Ausgabe 
23.5.1917
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Verlag derGießeuer Zeitung", Gieße«.

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Truck der Gießencr Verlagsdruckerei, Aldi« Mein.

43, Telephon Nr. 382.

Mittwoch, den 23. Mai 1917.

Telephon 4tr. 362. 20

Neue heftige Kämpfe im Weste« gegen Engländer und Franzosen.

Die deutschen Stellungen bei Braye und Cernah verbessert.

227209« Tonnen versenkt, davon durch U-Boote im April 1091000 Tonnen. Erfolge deutscher Torpedoboote nnd Luststreitkräste.

JVmtlicbc deutsche Cagesbericim.

wb. Großes Hauptq uart ier, 19. Mai 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zwischen der Küste und St. Quentin nahm die Artillerietätigkeit in mehreren Abschnitten zu und steigerte sich nachts zwischen Achcville und Gavrelle zu großer Heftigkeit. Ein unter dem Schutz dieses Feuers beider­seits der Straße ArrasDonai einsctzender englicher Angriff brach in unserem Abwehrfeuer zusammen. Ebenso erfolgtes blieben feindliche Vorstöße östlich von Monchy.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Aisne- und Champagne hält das lebhafte Freuer an. Bei Braye erreichten wir durch Fortnahme eines französischen Grabens eine weitere Verbesserung unserer Stellung. Am Winterberg wurde ein nächtlicher Vorstoß des Feind in zähem Handgranatenkampf abge­schlagen.

Bei ungünstigem Wetter war die Fliegertätigkeit die letzten Tage gering. Gestern schossen wir 10 Flug­zeuge ab.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Russisches Artillerie und Minenfeuer zwischen Aa und Düna, westlich von Luck, beiderseits der Bahn Zloo- zowTarnopol und an der Mojorowka wurden lebhaft von uns erwidert.

An der

Mazedonische Front

hat der Feind nach den Mißerfolgen der letzten Tage seine Angriffe nicht wiedenholt. Das Artilleriefeuer ist wieder schwächer geworden.

Der Erste Generalquarttermeister: Ludendorff.

*

Berlin, 19. Mai, abends. In der Champagne nachmittags zunehmende A'.till^rietätigkeit. Sonst im Westen und Osten keine besonderen Ereignisse

m

Das U-Boot-Jtyrilergebnis.

1091000 Tonnen» davon 664 000 Tonnen englischen Schiffsraumes versenkt.

U 33" allein versenkte 80 000 Tonnen.

Berlin, 19. Mai. Nach endgültiger Festellung sind im Monat April an Hondelsschiffsraum insgesamt 100! 000 Br. Reg. To. durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte vernichtet worden, darunter 822080 Br.-Reg. To sein dl', chm Schiffsraums und von diesem 664000 Br.-R.-To. englisch. Hiervon wurden 80000 Br.-Reg. To. vonU 35" (Kommandant:Kapintäleutnant Arnauld de la Periere) während einer Unternehmung versenkt.

Seit Beginn des uneingeschränkten U Bootkrieges sind insgesamt 2 272 000 Br.-R.-T. Hon>elsschiffs- raums infolge knegerischer Maßnahmen der Mittelmächte verloren gegangen. Davon waren 1 707 000^ Br.R.-To. englisch.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

»

Cuftfieg über Nonstanra.

Berlin, 19. Mai. Am 18. Mai mittags erfolgte ein Angriff von drei russischen Flugbooten auf Konstanza. Dank sofort einsetzender Abwehr durch deutsche Seeflug.- z uge und Artillerie kam nur eines dieser Flugboote bis über die Stadt und warf Bomben ab. Schaden wurde nicht angcrichtet. Bei der Verfolgung des Feindes gelang es unseren Se.fl-gzeugen, alle drei Flugboote abzuschießen. Eines davon wurde, gering beschädigt, samt seinen Insassen eingebracht, von einem weiteren die Be­satzung gefangen genommen. Gleichzeitig gr-ffen deut che Seeflugzeuge feindliche Kreuzer und Zerstörer an, die eine Beschießung der Küste von Mangalia versuchten. Auf einen Zerstörer wurden mehrere Treffer exzielt. Trotz

heftigen Abwehrfeuers und Luftkampses mit neu aufge­stiegenen feindlichen Flugzeugen sind unsere Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

*

Berlin, 19. Mai. Neue Uuterseebootserfolge im Atlantischen Ozean. 8 Dampfer mit 31 000 Brutto rcgistertonnen.

Der Chef des Admiralstabs dex Marine.

Erfolge deutscher Torpedoboote.

Brr lin, 19. Mai. 1. Unsere in den Hochseen kreuzen­den To pedoboote trafen in der stacht vom 17. zum 18. Mai einen größeren, von England kommenden, durch Zerstörer geleiteten Dampfer, versenkten ihn und beschä­digten einen Zerstörer durch mehrere Altillerietxefflr. Sie kehrten darauf wohlbehalten in ihre Stützpunkte zurück.

