Ausgabe 
29.9.1917
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allen erdenkbaren Mittel» unternommene Angriff am Isonzo ist kläglich zerschellt.

Ist eS da nicht unsere einfachste Pflicht und Schuldig keit, ihnen jetzt zu zeigen, daß auch wir auf dem Posten

find.

Unser Hindenburg steht an der Spitze der Werbearbeit. Nur ihm und seinen unvergleichlichen Truppen verdanken wir eS, daß wir ,« Sicherheit unser tägliches Brot effen. Ein schwacher Ausdruck treuen Tankes ist es. wenn wir nun auch ei» Dertcauen zu uns mit allen Kräften ehren. Ec feiert in dielen Tagen fein Geburtstag-fest. Können wir ihm eine würdigere Festgabe bringen als einen vollen Erfolg der 7 Krieg«' anleihe?Treue um Treue- ist ein alter deutscher Spruch, und die Treue ist von j-her ein glänzender Zug des deutschen Volkes gewesen.

Schauen wir einmal in die Z u k u n f t Wir wissen eS alle, es handelt stch in diesem Kriege um die sichere Existenz des deutschen Vaterlandes. Was aus uns werden würde, wenn wir nicht siegreich auS ihm hervocgehen sollten das zeigt uns das Beispiel Irlands, Indiens und des unglücklichen Griechenlands Die sichere und ungefährdete Existenz des deutschen Vater- landeS steht aus dem Spiel Bei diesem Worte müssen die Herzen und der Wille reifen zu machtvoller Kraft. Die heilige Pflicht der Selbfterhaltung zwingt unS zu tun, was irgend in unseren Kräften liegt, die Rück- sicht auf das Wohl unserer Kinder und KindeSkinder!

T i t deutsche Ehre, die deutsche Treue die deutsche Pflicht ruft uns zum tatkräftigen Handeln auf. Beweisen wir auch diesmal, daß wir Deutsche sind.

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mit* Gold

grfjört in rifrrnrr Zrit örm Ufltrrliiiiör! Dort stärkt ra unfrrr ftrirgoriiftung! Dort orrhiirjt ro örn Krirg. Dir 60IK- anhaufftrllr bezahlt den oollrn 6oIdwrrt.

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Die Schuld am Kriege.

(Sine Kjlalbemofcatlfdje Frieden» und NclegSschrift

Die bedeutsame Rede, die der sozlaldrmokc. Reichs- tnqSnbgeordnete Dnvld vor dem holländisch skandina­vischen FrledenS-Koml ee in Stockholm am «i. Juni 1917 »'hallen hit. liegt jetzt a'S Broschüre vor, vom Vorsiand der sozialdemokratischen Pmtet Deutschlands heraus.,e- ll'ben und im BoiwäetS Verlag erschienen. Die Rede vertritt mit Energie und Geschick den deutschen Stand- punkl, ober da dieser deutsche Standpunkt zugleich eine objektive Begründung umfaßt und die soztaldcinok-a- tische Mehrheit diese Gründe vollkomme» eingcsehen Hot und verteilt, so wird das Schiiitchen weit über soztaideiiiokeatts.be Kreise hinaus Interesse und Bedeutung erlangen. Die Rede sollte in Stockholm den Frieden vorberettrn, ober sie ist durch ihre logische Zusainmen- sassung und durch ihre kühle Sachlichkeit zugleich ein g änzende» Plaidoycr sür den deutschen Krieg geivorden, sür den Krieg Deutschlands in Verteidigung und Ab­wehr. Nachdem David die allgemeinen Ursachen, die ". « kapitalistischen Streben der ganze» Welt nach Rohstoffquellen und Absatzmärkten für ihre Waren sucht knapp und kurz dargestellt hat, bespricht er die letzten entscheidenden Ereignisse, die zum Ausbruch des Kriege» selbst suhrten. (Sc untersucht die Politik England». seine Verbindung mit Rußland und Frankreich, die Unter, grobung de» Dreibundes und olle anderen Mittel die einmal dazu führen muhten. Deutschland und die Zentral. Mächte politisch einzukreisen, aber auch andererseits die Absicht hatten zugleich die wirtschaftlichen Müglichkeiten der Welt ausschließlich unter England und seine Lundes-

