Ausgabe 
12.4.1917
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3
 
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Reue Flieger-Verbrechen.

Erneute Beschießung der ganz ofteucn Stadt Freiburg.

Der Eingriff wurde 6 Uhr nachmittags von zwei »eiteren Geschwadern wir zusammen 23 Flugzeugen üederholl. Dem ruchlosen Ueöerfall fielen leider meh­rte Menschenleben zum Opfer. 7 Frauen. 3 Männer, n Soldat wurden gerötet, 17 Frauen, 8 Männer und Kinder verletzt. Die feindlichen Flieger wählten sich ls Angriffsziel neben dem neuen Stadtthearer vor llem die Instituts und Kliniken der Universität Die natomie wurde beträchtlich beschädigt.

ES geschah aus schmutzigster Rachsucht

Durch unsere wirksamen Gegenmatzregeln kam der wgriff nicht voll zur Durchführung. Im Verlauf der Nt unseren zur Abwehr aufgestiegenen Fliegern sich nsiptnnenden Luftkämpse wurden z,v e t feindliche klugzeuge bei Schlettstadt und Markirch adae- chossen, ein drittes im Luftkampf, vereint mil Be^ lhuß von der Erde aus, zum Absturz gebracht Be. ftchnenderweise sind sämtliche drei Flugzeuge en

hpen mit englischer Besatzung. Der Führer des

M in der Lanbluü ,H« und neue Wie

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ein englischer Oberstleutnant, ist dabei in unsere nd gefallen. Nach seinen Angaben und dem Inhalte Ines abgeworsenen Flugblattes war der Angriff eine becgeltungsmahregel für die Torpedierung derGlvu lcher Castle". Tie Berechtigung für eine solche Be aitttdang wird auf das Entschiedenste bestritten, Um die Negierung hat England zeitig genug zu gestehen gegeben, daß sie den Verkehr mit so- ft ri a nutenLazarettschiffen", innerhalb einer genau be^ichuelen Zone nicht länger dulden könne Senn die Engländer trotzdem unter Mißachtung um lerer Warnung und unter Mißbrauch des Roten Kreuzes xransporte im Sperrgebiet unternehmen, sv müssen sie die Folgen ihrer Handlungsweise tragen.

Aus Rachsucht aber offene Stäoce anzuareifeu, ist in billiger Ruhm. Militärisch wichtige Objekte, die 'N Angriff rechtfertigen könnten, gibt es in Freiburg ' Breisgau nicht. So reiht sich dieser tteberfall rdig den andern durch nichts begründeten Ueber llen auf wehrlose süddeutsche Ortschaften an, ein trauriges Seitenstück zu dem Karlsruher Kiudermord 22. Juni vorigen Jahres.

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w ^ M twUen und zu Zikade erfüllen, vmlg. Drr Alter llest dah »die in der Stadt" uiüje, daid au Ämter ch nicht ieidhajtig vor­der ans der Stadt wer- er Auer die Not wirb mn hilf! er viel Ueder, agen von ihr erfähn.

Stärkere Friedenehoffnungen.

chte seines Adens und

unverdrosMi nach der r g n öcc grieöeit§fvage scheinen sich die r ganz veMunte Men- «glichen Bersmumlungen und Stratzenkundgeb chm aus^hren eigenen | we tretenden Meinungsverschiedenheiten etge

Baldamus gesattcu.

Wieder ist einer der besten unserer Flieger gefal­len.' Leutnant der Reserve Baldamus ist im Lustkampf mit einem feindlichen Flugzeug zusammeugestvßen und «ldgestürzt, nachdem er bisher achtzehn feindliche Klugzeuge ahgeschossen hatte.

Hartmuth Baldamus wurde am 10. August 1891 als Sohn eines Grohkauftuanns geboren.

An Petersburg dreht sich alles um den Frieden.

bei den ebungen zu-

Meinrrngsverfchiedenheiten eigentlich nur auf die Frage eines allgemeinen oder eines Son- rievens zu beziehen. Die aus der Schweiz und Weden eingetroffenen, nach eintägigem Aufenthalt dettergereisten, russischen Revolutionäre äußerten sich.

)ern hören oder icin üderzetlgev. öemng von tt-- die Landbeslel- nachen, w6 das Denn ein leten- Jt« Sufnif im und ForderM ]ki M Ah- mitz vle d« h läüechte Wen« ^

SeUt Kttzernteaubstchten auch England z lAchMien, in »Ölungen geneigter machen dürfen.

kr Aadt unb

tz sie nach vierzehn Tagen an der Spitze einer Frie- »»depatation nach Stockholm zurückkehren würden.

