Ausgabe 
1.12.1917
Seite
3
 
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>n""Nir^°^eK-rr Ernst einesH-

^ Krieges und wenn's auch nur ^^ech^'^err Ernst einesHandstreichs war ins Auge ge- Und^ue Ei2^aut. Denn diesmal heulten die Granaten nicht nur >* Qnn lvoM^er ihre Köpfe hinweg, sondern den Graben selbst, Ö0[ dem sie standen, hatten sie sich ausgesucht, und M: deiflt , . tt plötzlichem Höllenlärm begann zu wanken und

- öete to h Arfton. was ben iunaen Krieaern als fester Schutz­

bersten, was den jungen Kriegern als fester Schutz, cd Trutzwall gegolten hatte. Und dem Feuerüberfall

^»Ermittelbar folgend, drang unaufhaltsam bayerische

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!e f 0 tmll t Ie ^«(?l C,en mb>»e6v''in bTn©raben"etn, Gewehrschüsse, Krachen Arbeii/?Ntl,h^°'°r>n Hanbgranaten löste bas Geheul ber Artillerie-

eht nv^ °""n-r ^'schosse ab

Frag, "^)t. ah, °d« unsere neuen Gegner waren zur äußersten Ber- °hi bte »°°r Zeit |ei !ibi0ung Bereit. Ein hitziges Handgemenge beginnt. Ämtern Hit Gewehrkolben, mit Fäusten unb Hanbgranaten

der ö( en ®miff h c 'iTb gearbeitet, unb viele sinken zu Boben, ehe der * 8eaebp' n ä u Sief,, l)e eft, zum Teil verwunbet, vom verzweifelten Wider- egierun?^°c J l"/mb abläßt unb sich gefangen gibt. Nach einer knap- Unker- ,.LUl die Sn Stunbe waren bie deutschen Stoßtrupps m,t ihrer es übp,?° BourakAeute in den eigenen Graben zurückgekehrt. Da stehen 'Kon»N^d<Ä nun vor uns, die Jung män ner desSan. äe,,lo <%o[L tt Ä8 bet Freiheit", kräftige sportgewohnte Kör- » lf er, ein gutmütiges Lächeln in den blauen Augen,

.. nb sind verwundert, daß wir sie nicht niederschleßen

7*%, issen, wie man es ihnen im ftanzösischen Ausbil-

^erliner linstU^^Au^bie ^rage ^ Warum führt Amerika Krieg mit Wtoevtw » .. Deutschland? wissen sie keine Antwort Tie Ver­ehrten R-..,, ^ücksiüienkung amerikanischer Schiffe durch deutsche U-Boote, M erstauV «wie es mit Vorliebe heißt, Mngt gar zu matt. Der

bens, der eiinc meint, wir hätten Belgien so schlecht behandelt,

iiche Bede»n, ^ bi«nb ein anderer führt gar Lasayette ins Feld, der

ceinetoea w 1 \ d-m Unabhängigkeitskriege Amerika einst Frankreichs

en wiederiw7?H!°" ivchilse gebracht habe, und darum müsse Amerika letzt Per!ö»l Ä'. reulgiju Frankreich halten. So schwätzen sie ihren Zeitun- tben, bil a«ten, Seien nach, von denen sie doch, wie jeder Amerikaner. :n Voraän^?«nMunbsätzlich nur bie .Hälfte glauben. Und wenn wir d endaMi?^?ese>iMnen erzählen von Englands Schuldenlast in Ame- er Ein!i-s>nHgeganwifa, von der Furcht der Geldgeber, MiUionen und gelaiie» i"> Lmlvber Millionen von DoNars zu verlieren, wen» Eng- jenden ist, auälairb unterliegen sollte, da sperren sie Mund und

we K^Ä^M-saMugen auf. und es beginnt ihnen zu dämmern, für Ä %%fte h^iche Ziele sie in Wirklichkeit Leib und Leben aufs ' Spiel setzen mußten. ^ . , .

