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samkhett zum Leben braucht, und mutz diesen Le- bensnotwendigkeiten ihre Anregung und ihren starken Schuh geben. Sie darf in keiner Se­kunde vergessen, dah das Leben der Ration, wann immer bedroht, von allen verteidigt werden muh, und daß daher jeder einzelne berechtigt ist, zu verlangen, dah di. Staats- jührung sich nicht einer Gruppe wirft, sondern das Interesse aller verficht.

Je größer aber die wirtschaftlichen Schwierig­keiten sind, um so größer und schwerer werden die Entschlüsse sein, die eine Staatsführung zu treffen hat. Dann kann ein Regiment nicht von 30 oder 40 Parteien seine Instruktionen empfangen und Befehle entgegennehmen, außerdem es wird in seinen Ent­schlüssen und Maßnahmen genau so zerrissen sein, wie seine parlamentarischen Auftraggeber. Und dann können keine klarenEntscheidungen mehr kommen, sondern höchstens Kompromisse. Dann wird man aber vor allem nicht den Mut haben, einen ganz großen und riskanten Ent­schluß zu treffen. Wer aber auch in der Welt ge­winnen will, muß wagen. Freilich: wer überhaupt keine Entschlüsse trifft, wird auch niemals Fehl­griffe tun.

Wer sich aber vom Schicksal beauftragt sieht, grohe Entscheidungen zu finden und zu treffen, muh leider auch gewärtig sein, Fehler zu be- , gehen. Es wäre aber unverständlich, von einem

Regiment den Wut zu grohen Taten selbst auf die Gefahr von mitunterlaufenen Feh­lern zu erwarten, bei dem eine Meute parlamentarischer Auftraggeber von vornherein nicht das Gute interessiert, sondern nur auf die Mißerfolge lauert, die etwa eintreteu könnten!

In größer daher die Aufgaben, um so untaug- licher ist dieses System. Es züchtet keine ver­antwortungsfreudigen Menschen, son­dern verängstigte Hasen oder pfiffige Schieber. Es tötet jede Persönlichkeit, erstickt iede Initiative und lähmt jede Leistung! Tat­sächlich setzte denn auch der Verfall des deutschen Volkskörpers und der Verfall der deutschen Wirt­schaft in rapider Schnelligkeit ein. Es war aber besonders entsetzlich, zu sehen, wie sich die Kraft der Selbstbehauptung einer großen Nation im Laufe weniger Wochen von außen nach innen wandte und dort in wilden Welt­anschauungskämpfen und in wildem Bruderkrieg einfach verbraucht wurde.

Es ist nicht nötig, im einzelnen eine genauere Darstellung dieser Periode des Verfalls zu geben. Sie ist Ihnen noch in Erinnerung! Deutschland hat damals in wenigen Wochen so viel an Achtung vor der übrigen Welt verloren, als vielleicht nur in vielen Jahrzehnten wieder gutzumachen ist. Aus der Wirrnis und dem Durcheinander der damaligen Kämpfe aber ergab sich besonders folgende Tatsache:

Die Spaltung des

l Zwei geistige Auffassungen rangen in unserem Volk miteinander, die sich beide als stark genug

: erwiesen hatten, unzählige Menschen bewußt oder unbewußt in ihren Bann zu ziehen.

Millionen lebten in einer Welt s o z i a l i st i sch e r Vorstellungen, die sie wohl im einzelnen nicht zu definieren vermochten, die aber im gesamten ihnen als etwas Beschlossenes und Notwendiges erschien. Dieser sozialistischen Auffassungswelt stand gegen­über eine nationale. Auch hier mochten die Definitionen weit auseinander gehen, allein auch hier umschloß das Schlagwortnational" eine Summe- von Dorstellunden, die zu einer Gesamt­auffassung führte, für die Millionen bereit waren, ihr Letztes hinzugeben.

Das Entscheidende war nun, daß die berufenen ober sich berufen dünkenden Vertreter dieser ! beiden Auffassungen grundsätzlich die These ver­fochten, daß zwischen diesen beiden Welten nicht nur jede Verbindung fehle, sondern dah sie sich zwangsläufig in Todesfeindschafl gegenüber- skehen mühten.

