Ausgabe 
16.10.1917
Seite
3
 
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und N. an. Aller Wahrscheinlichkeit sind also die chstaben AL bereits v erb rau cht. Wenn man auch je sechs Spione in Rechnung stellt, so kommt ne ganz hübsche Zahl heraus, die die Leistungssähig- » jt des Herrn Katz in ein helles Licht rückt. Es liegt "'iso geradezu eine Ueberschwemmung Deutschlands mit Istematisch geschulten feindlichen Spionen vor,^Grund

'-oevölkex,Köchen ü'^enug für jeden Einzelnen von uns, Vorsicht und jimen. un 9 feyt s^lrgwohn gegenüber anscheinend harmlosen Aussragern

Elchen

ilch

verdoppeln.

En e bij

mottatischer Parteitag.

W ü rz b u r g , 15. Cft. 1917. Tie Sozialdemokratie hält augenblicklich in der un-

. a - s. if\fon orSirr t nn bu

« die ij; arf ,": Uu fl' ersränkischen .Hauptstadt ihren ersten Parteitag '!el U nd x._uiege ab. 'Aeuseriich ist gegen früher vieles anders,

orgeruken U°sfeM..i,e zum Teil recht seltsamen Erscheinungen aus dem "Corri-k. .°"den it, »uslande. besonders die russischen Studenten und Stu- '"tfWM tv, IIa Eere-uenlinnen, fehlen ganz; auch die Genossinnen sind a..V' ra motte gelu^tmadj vertreten, weil sie sich fast ^durchweg^^auf Re

der

ß aus

dem

sie sich fast durchweg auf

"ärisck-. ^Ise'vo^ddilale Seite um Liebknecht geschlagen haben, r dem t Ql beitec d.zßnd nur ca. 300 Delegierte anwesend, darunter bet U ^ en ausstößte Teil der Parlamentsmitglieder

^ 8 egen sei

\ 5a lvohiluag

Nationen F ö °« ^ eöa I Scheivemann über den Berständigungssr,eden.

^MächtigenWas heißt Verzichtfrieden? Wir wollen nicht ver-

' putschen Trupp.

" en 3aß Am Sonntag sprach in einer öffentlichen Versamm-

" l« &(anbctn

^Angriff ypet'ii

lichten auf das, was uns gehört, nicht auf einen iiuadratsuh deutschen Bodens. Wir verzichten nur auf das, was anderen gehört und anderen ebenso heilig ist °us die demuüe uns das Nnsrige. Wir verlangen durch den Ver^

'.'"er autzemMvdigungssrieden für Deutschland die territoriale Un­ken weit vo«rsehriheii, die wirtschaftliche Entwia'lungsfreihelt und

9n i entschuidigl öcrCie Freiheit der Meere. Das freie Meer ist zum min- - Ut ober diesen neuendeste» ebenso wichtig, wie die Gebiete, die wir be- etn l e Öenben und beniest halten. Alles, was wir erreicht haben, können i Regen und m....»."

fährt wörl«nr hingeben für das freie Meer."

uns. °Ne weN n A un'-r-e Zieles d« .. Uli von den ... J Q 3 tc

er

gm* Neuorientierung

.VUchaelis ist eitle Unmöglichkeit.

Er mag

vi öett . Vuten «nljeine großen Verdienste in allen möglichen Aemrern . ungnsfe hoben troigehabt haben, aber er eignet sich nicht zum Kanzler- Ulcnden ihrer Leute noüposlen, nicht zur Leitung eines 70-Millionen-Volkes. aumgkwinn erül'U brauchen das parlamentarische System. Wer hat

stamm m*nuxu»ifawtrfjaeli* empfohlen? Kein Mensch weiß, woher^und st. ' ^ijaltnis z^e^'halb, er war an einem Tage plötzlich da. Tie ^inge Gegner bald verhangniömüssen anders werden, das Reich muß zur Demv- '«v sie ihren strategischest r a t i s i e r u n g kommen. Unser Wahrspruch ist: Glei­ches Recht und Brot für alle, Friede und Freiheit!"

l gleichzeitig mit den flgn^ürm. anhalt. Beifall.)

