Ausgabe 
26.3.1918
 
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Giekcncr Bctfima

| (Neueste Nachrichten) (Giestener T-gehlatt)

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Expedition: Südanlage 21

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Druck der Giestencr Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Nr. 26.

Telephon Nr. 362.

Dienstag, den 26. März 1918.

T e l e p hon Nr. 362.

Die große Durchbruchsschlacht zwischen Monchy-Cambray-St. Quentin-La Fere gewonnen Deutsche Truppen haben Bapaume, Peronne, Ham, Chauny «nd Nesle genommen.

Paris wird von deutscher Artillerie beschossen.

Ilm beginn der kntscdeiiung.

DKTägl. Rundsch." schreibt:Der Zwei,

kampf EnglandDeutschland um unsere künftige Stel- lung in der Welt hat begonnen. Es wird kein leichter Friede sein, hat Hindenburg gesagt, und der Kaiser hat es soeben nochmals den Schleswigern gegenüber wieder­holte Dafür gibt unser Volk jetzt im Westen seine Söhne dahin in dem Bewußtsein, daß nach diesem siegreichen Feld­zuge im Westen unsere deutschen Belange voll und ganz gewghrt werden. Von ganzen Herzen wünscht das deutsche Volk, daß Gott unsere Waffen segne. Möge der 21. März, der Tag des Frühlings­anfangs, von geschichtlicher Bedeutung für unser Volk werden und nach manchem Winter des Mißvergnügens für unser Vaterland in politischer und wtrtschaftllcher Hinsicht einen neuen Frühling etnleiten."

ErzbischofFaulhaber von München hat auf den nächsten Sonntag in allen Kirchen Diözese eine allgemeine Betstunde für das Gelingen der Unternehmungen im Westen angeordnet. Die Stunde zur Entscheidungsschlacht ist gekommen, heißt es in dem Elsaß. Die Gläubigen sollen ferner zum andauernden Gebet und öfteren Empfang der Sekramente während der Dauer des Kampfes ermahnt werden.

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Im Sperrgebiet um England.

Berlin, 22. März. Im Sperrgebiet um England haben unsere U-Boote 20 000 Br.-R. To. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet. Die Mehrzahl der Schiffe wurde im Aermelkanal unter der englischen Küste trotz der aufgebotenen starken feindlichen Bewachungs- strettkräfte versenkt. Alle Schiffe waren beladen, da­runter der englische DampferClariffa Radeliffe" (5754 Br.-R.-To.) und ein 5000 To. großer Dampfer mit Munitionsladung. Den Hauptanteil an den Erfolgen hat Oberleutnant z. S. Warzecha.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

wtb. Großes Hauptquartier, 23. März, 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Unter Führung Seiner Majestät des Kaisers und Königs ist die Angriffsschlacht gegen die englische Front bei Arras, Eambrai und St. Quentin seit 2 Tagen im Gange. Auch gestern wurden gute Fortschritte gemacht. Divisionen der

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht stürmten die Höhen nördlich und nordwestlich von Croi- selles. Zwischen Fontaine-Les-Croiselles und Moeuv- res drangen sie in die zweite feindliche Stellung ein und nahmen die hier gelegenen Dörfer Baulx-Braucourt und Morchies. Starke englische Gegenangriffe scheiterten.

Zwischen Gonnelieu und dem Omignvn Bache wur­den die ersten beiden Stellungen des Feindes durch­stoßen. Die Höhen westlich von Gonzeaucourt, Heudt- court und Villers-Faucon wurden genommen, im Tale des Colonne-BacheS Roisel und Marquaix erstürmt. Erbittert waren die Kämpfe um die Höhen von Epehy. Bon Norden und Süden umfaßt, mußte der Feind sie unseren Truppen überlassen. Zwischen Epehy und Roi­sel versuchte der Engländer vergeblich in stacken Gegen­angriffen unsere siegreich vordringenden Truppen zum Halten zu bringen. Sie warfen ihn überall unter den schwersten Verlusten zurück. Die Höhen nördlich von

Verwand wurden erstürmt Wir stehen vor der dritten feindlichen Stellung. Unter der Einwirkung dieser Erfolge räumte der Feind seine Stellungen im Bogen südwestlich von Eambrai. Wir sind ihm über Demi- court, Flesquiercs und Ribecourt gefolgt. Zwischen Omignon-Bach und der Somme haben die Korps der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz nach Eroberung der ersten feindlichen Stellungen den Weg durch den Holnon-Wald und über die Höhen von Savy und Roupy erkämpft und drangen in die dritte feindliche Stellung ein. Südlich der Somme durch­brachen Divisionen die feindlichen Linien und warfen den Feind in unaufhaltsamen Vordringen über den Erozat-Kanal nach Westen zurück. Jägerbataillone er­zwangen den Uebergang über die Otse westlich von La Fere. Im Verein mit den ihnen nachfolgenden Divi­sionen erstürmten sie die mit den ständigen Werken von La Fere gekrönten Höhen nordwestlich der Stadt.

An Beute haben bisher gemeldet: Heeresgruppe Kron­prinz Ruppcecht 13 000 Gefangene, 230 Geschütze, Heeresgruppe Deutscher Kronprinz 10 000 Gefangene, 150 Geschütze, 300 Maschinengewehre. An der übrigen Westfront dauerten die Artilleriekämpfe zwischen LyS und La Bassee-Kanal, beiderseits von Reims, vor Verdun und in Lothringen fort.

