Ausgabe 
23.3.1918
 
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Hiekener Jeitung

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Druck der Giestener Verlagsdruckcrei, Albin Klein.

Nr. 25.

Telephon 9lr. 362.

Samstag, den 23. März 1918.

Telephon Nr. 362.

31. Jahrg.

Die Entscheid»«« im Westen hat begonnen.

Bereits lübdst Gefangene gemacht und 20v Geschütze erobert.

Huf rur kmscdellung!

Nun wappne, mein Volk, dein Herz mit Stahl!

Das Schicksal läßt dir nicht andre Wahl Als nur noch die eine: durch Kampf zum Sieg,

Zu besserem Frieden durch letzten Krieg.

Auf zur Entscheidung!

Der Rücken ist dir, mein Deutschland, frei.

Sprung auf denn, marsch, marsch! Mit Erz und Blei Und all' deiner Kraft gegen Westen vor,

Daß Schrecken lähme der Feinde Chor!

Auf zur Entscheidung!

Jetzt gilt es! So steht denn in Einigkeit!

Es schwinde der Hader, die Kleinlichkeit!

Ein einziger Wille uns alle band Erzittre davor, du Britenland'.

Auf zur Entscheidung!

Wir fragen nach Druck und Not nicht mehr:

Begeisterung flamme vom Fels zum Meer!

Die Klagen und Tränen sind abgetan:

Es hebt das Gericht und das Ende an!

Auf zur Entscheidung!

Gott selbst ruft uns auf zum letzten Kampf.

Gott führt uns durch Blut und Pulverdampf Entscheidendem Sieg und der Freiheit zu Und größerer Zukunft in stolzer Ruh.

Aus zur Entscheidung!

Wilhelm Meyer.

Amtliche deutfcbe taaesbericbte. 6 $oooo rönnen februarbeute.

Berlin, 20. Mäz. Im Monat Fcbcuar

sind

durch kriegerische Maßnahmen der Milte,machte nnter Linrurechnung des in den bisherinen Monalsmrüffeut- Ilchungen noch nicht verrrchneten Teils der vom HtlsS- kceuzerWolf" erhielten Erfolge insgesamt

680000 KrK-T

des für unlere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraums vernichtet wo d-n. Damit b läuft sich das G somter- gcbnis der Vernichtung seit Beginn tes umingeMank- ten U-Bootkricges auf insgesamt

10 370000 K u -T

Durch die kiiegrriichen Maßnahmen der Mittel Mächte ist der unseren Feinden zur Verfügung flehende Welt Handelsschiffsraum seit ttcirgsbeginn bis zum 31 Januar 1918 um

tnnti 15 100000 Kr -)! -T

verringert wordrn. Hiervon rnifallen rund 9 400000 Br.-Reg.-Tonnen auf die englische Handelsflotte.

Der Chef des Admiralstab^s der Marine.

wtb. Großes Hauptquartier, 21. März. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zwischen Dixmuiden und La Bassee blieb auch ge stcrn die Elkundungstätigkeit rege. D-r Artillene^ampf nahm am Abend bei aufklärendcm Weiter an Dimke zu. An der übrigen Front lebte die Gkfechtstätlgkeit vorübergehend auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Auf dem Südufer der Ois«', nördlich von Reims und in der Champagne war das Artillerüffuer vielfach gesteigert.

Heeresgruppe Gallwitz.

Der Artillerickampf vor Verdun nahm am Abrnd große Heftigkeit an. Bayrische Kompagnien überrannlen üdwestlich von Ornes in übcrraschendcm Angriff eie

eisten feindlichen Lini«n. Sie stießen bis zur Brust- schlucht durch und nahmen einen Bataillonsstab und mehr als 240 Franzosen (darunter 20 Offiziere) gefangen Westlich von Aprcmont drang iheinische und niedersäch­sische Landwehr m die französischen Gräben ein und brachte 73 Gefangene zurück.

Heeresgruppe Herzog Albcecht.

Aus drm Ostufer der Mosel und bei Nomeny führten wir erfolgreiche Eckundungen durch. Das Zer- störungsseuer der französischen Artillerie am Parroy- walde hielt an.

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In breiten Abschnitten der Westfront ist heute früh die Artillerieschlacht mit voller Wucht entbrannt. Oesterreichisch ungarische Artillerie hat sich am Kampf gegen die Engländer und Franzosen beteiligt.

Osten:

Heeresgruppe Mackensen.

Truppen des Generals der Infanterie Kosch haben in der Ukraine .die Handels und Hafenstadt Cherson genommen.

Der Erste Generalquortie-meister: Ludendorff.

ln englische Stellungen eingedrungen.

Berlin, 21. März, abends. In belgisch und fran­zösisch Flandern, nördlich von Reims, in der Champagne, vor Vcr.dun und in Lothringen haben sich die Artillecie- kämpfe verschärft. Zwischen Combrai und La Fere sind wir in Teile der englischen Stel- lungen eingedcungen.

