Ausgabe 
13.2.1918
 
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deutsche Arbeiter ist so verblödet, für einen Verzicht- frieden einzutietcn. (T'ob b i Bosichcw.ki, nachdem die russische Militärmacht zerschmettert ist, die Formel: Keine Ann-xloinen und keine Entschädigungen" aus­geben, ist nicht übma'iv.nb.) Der politisch geschulte, robuste englische Arbeite idj'.at sich des Teufels, wenn cs um die Interessen s i,.s Landes geht, nm Ne Dogmen und Lehrfloskeln des Inte Nationalismus. Denn ec weiß wohl, daß ec hrh Löhne nur dann bekommen kann, wenn cs dem Reiche out geht, daß seine Vorteile mit dem Glücke deS Staat.L aufs engste verknüpft sind. Er handelt von seinem Standpunkte aus auch ganz klug, wenn er die Kri.gspa'itik Lloyd Georges unterstützt, und es ist auch immer von dem G-sichtspunkte des englischen kriegshetzerischen Imperalismus aus durch­aus folgerichtig gedacht, wenn der e glische Arbeiter die Kriegslasten w ihr t agen will. G ade die Haltung der englischen (und auch der französischen Arbeiteror­ganisationen) sollte die deutschen Arbeiter, die dem Scheidemannfrieden wie einer Fata mo-gana nach­rennen, doch endlich stutzig machen.

Der englische Arbeiter weiß z. B. ganz gut, warum er Lloyd George immer wieder fordern läßt, daß elsaßlothringischeUnrecht von 1870/71" müsse wieder gut gemacht werden. Das tut weder der btitische Mi nistec aus Zuneigung zu Frankreich, noch will der eng­lische Aibettec seinem französischen Kameraden dadurch eine Freude machen. Beiden ist der ausgepowerte Franzos mehr als gleichgültig, aber eins wissen beide, Minister und d.r Angehörige der Trade Unions: Die

deutsche Industrie können sie damit treffen. Müßte Deutschland Elsaß-Lothringen abtceten, so wäre die deutsche Industrie ihrer Erzvorräte beraubt. Das lothrmgische Erzlager, eines der größten, liefert uns 80 Prozent unserer Eisenerzförderung und enthält einen Vorrat von Eisengehalt von 840 Millionen Tonnen. Wurden wir Elsaß-Lothringen verlieren, so müßte un sere Eisen- und Stahlindustrie die Erze aus dem Aus- lande einsuhren, und das Ausland hätte cs vollständig in der Hand, uns hohe Preise abzufordern. Die Folge wurde sein, daß unsere Eisen- und Stahlindustrie mit der englischrn nicht mehr konkurrenzfähig wäre, die deutschen Maschinen und Werkzeuge würden zu teuer sein. Das aber ist es gerade, was jeder Engländer, der mächtige Industriekapitän genau so wie der einfachste Arbeiter, im stillen wünscht oder auch ungeniert aus- spricht Dann wäre die englische Eisen- und Stahl­industrie weltbeherrschend, und der englische Arbeiter hatte den Vorteil hoher und höchster Löhne davon.

dafür, ein wie lästiger Konkurrent der Deutsche dem Briten auf dem Stahl- und Eisenmarkt geworden ist mögen, folgende Zahlen angeführt werden!:

Die Roheisenerzeugung betrug:

1892 in Deutschlands 4937000 To., in Enaland 6 817 000 <r n

1900 in Deutschland' 8 521000 To/, in England 9 103 WO."

im? - n S eU !c5i 0n J ^793325 To., in England 10217 000 To '

1913 in Deutschland 19309172 To., in England 10 646 838 To.

Die Stahlgewinnung betrug:

- n Deutschland 6 646000 To., in England 4 980 000 To.,

Jq}o ] n S eu f!$} 0n ? Jon ? 9000 Do., in England 6574 000 To.,

1913 in Deutschland 18 935 000 To., in England 7 700000 To.