Sie selbst können ja nichts dafür. Und doch kann man es unseren Feldgrauen nachfühlen, wenn sie em-

m ^-pört sind über diehergelaufene Bande", die

Nordamerikaner. nichts zum Kampfe gegen uns zwingt. Der Franz- streten der erttkn Kn mann, so meinen sie, kämpft für seine "gloire". die 5am«. dem En ^Schande von Anno 70 auszulöschen, der Brite ringt lenstück zu dem K^lnit uns um die Herrschaft zur See, um den endgülti- chen Soldat?^ gen Beweis, wer von den beiden Riesen der stärkere t unb fidjrtrthÜfW - °ber der Amerikaner? Unsere Feldgrauen es in verachten ihn, erkennen ihn nicht an als ebenbürtigen

i Werte diese?Gegner, und wenn er sich auch noch so tapfer schlägt.

mde Zuschrift aus k

Die Versorgung

iS,der Kriegsbeschädigten.

rt steilich, ivo Schlachd

üese neuen Helfer rr ] -

^gültige Niederwerfllt Am Feld, in den Lazaretten und in der Heimat artet - nein, an ru$ herrscht unter den Kriegsteilnehmern und ihren An- allmähltche Anpassm gehörigen teilweise noch immer Unklarheit über die nte KriegSleden gesichl Versorgung der Kriegsbeschädigten nach ihrer Ent- n standen sie dort, h lassung aus dem Heeresdienst. Diese Ungewißheit über Landsturmmann nebidaS eigene Schicksal im Falle einer dauernden Gesund- tvachsenen, etwas uns heitsstörung durch Verwundung oder Erkrankung macht landes. Da standen : sich oft in niedergedrückter Stimmung und allerhand e Franzosen haben i>! schwermütigen Grübeleien bemerkbar. Es ist nun aber lächeln von diesen Per einer der obersten Grundsätze und der Grundgedanke cn erzählt, die bei jed unserer ganzen Kriegsgesetzgebung, daß Mut und Au^ Granate zusamme> dauer der Soldaten und ihrer Familien nicht durch nahmen. unnötige Zukunftssorgen getrübt werden sollen. Und

rändert Geschlosst wer wirklich über die Rentengesetzgebung und die so- da und dort m lMe Kriegsbeschädigtenfürsorge Bescheid weiß, wird ben worden der MW auch kaum solchen sorgenvollen Gedanken hin- Muster aewiche-eben. Aber das Mannschaftsversorgungsgesetz, das »Kn i eHmcWf Nentenbestimmungen enthält, ist so umfangreich. 8 Ä,n Ünd Ind die Einrichtungen der fretwilligen bürgerlichen d" Fürsorge sind so weitverzweigt, daß der Felbsoldat, llt, zum erstem 0 '£ er , ^ ertoun];)ete oöer öic Kriegerftau nur schwer Ein­blick gewinnen kann.

»Mäste,

licken Werte rntrklich Im solgenben soll für diejenigen, bie sich über die . mobliätipen Mstw Grundsätze der Krtegsbeschädigtenfürsorge noch völlig , v, M e etinuet im unklaren sind, ein kurzes Merkblatt der wtchtig- >r die Mode Gewin ste» Leitsätze gegeben werden, die jeder Krlegsbetetligte ' nbicköpst. § kennen muß.

" h.« Allcinverkü Wie oben bereits angedeutet, unterscheidet man l9 SBie roäre es mit zwischen gesetzlicher Versorgung und bürgerlicher (frei- m williger) Versorgung. Die gesetzliche Versorgung ist

^ - ,1 im wesentlichen eine militärische. Sie wird noch er- irübe. Bon der >»>»> 1Be it er t durch die Leistungen der reichsgesetzltchen So- übe, Wrnliei ° zjaftersicherung. Die bürgerliche Fürsorge, von der ackscide der J'fi[pater zu sprechen sein wird, ist in der Hauptsache jählings tn Bte ttei Hilfstätigkeit. Aus die (militärische) gesetzliche

hatte dem M°gen -j0 er ^ orgung hat jeder Kriegsbeschädigte einen rechtlichen Ml miigesMU ^ Anspruch, p h. der Staat muß sie gewähren. Die . Mlut ntcht- m ^,jjrgerliche Fürsorge, die ebenfalls einen amtlichen nterkomme» K?' ^^arafter hat, kommt zwar allen Kriegsbeschädigten - in Malstn EFzuqute, ihre Leistungen sind aber fteiwillig. Es soll laienve »erwendur-^r, da wir uns ja auf das Wichtigste beschränken Mckmehi od« Mt wollen, die Frage behandelt werden, die den

