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erscheint für die Anhänger des Zarentums der Augen- i blick, wo die Maximalsten (die Bolschewik:, die ganz i Radikalen um Lenin) ihren ehemaligen Genossen Ke- ! renski als „Despoten der russischen Revolution" an- klagen und behaupten, seine Kriegsgerichte ,,schwämmen in Blut", mit allen Möglichkeiten zu rechnen.
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Anarchiftenherrschast im Kaukasus.
„Nowoje Wremja" in Petersburg berichtet, daß im Kaukasus schwere Unruhen ausbrachen, die von Anarchisten verursacht wurden. Gut bewaffnete und organisierte Banden, welche Tausende von Männern zählen, sperren die Straßen, bedrohen die Transporte, zerstören die Dörfer und plündern die Bevölkerung aus. Der Kaukasus ist von einer völligen Lahmlegung des Wirtschaftslebens bedroht.
Juli 811 000 Tonnen.
Im Juli betrug Vas Ergebnis vcr Tätigkeit unserer N-Bootc 811000 Tonnen.
Im Juni war Vas Ergebnis 1 016 OOO Tonnen. Seit Beginn ves uneingeschränkten U-Bootkriegcs, also seit vcm 1. Februar, sinv ziemlich genau Zi/r Mitt. Tonnen versenkt worvcn.
Allgemeine Kriegsnachrichten.
Tie Infanterie-Schlacht bei Bervun.
Beiderseits der Maas setzte am 19. August nach erbitterter Artillerietätigkeit kurz nach 5 Uhr nachmittags wütendstes Trommelfeuer ein Unsere Batterien antworteten aufs kräftigste mit erkennbarem Erfolg. Dem mit größter Erbitterung auch während der Rächt sortgeführten Artilleriekampfe, der sich von 4 Uhr vormittags ab abermals zum Trommelfeuer aus der ganzen Front zwischen Avecourt und Baux steigerte, folgte 4 Uhr 40 vormittags auf beiden Maas- ufern der gemeldete starke französische Angriff. Die Jnjanterteschlacyt ist in vollem Gange.
Tie Schutzivirknng unserer Artillerie.
An der flandrischen Fron* wurde in der Nacht vom 18. zum 19 August eine an der Bahn bei Dix- mutde vorstoßende starke feindliche Patrouille zurück- gewresen. Die Unsrigen brachten im Nachstoßen belgische Gefangene ein. Weiter südlich bereitere der Gegner in den Morgenstunden des 19. August im Raume zwischen Langcmarcl und St. Julien Angriffe ooc. >die jedoch durch unser gutliegendcs Feuer nicvergc- lhalten wurden. Dank unserer Artilleriegegenwirkung ermattete das Feuer der feindlichen Batterien, das sich nur aus einzelne Abschnitte zu größerer Heftigkeit steigerte. Aus Warneton lag schwerstes Feuer Nördlich der Straße Armentieres—Lille wurden Gefangene eingebracht. Unsere Flieger warfen in der Nacht erhebliche Mengen von Bomben auf Munitionslager. Bahnhof und Batterien von Poperinghe, APern sowie Munitionslager bei Jsbergue.
Heftiges feindliches Feuer lag planmäßig auf Lens und unseren Stellungen nördlich der Stadt. Nördlich St. Quentin fanden in der Gegend von Honnecourt ber stärkerer Artillerietätigkeit noch örtliche Kämpfe um zwei in unserer Stellung vom gestrigen feindlichen Morgenangriff verbliebene Engländernester statt. Ber einem feindlichen Bombenabwurf aus Behain wurden fünf Zivilpersonen getötet.
An der Äisrrefront, wo das Artilleriefeuer in der Gegend von Cerny teilweise auffrischte, schoß einer unserer Flieger drei feindliche Fesselballone ab, wodurch die übrigen feindlichen Ballone sich zum raschen Niedergehen veranlaßt sahen. Ein weiterer Fesselballon wurde an der Argonnensrvnt abgeschossen.
Tie Italiener sinv kleinlaut.
