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Aus aller Wsli.

Berlin, 21. Aug. (2)KB.) Die Regierungs- tommiffion des Saargebiekes hat am 8. Juli 1934 die Vorschriften über die Aufstellung der Stimm­listen für die Volksabstimmung im Saargebiet am 13. Januar 1935 erlassen. Weiterhin hat die Volks- abstimmungs - Kommission des Völkerbundes am 20. Juli 1934 eine Bekanntmachung veröffentlicht, die nähere Vorschriften über die Abstimmungsbe­rechtigung und über die Anmeldung der Stimm­berechtigten zur Aufnahme in die Stimmlisten ent­hält. hiernach müssen Stimmberechtigte, die außerhalb des Saargebietes woh­nen, einen besonderen Antrag auf Ein­tragung in die Stimmlisten stellen. Wer nicht in die Stimmlisten eingetragen ist, kann sein Stimmrecht nicht ausüben. Ls liegt daher im eige­nen Interesse aller im Reich wohnenden Stimm­berechtigten, diesen Antrag mit tunlichster Beschleu­nigung einzureichen. Die Antragsfrist läuft mit dem 31. August 1934 ab.

Der Antrag, der an denGemelndeaus- schuß" des Bezirkes gerichtet ist, in dem der Abstimmungsberechtigte am 2 8. Juni 1919 die Einwohnereigenschaft hatte, mutz folgende Angaben enthalten:

1. Die Ramen, Vornamen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und den Beruf des Antragstellers (im Falle einer Berufsänderung denjenigen, den er am 28. Juni 1919 ausüble), sowie die Vornamen seines Vaters und ferner, falls es sich um eine verheira­tete Frau handelt, die Kamen und Vornamen ihres Ehemannes (im Falle einer Veränderung des Familienstandes nach dem 28. Juni 1919 den Familiennamen, den sie an diesem Zeitpunkt trug);

2. Die Gemeinde, in der er die Linwohnereigen- fchaft am 28. 3uni 1919 hatte.

3. Den gewöhnlichen Aufenthalt zur Zeit des Antrages.

4. Die Anschrift im Saargebiet, an die Mitteilun­gen zu richten sind.

Die vorhandenen Beweisstücke für die Ein­

wohnereigenschaft im Saargebiet sind dem Antrag beizufügen. Befinden sich solche Beweisstücke nicht in den Händen des Antragstellers, so ist in dem Antrag anzugeben, bei welcher Stelle des Saar­gebietes diese Unterlagen erhältlich sind.

Sämtliche Abstimmungsberechtigten im Reich werden hiermit aufgefordert, ihren An­trag auf Eintragung in die Stimmlisten bis spä­testens 30. August 1934 an den zuständigen Ge­meindeausschuh im Saargebiet gelangen zu lassen. Zur Aufklärung über alle bei der Anmeldung zu berücksichtigenden Gesichtspunkte stehen den Stimm­berechtigten die Saarmelde st ellen ihres jetzigen Wohnorts (das Einwohnermeldeamt, in den Städten die zuständigen Polizeireviere) so­wie die Geschäfts st ellen des Bundes der Saarvereine in Berlin befindet sich diese SW 11, Slresemannstratze 42 zur Ver­fügung. Ls wird jedem Abstimmungsberechtigten dringend empfohlen, vor Absendung seiner Anmel­dung die vorgenannten Stellen zum Zwecke der Beratung in Anspruch zu nehmen.

llrlaubsreisende aus dem Saargebiet.

Die Saarländer, welche zurZeitaufReisen sind, und deren jetziger Wohnsitz im Saargebiet sich nicht mehr in dergleichen Stadt oder derselben Bürgermeisterei befindet wie am 2 8. Juni 1919, dürfen nicht vergessen, zweckmä- tzigerweife für die Volksabstimmung im Saargebiet einen schriftlichen Antrag auf Eintragung indieListederAbskimmungsberechtig- t e n beim Gemeindeausschuh des Bezirkes im Saar­gebiet zu stellen, an welchem sie am 28. Juni 1919 ihren Wohnsitz hatten. Der Antrag muh vor dem 1. September 1934 bei dem Gemeindeausschuh eingegangen sein.

Formulare zur Antragstellung sind bei den Ein­wohnermeldeämtern der polizeiverwaltung und den Saarvereinen zu erhalten.

Nürnbergs Zurüstungen für den Reichsparteitag.

