Ausgabe 
17.11.1917
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Jm Selbstverläge Baues und dec wirt- g dec Kartoffeln, Ber- locben eine neue >iar- \ dem Direktor des .Institutes Gießen,

zusammengestellt ist. :bnet die Namen, Hec- te eingehende Beschrei- totfelforten. Di-An- ti üon den Znchtem

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für den kompletten Rocksack. Doch dec Soldat jlehnte ab, schmunzelte u. ließ sich seinen Kuchen weiter gut schmecken

Kleidung für Konürmauden. Das Gr. Dber- konfislocium hat an die Evangel. Psacrämter ein Aus­schreiben erlassen, wonach den Zeitvechältnisscn bei dec nächsten Konfirmation Rechnung getragen werden muß und es muß im Interesse der Allgemeinheit genügen, wenn bei diesen Feiern saubere, auch als Berufskleidung verwendbare Kleider benützt werden. Das wird die Eltern der Konfirmanden natürlich nicht abhalten, keine Wege und keine Kosten zu scheuen, um doch in den Be. fitz von neuen Kleidern zu kommen. Man will sich doch 'nicht nachsagen lassen, man hätte zu denjenigen gezählt, welchen cs nicht gelungen sei, neue Kleider sich zu ver­schaffen. Man kennt das.

Uerlustc bei der Uost Die von dec Postver- waltung gezahlten Entschädigungssummen für verloren v - gegangene bzw. beraubte Postsendungen betrugen im letzten Friedensjahc rd. 300000 Mk., im Jahre 1915 600000 Mk., 1916 über 1 Million.

' ^ Volks- und Viehzählung Am 1. Dez. findet eine Viehzählung und am 5. Dez eine Volkszählung statt. Die Volkszählung hat den Zweck, die Zahl der versorgungsberechtigten Bevölkerung einwandfrei festzu- stellen. Das Ergebnis dec Zählung wird die Grundlage bilden für dieZuweisung von Mehl, Fleisch, Zucker usw. an die einzelnen Gemeinden, und cs liegt deshalb in deren Interesse, daß die Zählung stimmt.

Kitte um Feldndresserr. Der hessische Bolks- schciftenvecein will zu Weihnachten den hffslichcn Kriegern Bücher ins Feld senden, und zwar kostenlos. Es wird gebeten, Adressen von angehörigen Soldaten au den Schnftenfühcec des Vereins Lehrer Höflingen in Darm stadt, Stiftstcaße 43, zu senden.

Die Milch. Die Verfütterung von Vollmilch ist grundsätzlich nur noch an Kälber, die nicht älter als 6 Wochen sind, zugclassen. Für die Zwecke der mensch­lichen Ernährung kasn ein bestimmter Teil dec Mager milch zur Fcischmilchlieferung oder zur Quarkbereitung in Anspruch genommen werden. Soweit Vollmilch über denjenigen Bedarf, der zur Befriedigung der Vollmilch- vkriocgungsbecechtigten ecfocberltd) ist, zur Verfügung steht, ist sie zu verbuttern oder, wenn die Verbutterung aus technischen Gründen undurchführbar ist, bei der Fettzuteilung anzucechnen. Die Abgabe von Vollmilch ist grundsätzlich nur gegen Karte oder anderem behörd­lichen Ausweis Zulässig. Zur Bekämpfung des Schleich­handels ist der bloße Versuch der Zuwiderhandlung gegen gesetzliche Bestimmungen unter Strafe gestellt.

V Gold oder Edelsteine zu tragen, während weite Kreise trauern und darben, ist unwürdig. Der Anblick i erbittert viele, er stört die Eintracht und die Entschlossen- , heit zum Durchhalten. Das Gold gehört unbedingt auf . die Reichsbank, um ihre Goldrüstung zu stärken, die

: Edelsteine aber werden im neutralen Auslande heute

' teurer als früher bezahlt und verbessern den Stand un- s serer Währung. So erzielte jüngst ein Schmuck, der auf j 550 Mk. geschätzt war 684 Mk. ein anderer 6732 Mk.

I, -4, patt 5500, ein Brillant 316 Mk., 66 Mk. über die Schätzung. Die Goldankaufstelle in der Johannesstraße wird gern den Verkauf vermitteln.

* Ans Kesten Schuhkucse für die Schulkinder sollen jetzt auch in den Landortea eingerichtet werden. Zahlreiche Lehrerinnen dec hessischen Landocte nehmen demnächst an einem Kursus teil, in dem in der An fertigung von Hausschuhen, Pantoffeln usw. aus altem, sonst nicht mehr verwendbarem Material unterwiesen werden. Durch die Lehrerinnen soll diese im Kriege zur bitteremRotwendigkeit gewordene Kunst auch in weitestem Maße den Schülerinnen dec oberen Klaffen beigebcacht werden. Man hofft dadurch der Schuhnot etwas steuern zu können.

