6 Flaschen Wein eingepackt hatte. Die sofortigen Fest, stellungen am Tatott ergaben, daß der Genannte den Wein aus einem Weinschrank im Keller des in demselben Hause wohnenden Prcsessors Rodenhausen gestohlen hatte. Bei dem jugend. lichen Dieb fand man Licht und Einbruchwerkzeuge, die daraus schließen lassen, daß er sich, wenn er nicht überrascht worden wäre, mit dem Diebstahl des Weins nicht allein begnügt hätte.
Offene Stellen:
1 Kuechteiamilie, 6 Schreiner, 1 Unterbeamter, 1 Bäcker, 1 Verwalter. (Kriegsbeschädigter) 14 Dienstmägde. 6 Hausmädchen.
Für Etappe: U'0 Pferdepfleger, mehrere Fräulein perfekt in Stenographie une Maschinenschreiben. ^
Ctellensuchende:
Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 1 Fräulein für Büro.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der „Reuen Tageszeitung", A- G.. Friedberg r. §.
Die Abgabe getragener Kleidung erleichtert den Erwerb eines Bezugsscheines. ,


