Der Kampf um die Arbeitsfreude.
Gespräch mit einem fortschrittlichen Betriebsführer*.
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Ein sauberer Treppenaufgang, wie man ihn nicht in allen Geschäftshäusern findet, führt mich zwei Treppen hoch in den Kundenraum einer großen Fahnenwerkstatt. Man hat mir erzählt, daß der Betriebsführer ein alter Parteigenosse sei und seine Arbeitsräume im Sinne des Amtes für „Schönheit der Arbeit" ausgestattet habe.
Er war auf meinen Besuch nicht vorbereitet und meinte halb vorwurfsvoll: „Ja, wenn Sie mir das vorher gesagt hätten, dann hätte ich doch..."
Aber das wollte ich gerade vermeiden, ich will mir die Räume nicht so ansehen, wie sie eigentlich gedacht sind, sondern so, wie sie in Wirklichkeit sind.
Und es ist eine recht erfreuliche Wirklichkeit, die mich umfängt: Große, hell, aber nicht zu grell tapezierte Räume, Fenster, die durchwegs eine volle Zimmerbreite einnehmen, Licht, Farben... ich muß unwillkürlich an eine sehr gut gehende Papierfabrik denken, die ich tags zuvor besuchte, und deren Arbeitsräume unsauberen Mauselöchern glichen.
„Die luftigen Sonnenschutzgardinen brauchten sie ja nur ihrem Lager zu entnehmen", sage ich. Aber ich kenne die Holzwarenwerkstätten, in denen die Arbeiterinnen auf unbequemen und wackligen Stühlen sitzen.
Der Betriebsführer lacht: „Ich bilde mir gar nichts auf meine bunte und helle Werkstatt ein. Ich habe selbst die größte Freude daran, zwischen frohen Gesichtern zu arbeiten. Mit etwas gutem Willen geht alles. Das hat nicht viel Geld gekostet, und seitdem ich die Fenster'verbreitern ließ, freue ich mich jeden Tag, an dem ich hier arbeite, an dem kostenlosen ,Licht- und Luftbad'".
Dann erzählt mir der Meister, wie er sich die praktische Auswertung des Leitsatzes von der „Schönheit der Arbeit" denkt: „Sehen Sie, da habe ich drei Arbeiterinnen eingestellt, die jahrelang bei schlechter Heimarbeit in dunstigen Kellerwohnungen hausen mußten. Gerade die schlechten Wohnungsverhältnisse so vieler Mitglieder der Gefolgschaft machen es dem Betriebsführer zur Pflicht, Arbeitsräume zu schaffen, die freundlich ausgestattet, vor allem geräumig sind und deren Farbtöne dem Auge keinen Schmerz zufügen. Ich habe viel helles Grün verwandt und übrigens — wie Sie sehen — auch lebendes Grün."
„In Ihrem Gewerbe werden doch zu einem großen Prozentsatz Heimarbeiterinnen beschäftigt? Wie halten Sie es denn damit?"
„Im Sinne des Arbeitsbeschaffungsplanes des Führers habe ich alle Mitglieder der Gefolgschaft fest angestellt. Das System der Heimarbeit verleitet oft zum Zahlen unsozialer Löhne. Das Schlimme daran ist, daß die Heimarbeiterin zu sogenannten Scheinoerdiensten kommt. Sie beschäftigt Ver- wandte, die Erwerbslosenunterstützung beziehen und kommt selbst, wenn sie die verdiente Summe durch die Zahl der Mitbeschäftigten dividiert, oft zu lächerlich geringfügigen Verdienstziffern. Sie merkt so gar nicht, wie wenig sie verdient, und so führt sie den Arbeitgeber zu unsozialen Lohnzahlungen. Arbeit muß menschenwürdig sein, sie gehört nicht ins Heim, sondern in die Werkstatt. Dann ist Arbeit schön und erhöht den Menschen."
„Ich sehe, daß Sie Ventilatoren einbauen lassen."
„Ja, das ist nun freilich etwas kostspieliger, aber dafür habe ich es auch als letzte Maßnahme gewählt. Die Haupterfordernisse bleiben Raum, Licht und Farbe. Ganz abgesehen von der Sauberkeit, die Schönheit erst schön macht. Außerdem zahle ich meinem Hausherrn eine monatliche Mehrgebühr für die Pflege des Treppenhauses. Ich meine, es macht einen Menschen froh, wenn ihm schon auf dem Wege zur Arbeit bewußt wird, daß er nicht nur als Arbeitskraft, sondern auch als Persönlichkeit gewertet wird. Die Treppe ist die Visitenkarte des Betriebes. Meine Arbeiter sind meine Volksgenossen, die den größten Teil des Tages in meinem Betriebe tätig sind. Sie müssen heimischer werden, wenn sie nicht eine Abneigung gegen die Arbeitsstätten empfinden sollen."
