Al>A!
"o. V*anfi , 7 4, i l mit oh
5p Kz
Giekencr Bettung
Bezugspreis 50 pfg. monatlich
vierteljährlich 1,59 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Verlag der „Gießener Zeitung", Gießen.
Expedition: Züdanlage 21.
Anzeigenpreis 20 Pfg.
die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärt- 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung deS Zahlungs- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit.
Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Mein.
Nr. 55.
Telephon Nr. 362.
Mittwoch, den 4. Juli 1917.
Telephon Nr. 362.
30 Jahrg.
Eine neue große Schlacht in Ostgalizien.
16 russische Divisionen erfolglos in deutschem Vernichtungssetter eingesetzt. Englische Angriffe bei Lens und französische Versuche verlorene Gräben znrnckzngewinnen
an -er Standhaftigkeit deutscher Truppen gescheitert.
Jlmilicbe deutsche ttgezbericdte.
(litt
mit
gesucht.
a
chlechtriem,
ft, Burbach >.W
S'LLiLi '
f\
izeici
ichs
Ä
V ..rcra'X
0e^°
r elCr
Sr-%öM 5
ss 442 rönnen versenkt.
Berlin, 29. Juni. Neuerdings wurden von unseren U-Booten versenkt: 1. In den nördlichen Sperrgebieten 26400 Br.-R.-Tonnen
Im Mtttelmeer 27042 Br.-R. T. Unter den vernichteten Schiffen befanden sich der bewaffnete englische Dampfer „Cheltonian" und der bewaffente italienische Dampfer Monte Bello". Soweit bekannt, bestanden die versenkten Ladungen aus Kohle, Lebensmitteln und Holz.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
*
wbt. Großes Hauptquartier, 30. Juni. 1917.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die Kampftätigkeit der Artillerie hielt sich bei legncrischec Witterung in mäßigen Grenzen. Sie vec- Sichtete sich durch starkes Feuer nur an wenigen Stellen. Nachmittags brach eine englische Kompagnie, begleitet lon tief fliegenden Flugzeugen, südöstlich von Armentieres in unsere Gräben; sie wurde im Gegenstoß sofort gc° lvorfen. Nachts sind mehrfach feindliche Erkundungstruppen zurückgewiesen worden. Eigene Vorstöße an der User und nordwestlich von St Quentin brachten mehrere Belgier und Franzosen als Gefangene ein.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Gestern früh wurde von bayerischen Truppen nach ivrrkungsvoller Feuervorbereitung eine gewaltsame Erkundung südöstlich von Corbeny durchgesühct. Die Stoßtrupps drangen in 1200 Meter Breite bis in die hin- leren französischen Linien durch und sprengten trotz der Jegenwehr einige Unterstände. Mit einer größeren Zahl lon Gefangenen kehrten sie unbelästigt vom Feinde in hce Gräben zurück — Abends erweiterten westfälische »ikgimenter den E-solg vom Vortage östlich von Cerny. \n überraschendem Sturm nahmen sie mehrere feindliche Jrabcnlintcn südlich des Gehöftes La Bovrelle. Die Kcfangencnzahl hat sich bedeutend erhöht. — Gleichzeitig irifsin die Franzosen zweimal mit starken Kräften bei j5erny an, sie wurden im Nahkampf zürückgeschlagen. — !luch auf dem Westufec der Maas wurde der Gewinn lorn 28. Juni vergrößert. Am Ostteil der Höhe 304 türmte ein ^Zosener Regiment etwa 500 Mctcr der ranzösischen Stellung und bemächtigten sich aus Branden- iurgern und Berlinern bestehende Sturmabteilungen kindlicher Gräben in dcnr von Bethincourt aus Esnes streichenden Grunde. Am 28. und 29 Juni sind hier iW Gefangene zurückgeführt worden. Der Feind leistete lartnäcktgen Widerstand; seine blutigen Verluste sind rhcbltch. Er vergrößerte sie noch durch fruchtlose G.gcn- ingriffe am Südostrande des Waldes von Avocourt sind auf dem Südwefthang der Höhe 304.
