Zum Schrittmacher dieser Entwicklung ist d Volksempfänger VE 3 01 geworden. Na
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Neu!
Enteignun- Da kommt in Anwen-
und neunten Hunderttausend des Volksempfängers verkünden konnte, ist nun die erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, daß diese 200 000 Volksempfänger auf der Funkausstellung bereits re ft los abgesetzt worden sind, so daß also innerhalb eines Jahres nationalsozialistischer Rundfunkgestaltung eine Gesamtauflage von einer Million Volksempfänger erreicht wurde. Ein weiteres Hunderttausend des Volksempfängers ist inzwischen noch vor Abschluß der Funkausstellung aufgelegt worden.
Trotzdem ist die interessante und nicht minder erfreuliche Tatsache festzustellen, daß der hohe Absatz des Volksempfängers den Verkauf der größeren und teueren Geräte absolut nicht beeinträchtigt hat. Mancher von denen, die im vergangenen Jahre zunächst einen Volksempfänger erstanden haben, hat sich nun ein besseres weiterreichendes Gerät zugelegt. Die Nachfrage nach den Geräten in der Preislage von 200 bis 300 Mark ist noch erheblich höher als im vergangenen Jahre, das bereits eine ähnliche Tendenz gezeigt hat. Obgleich das endgültige Verkaufsergebnis noch nicht entfernt zu übersehen ist, hat eine vorsichtige Rundfrage ergeben, daß rund eine Million Empfänger vom Handel in Auftrag gegeben worden sind. Eine Reihe von Firmen sind für Wochen und Monate mit Aufträgen eingedeckt. Teilweise wird von einem verdreifachten Absatz gegenüber dem Vorjahr gesprochen. Mehr als erwartet ist auch das Ausland als Käufer aufgetreten. In einem Falle wird berichtet, daß ein Aussteller mit einem Auftrag 500 Superhet-Empfänger nach Frankreich verkauft hat.
Menn auch einzelne Spezialgeräte besonders günstige Verkaufsergebnisse erzielen konnten, so verteilt sich im allgemeinen das Mehr an Aufträgen
quemster und wirksamster Weise Anordnungen über das Verhalten auf Bahnhöfen mit kürzerem oder längerem Aufenthalt, Meldungen beim und vom Transportleiter und dergleichen bekanntgegeben werden.
Somit ist also — nach der Einführung der Zug- telephonie — auch die Radioübertragung im führenden Eisenbahnzug kein Problem mehr. Auf die gleiche Weise, wie die Uebertragungen aus dem Zuge selbst, kann selbstverständlich jede andere Rundfunkübertragung von „draußen", also von jedem beliebigen Sender aus, erfolgen, wenn sie auch bei diesem ersten „Radiozug" noch nicht durchgeführt wurde, weil die Zeit zur Vorbereitung eines störungslosen Empfangs noch zu kurz war. Aber es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis der Wunsch in Erfüllung geht: „Reise mit Radio — reise mit Musik!"
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, August 1934.
In dem gleichen Tempo, wie im Lande der Sow jets das kommunistische Vernichtungs^ werk an menschlichem Können, an freier bäuerlicher Initiative und an der Verbundenheit mit der Scholle fortschritt, entwickelte sich die Hungers- g e f a h r in diesem größten Agrarland, das einst die Kornkammer Europas war. Die unter dem Schlagwort des Kampfes gegen den Großbauern durchgeführte Enteignungsaktion gegen jeden bäuerlichen Besitz hat das arme und arbeitsträge Landproletariat an die Macht gebracht, das nichts von bäuerlicher Tradition, von Besitzgefühl und von Verantwortungsbewußtsein besaß. Es schwor erst auf die kommunistischen Fahnen, weil ihm Moskau reichen Landsegen versprach, und es schwenkte gerade so wieder von den Sowjets zu der großen bäuerlichen Front ab, als die Leiter im Kreml einen Schritt weitergingen und mit der Durchführung ihres großen Kollektivierungsprogramms begannen, das das ganze Land in eine einzige „landwirtschaftliche Fabrik" verwandeln sollte. Heute hat sich die Regierung auch die Sympathien dieser landarmen Bauern endgültig verscherzt, da diese sich sehr bald überzeugen konnten, daß die kommunistische Leitung unter „Kollektivierung" etwas ganz anderes verstand als sie selbst, und heute steht der Kreml einer einheitlichen großen Front der Bauern gegenüber.