' Frievenshossuuugen in Holland Wie das holländischeAllgemeen Handelsblad" ßstlhrt, sei während ganzer Kriegsdauer niemals ein ßiinstigerer Moment für Friedensverhandlungen auf finec alle Kriegführenden befriedigenden Grundlage rkvesen, zumal da die enormen Schisssverluste und

zu Friedensuirter-

llgemeine Kriegsnachrichten.

Brasilien bricht die Beziehungen ab.

Der Berliner brasilianische Gesandte hat dem

KA^UnwetP^ ?laatSsekrelär deS Auswärtigen Amtes eine Note über- - Kerr. xicht. der zufolge die Beziehungen zu Deutschland

»nb,u den BerichtMoc- ^brachen und die Pässe für die Gesandtschaft und [ lesen wie die ' ch Konsulate erbeten werden. Als Begründung hier- sieder, wie vie ^ ^ Zerstörung des brasilianischen Dampfers

und Entpstn^ Parana" durch deutsche Seestreitkräfte angegeben.

L JWnS J«? Natürlich ist dieseBegründung" eitel Humbug. d mMN » «r CIt hjiv ja Wirklichkeit hat diese südameritanische Raubritter- ifenes ^ mit Republik nicht dem eigenen Triebe, sorrdern dem nord-

igen, Älnl ^ «amerikanischen Zwange gefolgt, als sie uns den Krieg

tten das cklärte.

Aller Brasilien ist es gerade, dem wir für dieses schmäh-

^ iche Jndenrückenfallen eine entsprechende Antwort geben

tüvXijL önneu. Ganz gegen unsere Interessen bezogen wir seit

M Kren von Brasilien 150190 Millionen Mark Boy- m der Rift Waffee, also eine in gesundheitlicher Hinsicht nicht

vettretea,' ^Mcher, erade Übermäßig empfehlenswerte G<

Da Grubena^ Ugtett wir nach dem Kriege auch nur ein Jahr auf

^rücken- und fjjfjjrfc üsenGenuß", dann ist diese Aasgeier-Republik Pleite.

:st ^ kleines L Auf jeden Fall soll und muh man es in Brasilien

gewarnt worden war. bedurfte es einer besonderen Warnung nicht.

Chile bleibt neutral.

J^ ei ' chilenische Gesandte teilte im Wiener AuS- namens seiner Regierung mit, daß die ^EpublU Chile gegen die Monarchie und daS Deutsche ^Elchl auch weiterhin Neutralität beobachten werde.

hätte Chile, der große Staat an der West' mpe Südamerikas, eigentlich sehr viel mehr Beranlast _ fein -. Denn Chile lieferte bisher

einträgliche Geschäft ura. JCÖ i cux ^nutr ney- £f n SA eva \*J n Deutschland ist die Herstellung eines künstlichen billigen Ersatzes dafür im großen aus- gebaut und durchgeführt worden.

Eine allerwüsteste Teutschenheye wird zurzeit von den Engländern und Franzosen in Spanien betrieben, um es in deii Krieg gegen oie Mit­telmächte hinetnzuziehen. Die englische Presse-Agtta- roren ,etzen dem Lande verführerisch auseinander, welche günstige Gelegenheit Spanien unbenutzt lasse, um sein politisches Ansehen zu erhöhen und seine frühere Be- oEUtung als politische Macht wieder zu gewinnen, wenn es sich jetzt nicht an die Spitze der europäischen neurrn len -Staaten stellte, um gegen die deutsche Vergewaltt- gung Front zu machen.

Tie itatienischen Resormsozialiften

bekennen sich weiter zum Kriege. Ihr Kongreß hat

A.'unsch zum AuSvruck gebracht, daß das demokra- lischt und svzialtstischc Rußland sich immer eltger an dre westlichen Demokratien anschließe. um gründlich den Kampf gegen den aggressiven germanischen Militarismus fortzusctzen, dessen Niederlage notwen­dig sei. um das Völkerrecht zu schassen, das eine freie Entwicklung aller Völker gewährleistet und den Frieden sichert.

Ein antcrikanisches Schiss in der Türkei interniert.