Burg und Altstadt in alter Schönheit wiederhergestellt. Ausgestaltung des

kommnet worden sind, so daß heute das Regenerak» gummi an Haltbarkeit gar nicht mehr so weit hin» ter dem Rohkautschuk zurücksteht.

In jedem Falle darf man gewiß sein, daß für eine gute Qualität und möglichst große praktische Brauchbarkeit der Fahrrad- und Kraftfahrzeug- Gummireifen unter allen Umständen Sorge ge­tragen werden wird. Es gibt eine Menge anderer Gummiwaren, bei denen das Rohgummi ohne Schaden durch regeneriertes Altgummi, sei es ganz oder zum größten Teil, ersetzt werden kann. Die Regeneratanlagen der deutschen Gummifabriken sind ja auch nicht deswegen zum größten Teil still­gelegt worden, weil durch die Verwendung des Re- generatgummis die Qualität der Erzeugnisse ver­schlechtert worden wäre, sondern einfach aus dem Grunde, weil sie bei einem Rohkautschukpreise von 4 Mark (anstatt 30 Mark in normalen Zeiten) pri­vatwirtschaftlich nicht mehr lohnend ar­beiteten. heute aber sind die Devisen- e r s p a r n i s s e natürlich weit wichtiger als die Preis- und Kalkulationsfragen. Man wird Regene- ratgummi in Zukunft soweit verarbeiten, wie es mit der Aufrechterhaltung der Qualität und der Haltbarkeit der Erzeugnisse vereinbar ist.

hierbei ist die Verwendung von künst- l i ch e m Gummi noch gar nicht in Betracht ge­flogen. Das Problem der Herstellung von synthe- tischem Gummi ist zweifellos technisch gelöst. In Rußland wurden im letzten Jahre in drei Fabriken bereits 12 000 Tonnen Kunstgummi hergestellt. Was die Russen können, wird der in der ganzen Welt wegen ihrer ungeheuren Leistungen gerühm­ten deutschen chemischen Industrie gewiß ebenfalls möglich sein. Vielleicht wird diese die deutschen Verarbeiter sogar mit noch besserem synthetischem Gummi beliefern können als die russischen Fabri­ken. Wenn erst einmal die Preisfrage außer Be­tracht bleibt, so wird es der deutschen Chemie nicht schwer fallen, künstliches Gummi herzustellen, das dem natürlichen vollkommen gleichwertig ist, und zwar aus einheimischen Roh st offen und in unbegrenzten Mengen. Man braucht also in keinem Fall zu befürchten, daß die Motorisierung der deutschen Wirtschaft oder die Leistungsfähigkeit der deutschen Fahrzeuge etwa durch die Einschränkung der Kautschukeinfuhr ge­fährdet werden könnte. Niemand braucht Gummi­reifen zu Hamstern, denn für die Deckung des not­wendigen Bedarfs wird immer gesorgt sein, und an eine Verschlechterung der Qualität der Reifen denkt im Zeitalter des Wettbewerbs auf dem Gebiete der Motorisierung kein Mensch.

Deutschland verfügt über so bedeutende Roh- gummivorräte, daß die Rohstoffversorgung der deutschen Verarbeitungsindustrien, namentlich der Gummireifenfabriken noch für lange Zeit gesichert ist. Wenn trotzdem die Herstellung von Auto- u. Fahrradreifen den bekannten Bewirtschaf­tungsmaßnahmen unterstellt worden ist, so geschah das lediglich, um eine möglichst gleichmäßige Beschäftigung der Industrie und ihrer Arbeiterschaft zu gewährleisten. Es wäre sonst im­merhin möglich gewesen, daß ohne diese Maßnah­men Fahrrad- und Kraftfahrzeugbereifungen ge­hamstert, d. h. auf Vorrat eingekauft worden wären. Dann hätten die Reifenfabriken mit Hochdruck ar­beiten und neue Arbeitskräfte einstellen müssen. Aber die Gummioorräte, die bei vernünftiger Be­wirtschaftung noch für lange Zeit ausreichen, wären dann vorzeitig aufgebraucht worden. Nach Befriedigung der Hamsterer und Verbrauch der Gummivorräte wäre aber der Bedarf stark zurück- gegangen, und die Reifenfabriken hätten ihre Be­legschaften teilweise wieder entlassen müssen. Sol­chen Schwankungen der Beschäftigungslage und sol­chen Störungen einer dauernden, gleichmäßigen Produktion mußte vorgebeugt werden. Das ist durch die Bewirtschaftungsverordnung für hochwertige Kautschukerzeugnisse geschehen, und dadurch ist eine Belieferung der Au­tomobilisten und Radfahrer mit den Reisen, die einem normalen Verbrauch entsprechen, sichergestellt.