Die sozialistische Welt wurde in erster Linie von den Arbeitern der Hand bewohnt, die nationale von den Arbeitern der Stirn. Wenn diese Erscheinungen nicht zur Vernichtung Deutsch­lands führen sollten, dann mußte in einer mensch­lich abmeßbaren Zeit eine der beiden zum Sieger werden. Denn auf die Dauer kann eine Nation nicht bestehen, deren geistige Arbeiterschaft in der organisierten Arbeiterschaft der Faust den Todfeind und umgekehrt desgleichen sieht. Das drohende Schlimmste war daher auch nicht eine Ueberwin- dung des bürgerlichen Nationalismus durch den Marxismus, sondern

das Schlimmste war die Verhärtung dieses Zustandes, war die langsame endgültige Aus-

deutschen Volkes.

einanderspaltung des deutschen Volkes in zwei sich selbst genügende weltanschauliche Lebens­körper.

Die Möglichkeit einer solchen Entwicklung lehrt uns das Beispiel der religiösen Spaltung.

Dies, meine Volksgenossen, war die Lage, die ich wie Millionen andere am Ende des Krie- g e s antraf. Das war das Bild, das die Heimat den zurückkehrenden Soldaten bot und das sich in den folgenden Monaten und Jahren nur immer schärfer zeichnete. Die Zukunft der deutschen Nation war unter solchen Umständen sehr wohl vorauszu- bestimmen. Das Unglück unseres einstigen religiösen Zerfalls fand nun einige hun­dert Jahre später seine politische Fortset­zung. Wieder war eine erfolgversprechende Ent­wicklung unseres Volkes abgelost worden durch einen wahnsinnigen Kampf von Theo­rien, der weder dem Bürger, noch dem Arbeiter jemals von Nutzen sein konnte. Nur eine kleine Clique internationaler Destrukteure, die den Un­frieden in der Welt liebt, weil sie von ihm lebt, konnte einen solchen Wahnsinn begrüßen.

Jeder wirkliche Deuksche aber muhte auf das tiefste leiden bei dem Gedanken, dah wieder einmal all die unsagbaren Opfer Millionen braver Menschen vergeblich waren, nur weil sich unser Volk in einer irrsinnigen Verblen­dung gegeneinander treiben lieh, vollgepfropft von theoretischen Vorstellungen, die ihre wahre Bedeutung durch die praktische Wertlosigkeit zur Genüge erwiesen hatten. Dieser Kampf muhte am Ende im bolschewistischen Ehaos enden, was das für Deutschland bedeutet, kön­nen vielleicht auch heute noch nicht alle voll­ständig ermessen!

Volksgemeinschaft statt Parteiunsug.

Angesichts dieser Erkenntnis vermochte ich es damals nicht, in eine politische Parteiwelt einzutreten, die meiner Ueberzeugung nach nur zum Verderben der Nation führen mußte. Dies waren die Ueberlegungen, die mich beherrsch­ten:

Wenn der Nationalismus unserer bürgerlichen Welt und der Sozialismus unserer Marxisten sich niemals vereinigen ließen, wenn damit die Masse der Intelligenz die Beziehungen zur Masse des Volkes endgültig verlor und wmn endlich dadurch die Nation, d. h. also das deutsche Volk der vollkommenen Auflösung, Ohnmacht und damit auch der wirtschaftlichen Vernichtung verfiel, dann hätten die beiden Theorien für dieses Volk keinen Wert.

Denn Theorien sind nichl dazu da, um Völker zu vernichlen, sondern um sie glücklicher zu machen. Die ökonomischen Gesetze unseres Le­bens mögen fein wie immer, aber Ideen und Grundsätze, die zur Zerstörung des ökonomi­schen Lebens führen, sind als Lebensgesetze un- lauglich. Parteien, die solche Ideen vertreten, kann man nicht reformieren, sondern man muh sie beseitigen. (Beifall.) Denn es ist immer noch besser, es gehen ein paar Dutzend marxistische und bürgerliche Parteien zugrunde, als ein Volk.

(Lebhafter Beifall. Bravo.) Denn diese Parteien fristen ihre traurige Existenz seit einigen Jahr­zehnten auf Kosten der Nation, aber das Volk hat Jahrtausende seines Lebens hinter sich und da­mit durch seine Opfer und seine Kämpfe ein An­recht zum Leben in Jahrtausenden der Zukunft.