Osten:

Infolge der durch Neubildung des rumänischen Ministeriums hervorgerufenen Verzögerung der Ver­handlungen wurde die Waffenruhe mit Rumänien um 3 Tage verlängert.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs.

Berlin, 23. März, abends. Der erste Teil der Großen Schlacht in Frankreich ist beendet. Wir haben die Schlacht bei Monchy-Cambrai-St. Quentin-La Fere gewonnen. Ein erheblicher Teil des englischen Heeres ist geschlagen. Wir kämpfen etwa in der Linie nord­östlich von Bapaume-Peronne-Ham.

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wtb. Großes Hauptquartier, 24. März, 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Die Schlacht bei MonchtzEambraiLa Fere ist ge­wonnen. Die englische dritte und fünfte Armee und Teile der herangeführten französisch.amerikanischen Re­serven wurden geschlagen und auf BapaumeBoncha- vesnes, hinter die Somme, zwischen Peronne und Ham sowie auf Chauntz unter schwersten Verlusten zurückge- warfen. Die Armee des Generals v. Below (Otto) hat die Höhe von Monchy erstürmt und südlich davon den Angriff über Waucourt und Heniu nach Westen vorgetragen. Nordöstlich von Bapaume steht sie im Kampf um die dritte feindliche Stellung. Starke eng­lische Gegenangriffe wurden zurückgeschlagen. Die Armee des Generals v. d. Marwitz blieb dem ge. schlagenen Feinde auf den Fersen und stieß in scharfer Verfolgung noch in der Nacht vom 22. zum 23. bis zur dritten feindlichen Stellung in Linie Eqnancourt HurluTempleuxLa FasseBernes vor. Gestern früh griff sie den Feind erneut an und schlug ihn trotz ver­zweifelter Gegenwehr und dauernder feindlicher Gegen, angriffe. Die Vereinigung mit dem linken Angctffs- flügel der Armee des Generals v. Below wurde erzielt.

Zwischen Manancourt und Peronne haben die Truppen der Generale von Kathen und v. Gontard den lieber» gang über den Torttlleabschnitt erzwungen und stehen auf dem Kampffelde der Sommeschlacht im Gefecht um Bonchavesnes. Peronne fiel. Andere Divisionen drangen südlich davon bis an .die Somme vor. Schon am Abend des 22. März erstürmte die scharf nachdrängende Armee des Generals v. Hutier die dritte feindliche Stel. lung, durchbrach sie und zwang den Gegner zum Rück­züge. In rastlosem Folgen haben die Korps der Generale v. Lüttwitz und v. Oetinger die Somme erreicht. Ham fiel nach erbittertem Kampf in die Hände unserer sieg, reichen Truppen. Englische Reserven, die sich in ver> zweifelten Angriffen ihnen entgegenwarfen, verbluteten. Die Korps der Generale v. Webern und v. Conta und die Truppen des Generals v. Gayl haben nach heißem Kamps den Crozatkanal überschritten. Sie warfen eiligst von Südwesten zum Gegenangriff h-rangeführte franzö­sische, englische und amerikanische Regimenter auf Chauny und tn südwestlicher Richtung zurück.

Truppen aller deutschen Stämme haben zur Er­ringung dieses gewaltigen Erfolges ihr Bestes herge- gcben. Der Angriffsgeist der Infanterie war durch nichts zu übertreffen. Sie hat gezeigt, was deutsche Tapferkeit vermag. Leichte schwere und schwerste Artillerie und Minenwerfcr, rastlos vorwärts strebend über das Trichterfeld, trug wesentlich dazu bei. den Angriff un< serer nach vorn drängenden Infanterie im Fluß zu er­halten. Flammenwerfer taten das ihre. Die Pioniere zeigten sich im Kampf und bei ihrer Arbeit in alter Höhe. Flieger und Ballone brachten der Führung wert- volle Meldungen. Unsere sieggewohnten Jagd- und Schlachtstaffeln behaupteten tn harten Kämpfen die Herrschaft in der Luft und griffen zurückflutende feind, ltche Kolonnen an. Kraftmagentruppen, Kolonnen und Trains arbeiteten rastlos. Die Verkehcspunkte im Rücken des Gegners waren das Ziel unserer Nacht für Nacht tätigen Bombengeschwader.

Die Beute ist auf über 30000 Gefangene und 600 Geschütze gestiegen.

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An vielen Stellen der übrigen Westfront dauerten Artilleriekämpse und Erkundungsgefechte an. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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Berlin, 24. März, abends. Gewaltiges Ringen um Bapaume. Kampf in der Linie Le TranSloy ComblesMaurcpas. Zwischen Peronne und Ham ist die Somme an vielen Stellen im Angriff überschritten. Zwischen Somme und Oise sind unsere Korps kämpfend im Vordringen. Chauny ist genommen. Die Beute an Kriegsmaterial ist gewaltig. Die Engländer ver- brennen auf ihrem Rückzüge französische Orte und Städte. Mit weittragenden Geschützen beschösse» wir die Festung Paris

Das ganze deutsche Volk mit seiner Arbeits- und Wirtschaftskraft bürgt für ihre Sicherheit.