Sftga und Saco&ftabt m Ten Geschäftsbericht

n, während bei der Beerstattete am Montag der Abg. Ebert. Er kam dabei r Bukowina gar 2327 iauf die schweren Schäden zu sprechen, die der Krieg nnen wurden, der sozialdemokratischen Parteiorganisation ^bracht

* hat. Der Rückgang in der Organisation ist nach

Ebert nicht so sehr bedenklich, wie er von Freunden machnchten. un b Feinden dargestellt wird, da ja 70 Prozent zum

cd in Norwegen die BrotHeeresdienst einberufen und also beitragsfrei seien, l Kilo Brot eingeführt. Für die 57 ausgeschiedenen Reichstagswahlkreis-Or- >tte ist bet den VerhaliMNisationen sei Ersatz geschaffen. feftgeölieöen in dem Ver. Die Partei-Trennung

'ortiger Friedensverhand-^lte in den Beratungen, die sich an den von den Parteifunktionären erstatteten Berichten des Par

- teivorstandes, der Finanzverwaltung und der Partei-

kontrolleure anknüpsten, naturgemäß die erste Rolle. £{ eUnabhängigen", die freilich nur in geringer Zahl be Treiben in Kobetthagttvertreten waren, traten mit sehr großer Entschieden- it den Waffen nicht aelmheit gegen den offiziellen Parteivorstand der scheide- Spione und Agentin ww mannschen Richtung .

emenden neutralen » roorfen, fie' Hütten^« iebknecht im Stich gelassen XnnraJi u. a. »,. Auf Seiten ber Unabhängigen sprachen noch

^iNenÄert^üb^Deuilt verfchiodene Delegierte, die an sich aus dein Boden Mküen.werte u ' Scheidemannschen Richtung standen, aber dre Art

^ '*' der Sache nicht billigten.

Am Montag abend gegen Schluß sprach zu dem

Wissenswerte

rstSE ri ».,

mweu Am Mvnta^ ^ , . . . .

^rAmabl von Spionen > Streite noch Sch e idem an n selber. Er verterdtgte

Me MnIommenSperhältnisse naD ver Kinderzahl be­messen, um kinderreichen Familien die Schwierigkeiten, die aus der größeren Kinderzahl entstehen, zu ersparen. Die dahingehende Absicht des Staates hat im preu-

«im» Sinrelbetten über d die 4>altung seiner Gruppe und sagte, man sei zu sehr zu den Lände; weitgehendem Entgegenkommen gegenüber den Unab- hm en wir allein nt« hängigen bereit gewesen. Insbesondere in der »/rntioneii. die al wärts-Angelegenheit, dessenRüaeroberung" fi oder noch habe, offizielle Rentei mit sülfe militär-bebördlicker ^Deutschland. Schwedl nahmen

, vi« hängigen bereit gewesen. Insbesondere ln derVor- dte al wärts-Angelegenheit, dessenRückeroberung" für die Hab« drüielle Partei mit Hilfe militär-behördlicher Matz- dieUnabhängigen" in den schärfsten Wor- jeti ^ &un c, dl ten' angegriffen hatten, gab er seinen Worten beson- ""ä, Leute best«! deres Gewicht. Man habe damals den Unabhängigen

i ptenenoKi ^wiss; _ die seinerzeit im Besitze desVorwärts" waren und |Ul V .iina tätig n» bnrnn um so entschiedener sesthielten, als die Mill-

openhagen rn » tärbeEiöcben ja im Kriege die Neugründung von Zei-

w«'cd'uoinil# wngen nicht gestatten - angeboten, das Berliner

schland v > y . xn Spr Zeutralorgan solle abwechselnd den einen Tag als

in einet uc > * --

den andern Tag alsBerliner der Mye uu .. m tll zzglksblatt" für die Unabhängigen erscheinen. Die chule ^wuro^ ^ g^tcbert Unabhängigen

Nähe m Torwarts--,

> nun'

^ Hohn' geantwortet.

hätten darauf aber nur mit Spott und

darmenE- hNr^möt-" Ai !>- ">'

durch^acheU' dänisch« -

Am Dienstag geht dieses große Wäsche-Maschen

sch"^^" Tabei'mA

s-

^^geben^wie man

aui von £ r |jjj5 sich Sonntag nachmittag nach den besetzten Gebieten des Ostens begeben.