Es hatte daher in meinen Augen keinen Sinn, einer dieser Parteien beizutreten, um sie etwa gar noch lebensfähiger zu machen, sondern das poli­tische Leben hatte nur dann einen Sinn, wenn es gelang, diese politischen Parteien zu vernichten. (Starker Beifall.)

Als ich daher, deutsche Volksgenossen, meinen Eintritt in das politische Leben vollzog, geschah es mit dem brennenden inneren Schwur, die Parleienwelt in Deutschland auszurotten und an ihre Stelle eine deutsche Volksgemeinschaft zu setzen. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) mung.

Ich war mir vom ersten Tage an darüber klar, daß dieses Ziel nicht in Wochen und Monaten oder selbst in einigen Jahren erreicht werden kann. Ich begriff die u n e r me ß l i ch e Arbeit, die ein solcher Entschluß mit sich bringt. So sicher eine Ueberprüfung der WorteNationalis­mus" undSozialismus" zu einer einheit- licken Definition führt, so sicher ist die Verwirk- lichung dieser Definition die Frage einer u n e n d - lichen ErziebungsarbeitamVolk. Man kann leicht verstandesmäßig feststellen, daß der höchste Nationalismus nur in eiper unbedingten Hingabe des einzelnen an das Volk feinen Aus- dru^k findet.

Man wird nie leugnen, dah der reinste Sozia­lismus die bemühte Höherstellung des Volkes, feines Lebens und feiner Interessen über die Interessen und das Leben des einzelnen be­deutet.

Allein, es ist unermeßlich schwer, diese idealistischen Erkenntnisse aus der Sphäre abstrakter Gedanken in die reale Wirklichkeit zu übersetzen.

Eine Welt von Vorurteilen tritt einem hier gegenüber. Herkunft, Erziehung, Bildung, Lebens­stellung, Einkommen, Armut und Reichtum haben Schranken aufgerichtet, die scheinbar unüberwind­lich sind. Sie brauchen nicht bewußt böswillig zu sein, diese Menschen, und können doch nicht den Weg zueinander finden. Ein langes Leben, das hin- ter ihnen liegt, hat sie so mit Traditionen überfüllt, daß sie selbst als vielleicht sogar schuldlose Opfer nicht mehr fähig zu sein scheinen, das g r ö ß e r e Gemeinsame zu erkennen. Wenn ist aber da­mals trotzdem gläubigen Herzens an diese große Aufgabe als unbekannter deutscher Sol­dat des Weltkrieges ging, dann geschah es unter dem gewaltigen Eindruck gerade dieses größten Erlebnisses.

Denn dah die Ueberroinbung ber einzelnen Interessen unb bes eigenen Jchs zugunsten einer Gemeinschaft möglich ist, hat in über- wältigenber Weise ber grohe helbenkampf unseres Volkes bewiesen. (Stürmische Zu- stimmung.) Millionen unb abermals Millionen haben bamals bie Freiheit unb bas Leben eines Volkes verteibigt, bas ihnen bamit im gesamten mehr wert war, als bas Leben im einzelnen. Denn es aber möglich ist, Mil­lionen von Menschen im Kriege bis zum Lebensverzicht einer Gemeinschaft zu weihen, bann muh es möglich sein, bieses Ibeal ber Ge­meinschaft auch im Frieben aufrechtzuerhalten. (Beifall.) Denn es finb keine anberen Männer, bie im Jahre 1918 unb 19 unb 20 lebten unb heute unter uns leben, als bie, bie in ben wahren 1914 bis 18 ihre Pflicht erfüllten. Rur bie Führungen haben sich geroanbelt

Ich war überzeugt, daß es gelingen muß, für eine neue Jdee der Volksgemeinschaft allmählich auch die Menschen zu er­obern.

ffienn es aber einer Widerlegung der Kleingläu- bigen bedurfte, so könnte es keine größere und fchlagendere geben als die: Meine Herren Zweifler und Kritiker! Vor 15 Jahren habe ich dieses Werk als unbekannter Frontsoldat begonnen, ohne Der- mögen und ohne Ihre werte Unterstützung. Ja, ohne daß ich selbst auch nur einen bekannten Namen be- festen hätte. Ohne Ihre Presse, ohne die deutsche Wirtschaft, ohne die Mithilfe sog. prominenter Kopfe des öffenllichen Lebens (Stürmischer Bei- fall), dafür aber gegen die alten und gefestig­ten Parteien, gegen ihr Kapital und ihre Presse, gegen die ganze öffentliche Meinung, gegen den Staat und jeine MachU

Hub heute hat dieser mein Kampf zu einem Erfolg geführt, der in der ganzen deutschen Geschichte einst als historische Wende gellen wird. (Händeklatschen.)

