Ausgabe 
5.5.1917
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3
 
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^sjenjive 1917 hat i ^chlvlchen Hoffnungen a in Bewegung gesetzt, inzwischen vollzogenen eben. To schrieb Jean nt ernsthaftester Miene c den Berbandsmächtei iarden betragen. Dtesi monatlichen Kriegskoste, len und Rußland m die Verwüstungen. Mt intschädigung von et«» Menschenleben, die ar mmelten bei den Bei anzunehmen sind. Te n Oesterreich, die Türke cht. Deutschlands Bei Kriege aus ÄO Milltai xt 100-150 Milliarde!

[ Zukunft für MW !N, die Berbandstnachi -h! wachen. 8°n d eit. würde DeÄG so ersparten jährliche smächten außzuzahle )wer wird, diese Riese

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erhalten. (Sine Beschränkung der Rüstungen genügt ' nicht, daS hat die Entwicklung nach der Schlacht bei Jena gezeigt, auch einen Vertrag würde Deutschland immer brechen. Die Staatsmänner deö Verbandes wol­len aber keineswegs Deutschland unterjochen, sondern nur seinen Militarismus erdrosseln. Tann wird Recht und Gerechtigkeit in der Welt herrschen.

usw.! . . . Der nationalistische Wahnsinn hat in diesem Kriege bereits mancherlei Ausschreitungen ge­zeitigt, aber zu einer Kraftletstung von dieser Voll­endung hatte er sich denn doch noch nicht auf­geschwungen.

Heute, nachdem die Engländer sich soeben zum dritten Male blutige Köpfe geholt haben, und die Franzosen sich anschicken, zum dritten Male ihren spär­lichen Nachnnuhs ohne Aussicht auf Erfolg in Tod und Verderben zu senden, dürfte selbst in Frankreich diese nette Rechnung zum mindesten als unzeitgemäß empfunden werden.

40 Prozent Getreide-

Preissteigerung.

Die Aufregung au den amerikanischen Getreidebörsen.

Die Auftegung an den amerikanischen Getreide­börsen am Sonnabend hat sich in Newyork und Chikago durch die Aufwärtsbewegung am Wetzenmarkt fort­gesetzt. So erreichte in Newhork der Preis für Wetzen den unerhörten Stand von 317 Cents für den Bushel gegen 307 am Vortage, gegen 214 am 26. Marz und gegen 191V« Cents zu Anfang dieses Jahres. Gcgru oic leisten Friedenspreise sind die Notierungen nicht viel ivc: i; c als um das Bierfachc höher. Be­merkenswert ist. daß diese ungewöhnliche Bewegung in allererster Linie die Preise für sofort lieferbare Waren ergriften hat. Beispielsweise verteuerten sich seit Monatsfrist die Notierung für Matweizen in Chi­kago um 84 Cents, während Septemberweizen, also Ware der neuen Ernte,nur" um 40 Cents steigen tonnte. Ta§ laßt den wahren Grund der Aufwärts- bewegung erkennen, und zwar ist man auch wegen der neuen Ernte sehr pessimistisch gestimmt. Aengstucher ist man wegen der Frage, wie denn der Bedarf ge­deckt werden soll, solange die alte Ernte auSreichen muß, nachdem man nach England so ungewöhnlich ausgestihrt hat.

* * *

Freaud Roosevelt kommt.

Die Kriegstollheit hat über den nüchternen Sinn der sonst so kaltrechnenden Amerikaner geficgt. Der tief im Herzen auch des ftiedlichsten Uankee-Geld- inachers schlummernde Abenteurerdrang hat sich durch­gesetzt:

Die Wehrpflicht-Borlage ist im amerikanischen Re­präsentantenhause mit 397 gegen 24 Stimmen ange­nommen worden, in« Senat mit 8! gegen 8 Stimmen.

Der Senat nahm weiter mit 56 gegen 31 Stiminen ein Amendement, einen Zusatzdeschluß, an. das Roose- belt zur Aufstellung von vier Divisionen Infanterie für den Dienst in Frankreich ermächtigt.

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Nur ein halbes Wollen.