:: Beamten und Besordungssiage. Tie Inter­ims y;r,i*. j ejsengemeinschaft deutscher Reichs- und Staatsbeamten

.\L hatte« hielt am Sonntag in Berlin ihre erste große Haupt-

Minen ^..^burg f Versammlung ab. Man beschäftigte sich in erster Linie 1 nach .V mit der Kinderfrage. Der Verbandsredakteur

^ ihrer ^ Falkenberg meinte, es dürfedie Bevölkerungspolitik ii jiifällifll sich nicht allein die Hebung der Kinderzahl, sondern

,,,-veN. . tior allem der Kinderqualität zum Ziele setz vu gpiü» Direktor des Deutschen Technikerverbandes. Dr. Höfle

Politische Rundschau.

Sie Krise beigeicgt? Der Reichskanzler hat

orbeimaL/mov

Fern» eu

zischen Landtage sowohl als auch im Reichstage eine so tarke Mehrheit, oaß diese Kundgebung vom Sonntag daran kaum etwas ändern wird.

Zur inneren Lage sagt das linksliberaleB. T.":Wie verlautet, besteht sowohl in der konserva­tiven Fraktion des Abgeordnetenhauses, als auch in der Alten Fraktion des Herrenhauses die Absicht, einen Vorstoß zugunsten der Deutschen Vaterlandspartei und der Alldeutschen Agitation zu unternehmen."

: Eine Eruährungskonsercnz. Unter dem Vor­sitz des Staatssekretärs von Waldow tagte am Montag im Reichsarnt des Innern eine Konferenz der Minister der Bundesregierungen, in der unsere Ernährungs­lage und der Wi rt sch aftsp l a n 1917-18 eingehende Erörterung fanden.

:: Tcr Präsident des Reichsvcrsicherungsamts Kaufmann hielt dieser Tage auf Einladung des Ober­befehlshabers der Heeresgruppe des Generals von Eichhorn in Kowno und Wilna den Truppen Vor­träge über die wichtigsten Zusammenhänge zwischen dem deutschen Siegeswillen und der deutschen So­zialfürsorge. Kaufmann besichtigte dabei im er­oberten Gebiet die Fürsorgemaßnahmen der deutschen Militär-Stadtverwaltung.

:: Lie. Traub und die Baterla»rdspartei. Der bisher lintsliderale Dortmunder aus Schwaben stam­mende Pfarrer Gottfried Traub soll sich entschlossen haben, sein Landtagsmandat niederzulegen, und zwar aus Drängen der fortschrittlichen Volkspartei in seinem Wahlkreise Teltow-Beeskow.

:: Gewerkschaften im Hauptquartier. Nachdem Vertreter der christlichen und Hirsch-Dunckerschen Ge­werkschaften zur Besprechung der gleichen Angelegen­heit im Großen Hauptquartier empfangen worden sind, haben nach deinVorwärts" am 12. Oktober die beiden Vorsitzenden der Generalkomnlission der Gewerkschaf­ten Deutschlands, Legten und Bauer,gleichfalls die Beschwerden der Gewerkschaftsowganisationen im Gr. Hauptquartier vorgetragen."

:: Tie deutschen Arbettgeberverbänoc hielten in Nürnberg eine Konferenz ihrer Geschäftsführer ab. Gegenstand der Beratungen waren die Fragen der Uebergangswirtschaft, sowie praktische Fragen, die sich aus die Durchführung des H i l s s d i e n st g e s e tz e s beziehet!. Für die Zukunft des deutschen Wirtschafts­lebens kam die einstimmige Ueberzeugung zum Aus­druck, daß die Initiative des freien Unternehmer­tums nicht ungebührlich zugunsten gemeinwirtschaft­licher Experimente beschränkt werden dürfe.