Ihre Berichte über die neueste Jsonzoschlacht sollen offenbar das arme Volk nicht beunruhigen So sprachen 1 te fast garmcht von ihren gewaltigen Anstrengungen, die sie am Jsonzo mit mindestens Xi Brigaden unternommen haben. Die österreichische Heeresleitung hat bereits betont, daß der Kampf für sie günstig steht. An den meisten Stellen ist der Feind unter Verlust etner großen Zahl von Gefangenen glatt geschlagen worden. An den wenigen Stellen, wo der Gegner Vorteile gewann, so nördlich Belo auf dem Karst und südlich von Auzza am Jsonzo. sind die Gegenangriffe im Gange. Bei diesem Stand der Dinge ist die Schweigsamkeit der Italiener verständlich.
Bom Handelskriege nach vcm Kriege halten die gefangenen Engländer nicht viel. Intelligentere von ihnen haben sich über die Stimmung in England ausgesprochen. Sie halten sich selbst und das englische Volk nicht für so ,,stupid", aus vaterländischen Gründen höhere Preise zu zahlen, wenn Deutschland die Ware billiger anbietet. Drei bis vier Wochen »nach dem Kriegsende wird der Engländer noch zurückhaltend sein, dann aber wird er wieder vernünftig und als Engländer denken und „make money". Nach den Aussagen mehrerer Offiziere scheint man in England mehr und mehr zu der Auffckssung zu neigen, der Krieg ser ein mißglücktes Unternehmen, das sich nicht bezahlt macfje. Man sieht sich einem Mißverhältnis zwischen Aufwand und möglichen Gewinn gegenüber. Außerdem tastet das Joch eines militärischen und staatssozialisti- schen Systems, das englischem Geschmack und englischen Ueberlieferungen widerspricht, schwer aus dem Volk. Eine starke individulistische Reaktion nach Friedens- schiuß ser unausbleiblich. An Die idealistische Begründung der englischen Kriegführung glaube kein denkender Mensch mehr. „Wir sind das heuchlerischste Volk der Erde". Der Krieg sei eine Machtprobe.
Ter englische K'mvcrmorv.
Gegenüber den frechen Hetzereien der Vierverbandspresse über die Vernichtung belgischer und franzö- sijcher Kinder durch den Krieg schreibt das Amsterdamer „Algemeen Handelsblad" den Engländern folgendes trt*, Stammbuch: „So sind unter anderem e'nem Angriff, den englische Flieger am 14. Juli- auf Das unbedeutende Dorf Vladslofoort West-Flandern' gemacht hatten, nicht weniger als fünf Frauen zum Opfer gefallen. Bei einem anderen Anar.sj am 11. und 12. Juli aus Jseghem, Emelgghem und Jgettnunster
(auch West-Flandern) sielen hauptsächlich Kinder der Kriegsraserei zum Opfer. Und zwar auch linder, die Mütter haben! Auf einen Schlag wurden vier K'nder getötet. Zwei starben nach kurzer Zeit an 'hren Wunden. Vier weitere Kinder wurden verwundet. Ich nenne nur gerade die zwei letzten Vorfälle, über d'e Mitteilungen vorliegen. Nnv solche Tinge geschehen nickt einmal alle 3, 6 oder 12 Monate, sondern — ohne Nebcrtrcibung — alle 14 Tage. Wird wohl Hall Caine auch dieser flämischen und französischen Kinder mit einem Wort gedenken? Sie werden durch die Waffen ihrer eigenen Verbündeten niedergemäh t."
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Die Stadt Kortryk wurde von englischen Fliegern erneut mit Bomben beworfen. Acht Zivilpersonen. darunter einige Kinder und ein holländischer Pater, wurden getötet. Soldaten wurden nicht getroffen.
England stiehlt schwedischen KokS
Aus Maasluis wird gemeldet: Der heute hier erngelausene Dampfer „Cromer" meldet, daß das mit Koks für Schweden beladene niederländische Dampfschiff „Leonore" von zwei englischen Torpedobooten aufgebracht worden ist.
Bomben aus Holland.
Die Niederländische Telegraphen-Agentur meldet, daß ein Flugzeug unbekannter Naltonalität Sonnabend früh in der Gegend des Dorfes Goedereede auf der holländischen Insel gleichen NamenS 6 Bombe n abgeworfen hat. ES wurde kein Schaden von Bedeutung angerichtet. Man glaubt, daß in der Nähe ein Lustk'ampf stattgefunden hat. Die Angelegenheit wird untersucht.