Große Tragwette hat der Beschluß freilich bei nähe­ren! Zusehen noch nicht. Das angenommene amerika nische Dicnstpflichtaesetz ermächtigt Wilson, die regu­läre Armee und die Nationalgarde auf ihren Höchst­stand von 62 500 Freiwilligen zu erhöhen und weiter durch Dienstpflicht eine halbe Million auszuheben. Da der Senat das Gesetz gegenüber der vorn Reprä­sentantenhause angenornmenen Fassung abgeändert hat, werden beide Häuser in einer Konferenz zusammen­treten, um sich zu einigen. Der Unterschied zwisckeu der vom Senat angenommenen Vorlage und der deö Repräsentantenhauses besteht darin, daß der Senat das Drenstaiter von 21 bis 27 Jahre festgesetzt, wäh­rend das Repräsentantenhaus 21 bis 441 Jahre an­genommen hat.

Friedensftimmung

im Schützengraben.

Die neue russische Regierung vertuscht dem Militär die Wahrheit.

Nach Einzelheiten, die in diplomatischen Kreisen über die Zustände bei den russischen Fronttruppen vor liegen, befestigt sich die Annahme immer __ mehr, daß diese keine Lust mehr haben, den Krieg fortzu- setzen. Aus dem friedlichen Verkehr von Graben zu Graben ergab sich, daß die russischen Frontsoldaten über die Vorgänge in Rußland und namentlich in Deutschland und Oesterreich-Ungarn äußerst mangel­haft oder gar nicht unterrichtet worden waren, sie wußten nichts von all den letzten Kundgebungen der Staatsleiter der Mittelinächte zur Herbeiführung eines ehrenvollen Friedens und hatten daher kein richtiges Urteil über die kriegshetzerische Tätigkeit der Bier­verbandsdiplomatie. Tie Aufklärung darüber nehmen sie dankbar und ohne Mißtrauen entgegen und wollen nur den Begriff des ehrenvoUen Friedens genauer Um­rissen haben. Von irgendwelcher Kampflust oder Haß gegen die feindlichen Heere und Völker zeigten sie keine Spur mehr.

Dieweil macht sich die provisorische Negierung noch immer

Hoffnung auf die deutschen >strerks. ^

Anders der Arbeiter- und Soldatenausschuß. Dieie maßgebende Stelle des neuen Rußland hat mehrere Tage hindurch unter stärkster Bearbeitung durch die nach Petersburg gekommenen Vertreter der französi­schen und englischen Sozialisten gestanden, er ift aber

ft geblieben: ^ ,

Die französische Presse erfährt aus Petersburg, ch das Arbeiter- und Soldatenkomitee der rranzöft- jcn sozialistischen Abordnung den Verzicht Frank- N.chs auf Elsaß-Lothringen nayegelegt habe Das omitee richtete an die französischen Deputierten dre irmliche Anfrage: . . r .

Wenn Elsaß-Lothringen das e t n % x g e Hin­dernis für den FriedenSschluß darstellt, könntet Ihr auf die Lösung dieser Frage bestehen?

So nach und »uich naht at(i> auch für Rußland der Augenblick, wo sich das Schicksal der Revolutions­und Konftisionsregierung wird erkennen lassen.

0 * *

Andauernde Unruhen in Kronstadt.

3n dem großen Kriegshafen Kronstadt, den: Ein­gangstor der Petersburger Gewässer, herrschen noch immer Unruhen, die sogar zu Hinrichtungen geführt haben und zu deren Beschwichtigung der Sozialist- Minister Krenski hinaussahren mutz. Die Untersu­chung schloß damit ab, daß der Staatsanwalt acht Offiziere freisprach und dem Volke sein Urteil be­kannt gab. Das Volk war jedoch mit diesem Urteil nicht zufrieden, verurteilte den Staatsanwalt zur Hin­richtung und drohte ihn, auf Bajonetten zu spießen. Der Arbeiterrar mußte, um ihn zu retten, der Volkö- masse erklären, daß der Staatsanwalt verhaftet werde. Gleichzeitig gelang es dem Pöbel, einige der freige- prochenen Offiziere festzunehmen und sie zur Hin­richtung wegzuführen. Kerenski ist sofort nach Kron- kadt abgereist.

Republik Llkraina.

Zerfall des russischen Kolosses.

Die Blätter der großen südwestdeutschen Stadt Kiew melden übereinstimmend:

Tie separaristtsche Bewegung in der Ukraine habe einen Umfang angenommen, der in Petersburg große Aufregung verursacht. Der Natioualkonvent (!!) der Ukraine hat einen Ausschuß gewählt, der als provi-- sarische Regierung der ülratne proklamiert wurde. Im Nattonattonvent sind 33 politische Organisationen, Ab­ordnungen der Gebiete von beiden Ufern des Dnjepr sowie oer Küstengebiete des Schwarzen Meeres ver­treten. Es wurde ein Entwurf des politischen Re- gterungssystems der autonomen Ukraine ausgearbeitet und ein Reichskanzler gewählt. An der Spitze des Kon­ventes steht der Lemberger Professor Harasiewtcz.