Heeresgruppe Herzog Albrecht Nichts Wesentliches.
Oestlicher Kriegsschauplatz Heeresfront des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Auf den wachsenden Druck der übrigen Entente- lächte hin beginnt die russische Gefechtstäligkeit in Ost- lolizien den Eindruck beabsichtigter Angriffe zu machen, jj- Starkes Zerstörungsfeuec der Russen liegt seit gestern ins unseren Stellungen von der Bahn Lemberg—Brody itS ju den Höhen südlich von Brzcezany. Bei Koniuchy iliffen nachts russische Kräfte an, die in unserem Ber- nchtungsfeuer verlustreich zurückfluteten. — Auch nöcd- ich und nordwestlich von Luck nahm die russische Feuer- sütigkeit erheblich zu. An der
Heeresfront des Generaloberst Erzherzog Joseph imb vet der
Heeresgruppe des Geaeralfeldmarschaüs von Mackensen ft die Lage unverändert.
Mazedonische Front:
Nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
O
B e r lin, 30. Juni, abends. Im Westen bei Regen nichts Besonderes. Im Osten haben nach starkem Feuer russische Jnfanterieangciffe von der oberen Strypa bis zum Westufec der Zlota Lipa eingesetzt. Der Ansturm brach in unserem Vernichtungsfeuer zusammen.
*
36000 tonnen una 1 Kreuzer versenkt.
Berlin, 30. Juni. 1. Im Atlantischen Ozean wurden durch eines unserer Unterseeboote neuerdings 8600V Bruttoregistertonnen versenkt.
2. Eines unserer Unterseeboote hat am 11. Juni im Mittelmeer einen unbekannten englischen kleinen Kreuzer älteren Typs torpediert. Aufgcfundene zertlüm merte Boote trugen am Bug den Buchstaben „G".
Der Ehef des Admiralstabes der Marine.
9
wbt. Großes Hauptquartier, 1. Juli 1917.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Bei Regen und Dunst blieb an der ganzen Front in fast allen Abschnitten das Feuer gering. Einige Eckundungsgefechte verliefen für unsere Aufklärer erfolgreich.
Bei der
Heeresgrupp e Deutscher Kronprinz
versuchten die Franzosen vergeblich, die von unseren Truppen am Chemin des Damcs und auf dem west lichen Maasufer erkämpften Geländevorteile zucückzuge- winnen.— Oestlich von Eecny griff der Feind nach kurzer Feuerstetgcrung dreimal die auf der Hochfläche südlich des Gehöftes La Bovelle eroberten Gräben an. Alle Angriffe wurden blutig abgewiesen Die Verwirrung beim Gegner und die Ablenkung seiner Aufmerksamkeit ausnutzend, stürmten lippische Bataillone weiter östlich die französischen Linien bis zur Straße Ailles—Paissy.
— Durch diesen Erfolg erhöht sich die Zahl der von der oft bewährten westfälischen Division in 3 Gefechtstagen gemachten Gefangenen auf 10 Offiziere und über 650 Mann. — Auf dem Westufer der Maas versuchten die Franzosen in mehrfach wiederholten Augriffen uns aus den an der Höhe 304 und östlich gewonnenen Gräben htnauszuwerfen. Im Sperrfeuer und in erbitterten Hand granatenkämpfen wurden sie abgewiesen.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
Heeresfront des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Dem Drängen der führenden Ententemächte hat sich die russische Regierung nicht entziehen können und einen Teil des Heeres zum Angriff bewogen. — Rach tags über andauerndem Zerstörungsfeuec gegen unsere Stellungen von der oberen Strypa bis an die Rarajowka erfolgten nachmittags kcältige Angriffe russischer Infanterie auf einer Front von etwa 30 Kilometern. Die Sturmtrupp.n wurden überall durch unser Abwehrfeuer zu verlustreichen Zurückstuten gezwungen. Auch nächtliche Vorstöße, bei denen die Russen ohne Artillerievorbereitung ins Feuer getrieben wurden, brachen beider- seits von Brzezany und bei Zwyzyn erfolglos zusammen.