2. Neue U Bootelfolge im Atlantischen Ozean und Englichcn Kanal: 8 Dampser, 2 Segler, 1 Fischkutter mit 23 000 Br. R.-To.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

wtb Großes Hauptquartier, 20. Mai. 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bei Arras hat die Kampftätigkeit wieder zugenom­men. Beiderseits von Monchy griffen die Engländer nach kurzer, heftiger Feuervorbeceitung mit starken Krä­ften an; sie wurden restlos abgewiefen. Während der Nacht war die Artillerietätigkeit zwischen Acheville und Queant außerordentlich lebhaft. Mit Tagesanbruch setzte in dieser Linie starkes Tommelfeuer ein, dem südlich der Searpe englische Angriffe erfolgten.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Während an c ec Aisne in der Stärke des Feuers keine wesentliche Aenderung eingetceten ist, nimmt in der Westchampagne die Heftigkeit des Artilleriekampfes zu. Die von uns am 18. 5. genommene Stellung bet Braye wurde gegen einen starken französischen Angriff restlos behauptet.

*

Im Luftkampf und durch Abwehrfeuer büßte der Feind gestern 8 Flugzeuge ein.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Keine besonderen Ereignisse.

Mazedonische Front:

Mehrere feindliche Angriffe gegen Höhenftellung von Kravica (östlich der Cerna) wurden unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

*

Berlin, 20. Mai. Die heute morgen gemeldeten Angriffe der Engländer südlich der Seaipe sind unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen. Bei Laffaux blieben französische Teilvorstöße erfolglos.

*

Berlin, 20. Mai. Am Morgen des 20. Mai kam es vor der flandrischen Küste zu einem kurzen Vor­postengefecht zwischen deutschen und französischen Toc- pedobo ten. Der Gegner erhielt mehrere Acrillerictceffer Unsere Boote kehrten ohne Verluste und Beschädigunden zurück.

Der Chef Admicalstabes der Marine.

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wbt. Großes H a u P t q u a r t i e r, 21. Mai. 1917.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die gestrigen Angriffe der Engländer waren beider­seits der Straße ArrasCambcai auf einer Frontbreite

von 12 Kilometern angesetzt. Wo es feindlichen Stoß- truppen zwischen der Scarpe und dem Sensee-Bach ge­lang, aus ihren Gräben vorzustoßen, wurden sie in unserm vernichtenden Feuer zusammengeschosscn. Oestlich von Croisilles in unsere Linien eingedrungener Feind warf kraftvoll geführter Gegenstoß zurück. Am Nachmit­tag, Abend und in der Nacht zwischen FontaineS und Bullcourt mehrfach wiederholte Angriffe hatten dasselbe Schicksal. Wir hielten unsere Stellungen bis auf einen völlig zusammengeschossenen Graben, den wir dem Gegner planmäßig überließen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Während bei Laffaux französische Teilangriffe erfolg­los blieben, gelang es westpreußischen Grenadieren bei Braye, sowie bayrischen Truppen bei Cecnay, und west­lich der Hurtehise Fe. durch Fortnahme feindlicher Gräben ihre Stellungen zu verbessir und den Gewinn gegen Wi ^ reroberungsversuche der Gegner zu halten. In d- Co rmpagne ist gestern wieder schwer gekämpft worden. i)u seit Tagen gesteigerte Artilleriekampf erreichte von morgens an äußerste Heftigkeit. Am Nachmittag brachen die Franzosen zu starken Angriffen gegen die Höhenstellungen nördlich der Straße Prennay St.Hllaire- Le Grand vor. In erbittertem Ringen, das sich bis in die Dunkelheit sortsetzte, gelang es dem Feinde, aus dem Cornellet-Berge Wltch von Banroh, und auf dem Keil- Berg, südwestlich von Moronvillters. Fuß zu fassen. Wir liegen auf dem Nordhängen der Höhen. Um den Besitz der anderen Kuppen wogte der Kampf hin und her. Anfangs errungene Vorteile wurden den Franzosen in schnellem Gegenstoß wieder entrissen. Die alten Stel- lungen sind hier in unserer Hand. Abends neueinsetzende feindliche Angriffe wurden in den zurückgenommenen Linien abgewiesen. Die blutigen Verluste des Feindes sind auch gestern'wieder sehr erheblich gewesen.

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Die Gegner verloren gestern 14 Flugzeuge.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Keine Veränderung der Lage.

An der

Mazedonischen Front

beschränkte sich die Kampftätigkeit auf vereinzelt lebhaftes Artilleriefeuer.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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Berlin, den 21. Mai, abends. Morgens scheiter- ten bei Bullccomt (Artois) englische, südwestlich von Nauroy (Champagne) französische Tetlangriffe. Tags über in mehreren Abschnitten der Arräs-, Aisne- und Champagnefront sowie auf dem Westufer der Maas wechselnd starker Feuerkampf.

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Siegreich über der russischen Julei Oefel.

Berlin, 20. Mai. Wiederholte Versuche russischer Flieger, von Lebara auf Oefel aus die Tätigkeit unserer Vorpostenboote zu stören, führten am 18. Mai zu Luft­kämpfen, wobei es zweien unserer Seeflieger gelang, ie ein feindliches Flugboot zum Absturz zu beingen Außer­dem wurde einwandfrei beobachtet, daß 2 feindliche Flug­zeuge sich rammten nnd senkrecht abftiftzten. Eine nörd­lich der Flugstation Lebara befindliche russische militärische Anlage ist von einem deutschen Luftschiffe, als es von dort beschossen wurde, mit Bomben belegt worden.

Der Chef des Admiralstabes Marine.

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Berlin, 20. Mat. Neue UBooterfolge im At. lanttschen Ozean! 20 300 Brutto-Re.-Tonnen. Die Ladungen der versenkten Schiffe bestanden größtenteils aus Kohlen von England und Eisenerz nach England.

Der Chef des Admiralstabs der Marnte.