Maschinenausfuhr betrug:

JSK l " Deutschland 183 Mill. M., in England 401 Mill. M.,

1910 w. Deutschland 460 Mill. M., in Enaland 535 sroirr m

1913 in Deutschland 678 Mill. M., in England 674 Mill' M/

Das stolze Bild, daß die vorstehenden Zahlenreihe von oer Entwicklung der deutschen Eisen- und Stahl: stidustcie geben, wurde mit einem Schlage umgestürzt ®f£ b a cn / wenn die englischen Kciegsziele und die Frank- r.lchs in Erfüllung gingen. Wir haben vorher nur das genannt, die Abtrennung der Reichslande vom Deutschen Reiche, wohin sich die chauvinistischen Wünsche Franzosen wie in einem Brennpunkt des ** ri JI vereinen. Dem gleichen Zweck

oder wenigsten die Unschädlich! machung der deutschen Industrie, dienen alle anderen Forderungen Englands. "

s man heute nicht mehr den tollen Plan

das rheinisch-westfälische Industriegebiet zu Großbri- vielleicht auch zu einem englischen Vasallem

Br-menmüL^ Zu schlägen, oder Hamburg und Bremen zu britischen Hafen zu machen. Znfolae der

^lege der Mittelmächte hat die Entente solche weit gehenden aber doch durchaus ernstgemeinten Pläne auf-

tlf um so zäher hält der Brite an dem

Generalplane fest, ec wählt, weil der eine Versuch in- folge der Unzulänglichkeit seiner Militärmacht fcblae. schlagen ist, andere Mittel, uw das deutsche Gewerbe

m ÄÄJÄtfÄ

die Augen aufgehen, wenn sie bei drückenden

>zndustriemagnaten hätten ein ^nterpssc» lothringischen Erzlagern oder an dem Becken von Briev"

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JSSJSf" Erfahrungen, sondern hält sich an das Sprichwort der praktischen Römer: .Felix, quem faciunt

hir' nnh» riCU t ca tum (fl'uctlic^, wer aus den Gefahren der anderen lernt) daß nichts für ihn vorteilhafter sein kann als wenn Deutschland besiegt wird. Ob nicht auch

der brntf*r A b iwr rndl'ch einsieh., daß gerade er Deutschlands hät?^' " "°°^»digen Siege

stairung von Terkeln und Läulerscliweinen für die fiausfcbiacbtung.

Die mit Rllcksickt auf die Sicherstellung der Brot­getreide- und Karloffelversorgung zurzeit durchgeführte Berminderung der Schwcinebestände hat bei den Land-

L Befürchtung erweckt, die Maßnahme möchte

die Selbstversorgung für das kommende Wirtschaftsjahr gefährden. Dem gegenüber sei bemerkt, daß der Staats-

Irkcetar des Kriegsernährungsamts dieBundesregierungen

mhfiM t ßt £ a L?i\ öec Enteignung neben allen wirklichen Zuchtschweinen auch die Ferkel und die

*5 e '*, n e ' bereits für die Hausschlachtung m nächsten Winter angestellt sind, auszu nehmen sofern sie am F Februar ein Lebendgewicht von 2o kgoch nicht erreicht haben und der Nachweis geführt wird, daß ausreichendes zulässiges Futter lins besondere auch Abfälle von Haushalten, Schlachthöfln usw.) zu ihrer Durchhaltung vorhanden ist.

* ?

Hu$ Stadt und Land.

* ©Ine hessische Juwelen- und Goldwoche soll, wie uns mttgrteilt wird, vom 17. bis 24. Februar veranstaltet werden, und zwar in Gemeinschaft mit Baden, Württemberg und der bayerischen Pfalz Es kann nur wiederholt auf die Notwendigkeit der Abgabe von Goldsachen hingewiescn werden. Der Goldbestand der Reichsbank mul, gesteigert werden und wir brauchen bares Gold zur Bezahlung der ausländischen Liefer­ungen. Gebt das Gold dem Vaterland?!

* Zur Schweinehaltung. Der Reichstagabge- ordnete Behrens hatte sich selneizett an den Staats­sekretär des Kriegsernährungsamtes mit dem Ersuchen gewandt, die Aufzucht von Ferkel für die Hausschlach. tung zu gestatten. Darauf erhielt der Abgeordnete Behrens vom Kricgsernährungsamt jetzt die Mitteilung, daß seinem Wunsche in der auf Veranlassung des Staatssekretärs vom Preußischen Landesfleischamt Heraus- gegebencn Verfügung vom 14. Januar 1918 Rechnung getragen sei. Diese steht vor, daß von der Enteignung ausgenommen sindFerkel, die bereits süc die Haus- schlachtung im nächsten Winter angestellt wurden,

er» ste ein Lebendgewicht von 25 Kg. noch nicht er­reicht haben und der NachwAs gefüh-t wird, daß aus- .eichendes zulässiges Futter, (so insbesondere auch Ab- Mr von Haushaltung Schlachthöfen u. s. w.) zu ihrer Durchhaltung vorhanden sind."

