Die Engländer haben nur noch wenig Hoffnung
gründ-
Aus diesem Grunde haben wir sehr schlicht, sehr klar, aber sehr freundschaftlich am 6. April der britischen Regierung mit Rein geanl- wartet. Wie hätten wir, Frankreich, einen Konvenlionsentwurf annehmen können, in dem man behauptet, daß Frankreich |^on jm erf(en ^ahr abrüsten mühte, während die Aufrüstung Deutschlands legalisiert wird. Wan hat gesagt, daß diese Rote die Tür zugeschlagen habe. Wie kann man das behaupten, wenn man die Rote selbst gelesen hat? Es folgt ein Zitat aus der Role: „Es wird Zache der Abrüstungskonferenz fein, ihr werk wieder auf zu nehmen ufro.“ Die Tür, so schloß hieraus Barthou, ist also nicht zugeschlagen. Ich habe im Ramen Frankreichs zu sagen, daß die Abrüstungskonferenz ihr Werk fort- sehen soll und ich füge mit aufrichtiger Ueberzeugung hinzu, daß dieses Werk zum Ziele führen muß.
Aber warum haben wir die Verhandlungen mit der britischen Regierung unterbrochen? Ende März hat die deutsche Regierung ihren Haushalt veröffentlicht. Die deutsche Regierung erhöhte für 1934 ihre zugegebenen militärischen Ausgaben — ich will nur von diesen sprechen — um 250 Millionen Reichsmark. In jenem Augenblick bemühten wir uns, die weitverzweigte Frage der Ausführungsgarantien zu lösen. Wir bemühten uns, die Verstöße gegen eine Konvention zu klassifizieren, um festzustellen, welche Sanktionen auf diese Verstöße angewendet werden könnten.
In diesem Augenblick veröffentlichte die ' deutsche Regierung einen haushalt, worin die Wiederaufrüstung durch amtliche Zahlen bekundet wird. Das ist eine indirekte, aber klare Art zu sagen: Was bedeuten alle eure Despre- chungen, was bedeuten alle eure Ausführungsgarantien? Seit dem 14. Oktober 1933, an dem ich brüsk aus dem Völkerbund ausgetreten bin, habe ich meine ganze Freiheit wiedergewonnen. Ich mache davon Gebrauch! Am so schlimmer für euch, die ihr debattiert und verhandelt. Ich stütze mich auf meine Aufrüstungsstärke. Das ist die Lage, vor der wir stehen: und deshalb sollten wir nachgeben? Wir sollten auf jedes System verzichten, das lstchl sofort und absolut von Deutschland gutgehei^en wird? wir wären dahin gelangt, daß eine wacht, weil sie die Abrüstungskonferenz brüsk und brutal verlassen Hut, uns kommandiert, uns ihren Willen auf- zwingt? Was mich betrifft, so lehne ich das ab.
„Leidenschaftlich und unbeherrscht"
Der Eindruck der Barthou-Rede in Genf.
frei gehalten. In der sehr viel später verteilten schriftlichen Fassung der Rede sind einige Milderungen der Ausdrucksweise enthalten, auch ist die Rede an einer wichtigen Stelle im schriftlichen Wortlaut geändert worden. Barthou hat in seiner Rede mit lauter und leidenschaftlicher Betonung gesagt, daß Preußen Deutschland zu beherrschen suche, und hat im Zusammenhang damit das Wort Mirabeaus
Keine diplomatischen Sondervertretungen Preußens und Bayerns beim Heiligen Stuhl.
