Ausgabe 
10.4.1917
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Verlag derGießeuer Zeitung", Gießen.

Druck der Eichener Vcrlagsdruckcrei, Albin Mein.

Nr. 33.

Telephon Nr. 362.

Dienstag, den 10. April 1917.

Telephon Nr. 362.

29 Jayrg.

Eine große Schlacht bei Arras im Gange.

Im Westen am 6. April 44 und am 7. April 12 Flugzeuge abgefchosten. Vergebliche französische Angriffe in der Champagne.

Im Marz 161 feindliche Flugzeuge und 5 Fesselballons abgefchossen.

Amtliche deutfcbe Cagesbericbte.

wtb Großes Hauptquartier, 7. April.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Artilleriekampf hielt von Lens bis Arras mit kurzen Unterbrechungen in unverminderter Heftigkeit an. Im Gebiete beiterseits der Somme mehrere Ge­fechte kleiner Abteilungen. Die Franzosen beschossen St. Quentin. Bei Laffaux nordöstlich von Soissons scheiterte ein französischer Vorstoß. Längs der Aisne und am Aisne-Marnekanal nahm vielfach das Feuer an Stärke zu. Ein Angriff der Franzosen zur Wtedecnahme der ihnen entrissenen Gräben bei Saptgneul wurde verlust­reich abgewiesen. Durch Fliegeraufnahme festgestellte Batterien, Munitionsstapel, Befestigungsanlagen und beobachtete Truppenansammlungen in Reims wurden von uns unter Wirkungsfeuer genommen. In den Argonnen wurden feindliche Erkundungstrupps vertrie­ben. Auf dem linken Maasufer griffen nach starker Feuervocbereitung französische Bataillone am Walde von Malaucourt dreimal, aber stets vergeblich, an.

erfolgreiche EuftKätnpfe.

lim Artilleriebeobachtung und Aufklärung zu er­zwingen, setzten die Gegner starke, zusammengefaßte Luststreitkräste ein; sie erlitten schwere Verluste. Mehrere der feindlichen Geschwader können als vernichtet gelten. Leutnant Boß schoß sein 24. Flugzeug, Leutnant v. Bertram seinen 4. Gegner im Luftkampf ab. Zwischen ; Soissons und Reims unternähme der Feind einen ein­heitlichen Angriff gegen unsere an dieser Front stehen­den Fesselballons. Durch schnell einsetzendes Abwehrfeuer und Angriff unserer Jagdstaffeln hatte der Gegner nicht den erhofften Erfolg. Nur 2 Ballons wurden abgeschos­sen. Mehrere Beobachter landeten in Fallschirmen. Die Gegner verloren gestern 44 Flugzeuge, davon im Luft­kampf 33, durch Abwehrkanonen 8, durch Notlandung hinter unseren Linien 3 ferner durch Luftangriff einen Fesselballon. 5 unserer Flieger sind nicht zurück­gekehrt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold v. Bayern.

In zahlreichen Abschnitten rege Feuertätigkeit. Vor- stöße von russischen Stceifabteilungen bei Bacanowitschi und südlich von Stanislau wurden zurückgeschlagen.

Heeressront des Gem 'oberst Erzherzog Joseph.

In den Waldkarpai n und in den Grenzbergen der Moldau vielfach Vor.eldgefechte.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Keine Aendexung der Lage.

Mazedonische Front.

Zwischen Wacdar und Doiransee täuschten die Eng­länder nach starkem Feuer durch Kommandos und Hurra einen Angriff vor. Unser Vernichtungsfeuer!^ wirkungs­voll auf den als besetzt erkannten feindlichen Graben.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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zosen, bei Laffaux Boden zu gewinnen, schlug in unserem Feuer verlustreich fehl; eine unserer Kompagnien stieß dem weichenden Feinde nach und nahm ihm 48 Gefangene ab. An der Aisne und in der westlichen Champagne war in einzelnen Abschnitten der Artillerie- und Minen­kampf stark. Südwestlich von Mülhausen wurden bei einem Erkundungsvorstoß mehrere Franzosen gefangen. Gestern wurden 12 feindliche Flugzeuge im Luftkampf, 1 durch Abwehrfeuer hecuntergeschossen.

...

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Go habe ich hohe Zinsen und immer bares Geld!

Berlin, 7. April, abends. Bei regnerischemWet- ter blieb die Artillerietätigkeit im Westen gegen die der Vortage an Stärke zurück. Vom Osten und aus Mazedonien sind keine wichtigen Ereignisse gemeldet.