Lnen ablehnen, ^legsteilnehmern am meisten am Herzen liegt ; rüsten Hungers t) A^f welche Geldbezüge habe ich als Kriegsbe-

irdtzten Hungcf-Auf

E etwas Mdigter

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zu rechnen?"

A.

Köpft

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Sie

Tie militärische Renteuversorgung.

ist niedergelegt in dem Reichsgesetz vom

zUi-hi.alles °-s

f 51 . ^ ___

UKe H ünterNassen" des Reichsheeres (MannschaftSverforgungs- eine un [ (i gesetz, yjl V. G.).

hast, l?nter^diese g,. Mai 19Oö'über ^die°Versorgung der Pe"rsonen der

tb Ui" /t«t s^o OOr.4rJF>>?/ffT>rtr»trfi4trtffÄVtovfnvmtttrtfie

Ihre Hauptleitsätze sind etwa folgende:

Die Heeresverwaltung gewährt allen Kriegsbe-

e b e renversorgung entschieden werden.

^l\ unD Ocd

if Ittel jij ^^ _ __ o o_

jtnem ^jhre A! schädigten "kostenlose^Heilfürsvrge.' Erst nach Abschluß aucheteit ö : oe§ Heilverfahrens kann über den Anspruch auf Ren-

Metzg

üion oo" ~r oii Ein Anspruch auf Entschädigung (Rente) erwächst bert wnu, ' ^^in durch Verminderung der Erwerbsfähigkeit, nicht lst noch nxößl aer militärischen Dienstfähigkeit. Man kann also sehr das ist l V wohl militärisch noch diensttauglich sein und trotzdem ter, wird Anspruch auf Rente haben.

oaeu Vam sei Die Verminderung der Erwerbsfähigkett muß ver- miever ML m, Kunden sein mit einer DienMeschädigung. Als Dienst- öfteren nil ' ^sWdigung g»lten alle Verwundungen, körperliche

und geistige Erkrankungen, sowie Verschlimmerungen bereits bestehender Krankheiten, die auf den Kriegs­dienst zurückzuführen sind.

Die Dienstbeschädigung muß eine Beschränkung der Erwerbsfähigkeit um mindestens 10 Prozent zur Folge haben.

Anspruch auf gesetzliche Entschädigung haben dem­nach alle Mannschaften und Unteroffiziere, die durch Dienstbeschädigung eine Beschränkung ihrer Erwerbs­fähigkeit um mindestens 10 Prozent erlitten haben. Nur diese Personen gelten im Sinne des Gesetzes als Kriegsbeschädigte".

Eine Aenderung der Rente kann nur bei wesent­licher Veränderung der Erwerbsfähigkeit eintreten.

Die Höhe der Rente ist unabhängig von dem Llrbeitsverdienst, den der Kriegsbeschädigte tatsächlich erzielt: also auch bet hohem Verdienst muß die Rente ausbezahlt werden, wofern sich das Leiden nicht be­hoben oder wesentlich gebessert hat.

Meldungen über Tienstbeschädigung und Renten­ansprüche sind während des Heeresdienstes beim Trup­penteil anzubringen, nach der Entlassung beim zu­ständigen Bezirksseldwebel. Bei Kriegsdienstbeschädi- gungen, die nicht auf eine Kriegsverwundung zurück- zusühren sind, ist der Anspruch ausgeschlossen, wenn sich die Beschädigung später als zehn Jahre nach dem ^Friedensschluß zeigt.