* Ablieferung von ©fern und die Staats­anwaltschaft Gegen alle Geflügelhalter im Groß-' Herzogtum, welche bösartig im Jahre 1917 ihre Eier, abgabepflicht nicht, oder nicht ausreichend erfüllt haben, wird jetzt mit Strenge vorgegangen werden. Der Bei­rat der Landes Eicrstelle hat soeben beschlossen, daß gegen alle diese Geflügelhalter b i der Staatsanwaltschaft Strafantrag gestellt wird. Selbstverständlich muß trotz- dem jeder säumige Geflügelhalter seine Abgabepflicht noch erfüllen und w.iter Eier abliefern. Gegen die nach dem 28. Februar noch rückständigen Geflügelhalter stnd noch strengere Maßnahmen in Aussicht genommen. Für die mit dem 1. März beginnende neue Abgabe­pflicht für 1918 sei daher schon jetzt jeder Geflügelhalter gewarnt. Die Sicherstellung unserer Volksernähcung erscheint dringend, daß jeder seine Abgabepflicht restlos und pünkrlich erfüllt.

Z&n'ZSt

ben zuständigen Postanstalten vorliegen. Seffh'lu Anschlüsse, die infolgeles n außer halb d.» Baäplans nur mit Mehcaufwendunaen h m öu f ^, 6f [° nb te Entsendung eines Bautcupps usw.) her:

ostenzuschuß von 15 Mk. entrichten, oder falls die ^brkosten den Betrag von 30 Mk. übersteigen den wtikuch aufgewendeten Kostenbetrag erstatten 0 ' °

Errichtung eine« deutschen

- 2u dem Bericht in Nr. 12 der h ^ nachzutragen, daß der Schatzmeister

Gesellschaft Herr Geheimer Kommerzienrat Hei cheb

»

an-. hessischen Juwelen- und Goldwoche

Man schreibt uns folgendes: Zar Stärkung unserer Geldmacht und Wirtschaftskraft wird, wie in an. deren Gebietsteilen des Deutschen Reiches so auch im Grobherzogtum Hessen, in der Zeit von Sonntag den 1/ bis einschließlich Sonntag, den 24. Februar i

f,pr! e i tn si ün m Eoldwoche veranstaltet. Der Groß- Herzog hat die Veranstaltung unter Allhöchst Seinen M genommen. Für die abgelieferten Goldgegen.

wstd der volle Goldwert, für Juwelen der hohe Auslandspreis vergütet. Alle diejenigen, welche bis letzt mit der Ablieferung ihres Goidschmuckes und ihrer

wek^Ket im ft^f U(f / lanb fle6lieElen sind, werden gewiß diese Gelegenheit benutzen, um das Versäumte nachzu-

u- °uch dieienigen, die bisher schon abge-

llefert, haben, wollen sich überlegen, ob sie in ihren und Truhen nW noch Schmuckgegenstände auf- bewahren, die in die Tresors der Reichsbank gehören.

*

sm») !II|*inJjeflrett. Nach den Ergebnissen der Weineru e ,n den 11 großherzogltchen Weinbaudomänen Rheinhessens, die einen Ruckschluß auf die gesamte Ernte ml fann die 1917cc Weinkceszcns

fuc Rh-inh-ssen als eine vollständige Dreivtextelernte vezeichnet werden.

re,* f 4 *?!? 1 ***? ® ec »Entdecker" Schmittens

als Luftkurort und langjähriger Leiter des hiesigen Zweigvereins des Taunusklubs, Fabrikbesitzer Wilhelm Ochs, ist im Alter von 63 Jahren gestorben.

Miesboden. Ein Feldgrauer, der mit dem Ilc- auberzug auf dem hiesigen Bahnhof eintcaf, hatte für

o e o a m.. öcm 8^de 30 Pfund Schweineschmalz,

2 Schinken, 2 Ganse, mehrere Kilo Speck und Wurst mitgebracht und in einem Rucksack verpackt. Als er hier aussteigen wollte war der Rucksack mit dem In­halt verschwunden. In einem unbewachten Augenblick hatte er einen anderen Liebhaber gefunden.

©fchwege. Die Tabakanbaucr aus der Umgebung liefern gegenwärtig den getrockneten Rohtabak an die Von der Behörde be'zeichnete Stelle in Efchwege ab. Gezahlt werden für den Zentner 92,50 Mark, ein noch nie dag'wesenec Preis.

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