In keinem Falle braucht man daher zu befürch­ten, daß die Gummireifen künftig etwa knapp wer­den oder daß ihre Qualität sich verschlechtert. Na­türlich müssen die vorhandenen Kautschukvorräte nach Möglichkeit gestreckt werden. Die Ver­wendung von regeneriertem Alt­gummi, die in der Zeit der billigen Kautschuk­preise vielfach ganz außer Hebung gekommen war, 'st in großem Umfange möglich, ohne daß dadurch eine Verschlechterung der Qualität der Gummi­reifen und der übrigen Gummiwaren herbeigeführt flu werden braucht. Man darf sich dabei durch die Erinnerung an die Erfahrungen der Kriegszeit nicht beirren lassen. Damals waren in Deutschland überhaupt keine Rohgummivorräte vorhan­den, und die Reifen mußten daher schließlich ganz oder zum weitaus größten Teil aus Regenerat- Gummi hergestellt werden. Jetzt soll der regenerierte Gummi aber nur zur Streckung der großen deutschen Gummivorräte verwandt werden, die spä­ter auch wieder ergänzt werden können, soweit die deutsche Devisenlage es gestattet. Es kommt noch hinzu, daß die Methoden zur Regenerierung des Altgummis feit der Kriegszeit wesentlich vervoll­

Aufruf zur Anmeldung für die Volksabstimmung Die deutsche Gummiversorgung im Saargebiel.

Luitpoldhaines. Sicherstellung von Transport und Verpflegung von rund ¥z Million Teilnehmern.

Nürnberg, 24. Aug. (DNB.) Nürnberg, die alte Noris, rüstet wieder zur großen Heerschau der nationalsozialistischen Bewegung, zum Reichspartei­tag 1934. Viele tausend Hände haben seit dem vorigen Jahr gewerkt, um das damals Geplante und Begonnene nun endgültig zu gestalten und Süürnberg nunmehr das Bild zu geben, das die Stadt der Reichsparteitage nach dem Willen des Führers einmal haben soll. Freilich, die Pläne sind so umfangreid), daß nur ein Teil davon bis zum Parteitag 1934 bewältigt werden konnte. Auf dem Adolf-Hitler-Platz, auf dem die Märkte bereits gesperrt sind, sieht man wiederum die Tri­bünen entstehen. Die alten Häuser Nürnbergs, die schon im vorigen Jahr zu einem großen Teil in ihrer mittelalterlichen Schönheit wiederhergestellt worden waren, haben festliche Kleider angelegt. Die Nürnberger Burg hat man nach Bildern und Plänen aus dem 15. Jahrhundert in ihrer alten Form wiederhergeftellt. Man hat viel Beiwerk aus späteren Zeiten entfernt und die schönen alten Li­nien wieder zur Geltung gebracht. Am hauptbahn- hof steht nun auch das neue riesige Postgebäude unter Dach, dessen rotes Eisengerüst im vorigen Jahr dem Bahnhofsplatz etwas vor seiner Schön­heit nahm.

Besonders Großes aber ist geleistet worden in der Luitpold-Arena. Die 100000 Quadratmeter umfassende Fläche des Aufmarschgeländes ist ver­tieft worden, wodurch der Ueberblick von den Tri­bünen noch günstiger gestaltet wurde. Von den alten Holztribünen stehen nur noch die zu den Seiten des Platzes. Die anderen sind durch massive Tri­bünen und durch Erdwälle ersetzt worden. 90 000 Kubikmeter Erdreich mußten zu diesem Zweck be­wegt werden. Die Straße des Führers, jener breite Weg, den er im vorigen Jahre zwischen den Formationen hindurch zum Ehrenmal schritt, wurde 230 Meter lang und 18 Meter breit mit quadratischen großen Eranitblöcken belegt.* Die große Führertribüne ist nicht nur erhöht, sondern auch verbreitert worden, hinter ihr erhebt sich 165 Meter lang die Ehrentribüne. Von hier aus hat man einen herrlichen Ueberblick über die weite Fläche der ganzen Arena. Dieses Bauwerk wird flankiert von zwei gewaltigen Türmen, die je einen Adler von 6,5 Meter höhe und 12 Meter Breite tragen. Architekt Speer, der am Bau in Nürnberg beteiligt ist, hat sich die Erfahrungen, die er durch den 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld in Berlin sammeln konnte, zunutze gemacht. Er hat auch hier drei je 32 Meter hohe Fahnen- m a ft e errichtet und entsprechend lange Fahnen beschafft, die von hydraulischen Winden zwischen den Masten emporgewunden werden können.