Berlin za. Mai. (DNB.» Amtlich: Nach, dem durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. 1. 1934 die Hoheitsrechte der Lander auf das Reich übergenau- 6 e n sind, ist auch das Gesandtschaftsrecht das ihnen nach der Reichsoerfassung vom li. 8.1919
vention. Die britische Regierung fragt uns, ob wir für den Fall, daß bindende Durchsuhrungsgaran- tien vorhanden wären, den Plan vom 29. Januar annehmen würden. Erinnern Sie sich — warum soll ich es nicht aussprechen — des Grundsatzes der Gleichberechtigung in einem Regime der Sicherheit, wie man am 11. Dezember 1932 sagte. Was ist aus diesem Grundsatz geworden? Man hält ihn uns vor, aber was ist aus den Sicherbeitsmaßnahmen geworden? Und als Sie zum Ausgangspunkt einer allgemeinen Konvention ein gewisses britisches Memorandum früheren Datums als dasjenige vom 29. Januar angenommen haben, haben Sie alsbald die Schwierigkeiten des Weaes gesehen, auf den Sie sich begeben Haben, und erkannt, wie gefährlich es ist, eine grundsätzliche Zustimmung zu erteilen, die dann nicht durch die Tatsachen bestätigt wird.
London, 31. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter der „Times" in Genf sagt: Die Reden Simons und Barthous zeigten eine Kluft zwischen dem französischen und dem britischen Standpunkt hinsichtlich der Hauptpunkte der Ab- rüftungsfrage, die so tief ist, daß die Zuhörer nicht imstande waren, eine Grundlage für ein Kompromiß zu entdecken. Barthou. lehnte tatsächlich jedes Kompromiß ab und legte sich darauf fest, daß die französische Regierung niemals einem Abkommen zustimmen werde, das eine sofortige Aufrüstung Deutschlands oder eine Legalisierung der Aufrüstung bedeuten würde. Simons Rede war eine maßvolle Wiederholung der britischen Beweisgründe. Barthous Rede war in der Hauptsache eine Zurechtweisung Simons, der mit unerschütterlichem Humor zuhörte. Sie brachte nur einen neuen Punkt, die Antwort auf die britische Mitteilung vom 10. April, und diese Antwort war negativ: die französische Regierung nimmt die britische Denkschrift nicht als Grundlage einer Vereinbarung an, selbst wenn sie von Sicherheitsgarantien begleitet wäre. In briti- schen Kreisen war der Eindruck der, daß die französische Haltung nicht die leise sie prak - t i s cb e Hoffnung auf Ueberwindung des toten Punktes bietet. Ein Zurückgreifen auf Pläne, die nicht nur von Deutschland, sondern auch von Italien und den Vereinigten Staaten bereits verworfen sind, ist zwecklos. Solange diese Methode vorherrscht, hat die allgemeine Aussprache nach britischer Ansicht wenig Zweck.
Ich spreche im Namen einer Regierung, die für das erste Jahr der Abrüstungskonferenz 1932/1933 lhre Militärkredite um 17 o. H. herab- g e setzt und diese Herabsetzung im Jahre 1934 uoch erhöht hat. Und demgegenübr stelle ich fest, das von 1933 bis 1934 das Budget der Reichswehr, ohne von den Braunhemden zu reden, um 3 3 v. H. erhöht worden ist. Der deutsche Luftfahrthaushalt ist um 160 v. H. erhöht worden. Warum? Wer bedroht Deutschland? Ich sagte, daß ich kein Wort aussprechen will, das in irgend einem Grade eine Anklage sein soll. Ich sehe ein Land — und wünsche, daß es bald hierher zurück- kehrt — für dessen Größe ich eine aufrichtige Bewunderung nicht verberge. Ein Land, das die größten Genies des Menschengeschlechtes zu den seinen gezählt hat, das einen Philosophen hatte, der Kant heißt, einen universalen Menschen, der Goethe heißt, musikalische Genies, die Bach, Beethoven und Wagner heißen. Wer macht ihm nicht nur diese Macht des Geistes, sondern die im sozialen und wirtschaftlichen Leben notwendige Gleichheit, auf die es Anspruch erheben kann, streitig? Wer bedroht Deutschland? Nicht Frankreich, meine Herren. Wir be- drohen niemand. Wir wollen niemand angreifen. Sie Verträge haben uns gegeben, was uns gehörte. Wir verlangen nichts mehr. Und wenn ich im Namen Frankreichs über die heikle, verwickelte schwierige, gefahrvolle Frage der Organisie- rung der Saar (Organisation de la Sarre) verhandele, so bekunde ich dabei einen Derstänbi- gungswillen und ein Gerechtigkeitsgefühl, das mir Baron Aloisi, der Vorsitzende des Dreier-Komitees, und der Völkerbundsrat nicht werden bestreiten tönnnen,
2llso, meine Herren, im Ramen dieses Landes sage ich: Dir haben einen konkreten plan. Diesen plan kann man nicht dadurch zunichte machen, daß man ihn mit Stillschweigen übergeht. Es ist der plan der Rüstung s- begrenzung — der Begrenzung aller Rü- stungen — vom 1. Ianuar 1934, Herabsetzung der Rüstungen mit notwendigen Garantien. Diese Garantien sind diejenigen der Sicherheit. And heute kann sich niemand dar- über täuschen: Das Problem der Sicherheit ist nicht gelöst. Denn Sie den Frieden der Delt wollen, und Sie wollen ihn alle, werden Sie
sich dem Problem der Sicherheit hingeben.
