Amtliche deutfcbe cagerbrrlcbie.
wtb. Großes Hauptquartier, 3. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
Zeitweilig ausübender Artillcriekampf. Feindliche Teilangriffe westlich von Bailleull und nördlich der Lys wurden abgewiesen.
Heeresgruppe deutscher Kronprinz
Zum Ersatz der durch unseren Angriff zerschlagenen französischen und englischen Armeekorps und zur Stützung der bisher von den Nachborarmeen eiligst auf das Schachtfeld herangeführtkn und stark gelichteten Divisionen sind neue französische Verbände weither gelegener Fronten in den Kampf getreten. — Nördlich der AiSne versuchten sie vergeblich, die ihnen angewiesenen Stellungen zu halten. Wir ichlugen sie in hartem Grabenkampf auf Moulin-souS'Teuvent-St. Christophe-Vingre zurück. Südwestlich von SoiffonS wurde Chandun ge- nommen. Wir stießen im Angriff über den SaviereS» Grund bis an den Oftrand der Wälder von VtllerS CotteretS vor. Südlich von Ourca führte der Feind heftige Gegenangriffe. Sie wurden blutig abgewtesen. Ueber CourchampS und MonthiecS hinaus gewannen wir Boden und nahmen die Höhen westlich von Chateau.Thterry.
An der Marne, zwischen Marne und ReimS ist die Lage unverändert.
Die auf das Schlachtfeld führenden, mit Truppenbewegungen stark belegten Bahnen wurden durch unsere Bombengeschwader erfolgreich angegriffen. Wir schossen 31 feindliche Flugzeuge ab. Leutnant Menkhoff errang seinen 29. und 30. die Leutnants Löwenhardt und Udet ihren 25. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Be r l i n, 3. Juni, abends. Südwestlich von SoiffonS neue Fortschritte. Französische Gegenangriffe beiderseits der Ourca.
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Berlin, 3. Juni. Eines unserer U-Boote unter der Führung dcS KapitänleutnantS Werner hat im westlichen Teil des Aermelkanals und an der Küste Westenglands 5 Dampfer mit über 29 000 Brt. vec- nichtet. Von den versenkten Schiffen wurden namentlich festgestellt der bewaffnete englische Transporter „Deubigh Hall" (4943 Brt), der aus einem stark gesicherten Ge» leitzug herausgeschossen wurde und das französische üc. waffnete Motortankichiff „Motriclne" (4047 Brt.), btffen Kapitän gefangen eingebracht wurde. Bei der Versenkung kines mindestens 7500 Brt. großen bewaffneten tief, beladenen Fcachtdampfec aus einem stark gesicherten Geleitzug wurde infolge der entstandenen Verwirrung ein weiterer etwa 6000 Brt. großer Dampfer durch etam Zusammenstoß mit einem andern Dampfer zum Sinken gebracht.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
geringste Beschädigung in deutsche Hand gefallen Noch größer vielleicht, ganzen Regimentern bequemste Unterkunft gewährend, ist eine wahre Metropole aus Lag er barocken, die uns der Franzose zwischen Chery und Mareuil überlassen hat. Man muß habet der Organisationsgabe des Gegners vollauf Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die Anlagen können als Mnsterbei spiele großer Truppenunterbringspiätze gelten. Sie sind mit Weitblick nach einheitlichen Plänen angelegt und nichts fehlt an den Einrichtungen. Den nachrückenden Divisionen und Kolonnen kommt diese Soldaten Villen- kolonie jetzt zugute. Bei Fere-en-To rde n os ist uns einretch gefülltes Pionierlager von riesen haftem Ausmaß zugefallen, mit mächtigem Wagenpark und allen Arten von Wagencrsatzteilen, auch ansehnliche Kohlen- und Brennstofflager, die zu vernichten der Gegner bei der überall offenkundigen Planlosigkeit seines Rückzuges die Zeit nicht fand.
Sri» arm rl. Märr >7§ ooo gefangene u. ross Sescbiiire.
Vom 21 März 1918 bis 1. Sunt 1918, also in zehn Wochen, sind in den Kämpfen an der Westfront den Deutschen über 175,000 Gefangene und weit über 2000 Geschütze in die Hände gefallen. Die Zahl der Maschinengewehre, die unzählige Tausende beträgt und der Umfang deS sonstigen unübersehbaren erbeuteten Kriegsmaterials läßt sich vorläufig auch nicht annähernd angeben. Dazu kommen die großen Be- kleidungs-, Velpfügungs- und Gerätedepots, die Lazarette, ferner ausgedehnte unversehrte Munitionslager schwersten "Kalibers, Grabenwaffen, Flugzeuge, Flugzeughallen, Lokomotiven, Eisenbahnwagen, Kraftfahrzeuge, Tanks und Feldlager. Von den in der Aisnegegend Vorgefundenen Munitionslagern enthielt ein einziges allein 100,000 Schuß aller Kaliber. Die Werte, die die Entente an eingebautem Material, an Holz, Draht, Beton, Feld- bahngerät, Telephonleitungen usw. an den mehreren hundert Kilometern langen Angriffsfronten um den zahlreichen übereinander liegenden Verteidigungslinien verloren hat, lassen sich ebenfalls kaum abschätzm Die weiten, von den Deutschen eroberten Gebiete mit den bebauten Feldern verschärfen die Ernährungsschwierig- ketten Frankreichs, zumal eine gro^e Reihe der wichtigsten Bahnen der Benutzung entzogen sind und die Zu- fuhrmöglichkeiten erschweren. Mehr wie je muß der U e b e r seetr a n s p or t zur Ergänzung der verlorenen Bestände in Anspruch genommen werden, was bei dem Schiffsraummangel doppelt ins Gcw'.cht fällt. Die hohe Zahl der Gefangenen und der blutige Verlust vermindern jedoch gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Kriegsindustrie und der Schlffebauwerften. Die Zer- tcünrmerung der feindlichen Drittel und Kampfkraft ist damit ihrem Endziel wieder einem großen Schritt nähergekommen.