Die Entscheidung über den Bersorgungsansvruch trifft die Militärbehörde, und zwar vor und bei der Entlassung aus dem Heeresdienst der Truppenteil, nach der Entlassung das Bezirkskommando.

Einspruch gegen die Entscheidung kann binnen drei Monaten nach Zustellung des schriftÜchen Bescheides bei dem zuständigen Generalkommando erhoben wer­den, gegen dessen Entscheidung binnen drei Monaten beim Kriegsministerium. Die Einspruchserhebungen sind beim Bezirksfeldwebel etnzureichen.

Die Renten können nicht gepfändet werden.

Die Bersorgungsrechte erlöschen durch rechtskräf­tige Verurteilung zu Zuchthausstrafen, wegen Hochver­rats, Landesverrats, Kriegsverrats oder wegen Ver­rats militärischer Geheimnisse.

Die Geldentschädignng (Rente) besteht aus der Att- litärrente, der Berfttimmelungszulage und der Kriegs- zulage. (Fortsetzung folgt.)

Was wird in Rußland?

Der Kosakengeneral Kaledin als Retter derEntente".

(f Frankreich und England schienen schon berett, sich mit den neuen Männern in Petersburg, den Bol- schewiki, halbwegs abzufinden. Die von diesen Män­nern ausgegangene Forderung eines soforttgen Waf­fenstillstands und baldigen Friedens hat aber bei den Westmächten die größte Erbitterung erregt, und deshalb sind bei ihnen die gegenwärttgen Petersburger Machthaber vollkommenunten durch". Auf Kerenski setzt man auch keine Hoffnungen mehr, und so mußte man denn einen neuenstarken Mann" für Ruß­land finden.

DaS ist der Kofakeugeneral Kaledin. Auf ihn

richten sich gegenwärtig alle Hoffnungen der Entente, uno oas Kopenhagener loätattsttsche HauvrvrganSvr ctaldemokraten" höhnt mit Recht, daß das liberale England und bas republikanische Frankreich ben Sieg derK os d ke n h o r d e n" üver die russische Demo­kratie als letzten Trumpy ansehen.

Kaledin soll in der Lat einen beachtenswerten Faktor in der gegenwärtigen russischen Konstellation darstellen. Es heißt, daß er das ganze Longebiet beherrscht daß er das südlich von Moskau gelegene WjaSma besetzt habe und mit 30 000 Mann gegen Mos­kau marschiere, eine noch größere Truppenmacht aber gegen Petersburg in Bewegung gesetzt habe.

Immerhin beweist doch aber schon die Tatsache, daß die

Bolschewiki sich seit länger als 14 Lage behauptet haben, daß sie eine stattliche Anhängerschaft hinter sich haben müssen. Wer nun aber auch schließlich Sieger bleibt, ob der maximalistischeRat der Volks­kommissare" oder Kaledin oder die vereinigten drei K.s (Kaledin, Kornilow und Kerenski) zusammengenom­men oder eine monarchistische Gegenrevolution über zwer Tinge wird auch der Sieger nicht siegen können: über den Friedenswillen des ganzen Volkes und über den diesen Willen unterstützenden Hunger

Die Großstädte und die Armee sind der Hungers» not jetzt schon preisgegeben, und eine furchtbare Tra­gödie droht dem russischen Volke, das unter diesem Kriege so unsäglich gelitten hat, wie kaum ein anderes. * . *

Tie Geheimdokumente.

Die offiziöse Petersburger Telegraphen-Agentur veröffentlicht eine Anzahl der von Lenin veröffentlich­ten geheimen Dokumente, die zwischen Rußland und den Alliierten gewechselt wurden. Danach forderte Rußland seinerzeit K o n sta n tinop e l, die Küste zu beiden Seiten des Bosporus, des Marmara-Meers, der Dardanellen, den Süden von Thracien bis zur Linie EnosMidia, die Inseln Jmbros und Tenedos. Die Alliierten dagegen verlangten, daß Konstantinopel fteibleiben oder eine neutrale Zone bilden und daß Persien dem britischen Einfluß unterstellt wer den sollte. Rußland sollte der französischen Forder­rung auf Rückerstattung Elsatz-Lothriugens und der bewaldeten (so!) Gegenden des linken Rheinnfers zu stimmen. Rußland forderte, daß gewisse Gebiete von Deutschland zu einem neutralen Staat gemacht werden sollten.

