Einzelbild herunterladen

Samstag, 18. August 1954

184. Jahrgang

Nr. 192 Erstes Blatt

nk.

le« 3m ren

ii m

iS in in 4 ^kt en

Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monats-Vezuaspreir:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr .. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehrn

Postscheckkonto:

Frankfurt am Main Hb86

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vruck und Verlag: vrühl'sche Unwerstiätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Sichen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps.. für Text­anzeigen von 70mm Breite 60Npf.,Platzoorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr

Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins., gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Npf.. Familienanzei­gen, Bäder-.Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

15

w;

' &

MMMß?

/»z ,

' V,*

chOWWHE

MhMi

Vi 1

1 -

M .-

WM

-

lul.

nu.

pen )en« egte eifo uns! tien oi/e 5:0 . itl

Oer Führer an das -mische Volk.

übertritt!

dens

Unser Führer.

Als ich vor bald 16 Jahren als kriegsoerletzter Soldat in die deutsche Heimat zurückkehrte, traf ich dort eine Lage an, die jeden Mann zwang, seine eigene Stellung hierzu zu suchen und einzunehmen. Ich war für diesen Zustand so wenig verantwortlich wie die Millionen meiner Kameraden. Ich habe mit der werdenden Reife schon in den Jahren des Frie- begonnen, mein eigenes Weltbild mir

lichen Auseinandersetzung ergriffen worden, deren Folgen für Deutschland schon damals furchtbare waren, aber in der Zukunft noch schrecklichere wer­den mußten.

Wieder war die Kraft der Nation zu einem Bruderkrieg angeseht und verbraucht worden, der deutsche Menschen gegen Deutsche führte.

Die inneren Bande unseres Volkskörpers began­nen sich damit schnell zu lockern und zu lösen und an die Stelle eines Volkes traten klassen- mäßig bestimmte Erscheinu n g e n , die statt einer kraftvollen nationalen Solidarität zu die­nen, internationalen Gedanken und P h'a n t a s i e n nachliefen.

D e Zersplitterung durch das Parieiunwesen.

werden konnte, gab das wirtschaftliche Leben die parteibildenden Motive in einem um so reichlich^ ren Umfange ab. Bis zu 46 Parteien hat sich dieser Wahnsinn allmählich ausgewachsen.

Was aber bedeutet eine Nation, was bedeutet ein Bott auf dieser Wett des harten Daseins­kampfes. das den wichtigsten fragen seines Lebens in einer solchen Zersplitterung gegen-

Diese Entwicklung wurde begünstigt durch die Konstruktion unseres Verfassungslebens, die in einer falsch verstandenen Auslegung der Lebensinteressen und Volksrechte der Nation einer verderbten parlamentarischen Demokratie auslie, ferte. Nicht der tatsächliche V o l k s w i l l e wurde durch sie zum Ausdruck gebracht sondern nur die Mängel dieses Volkes. Unzulänglichkeit, Ha b- heit, Schwäche, Feigheit, Ungewlssenheit begannen sich unter dem Mantel der parlamentari chen Jnstttu tion dem Volke als Regiment zu präsentieren. Die Folgen sind katastrophal gewesen. .

u Kalbst zu den natürlichsten und wichtigsten Fragen des Gesamtlebens der Nation war es

jährigen Arbeit, die ob freiwillig oder unfrei» willig dereinst einmal als eine Wandlung und Entwicklung von geschichtlichem Ausmaß feftgefteUt werden wird! (Starker Bei- fall.)

Em deutscher Soldat wie die Millionen anderer.

Hamburg, 17. Aug. (DNB.) Im großen Sitzungssaal des Rathauses hielt der Führer und Reichskanzler

Adolf Hiller

am Freitagabend die nachstehende, über alle Sen­der verbreitete Rede:

Meine deutschen Volksgenossen und Genossinnen!

Als unser greiser Generalfeldmarschall und Reichs­präsident von Hindenburg nach einem geseg­neten Leben die Augen schloß, gab es nicht wenige Menschen außerhalb des Reiches, die in feinem Tode den Beginn schwerer innerer Kümpfe in Deutschland sehen wollten.

Elemente, die wir nie versöhnen können, zitterten auf einmal förmlich in erwartungsvoller Besorgnis, bei der, wie so oft, der Wunsch als Vater des Ge­dankens Pate stand.Schwere Unruhen in Deutsch­

land",Drohender Zerfall der nationalsozialistischen Bewegung",Kampf zwischen Partei und Reichs- wehr".Streit der einzelnen Führer untereinander um die Nachfolge-Frage", dies war der Inhalt der Schlagzeilen einer bestimmten Presse, deren auf­richtiges Mitempfinden mit dem Schicksal unseres Volkes und Reiches aller Welt bekannt ist. Man lebte in diesen Kreisen wohl in der angenehmen Hoffnung, daß eine wochenlange führerlose Zett des Reiches die Möglichkeiten bieten wurde durch ein endloses Spiel von Kombinationen ine Oeffent- lichkeit in und außer Deutschland zu verwirren, um solcherart zur an sich schon vorhandenen internatio­nalen Unsicherheit noch ein weiteres beizuttagen.