* * *

Manschetten sowie Vorhemden und Einsätze. Die Freiliste umfaßt noch: alle ungefütterten Hand­

schuhe aus Baumwolle, Halbseide und Seide, ohne Rücksicht aus eine Gewichtsgrenze, die bis zu einem Drittel bestickten, bemalten oder bedruckten Fahnen, konfektionierte Gardinen, Portieren, Fenster- und Wandbehänge, Seide und Halbseide. Auf der Freiliste stehen auch Gegenstände, deren Kleinhandelspreise nicht mehr als zwei Mark das Stück betragen. Doch darf davon nur ein Stück aus einmal verkauft werden. Diese Erleichterung gilt nicht für Strümpfe, Handschuhe, Taschentücher, Scheuertücher usw. In Zukunft soll aber die Erteilung eines Bezugsscheines ohne Vorlegung einer A b g a b e bescheinigung unbedingt abgclchnt wer­den, wenn solche Bestände in ausreichendem Maße

te -... üe in . j vor allem der Kinderqualität zum Ziele setzen". Ter 'i Mo« Direktor des Deutschen Technikerverbandes. Dr. Höfle, . «..iiftioflil sprokh ausführlich überTie Grundsätze zur Neuge- t,t II sta - - -

«^Viidt 11 ?ien ÄbUWS,

ihre" staltung der Besoldungsordnung". Na,

sik MPie kE döikerung und Besoldungspolitik nichts .. .

!l !. t ttfjii' «9 taten« und Beihilfentheorie sei erniedrigend sür dre

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« 1 Beamten. Eine Abstufung der Gehälter nach der Kin-

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vorhanden sind.Ausreichend" auszulegender Begriff.

aber ist ein sehr eng

Nach ihm habe Be- gemeinsam. Die

ieflj derzahi darf nie eintreten. Der Bevölkerungspolitik darf die Besoldung keinesfalls dienstbar gemacht wer­den. Staat und Reich wollen bekanntlich, dagegen xichten sich diese Reden, überhaupt die ganze Tagung,

Gerichtssaal.

± Eine folgenschwere Fahrlässigkeit hatte sich der in Oberhausen wohnende N a t u r h e i l k u n d i g e Wil­helm Holländer zuschulden kommen lassen. Hollän­der. der aus kleinen Verhältnissen hervorgegangen ist und auch sonst keine wissenschaftliche Vorbildung genossen hat. übt seit längeren Jahren die Naturheil­kunde praktisch aus. So hatte er ein zwei Jahre altes Kind, das an einer Hornhautvereiterung der Augen litt, mit dem Erfolg behandelt, daß das Kind erblindete. Bei der überaus schweren Erkrankung der Augen hätte Holländer, wie das Gericht auf die Gutachten mehrerer Aerzte hin feststellte, unbedingt die Behandlung einem Arzte überlassen müssen. Die Strafkammer verurteilte den Naturheilkundigen we­gen fahrlässig« Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis.

^ Berlin, 15. Oktober. Warenhandel. (Nicht­amtlich.) Saatweizen 1823, Saatroggen 1621, Schilfrohr 4,004,25, Heidekraut lose aus Abladung 2.402,50. Richtpreise für Saatgut: Rotklee 260 bis 278, Schwedenklee 210-226, Weißklee 160-176, In­karnatklee 118-132. Gelbklee 96-106, Timotee 96 bis 106, Reygras 108-120, Knaulgras 108-120, Wicken 43-65, Serradella 46-48 für 60 Kilo ab 4,50, Maschinenstroh 4,004,25, Häcksel 9,25.

Station. Heu 14, Flegelstroh 4,755.25. Preßstroh '3, Berlin, 15. Oktober. Die Besetzung der Insel Oesel löste in unseren Geschäftskreisen lebhafte Be­friedigung aus, und das Ereignis trug auch anfangs zur Anregung des freien Börsenverkehrs bei. So stellte sich aus dem Montangebiet mehr Unternehmungslust ein.

