Ausgabe 
25.8.1917
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erscheint für die Anhänger des Zarentums der Augen- i blick, wo die Maximalsten (die Bolschewik:, die ganz i Radikalen um Lenin) ihren ehemaligen Genossen Ke- ! renski alsDespoten der russischen Revolution" an- klagen und behaupten, seine Kriegsgerichte ,,schwämmen in Blut", mit allen Möglichkeiten zu rechnen.

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Anarchiftenherrschast im Kaukasus.

Nowoje Wremja" in Petersburg berichtet, daß im Kaukasus schwere Unruhen ausbrachen, die von Anarchisten verursacht wurden. Gut bewaffnete und organisierte Banden, welche Tausende von Män­nern zählen, sperren die Straßen, bedrohen die Trans­porte, zerstören die Dörfer und plündern die Bevöl­kerung aus. Der Kaukasus ist von einer völligen Lahmlegung des Wirtschaftslebens be­droht.

Juli 811 000 Tonnen.

Im Juli betrug Vas Ergebnis vcr Tätigkeit un­serer N-Bootc 811000 Tonnen.

Im Juni war Vas Ergebnis 1 016 OOO Tonnen. Seit Beginn ves uneingeschränkten U-Bootkriegcs, also seit vcm 1. Februar, sinv ziemlich genau Zi/r Mitt. Tonnen versenkt worvcn.

Allgemeine Kriegsnachrichten.

Tie Infanterie-Schlacht bei Bervun.

Beiderseits der Maas setzte am 19. August nach erbitterter Artillerietätigkeit kurz nach 5 Uhr nach­mittags wütendstes Trommelfeuer ein Unsere Batte­rien antworteten aufs kräftigste mit erkennbarem Er­folg. Dem mit größter Erbitterung auch während der Rächt sortgeführten Artilleriekampfe, der sich von 4 Uhr vormittags ab abermals zum Trommelfeuer aus der ganzen Front zwischen Avecourt und Baux steigerte, folgte 4 Uhr 40 vormittags auf beiden Maas- ufern der gemeldete starke französische Angriff. Die Jnjanterteschlacyt ist in vollem Gange.

Tie Schutzivirknng unserer Artillerie.

An der flandrischen Fron* wurde in der Nacht vom 18. zum 19 August eine an der Bahn bei Dix- mutde vorstoßende starke feindliche Patrouille zurück- gewresen. Die Unsrigen brachten im Nachstoßen bel­gische Gefangene ein. Weiter südlich bereitere der Geg­ner in den Morgenstunden des 19. August im Raume zwischen Langcmarcl und St. Julien Angriffe ooc. >die jedoch durch unser gutliegendcs Feuer nicvergc- lhalten wurden. Dank unserer Artilleriegegenwirkung er­mattete das Feuer der feindlichen Batterien, das sich nur aus einzelne Abschnitte zu größerer Heftigkeit stei­gerte. Aus Warneton lag schwerstes Feuer Nördlich der Straße ArmentieresLille wurden Gefangene ein­gebracht. Unsere Flieger warfen in der Nacht erheb­liche Mengen von Bomben auf Munitionslager. Bahn­hof und Batterien von Poperinghe, APern sowie Munitionslager bei Jsbergue.

Heftiges feindliches Feuer lag planmäßig auf Lens und unseren Stellungen nördlich der Stadt. Nördlich St. Quentin fanden in der Gegend von Honnecourt ber stärkerer Artillerietätigkeit noch örtliche Kämpfe um zwei in unserer Stellung vom gestrigen feind­lichen Morgenangriff verbliebene Engländernester statt. Ber einem feindlichen Bombenabwurf aus Behain wur­den fünf Zivilpersonen getötet.

An der Äisrrefront, wo das Artilleriefeuer in der Gegend von Cerny teilweise auffrischte, schoß einer unserer Flieger drei feindliche Fesselballone ab, wo­durch die übrigen feindlichen Ballone sich zum raschen Niedergehen veranlaßt sahen. Ein weiterer Fesselballon wurde an der Argonnensrvnt abgeschossen.

Tie Italiener sinv kleinlaut.