3m Interesse des deutschen Volkes und des Reiches ist dieses Spiel gestört worden!

Sie dürfen mir, meine Volksgenossen, glau­ben. daß wir sonst natürlich den Weg gewählt hätten, erst den Appell an das Volk zu richten und dann seine Entscheidung auszuführen. Das Ergebnis wäre in diesem Fall nicht anders ge­wesen. als so. Indem die Reichsregierung, legal berechtigt, die Zusammenlegung der beiden Aemter verkündete, hat sie getan, was nach den vorhandenen Umständen das Volk selbst ge­fordert haben würde.

Meine persönliche Auffassung zu diesem Problem ist in dem Brief an den Herrn Reichsinnenmimster eindeutig und klar zum Ausdruck gebracht.

Deutschlands ewiger Dank für Hindenburg.

Der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg war vom Schicksal auser- sehen, der g r o ß e M i 11 l e r zu fern zwischen dem Deutschland der Vergangenheit und dem der Zukunft. In seinem ehrwürdigen Alter, entrückt jedem eigensüchtigen Wunsche, war er für uns alle ber überpersönliche Repräsentant u n | e r e s Vvolkes.

Ich habe in den letzten anderthalb Jahren oft und oft der Vorsehung gedankt, daß nach ihrer Fügung die nationalsozialistische Be­wegung durch meine Person noch den Treueid in die Hände dieses wahren VatersderNa- fion ablegen durfte, dah sie mir nach so schwe­ren Kämpfen endlich doch noch die gütige Freundschaft des alten Herrn schenkte und so­mit ein Verhältnis begründete, das mich be­glückte. für die Nation aber von hohem Nutzen war. .,

Der Herr Generalfeldmarschall und Reichs­präsident ist eine einmalige Erscheinung gewesen und kann nicht erseht werden. Seine Mission als R e i ch s p r ä s i d e n t wurde durchihnselbst erfüllt. N i e m a n d s o l l künftig mehr diesen Titel weiter­führen.

Der Führer stützt sich auf sein Volk.

So logisch aber die Verbindung der beiden Funk­tionen ist und so verfassungsrechtlich einwandfrei das Gesetz der Reichs­regierung diese Frage löst, so sehr muß i ch e s a b l e h n e n, das Recht zu diesem gewaltigen Schritt der Neuformung des Deutschen Reiches aus einer früher erteilten Vollmacht ab­zuleiten.

!Rein I

Das Volk selbst soll darüber entscheiden! In­dem ich damit der einstigen endgültigen Ge­stattung der Verfassung des Deutschen Reiches nichts vorwegnehme, glaube ich. dah es mir gelingen wird, dem Titel des deutschen Reichs­kanzlers für die Zukunft neue Ehre zuzufügen!

Das Recht, eine so kühne Auffassung aussprechen zu dürfen, entnehme ich einer nunmehr bald 15-

mit geistigen Waffen, sondern ein Krieg mit kaum! nicht mehr möglich, eine einheitliche Slellung- mind^r grausamen Mitteln, als wir sie vier Jahre nähme zu erzielen.

lang vorher kennengelernt und erlebt hatten. Ebenso a(s Arhl der Weltanschauungsgebiete man- war der Ausgang dieses Kampfes für Deutschland vorhandener oder hierzu brauchbarer 3been nicht weniger bedeutungsvoll, als der zlusgang des | mehr weiter gespalten und damit vermehrt großen Krieges selbst. Da erst entschloß ich mich, 1 <---xu

auch an diesem Kampfe teilzunehmen, um nun als politischer Soldat weiterzuftreiten für das Schicksal unseres Volkes. Was Millionen andere taten, habe ich ebenfalls getan.

Der unpolitische Kämpfer des Weltkrieges wurde nun kämpfender Politiker.

Und zwar im Entschluß sofort, in. der Durchfüh­rung allerdings erst nach monatelangen mneren Ueberlegungen und seelischen Kämpfen. Unser Volk war wie so oft in der deutschen Geschichte w^der einmal von einer revolutionären geiftig-weltanschau-

Kann man annehmen, daß auch nur das kleinste Ge chäft gedeihen könnte, wenn feine Führung in 20 oder 30 Auffassungen auseinanderfiele? Wird em Bauernhof lebensfähig fein, der von sieben oder zehn verschiedenen Meinungen regiert wird? Ja, ist überhaupt eine erfolgreiche Arbeit denkbar, wenn ein Dutzend Absichten sich ihrer bemächtigen?

Man sage aber nicht, daß diese Parteien ja we­nigstens in den großen Fragen ohnehin zu einer einheitlichen Auffassung gekommen waren, denn man müßte doch wohl die Frage aufwerfen, weshalb man sie dann überhaupt erst ins Leben rief? Nein! Diese parla - mentarifdje V e r f a 11 sd e m o k r a t, e hat noch zu allen Zeiten Völker und Staaten zu Grunde gerichtet. Sie druckt nicht den Willen des Volkes aus, sondern dient nur dem Ehrgeiz und den Interessen kleiner und großer ge- wissenloser Dolksverführer.