— Der Feuerkampf dehnte sich nordwärts bis an den mittleren Stochod, nach Süden bis nach Stanislau aus, ohne daß bisher dort auch angegriffen wurde. — Zwischen den Ka pathen und dem Schwarzen Meer keine besonderen Ereignisse.
Mazedonische Front:
Auf dem rechten Ufer des Wardac schlugen bulgarische Vorposten bei Alcak Mab den Angriff eines englischen Bataillons ab.
Der Erste Generalquarriermeister: Ludendorff.
Berlin, 1. Juli, abends. Im Westen geringe Gefechtstätigkeit. Morgens ist ein englischer Angriff bei Lens gescheitert. — Im Osten führten Angriffe der Russen bei Koniuchy, sowie um Zlota Lipa und Rarajowka im Laufe des Tages zu neuen Kämpfen.
*
24 200 tonnen versenk».
Berlin, 1. Juli. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im nördlichen Eismeer und in den Sperrgebieten um England wiederum 24200 Bruttoregistertonnen versenkt.
Der Chef des Admicalstabs der Marine.
. *
wtb Großes Hauptquartier, 2. Juli 1917.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Nur in wenigen Abschnitten zwischen Meer und Somme steigerte sich der Actilleciekampf. — Während Eckundungsvorstöße der Engländer östlich von Nieupoct, bei Gavrelle und nordwestlich von St. Quentin scheiterten, gelang es einigen unserer Sturmtrupps in der Usec- niederung nördlich von Dixmuiden durch Ileberfall dem Feinde erheblich Verluste zuzusügen und eine größere Anzahl Belgier als Gefangene einzubcingen. — Früh- morgens und von neuem am Nachmittag griffen Engländer westlich von Lens an. Sie drangen an einigen Punkten in unsere Linien, sind jedoch durch oberschlcsische Regimenter im Nahkampf, bei'dem wieder 175 Gesangene und 17 Maschinengewehre von uns einbehalten wurden, überall wieder geworfen worden.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz
Rach starker Feuervorbereitung setzten die Franzosen am Chemin des Dames neue Angriffe gegen die von ihnen südlich des Gehöftes La Bovelle verlorenen Gräben an. In Kämpfen, die am Osthang der Hochfläche be- sonders erbittert waren sind sämtliche Anläufe des Gegners abgeschlagen worden.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Keine Ereignisse von Belang.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Die russischen Angriffe am 1. Juli zwischen der oberen Strypa und dem Ostufec der Rarajowka führten zu schweren Kämpfen. — Der Druck der Russen richtete sich vornehmlich gegen den Abschnitt von Koniuchy und die Höhenlinien östlich und südlich von Brzezany. Zweitägige stärkste Artillerievorbereitung hatte unsere Stel. lungen zum Trichterfeld gemacht, gegen das die feindlichen Regimenter den ganzen Tag über an- stürmten. Das Dorf Koniuchy ging verloren. In vorbereiteter Riegelstellung wurde der russische Massenvyr- stoß ausgefangen, neue Angriffe gegen sie zum Scheitern gebracht. — Beiderseits von Brzezany wurde besonders erbittert gekämpft. In immer neuen Wellen stürmten dort 16 russische Divisionen gegen unsere Linien, die nach wechsilvollem Ringen von sächsischen, rheinischen und osmanischen Divisionen in tapferster Gegenwehr völlig behauptet oder im Gegenstoß zurückgewonnen wurden. — Die russischen Verluste übersteigen jedes bisher bekannte Maß. Einzelne Verbände sind aufgerieben. — Längs des Stochod und am Dnjestc hielt die lebhafte Feuertätigkeit der Russen an. Röcolich der Bahn Kowel —Luck brach ein Angriff des Gegners vor der Front einer österreichisch-ungarischen Division zusammen. -- Bei den anderen Armeen keine besonderen Ereignisse.
Mazedonische Front:
Die Lage ist unverändert.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
«
Berlin, 2. Juli, abends. Im Westen nichts Neues. — Im Osten sind bei Koniuchy russische Angriffe zusammengebrochen und^ weiter nördlich neue Kämpfe entbrannt.