Hm Sind! und Land.
wtb. Großes Hauptquartier, 4. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppeu Kronpriuz Rupprecht Artillertckampf wechselnder Stärke. Rege Ec. kundungStätigStätigkeit dcS Feindes und stärkere Vor- stöße an verschiedenen Stellen der Front. Südwestlich von Merris hat sich der Feind in kleineren Graben- stucken festgesetzt.
Heeresgruppe Deutscher Kronpriuz Nördlich der AiSne entrissen wir dem Feinde hartem Kampfe einige Gräben. Der zähe Wtdcrsta des auf den Höhen westlich und südwestlich von Soiffo sich anklammecnden Feindes wurde gestern gebroch» Die Höhen von Vauxbuin und westlich von Cha dun wurden genommen. Nach Erstürmung v Pernant und Mtssy-aux-Bois warfen wir d Feind auf die Linie le Soulier—DommtecS zurr Mehrere Batterien wurden erobert, einige taufe, ®. e j a "? e " e etngebracht. - Französische Gegenangri beiderseits des Ourca-FluffeS scheiterten unter schwer Verlusten. Nordwestlich von Chatcau-Thteily haben n im Kampf die Bahn BussareS—BourescheS überschritt und feindliche Gegenangriffe abgewiesen. — An t Marne, zw chen Marne und Reims ist die Lage u verändert.
Der Erste Generalquartiermcistcr: Ludendorff.
Ber|(tn, 4. Juni, abends. Erfolgreiche Kä auf dem Sudufer der Atsne westlich von Soiffon!
ver vorstorr an der Marne.
. ir* S! L et *L , V 2 ' ^ un *’ Mit der Einnahme des Nor! teils von Chateau Thierry und der Erstllrmun
ÖD " ^ die Marnefront bereits a>
?fP C u a i B ^Kilometer verbreitert. Der spitze Stos keil hat sich zur breiten Kampflinie geformt. — Al ein Zeichen dafür, welche Planlosigkeit Hinte L! 1 i.f. ra £ ?ö ' f<$en Front hcrvorgerufen war un wie über Erwarten schnell der Bormarsch unserer Div stonen durchgrführt wurde, müssen die gewaltige
bct lichtende Feind uns völli rÄ h'ntexltkß Erweckt c« schon Erstaunen, da auf den Flugplätzen so viele Flugzeuge unvecschr vorgefunden wurd.n, so ist es geradezu un.rkläiliä * n! n ul, £ en .ftuchtenden Franzosen niemand meh b 'N Entschluß oder die Zeit fand, die so leicht zu ver nichtenlrcn großen Truppenplätze zu zerstören B- Ftrmes ist eine riesige Barackenstadt ohne di
* Die Aufgaben der Uolkskirche. Auf bec
letzten theologischen Konferen in Gießen stellte Pfarrer Manz-Frankfurt a. M. in seinem Vortrag über den „Ausbau der evangelischen volkskirchlichen Arbeit" folgende Forderungen als Aufgaben der Volkskirche auf: 1. eine Neubelebung der gottesdtnstlichen Formen, auch der Abendmahlsfeienl hecbeizusühcen; 2. Schaffung der diatonischen Acmter, Helfer u. Helferinnen; 3. Ausbau des kirchlichen Sclbslbesttmmungsrechtts ohne mechanische Trennung von Kirche und Staat; die Kirche muß ihr Amt selbständig auSwicken können; 4. verfassungsmäßige Einführung der Frauen in die kirchliche Arbeit; 5. Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen den evangelischen Landeskirchen Deutschlands.
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* Keiue Verminderung des Ginrnacheznckers.
Das von anderer Sette verbreitete Gerücht, wonach die zum Ausgleich der Brotverkürzung gewährte Sanderzuweisung von Zucker auf den Elnmachezuker angerechnet werden solle, entbehrt, wie uns von zuständiger Seits mitgetetlt wird, jeder Grundlage. Bereits bei Ankündigung der Herabsetzung des Lrotanteils ist im Kriegs- ernährungSamt vom UntecstaatSfekretär D. Müller ausdrücklich betont worden, daß die Sonderzuweisung von 750 Gramm Zucker zunächst für die Wochen vom 17. Juni bis zum 15. Juli diescs Jah.es neben und außer den Eirnnachczucker verteilt werden würd^. Für diesen AuSgleichszweck stehen uns 500,000 Doppelzentner Zucker zur Verfügung. Die Verteilung von Emmachezuckec stehr mit dieser Sondergabe in keinem Zusammenhänge. Falls noch aus der. Ukraine nennenswerte Zuckermenge cintreffen, hofft man, die Sonderzuweisung von Zucker zum BrotauSgleich noch einige Wochen länger gebcn zu können.
* Der General der Infanterie. D. Rudolf. Pect es ist im 75. Lebensjahr in Berlin, wo er im Ruhestande lebte, gcstocben. Ec befehligte in den 90?c Zahlen das Infanterie-Regiment 116 in Gießen, sodann die 44. Infanterie. Brigade in Cassel und von 1897 bis 1900 die 21. Division in Frankfurt a. M.
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* Metzlar. 31. Mai. Das Amtsgericht bestrafte 20 Landwirte und Kaufleute wegen heimlicher Schlack) tungen, heimlicher Fortschaffung von Korn und Lebensmitteln, Wuchers mit Lebensmitteln mit Geldstrafen von 50 bis 900 Mark in jedem einzelnen Falle.
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