Für den >. Mai alten Stils wurde eine konsti­tuierende Versammlung nach Kiew berufen, die den Beschluß des Nationalkonventes, die Ukraine zu einer ft-rieu Republik zu proklamieren, für rechtsgülttg zu erklären hat. Der Stab der nationalen Miliz (!!), der ganze Regimenter mit aktiven Generalen an der Spitze angehören, schlug seinen Sitz in der Kiewer Universität auf. Die Bewegung ist besonders dadurch gekennzeichnet, daß sich selbst Russen, die unter dem alten Regime patriotische Gesinnung bekundeten, vor­behaltlos der neuen Bewegung anschlossen.

Die provisorische russische Regierung verhandelte mit dein Ausschuß des nationalen Konventes und versuchte, die Ukraine angesichts der drohenden deut­schen Gefahr von der Loslüsung vom russischen Gesamt­staat abzubringen, weil dadurch die russische Freiheit wieder in Frage gestellt sei. Sie erklärte dabei, das freie Rußland könne sich mir als Bundesrepublik er­halten! Vor dem Zusammentritt der konstituieren­den Versammlung könne jedoch nicht zu dem Umbau des Reiches in diesem Sinne geschritten werden. Die Ver­handlungen der provisorischen Regierung mit der Ukraine blieben ergebnislos. Die Verhältnisse haben sich vielmehr so zugespiht, daß eine gewaltsame Entladung unvermeidlich scheint.

Allgemeine Kriegsnachrichten.

Am 1. Mai: Friedenskundgebungen.

Das Petersburger ArbeiterblattRabotschkaja Ga- zeta" schätzt die Zahl der an der Maifeier in Petersburg teilnehmenden Arbeiter auf rund 600 000. Es sei wahrscheinlich, daß sich auch andere Parteien als die sozialdemokratische an dieser Feier in irgend einer Form beteiligen werden. Tie Extremisten planen für diesen Tag große Kundgebungen im ganzen Reich. Sie wollen an diesem Tage eine machtvolle Demon­stration für die Beendigung des Krieges veranstalten. Die provisorische Negierung bittet und ermahnt die Arbeiterorganisationen, die Ruhe und Ordnung nicht zu stören.

Konfereuzvorbcreitungen in Stockholm.

Im Parteizimmer der sozialdemokratischen Frak­tion des schwedischen Reichstags wurden lange Ver­handlungen über die Vorbereitungen zu dem bevorste­henden Friedenkongreß geführt. Tie holländischen Delegierten sehen außerordentlich hoffnungsvoll auf die Aussichten der Konferenz und sie erwarten, daß trotz aller entgegengesetzter Mitteilungen dennoch die französischen Delegierten sich einsinden werden.

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Neutralen Sic werden vorsichtiger und wissen zum Teil nicht mehr. was sie wollen. So die südameri- kanische Kaffee-Republik Brasilien. Wie der schwei­zerischen Tepeschenagentur aus Paris gemeldet wird, hat Brasilien in dem Streit zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten seine Neutralität erklärt.

England braucht Rekruten!

Nach dem schauerlichen Massenmorde, dessen sich England auf den flandrischen Kampfplätzen an seinem Volksnachwuchse schuldig macht, darf man sich über den Ruf nach Rekruren. neuen Todesopfern nicht Wun­dern, den jetzt der RekrutterungSlord Derby auöftößt. Dieser bezeichnet eS als notwendig, daß nationale Red­ner und Parlamentarier eine Kampagne in ganz Eng­land zugunsten der Rekrutierung voll neuen Truppen unternehmen. Cs herrsche starker Wider- tand gegen die beschlossene Vermehrung des Heeres, weil das Volk zu wenig Vertrauen zeige. Von den Kolonien könne nichts erwartet werden, deshalb ei das Mutterland an der Reihe, die letzte u notwendigen Lpfer zu bringen, die den Steg vollenden müßten. Die Regierung überlegt augenblick­lich sogar, ob der Arbeitszwang für Frauen eingeführt werden könne, falls die Lage des Landes infolge deS herrschenden ArbeitermangelS dies erfordere.

