Ausgabe 
8.8.1917
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(Deitert uros Connen.

Berlin, 7. Aug. Neue U-BootSerfolge im eng. lischen Kanal und Atlantischen Ozean: L9TOO Brutto- Registertonnen

Ter Chei des AdmiralstabeL der Marine

Die fpeudtndeu Tranen.

Ein unvergessenes Wort:der König ries, und olle, alle kamen!" Er ries, und die Männer ergriffen die Waffen, um den Kampf zu beginnen, der den un- sterblichen Namen derFreiheitskriege" erhielt. Und die Frauen blieben nicht still. War eS ihnen unter veränderten Zeitumftänden auch noch nicht in gleichem Maße wie den Frauen unserer Zeit gestattet, ratend und handelnd etnzugreifen, so war ihr Her; nicht minder voll von dem Bewußtsein, daß höchste Not des höchsten Opfers wert sei. Da die Männer in den heiligen Kampf hinausziehen sollten, da es darauf ankam. den Gatten, den Bruder, den Lohn, den Bräutigam auszurüsten, schlug das Feuer des Opfer, willens zur gewaltigen Flamme empor.

Wir alle kennen aus Familienübeclieferungen man chen erschütternden Zug. manche fast legendenhaft klingen de Geschichte, die beweist, daß damals deutsche Frauen und Mädchen buchstäblich ihr Letztes darbrachten Aber erst der Historiker, der die Urkunden zur Hand hat, erhält ein volles B'.ld dessen, was in jenen Tagen von den Frauen geleistet wurde. Da wird in einer aus Schlesien stammenden amtlichen .Notizensammlung we. gen der patriotischen Opfer im Fahre 1813" von einem

? goldenen Schmuckstück, dos aus den Händen einer Frau am, in dem Begleitschreiben des Gatten gesagt: .Oft schon waren wir in Versuchung, dieses einzige Kleinod zu verkaufen, um dadurch ein oder das andere Bedücf. nts befriedigen zu können, aber wir verschoben eS von einer Zeit zur anderen, ahnend, daß wir es einst zu dem herrlichsten Gebrauch bestimmen würden." Es eißt ferner in dem Bericht: .Don einer Unbekannten

Post eingelielert werden. So werden oft Sendungen mit einer solchen Bezeichnung in betrügerischer Absicht an Nichtangehörige des Heeres von Leuten ab efondt, die glauben, daß sie die nur den He :e-angkhörigen n Privat-Angelegrnhe ten zustehende Einrichtung sich zu­nutze machen können Auch He» rcsan^ehöcigr dürfen d?eie B«z ickmung in geschäftlichen Angelegenheiten nicht anwenden. Tie Postvnwaltung leitet in jed m Falle gegen den Schuldigen dos gesetzliche Straiversaocen wegen Poctohinterziehung ein; sie würde es begrüßen, wenn thc grade in der gegenwärtigen Zeit die damit verbundene Mehrarbeit cr'part werden könnte. Nicht zuletzt aber im Belang der Steuerzahler muß sie daiür sorgen, daß der an Untug grenzende Mißbrauch, der die Einnahmen der Reichs klaffe ichmalert, mit allem Nachdruck bekämpft wird. Es fei noch besonders daraus hingewiesen, daß eS auch strafbar ist, wenn Personen die dem Heere nicht angehören, also auch Familien Mit glieder. Verwandte oder Bekannte von HeerrSangehöct gen, auf den von diesen ausgehenden an sich portofceien Postkarten und dergleichen Grüße und andere Mittei langen hinzufügen. Auch dieses leider recht oft ange wandte Verfahren hat die gesetzliche Strafe unweiger­lich zur Folge.

' Die Neisebr-atmarkeu. Vom 16. August ab werden die bis dahin auf Reichsreisebrotmacken für den Kopf und Tag gegebenen 200 Gramm Gebäckmcngen auf eine Höchstmenge von 250 Gramm erhöht werden ES dürfen daher von dem genannten Zeitpunkt ab tüc jeden Reisetag an eine Person statt der bisherigen vier fortan fünf Neichsreisebrotmacken, die je einen auf 401 Gramm und einen auf 10 Gramm Gebäck lautenden Abschnitt enthalten, ouSgehändigt werden

Senkung der Aartojselztreife.

