ietzeirer Zeitung
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Druck der Gießeuer Verlagsdruckerei, Aldin Mei«.
%. 84.
Telephon Nr, 362.
Donnerstag, den 4. Oktober 1917.
Telephon Nr. 363.
30. Jahrg.
Ein Deutschland hoch in Ehren, frei und groß! An verschiedene« Teilfronten deutsche Erfolge.
wtb. Großes Hauptquartier, 2. Okt. 1917.
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nuppcecht.
In der Mitte der flandrischen Front war der Ar- tlleriekampf stark, zwischen Langemarck und Hollebeke "ehrfach zu heftigen Tcommelfeuecwellen gesteigert. — Borgens entrissen unsere Sturmtruppen den Engländern >n Polygon-Walde, nördlich der Straße Mcnin—Ipern, * etwa 500 Meter Tiefe Kampfgelände, das gegen mehrmaligen starken Gegenangriff behauptet wurde, lußer erheblichen Verlusten büßte der Feind Gefangene n.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Nordöstlich von Soiffons nahm die Kampftätigkeit (t Artillerien zu. — Vor Veldun war der Feuerkampf n Anschluß an ein erfolgreiches Unternehmen auf dem 'stufer der Maas lebhaft. Bei Bezonvaux brachen wrgens Jnfanteriestoßgruppen mit Pionieren bis in lk hinteren Linien der französischen Stellung, zerstörten ort die Grabenanlagen und kehrten mit mehr als 100 refangenen in die eigene Stellung befehlsgemäß zurück. Auf dem
Oestlichen Kriegsschauplatz
ud an der
Mazedonischen Front
!tcb bei geringer Gefechtstätigkeit die Lage unverändert
Der Erste Genecalquartiecmeistec: Luvend ocff.
*
In Flandern und vor Verdun mehrfach starke Mc-kampf. Kleine Jnfanterirkämpfe verliefen für un erfolgreich. — In letzter Nacht wurden London, Sheer ich, NamSgate, Dover erneut von unseren Flieaeri '^griffen. Osten nichts Besonderes.
»
2i ooo rönnen.
Berlin, 2. Okt. Neue U BootSerfolge im Sperr «ebiet um England i 2100« Bcuitoccgistertonnen 1<on d''li versenkten Schiffen wurden drei große Dampfe! JU0 stark gesichertem Geleitzug hecausgeschoffen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
isooo Cottneti!
, , f erl ^ Okt. Durch unsere U-Boote wurde M dem nördlichen Kriegsschauplatz wiederum 1800 ölutto-Register-Tonnen versenkt. Unter den vernichtete schiffen vcfanden sich 2 bewaffnete englische, tief b< ladene Dampfer, von denen einer aus einem stark g, sicherten Gelertzug herausgeschoffen wurde, sowie da Wnzöstsche Fffcherfahrzeug „Quatre Freces".
Der Chef des Admiralstabes der Marine
BMtniwrgs Dank!
_ @edJc§, Hauptquartier, 3. Oktober- Mi Scmer Majestät, meinem allergnädigsten Kaiser und Herrn habcn weite Kreise de!
Volkes Anteil genommen an meinen Ilchigjahrigen Geburtstag. Der Tag ist dadurch fui mch zu einem Festtag geworden, dessen herrliche Ein ttuae bis an mein Lebensende in meinem Herzen Hafter
f' tben c .^r dRen cm tiefemt,funbenen Dank kann ick rulc auf diesem Wege aussprechen.
Durch all die ungezählten Beweise freundlicher An. ellnahme zieht sich gemeinsam der Ausdruck des Ver. kcaums, daß ich wie bisher mein ganzes Denken und yandeln als treuer Diener meines kaiserlichen und -lömgllchen Herrn für das Wohl des Vaterlandes ein- Ichn werde. Diesem allseitigen Vertrauen entnehme ich me Berechtigung zu einer Bitte.
Wir haben dem übermächtigen Ansturm unserer ikgnec mit Gottes Hilfe durch deutsche Kraft wider- Alanden, weil wir einig waren, weil jeder Neu d t g a l l e s gab. So muß es bleiben bis zum t-ktzten. Nun danket alle Gott". Auf blutiger Wahlstatt sorgt nicht, was nach dem Krieg werden soll! Das bcmgt nur Mißmut in unsere Neihen und stärkt die Hoffnungen unserer Feinde. Vertrau t, daß Deutsch
land erreichen wird, was es braucht, um für alle Zeit gesichert dazustehen, vertraut, daß der deutschen . Eiche Luft und Licht geschaffen werden wird zu freier Entfaltung!
Die Muskeln gestrafft, die Nerven gespannt, das Auge gerade aus! Wir sehen das Ziel vor uns: Ein Deutschland hoch in Ehren, frei und groß! Gott wird auch weiter mit uns sein!
Generalfeldmarschall v. Hindenburg.
