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Nr. 85.
Donnerstag dm 26. September 1918
(GLeftcvcr Tageblatt)
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Feindliche DarchSrnchsversuche KhgewieseN.
Im Monat August 42S0S0 feindliche BrutLoregistertsNttS« vrrmchtsL. Die U-Boot°Beute feit LlriegsbegiNN rund 192208ÄY BrutioNeMertSRnen.
Der Krieg geht Sem Er? de zu!?
MMde Srulstdr QgeOerkhk.
Berlin, 23. Scpt. Auf dem Mittelmeerkricgtzschan- .piatz haben unsere Unterseeboole 2O OOO Bcuttorcatster' Wunen Schiffsraum versenkt, daruntec einen französischen Truppentranspottdampfer nahe der französischen Küste.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 24. Scpt. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Nordwestlich von Dixmuide und nordöstlich von Upern machten wir bei e> folgreichen Unternehmungen. 70 Gefangene. Nördlich von Moeuvres wurden Teilan griffe dcS Feindes nbgewiesen. Die Actillecietätigkeit war im Kanalabschuttt südlich von Arteux gesteigert.
H eeresgruppe Boehn.
In örtlichen Gegenangriffen nahmen wir südlich von Villerö Guislain und östlich von Epehy Teile der in den letzten Kämpfen in Feiudeshand vcrbliebene Grabenstücke wieder und machten hierbei Gefangene. Gegenstöße des Feindes wurden abgewiesen. Zwischen Omlgnonbach und der Somme lebte vec AeLillernkamPf am Ab^ud auf.
Leutnant Runny errang seinen 41. Luftsi.-g.
Bei den anderen Heeresgruppen keine bi sondert n Kan'pshandlnngen. Lebhafte Erkundungstätigkett in der Champagne.
Der Geste Generalquarticrmeister: Ladendorff.'
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Berlin, 24. Scpt., abends. Nordwestlich von St. Qu'ntin sind erneute heftige Angriffe des Feindes zwischen dem Ormgnonbich und der Somme gescheite t.
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Berlin, 24. Scpt. Im Monat August hab.n die Mittelmächte rund 420 000 BcuttoreMertonmn dcS für unsere Feinde nutzbaren Hand.lsschiffsraums vernichtet. Der dem Feinde zur Verfügung stehende Handelsschiffsraum wird somit allein durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte seit Kciegsbeginn um rund 19 220000 Bcutwregistectonnen vcrxuchert. Hiervon sind etwa 11920000 Lcuttoregistertonnen Verluste der - englischen Handelsflotte.
Nach inzwischen gemachten Feststellungensind soweit bisher bekannt, im Monat Juil außer den seiner Zeit schon bekannt gegebenen Verlusten der feindlichen oder im Dienste unserer Gegner fahrenden Handelsschiffe noch weitere Schiffe von zusammen etwa 40000 Bruttoregister- tonnen durch kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in feindliche Häfen eingetroffen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes^Hauptquartier, 25. Scpt 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Nnppcecht.
Rege Eckundungstätigkeit in Flandern Zwischen Moeuvres und dem Walde von Havrincomt lebte der Artillertekampf auf. Bei Moeuvres scheiterten erneute Angriffe des Feindps.
Heeresgruppe des Generaloberst v. Boehn.
Oestlich von Epehy nahmen wir im örtlichen Gegenangriff die vor den Kämpfen am 22. 0. gehaltenen Limen wieder. Zwischen dem Omignon-Bach und der Somme nahmen Engländer und Franzosen ihre Angriffe gegen St. Quentin wieder auf. Sie waren von starker Artillerie und Panzerwagen begleitet. In Pontruet, Gricourt und Fcancilly-Lelency faßte der Gegner am frühen Morgen Fuß. Versuche des Feindes, in heftigen, sich gegen Mittag fortsetzendrn Ängriffen die EinbruchSstclle zu erweitern, scheiterten. Durch Artillerie und Flieger, wirksam unterstützte Gegenstöße unsere Infanterie und Pioniere brachten gegen Mittag Pontruet und Gricourt wieder in unseren Besitz. Die zwischen beiden Orten gelegene Höhe wurde
nach wcchsclvollem Kampfe wieder genommen. Fcancilly- Selercy blieb in Feindes Hand. An der übrigen Front brachen seine Angriffe meist schon vor unseren Linien zusammen. Wo er sie erreichte, wurde er im Gegenstoß wieder zurückgewocsen.