Ihre Berichte über die neueste Jsonzoschlacht sollen offenbar das arme Volk nicht beunruhigen So sprachen 1 te fast garmcht von ihren gewaltigen Anstrengungen, die sie am Jsonzo mit mindestens Xi Brigaden unter­nommen haben. Die österreichische Heeresleitung hat bereits betont, daß der Kampf für sie günstig steht. An den meisten Stellen ist der Feind unter Verlust etner großen Zahl von Gefangenen glatt geschlagen worden. An den wenigen Stellen, wo der Gegner Vorteile gewann, so nördlich Belo auf dem Karst und südlich von Auzza am Jsonzo. sind die Gegenangriffe im Gange. Bei diesem Stand der Dinge ist die Schweigsamkeit der Italiener verständlich.

Bom Handelskriege nach vcm Kriege halten die gefangenen Engländer nicht viel. Intelli­gentere von ihnen haben sich über die Stimmung in England ausgesprochen. Sie halten sich selbst und das englische Volk nicht für so ,,stupid", aus vaterländischen Gründen höhere Preise zu zahlen, wenn Deutschland die Ware billiger anbietet. Drei bis vier Wochen »nach dem Kriegsende wird der Engländer noch zurückhaltend sein, dann aber wird er wieder vernünftig und als Engländer denken undmake money". Nach den Aus­sagen mehrerer Offiziere scheint man in England mehr und mehr zu der Auffckssung zu neigen, der Krieg ser ein mißglücktes Unternehmen, das sich nicht bezahlt macfje. Man sieht sich einem Mißverhältnis zwischen Aufwand und möglichen Gewinn gegenüber. Außerdem tastet das Joch eines militärischen und staatssozialisti- schen Systems, das englischem Geschmack und englischen Ueberlieferungen widerspricht, schwer aus dem Volk. Eine starke individulistische Reaktion nach Friedens- schiuß ser unausbleiblich. An Die idealistische Begrün­dung der englischen Kriegführung glaube kein denken­der Mensch mehr.Wir sind das heuchlerischste Volk der Erde". Der Krieg sei eine Machtprobe.

Ter englische K'mvcrmorv.

Gegenüber den frechen Hetzereien der Vierverbands­presse über die Vernichtung belgischer und franzö- sijcher Kinder durch den Krieg schreibt das Amster­damerAlgemeen Handelsblad" den Engländern fol­gendes trt*, Stammbuch:So sind unter anderem e'nem Angriff, den englische Flieger am 14. Juli- auf Das unbedeutende Dorf Vladslofoort West-Flandern' ge­macht hatten, nicht weniger als fünf Frauen zum Opfer gefallen. Bei einem anderen Anar.sj am 11. und 12. Juli aus Jseghem, Emelgghem und Jgettnunster

(auch West-Flandern) sielen hauptsächlich Kinder der Kriegsraserei zum Opfer. Und zwar auch linder, die Mütter haben! Auf einen Schlag wurden vier K'nder getötet. Zwei starben nach kurzer Zeit an 'hren Wun­den. Vier weitere Kinder wurden verwundet. Ich nenne nur gerade die zwei letzten Vorfälle, über d'e Mit­teilungen vorliegen. Nnv solche Tinge geschehen nickt einmal alle 3, 6 oder 12 Monate, sondern ohne Nebcrtrcibung alle 14 Tage. Wird wohl Hall Caine auch dieser flämischen und französischen Kinder mit einem Wort gedenken? Sie werden durch die Waffen ihrer eigenen Verbündeten niedergemäh t."

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Die Stadt Kortryk wurde von englischen Flie­gern erneut mit Bomben beworfen. Acht Zivil­personen. darunter einige Kinder und ein holländischer Pater, wurden getötet. Soldaten wurden nicht ge­troffen.

England stiehlt schwedischen KokS

Aus Maasluis wird gemeldet: Der heute hier erngelausene DampferCromer" meldet, daß das mit Koks für Schweden beladene niederländische Dampf­schiffLeonore" von zwei englischen Torpedobooten aufgebracht worden ist.

Bomben aus Holland.

Die Niederländische Telegraphen-Agentur meldet, daß ein Flugzeug unbekannter Naltonalität Sonn­abend früh in der Gegend des Dorfes Goedereede auf der holländischen Insel gleichen NamenS 6 Bom­be n abgeworfen hat. ES wurde kein Schaden von Bedeutung angerichtet. Man glaubt, daß in der Nähe ein Lustk'ampf stattgefunden hat. Die Angelegenheit wird untersucht.