J, n . «Wt X 11 ® 1 .*" dieser letzten Hinsicht prSt ec da« hübsche Wort, daß die Entente sich als Ver teilunglitzudikat stabiliert habe und daß alles andere mit Naturnotwendigkeit aus diesem Mechanismus habe /"l*" «ehr beweiskräftig und in ihrer Sach

lichkeit überzeugend, wirkt besonders die Darstellung von dem Ausbruch des Kriege». David Ichild.-rl kurz, aber doch erschäpsend den serbischen Konslickt, die Absichten ^tsch andS, die direkten Verhandlungen zwisch n Wien

1 I n r0 ,u 'Ordern. den Konferenzvorschlag Greh, ebenfalls von Deutschland gesörd.e, und schließ!

angenommen, von Rußland aber . ePl n ? b ban " b,t 'uss sche Mobilisation, den Be-

b J® 3 «1 blefer Hinsicht wäre e» erwünscht,

wenn b«t de» Neuauflagen der Schrift, die sicher zu

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jrW e 5. bl? '"»wischen veröffentlichte Del,so» ge i.?"' ^'"eral Heit und dem Genera,stab

J ,wt>»egeben wurden Am Schluß ferner

k-lbehand".. d'c Reichsiagrabgeordnete David die belgtiche Neutralität. die Vertragsbrüche und die Greuel des Ketege», um als Äusklang immer von neuem den ? r t S ?'*v l / < * ),a " bs , als *'" tn Krieg der Abw he und t , tT'.iü,' 'Ubenietsen und die I.sommengehör.g- keil der deutsche» Lozialdemokeatie mit ihrem Volke und ihrem tZande zu beteuern. Die ganze Lchrm r.iq,. net sich durch eine außergewöhnliche Klarheil und Ein- achhe.t der Sprache und der BeweiSsüheung aus und lst lm beste» Sinne des Won s national und paniotleb obwohl icdes starke und verletzende Won izegenübee den Gegnern mit aller Absicht bei meidet

Wir wisse« nicht, wie die Rede deS deutschen sozial» demokratische« Abgeordnete« auf seine Bcuderpa te cn qewttkt hat, aber man sollte annchme», daß sie auf jeden wirken müßte, der sich auch nur einigermaßen einen vorurteilslose« Blick und ein klares Urteil in die- frn Weltstücmen bewahrt hat In jed m Falle habe» wir hier eine glänzende Beweisführung für die Gerech» tigkkit der deutschen Sache, nir das AuSharrcn und Ducchhalten Deutschlands in diesem Kriege und bami; nicht mir eine FriedenSschrift, sondern auch im best n Sinne des Wortes eine KriegSschrtft, d: wir lm In»

und Ausland die weiteste Verbreitung wünschen möchten.

Hur Stadl uad Caud.

t^in würdiger Dank an unsere Ärieger. Am

I. August haben viele rheinische Städte den 3. Iah cS tag der Kriegserklärung mit schkichtrn ErinnecunoSab n- den würdig begangen. Am würdigsten aber dank n wrc unseren He den, vor allen den Toten, sür ihre bei piellose Treue, indem wir in ihrem Grifte fröhlich Opscr bringen u o. durch den Verkauf unserer überflüssigen Goldsachen die Goldrüstung der Rrichsbank stärken Ist ein solcher Verkauf überhaupt ein Opfer in dieser Zeit zu nennen, während unS in de» Straße» in jedem Verwundeten eine ganz andere Lpferwilligkeit entgegen« tritt? Vor jedem Verstümmelten, der fein Gebrechen als die natürliche Folge einer selbstverständlichen Vater' ländischen Pflicht klagcloS erträgt, muß ja der Besitzer protziger Goldfachcn erröten. Fort daher mi dem Gold zur R e i ch S b a n k. Dort stärkt cS unsere Rüstung, dort verkürzt cS den Krieg.