Heeresgruppe Deuljchrr Krouprlnz.
Zwischen V<sle und Aisne brachen Sturm-Abteilungen in die feindlichen Linien südlich von Glenn- lirt und brachten 85 Gefangene zurück. Ein starker Gegenangriffe den dcr Feind nach Abschluß dieser Kämpfe gegen unsere Ausgangsstellungen richtete, wurdc abge- Wiesen. Bet kleineren Unternehmen über Vesle und m der Champagne machten wir Gefangene.
Wir schosstn gestern im Lustkamps 28 feindliche Flug zeuge und 6 Fesselballone ab. Leutnant Numeh errang scinrn 42., Lrutnant Jacobs seinen 30. Luststeg.
Der Erste Genecalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 25. Sept., abends Zwischen Omignon- Bach und der Somme wurden erneute Angriffe des Feindes abgewiesrn.
-sollte nicht außer Acht gelassen wcrden. Leute, die sich ein Schwein schlachten können oder sonst an den „Fleischtöpfen Aegyptens" fitzen, machen für gewöhnlich solche „Landpartien" nicht. Man Nisse also die f einen Hamster ungeschocen. Dagegen nehme man die „Aufkäufer", die Schleichhändler, welche Eier, Butter uno Mehl in großen Kö.den, Kisten und dergl transportieren, mck oller Strenge unter Kontrolle, den diese hamstern ja nur um zu wuchern, um von den in der Ätadl mit solchen Lebensmitteln wenig belieferten Mitmenschen dam unverzeihliche Sündenpcetst abzuvertangen.
Mieden
Michel! Laß das Schimpfen sein! Hab' Mießmacher satt!
Michel! Maulen ist nicht fein! Rüste Dich zur Tat!
Michel! geig' als braver Mann Stark der ganzen Welt:
Daß der Deutsche alles kann! Michel! Gib Dein Geld!
^ ^ r
A
n der Front gilt die Tat.
Oie Tat der Heimat heißt: Kriegsanleihe zeichnen!
Michel! Hör' den letzten Pstff! Deutscher Adler! Flieg'!
Michel! Alle „Renne" triff!
Holla! Michel! Sieg'!
Franz Grosholz.
NM :i .ö Läfel
€ine vernünftige unä nsrw^nÄlge Uerordnung.
Das ^stellvertretende Generalkommando des 11. Armeekorps in Kassel hat eine Verordnung erlassen, in der ctz u. o. heißt:
„Es muß vermieden werden, daß man die kleinen Diebe hängt und die großen laufen läßt. Es sollen nicht Lente angezeigt werden, die von Verwandten und Bekannten sich unbedeutende Mengen von Eßwaren usw. holen, während Aufkäufer mit Körben voll Eier und Butter ungehindert dawnkommen. Da, wo cs sich um gewerbemaßigcn Wucher handelt, greife man zu, aber die, die Zeit und Geld daran setzen, um etwas auf den Mittagstisch zu bekommen oder etwas zur Hebung des gesunkenen Gesundheitszustandes dcr Famille zu tun, die lasse man ungeschoren. Zum Spaß werden solche Fahrten sicher nicht unternommen."