Die gegenwärtige Erntekampagne hat das A g - rarproblem in Sowjetrußland wieder in voller Schärfe aufgerollt. Die scharfen Maßnahmen der Regierung gegen alle Art „Saboteure" und „Staatsfeinde" überstürzen sich, die Alarmrufe der Presse füllen ganze Spalten des so eingeschränkten Raumes aus, und die Sorgen der Sowjetregierung um die diesjährige Ernte werden nicht mehr verheimlicht. Es ist wieder einmal „Ernte-Kriegszustand". Wer in den verflossenen Jahren beobachtet hat, wie die Regierung der drohenden Hungergefahr zu begegnen sucht, mit welch brutalen Mitteln ganze Dörfer, ja ganze Landstriche gestraft und welchen Drohungen die Bauern ausgesetzt werden, um ihr letztes Korn für den Staat, d. h. für die Ernährung der großen Städte, herzugeben, der kann sich ein Bild davon machen, welchen Grad der erbitterte Widerstand der Landbevölkerung angenommen hat und mit welch rigorosen Mitteln er zu brechen versucht wird.
Von dem Kursker, dem Stalingrader und dem Ural-Bahnhof in Moskau werden fast täglich Sonderzüge abgelassen Sie sind vollbesetzt mit Komsomolzen, Vertretern der Jugendverbände, mit Beamten, Parteimitgliedern, ja Truppen der GDU. und der Roten Armee. Sie fahren nach dem Osten und dem Süden, wo der Zustand der Ernteeinbringung die Regierung zur Entsendung dieser Zugladungen von Kontrollbehörden, die zugleich Strafexpeditionen sind, veranlaßt hat. Wie Heuschreckenschwärme überfluten diese Leute, die : alle irgendwie „in amtlicher Eigenschaft" erscheinen, die alle mit Papieren versehen sind, die Stempel und Unterschriften tragen, und die alle auch ganz privatim auf ihre eigenen Kosten zu kommen hoffen, das Riesenland. Die Leitungen der Kollektivwirtschaften werden mit ihnen durchsetzt, , sie tauchen bei den Führern der st a a t l i ch e n Güter auf und nisten sich schließlich in jeden ; bäuerlichen H o f ein. Wo ihren Anordnungen : nicht Folge geleistet wird, werden „Verstöße gegen .
Rechtsanwalt am Appellationsgericht von Fiume.
Zu Mitgliedern der Kreisgerichte wurden ernannt: Als Richter ein Jugoslawe, ein Lette, zwei Holländer, ein Norweger, ein Schwede, ein Däne, ein Luxemburger; als stellvertretender Staats- a n w a l t wird den Kreisgerichten besonders zugeteilt der Italiener Mario Toribolo, stellvertretender Staatsanwalt beim Gericht in Treviso.
Die Regierungskommsision zur Besichtigung der Arbeitsdienstlager eingeladen
Saarbrücken, 29. Aug. (DNB.) In der Sitzung des Landesrates am Mittwoch wurde an die Regierungskommission die dringende Aufforderung gerichtet, selb st eine Besichtigung der deutschen Arbeitslager vornehmen zu lassen, bevor sie zu der einschneidenden Maßnahme eines Verbotes des FAD. im Saargebiet schritte. Nach Rückfrage beim Saarbevollmächtigten der Reichsregierung wurde festgestellt, daß das Reich gern bereit fei, in sämtlichen deutschen Arbeitslagern Beauftragten der Regierungskommission genauesten Einblick in die dortigen Verhältnisse zu gewähren. Die persönliche 'Kenntnis der deutschen Arbeitslager wird die Regierungskommission zu der Erkenntnis bringen, daß sie bei ihrem geplanten Verbot von falschen Voraussetzungen ausgeht. Eine fachliche Orientierung der Regierungskommission würde vielleicht vorschnelle Entschlüsse und unverständliche Maßnahmen verhüten.
Keine Sterilisierung von Ausländern.
Das Rassenpolitische Amt der NSDAP, teilt mit: In einem großen Teil der Auslandspresse wurde kürzlich in großer Aufmachung darüber berichtet, daß in Wiesbaden die italienische Staatsangehörige Rosa Labriola gegen ihren Willen zwangsweise steri- l i s i e r t worden sei. Die Blätter, besonders die italienischen, nahmen diese Meldung zum Anlaß, um in schärfster Weise gegen das deutsche Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und den Nationalsozialismus überhaupt Stellung zu nehmen. Die Nachprüfung dieser Meldungen hat ergeben, daß sie eine grobe Irreführung der Oeffentlichkeit darstellen. Das zuständige Erbgesund- heitsgericht Wiesbaden stellt amtlich fest, daß gegen die fragliche Italienerin allerdings ein Antrag auf Unfruchtbarmachung gestellt worden
wahr und als bloße Stimmungsma gegen Deutschland erwiesen.