Das amerikanische StattonSschiffScorpion" ist in Konstantinopel interniert lvorden. Dem Schiff war eilte Frist von 24 Stunden zum Verlassen des Hafens ge­geben worden. DerScorpion" konnte jedoch die Ab­reise nicht bewerkstelligeu, deshalb wurde gemäß den Bestinimungen der Haager Konvention vorgegangen.

1 .

Kleine Kriegsnachrichken.

" Unlängst haben die dänischen Reedereien Vester- haved und Diana aus ihrem KriegSgewtnn eine Divi­dende von Prozent verteilt.

Diestille Wirksamkeit"

der englischen Flotte.

Die Untätigkeit der englischen Flotte verursacht ln England nach einem Bericht desStavanger Aften- blad" große Ungeduld.Zum Trost hat man das Schlagwort von ihrerStillen Wirksamkeit" gefunden Aber allen, die sehen, wie die Handelsflotte sich ver­mindert. scheint diese Wirksamkeit allzu still zu sein. Offenbar ist die britische Seelnacht nicht starr genug für ihre Ausgabe. Die paar nral, wo sie der deut­schen Flotte zu Leibe ging, hat sich die deutsche Flotte in ihre Häfen retten können, ohne abgeschnitten wer­den zu können. Und diese Häfen vermögen die Briten nicht zu sprengen. England muß einen langsamen und langwierigen Landkrieg wählen, weil es nicht wagt, seine Flotte in einen Kampf zu schicken, der entscheidend für den Krieg sein könnte."

-wKriech«"' Den: Würde Brasilien zur Beschlagnahme der deut-

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ml -iube«,^5'böhrl' - j, r e Brasilien liegenden Schiffe haben einen Ton-

töt^teen Schiffe übergehen oder die deutschen Kaufleute jEU Be- lud Kolonisten, die den besten »Litern, äs« totet aSIi? 1 lnSmachen, an Hab und Gut s ^ . .

lit drei bis " ji'eit:: 5 dafür früher oder später verantwortlich machen

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gmeha'lt von LllS ÜÜl' Tonnen, davon gehören 15 isch von hfl (tba^|ec Hamburg-Südamerika-Linie und 6 dem Norddeut-

fmr fc ergebe" ""uebr^gens ist diese feindselige Haltung Brasiliens 1 Behaus"^..rnlilB" (w so schmutziger, alS wir bei Beginn des Kriege- der * i M ^' ö 0 en Brasilianerü die im Hamburger Freihafen lte-

Hamburger . .

uren Kasfeemengen abgenommen und

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telch bar bezahlt Hadem

m u. ( Die Bersenkung des DampfersParana

ist am

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b. M. nördlich von Parfleur im englischen Kanal, .o im Sperrgebiet, erfolgt. Da er vor denen Be- ören durch die allgemeine Ankündigung des uuern- )väntten lPBootkrieges rechtzeiLiß und nach-

KeinGeneralstreik" in Berlin.

Tie Arbeiter wollen keine Dummheiten.

Zum Protest gegen die Herabsetzung der Brot­ration und die Einschränkung der Schwerarbeiterzu­lage wollten übelwollende Kreise am Montag, dem ersten Tage der verkürzten Brotkarten, die Berliner Arbeiterschaft in einen Streik treiben, lieber die Köpfe der Gewerkschaften hinweg. Insbesondere schienen sie für eine solche Demonstration bei Munitionsarbeitern Interesse vermutet zu haben, also den zurzeit höchst­gelohnten Arbeiterschichten. Die Berichte über den Ver­laus des Montag lauten recht harmlos. In der Stadt selbst merkte man so gut wie nichts davon:

DemonstrationS^uge von Arbeitern und Arbeiterin­nen fanden heute in nicht sehr erheblichem Umfang angeblich alsProtest gegen die Verkürzung der Brotrattonen" statt. In einer Reihe von Fabriken feierte ein Teil der Arbeiter zu diesem Zwecke, während in den übrigen voll gearbeitet wurde. Im Humboldt- Hain hatten sich heute vormittag mehrere tausend Per­sonen angesammelt, die über die Linienstraße. König- stcaße wahrscheinlich die Linden zu erreichen suchten. Sie wurden ohne jegliche Mühe abgedrängt und kehr­ten dann in das Stadtäußere zurück, wo sie sich verstreuten. Für den Nachmittag waren noch etliche Versammlungen anberauM. Ein Zusammenhang zwi­schen den einzelnen Zügen bestand nicht, unv die ganze Veranstaltung verlies recht harmlos. Das Stra- ßenbtld zeigte in der inneren Stadt gar keine Verän­derung, und die Teilnehmer verhielten sich fast durch- gehendö ruhig. Sämtliche Verkehrsmittel arbeiteten wie gewöhnlich. Für Dienstag ist die Wiederaufnahme der Arbeu geplant.