Der Parteitag dauert diesmal zwei Tage länger als im Jahre 1933, denn es sind nun­mehr zum ersten Mal auch der nationalsozialistische A r b e i t s d i e n st und die Reichswehr betei­ligt. So sind naturgemäß damit auch die Auf­gaben, die der Organisationsleitung gestellt sind, entsprechend gewachsen. Man mag das allein dar­aus erkennen, daß in diesem Jahre 516 Sonder­züge in Nürnberg ankommen und auch wieder abgefertigt werden müssen. Das sind 70 v. h. mehr als 1933.

Im ganzen nehmen am Reichsparteitag teil: 180 000 politische Leiter, 88 000 SA.-Männer, 12 000 SS.-Männer, die am Vorbeimarsch teil­nehmen, 9000 SS.-Männer zur Absperrung, 60 000 hitlerjungen, 50 000 Mann Arbeitsdienst, 120 000 -zivile Parteigenossen und Parteigenossinnen. Dieser Andrang stellt gerade in bezug auf den Verkehr ganz besondere Aufgaben. Auch die Reichspost hat wiederum große Vorbereitungen getroffen. Neben der Kongreßhalle im Luitpoldhain ist wiederum ein Prefsepostamt und ein Postamt für das Publi-1 kum eingerichtet worden. Postämter werden ferner geschaffen an den Zeppelinwiesen und im Stadion.!

Am Hauptbahnhof wurde das Postamt erweitert. Während des Parteitages werden in Nürnberg die neuen Freimarken mit der AufschriftReichspartei­tag 1934" und die von der Post hergestellten Son­derpostkarten reichlichen Absatz finden. Die Reichs­post hat ferner auch in die Lager der SA., SS. und HI. Postämter mit Fernsprechanschlüssen gelegt und die Postzustellung in Nürnberg mit allen Mitteln sichergestellt.

Die Hitlerjugend wird wiederum auf den Russenwiesen in einem großen Zeltlager un­tergebracht. Nur ein kleiner Teil wird in der Re­gensburger Straße ein Feldlager beziehen. Wäh­rend die S A. im vorigen Jahre auf eine Reihe von Zeltlagern verteilt war, bezieht sie in diesem Jahre ein großes geschlossenes Zeltlager zwischen Langwasser und Altenfurth. Ebenso wird die SS. geschlossen in einem Zeltlager unterge­bracht, während für die Unterbringung der poli­tischen Leiter alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Die Verpflegung dieser Menschenmassen ist ebenfalls bereits bis .ins kleinste organisiert. Die Geschäfte dürfen von 5 Uhr morgens bis 11 Uhr abends geöffnet halten. Lebensrnittel sind in ge­nügenden Mengen vorher bestellt, und der Nürn­berger Schlachtviehhof wird die Fleischversorgung der großen Menschenmengen sicherstellen. Natur­gemäß mußte aus hygienischen Gründen der Ver­kauf leicht verderblicher Lebensmittel untersagt werden. Da jeder der 35 Gaue der NSDAP, fahr­bare Küchen für feine politischen Leiter mitbringt, und ebenso SS. und SA. mit Feldküchen selbst für ihre Verpflegung sorgen, braucht nur für die an der Absperrung beteiligten 9000 SS.-Männer von einer Nürnberger Großfirma das Essen hergestellt zu werden. Der Arbeitsdienst und HI. werden mit­tels der musterhaften Einrichtungen des Hilfszuges Bayern betreut.

Niemand, der unangemeldet nach Nürn­berg kommt, kann auf Quartier ober auf Verpflegung rechnen. Alle in Nürnberg vor­handenen Quartiere sind restlos von der Organisa­tionsleitung erfaßt worden. Aus diesem Grunde hat auch die Reichsjugendführung ein strenges Ver­bot erlassen, während des Parteitages Nürnberg zu besuchen. Um die Menschenmassen überhaupt unter­bringen zu können, wird z. B. der Arbeitsdienst be­reits wieder abtransportiert, während die politischen Leiter ankommen und die Hitlerjugend fährt schon wieder ab, während SA. und SS. antransportiert werden. Es werden sich also nicht alle 4 50 0 0 0 Menschen zugleich in Nürnberg befinden.