Die Landeskartoffelstelle in Darmstadt hat im Ein vernehmen mit der Reichskartoffelstelle bestimmt, daß vom

Bald darauf stellte sich Blutvergiftung ein, an d Folgen der Beamte nach wenigen stunden starb. W herausstellte. hatte der Mann bald nach der Zah icpfranon Tabak in d n Mund genommen, obwoh. die Wunde noch blutet'. Die Folge war eine Nikstin

vergiirung

Vilbel An der hessisch-preußischen Landesgrenze

zwischen Dilbel und Frankfurt hielt am Donnerstag eine

eine Militärpatroullen Kohlen und Katoffel schmugler

an. Der Mann hatte in einem Militär Lastkraftwagen

einem Landwirt in Dornassenheim 60 Zentner Kohlen1^0^ u

geliefert und als Gegenleistung dafür 10 Zentner Kar. . g M .... . -- #

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Zatv' Für

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labe ich rin Paar goldene Ohrringe erhalten. In dem ilugenbltcke, schreibt sie, wo eS gilt, für König und Vaterland zu handeln, ist cs schmerzhaft, keine Reich- tümer zu besitzen; so lege ich die geringe Gabe, die ich zu bieten vermag, auf des Vaterlandes heiligen Altar, begleitet von dem Wunsche, daß jede Tochter des preußi- chen Staates eilen möge, sich ihres entbehrlichen Putzes zu cerauben."

Ganz im Stil jener Zeit wird ferner mitgetetlt .Eine junge sehr gebildete Frau dieselbft, hat ihren Brautschmuck, ein goldenes, modisch und geschmackvoll gearbeitetes Halsband, dem Vat rlande geschenkt. Es war ihr das Teuerste, darum gab die treue Bürgerin es zum edelsten Zwecke. Ich kenne kein schöneres Ge- schenk, mit dem der Vater die Tochter, der Gatte die Gattin, der Liebende die Geliebte, der Bräutigam die Braut schmücken könnte, als dieses Halsband. Es lag als freiwilliges Opfer der reinen Liebe zu König und Vaterland auf oem Altar, den sich die Treue des Vol kes gebaut hat."

In unübersehbarer Fülle enthält die Notftensamm lung Aehnlichcv, und dokumentarisch belegt sind auch die Haar Opfer, die von Frauen und Mädchen dargebracht wurden. Schmuck aus Frauenhaar war damals sehr beliebt, und wenn ec verkauft wurde, konnte den öffent lichen Kassen ein erklecklicher Erlös zugeführt werden So wird der mehrfach erwähnte Bericht verständlich, wenn ec erzählt:Vor kurzem kamen mehrere junge

unverheiratete Damen von Stande ht,r nach der Stabt; jede gab. als die Rede zufällig aus die gegenwärtigen allgemeinen Anstrengungen kam, von ihren Schmucksachcn für die Ausrüstung der freiwilligen Jäger das Beste her: nur das arme Fcäulcin Nonny hatte nichts beizu- tragen. Ich werde doch etwas geben, jagte sie, entfernte sich in ein Nebenzimmer und ließ sich ihr schönes langes Haar abschneiden. verkaufte cs für zwei Taler, kam in die Gesellschaft zurück und legte mit fröhlichen Herzen diesen Eitrag ihres Opfers zu den gesammelten Beiträgen."