„Sie haben doch große Fenster, wozu brauchen Sie eigentlich Ventilatoren?"
„Nun, sehr einfach, im Winter wird die Luft nicht gerade besser, wenn in ihrer Wärme viele Menschen nebeneinander arbeiten."
„Wie steht es bei Ihnen mit der Garderobe?" „Ich habe geräumige Spinde bauen lassen. Das Ankleideraumproblem ist in meinem Betriebe leichter zu lösen als in Fabriken, deren Werkgang viel Staub verursacht. Aber auch dort müßte man dazu übergehen, die häßlichen, engen Spindchen, die
„Ja, ich wollte Sie schon fragen, haben Sie denn Ihren Arbeiterinnen eine Art Wintergarten einrichten wollen?" — „Das nun gerade nicht, aber in den Arbeitsraum gehören Blumen, soweit sie nicht durch schädliche Einflüsse verderben. Die langen, öde wirkenden Räume einer Textilfabrik — beispielsweise einer Spinnerei — erhalten Blickfänger für das Auge, freundliche Punkte, die das Beklemmende eines eintönigen Arbeitsraumes auslösen können. Das Neroentötende, Monotone wird aufgehellt und verliert feine schädliche Wirkung auf die Seele des Arbeitenden. So fällt mir immer eine große Spinnerei auf, die die gesamte Gebäudefront mit Hunderten von Blumenkästen geziert hat. Und so habe ich jeder meiner Arbeiterinnen erlaubt sich Grünpflanzen und Blumen mitzubringen. Einige haben es in der Pflege ihrer bunten Lieblinge recht weit gebracht. Manche hat mir schon verraten, wie sehr sie sich jeden Morgen freut, in ihrer luftigen und freundlichen Werkstatt am Stickrahmen oder an der elektrischen Nähmaschine zu sitzen und der unfreundlichen Enge ihrer Wohnung entronnen zu sein. Die Arbeitsfreude beginnt schon auf dem Wege zur Fabrik."
* Von der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront Hessen, NSG. „Kraft durch Freude", wird uns dieser Beitrag zur Veröffentlichung übermittelt. D. Red.
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jeden Schmutz durchlassen und oft im Arbeitsraum selbst aufgestellt sind, abzuschaffen."
„Wie denken Sie sich die wirtschaftliche Seite Ihrer Bestrebungen? Erhöhen Sie durch diese Maßnahmen auch die Arbeitskraft?"
„Ich finde es falsch, wenn ein Betriebsführer die Schönheit der Arbeit von rein wirtschaftlichen Erwägungen bestimmen läßt. Das erinnert stark an die egoistischen Prinzipien der liberalistischen Rationalisierung. In freundlichen und sauberen Räumen wird ein Arbeiter seine Arbeit mit frohem Sinn lei st en. Der Deutsche ist bekanntlich ein ausgesprochener Qualitätsarbeiter. Er gibt auch unter unwürdigen Verhältnissen sein Bestes her. Ein nationalsozialistischer Betriebsführer darf einer solchen Erwägung nicht Raum geben. Für ihn muß oberste Pflicht sein, mit frohen Volksgenossen sein Werk gemeinsam zu vollenden. Je weniger wird bei den einzelnen die Arbeitskraft erlahmen und um so weniger wird kameradschaftlicher Geist seinen Einzug halten."
„Stellen Sie auch Rundfunkapparate in den Arbeitsräumen auf?"
„Jawohl, und zwar aus zwei Erwägungen: Erstens bin ich der Auffassung, daß es nur ganz wenige Arbeitsvorgänge in den Fabriken gibt, denen Rundfunkmusik abträglich sein könnte; im allgemeinen kann die Arbeitsfreude nur gehoben werden. Zweitens aber ist für einen Betrieb heute unerläßlich, durch die Aufstellung von Rundfunkapparaten wichtige Reden der Gefolgschaft zu vermitteln."
Ich ging und dachte: So wie dieser wahrhaft sozialistische Betriebsführer müßten alle Betriebs
führer denken, dann ist die nationalfozialistischs Idee und besonders die Ziele des Amtes „Schönheit der Arbeit" bald in die Tat umgesetzt.
HW
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Mirabellen •Äpfel •‘Pflaumen
William Veebe frittiert auf dem Mrresbofren.