Die braven Verbündeten scheinen da das Fell des Bären ja gründlich verteilt zu haben, und zwar rechtzeitig! Daß man in London und Paris heil­lose Angst vor der Veröffentlichung dieser blamablen Pläne hatte, ist verständlich.

Tie Rote Garde in Finnland.

Nach den letzten Nachrichten aus Finnland herrscht dort stets zunehmende Anarchie. Das Auftreten der Roten Garden, deren Tätigkeit, in Haussuchungen, Verhaftungen, Plünderungen und Gewatttaten besteht, erweckt allgemeine Erbitterung. In Helsingfors wurden bisher 44 Menschen ermordet. Der Ausstand ist zwar im Abneymen begriffen, aber die Revolutton

will nicht aufhören. Die Sozialisten sind nicht mehr Herren der Lage. Die Hälfte des Volkes gehorcht keiner Autorität mehr.

Eine wirkliche Regierung gibt es augenblicklich nicht. Die finnische Staatskasse ist geleert bis aus 7 Millionen, den Ertrag von verkauften Staatswäl­dern. aber auch diese sind baw verbraucht. Zu alle­dem kommt der immer bedrohlicher werdende Mangel an Lebensmitteln.

*

Russische Streiflichter

Lenin und Trotzki kämpfen mit großen Schwierig­keiten. weil das Beamtenpersonal fortwährend streikt. Lenins Leute seien unfähig, die Regierungsgeschäfte allein zu verrichten. Die Macht der Bolschewik! dürfte nicht mehr von langer Dauer sein.

Eine Stockholmer Depesche derNattonaltidende" sagt, nach eingelaufenen Nachrichten sind viele Schisse im Weißen Meer (hoch im Norden, am Eismeer) versentt worden. In Archangelsk soll vollständige An­archie herrschen.

" Die Vereinigten Staaten haben die Ausfuhr von Munitton und Lebensmitteln nach Rußland verboten.

" Nach Mitteilungen derer um Kerenski sind in 44 von den 66 russischen Gouvernements noch die Be­amten des Zarenregiments in der Macht, so daß die Maximalisten dort nur wenig Einfluß haben.

" Aus allen Teilen Rußlands werden schwerste Zusammenstöße zwischen den Anhängern der verschie- denen Richtungen gemeldet.

Aus aller Welt.

** aoeo Mark für ein Schwein. In Büderich bei Bielefeld verkaufte ein Landwirt ein 540 Pfund schweres Schwein für 3000 Mark an ein industttelles Werk. Auf dem Transport wurde das werwolle Borstentier von einem Gendarm aus einem Wagen unter Kartoffeln und Kapsblättern entdeckt und beschlagnahmt.

** Bulgarische Ganse. Im Münchener Schlacht­viehhof trafen ungefähr 1520 000 von der Bayerischen Lebensmittelversorgungsgesellschaft in Bulgarien an­gekaufte Schlachtgänse ein und wurden in der leer­stehenden großen Schweinemarkthalle untergebracht. Da die Berechnung Preise ergab, welche zu den bayeri­schen Höchstpreisen in keinem Verhältnisse stehen, so sollen die Gänse in München etwas angefüttert und dann nach Norddeutschland weiterbefördert werden. Die können's bezahlen!

** Raubmord. In Wiesbaden wurde die 48 jäh- rrge Frau Elise Ehret, Inhaberin einer Konditorei und Kaffeestube, ermordet aufgefunden. Es liegt Raub­mord vor. Eine Geldkassette war geöffnet und um 700 Mark beraubt, ferner sind Uhren und andere Schmuckgegenstände gestohlen.