Wenn der englische Minister öffentlich die Ansicht äußern kann, der Rhein bildete die Westgrenze von Deutschland, wie kann man da von einem englischen Flieger bessere Kenntnisse in der Geographie erwarten?!
Fortdauer der Straßenkämpse in Petersburg.
In den Arbeiterquartieren Narva und Wassilij- Ostrog ist es zu neuen heftigen Zusammenstößen zwischen Gegnern der provisorischen Negierung und Kosaken bekommen. Ter Kommandant von Petersburg ließ mit Hilfe starker Streifkorps die Schlupfwinkel der maximalistischen (Lenins) Agitatoren und der Anti» Militaristen absuchen. Hierbei wurden diese Streifkorps aus den Häusern beschossen und mit brühendem Wasser begossen. Es entspann sich um einzelne Häuser ein scharfes Gefecht, in dem hauptsächlich die Kosaken schwere Berlusic hatten.
Ter gewaltigste Kamps au der rumänischen Front.
Die „Neue Züricher Zeitung" meldet aus der provisorischen rumänischen Hauptstadt Jassy: Die Lage in der Hauptstadt und im Lande ist äußerst ernst. Die Vorbereitungen der Verlegung der Residenz sind bis in die Einzelheiten beendet. 'Man erwartet mit steigender Besorgnis die Nachrichten von der Front. Der Eindruck, den der Kampf auf den Schlachtfeldern aus die Bevölkerung macht, ist umso niederdrückender, als noch vor wertiger als zwei Wochen täglich große „Siege" und „unaufhaltsames" Vorstürmen der rumänischen Armee gemeldet wurden. Es herrscht hier die Ueberzeugung, daß die Kämpfe, die gegenwärtig in den Karpatheutälern stattfinden, die gewaltigsten sind, die an der rumänischen Front überhaupt stattgesunden haben.
Pa Logo nische Enten.
» AuS Paris wird aus Buenos Aires gemeldet: Argentinische Seeleute haben an der Küste von Chubut in Patagonien (die unwirtliche Südspitze von Südamerika eine drahtlose Station entdeckt. Man nimmt an, daß diese Station dazu bestimmt gewesen sei. Verbindungen mit verdächtigen (d. h. deutschen) Schissen im südlichen Teile des Atlantischen Ozeane zu unterhalten.
Offenbar handelt es sich hier um eine haltlose Renomisterei einiger Seebären. Wäre es wahr, dann wüßten die Vieroerbändler längst genaueres * * *
Kleine Kriegsnachrichten.
" In der Sonntagnacht brannte die ganze Altstadt von S al o n i.k i nieder. — Jetzt noch sind von der Front aus schwere Rauchwolken über Saloniki sichtbar.
" Die chinesische Regierung hat alle deutschen Banken unter Kontrolle genommen.
Politische Rundschau.
— Der Kaiser traf Sonntag im Sonderzug in Hamburg ein. Er begab sich zum Gottesdienst in die Große Mrchaeliskirche und besichtigte die Werften von Blohm u. Boß und die Vulkanwerft. Nachmittags besuchte der Kaiser das Rathaus, wo ein schlichtes Mittagsmahl stattsand, an dem sämtliche Mitglieder des 'Senats teilnahmen. Dann stattete der Kaiser der Kriegsküche in der Blumenhalle einen Besuch ab. Darauf begab er sich zu dem Preußischen Gesandten, wo der Kaiser den Tee einnahm. Gegen 5 Uhr erfolgte die Abreise des Kaisers nach der Front.
— Der bisherige preußische Kultusminister Trott zu Solz soll, da der Oberpräsident von Hessen-Nassau, Hengstenberg in Eassel seinen Abschied beantragt haben soll, als dessen Nachfolger in Frage kommen.