Nürnberg arbeitet, um sich noch schöner und herr­licher am 4. September zu zeigen, wenn die Glocken von St. Lorenz und St. Sebaldus über die hohen Giebeldächer hallen und den zweiten Volkstag des nationalsozialistischen Deutschland einläuten.

Feuer im Schloß von Rachod.

Im Kohlen- und Holzlager des Schlosses in Nachod (Böhmen), das dem Fürsten Schaum­burg-Lippe gehört, ist ein gefährliches Feuer ausgebrochen. Das brennende Material entwickelte derartige Rauchschwaden, daß es unmöglich war, zu dem brennenden Lager vorzudringen. Die Decke über den Lagerräumen, wo sich das Schloß-Archiv befindet, brach durch, und das Feuer griff auch auf das Archiv über. Der Feuerwehr gelang es, aus dem Archiv Schriften von großem geschichtlichen Wert zu retten. Bei den Rettungsarbeiten wurden durch die starke Rauchentwicklung 25 Personen ohn­mächtig und mußten ins Krankenhaus übergefüptt werden. Die Löscharbeiten wurden durch Wasser­mangel beeinträchtigt.

Orkan über dem Chiemsee. Drei Bootfahrer ertrunken.

Auf der Herreninsel im Lhiemsee fand dieser Tage eine originelle Veranstaltung statt, dieJagd nach dem See-Ungeheuer". Eine große Menschenmenge war aus den Uferorlen der Insel gekommen, viele auch in Holz- und Faltbooten. Nachdem die Ver­anstaltung einen sehr humorvollen Verlauf genom­men hatte, ruderten die aus Stock und Priem Ge­kommenen wieder in den See hinaus, obwohl am Himmel bereits eine drohende Wolkenwand stand. Plötzlich brach ein Orkan von außergewöhnlicher Stärke los und trieb ein unbarmherziges Spiel mit Menschen und Booten. Die meisten Ruderer wur­den in der 3Xätje des Schloßkanals zwischen Stock und der Herreninsel überrascht. Drei Personen sind ertrunken, und zwar die Frau des Zahnarztes V l a t t l und das hauptlehrerehepaar Strasser, sie konnten trotz aller Bemühungen noch nicht ge­borgen werden. Der Gewittersturm hat außerdem schwere Schäden ungerichtet. Leitungsmasten wur­den umgerlssen, Licht- und Telephonleitungen zer­brochen und Obstgärten verwüstet.

Lin zweites Todesopfer des Ueberfalls auf die St. Pöltener Hütte.

Die Erhebungen der Behörden wegen des Heb er fall es auf d ie S t. Pöltener Hütte haben ergeben, daß die beiden Burschen einen Massenmord im Stil der amerikanischen Gangsters geplant hatten. Sie schossen nicht nur auf alle Gäste, deren sie im Schutzhaus ansichtig wur­den, sie liefen noch den Gästen und Bediensteten, die aus dem Hause flohen, nach und feuerten auf sie. Die Opfer des grauenvollen UeberfaUs wur­den zu Tal gebracht. Außer einigen mehr oder min­der leicht verletzten Personen sind vier als schwer­verletzt zu bezeichnen; von ihnen ist der Obmann der Sektion St. Pölten des deutschen und österrei­chischen Alpenoerbandes, Karl Fürst, im Spital von Schwarzach seinen Verletzungen er­legen. Somit hat der Ueberfall zwei Todesopfer gefordert. Karl Fürst war Mittelschullehrer.

Feuersbrunst in einer lettischen Stadt.

In eine der vergangenen Nächte wurde die Stadt Dagda (Ostlettland) von einer Feuersbrunst heimgesucht. Das Feuer entstand in einer Bcnzin- nieöerlage und breitete sich mit rasender Geschwin­digkeit aus. Schon nach einigen Minuten standen mehrere Gebäude in Flammen. Begünstigt vom starken Wind, griff das Feuer auf benachbarte Häu­ser über. Im ganzen sind sechs Wohnhäuser mit 20 Geschäftsräumen, einer Bäckerei und zwei Nie­derlagen, weiter eine Schule und 11 Scheunen nie­dergebrannt. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die höhe des Schadens läßt sich noch nicht übersehen.

Gewitter über Straßburg. Lin Todesopfer.