** Wieder dieAndenken" aus dem Felde. In Kibarty wurden der sechs Jahre alte Vinzenz Lopatat und dessen zweijähriger Bruder Johann durch die Explosion eines Granatzünders, den sie unter dem Schutt gefunden hatten, getötet. Ihre Körper waren vollständig zerrissen.

** Eine eigenartige Denkmatsgeschichte. Vor eini­gen Wochen beschlossen die städtischen Behörden in Brilon, dem Kriegsamt das Pape-Denkmal zum Ein­schmelzen zu überlassen. Das Kriegsamt hat das An­gebot angenommen und will das Denkmal mit 6 Mark für das Kilo übernehmen. Gegen den Beschluß erhebt sich jetzt ein wachsender Widerstand. Die Stadt Brilon will ein Denkmal verkaufen, das ihr eigentlich nicht gehört, denn die Kosten für das Denkmal in Höhe von 20 000 Mark sind seinerzeit von Ver­ehrern des um das Bürgerliche Gesetzbuch hochver­dienten Rechtsgelehrten Pape aus ganz Deutschland aufgebracht worden. Die Stadt Brilon hat das Denk­mal des berühmten Sohnes der Stadt lediglich in Ob­hut und Fürsorge genommen, so daß das Verkaufs­angebot an das Kriegsamt recht eigenarttg anmutet. Vielleicht legt der Provinzialkonservator noch ein Veto ern.

A Erhöhte Ferkelverkaufspreise bis 15. Fanuar. Da bisher noch nicht genügend viel Schweine abge­schlachtet worden sind, hat das Kriegsernährungsamt angeordnet, daß die Verordnung, wonach für alle abgenommenen Schweine als Einheitspreis für 60 Kilo der Preis der 0-Klasse (also der 100 Kilo-Schweine) gilt, bis 15. Januar 1918 weitergilt. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen ferner ausnahmsweise Stückzu­schläge für jedes abgenommene Schwein gezahlt wer­den, die für Tiere von 15 bis 30 Kilo 18 Mark betra­gen und sodann bei je 15 Kilo höherem Gewicht sich um \t 4 Mark ermäßigen. Nötigenfalls soll zwangswerse abgeschlachtet werden. Am 15. Januar wird der PrerS von 1,50 Mk. auf 1,10 Mk. ermäßigt werden. Die Mehrabschlachtung wird für das Heer gebraucht.

& Beschlagnahme ovn Törrobst. Der starke Be­darf des Heeres und der Marine an Dörrobst konnte bisher nicht befriedigt werd?n. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat daher den sofortigen Aufkauf aller nur irgendwie erreichbaren Mengen von Dörrobst durch die Landes-, Provinzial- und Bezirks-Obststellen angeordnet. 20 Prozent der auf diese Weise aufge­tauften Mengen sollen zur Versorgung der Zivil- trankenhäuser verwendet werden. Infolge dieser Anordnung hat die Geschäftsabteilung der Reichs-Obst- stelle bereits den Ankauf von Dörrobst aus Zwetschen, Pflaumen, Aepseln und Birnen in die Wege geleitet. Ferner ist das von der Kriegsgesellschafr für Obst­tonserven am 5. Oktober d. Js. erlassene Absatz­verbot für Dörrobst dadurch erweitert worden, daß aller Absatz von Dörrobst sowohl durch gewerbs­mäßige wie nicht gewerbsmäßige Hersteller von Dörr- obst verboten ist.

** Auf der Kauiuchenjagd den Tod gefunden hat der Bromberg der Ingenieur Paul Sitzlack aus dem Vorort Jagdschütz. In Begleitung seiner beiden Söhne jagte er mit einem Frettchen auf wilde Kaninchen. Als das Frettchen aus einem Barr längere Zeit nicht herauskam, kroch er mit dem Oberkörper selbst in den Eingang der Höhle. In diesem Augenblick gab die umgebende Erde nach und verschüttete rhn, so daß der Oberkörper mit mehreren Kubikmetern Sand be­deckt war. Obwohl die- Knaben gleich Hilfe erhrel- ten. gelang es nicht, den Verschütteten vor dem E r - straungstod zu retten. .