Wenn der englische Minister öffentlich die An­sicht äußern kann, der Rhein bildete die Westgrenze von Deutschland, wie kann man da von einem eng­lischen Flieger bessere Kenntnisse in der Geographie erwarten?!

Fortdauer der Straßenkämpse in Petersburg.

In den Arbeiterquartieren Narva und Wassilij- Ostrog ist es zu neuen heftigen Zusammenstößen zwi­schen Gegnern der provisorischen Negierung und Ko­saken bekommen. Ter Kommandant von Petersburg ließ mit Hilfe starker Streifkorps die Schlupfwinkel der maximalistischen (Lenins) Agitatoren und der Anti» Militaristen absuchen. Hierbei wurden diese Streif­korps aus den Häusern beschossen und mit brühen­dem Wasser begossen. Es entspann sich um einzelne Häuser ein scharfes Gefecht, in dem hauptsächlich die Kosaken schwere Berlusic hatten.

Ter gewaltigste Kamps au der rumänischen Front.

DieNeue Züricher Zeitung" meldet aus der pro­visorischen rumänischen Hauptstadt Jassy: Die Lage in der Hauptstadt und im Lande ist äußerst ernst. Die Vorbereitungen der Verlegung der Residenz sind bis in die Einzelheiten beendet. 'Man erwartet mit steigender Besorgnis die Nachrichten von der Front. Der Eindruck, den der Kampf auf den Schlachtfeldern aus die Bevölkerung macht, ist umso niederdrückender, als noch vor wertiger als zwei Wochen täglich große Siege" undunaufhaltsames" Vorstürmen der rumä­nischen Armee gemeldet wurden. Es herrscht hier die Ueberzeugung, daß die Kämpfe, die gegenwärtig in den Karpatheutälern stattfinden, die gewaltigsten sind, die an der rumänischen Front überhaupt statt­gesunden haben.

Pa Logo nische Enten.

» AuS Paris wird aus Buenos Aires gemeldet: Ar­gentinische Seeleute haben an der Küste von Chubut in Patagonien (die unwirtliche Südspitze von Süd­amerika eine drahtlose Station entdeckt. Man nimmt an, daß diese Station dazu bestimmt gewesen sei. Verbindungen mit verdächtigen (d. h. deut­schen) Schissen im südlichen Teile des Atlantischen Ozeane zu unterhalten.

Offenbar handelt es sich hier um eine haltlose Renomisterei einiger Seebären. Wäre es wahr, dann wüßten die Vieroerbändler längst genaueres * * *

Kleine Kriegsnachrichten.

" In der Sonntagnacht brannte die ganze Alt­stadt von S al o n i.k i nieder. Jetzt noch sind von der Front aus schwere Rauchwolken über Saloniki sichtbar.

" Die chinesische Regierung hat alle deutschen Banken unter Kontrolle genommen.

Politische Rundschau.

Der Kaiser traf Sonntag im Sonderzug in Hamburg ein. Er begab sich zum Gottesdienst in die Große Mrchaeliskirche und besichtigte die Werften von Blohm u. Boß und die Vulkanwerft. Nachmittags be­suchte der Kaiser das Rathaus, wo ein schlichtes Mittagsmahl stattsand, an dem sämtliche Mitglieder des 'Senats teilnahmen. Dann stattete der Kaiser der Kriegsküche in der Blumenhalle einen Besuch ab. Darauf begab er sich zu dem Preußischen Gesandten, wo der Kaiser den Tee einnahm. Gegen 5 Uhr er­folgte die Abreise des Kaisers nach der Front.

Der bisherige preußische Kultusminister Trott zu Solz soll, da der Oberpräsident von Hessen-Nassau, Hengstenberg in Eassel seinen Abschied beantragt haben soll, als dessen Nachfolger in Frage kommen.