Du brauchst kein Geld

um je hi Kriegsanleihe zu zeichnen denn die bequemen Zahlungsbe dingungen lassen Dir Zeii. Ou mußt Dir nur überlegen, was Du in den nächsten Wochen und Monaten vor­aussichtlich verdienen wirst. Mchnc )avon ab, was Dich Oein Lebens­unterhalikostei - und Du weihi, was OuDeinem Daierlande leihen kannst.

Darum zeichne!

Die hessische Arieg.sparkarte Im Großher- zogtum Hessen kommt bet der firbenten KriegSanletbe eine künstlerisch auSgeführte KriegSspal karte, die als ein dauerndes Krtegscrinnerungsblatt gedacht ist, zur Aus- ?°bc. Den Entwurf lieferte der Militärkcankcnwärt.r Iochheim dcs unter künstlerischer Leitung von Prof. Hugo Eberhaedt stehenden Werkstätten und Berufs ubungS^LazarcltS Technische Lehranstalten Osscnbach a M D.e Karten druckt n Kriegsbesä ädigte unter dem Buchdruck imeister deS Lazaretts M. G . Schütze D't'chler tm Verein mit der Buchdruckerel Wilhelm Gerstuna.

Hkftung zu Blocks geschah gleichfalls tn. ihr Buch Dlaorcrt bc» BerulLübungs Lazarett). ES werden Werte ouSgegeben zu l Mk. 5 Mk , \0 Mk. und 20 VH ihn oufjumunLrn eine Secre der t Karten zu erwerben verschiedene Farben, rot. gelb, g an und -osa grwau t ^ >e rrNen Drucke sind schon allSgcgtben Allein . n'chcln nach finden dle schön.n Er'nnr.ungsblätt»r die st b in besonderem Maße als Weihnachrc . Gcbu-l tags und Patengeschenk eignen, eine raiche Abn^hcm

'Giessen Die Stadtverordneten-Versammlung

bechloß, lm Interesse dir Allgemernheit den Theater- betri b auch während der vierten KrlegSipielzeit auf­recht zu erhalten, zumal eine Deckung von 90 Prozent der angeforderten Kohlenm nge sichergestellt ist. Die Garantiesumme der Stadt, die seither während der Kriegs zeit aul 10,000 Mk. angeletzt war, wurde lvegen s rx erhöhken Schwierigkeiten des Betriebes auf das doppelte »estgesetzt.

* Gut schäumende ^eife au« Uosskassauieu!

l^egenwärtig -allen d^e wildrn Roßkastanien von d^n Bäumen Man kann auS d.-nielbrn eine vorzügliche Seife Herstellen. Brrsahrcck: Sech» ungeschälte Roß­kastanien w.rdcn aus dem Reibeisen recht fein gerieben. Der Brei wi.d mit vier Liter Regenwosscc übcrgoffen und 24 Stunden strhen gelassen Dann wird derselbe durch rin Sieb oder einen feinen Leinenbeutel durch- sciht Zum Waschen wi d dikies Kastanienwaffcr gut erhitzt Eo ichäun-t und reinigt alsdann wie beste Slii'nlau y.

in neuer feind der 6efundbeit.

Zu brn Feinden unhn« Volhs, welche feit KriegSbr- ginn ,n stetem Wachstum begriffen sind, deren Ver­nichtung auf große Schwierigkeiten stoßen dürfte, gehört ein biShrr als viel zu harmlos betrachteter tarnt* fchmarotzer des Menfchcn, das ist dcr zur Ordnung der Nematoden gehörige ,2)la ben lu u r m", auch Springwurm" oder .Pfliemenschtvanz" genannt. Ec st ein naher Veiwandler dcrBlutsauger", der in den Bronchien d.s Schafes vorkommcnden Stronglyden.