O

23000 Connen.

Berlin, 21. März. Im Sperrgebiet des Mittel- m«cs wurden 7 bewafftiete Dampfer, die sämtlich ge­sichelt und zum großen Teil biwaffntt waren, sowie 6 Segler, zusammen mit etwa 230Ü0 Br. R. To. versenkt.

O

Dünkirchen von Corpedobooten beschossen

Berlin, 2!. März. TorpedobootsstceUkcäste Flan­derns haben om 21. März früh in 3 Gruppen die Feste Dünkirchen, sowie militärische Anlagen bei Bray-Dunes und de Panne nachhaltig unter Feuer genommen. Die Aufschläge lagen übeiall gut; in dem umfangreichen Barackenlager bei de Paarig das mit 800 Schuß belegt wurde, brachen 2 große Brände aus. Die Küsstnbattrrien erwiderten das Feuer heftig, aber ergebnislos. Auf dem Rückmarsch kam es zu eimm Feuerg' sicht mit einigen feindlichen Zerstörern, die sich jedoch zurückzogen, nach­dem sie mehrere Tttffer erhalten hatten. Die ani Vor- stoß beteiligten SlreUkcäfte sind ohne Beschädigungen und Verluste eingelauf.n. Zwei unserer kleinen Vor- posteuboote sind heute nacht von einer Fahrt westlich Oftend.: nicht zurückgekehrt und müssen als vermißt gelten.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 22. März. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kocnpring.

Ostende wurde von See her beschossen. In belgisch

und französisch Flandern hielt starker Feuerkampf an. Mehrfach drangen E kundungSabteilungen in die feind­lichen Linien ein. Von südöstlich Arras bis La Fere griffen wir englische Stellungen an. Rach stacker Feuer­wirkung von Artillerie und Minenwerfern stürmte un­sere Infanterie in breiten Abschnitten vor und nahm überall die ersten feindlichen Linien. Zwischen La Fere und Soissons, zu beid n Seiten von Reims und in der Champagne nahm der Feuerkampf an Stärke zu. Stuimabteilungen brachten in vielen Abschnitten Ge- sangene ein.

Heeresgruppen Gallwitz und Herzog A l b r e ch t

Unsere Artillerie setzte die Zerstörung der feinblichen Jnfanteriestcllungen und Battericn vor Verdun fort. Auch an der lothringischen Front war die Altillecie- lätigkeit vielfach gesteigert.

Der Erste Generalquartiecmeister: Ludendorff.

*

Berlin, 22. März, abends. Die Erfolge des gestrigen Tages in den Kämpfen zwischen Arras und La Fere wurden in Fortführung unseres Angriffes er­weitert. 10600 Gefangene, 260 Geschütze wurden bisher gemeldet. Vor Verdun blieb der Feuerkampf gesteigert.

Dein Seid von heule ift der * frieden von morgen!

ttlorte zur $. Kriegsanleihe.

Von Rudolph Stratz.

Wer Wilson eine Freude machen will wer Lloyd George Mut machen will wer Cstmerireau stark machen will wer alle Kriegshetzer der Entente in ihrer Mordlust bestärken will:

der bleibt der achten Kriegsanleihe fern!

Wer in Hindenburgs Geist handeln will wer Deutschland unbesiegbar erhalten will wer so die Herrschaft der Massenmörder in Paris und London brechen will

der zeichnet die achte Kriegsanleihe!

Die Kriegsanleihe gibt unsirm Heer die Waffen. Durch die Waffen siegt unser Heer. Durch den Sieg erringen wir den Frieden. Durch den Frieden erhalten wir, i as wir brauchen. Das bedarf keines Beweises. Diesen ganzen Entwicklungsgang haben wir jetzt eben im Osten gesehen. Er wird sich genau ebenso auch im Süden und Westen erfüllen.

Dos Geld der Kriegsanleihen verwandelt sich nur scheinbar in Kriegsmaterial. Das ist nur eine Ducch- gangSsmm zu Sicherheit und Ehre, Freiheit und Brot. Aus dem U-Boot, ^as feindliche Handelsschiffe versenkt, wird durch den Sieg d<s eigenen Handelsschiff, das schwer beladen unseren Häfen zufteuert; aus dem Flug­zeug, das Sprengbomben über Feindesland trägt, wird du Lokomotive, die Waren aus Freundesland herbeischofft. Bald keuchen auf der Donau die Lastzüge mit Getreide, rol­len aus dem Osten die Züge mit den Bodenschätzen der Ukraine, steigt in Rumänien das Erdöl wieder aus dem Bohrloch. Das alles, was wir da frohen Herzens, siegesbewußt und voll Dank gegen unser Heer und sckne Führer sitzt im Osten erleben, diesen Uebergang vom biutiaen Krieg zum goldenen Fried n, war nur durch die Mithilfe der s üheren Kriegsanleihen möglich.

Wer sich an ihnen beteiligte, der Unterzeichnete mit seinem Namenszug nicht nur eine Anweisung auf Deutsch lands Ehre, Sieg und Siebet heit in Zukunft,

Erfolg der Anleihe heißt Erfolg der Waffen. Erfolg der Waffen heißt-Frieden!