:: Eine Charakterisierung v s Kanzlers findet sich in einer Rede, die der Präsident der preußischen.Abge­ordnetenhauses und des deutschen Landwirtschasisrates, Gras Schwerin-Löwitz, in seinem Wahlkreise gehalten hat:Der neue Kanzler ist durch und durch eine Kampfnatur. Das habe ich in den Kriegsjahren nicht nur als sein Mitarbeiter in der Reichsgetreide­stelle, sondern auch zuweilen in Meinungsverschieden­heiten mit ihm in seiner Stellung als Preußischer Staatskommissar für Ernährungswesen erfahren, ihn aber gerade dabei schätzen gelernt. Er ist kein be­stechender Redner. Er wird sich auch niemals wie Bethmann, um einen Augenblickserfolg zu erzielen oder seine Gegner zu beschwichtigen, belastende Ver­sprechungen abnötigen lassen. Aber jeder, der ihn hört, hat das Gefühl: der Mann weiß, was er

will ." In derselben Versammlung behandelte

Abg. Graef-Anklam die wirtschaftliche Wir­kung einesVerzichtsriede ns". Er führte da

au5:Ein Derzichtfriede bringt uns schwere Steuer­lasten. qlio Zeiten starken Geldbedürfnisses und hoher Zinssätze Solch? Zeiten sind Erntezeiten für eine ein­seitige Banke npoli-ik. wie denn der fortschrittliche Abg. Momm cn, Direkten einer Berliner Großbank, vor eini­gen Jahren irr Parlament offenherzig meinte, an nie- dr-gen Z.nsstitcn könn uns wenig gelegen se^n; der I Herr -erwea n Ke augenscheinlich das Privati:te.-'sse j ieiner Bank wn Interesse der Allgemeinhe t: C'.i ständ, c-.. i (Fsiieden mutz eine ungeheure Ver.ch 'i- O'.mq pH -* ie.vpio- l nd* ihrer Bewohner bringen, cHo eine verschärfte Abhängigkeit der Völker von den inter­nationalen Geldmächten. Diese internationale Pluto- kr a t i e , die in ihren Besitz Anlei hepapiere aller Staaten hat und keines völlig entwertet zu sehen wünscht, sieht es nicht gern, wenn durch den kommen­den Frieden in fceut früheren Stärkcverhältnis der Staaten Wesentliches geändert wird oder gar einzelne ü Staaten entscheidend getroffen werden!"

:: Ter Bundcsratsansschuß für auswärtige 2ln- gclcgenhciten wird sich ebenfalls mit der internatio- , naien Lage befassen. Sein Vorsitzender, der bayerische , Ministerpräsident Graf Hertling, hatte ihn auf Mon­tag' in das Reichskanzlerpalais in Berlin einberufen.

:: Sozialdemokratie und Kanzler. Der sozial-

demotratischeVorwärts" schreibt u. a. zur Lage:Der Reichskanzler hat sich nicht bequemt, in seiner ersten Rede die selbstverständliche Tatsache wörtlich anzuer- kennen. daß seine gedeihliche Wirksamkeit an daö Ver­trauen des Parlaments gebunden ist und daß er nur solange im Amte bleiben kann, als er dieses Ver­trauen genießt. .Hier ist noch etwas nachzuholen, und je rascher dies geschieht, desto besser wird eS sein. Solange diese Frage nick)t einwandfrei geklärt ist, bleibt die Gefahr neuer K r i s e n st i m m u n g e n per­manent." J <

Lebensmittelnot nach dem Kriege

Ein Warnungsruf.

D. K. Der kommende Friede wird die gesamte Welt in einer erheblich anderen Lage wiederfinden, als er sie bei Eintritt des ungeheuren WeltbrandeS verlassen hat. Die Wirtschaft nicht nur der krieg- führenden, sondern auch in nicht geringerem Maße der neutralen Mächte hat bereits so schwere Einbuße er­litten, daß ein Aufbau nicht von heute zu morgen möglich ist.