Es ist höchste Zeit, daß alle Behörden und ihre Organe nach diesem Grundsatz handeln. Es darf nicht voi kommen, daß den klein? n Hamstern, wenn sie sich einmal auf dem Laude einige Eier, etwas Butter oder Milch für ihre Angehörigen holen, diese Sachen fortgenommen werden. Eine solche Härte erzeugt Erbitterung, zumal in einer Zeit, in dec cs mit der Belieferung dcS Publikums durch die Ernöhlungsämter knapp bestellt ist und außerordentliche Verpflegungszuschüsse kaum zu erwarten sind. „Erst dane, wenn dle Bevölkerung auskommen kann mit dem, was ihr zugewiesen ist" io äußerte sich jüngst der Rechtsrat Löffler in Würzburg, „dann kann man rücksichtslos gegen das Hamstern austreten". Solange eS nicht gelungen ist, die ganzen Vorräte in den Pro duktionsgebieten zu erfassen und damit die Möglichkeit gegeben ist, mit den zugcwicsenen Nahrungsmitteln auSzukommen, meinen wir könne es keinen anderen praktischen Ausgleich geben als den des Hamstern. Wer über Land ziehen muß, wer halbe Tage aufwenden muß, um sich manchmal minimale Mengen von Nahrungsmitteln zu verschaffen, der tut das nicht aus Ucbermut, sondern den treibt die bittere Not. Das meinen wir,
** Vereinigung der Wagnermeister des KreistS Gicßeu. Die selbständigen Wagner des Kreises Gießen hielten Kürzlich im SchipKapaß dahier eine Besprechung über allgemeine Berufsfragen ab, die sehr gut besucht war. Nach einer kurzen Begrüßung der Erschienenen durch Wagnermeister Louis Faber-Gießen, erläuterte der Leiter der Handwerker-Beratungsstelle H. Kirchner-Gießen zunächst die teilweisen Ursachen der ungünstigen Lage mancher Handwerker, die oft aus Unkenntnis der wirklichen Geschäftsunkosten unter Umständen auch lediglich aus Konkurrenzneid bei der Vergebung der Arbeiten Angebote r?c* w , eine Existenzmöglichkeit van vornherein h ü
Redner behandelte dann eingehend die oec ae». j\umuiui<uit besonders zu berücksichtigenden Ge chäftsunkosten. ^ h die Frage des Meistergewinns, von dem ch «t Wendungen für den Lebensunterhalt cw ch v.::oc tjei . 'eh; e kosten für Krankheiten usw. bestritten, sow.^ eh Jlcv m ig für das Alter zurückgelegt werden soll, wurde luiti',* Weller erläuterte Redner die Vorteile der gemeinsame Regelung von Preisen, Rohstoffbezug, Arbeitsvermittlung usw., um sich dann mit den Aufgaben der gemeinnützigen Handwerker-Beratung zu beschäftigen. Anschließend an diese Ausführungen wurde einstimmig beschlossen, eine Bereinigung selbständiger Wagner für den kreis Gießen ins Leben zu rufen, zur Förderung der berufdlichen Interessen. Die Vereinigung steht in enger Fühlung mit den bestehenden Ortsgewerbevereinen des Kreises, fodaß die Mitglieder der Ersteren auch an allen sozialen Einrichtungen der Ortsge- werbevereine teilnehmen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt monatlich 50 Pfg, für Mitglieder, die bereits einem Ortsgewerbeverein angehören, 2 Mk. jährlich. Bei der Konstituierung des Vorstandes wurden die Herren Louis Faber- Gießen zum l. Dorsitzenden, Spies-Gießen, 2. Vorsitzender, Otto Faber-Gießen Schriftführer u. Rechner, Reuschling- Heuchelheim, Stephan-Großen-Buseck und Dort-Daubringen zu Beisitzer ngewählt. Für Meinungsverschiedenheiten wurde ein Schlichtungsausschuß gebildet, dem außer dem Leiter der Handwerker-Beratungsstelle als Unparteiischem die Herren Lindenstruth-Gießen und Rinn-Heuchelheim angehören Bezüglich der gemeinsamen Regelung der Preise entspann sich eine rege Ansprache, in der allgemein zum Ausdruck gebracht wurde, daß mit Rücksicht auf die ständige Steigerung der Materialpreise und Geschäftsunkosten sowie aller Lebensbedürfnisse eine bedeutende Steigerung der Friedenspreise nicht zu umgehen sei. Die endgültige Ausarbeitung einer Preisliste wurde dem Borstand übertragen.