Was neutrale Augen
in Oesterreich sahen.
Lodz, 29. Aug. (DNB.) Der Chefredakteur Lodzer „Republika" weilte in Oesterreich und
Aus aller Welt.
Zunehmender Zeppelinverkehr nach Südamerika.
Aus einer von der Hamburg-Amerika-Linie veröffentlichten Statistik über die bisher nu dem Luffchiff „Graf Zeppelin" zwischen Europa und Südamerika beförderten Fahrgäste, Fracht- und Postsendungen geht hervor, daß die Zahl der Fahr- aaste gegenüber dem Vorjahre um 5 0 v. H. gestiegen ist. Das bedeutet im Durchschnitt eine etwa 70prozentige Ausnutzung der angebotenen Plätze, ein im überseeischen Personenverkehr äußer- gewöhnlich hoher Hundertsatz. Die Frachtmengen haben sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdreifacht. Die Post konnte eine Zunahme von etwa 40 v. H. verzeichnen. Diese Zahlen beweisen das wachsende Vertrauen der Welt zu unserem deutschen Zeppelin-Luftschiff. Zuverlässigkeit und pünktliche Durchführung aller angesetzten Fahrten haben dieses Vertrauen geschaffen. Der Zeppelin hat bei allen angesetzten Fahrten die vorgeschriebene Fahrtdauer von 72 Stunden, teilweise recht erheblich, unterboten und damit den Benutzern dieser ersten transozeanischen Luftverbindung die Möglichkeit einer 75prozentigen Zeitersparnis gegenüber den bisherigen Verbindungen nach Südamerika gegeben. Die nächsten Fahrten des Zeppelin am 1., 15. und 29. September sind schon jetzt stark belegt. Sie werden wahrscheinlich ausver» kauft werden. Voraussichtlich wird dieser erste deutsche Luftdienst nach Südamerika eine wesent- liche Erweiterung durch die für das kommende Frühjahr geplante Einstellung des neuen Luftschiffes „L. Z. 129" erfahren.
Tagung des Floltenbundes deutscher Frauen.
In Bad-Elster (Vogtl.) hielt der dem Reichsbund deutscher Seegeltung angeschlossene Flottenbund deutscher Frauen seine 16. Mitgliederversammlung ab. Der Jahresbericht der Bundesführerin Frau Maria Fröhlich, ergab einen klaren Ueberblick über die Verdienste, die sich der Verband durch seine Arbeit um Stärkung deutscher Seegeltung erworben hat. Staatsrat Admiral von Trotha entwickelte als seine Aufgaben die Zusammenfassung aller an deutscher See- und Weltgeltung mitschaffenden Kräfte im Dritten Reich. In die- sen Aufbau gehören Schiffahrt, Wirtschaft, See- städte, die alten Marineverbände sowie der Deutsche Flottenverein. Von dieser breiten Grundlage aus soll Sinn und Verständnis für Deutschlands Anteil auf dem Weltmeer geweckt werden. Hier wird auch der Flottenbund deutscher Frauen, mit seiner Arbeit einsetzen. Die Tagung wurde durch einen packenden Vortrag vom Admiral a. D. P r e n- z e l beendet.
Trauriges Ende eines Menschenfreundes in USA.
Der 50 Jahre alte John S o m n e r, der Sekretär der berühmten Bowery, eines Obdachlosenasyls des christlichen Vereins junger Männer, das eine Zu-
Großer Erfolg der Berliner Iimkausstellung Mehr als 300000 Besucher. — Reiche Aufträge der Funkindustrie für Geräte in allen Preislagen.
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Hungersnot im Brotland
Son unserem ständigen N.-Äerichterstatier.
Am Mittwoch wurden nach einer dreitägigen Verlängerung die Tore der 11. großen Funk- a u s st e l l u n g endgültig geschlossen. Die Ausstellung hat den st ä r k st e n Besuch aller bisherigen Funkausstellungen gehabt. Lieber 300000 Besucher konnten gezählt werden. 108 Sander z ii g e, überwiegend vom Reichsoerband deutscher Rundfunkteilnehmer organisiert, und mehrere hundert Gesellschaftsfahrten mit Bahn und Omnibus brachten die Ausstellungsbesucher aus allen Teilen des Reiches nach Berlin. Dieser schöne Erfolg bestätigt das immer noch wachsende Interesse aller Kreise der Bevölkerung am Rundfunk. Sie bestätigt auch erneut die Tatlache, daß das Rundfunkgerät kein technischer Luxus-Apparat mehr, sondern ein Bedarfsgegenstand des täglichen Lebens geworden ist.