Ueber Straßburg und Umgebung ging ein außer* ordentlich heftiges Gewitter nieder, das neben großen Sachschaden auch den T o d eines 14jährigen Knaben verursachte. Ein elektrisches Hochspannungs­kabel wurde vom Sturm losgerissen und fiel auf den Jungen, der auf der Stelle tot war. In Schlett- stadt schlug der Blitz in das Gerichtsgebäude ein und beschädigte das Dach schwer. Die Straßen und Keller der Stadt sind zum großen Teil über­schwemmt. Auch der Schaden an der Ernte ist sehr groß.

Zwei Autos vom Zug überfahren. Zwei Tote, neun Verletzte.

Auf einem ungeschützten Bahnübergang der Strecke Celle-Nienhagen wurde ein von Hannover kommender Kraftwagen von einem Perso­nenzug überfahren und etwa 45 Meter weit mitgeschleift. Der Kraftwagen ijt verbrannt.

Unter den Trümmern wurden zwei verkohlte Leichen gefunden, deren Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten.

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Am Bahnübergang in Nieder-Dellendorf bei Königswinter ereignete sich ein schweres Ver­kehrsunglück. Ein mit 26 Personen, darunter 17 Engländer, besetzter Autobus wurde beim lieber- fahren der Bahngleise von einem Güterzug erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Omnibus wurde fast vollkommen zertrümmert. Neun der In­sassen, die teils leichtere, teils schwerere V e rie­te tz u n g e n davongetragen haben, sind in das Krankenhaus nach Ober-Kassel (Siegkreis) einge­liefert worden. Am schwersten verletzt ist der Fah­rer des Wagens, der Arm- und Beinbrüche davon­getragen hat. Lebensgefahr besteht aber nicht. Von den ins Krankenhaus eingelieferten Verletzten konn­ten zwei bereits wieder in ambulante Behandlung entlassen werden. Unter den Verletzten befindet sich eine Engländerin mit Namen ?) a b sieg aus Wimbledon. Eine eingehende Untersuchung zur Klä­rung der Unglücksursache ist eingeleitet. Es steht fest, daß die Bahnschranken nicht geschlossen waren.

Hinrichtung eines Doppelmörders.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit« teilt, ist in Stettin der von dem Schwurgericht in Stettin am 13. März 1934 wegen zweifachen Mor­des zum Tode verurteilte Bernhard Rothen­burg hingerichtet worden. Der Verurteilte hatte am 24. Dezember 1933 seine Mutter und seine bei ihr lebende Tante umgebracht. Der preußische Ministerpräsident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil der Mord an der eigenen Mutter und an der Tante den Verurteilten als einen so völlig verkommenen und unmenschlichen Verbrecher kennzeichnet, daß sein Weiterleben für die deutsche Volksgemeinschaft untragbar ist.

Dieder drei schwere Raubüberfälle in USA.

In den Vereinigten Staaten wurden wieder drei große Raubüberfälle von bewaffneten Banditen ausgeführt, denen Werte im Betrag von über 250000 Mark in die Hände fielen. In allen Fällen konnten die Räuber entkommen. In Butler (Pennsylvania) überfielen bre^Banbiten einen gepanzerten Postkraftwagen und raubten 50000 Dollar in Banknoten und Münzen. Die Neuyorker Polizei hat sofort bie Verfolgung ausgenommen; man glaubt, daß es sich um die gleichen Räuber handelt, die den Raubüberfall am Dienstag ver­übten. In Rome (Georgia) zwangen mehrere mit Maschinengewehren bewaffnete Banditen zwei Bankangestellte zur Herausgabe von 9000 Dol­lar. In Cleveland (Ohio) nahmen vier Räuber den Führer eines Kraftwagens gefangen und rasten mit dem Wagen, der Waren im Werte von 8000 Dollar enthielt, davon.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat sich weiter nach Osten aus­gedehnt und bildet einen hochdruckrücken, der sich von den britischen Inseln bis nach Ostdeutschland erstreckt. An seiner Südseite werden die Winde mehr um Ost drehen, so daß vorerst keine Nieder­schläge zu erwarten sind. Flache Randstörungen rufen zwar teilweise noch Bewölkung hervor, jedoch wird heiterer Himmel vorherrschen.

Aussichten für Sonntag: Anfangs dun­stig wolkig, jedoch vorwiegend aufheiternd, tagsüber wärm, nachts frisch, trocken.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den ybrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlagi Drühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckersi

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