Aus dem Ausdruckeletzte notwendige Lpfer" geht wohl hervor, daß man in England weitere ernste hafte größere Opfer für die Dauer nicht mehr für möglich hält.

Brotkarte« in Londom

Der Londoner Korrespondent des Corriere della Sera drahtet, daß England in sechs Wochen Brotkarten etnzusühren beabsichtige Die Maßnahme werde mit der durch die vermehrten Schifte-Versenkungen entstan­denen Frachtraumverminderung begründet.

Republikanische Störungen in dni Battairlandern.

Die russische Revolution wirkt aus dein Balkan nach. Die neue Petersburger ZeitungRußkaja Wolja" 'teilt das Vorhandensein einer starken republikani- chen Strömling in Montenegro, Serbien und Rumä­nien fest. Einflußreiche serbische itnd montenegrinische Politiker pflegten gegenwärtig Verhandlungen, die die- en StrÜnlungen zum Ziele verhelfen sollen. Geplant ist die Gründung einer serbisch-montenegrinischen Re­publik. Die in Frage kommenden Dynastien hätten nicht die Rttttel, einer derartigen Bewegltng Wirkung»^ voll entgegenzuarbeiten.

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Kleine KriegSnachrichlen.

" Die Londoner Börse bleibt vorläufig am Sonn. abend geschlossen, angeblich um den Mitgliedern und deren Angestellten Zeit für nationale Dienstleisttingen zu geben.

" Daily Mail erfährt, daß demnächst die Brot­rationen für die 9lrmee verkürzt werde.

Aus aller Welt.

** Ein Zug durch Lawine verschüttet. Der Sonntag abend 5 Uhr von Landquart in Davos fällige Zug wurde beim Davoser See von einer gewaltigen Lawine verschüttet. Bis jetzt sind acht To^e geborgen, darunter Emilie Jrivll ans Stuttgart.

Zil dem Lawinenuslglttck am Tavoser See wird weiter berichtet, daß sich noch 40 Personen in den verschütteten Eisenbahnwagen befinden, die wohl sämtlich den Tod ge­sunden haben. Eine Aitzahl Feuerwehren der umliegenden Lrischasten und Hunderte internierte Deutsche arbeiten mit jieberhasler Anstrengung am Retlungswerk.

Bei Gurtnellen an der Golthardbahn sind wiederum drei Lawinen ntedergegangen.

** Wieder das Schießgewehr. Der zehrrjährige Sohn des im Felde stehenden TelegraphenlcitungS- aufsebers Schütt in Neustadt in Holst, wurde voll einem Spielkameraden botni Besichtigen eines Revolvers er­schossen. Die Kinder halten die Wafte beim Alleinsein aus einer verschlossenen Kommode herausgenommen.

** Folgen des früheren Bergbaues. In dem an der Gemeindegrenze von Riemke gelegenen Teile der Stadt Bochum, genannt Provize, wurde eiu heftiger Erdstoß gespürt. Schornsteine wurde umgerissen, in verschiedenen Häusern siel der Stuck von den Decken uhö Dächer wurden beschädigt. Vom I'irm tei evan­gelischen Kirche siel ein Wetterhahn herab. Wahr­scheinlich ist ein verlassener unterirdischer Grubenbau zu Bruche gegangen.

Sesetzt Sie vorfteiche mit Karpfen!

''Boui Fischfang. Das Bild an den Zentral- qnärkten für den Fischhandel in Cuxhafen und Al­tona hat sich in den letzten Tagen wesentlich gebessert, und der Ausfall der Heringszufuhr wird durch die steigende Zufuhr sonstiger frischer Seefische wieder wettgemacht. Tie Lieferungen von den dänischen Plätzen sind im Steigen. Ter Versand nach den Jn- landplätzen dürfte mit dem Beginn des Monats Mai noch eine weitere Steigerung erfahren. Auch von den Fischplätzen an der schleswigschen Küste lang­ten reichliche Zufuhren an, und da auch die heimische Fischerei jetzt voll zum Eingreif^ kommen wird, dürfte die Fischversorgungsfrage in kurzer Zeit geregelt sein. Die Seefiscyerflotte unserer beiden Hauptplätze, Fin­kenwärder, und Blankenese, stellt etwa 70 Kutter und Ewer; zu denen sich in der Kleinfischerei noch Alten- wärder mit 60 und die Küstenftscherei mit etwa 120 Fahrzeugen beteiligt. Im vorigen Jahr konnte kaum der dritte Teil dieser Flotte auf den Fang gesandt werden.

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