Nein, die Gedanken und Prinzipien des Kampfes von damals waren richtig. Wenn jemals der Erfolg Beweiskraft besitzt, bann in diesem Falle. Denn nicht nur der Sieg dieser damals so verlach­ten und verspotteten Idee ist eingetreten, sondern auch die erwarteten Erfolge sind gekom­men.

Oer große Wandel.

Wenn Sie heute, meine Volksgenossen, die Stel­lung unseres Volkes politisch, wirtschaftlich und kul­turell vergleichen mit der vor 15 Jahren, dann wer­den sie nicht einen Wandel ableugnen können, der in manchen Dingen noch vor kurzem als unmöglich angesehen und bezeichnet wurde.

Allerdings gibt es auch heute in Deutschland noch viele Menschen, die die innere Gesetzmäßigkeit die­ser Entwicklung nicht begreifen. Sie erkennen nicht, daß dieser Kampf nur durchführbar war durch eine neue Bewegung, die sich dieser Aufgabe in fanatischer Inbrunst verschrieb.

Dieses Himmelreich konnte nicht von Feigen ober Halben erobert werben. Rur solche Män­ner unb Frauen taugen für biefen Kampf, bie bereit finb, sich ihm bis zur Selbstaufopferung hinzugeben. (Bravo!-Rufe.)

Und weiter können so viele nicht verstehen, daß eine solche Zusammenfügung von Menschen nur nach großen und einfachen Gesichtspunkten hin wirksam werden kann. Nur das Allernotwendig st e wird als das Gemeinsame zunächst in den Vordergrund gestellt werden müssen, und es bleibt der Zeit überlassen, die auf dieser großen allgemei­nen Basis gesammelten Menschen in ein immer engeres Verhältnis zueinander zu bringen.

Nur wenige lapidare Grundsätze kann das poli­tische Glaubensbekenntnis einer solchen Bewegung umfassen. Was aber in so großen Fragen erst ein­mal den Weg zueinander gefunden hat, wird all­mählich von selbst nach einer einheitlichen und ge­meinsamen Beantwortung und Lösung auch der an­deren Lebensaufgaben streben.

So wie ich vor 15 Jahren ben unerschütter­lichen Glauben an ben Sieg ber von mir ba­mals begrünbelen Bewegung besaß, so ist mein Glaube unerschütterlich an bie Vollendung bie- fes Werkes (Beifall); bie Zett hierfür kann aber nicht nach einigen Jahren bemessen werben. Es ist auch gleichgültig, ob ber einzelne von uns bies noch erlebt ober nicht. Enlscheibenb ist, baß bie richtigen Prinzipien unseres Kamp­fes unentwegt, beharrlich unb mutig vertreten werben. Dann wirb bie Zufammenfügung bes deutschen Volkskörpers sich mehr unb mehr ber Vollenbung nähern.

Wenn ich heule roieber wie schon so off an bie deutsche Ration appelliere, bann will ich in ber Tatsache biefes von mir begonnenen unb durch- geführten Kampfes meinen größten (Er­

folg unb damit meine Rechtfertigung sehen. (Starkes Händeklatschen.) Denn alles, was seit dem 30. Januar an Besserung in Deutschland eingetreten ist, war nur bie Folge dieses Kampfes für eine neue deutsche Volks­gemeinschaft. (Stürmischer, nicht endenwollen­der Beifall.)

Er hat die schwersten Opfer gefordert. GeZ rade die Zweifler und Kleingläubigen, die mir tau« sendmal nachwiesen und versicherten, daß selbst bet Gedanke an einen Erfolg dieser Bewegung eine Lächerlichkeit sei, sie werden nun um so weniger bestreiten können, daß zum mindesten eine un­ermeßliche Arbeit und ein unermefc« licher Fleiß nötig waren, um dieses ihneö selbst so fanatisch erschienene Ziel zu erreichen.