O
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Darum zeichne!
wtb. Großes Hauptquartier, 3. Okt. 1917.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
An der Küste und zwischen Langemarck und Zand- voorde schwoll gestern der Arttlleciekampf wieder zu großer Heftigkeit an, bei den mittleren Abschnitten der Schlachtfront auch zu stärksten Feuerstößen. Am Morgen mühte sich der Gegner erneut, aber völlig vergebens, das tags zuvor von uns nördlich der Straße Menin- Npecn erkämpfte Gelände zurückzugewinnen. Alle seine Angriffe wurden blutig abgewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zu beiden Seiten der Straße Laon-Soissons entfalteten die Artillerien wieder lebhafte Kampftätigkeit. Längs dex Aisne, bei Reims und in der Champagne brachten unsere Erkundungsvocstöße Gewinn an Gefangenen und Beute. — Auf dem Ostufer der Maas gelang es gestern früh württembergischen Truppen, am Rocd-
hang der Höhe 344 östlich von Samogneux, die fran- zöstschen Gräben in 1200 Meter Brette im Sturm zu nehmen. Tagsüber führten die Franzosen 8 Gegenangriffe, um uns von dem eroberten Boden zu verdrängen. Auch nachts setzte der zähe Gegner noch Anläufe an. In erbitterten Kämpfen wurden die Franzosen stets zurückgeschlagen. Ueber 150 Gefangene von 2 französischen Divisionen blieben in unserer Hand. Die blutigen Bcr> lüfte des Feindes mehrten sich mit jedem vergeblichen Ansturm. — Der Feuerkampf griff von dem Gefechts- feld auch auf die benachbarten Fronttetle über und blieb während des ganzen Tages und nachts über stark.
Die Bombenangriffe unserer Flieger in der Nacht vom 1. zum 2. 10. auf London, Margate, Sheerneß, Dover hatten beobachtet gute Wirkung. Auch auf die englischen Häfen und Hauptverkehrspunkte in Nordfrank- reich wurden mit erkanntem Erfolge zahlreiche Bomben abgeworfen.
Leutnant Gontermann schoß den 39., Oberleutnant Berthold den 28. Gegner im Luftkampf ab.
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Auf dem
Oestlicher Kriegsschauplatz und an der
Mazedonischen Front keine größeren Gefechtshandlungen.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 3. Okt., abends. Im Westen bei wechselnder Feuertätigkeit keine größeren Kampfhandlungen. — Im Osten nichts von Bedeutung.
Lein. Wertpapiere — Kriegsanleihe.
Wie oft muß noch gesagt werden, daß bares Geld totes Kapital ist! Nur der Geizhals hat daran eine sinnlose Freude. Es läßt doch auch keiner aus Mutwillen seinen Acker jahrelang brach liegen, oder es fällt doch keinem Hausbesitzer ein seine Wohnungen absichtlich dauernd leerstehen zu lassen. Ein solches Tun würde mit Recht als Berücktheit bezeichnet. Geld, das nicht zum täglichen Leben oder zu Anschaffungen gebraucht wird, muß arbeiten, muß Zinsen bringen. Das ist ein Vorteil für den Besitzer und ein Nutzen für die Allgemeinheit. Und wenn man Geld ausletht, kann man doch nicht im Zweifel sein, daß ein guter und einwandfreier Schuldner, wie das Deutsche Reich, hinter dem das ganze Volk mit seiner gesamten Habe als Bürge steht, besser ist, als ein weniger guter. Und jeder andere Schuldner ist, mag er auch auf noch so festen Füßen stehen, weniger gut, als das Reich. Deshalb ist und bleib die beste Kapitalanlage die Deutsche Kriegsanleihe.
Bargeld kann gestohlen werden, kann verbrennen od. sonstwie in Verlustgeraten und dann hat es der unglückliche Eigentümer in den meisten Fällen wohl für immer gesehen. Passiert dasselbe mit Kriegsanleihen, kann sich der Dieb aufhängen, denn dann ist ec der Dumme. Die Nummern der Wertpapiere werden sofort angemeldet und einige Stunden später weiß jede Bank, was gestohlen wurde. Sind die Papiere sonstwie vernichtet worden, bekommt der Verlierer Ersatz. Schon aus diesem Grunde sollte sich jeder, auch wenn er kein patriotisches Empfinden hat, klarwerden, daß es nichts Unklugeres gibt, als sich auf sein Geld zu setzen, statt Kriegsanleihen zu zeichnen.
R. W. Gestohlene Wertpapiere. Daß in Ihrem Hause, während Sie auf einer Geschäftsreise waren, eingebrochen und Wertpapiere entwendet wurden, ist bedauerlich. Lassen Sie sich darüber aber keine grauen Haare wachsen, denn selbst, wenn Sie die Nummern der entwendeten Stücke nicht ausgeschrieben haben, wird sie Ihr Bankier, von dem Sie die Anleihe bezogen haben, kennen und die Stücke sperren lassen. Der Dieb hat also keinen Vorteil von seinem Raub. Sie sehen aber, wie gutes war, daß sie kein bares Geld zu Hause behielten, sondern es in der letzten Kriegsanleihe anlegten. Da Sie wieder eine Barzahlung in den nächsten Tagen erwarten, werden Sie gut tun, in gleichem Sinne auch für die neue Kriegsanleihe zu handeln.
Verantwortlich Albin Klein in Gießen.