9 ,

wtb Großes Hauptquartier, 8. April.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nahe der Küste und im Wytschaete-Bogen streßen nach heftiger Feuerwirkung an mehreren Stellen starke Erkundungsabtetlungen gegen unsere Stellungen vor sie sind vor den Hindernissen, südöstlich von Ipern im . iah kampf, bet dem einige Gefangene in unserer Hand biteben, abgewiesen worden. - An der Artois-Front war die Kampftätigkeit geringer als in den letzten Tagen. Somme-Gebiet unterhielt der Feind Engländer

oder Franzosen, war nicht festzustellen lebha *3 gegen St. Quentin, dessen Kathedrale durch mehrere «Treffer beickädtat wurde. Ein neuer Versuch der Frau-

»flnilllllllli

Oestlicher Kriegss chauplatz.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Außer Zeitweilig lebhaftem Feuer bei Jlluxt, west­lich Luck und an der Zlota Lipa keine wichtigen Ereignisse.

Heeressront des Generaloberst Erzherzog Joseph.

In den Waldkaxpathen brachten erfolgreiche Streifen unserer Sturmtrupps aus den mehrfach vorher zerstörten russischen Stellungen über 40 Gefangene und einige Maschinengewehre ein.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen

Keine Aenderung der Lage.

Mazedonische Front.

Auf dem Ostufer des Wardar hielt unser Vernich, tungsfeuer einen englischen Angriff nieder.

9

Die Cuftfiege im Märr.

Vorausschauende Weiterentwicklung der Luftstreit- kcäfte, Vervollkommnung des Flugzeugbaues auf Grund der gesammelten Erfahrungen, Schulung der Beobachter für Artillerie und Infanterie, Erhaltung des bewährten Angriffsgeistes unserer Kampfflieger haben im Monat März große Erfolge gezeitigt; auch die Flugab- Wehrgeschütze haben daran wesentlichen Anteil Unsere Gegner dabei auch die schon lange vor Erklärung des Kriegszustandes im französischen Flugwesen ver- tretenen Amerikaner haben im Westen. Osten und auf dem Balkan 161 Flugzeuge und 19 Fesselballons durch unsere Angriffs und Abwehrmittel verloren.Hier­von sind durch Luftangriff 143 Flugzeuge und 19 BallonS, durch Feuer von der Erde aus 15 Flugzeuge abgeschossen worden, 3 feindliche Flugzeuge durch unfreiwillige Land­ung h nter den Linien in unseren Besitz gekommen. Der deutsche Verlust beträgt 45 Flugzeuge, keinen Fesselballon.

Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

9

Großes Haugtquartier, 9. April.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zwischen Lens und Neuvtlle-Vitaffe (südöstlich von Arras) erreichte der Arttlleriekampf gestern wieder große Heftigkeit; seit heute vormittag ist nach mehrstündigem stärkstem Trommelfeuer die Schlacht bei Arras im Gange. Im Gebiete zwischen den von Albert auf Combcai und Peronne führenden Straßen haben sich kleinere Ge­fechte entwickelt, die den von uns beabsichtigten Verlauf nahmen.

Heeresgruppe Kronprinz.

Von Soissons bis in die westliche Champagne be- kämpfen sich die Artillerien in erhöhtem Maße.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Herzog Albrecht voa Württemberg

In Lothringen und in der Burgundischen Pforte zeitweilig rege Feuectättgkeit. Durch unsere Flieger und Abwehrkanonen sind gestern 17 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballons abgefchossen worden. Rittmeister Freiherr v. Richthofen blieb zum 38. und 39. Male Sieger im Luftkampf; Leutnant Schäfer brachte den 12. Gegner zum Absturz.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Gencralseldmarschall Prinzen Leopold v. Bayern.

Bei Sagorje (nordöstlich von Bacanowitschi), bei Wielick (südöstlich von Kowel) und bei Brzezany sind Vorstöße russischer Jagdabteilungen zurückgeschlagen wor­den.

Heeressront des Generaloberst Erzherzog Joseph.

In den Waldkarpathen hat bei Kälterückfall starkes Schneetxeiben eingesetzt.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Nördlich von Focsani drangen nach kurzer Feuer- vorbreitung unsere Stoßtrupps in die russische Stellung bei Faurei ein, zerstörten die Gräben und kehrten mit 46 Gefangenen und 2 Maschinengewehren zurück.

Mazedonischen Front

Lebhaftes Geschützfeuer auf dem rechten Wardar- Ufer und südwestlich des Doiran-Sees.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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wtb Berlin, 9. April, abends. Beiderseits von Arras ist den Tag über schwer gekämpft worden. Dev Gegner ist in Teile unserer Stellung eingedrungen. An der Aisne- und Champagne-Front zeitweilig starker Ar- tilleciekampf. Im Osten und in Mazedonien nichts Neues.