Volkswirtschaftliches.

^ Ter Flachsbau wird neuerdings den Landwirten wieder nachdrücklich ans Herz gelegt. Durch diesen Anbau werden erstens die sehr notwendigen Flachs­fasern geliefert, andererseits durch den Leinsamen das werwolle und sehr teuere Leinöl gewonnen. Dazu die abfallenden Kuchen und das Eiweiß für unsere Milchkühe. Auch kann Leinöl als Streckung von Schweineschmalz und dergleichen verwendet werden. Das Schweineschmalz, vorher flüssig gemacht, gibt mit Lein­öl halb und halb gemischt, ein durchaus schmackhaftes Leinölschmalz.

Auf den 80 Morgen Flachs konnten ca. 240 Ztr. Leinsamen gewonnen und daraus ca. 2O0O Liter Lein­öl geschlagen werden. ES kann also jeder selbst aus- rechnen, wieviel Upeck und Tchwein-schmatz durch da»

gewonnene Leinöl gespart und wieviel Milch und Butter durch die Leinkuchen erzeugt und den bedürfttgen Lands* leuten zugeführt werden kann.

Aus aller Weil.

** Vo« der Sce-Fischcrei. Die Heringsfischerei vor­der Elbe nähert sich ihrem Ende. Die Schwärme ziehen sich in tieferes Wasser zurück. Tie Herinasfänge waren in den letzten Wochen recht ergiebig, und ihr Schwinden wird sich in vielen Haushaltungen stark bemerkbar machen. Ergiebiger gestaltet sich fortan die Stint- ftscherei Die Scholle fehlt noch, da die Plattfische sich bei der gegenwärtigen Wetterlage noch tief auf dem Grunde hauen. Durch die umfangreichen Beurlaubun­gen von dem seemüiuiischen Berus angehörenden Sol­daten ist die Flotte der See und Kleinfischer ? letzt fast vollständig unter Segel gebracht.

baten ist die Flotte der See und Kleinfischer der Elbe letzt fast vollständig unter Segel gebracht. AuH Kiel wird berichtet, daß ganz bedeutende Fänge von Heringen, die größten seit Monaten, in der Nacht zu Sonnabend in der Strander Bucht gemacht worden sind. Am Sonnabend war es in Kiel kaum nrüglich, die mit Heringen einlaufenden Dampfer und Fangboote am Dahnhofskai unterzubringen.

Fünf Mari das Günseküken. AuS der ElsteL'- und Lubpenaue wird belichtet: Die Nachfrage nach jungen Gänsen in den hiesigen Ortschaften ist auch in diesem Jahre wieder äußerst rege. Kein Wunder, daß die Preise fabelhaft emporschnellen und gegenwärtig eine Höhe erreicht haben, die in normaler Zeit die junge flügge Ware zur Pfingstzeit kostete. Wurde im vorigen Jahre das Stück noch mit 2.20 und 3 Mark bezahll, so kostete es bis heute 5 Mark und noch mehr. DaS kaufende Publikum trägt an dieser sprungweisen Preissteigerung durch seine Anbietungen viel schuld. Amtlich wird aufgefvrdert, alle Fälle, in denen metzr als 4 Mark pro Küken verlangt und bezahlt wer­den, der Preisprüfungöstelle anzuzeigen.

Scherz und Ernst.

tf. Die bierfenchte Münchener Luft. Es gibt visle

Leute, die sich jetzt in Atünchen und anderwärts den Genuß des Münchener Bieres versagen müssen; denn die Münchener haben jetzt selber nicht genug Bier unb können an Fremde daher gar Nicht liefern. Woher kommt eigentlich gerade das Münchener Bier zu sei­nem, man kann getrost sagen, Weltruf? Es ist wtrk^ lich etwas Wahres daran, wenn behauptet wird, daß die Münchener Lust historisch bierfeucht sei; denn fast vier Jahrhunderte vor der Gründung der Stadt Mün­chen (1158), schon zur Zeit Karls des Großen, als man nur einen Markt Föhring (der Ort liegt heute etwas nördlich der bayerischen Hauptstadt an der Isar, kannte, da war der Geistliche schon verpflichtet, als Gtlte an den Bischof alljährlich 1 Frischling, 1 Gans, 2 Hühner, also Kleinigkeiten nach den damaligen L> griffen, dazu aber eine Fuhre Bier zu liefern, was der Bischof sicher nie ausbedungen hätte, wenn die Gegend nicht ganz ausgezeichnetes Hier gebraut hätte.