L i t w i n o w hat mit einer Brutalität, die übrigens sich mehr und mehr mit Geschicklichkeit zu oaaren versteht, Dinge gesagt, die er für Wahrheiten hielt und die dem Hauptausschuß nicht als solche erschienen sind. Wenn in seiner Rede Teile sind, denen ich schwer meine Zustimmung geben konnte, so mufj ich dock anerkennen, daß auch bei ihm eine 3bee vorhanden ist, die alles beherrscht, die Idee der Sicherheit. Auch die S i m o n - Rede hat eine Idee, die alles beherrscht, die der Sicherheit Niemand kann ihr entgehen. Wenn ein Grundsatz diese Macht hat, so steckt in ihm eine Art schöpferische Kraft, die zum Erfolg führen wird.
Eine bezeichnende Korrektur.
Genf, 30. Mai (DNB.) Barthou hat seine Rede vor dem Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz nach wenigen Stichworten, die er in der Hand hielt,
stungen herbeigeführt werden müsse, habe anscheinend den französischen Außenminister sehr erschüttert.
„Morning Post", die im französischen Fahrwasser steuert, findet die heißende Antwort" Barchous auf Simons Rede „nicht überraschend" und fügt hinzu, man müsse Simon zugute halten, daß er nicht die Schuld trage, sondern nur nach dem Diktat eines unentschlossenen Kabinetts gesprochen habe. Nach diesem Angriff auf die eigene Regierung geht das Matt zum Angriff auf Deutschland über. „Morning Post" findet die „Times" naiv, weil sie das deutsche Angebot vom 16. April ernst nehme und versteift sich dann zu der Behauptung, daß „dasselbe Deutschland, das in einem Angebot auf den Besitz von Bombenflugzeugen verzichte, eifrig mit dem Bau von Bombenflugzeugen beschäftigt fei und im Herbst ein gewaltiges Geschwader davon besitzen werde".
Genf, 30. Mai. (DNB.) In den Völkerbunds- Hallen hat man selten eine Rede gehört, die s o leidenschaftlich und unbeherrscht wirkte, wie die heutige des französischen Außenministers Barthou. Es ist die große Stärke der Franzosen, daß ihre Vertreter stets frei und in ihrer Mutter- spräche sprechen. Heute hat sich aber eher die negative Seite dieses Vorzuges gezeigt, denn die Rede des französischen Außenministers hat trotz des Beifalls, der von den Franzosenfreunden im Saal und auf den Tribünen gespendet wurde, ernsthafte Politiker in Genf in feiner Weise überzeugt und manchen von ihnen sogar vor den Kopf g e st o ß e n. Einstimmig wird betont, daß der französische Außenminister mit ganz ungewöhnlicher persönlicher Schärfe gegen den englischen Außenminister Sir John Simon polemisiert hat. Er wandte sich immer wieder der Bank Simons zu. Dabei steigerte er sich gelegentlich in eine solche Erregung hinein, daß im Saal ■ und auf den Tribünen gelacht wurde. Die Engländer sahen sich mehrfach verwundert an und regten am Schluß der Rede keine Hand zum Beifall. In englischen Kreisen wird die Rede Barthous „un- b a l a n c e d" genannt. In Völkerbundskreisen und bei neutralen Politikern kann man die Ansicht hören, daß der französische Außenminister par -
zösische Außenminister dem Völkerbund das Gruseln beibringen wollte. Es gelang ihm aber nur vorübergehend, damit eine Wirkung auszulösen. Auch von amerikanischer Seite wird zugegeben, daß Barthou sich „vergriffen" habe. Man hat nicht ohne gewisse Verstimmung bemerkt, wie der französische Außenminister die Rede von Norman Davis vom 14. Oktober 1933 in einen Gegensatz zu der jetzigen Stellungnahme Amerikas zu bringen versuchte; obgleich er allerdings gegenüber den Amerikanern sehr viel vorsichtiger war, als gegenüber den Engländern. Auch das Zusammengehen mit Sowjetrußland dürfte der vorherrschenden Stimmung im Hause schwerlich entsprochen haben.