Schweden: Die Entente hat sich verrechnet.

; Die meist gut unterrichteteGotenburger Han- delszettung" veröffentlicht die Liste des neuen schwe­dischen Ministeriums, die u. a. Widen als Vorsitzen­den des Staatsrates und Justizminister, den General Tirgston als Kriegsminister, den Reichstagsmann Nil son als Marineminister und Branting als konsu- latrves Mitglied des Staatsrates umfaßt. Tie Entente hat sich also mit ihrer 5^etze, deren Ziel die Uebertragung der Macht an ihren treuen Sklaven Branting war, gründlich verrechnet.

Aus aller Welt.

+ Freigabe von Knochenbrühextrakt. Der Kriegs­ausschuß für Oele und Fette wird im Oktober große Mengen von Knochenbrühextt'akt, der als Zusatz zu Suppen, Saucen und Gemüse sowohl für den Einzel­verbrauch, als auch für Zwecke der Massenspetsung verwendet werden kann, dem freien Verkehr übergeben. Kilopreis 3 Mark, für gemischten dänischen Extrakt 5,80 Mart. Bei Abgabe in kleineren Packungen (Dosen) ist ein Aufschlag für die Verpackung mit 50 bezw. 70 Pfg. zulässig.

** Ein Braten fürs Felo. Ein Militärt-ransport- zug hatte kurzen Aufenthalt aus der Station Barn- storff, wo aus einem Nebengleis Ferkel verladen wur­den. Aus den scherzhaften Zuruf u nserer Feldgrauen, ihnen einen solchen Braten mit auf den Weg zu geben, reichte kurz entschlossen der Besitzer, ein Herr Sp., zwei der rosigen Tierchen den Feldgrauen hinüber. Unter großem Halloh setzte sich dann der Zug in Be­wegung.

** Opfer des Sturmes. In Wevelinghoven bei Grevenbroich stürzte infolge des Sturmes eine Um­fassungsmauer der ausgebrannten Kottmannschen Mühle ein und zertrümmerte einen Teil des Kontors. Dabei wurden der Mühlenbesitzer Jakob Kottmann, ferner der Obermüller und ein auswärtiger Bau­ingenieur getötet.

* An Kohlengas erstickt. Der Führer der Damps- straßenwalze Anton Grafensteiner von München wurde tot in seinem Wohnwagen gefunden. Er hatte am Abend in seinem Wagen tüchtig mit Steinkohlen ge­heizt, so daß offenbar der kleine eiserne Ofen die su entwickelnden Gase nicht halten konnte.

* Mordversuch am eigenen Bater. Auf den Söld­ner Keppler in Siegertshofen wurde nachts ein Schuß abgegeben, der ihn lebensgefährlich verletzte. Sein in Urlaub zu Hause befindlicher Sohn wurde als mut­maßlicher Täter verhaftet. Der Vater hatte das An- wesen verkaufen wollen, womit der Sohn nicht ein­verstanden war.

** Eine eigentümliche Strafe will man in Halle gegen Versuche, auf der städtischen Straßenbahn ohne Fahrschein zu fahren, anwenden. Um solche Mogeleien zu ahnden, erhalten die Schaffner dre Berechtigung, den Fahrgast dadurch in Strafe zu nehmen, daß sie ihn zum Kauf von zehn Fahrscheinen zwingen.

4- Weniger 5rlcidnng. Die Reichsbekleidungsstelle muß energisch werden. Die Bezugsscheinpflicht muß sie erweitern auf baumwollene Strümpfe jeder Art, auf abgepaßte farbige Tischdecken, Matratzen, sertiggestellte Inletts, alle einfarbigen und bedruckten baumwollenen, wollenen und leinenen Möbelstoffe, baumwollene Vel­vets und Wachstuche, ferner auch Wickelgamaschen, fer­tige Fracks, imitierte Pelzgarnituren, fertige Säug­lingskleidung für Kinder bis zu einem Jahre, gemusterte weihe Tischzeuge, Reise- und Schlasdecken, Kragen und

Hände waschen!