* ytlbcl.Ich hier schon schippt", äußerten zahl- reiche italienische Gefangene, als diese letzter Tage während ihres Transports in ein Gefangenenlager kurze Zeit auf dem hiesigen Bahnhof Aufenthalt hatten. Es stellte sich heraus, daß die braunen Burschen bei dem Umbau des Bahnhofs beschäftigt gewesen waren und hier und in der Umgegend sehr gut Bescheid wußten.

* Aus Rheirchesten. Eine sehrunangenehme Ueberraschung erleben gegenwärtig zahlreiche Land­wirte bei ihren Eingaben um die kceisamtliche Erlaub­nis zur Vornahme dec Hausschlachtung. Die sämtlichen Kreisämter verweigern nämlich überall dort die Er­laubnis, wo der Selbstversorger die ihm zur Pflicht ge­machte Abgabe von Fett oder Speck aus seiner Haus- schlachtung nicht erfüllte. Ile Sache eccegt begceifUaiec- U ' weise weithin große Beunruh.gung; doch sieht jeder einsichtsvolle Landwirt auch ein, daß ohne jegliche Rücksichtnahme auf die gesetzlichen Bestimmungen einem großen Teil unserer Bevölkerung das Durchhalten noch schwerer, wenn nicht ganz unmöglich gemacht wäre.

* Zarrdach Freiherr Hehl zu Herrnsheim hat die gräflich ^olms Laubach'schen Güter Engelthal und Qp- ,L Pelshausen und den Engelthaler Wald käuflich erworben. 7 * Den Pächtern beider Güter Adolf und Robert Güngerich wurde der Titel Gräflich Soimsschec Obecamtmann verliehen.

* Mainz. Bei einer im Güterbahnhof Heides- heim vocgenommenen Turchsuchung eines nach Düffel- dorf bestimmten, durch Beföcderungsschein der heffffchen Landesgemüsestelle zur Ausfuhr aus Hessen fceigegebenen, als Gemüse deklarierten Etsenbahnwaggcns fanden sich außer einer größeren Wenge Zwiebeln 7 Säcke (14 Zent­ner Mehl, welche aus einer Kundenmühle in Heides- heim. stammten, deren Besitzc-r seither Getceideauskaufs-

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kommissionoäc und Vertrauensmann des Kom- munalverbandes Mainz war. Dec Absender des Wag­gons, ein Bediensteter des Obst- und Gartenbauvereins Heidesheim, wurde seftgenommcn und die Mühle poli­zeilich geschlossen.

* Sierstadt 40 Zentner K o h l e n, die im hiesigen Schulhof angefahren waren, sind spurlos verschwun­den. Der Gemeinderat hat sich über deren Verbleib schon arg den Kopf zerbrochen.

* Äad Hombnrg v d. A. Im Aufträge des schwedischen Königs weilte der berühmte Tibet^Ersorscher Sven Hcdin am Dienstag in dec hiesigen Stadt, um Nachforschungen nach Margarete Qrenstierna geb. Gräfin Brahe, dec ersten Gemahlin des Landgrafen Friedrich II. mit dem silbernen Bein von Hessen-Homburg, anzustellen. Die Gräfin Brahe war in erster Ehe mit Bengt Sren- stierna, einem Vetter des Kanzlers Qrensticrna^des Königs Gustav Adolf von Schweden, verheiratet. Sie hat aus Schweden zahlreiche Bilder und Schriften mit nach Deutschland gebracht, die sich jetzt teils iy Homburg, teils im Archiv zu Darmstadt bcsiuden und über die Sven Hedin, der mit der Abkassung eines Welkes über Qxenstwrna beschäftigt ist, jetzt Nachforschungen anstellt. Sven Hedin fand unter dem hier im Schlosse, im städlischtn Museum und in der Lalmerschen Sammlung vorgelegten Materal zahlreiche ihm bisher unbekannte Stücke. Ec erbat sich von diesen Abschr'ftcn und Photo­graphien. Vo^n hier reiste der Forscher nach Darmstads zu weiteren Studien im Gcoßherzogl. Archiv; dann be­gibt er sich nach Zweibrückcn und Augsburg, um im Dezember nach Schweden zurückzukehcen