Paris klatscht begeistett Beifall.
Paris, 31. Mai (DNB.-Funkspruch.) Die Rede des französischen Außenministers in Genf wird in der Pariser Presse mit ganz besonderer Genugtuung ausgenommen und als ein „M eisterwerk der Logik und Ueberzeugung s f r a f t" hingestellt. Noch nie, so betonen einige Blätter, habe man in Genf etwas ähnliches gehört. Es sei verständlich, daß alle Anwesenden plötzlich aufgerüttelt gewesen seien, als der französische Außenminister ohne Umschweife auf den Kern der Frage eingegangen fei. Die Ausführungen Simons werden daneben als „armselig" hingestellt, ihnen habe jeder Ausbau gefehlt. Nur wenige Blätter stellen die Frage, ob es denn dem französischen Außenminister auch wirklich gelungen sei, alle Anwesenden zu überzeugen, oder ob Der Beifall, den er beim Verlassen der Tribüne erhalten habe, ausschließlich seinem rednerischen Talent gegolten habe. „Petit Parisien" erklärt, Barthous Rede sei glänzend und energisch, feine Beweisführung sei höflich, aber doch direkt, und seine Ironie sei beißend gewesen. Man habe seinen Ohren kaum trauen wollen. Das „Journal" weiß sich vor Begeisterung kaum noch zu halten. Der allgemeine Eindruck sei der, daß Barthou dem englischen Außenminister bei aller Freundschaft eine scharfe Ohrfeige gegeben habe. Simons Rede sei nichts weiter als ein Plädoyer für Berlin (!) gewesen. „Oeuvre" meint, Frankreich habe es sich nicht eher erlauben können, so klar zu sprechen, bevor es nicht eine stattliche Zahl von Mächten auf seiner Seite gehabt habe.
Vorgeschichtliche Funde in Heidelberg.
Bei Grabarbeiten auf dem Heiligen Berg, auf dem Gelände des künftigen Thingplages bei Heidel« berg, stieß man dieser Tage auf Scherben, die nunmehr als Reste zweier vorgeschichtlicher Siedlungen festgestellt wurden. Der Leiter des Archäologischen Institutes der Universität Heidelberg- datiert die eine Siedlung in die Zeit um 1000 v. Ehr., die andere in die Uebergangszeit von den Kelten zu den Germanen. Weitere oorgeschlch"
praktische Hilfe für das Gaargebiet.
Gasfernversorgung der Rheinpfalz durch die Saar.
.. S a a r b r ü rf e n, 29. Mai. (DNB.) Die Der Ein- führung der Gasfernversorgung von Den Saar-Ko- fereien nach Den pfälzischen StäDten unD ® e ' siden bisher noch entgegen stehenDen Hin- Dernisse sind beseitigt worDen. Gutachten haben Den Nachweis erbracht, Daß Der Bezug von Saar-Fern- gas unter Stillegung Der Gaswerke Den in Frage fommenDen StäDten DauernDe wirt chaft- li*e Borteile bringt. Die Pfälzische Gas AG. wird in eine Bau- unD Betriebsgesellschaft auf gemeinnütziger GrunDlage unter Führung Des Kreistages umgewanDelt, Der Die Uebernahme Des Gases .Ferngasgesellschaft Saar unD dessen Weitervertned an Die Städte obliegt. Gleich- zeitig roerben verschiedene Gemeinden, Die heute noch Der Gasversorgung entbehren. Der Gesell chaft angeschlossen werben. Die Durchführung bieses Pro- lektes werben Hunberten von Volksgenossen auf lange Zeit Arbeit unb Brot geben. Der Gesamt- aufroanb für alle vorgesehenen Arbeiten beträgt annahernb fünf Millionen RM Es ist bas wohl bas erste Beispiel praktischer Hilfe für bas Saar- gebiet, dessen Kohle auf diese Weise Absatz und Verwendung auf deutschem Boden findet.