Eiusachste Schutzmittel gegen Ruhrerkraukung.

Die Gefahr, an der Ruhr zu erkranken, ist durch die jetzt einsetzende kältere Jahreszeit zwar gemindert, aber durchaus nicht völlig beseitigt. Daher heißt eS auch im Winter für jeden einzelnen, nach Kräften alles zu vermeiden, was ihm diese Krankheit zuziehen könnte. Vor allem ist bei den ersten ruhrähnlichen Krank­heitserscheinungen schleunigst der Arzt zu Rate zu ziehen.

Die Ruhr beginnt mit heftigen Letbschmerzen und Durchfällen, die bald ein schleimiges Aussehen anneh­men. Meist ist dem Schleim auch Blut beigemengt. Bisweilen beginnt die Krankheit mit Erbrechen und Uebelkeit. Fieber ist meist vorhanden, kann aber auch vollständig fehlen.

Da die Ruhr eine ausgesprochene Schmutzkrank­heit ist. so ist Reinlichkeit der beste Schutz gegen sie. Ter Erreger der Ruhr, ein Bazillus, wird von den Kranken lediglich mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Die dünnflüssigen Tarmentleerungen beschmutzen auch bei an sich sauberen Menschen sehr leicht die Hände, zumal Papier häufig für Flüssigkeiten und Bakterien durchlässig ist. Durch unsaubere Hände werden dann die Ruhrkeime aus Gegenstände (Griff am Wasserzug des Klosetts, Türklinken. Treppengeländer und Ge­brauchsgegenstände). ferner auf Nahrungsmittel oder unmittelbar auf Gesunde übertragen.

Der wirksamste Schutz gegen die Ruhr ist daher Sauberkeit der Hände. Dringend zu empfehlen ist des­halb der Gebrauch von gutem Klosettpapier. Außer­dem aber beherzige jeder:

Nach der Notdurft, vor dem Essen

Händewaschen nicht vergessen!"

Besonders muß auch beim Herrichten von Speisen (Anrichten ungekocht zu genießender Gerichte, Strei­chen des Butterbrotes!) auf Sauberkeit der Hände geachtet werden:

Willst andere du mit Speise laben.

So mußt du saubere Hände haben!"

sollte sich jede Hausfrau, jede Köchin zum Wahlspruch wählen.

Auch Fliegen können die Ruhr verbreiten, wenn sie 6)elegenheit haben, sich auf Entleerungen von Ruhr­kranken' und danach auf andere Nahrungsmittel zu setzen. Daher sind zur Verrichtung der Notdurft gut gebaute Aborte zu benutzen: im Freien entleerter Stuhlgang ist sorgfältig mit Erde zu bedecken. An­dererseits sind Nahrungsmittel und noch zum Genuß bestimmte Speisereste sorgfältig vor Fliegen zu schützen. Ueberhaupt ist der Fliegenplage nach Möglichkeit Ein­halt zu tun.

Unreifes Obst und verdorbene Nahrungsmittel ver­ursachen an sich keine Ruhr. Sie könnten jedoch durch' Erzeugen von Magen-Darmkatarrhen das Haften etwa in den Darinkanal hineingelangter Ruhrbazillen und damit das Entstehen der Ruhr begünsttgen. Deshalb vermeide man beides, wenn Ruhr herrscht, ganz be­sonders.

Die beste Pflege findet ein Ruhrkranker in einem Krankenhaus. Durch schleunige Absonderung der Kran­ken und Infizierten im Krankenhaus werden auch ihre Familienangehörigen und Arbeitsgenossen in wirksam­ster Weise geaen die Uebertragung der Ruhr geschützt. Werden die "geschilderten Vorsichtsmaßregeln beobach­tet, so erlischt eine Ruhrepedemie in der Regel schnell,