Rückkehr der amerikanischen Flotte in den Stillen Ozean.
Washington, 2g. Aug. (DNB.) Die Flotten- leitung hat die Rückkehr der gesamten Hochseeflotte der Vereinigten Staaten vom Atlantischen in den Stillen Ozean auf den 29. Oktober angesetzt. Die Flotte wird nach mehrwöchigen Manövern in der Nähe von Kuba und des Panamakanals am 23. November in St. Diego erwartet.
Marineminister S w a n s o n und der Chef für Seeoperationen, Admiral Stanley, haben die Empfehlungen des Marineamtes gebilligt, wonach in dem am 1. Juli 1935 beginnenden Finanzjahr 24 neue Kriegsschiffe auf Stapel ge- I c g t werden sollen. In dem neuen Programm sind zwei Kreuzer und ein Zerstörerflotillenführer mehr vorgesehen, als Admiral Stanley ursprünglich empfohlen hatte.
Bücher führender Nationalsozialisten in Polen verboten.
Thorn, 29. Aug. (DNB., Dos Thorner B u r g g e r i ch t hat in einem Urteil vom 24. August auf Grund des Artikels 170 des Strafoodex (öffentliche Verbreitung falscher Nachrichten, dis öffentliche Beunruhigung Hervorrufen können) eine Reihe von deutschen Büchern beschlagnahmen und o e r b t e t en lassen. An der Spitze dieser Liste steht das beste Buch über den Führer „Mit Hitler in die Macht" von Dr. Otto Dietrich, dem Reichspressechef der NSDAP. In Polen stehen schon seit einiger Zeit Hitlers „Mein Kampf" und „D e r M y t h o s d e s 2 0. Jahrhunderts" von Alfred Rosenberg auf der Verbotslifte. — Das Urteil des Thorner Burggerichts wird in Zeiten der deutfchpolnifchen Verständigung in Deutschland einiges Kopfschütteln Hervorrufen. Es kann jedenfalls festgestellt werden, daß in Deutschland keine Bücher über Marschall Pilsudski verboten sind.
mandschurischen Grenze leben satte, zufriedene Menschen. Sie bilden den Stamm der kommenden Kriegsgeneration gegen d i e gelbe Macht. Ihnen geht es gut... Aber das übrige Land? In ihm hält der Todesengel mit geschwollenen Leibern, Hungertyphus und Erschöpfungstod schon heute reiche Ernte.
schreibt darüber u. a.:
Heute hat sich Oesterreich Italien zugeneigt. Trotz der neuen Orientierung hat Oesterreich nicht aufgehört, hitleristisch zu sein. In den Augen der bürgerlichen und bäuerlichen Massen in Oesterreich besitzt Herr von Papen, der deutsche Gesandte, einen viel höheren qualitativen Wert, als Schuschnigg und die ganze Regierung. Wenn sich in Oesterreich durch Zufall ein Hitlerblatt findet, so wird es im geheimen eifrig gelesen. Besonderer Sympathien erfreut sich Hitler-Deutschland unter der Jugend. Vor einigen Tagen wurden zwei Burschen wegen bewaffneter Teilnahme an der Revolte zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde durch den Strang d o II ft r e cf t. Als die beiden Verurteilten an der Richtftätte standen, trat an sie der Henker in Zylinder und schwarzen Handschuhen heran. Er reichte jedem von ihnen die Hand und sagte: „Verzeiht mir, ich erfülle nur meine Pflicht!" ..
Beide zogen die Hand zurück. Der Priester begann ein Gebet zu sprechen, er erlitt einen Nervenanfall und brach das Gebet ab. Einer der anwesenden Polizisten stöhnte auf und fiel um. 8 Minuten später war Saurein tot. Nach weiteren 7 Minuten lebte auch Unterberger nicht mehr. Der Henker warf ihnen seine schwarzen Handschuhe vor die Füße ... Es ertönte das Geräusch eines auf die Erde fallenden Gewehrs. Einer der Soldaten war vor Aufregung ohnmächtig geworden. Gefängnispriester, Soldaten und Polizisten sind keine empfindsamen Menschen Sie haben wiederholt den Tod gesehen. Man kann aber daraus erkennen, daß sie im Grunde ihrer Seele mehr Sympathie für die Verurteilten empfinden als für die Gerichte, da sie diesen Verurteilten näher sind. Ob nicht das an den Galgen gehängt wurde, was die Verkörperung ihrer tiefsten und geheimsten Wünsche war? Und deshalb glauben wir nicht an Oesterreich.