In einem Leitaufsatz sagt „Times", Simon könne auf allaemeine Zustimmung zu den Hauptpunkten st-iner Rede rechnen. Eine internationale Vereinbarung fei nur möglich, wenn Deutschland sich daran beteilige. Zugeständnisse an Deutschland seien unerläßlich. In Artikel 164 des Versailler Ertrages fei ausdrücklich ein gewisses Auf- eutsch 1 ands nach seiner Aufnahme in Den VölkerbunD ins Auge gefaßt worben. Die Deutsche Denkschrift vom 16. April bilde Die einzige mögliche Grundlage eines Abkommens. Entweder werde ein Abkommen auf dieser Grund- laae abgeschlossen, ober es werde kein Abkommen zustande kommen. Das freimütige Eingeständnis Simons, daß eine Annäherung der R ü -
zitiert, baß der Krieg die nationale Industrie Preußens fei. Diese Sätze fehlen in der schriftlichen Fassung der Rede vollständig... An Der betreffenden Stelle im schriftlichen Wortlaut der Rede ist eine weiße Stelle sichtbar. Statt mit der Beschimpfung Preußens schließt Barthou hier mit Den Worten: „Wer bedroht Deutschland, Frankreich sicherlich nicht, meine Herren."
lamentarische Methoden, wie sie in Frankreick üblich sind, auf den dafür nicht geeigneten Boden von Genf übertragen hat.
An dem Umfang der Rede gemessen, waren Die Angriffe gegen Deutschland in Der ReDe seltener und kürzer, als die gegen Die englische Politik und besonders gegen Den englischen Außenminister. Immerhin aber hat Barthou ungewöhnlich scharfe Worte gegen Deutschland gebraucht. Dabei hat er wieder die ganze französische Uebelehrbarkeit und Unkenntnis Der wirklichen Lage in DeutschlanD gezeigt. Etwas Sinnloseres als Den Versuch, Die nationalsozialistische Revolution in DeutschlanD als einen Sieg Des Preußentums über Das übrige DeutschlanD zu bezeichnen, kann es schwerlich geben. Barthou wollte aber anscheinend) an Die alte KriegspropaganDa anknüpfen, als er das Wort Mirabeaus zitierte. Die nationale JnDu- ftrie Preußens sei Der Krieg.
Im Mittelpunkt Der ganzen Angriffe gegen DeutschlanD ftanD neben Dem Austritt Deutsch- lanDs aus Dem VölkerbunD vor allem Der Deutsche Wehrhaushalt, mit Dem Der fran-
für Den Verkehr mit Dem He 1 ktg - v Stuhl noch verblieben war, erloschen. Damit entfällt Die rechtliche GrunDlage für Die fernere Aufrechterhaltung Der Diplomatischen Sondervertre- tungen Preußens unD Bayerns beim Hel. liaen Stuhl. Die Reichsregierung hat Daher mit Wirkung vom 31. Mai D. I. Die bayerische Ge- sanbtschast beim Heiligen Stuhl aufgehoben unb Die SonDerbeglaubigung Des Deutschen Bot. schafters beim Heiligen Stuhl als Gesandter P re uß en s zum gleichen Zeitpunkt zurückge. zogen. Das Deutsche Reich wird demnach, (einer Vereinheitlichung entsprechend, künftig auch beim Heiligen Stuhl ausschließlich durch seinen Botschafter vertreten sein.