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:: Eine Charakterisierung v s Kanzlers findet sich in einer Rede, die der Präsident der preußischen.Abgeordnetenhauses und des deutschen Landwirtschasisrates, Gras Schwerin-Löwitz, in seinem Wahlkreise gehalten hat: „Der neue Kanzler ist durch und durch eine Kampfnatur. Das habe ich in den Kriegsjahren nicht nur als sein Mitarbeiter in der Reichsgetreidestelle, sondern auch zuweilen in Meinungsverschiedenheiten mit ihm in seiner Stellung als Preußischer Staatskommissar für Ernährungswesen erfahren, ihn aber gerade dabei schätzen gelernt. Er ist kein bestechender Redner. Er wird sich auch niemals wie Bethmann, um einen Augenblickserfolg zu erzielen oder seine Gegner zu beschwichtigen, belastende Versprechungen abnötigen lassen. Aber jeder, der ihn hört, hat das Gefühl: der Mann weiß, was er
will ." — In derselben Versammlung behandelte
Abg. Graef-Anklam die wirtschaftliche Wirkung eines „Verzichtsriede ns". Er führte da
au5: „Ein Derzichtfriede bringt uns schwere Steuerlasten. qlio Zeiten starken Geldbedürfnisses und hoher Zinssätze Solch? Zeiten sind Erntezeiten für eine einseitige Banke npoli-ik. wie denn der fortschrittliche Abg. Momm cn, Direkten einer Berliner Großbank, vor einigen Jahren irr Parlament offenherzig meinte, an nie- dr-gen Z.nsstitcn könn uns wenig gelegen se^n; der I Herr -erwea n Ke augenscheinlich das Privati:te.-'sse j ieiner Bank wn Interesse der Allgemeinhe t: C'.i ständ, c-.. i (Fsiieden mutz eine ungeheure Ver.ch 'i- O'.mq pH -* ie.vpio- l nd* ihrer Bewohner bringen, cHo eine verschärfte Abhängigkeit der Völker von den internationalen Geldmächten. Diese internationale Pluto- kr a t i e , die in ihren Besitz Anlei hepapiere aller Staaten hat und keines völlig entwertet zu sehen wünscht, sieht es nicht gern, wenn durch den kommenden Frieden in fceut früheren Stärkcverhältnis der Staaten Wesentliches geändert wird oder gar einzelne ü Staaten entscheidend getroffen werden!"
:: Ter Bundcsratsansschuß für auswärtige 2ln- gclcgenhciten wird sich ebenfalls mit der internatio- , naien Lage befassen. Sein Vorsitzender, der bayerische , Ministerpräsident Graf Hertling, hatte ihn auf Montag' in das Reichskanzlerpalais in Berlin einberufen.
:: Sozialdemokratie und Kanzler. Der sozial-
demotratische „Vorwärts" schreibt u. a. zur Lage: „Der Reichskanzler hat sich nicht bequemt, in seiner ersten Rede die selbstverständliche Tatsache wörtlich anzuer- kennen. daß seine gedeihliche Wirksamkeit an daö Vertrauen des Parlaments gebunden ist und daß er nur solange im Amte bleiben kann, als er dieses Vertrauen genießt. .Hier ist noch etwas nachzuholen, und je rascher dies geschieht, desto besser wird eS sein. Solange diese Frage nick)t einwandfrei geklärt ist, bleibt die Gefahr neuer K r i s e n st i m m u n g e n permanent." J <
Lebensmittelnot nach dem Kriege
Ein Warnungsruf.
D. K. Der kommende Friede wird die gesamte Welt in einer erheblich anderen Lage wiederfinden, als er sie bei Eintritt des ungeheuren WeltbrandeS verlassen hat. Die Wirtschaft nicht nur der krieg- führenden, sondern auch in nicht geringerem Maße der neutralen Mächte hat bereits so schwere Einbuße erlitten, daß ein Aufbau nicht von heute zu morgen möglich ist.