Oie Abstimmungsgerichie für das Gaargebiei
Genf, 29. Aug. (DNB.) Das Völkerbundssekretariat gab die Namen der für die 21 b ft im- mungsgerichte ernannten Richter bekannt, mit dem Hinweis, daß die Richter ihre Tätigkeit schon am 1. September beginnen.
Für bas 2lb ft immun gsober geriet sind ernannt worden: Als Präsident der Italiener B i n d o Galli, erster Präsident des Appellationsgerichts in Genua, als Vizepräsident der Irländer James Meredith, Rrichter am Obersten Gerichtshof Irlands; als Richter ein Portugiese, zwei Schweizer, ein Schwede, ein Spanier, ein Norweger; als Untersuchungsrichter der Luxemburger Jean Wester, Gerichtsrat am Obersten Gericht in Luxemburg; als Generalstaats- anroalt der Italiener Giuseppe Martina, früherer Vizedirektor der Rechtsabteilung in Oberschlesien und Staatsrat; als stellvertretender General st aatsanwalt der Luxemburger L6on Hammes, stellvertretender Generalstaatsanwalt in Luxemburg; als G e r i ch t s s e k r e t ä r der Italiener Pietro Barucci; als beigeordneter Gerichtssekretär der Italiener Umberto Cullotti,
war, daß das Gericht ihn jedoch in der ordentlichen Sitzung vom 15. August — Aktenzeichen 4 XIII 108/34 — abgelehnt hat. Dem zuständigen italienischen Konsul ist auf feine Anfrage dieser Sachverhalt bereits amtlich mitgeteilt worden. Damit sind diese ausländischen Tendenzmeldungen als u n -
Die Nachrichten vom Lande lauten von Mal zu Mal ernster. Mehrere Privatbauern haben da irgendwo gestreikt — und als Strafe muß nun die ganze Eigenbauernschaft 50 v. H. mehr Getreide ab liefern, als bisher vorgesehen war. Ob sie es kann — danach wird nicht gefragt. Sie muß! „Schon lange ist sie eine förmliche Plage für das Regime! Hält noch immer am Eigenen fest, wo schon längst nur noch der Kollektivitätsgedanke herrscht, hat einfach die Revolution verschlafen. Jetzt wird es ein Erwachen geben!" Denn diese Maßnahme bedeutet die endgültige Vernichtung der Privatbauernschaft, die mit ihrem Beispiel nur die anderen angesteckt hat. Und diese anderen? Die „Jswestija" sagen offen, daß die Leiter der Kollektiven, die Direktoren der staatlichen Farmen und die von der Regierung eingesetzten Leiter der Traktorenstationen gleichermaßen den Staat betrogen haben. In Mittelasien überwiegen die Verluste die an den Staat abzuliefernden Mengen, in der Ukraine wird der Drusch bewußt hinausgezogen, in Dnjeprope- trowsk wurden große Mengen an die Kollektiv- Mitglieder als „Vorschuß" verteilt, im Schwarzerdegebiet haben Dutzende von Staatsfarmen die Ernteerträge bewußt zu niedrig angegeben, im Kaukasus betragen die Verluste bis zu 40 v. H. der Erträge, im Charkvwer Gebiet fehlen 300 000 Säcke, im Bezirk Woronesch müssen die Bauern fünf Tage Schlange stehen, bis sie ihre Tribute an den Staat loswerden können, der weder für Wiegevorrichtungen, noch für ausreichende Speicher, noch für ine nötigen Abnahmebeamten gesorgt hat. — Und mit ähnlichen Berichten könnte man Seiten über Seiten füllen.
Dqs Ernährungsproblem ist ernster denn je zuvor. Der Fleischbereitstellungsplan ist im ersten Halbjahr nur — zu 12,7 v. H. erfüllt worden, die Dürre hat überall unermeßliche Schäden angerichtet und mit ihren katastrophalen Folgen wetteifern Schlamperei, Unfähigkeit, Faulheit, Bürokratismus. Die Sowjets können mit ihrem Agrarproblem einfach nicht fertig werden. Und wieder werden deshalb Millionen Hungers sterben.