Oer Staatsbesuch des Führers in Dresden beendet
Dresden, 30. Mai. (DNB.) Ein wesentlicher Teil De; Zeit, während Der Der Führer in Dresden weilt, ist wichtigen Regierungsbespre. chungen unD Regierung sempfänoen geroiDmet. Am Mittwoch vormittag weilte Rich a r D Strauß, Der PräsiDent Der Reichsmusik, fammer, Der anläßlich Der Reichstheaterfestwoche sich in DresDen aufhält, einige Zeit beim Führer. Dann empfing Der Kanzler noch eine 21 b o rbi nung Des B D M. aus Sebnitz, Die Dem Führer einen Strauß Sebnitzer Kunstblumen überreichte. AnfchließenD versammelten sich mit Gauleiter Mutschmann an Der Spitze Die 21 mtsträ- ger Der Gauleitung sowie Die Kreisleiter Des Gaues im Lesesaal Des Hotels „Bellevue". Kurz nach 12 Uhr begab sich Der Führer in Den Lesesaal, ließ sich Die AnwesenDen einzeln vorftellen und richtete eine Ansprache an Die Versammelten.
Reichsminister Dr. F r i ck. Der am Mittwoch. abenD in DresDen in einer großen Äunbgebung sprach, hatte noch Gelegenheit, Den Führer kurz vor seiner Rückreise nach Berlin zu begrüßen. Zur 23er- abschiebung Des Führers hatten sich auf Dem Flug, platz in Dresden Der Statthalter unD Gauleiter Mutschmann, Innenminister unD stellvertreten- Der Gauleiter Dr. Fritsch, Gruppenführer Hayn mit zahlreichen hohen SA.- unD SS.-Führern, Ober, b.ürgermeifter Zörner, u. a. eingefunDen. Der Führer verabschiedete sich in herzlicher Weise von jeDem einzeln. Auf Dem Platz vor Dem Hotel Belle- oue hatte sich eine nach Zehntausend en zählenDe Menschenmenge eingefunDen, die dem Führer brausende Heilrufe zum Abschied darbrachte.
Oie Streikbewegung in den Bereinigten Staaten.
Neuyork, 31. Mai. (DNB.°Funkspruch.) Die ^nehmende Streitlust verdüstert den wirtschaftlichen Ausblick, obwohl man hofft, daß es Roosevelt möglich sein wird, Den Streik Der Stahlarbeiter abzuwenDen. Auch Dürfte Der Textilarbeiter- treik kaum Die ganze B a u m w o l l i n d u st r i e erfassen. Da in manchen Bezirken Neuenglands nur 4 v. H. Der Arbeiter organisiert sinD. Der Dorf- arb eiter streik bietet vorläufig wenig Aussichten für eine DerstänDigung, nachDem Die Verhand- lungen in Seattle abgebrochen worDen sind. In T o l e D o (Ohio) mürbe ein eintägiger Aufschub der Ausdehnung des Streiks erreicht, so daß noch weitere Einigungsoerhandlungen ftattfinben können.
In dem Reuterbericht heißt es, Barthou sprach in der französischen parlamentarischen Manier und brachte seine Zuhörer etwas außer Fassung Durd) feinen Freimut und seine aggressive Haltung gegen Simon. Barthous Bemerkungen werden aber ke i n e Antwort von britischer Seite erhalten. Der Gen- fer Berichterstatter der „Morning Post" sagt: Barthous Rede hat je de Aussicht auf e i n e Vereinbarung zerstört. Einige glauben, daß Frankreich zum Schutze feiner Sicherheit seinLos endgültig mit Dem RußlanDs vereinig t h a t. Es ist sicher, daß die Abrüstungskonferenz ihr Ende erreicht hat. Möglicherweise wird sich Henderson jetzt an den Völkerbundsrat wenden. „Daily Telegraph" hält Dagegen Die Ge- rächte von einem bevorstehenden Ende Der Konfe- ren3 unD einer Trübung Der Beziehungen zwischen Frankreich unb Großbritannien für unbegründet. „News Chronicle" bezeichnet die gestrige Sitzung ber Abrüstungskonferenz als bie hoffnungslos e st e u n b n egativste. Die Vertagung bis $um Freitag könne nur so aufgefaßt werben, baß bis bahin in privaten Besprechungen erörtert werden solle, ob es noch einen Zweck habe, die Konferenz fortzusetzen.