Würde der Schmarotzer nicht bereits in fast allen Familien Eingang gesunden haben, in denen Kinder leben (eS ist zu vermuten, daß an anderen Plätzen die Plage nicht minder herrscht als am Platze des Autors), würde seine Beidiängung nicht aus ebensogroße Schwie­rigkeiten stoßen, als die Acqutsition des eklen Gastes 'ich leicht gestaltet, würde nicht das Nebel zu einer rechten Voiksplage sich auszuwachscn drohen, so wäre^eS unan­gebracht, die öffentliche Aufmerksamkeit auf bloß unrc- qutckliche Zustände oder Vorkommnisse zu lenken. Andrerseits i der wäre cS grundverkehrt. wollte man der zweifellos destruiecenden Tätigkeit der Parasiten, zumal bet dem Umfange, den die Invasion bereits angenommen Hot, sowie angesichts der ohnehin bereits durch Unterer­nährung z. T. geschwächten Konstitution unserer Kinder tatenlos zuschauen.

Der Madenwurm bewohnt den Dickdarm deS Men­schen. Zumeist während der Nachtruhe verläßt das etwa ciu Zentimeter lange Weibchen seinen Wohnort zw ckS Eiablage in der Umgebung der AuSgangspsorte, wobei cS durch schlängelnde Bewegungen mit einem am Hinterletbe befindlichen, chitinaltigen, spitzen AuS- läufcc jenen unausstehlichen Zuckcciz verursacht, welcher das tu seiner Nachtruhe unausgesetzt sich gestört fühlen­de Kind zux Zerezuetschung des Parasitton veranlaßt. Dies hat aber die ständig! neue Infektion des KmdeS mit jüngeren und daher lebend-fähigeren Wurmerem- plaren zur Folge; denn dem zerquetschten Tierlcibe entströmen zugleich hunderte von mehr oder weniger reisen Wucmetcrn, und mit der NahrungSausnahme am nächsten Morgen finden die in de« Eiern sich rasch netwickclndcn Emblyonen von neuem den Weg zuu kindlichen Darm zurück. Daher ist das souveräne Heil mittel zu einer wirklich daiierhastcn Heilung die pein­lichste Sauberkeit und wenigstens fünszehnmal am Tage wiedeiholte Reinigung der Hände und besonders der Fingernägel mit Seife oder helßent Sodalvaffer lind krästtgcc Handbürste. Zum Schutze gegen die Reinseklton wurde für jüngere Kinder das Tragen von Badehös­chen nachts empfohlen. Lange Fingernägel, unter denen die gcsährlichsten Bakterien und Flcchtenecregec eine willkommene Brutstätte finden, üppig nährende Berpstegungsstotionen sür alle Mikroorganismen auf dem Wege ihrer Ucbcrwanderung von Mensch zu Mensch lange, ungepflegte Fingernägel mit sog. Tcauerrän- )ern, die wirksamsten und gefährlichsten Impfnadeln zur Uebcrtmpfung aller Kcaukheltskeime, die in gleich uu- pfpflegtem Zustande bci keiner einzigen Tierart anzu- treffen sind, die müssen natürlich in erster Linie dauernd icscitigl werdm, wenn nicht die dort ausgebrütctcn 29urmcmblyonen stets neue, virulentere Wurmkolonien dem kindlichen Darmkanale zuführen kollcn

Die ErörKcung dieser Zusiändc erschien mtc für )ie Beseitigung der Schäden uncrläßitch Bon den im übrigen angewandten Heil kuren besteht eine der älteren und vollkommen ausreichenden in der drei Tags lang fortgesetzten, je dceimaltgen Darreichung von M 0,025 Gramm Santonin. wobei täglich mehrere Knohb iauchklysttcre untecstütz.'nd wirken. Unter Umständen e'mpsichlt sich die Durchführung der Kur in einem Hospitale Eine Wiederholung der Kur nach 14 Tage« st erforderlich. Dc. med. E. Eoctzc

^ 4)c. med. Oocpc(£|

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

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