Nur ein Gebiet ist von der allgemeinen Not um mehrere Stufen getrennt: der Ferne Osten. Dort merkt man nichts von dem Hunger im Brotland Europas. General Blücher, der Diktator des Fernen Ostens, hat sich von Moskau unabhängig gemacht. Er hat es verstanden, das beste Bauernmaterial, das aus dem Zentralgebiet aus- aewiefen wurde, nach O st f i b i r i e n zu ziehen. Dreijährige Steuerfreiheit, unentgeltliches Saatgut, zinslose Kredite, billige Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände und anderes mehr wird den Bauern zur Verfügung gestellt, die Blüchers Siedlungsprogramm durchführen helfen. Im Küstengebiet, am Baikal, am Amur und längs der
ziemlich gleichmäßig auf alle Preislagen und auch über alle Teile des Reiches. Nach neuesten Feststellungen find heute etwa 32 v. H. aller deutschen Haushaltungen im Besitz eines Rundfunkgerätes. Gemessen an den Zahlen des Auslandes — sie lauten für England auf 48 und für Amerika auf 56 v. H. — wird die Aufnahmefähigkeit in Deutschland mit etwa 60 v. H. angenommen.
Oer erste deutsche „Radiozug".
Anläßlich der Berliner Funkausstellung hat soeben die Reichsbahn einen ihrer Züge für den Einbau von Lautsprecheranlagen frei- gegeben. Es sind die Funkwarte der bayrischen Ostmark gewesen, die diesen Zug für die Fahrt nach der Reichshauptstadt benutzten und ihn zu einem wahren Musikzug ausbauten. Dieser erste „Radio- zug" bestand aus vierzehn Personenwagen, dem man einen fünfzehnten anhängte. In diesen überzähligen Wagen wurden zwei Zwanzig-Watt-Ver- ftärfer eingebaut die Stromversorgung erfolgte aus Batterien und Umformern für jeden Verstärker getrennt. Von hier aus wurden die Leitungen nach beiden Richtungen durch den Zug gelegt. Und dann baute man in jeden der offenen Durchgangswagen Zwei Lautsprecher ein, die stark genug waren, um alle Fahrgeräusche zu übertönen. Das Mikrophon und einen Schallplattentisch hatte man in dem Verstärkerwagen — in der Mitte des Zuges — aufgestellt.
Und nun begann es: zur Unterhaltung der Reifenden wurden während der Fahrt Schallplattenübertragungen veranstaltet; daneben rief man auch mitreisende Volkssänger und sonstige Künstler vor das Mikrophon. Diese Lautsprecheranlage im Eisenbahnzug hat sich glänzend bewährt. Der Verstärkerwagen wurde auch schon bald nach der Abfahrt des Zuges sozusagen zur Kommandobrücke der ganzen Reisegesellschaft; von hier aus konnten in be-
erfahren wir, daß es sich bei diesen Festgenommenen um ausländische Kommuni st en handelt. Vier Engländer, zwei Franzosen und drei Spanier waren nach Berlin gekommen, um Thälmann zu besuchen. Dies wäre allerdings kein Grund zu ihrer Festnahme gewesen, sie hatten aber in ihren Koffern Werbe-Plakate und kommunistische Schriften mitgebracht und die Gelegenheit beim Baden benutzt, eine Anzahl dieser Plakate an den Bäumen im Grünewald aufzuhängen. Ein Teil dieser Plakate trug das Bild von Thälmann uifb war unterzeichnet: „Befreiungskomitee für Thälmann" ufro.
3 01 geworden. Nachdem Reichsminister Dr. Goebbels bei Eröffnung der Ausstellung am 17. August die Auflage des achten
die Staatsgewalt" feftgeftellt, erfolgen gen, Einkerkerungen, Verbannungen, schließlich das „Höchstmaß der Strafe" ... düng: die „physische Vernichtung". Sie sind Untersuchungsrichter, Gericht und Vollstreckungsbeamte in einer Person — denn das Menschenleben gilt nichts, gar nichts mehr, wo es sich um die Frage dreht, ob GPU. und Rote Armee, Behörden und Partei, städtische Arbeiter und Angestellte im kommenden Winter zu essen haben werden. Wohlgemerkt: Um die 120 Millionen Bauern handelt es sich nicht im geringsten — nur um die Stadt, um die Anhänger des Regimes!