Wahrlich, daS sind Beispiele, die wenigstens ihrer Gesinnung nach Nachahmung verdienen. Unsere Frauen, auch diejenigen, die wir heute nnndccbegütcrt nennen, sind wohlhav.ndcc als ihre Großmütter und Urgroßmütter Sie haben reicheren Schmuck und können wenigstens aut einen Tri! davon leichter verzichten. Sic haben sich,alö der König rief", willig und begeistert von ihrem Gatten, ihren Söhnen getrennt wie könnte ev ihnen schwer fallen, d.e Putzftücke den amtlichen Goldankaufstellen gegen die volle Erstattung des Gold fein- und Iuwelenwertes zu überlassen

Das ist die Art und die Notwendigkeit von heute dem Volke und der Erhaltung feiner wtrllchaftttck -n Kraft zu dienen. Auch jetzt ist es ein Freiheitskrieg. . n bas Vaterland führt, und wenn Mar von Schenkendorf in feinem schönen Gedicht .Unsere Frauen damals gesungen hat:

.Einen Altar auserlesen.

Einen Tempel seiger Luft Hatte sich das deutsche Wesen Längst in keuscher Frauenbrust so wftd das heute lebende Frauengeschlecht die Worte des FreihritSdichterS von neuem bekräftigen und sich derer würdig erweisen, die in den Gräbern ruhen

l. August 1917 ab der Höchstpreis für Kartoffeln neuer Emte bis auf weiteres neun Mark für den Zentner be- trägt. Der Preis für den Verkauf von Frühkartoffeln im Kleinhandel wird vom 4. August 1917 ab bis auf wei- teres auf 12 Pfg. für das Pfund festgesetzt.

löffeln erhalten, die er nach Frankfurt bringen wollt Die Kartoffeln verfielen der Beschlagnahmung. >ft

' Aus rrheintzellen In Ober-Ingelheim suchten Zwsichenhändler sich schon jetzt die Weinernte durch r'-jr Ueberangebotezu sichern. Sie bictcn für das Pfund Trauben ab Stock 1,50 Mk. Wenn dieser Märchenprei- bczahlt würde, kostete daS Stück Wnnmost (1200 Liter) im Herbst in der Kelter 4500 Mk. De, Preis würde > dann, wenn er dir endlose Reihe der Zwischen-. Groß- .

Klein- und sonstigen Händler durchlaufen hat. aus 7000 - Mk. hinauftlettcrn. DaS machte rund 3 Mark für den i Schoppen. Angenehme Aussichten für den Weintrinker.

Dutenhofen Auf der hiesigen Station ver. fl suchte eine junge Schaffnerin auf einen fahrenden Zug ptb zu springen. Sie stürzte ab, wurde überfahren und so schwer verletzt, daß sie in hoffnungslosem Zustande der Gießener UnvirsitätSklinik zugeführt werden mußte.

Heiligenstadt 221 Mark zahlte man bei Obst.

Verpachtungen in den städtischen Anlagen für einen Apfelbaum. Tic Gemeinden sollten derartige Preise ^ ftork

entschieden ablehnen.

Had-Ulildungen Hi« erstand ein Kurgast bei ^ ca joiftn ~ einem Metzgcrmenlcr eine« Schinken zum Preise voiv unb ftrejent

1000 Mark. Vaterlandslsib . Mitgefühl für andere und ^ rLXuntel^it ti)^

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Nur Stadt und Land.

Gießen Das massenweise Auftreten der Kohlweiß, linge hat bekanntlich die Kohl-Ernte bereits stark gefähr- tet. Ueberall und wer kann, sollte die Jugend zum Em fangen der Kohlweißlinge veranlaffen. Hier hat ein Schü ler der Oberrealschule in drei Tagen über 600 Stück einge fangen.

Po» der Ghm. Die W elsch nu s> ist eigentlich kein Baum unserer Gegend nach der gewöhnlichen Mei nung. Wer aber den jetzigen rcichen Behang der Nuß ernte betrachtet, bekommt emc andere Auffassung Eine derartige Nußernte gehört aber auch zu den Ausnahmen. An manchen NußbÜumcn hängen die voll entwickelten, grünen Nüsse in ganzen Trauben. Die Welschnuß er gibt ein wertvolles Speiseöl.