Hundert Jahre aber nach der Gründung der Swdt, da war schon das Münchener Brauwesen hoch ent­wickelt. Ee gab sogar ein bewegliches bayerisches Brau­amt -(officium hraxHtionis in den damaligen Urkunden genannt), daß nach einem Bericht aus dem Jahre 1270 schon ganz ansehnliche Erträgnisse aufzuwetsen hatte. An Braumalz gaben die Brauer 32VL Scheffel Mün­chener Maß, offenbar für den Hofbräu des Herzogs bestimmt. Daneben entrichteten sie aber noch 50 Pfund an den Herzog, 6 Pfund dem Vitztum und 2 Pfund dem Stadtrichter, alles in allem ein Zeichen für die frühzeitige Blüte und Leistungsfähigkeit der Münchener Brauereien.

Immerhin kam es schon damals in Mitzwachs- jahren vor, daß das Bterbrauen überhaupt verboten ward, so 1245, 1293, 1323 und auch späterhin noch öfter, da man den Verbrauch an Getreide für Brau- ^wecke für ein Unding ansah, solange Mangel an Brot im Lande sei. Die Fabel vomflüssigen Brot", die ja für Münchener Verhältnisse etwas Wahres an sich hat, kam erst in späteren Jahrhunderten aus.

ts. Wenn England die Hand im Spiele hat . . . Am 23. März 1801 wurde Zar Paul 1. ermordet. Er war der Begründer des Neutralitätsbundes von 1800 gegen England und als solcher in London ein Stein des Anstoßes. Wie Sorel (L'Europe et la reve- lution francaise, Parts 18951904, VI. Band Sette 121) angedeutet hat, wurden die ersten Fäden der Verschwörung gegen den Zaren Paul in der eng­lischen Gesandschaft zu Petersburg geknüpft. Lord Withworthd, der damalige englische Gesandte in Pe­tersburg. stand mit den Gegnern in engsten Beziehun­gen. Tatsächlich zog die englische Politik aus der Er­mordung Pauls 1. großen Nutzen, denn der Neutra­litätsbund zerfiel und Rußland mutzte wesentliche Zu­geständnisse machen. An dieses Ereignis erinnerte der Umsturz in Petersburg. Ein Vorspiel dazu war die Ermordung Rasputins. Er galt als jriedensfreundlich und hätte erklärt, Rußland würde bei weiterer Teil­nahme am Kriege gefährdet werden. Rasputin wurde von englischen Spähren überwacht, die alle Vorberei­tungen zum Morde kannten, den englischen Botschafter unterrichteten und der Ermordung selost beiwohnten. Zaren ermordet man nicht mehr, dazu war man in London und Petersburg zu sehr aufgeklärt. Den eng­lischen Anstiftern ge.iügre die Absetzung des Zaren durch eine Palastrevolution.

tf.Parfüms" im Altertum. Tie Anwendung wohl­riechender Stoffe spielte schon im Altertum eine große Rolle. Die Römer zumal, in der Kaiserzett, zogen allcs heran, was ihre durch Mißbrauch des Luxus Überreizten Sinne anzuregen vermochte. Tie Bäder, die Zimmer, die Betten wurden mit Parfüms besprengt. Tie Theater wur. den für die Vorstellungen ganz mit Wohlgerüchen erfüllt, in erster Linie mir Safran, oder mit Ztmmr. Ta- letztere schetm einer der am meisten beliebten Riechstoffe gewese« zu sein. Römer parfümierten sogar den Wein. Selbst da» Oe! in den Lampen wurde parfümiert. Tatz man die Scheiterhaufen, aus denen die Toren verbrannt wurden, mir Wohlgerüchen übergoß und mit duftenden Kräur« überhäufre, ist bekannt. Schließlich wurden die Wohlgerüche auch nach Ständen und sonstigen Rücksichten ttassisizierk.

! So gab e» gewisse Parfümerien, die nur verheirateten

^ Frauen und solche, die nur jungen Mädch«r zuka»«. Man konnte also buchstäblichrteihes", mir wem man t$ V *** tzettg. _ . _ .

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