Es war mir möglich geworden, im Laufe dieser Jahre eine große Schar bester Mitkämpfer aus allen L e b e n s s ch i ch t e n unseres Volkes zu finden und zu sammeln. Was sie an Genialität und Fleiß in ewig unermüdlicher Arbeit einsetzen mußten, um mit mir diesen Staat zu er­obern, kann nur der ermessen, der weiß, wie schwer es ist, mit nichts den Kampf für etwas Großes in diesem ßeben anzufangen, aufzunehmen und durchzuführen. Darüber hinaus forderte dieses Ideal von vielen Blut und Freiheit.

All denen, die sich weniger in Deutschland, als in der übrigen Well entrüsten über die Härte der nationalsozialistischen Resolution, möchte ich nur zu bedenken geben, dah die national­sozialistische Bewegung in ihrem legalen Kamps um die Macht allein nahezu 400 Tote und über 43 000 Verletzte zu beklagen hatte. Es war auch hier nur der Wille zur deutschen Volksgemein­schaft, der uns allen nach dem Siege Sie Selbstbeherrschung und Zurück­haltung gab. W ir wollten nicht Blut vergießen, wollten keine Rache üben, sondern wollten nun erst recht die Menschen für die neue Gemeinschaft erobern und gewinnen. (Lebhafte Zustimmung.)

Wir wissen, daß für viele der Weg in diese neue Erkenntnis schwer ist. Wir wissen auch, daß die Bewegung bei der Verkündung ihrer Ideale sich irdischer Wesen bedienen muß, die selbst nur zu leicht der menschlichen Unzulänglichkeit erliegen. Allein ich möchte jedem zu bedenken geben, daß der Ausbau einer Strmee zwei- und dreihundert Jahre Zeit erfordert, dah Religionen zweitausend und mehr Jahre an der Erziehung ihrer Priester- schäft tätig sind, und daß dennoch die mensch­liche Schwäche sich niemals ganz über­winden läßt.

Wer will ein Urteil fällen über eine Bewegung, bie vor fünfzehn Jahren mit garnichls unb aus nichts heraus begonnen würbe unb heute eine ganze Ration zu führen hat!

(Starker Beifall.) Ich weiß, es wird viele Jahr­zehnte erfordern, um der Größe dieser Aufgabe auch nur annähernd die entsprechenden persön­lichen Werte der Führung zur Verfügung zu stellen.

Oer Dienst am Volk.

Allein: Vor uns steht das Volk. Es war dem Verfall und Untergang geweiht. Das Elend von Millionen Menschen schrie zum Himmel. Die Würdelosigkeit des überwundenen Systems trieb uns die Schamröte ins Gesicht. Ich habe es daher gewagt! Das Schicksal gab mir bie Männer, unb wie sie waren, muhte ich mich ihrer bedienen. Was an uns schlecht ist, kann nicht besser sein. Was gebessert werden kann, wird durch Besseres ersetzt. Immer aber muß ich der Nation die Größe der uns ge ft eilten Aufgaben und die Kürze der Zeit zur Berücksichtigung empfehlen. (Beifall, lebhafte Zu» stimmung.)

Es ist nicht nötig, dah ich Ihnen in dieser Stunde ein Bild gebe, was in den letzten IVz Jahren in Deutschland geleistet wurde. Es geschieht dies heute jeden Tag, und Sie selbst sind ja lebende Zeugen. Allein ich möchte dich, mein deutsches Volk, nur bitten, alle diese Probleme und Aufgaben nicht als einzelne Erscheinungen, sondern als etwas Großes und Gesamtes zu beurteilen. Nie­

mand hat das Recht, sich selbst in den Mittel­punkt dieser Betrachtung zu stellen, denn ich gestehe freimütig, daß ich in diesen 15 Jahren niemals die Interessen einer einzelnen Person ober etwa eines Standes allein sah, sondern stets nur der Gedanke an das Leben unseres ganzen Volkes mich berührte.

Das wir daher immer wieder an Opfer for­dern, muß gefordert werden. Was immer wir als Hilfe geben, muh gegeben werben. Wenn aber ber einzelne die Empfindung besitzt, daß ihm nicht alles wurde, was er vielleicht geglaubt zu verdienen, dann bitte ich zu bedenken, dah wir nichts geben können, was uns nicht das deutsche Volk wiedergibt, dah unser ganzer Kampf nur ein fortgesetzter Ausgleich ist auf der einen Seite und eine Mobilisierung ber Leistungen ber Entschlossenheit und Lebenskraft unseres Volkes auf der anderen.

Keine Nörgelei, sondern Mitarbeit.