Deutschland wird demnach damit rechnen müssen, daß für eine geraume Zeit, vielleicht eine Anzahl von Jahren, eine weitere Beschränkung des Verbrauchs und eine Rationierung der wichtigsten Lebensmittel notwendig bleiben wird, da es auch in den kommenden Friedenszeiten zunächst im wesentlichen auf das angewiesen sein dürfte, was in seinen und seiner Verbündeten Ländern an Lebensmitteln hergestellt wirb. Die Einfuhr aus allen Ländern, von denen wir früher bis zu einem gewissen Grade wirtschaftlich abhängig waren, wird noch lange unterbleiben müssen, weil diese Länder selbst unter argen Mißverhältnissen. u. a. dem fortgesetzt zu erwartenden Rückgang der Welternte, zu leiden haben, ferner die allgemeine Frachtraumnot dahin führen wird, daß für den Import dem Getreide zunächst andere nötigere Rohstoffe vorgezogen werden müssen. Mangel an Arbeitskräften, geringere Ausnutzungsmöglichkeit des Bodens und zahllose andere Schwierigkeiten werden die Völker zunächst an der Wiederherstellung eines | regelmäßigen Austauschverkehrs hindern. Wir sind daher darauf angewiesen, auch nach Frieverrsschluß dank unserer Organisation der Rationierung uns selbst weiter zu helfen, und es wird sich dantt zeigen, daß Deutschland, welches von seinen Feinden ausgehungert werden sollte, am Ende in seiner Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln, insbesondere mit Getreide, das relativ am besten versorgteste Land sein wird.
Wir werden uns daher schon heute klar machen müssen, daß es zunächst auch nach Abschluß eines ehrenvollen Friedens nötig sein wird, den Riemen eng geschnallt zu halten. Es dürfte sich wohl angesichts der aus Auslassungen der Vielverbandspresse und den Reden ihrer Führer hinlänglich bekannten Pläne einer wirtschaftlichen Zerschmetterung oder Ausschließung Deutschlands erübrigen, auch nur anzudeu- ten, wie es kommen könnte, wenn uns ein schlechter Friede in die Hände unserer Gegner liefern sollte.
Soviel steht jedenfalls fest, daß auch der für uns günstige Friede uns nicht mit freigebiger Hand sogleich aus der einstigen Ueberfülle Brot zu schenken vermag. Denn, wo sollte er es auch herholen? Darum wird es für uns weiterhin heißen: „Gott vertrauen und der eigenen Kraft!"
Volkswirtschaftliches.
Verfaultes Lbst. Der „Tägliche Anzeiger" in Darmstadt veröffentlicht folgende Zuschrift aus Groß- Umstadt: „Infolge der Ob st beschlagnahme geht das Obst zugrunde. Vor vierzehn Tagen wollte ich Birnen hergeben, doch diese wurden mir erst abgenommen, nachdem ein Viertel verfault war. Am 31. Juli habe ich zirka 3—3V2 Zentner Frühäpfel (Tafelobst) abgemacht, die heute nach vierzehn Tagen noch nicht abgenommen sind und stark faulen. Ist denn in den Städten ein solcher Ueberfluß an Obst? Wir bekommen hier Zucker und alles mögliche entzogen, wenn wir einige Eier zu wenig abgeliefert haben und müssen dabei ruhig zusehen, wenn das Obst zugrunde geht. Da ich mich strafbar mache, wenn Ich die Aepfel anderweitig verkaufe, so bleibt mir nichts übrig, als sie verfaulen zu lassen.
Berlin, 20. August. Die Haltung des Privatverkehrs kennzeichnete sich als zurückhaltend im Hinblick auf die in der Entwicklung begriffenen neuen weittragenden militärischen Ereignisse.
Berlin, 20. August. Warenhandel. (Nichtamtlich.) Saatroggen 17—21,50, Saatweizen 19—22, Heidekraut 1,50—1,60. Richtpreise für Saatgut: Erbsen 42,50, Speisebohnen 47,50, Ackerbohnen 37,50, Peluschken 37,50, Wicken 21,50-32,50, Rotklee 260 bis 278, Weißklee 160—176, Gelbklee 96-106, Schwedenklee 210—228, Timotee 96-106, Reygras 108-120 per 50 Kilo ab Station. Wiesenheu 11—12, Kleeheu 13—14, Timoteeheu 13—14, Ftegelstroh 4,75—5,25, Preßstroh 4,50, 'Maschinenstroh 4—4,25. Städtische Verkaufspreise: Hafer 21,10, Strohkraftfutter 23,50, Heidemehlmellasse 13,50 per 50 Kilo frei Haus.. ^ j
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