Der katastrophale Verfall.

Der Verrat in -er Heimat.

Als aber der Kamps an der äußeren Front sein tknde aesunden hatte, waren Heimat und Volk

C zALsh t> H und in innere Fronten "" ?//t Die" deutsche Nation erschien von den wildesten ^Leidenschaften ergriffen, aufgelöst in sich ; DeJt* unh blutig bekämpfende Klaffen, Parteien LL Künde. Sr inner/ Kampf war wirklich nicht eine bloße theoretische Auseinandersetzung'

Die Wirkung dieser Art von Slaalsführung in Deutschland war verhängnisvoll. Seit sich diese parlamentarische Demokratie der Nation end­gültig und restlos bemächtigt hatte, trat ein Verfall auf allen Gebieten ein. Nicht nur politisch, kulturell und moralisch wurde Deutsch­land zersetzt und geschwächt, nein, auch wirt- schafllich gingen die Voraussetzungen verloren, unter denen am Ende allein ein so unermeßlich komplizierter und empfindlicher Organismus gedeihen kann.

Dieser wirtschaftliche Verfall trifft aber nicht den Unternehmer, den Bürger oder überhaupt einen be- vorrechteten Stand, sondern er trifft alle. Ob Gei- stes- oder Handarbeiter, ob Stadt- oder Landbewoh- ner, der Zusammenbruch der nationalen Wirtschaft eines Volkes ist ein Vorgang, der niemanden übersieht, ausschließt oder auslaßt. Und wenn auch auf einen Unternehmer hundert Arbeiter kom­men, dann geht beim Zusammenbruch dieses Ge- schäftes wohl nur ein Unternehmer zu Grunde, aber mit ihm auch hundert Arbeiter

So wie sich ihre wirtschaftliche Existenz aufgebaut heit, reiht diese sie gemeinsam in den Abgrund. Datz die Menschen dies nicht sehen wollen, hängt nicht selten damit zusammen, daß die Katastrophe nicht alle im selben Augenblick und in der gleichen Schärfe trifft. Doch am Ende spielt weder die Zeit, noch die Reihenfolge hier eine Rolle.

Es ist auch ein Trugschluß, zu glauben, daß man auf die Dauer die Wirtschaft in Bmnen- und Export-Wirtschaft teilen könnte. Das wirt­schaftliche Leben ist eine Funktion des gesamten Volkskörpers.

Im großen gesehen, wird diese Funktion entweder einen gesunden und normalen Verlauf nehmen und dann allen zugute kommen, oder sie wird versagen und dann ebenso alle in Mitleidenschaft ziehen.

Die Fesseln -es pariamen- lanschen Systems.

Es ist aber klar, daß die politische Zer­setzung eines Volkskörpers zwangsläufig auch das Ende jeder Autorität ist. Ohne sie aber gibt es kein gesundes Funktionieren der Wirt- schäft! Denn sowie eine Staatsführung, von der Parteien Gunst und Haß ergriffen, unfähig wird, notwendige Entschlüsse zu saften und durchzuhalten, wird sie auch unfähig, notwendige wirtschaftliche Maßnahmen zu treffen, ja überhaupt der ILirt- schäft die feste Führung und den festen Schutz anqedeihen zu lassen, ohne den diese nun einmal nicht zu bestehen vermag. Und wehe, wenn em Staatsregiment erst einmal abhängig ^on den Parteien, die sich selbst alswirtschaftliche Der- ; tretunqen" deklarieren. Denn dann wird die Staats- führung abhängig von den Wünschen einzelner i Wirtschaftsgruppen. Sie wird damit die Dienerin i ein eiliger Wirtschaftsinteressen und damit . unfähig, über den verständlichen wirtschaftlichen - Hoffnungen der einzelnen die berechtigten Interessen ; der Gesamtheit wahrzunehmen.

Eine Slaalsführung kann aber nicht den Ar- 1 beitgebern dienstbar sein, so wenig wie den Arbeitnehmern. Nicht Stabt oder Land, nicht dem handel und nicht der Industrie, sondern ausschließlich dem gesamten Volk. (Starker Bei­fall.) Sie muh wissen, was dieses Volk in seiner Ge-

selbst zu gestalten. Ich habe aber niemals für diese meine Auffassungen Propaganda gemach niemals versucht, sie anderen auszuzwingen, genau so wie ich mich aber auch selbst feinem solchen

anbe!

^i^3unTr?ü?Un5 L bÄMunj und in diesem Willen bin ich m traut Sekunde des großen Ringens wankend geworden.

Ebenso wie ich gleich meinen ^^mpsernzu- liefst überzeug, war, einem schuldlos ange­griffenen Volk zu dienen.

unschuldig am Krieger ben oieIen Mil-