Kunst und Wissenschaft.
Eine der gestohlenen Genier Altar« tafeln gefunden?
Brüssel, 31. INal. (DRV. Funkspruch.) Die die „Independance Beige“ meldet, hat die Genter Geistlichkeit einen Brief erhalten, in dem mitgeteilt wird, daß eine, der beiden gestohlenen Tafeln des berühmten Genter Altarbildes der Brüder Van L y ck in einem Brüsseler Bahnhof lagere. Die Quittung über das Depot war dem Briefe beigelegt. Ferner hieß es in dem Schreiben, daß die andere gestohlene Tafel gegen eine Million Franken zurückgegeben werden würde. Dan fand in der Tat die eine Tafel auf dem Bahnhof unverletzt vor: der Kanonikus van- dengheyn behauptet jedoch, daß es sich bei dem Bild um eine Kopie handelt. Die Zeitung hält es jedoch für möglich, daß sich das Bild als echt er- weist.
Oie 21. Weltmeisterpartie abgebrochen
In Karlsruhe begann Die ?1. Partie um die Schachweltrnei st erschuft. Boaoljubow spielte in Der (Eröffnung etwas gewagt, kam aber infolge eines fehlerhaften Zuges feines Gegners in Vorteil, Den er in unübertesslicher Weise festhielt und vergrößerte. Als er aber bie Stärke seiner Stellung in Gewinn umfetzen wollte, spielte er etwas ungenau unb beging schließlich einen schweren Fehler, so baß er sogar in materiellen Nachteil geriet. In ber Abbruchstellung wirb Der Deutsche Vorkämpfer jcDenfalls Mühe haben, ein Remis zu erreichen.
Grundsteinlegung für die Heidelberger Thingstätte.
Aus Dem Heiligenberg bei Heidelberg, ber schon durch Jahrtausende teils Kultstätte, teils Derlei- digungsplatz war, fand bie feierliche Grundsteinlegung z u einem Thingplatz statt. Oberbürgermeister Dr. Neinhaus verwies in feiner Ansprache darauf, daß diese Stätte von dem Freiwilligen 2Irbeitsbienft geschaffen wurde aus dem Stein unb ber Erbe des Heiligenbergs als wirksame Waffe im Kampf um die deutsche Volk- werdung. Nachdem Direktor Gerst, Leiter des Reichsbunbes für Volksschauspiele unb Freilicht' spiele, allen, bie am Zustanbekommen des Werkes beteiligt waren, gedankt hatte, verlas Propaganda- leiter Moraller den Wortlaut der Grundstein- urkunde. Der Urkunde wurden eine ftatjne des Arbeitsdienstes, eine Armbinde der NSDAP mit allen Abzeichen und der Briefwechsel zwischen FAD. und Reichstheaterkammer über die Erschaffung der Thingstätte beigelegt. Dann wurde der Grundstein geschlossen, und Reichsstatthalter Robert Wagner führte drei Hammerfchläge mit den Worten: „An dieser Stätte soll unser Volk Kraft und Glaube für seinen gemeinsamen Kampf ums Dasein finden!" Ein Sieg-Heil auf den Fuhser sowie das Deutschland- unb bas Horst-Wessel-Lied beenbeten bie Feier.
Unter Der Ueberfchrist „Frankreichs falsche Entscheidung" schreibt „Daily Telegraph", Barthou habe das Hauptgewicht in seiner Rede darauf gelegt, daß Frankreich seinen Standpunkt von Anfang an beibehalten habe. Aber tatsächlich habe Frankreich heute zwischen einer regulierten und einer unregulierten Aufrü - ftuna Deutschlands zu wählen. In England herrsche Die beinahe einstimmige Ansicht, daß Frankreich bei dieser Entscheidung einen liehen Fehler gemacht habe.