Pupperteurod. Die Schüler unserer beiden Schulklassen fingen bis jetzt 4335t Stück Kohlweiklinge. Diese Zahl zeigt klar den emsigen Fleiß der Schüler in der Vernichtung der Kohlweißlinge. sie zeigt aber auch, in welcher lleberzahl der Kohlweißling auftcitt. Der Vernichtungskrieg wird fortgesetzt, well immer noch keine Ausrottung des Schädlings zu bemerken ist.

Putzbach Für hilfsbedürftige KciegerFamilien der Stadt spendete Ingenieur Müller Leonhardi und Frau 1000 Mack. Schon früher hatte das Ehepaar für den gleichen Zweck 5000 Mack zur Verfügung gestellt.

' Kchlib. Die hcrsfelder Itg. schreibt: Der Plan eine Bahnlinie von hünfeld übe|r Michelsrombach^ Fraurombach nach Schlitz zu legen, ist auch während des Krieges nicht fallen gelaffen worden. Es besteht jetzt begundeter Anlaß, nach dem Krieg auf die Verwirklichung dieses Bahnprojekts zu hoffen. - Dank der außerordentlich günstigen Witterung nimmt die Emte einen raschen Fort- gang- In den meisten Gemeinden des Schlitzerlandes ist man mit dem Komschnitt schon zu Ende und die Einbringung des Koms hat begonnen. So weit man hört, ist der Kör nererlrag recht zufriedenstellend.

' Frtedberg In allen Olten deS Kreises Fried berg prangen an den Rathäu'ern. auf den Bahnhöfen und sonstigen verkehrsreichen Plätzen rote weithin leuchtende Plakate mit einer eindringlichen Warnung des KceiSamtS vor dem un zulässigen »amstern Di.- wach,ende Zahl der Diebstähle in Ggrten und Feldern hat das Kreisamt zu den schärfsten Maßregeln Veran ^"ang gegeben. Jeder Bahnhof ist vr:scharst überwacht Alle Zuwmmenrottungen und Verabredungen zur ae "Flomen liebertretunq der Ausfuhrverbote werden nach den Betttmmungen de» BelagerungSzustandieseveS

VnUn^ 1 \ * ° r hfm Greises Friedberg zum

.luftauf oder zur unentgeltlichen Beschaffung von Lebens. Mitteln wird eindringlich gewarnt.

* Der kürzlich verstorbene Privat.

mnhh ih * * E bf , rfer ^ al d'^akn gemeinnützigen nnb KDobliattocnI «nfloUcn zusammen 47,000 Mk leblwillm nm der Bedingung vermacht, daß dir Betrage cu^nach dem Kriege zur Auszahlung gelangen dürfen. *

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p-rife Dfrnrbni«. (Beflcn folrfir unerpütt tiroben Lkrstößr Alt

i'olllkn doch bic Behörden ganz tnetiiiltb cinicbreitrn. ;! ^; 0,1 flnffer-ffan

2l!it bic SötlbiiPfier Ztg. ferner niefbet, finb hier mehrere Lihnt8flfie aeaen flitrgäfle wegen vamftern« ange,etgt woeben. jbwgBDorpup- B «

Kassel. Zn bet hiesigen Läckerinnung ist bereit« ' mit der Zusammenlegung der Betriebe begonnen woc. ...

den Ein Fünitel aller Bäckereien hat den Backbetrieb 3* den AbendM eingestellt. Die Betroffenen werden durch Brotverkaus entschädigt

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

Die Goldankaufftclle

ist bis aut weiteres geöffnet:

vienstag nacdmittagz von r-s Ubr Samstag vormittag; von 10 12 ', Ubr

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Berlin,

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VorschriAsmassige Formulare zur Anmeldung ihres < arhidbedarfes durch uns stehen idlen Verbrauchern auf Wunst h in jeder Anzahl zur Verfügung.

Carbid Kleinhändler wollen sich wegen aller

für sie in Frage kommenden Vorschriften mit uns in Ver­bindung setzen.

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ttarl August Maier, Cobleuz,

_ Casinostraße 17

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