* Frankfurt a. M. Unter der Leitung des Land­tagsabgeordneten Dr. Heilbrunn hat sich hier ein Aus schuß gebildet, der dec arbeitendeu und gewerblichen Bevölkung den Uebergang in die Fciedenszeit Wirtschaft, lich erleichtern will. Besonders sollen die nichtgelernten Arbeiter, die nach dem Kriege zweifellos mit einer er­heblichen Arbeitslosigkeit zu rechnen haben, zur Er: lernunq eines Handwerks usw. schon jetzt an- gchalten werden. Dec Ausschuß wird durch das Gcwcrk schastskartell in umfassender Weise unterstützt. Eine große Anzahl deutscher Städte hat sich dem deutschen Ausschuß für Lichtspielreform zur Schaffung eines Lilderbühnenbundes deutscher Städte" angeschlvssen. Der Bund bezweckt die Gründung eines Schulftlm-Archivs, das das Filmmaterial für die reinen Schulzwecke beschaffen und ausleihen soll. Der. Magiprat' hat dec Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage unterbreitet, in der um Bewilligung der zum Elntriri^in den Bund erforderlichen Beiträge ersucht wird. Die Beiträge sind auf einen Pfennig auf den Kopf der Bevölkerung (rund 4400 M.) und 1 / 2 Pfennig laufende Ausgaben (2200 M) festgesetzt. Ferner plant die Stadt Frankfurt a. M. die Errichtung eines eigenen städtischen Lichtspieltheaters. Die Vorarbeiten hierzu sind noch im Gange.

* Frankfurt. Dec Kaufmann Joseph König aus dem Elsaß hatte auf der Bahn einen Landstucmmann Russe" geheißen; ec erhielt wegen Beleidigung 6 Mo­nate Gefängnis. Das Schöffengericht verurteilte

2 Angeklagte, die dec Aufforderung zum Hilfsdienst keine Folge gegeben hatten, zu je 14 Tagen Gefängnis.

* Frankfurt. Zur Zusammenlegund dec Braue, rein schreibt dieFranks. Ztg.": Berücksichtigt man, daß in der Brauindustcie ein Kapital von etwa Mk.

3 Milliarden arbeitet und daß die Zahl der Brauereien mehr als 12000 beträgt, zu denen in engen Beziehungen über 300000 Gastwictschastsbetrtebe stehen, dann erhält man eenen ungefähren Begriff, welche Werte dabei in Betracht kommen. Wie speziell die Zusammenlegung in Frankfurt a. M. vor sich gehen soll, ist nach unseren Informationen einstweilen noch nicht festgelegt. In Aus­sicht genommen ist, daß von den 10 in Frankfurt a. M. bestehenden Brauereien eine einzige in Betrieb bleiben soll.

* Salzungen. Ein wahrer Ansturm ven Salz­hamstern hat sich über die hiesige Saline ergossen. Bon nah und fern eilen Leute herbei und kaufen Salz zentner­weise ein. Durch dieses unsinnige Gebühren kann eine bis j-tzt noch nicht vorhandene Salzknoppheit heraufbe- schwocen weed^n und müssen die Ueberängstlichen damit rechnen, daß ihr Salzvorrat bei Lagerung in ungeeig neten Räumen verdirbt, ehe sie etwas davon verbraucht haben.

* Aus dem Rodgau. (Eine wieder aufblühende Industrie) Die Töpferei, ein sehr alter Glwerbszweig. der namentlich in den Gemeinden Eppertshausen, Ueberach und Münster früher vielen Famitlen lohnenden Ecwerb bot, aber in letzten 20 Jahren durch massenhafte Ein­führung der Emailwaren und anderer Geschicrarten sehr zuiückgegangen war, lebt neuerdings infolge der gewaltig gesteigerten Nachfrage nach irdenem Geschirr und der infolgedessen stark gTteigerten Preise in ungeahnter Weise neu auf. Heute ist die Nachfrage nach denlU- beracher D'ppen" so r esig, daß die Fabrikation der starken Nachfrage keineswegs mehr gewachsen ist. Bi weit nach Norddeutschland hinauf laufen Anfragen un Bestellungen um große Waggonladungen von irdene; Geschirr ein. Dabei sind die Preise gegen ftuher u mehrere hundert Prozent gestiegen. Eine Berliner vande! firma bot einem Töpfer zu Eppertshausen für ein Brand Geschirr (eine Fuhre) rund 1000 Mk., eme ande- einem Ui beracher Häinec gar 1100 Mk. Früher w dasselbe Geschirr hier zu 100120 Mk. überall zu habei Freilich find jetzt auch die Herstellungskosten, namentli». die Preise für das zum Geschirrbrennen nötige Ho z . weit höher.

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