Ich möchte weiter mich hier ganz kurz mit denen beschäftigen, die meinen, zu Unrecht in der Freiheit ihrer Kritik beschränkt zu sein.

In meinen Augen ist Kritik keine lebens­wichtige Funktion an sich. (Stürmische Zustimmung.) Ohne Kritiker kann die Welt leben, ohne Arbeiter nicht. (Bravo!-Rufe.) Ich prote­stiere dagegen, daß es einen Beruf geben soll, der aus nichts anderem besteht, als ohne eigene Verantwortung besserwissend den Menschen dreinzu­reden, die Arbeit und Verantwortung tragen. (Händeklatschen.)

Ich habe in meinem Leben 13 Jahre lang gegen ein Regiment gekämpft, allein nicht in negati­ver Kritik, sondern im positiven Hinweis auf das, was geschehen solle. (Bravo!-Rufe, minutenlange Beifallkundgebungen.) Und ich habe keine Minute gezögert, sowie mir der hochfelige alte Herr bie Verantwortung gab, sie zu übernehmen unb ich trage sie nun vor bem ganzen beutschen Volke. Unb es wirb keine hanblung geschehen, für bie ich nicht mit Kopf unb Leben vor biesem Volk ein st ehe. ((Erneuter stürmischer Beifall.)

Allein ich darf zumindest bann vor diesem Volk dasselbe Recht beanspruchen, das jeder Arbei- ter und Bauer und jeder Unternehmer auch für sich in Anspruch nimmt.

Was würde der Bauer sagen, wenn, während er sich im Schweiße seines Angesichts abrnüht, auf feinem Hof dauernd einer herumspazieren wollte, mit keiner anderen Beschäftigung als herumzunör- 9ein, herumzukritifieren und Unruhe zu stiften? (Stürmische Zustimmung.) Was würde ein Arbeiter tun, der vor seiner Maschine steht und nun dauernd oon einem Menschen angeredet wird, der an sich nichts kann, auch nichts tut, aber ihn ununter­brochen benörgelt und bekrittelt? Ich weiß, sie wür­den solche Erscheinungen keine acht Tage aushalten, sondern sie zum Teufel jagen. (Bravo!)

Die Organisation der Bewegung gibt hunoert- tausenden von Menschen bie Möglichkeit, im po- Mvar Sinne mitjuarbdten an der AHallung

unseres nationalen Daseins. Jebe wirkliche An­regung unb jebe wirkliche Mitarbeit wirb dank­bar begrüßt. Allein Menschen, deren einzige Tätigkeit es ist, die Tätigkeit anderer zu begut­achten und schlecht) umachen, ohne selbst jemals eine praktische Verantwortung zu übernehmen, vertrage ich nicht. In diesem Staat soll jeder irgendwie mitkämpfen und schaffen. In diesem Staat soll es kein Recht auf Rürgelel geben, sondern nur ein Recht auf bessere Leistung. (Bravo! - Rufe und Händeklatschen.) Wer eine Tätigkeit besser zu machen versteht, wer eine bessere Erkenntnis anstelle einer schlechte­ren zu sehen vermag, wer einen Schaden auf­zeigt, um den richtigen Weg zu weifen, der hat jede Möglichkeit, sich zu äußern und zu be­tätigen.

Ich habe freilich In meinem bisherigen Le­ben immer wieder gesehen, daß man stets nur Menschen findet, die es besser wissen, als Menschen, die es besser können. (Leb­hafter Beifall.) Und auf tausend, die sich melden, um eine Arbeit zu beurteilen und ihr Gutachten ab­zugeben, treffen kaum 10, die gewillt sind, s e l b st mitguarbeiten. 99 v. H. aller berufsmäßigen redseligen Kritikaster werden schweigsam im Mo- ment, in dem man sie einlädt, ihr besseres Wissen nun durch eigene Arbeit in der praktischen Wirklichkeit zu beweisen.

Heute abend Wiederholung.

Berlin. 17. August (DRV.) Die Reichssendei leitung teilt mit:

Die grohen Hamburger Kundgebungen vom Freitag mit den Reden des Führers vor der Belegschaft der Werft Blohm & Voß, bei der Kundgebung im Hamburger Rathaus und vom Balkon des Rathauses werden am heutigen! Samstag, von 20 bis 22.30 Ahr, über M dntjchen Sender »Htor fcail