Deutschland wird demnach damit rechnen müssen, daß für eine geraume Zeit, vielleicht eine Anzahl von Jahren, eine weitere Beschränkung des Verbrauchs und eine Rationierung der wichtigsten Lebensmittel notwendig bleiben wird, da es auch in den kommen­den Friedenszeiten zunächst im wesentlichen auf das angewiesen sein dürfte, was in seinen und seiner Verbündeten Ländern an Lebensmitteln hergestellt wirb. Die Einfuhr aus allen Ländern, von denen wir früher bis zu einem gewissen Grade wirtschaft­lich abhängig waren, wird noch lange unterbleiben müssen, weil diese Länder selbst unter argen Mißver­hältnissen. u. a. dem fortgesetzt zu erwartenden Rück­gang der Welternte, zu leiden haben, ferner die all­gemeine Frachtraumnot dahin führen wird, daß für den Import dem Getreide zunächst andere nötigere Rohstoffe vorgezogen werden müssen. Mangel an Ar­beitskräften, geringere Ausnutzungsmöglichkeit des Bodens und zahllose andere Schwierigkeiten werden die Völker zunächst an der Wiederherstellung eines | regelmäßigen Austauschverkehrs hindern. Wir sind da­her darauf angewiesen, auch nach Frieverrsschluß dank unserer Organisation der Rationierung uns selbst wei­ter zu helfen, und es wird sich dantt zeigen, daß Deutschland, welches von seinen Feinden ausgehungert werden sollte, am Ende in seiner Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln, insbesondere mit Getreide, das relativ am besten versorgteste Land sein wird.

Wir werden uns daher schon heute klar machen müssen, daß es zunächst auch nach Abschluß eines ehrenvollen Friedens nötig sein wird, den Riemen eng geschnallt zu halten. Es dürfte sich wohl ange­sichts der aus Auslassungen der Vielverbandspresse und den Reden ihrer Führer hinlänglich bekannten Pläne einer wirtschaftlichen Zerschmetterung oder Aus­schließung Deutschlands erübrigen, auch nur anzudeu- ten, wie es kommen könnte, wenn uns ein schlechter Friede in die Hände unserer Gegner liefern sollte.

Soviel steht jedenfalls fest, daß auch der für uns günstige Friede uns nicht mit freigebiger Hand sogleich aus der einstigen Ueberfülle Brot zu schenken vermag. Denn, wo sollte er es auch herholen? Darum wird es für uns weiterhin heißen:Gott vertrauen und der eigenen Kraft!"

Volkswirtschaftliches.

Verfaultes Lbst. DerTägliche Anzeiger" in Darmstadt veröffentlicht folgende Zuschrift aus Groß- Umstadt:Infolge der Ob st beschlagnahme geht das Obst zugrunde. Vor vierzehn Tagen wollte ich Birnen hergeben, doch diese wurden mir erst ab­genommen, nachdem ein Viertel verfault war. Am 31. Juli habe ich zirka 33V2 Zentner Frühäpfel (Tafelobst) abgemacht, die heute nach vierzehn Tagen noch nicht abgenommen sind und stark faulen. Ist denn in den Städten ein solcher Ueberfluß an Obst? Wir bekommen hier Zucker und alles mögliche ent­zogen, wenn wir einige Eier zu wenig abgeliefert haben und müssen dabei ruhig zusehen, wenn das Obst zugrunde geht. Da ich mich strafbar mache, wenn Ich die Aepfel anderweitig verkaufe, so bleibt mir nichts übrig, als sie verfaulen zu lassen.

Berlin, 20. August. Die Haltung des Privat­verkehrs kennzeichnete sich als zurückhaltend im Hin­blick auf die in der Entwicklung begriffenen neuen weittragenden militärischen Ereignisse.

Berlin, 20. August. Warenhandel. (Nicht­amtlich.) Saatroggen 1721,50, Saatweizen 1922, Heidekraut 1,501,60. Richtpreise für Saatgut: Erb­sen 42,50, Speisebohnen 47,50, Ackerbohnen 37,50, Pe­luschken 37,50, Wicken 21,50-32,50, Rotklee 260 bis 278, Weißklee 160176, Gelbklee 96-106, Schweden­klee 210228, Timotee 96-106, Reygras 108-120 per 50 Kilo ab Station. Wiesenheu 1112, Kleeheu 1314, Timoteeheu 1314, Ftegelstroh 4,755,25, Preßstroh 4,50, 'Maschinenstroh 44,25. Städtische Ver­kaufspreise: Hafer 21,10, Strohkraftfutter 23,50, Heide­mehlmellasse 13,50 per 50 Kilo frei Haus.. ^ j

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