Die Wunder der Tiefsee — gesehen aus der Taucherkugel der amerikanischen Naturforscher.
Schon in den Zeiten des Altertums, ja der Vorgeschichte, und später im Mittelalter haben wagemutige Männer aller Völker und Rassen es immer wieder unternommen, den geheimen Kräften und Wirkungen der Natur auf die Spur zu kommen. Die fortschreitende Technik unserer Zeit hat diese Versuche weiter vorgetrieben. Die Menschen sind im Laufe der Zeit bis in die tief st en Tiefen der Erde eingedrungen, sie haben f a st alle Gipfel der Welt bezwungen, sie haben mit ihren künstlichen Riesenvögeln die Pole überflogen, sie überqueren in wenigen Stunden Kontinente und Weltenmeere. Nachdem erst in diesen Tagen die Zeitungen von den verschiedenen Starts in die Stratosphäre gemeldet haben, lesen wir nun auch von dem gelungenen Versuch des Amerikaners Dr. William Beebe, der Baty- shäre ihre Geheimnisse abzuringen. Es ist dem Forscher gelungen, östlich der Nunesuch-Jnsel, die zu den Bermudas gehört, mit einer Taucherkugel in einer Tiefe von 9 0 0 Meter vorzudringen. Die 199 Minuten seines Aufenthalts auf dem Meeresboden der Tiefsee wurden nach seinen Schilderungen zu einem einzigartigen und wunderbaren Erlebnis. Fassungslos hatten die Männer der Besatzung neben dem Zahnrad der Drahtrolle auf dem Kutter gestanden, als das Seil ablief. Nach den Karten mußten die Taucher längst auf Grund gekommen sein. Immer noch rollte das Seil ab, 2000. Fuß, 2300, 2500 und 2510. Jetzt kam das Signal „Stop" aus der Tiefe. Weitere Befehle folgten, das Licht mußte eingeschaltet werden, die Sekretärin mußte mit dem Stenogram m b l o ck an die Hörmuschel des Telephons. Und dann diktierte der Forscher aus lebendigstem Erleben all das Wunderbare und schier Unfaßbare, was er dort in der Tiefsee zu schauen bekam. I Strahlenbrechungen des Lichtes in den verschiede-1 nen Tiefen, die seltsamsten Tiere, leuchtende Fische,!
riesige und nie zuvor gesehene Meerbewohner — Beebe kurbelte dabei wie wild darauf los, und wenn die Aufnahmen geraten sind, dann werden dem Wunderland der Tiefses tausend neue Geheimnisse entrissen sein. Die Wissenschaft wird vor neue Aufgaben gestellt werden.
Diese Versuche des Amerikaners krönen eind langjährige stille und zähe Arbeit. Seit dem Jahrs 1930 war er mit dem Problem des Tieftauchens beschäftigt. Zuerst wurden 800 Fuß erreicht, und alle Welt sprach damals schon von einem großen Erfolg — eine Tiefe, die heute allerdings von Tauchern in Spezialanzügen ohne weiteres erreicht wird. Schon zwei Tage später gelang es Beebe, 1420 Fuß tief zu tauchen. Da erklärten die „Fachleute", daß es nun Schluß fei. Vier Jahre später ist er nun über 2500 Fuß hinabgetaucht. In seiner „Tiefseekugel", rund wegen des ungeheuren Drucks, der gebrochen werden muß, knapp zwei Meter Durchmesser, mit vier Fenstern aus 7,5 cm starkem Quarzglas und je 20 cm Durchmesser. Nur die Kugel kann es statisch verhindern, daß die Menschen mit ihrer ganzen schönen Erfindung unter der Last des Wassers nicht einfach erdrückt werden. Die Kugel wurde übrigens von dem Begleiter Beebes, Ortis B a r t o n , unter der Bedingung konstruiert und gebaut, daß er an dem Tauchversuch teilnehmen dürfe. So werden die Forscher auch unserer Tage nicht ruhen und rasten, der Natur ihre (3e* heimnisse abzulauschen zum Segen der Menschheit.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
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Lw. E. 25 (a) /1934
Beschluß.
lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Ludwig Sommerlaö II. und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Kern, in Diefeck wird das Entschuldungsver« fahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 9 Uhr 30 Minuten eröffnet. 4866D
Die Landesbauernkasse Rhein-AIain-Neckar e. G. m. b. h. in Frankfurt tu 211. wird zur Entschuldungsstelle ernannt.
Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 15. Oktober 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Absatz 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnac^teile.
Gießen, den 20. August 1934.
Hessisches Amtsgericht.
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