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Freitag, 17. August M4

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)

Hr.191 Drittes Blatt

Aus der Provinzialhauptstadt

Schöner DenkmaUchmulk in Grimberg

Vier Generationen in einem Hause

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Freundin, wartet vergeblich.

So muß es natürlich nicht immer fein, wenn du am Samstagnachmittag nach Haufe kommst. Aber ist es nicht oft so? Was helfen nun die vielen Wenn und Aber, die schönen angefangenen Sätze: Hätt' ich doch ...! Alles umsonst.

Du hättest nur an das Wörtchen Halt! denken und auch Halt machen sollen. Schon, als du ver­sprachst, um drei Uhr am Bahnhof zu fein. Du mußtest wissen, daß du bis dahin nicht fertig wer­den würdest.

Die war in Wirklichkeit nicht so spitz, wie er ge­dacht hatte. Sie vermochte an dem Docht nichts, auszurichten. Verflucht! Peder hatte einen Eifer und eine Wut in sich, daß ihm heiß wurde. Er zog kurzerhand den Mantel aus und hängte ihn über den Arm. Da störte er jedoch die Bewegungs- reiheit. Peder hängte den Mantel an die Eifen­lanzen eines soeben gestrichenen Vorgartenzauns und veranstaltete eine neues Blitzgewitter. Es half

Führer steht!

Deshalb gehen alle Wähler und Wählerinnen

Wahlbeteiligung bis Sonntag mittag gezeigt werden, daß ganz Deutschland hinter dem

dod)fd>ulnacbrt(hten

Dr. P. Harteck, Privatdozent an der Uni­versität Berlin, erhielt einen Ruf auf den ordent» lichen Lehrstuhl für physikalische Chemie an der Universität Hamburg.

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und ganz stille bist. Das gibt Ruhe. Du sammelst auf diese Art die wild gewordenen Geister.

Ein wichtiger Zeitabschnitt ist für die meisten Menschen das Wochenende. Das bedeutet einen und einen halben Tag Freiheit. Willst du auch in diesen Stunden, die köstlich sein können, weiter hetzen und dir alles verderben?

In solchen Stunden mußt du dir selbst gehören. Du mußt zu dir selber kommen, wie das vortreff­liche Wort heißt.

Dann kannst du am Montag frisch gestärkt an deine Arbeit gehen, und deine Nerven werden nie­mals versagen. Nur darfst du nicht bei jeder Klei- nigkeit den Kopf verlieren. Kommst du aber doch ungewollt in die Hitze, dann denke an das kleine Wort Halt! Lege die Hand an die Stirne, und nach wenigen Minuten hast du dich wieder in der Ge­walt. Versuchs nur einmal! Ml.

Aufruf des Landesbischofs der evangelischen Landeskirche Nassau-

Hessen zum 19. August.

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Frühwahl!

Nächsten Sonntag ist es Pflicht aller Wahl­berechtigten, ihre Stimme schon bis zur Wit-

zur Wahl schon

vor 12 Uhr!

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Inöpfte er den Mantel auf, stellte einen Windschutz daraus her und begann von neuem Funken heroo^ zurufen. Teufel, dachte er, sollte es nun wirklich zünden, so konnte im Nu der Mantel in Flammen stehen. Darum ließ er von diesen Versuchen ab, um so leichter, als ihn im gleichen Augenblick die Meinung überkam, daß auf einer öffentlichen Straße unbedingt etwas Spitziges aufzufinden fein müffe. So lief er gebückt und fuchend wie ein wit­ternder Hund einher.

x(5roane am Fenster konnte sich Peders Beneh­men nicht erklären, grübelte in sich hinein und be­gann der Braut unvernüstftige Antworten zu geben. Peder fand ein Streichholz. Preis und Lob über dieses alte abgebrannte Streichholz! Er kniff einige Späne ab, so daß eine Spitze entstand, und ging damit dem Docht zuleibe. Nein, am Docht konnte es doch nicht liegen, sondern am Benzinmangel. Er klappte den Deckel über Docht und Feuerstein und versuchte, die Verschraubung am -öoDen ju lösen. In diesem Augenblick wäre ein Bannig seh am Platze gewesen, denn die Verschraubung ha einen so breiten Schlitz, daß ein Pfennig gera als Schraubenzieher benutzbar war Peder war Be­sitzer eines vollgültigen Vierers, aber em einzelne Pfennig fehlte ihm gänzlich. Es war notig, den

In Beuern wohnt, wir berichteten schon kurz darüber, in einem House eine Fumilie in vier Generationen beisammen. Unser Bild zeigt die Familie Jakob Walter Im Vordergründe links die beiden Urgroßeltern (Jakob Walter und Frau), rechts die Großeltern, dahinter deren Töchter und den Schwiegersohn und schließlich die jüngste Generation in den beiden stinoern vertreten. ___________________

Verständnis

für ein kleines Feuerzeug.

Von Görge Spervogel

Ja, und wie lange dauert so ein Derlobungs- besuch?" fragte Peder und sah Swane an, meil er herausfinden wollte, ob sie nun auch die reine Wahrheit jagen würde.So ein Besuch?" sagte Swane,ich denke, das hat noch niemand vorher gewußt."Du hast da einen so großmächtigen Blumenstrauß mitgebracht", meinte Peder zögernd, daß du wohl einen etwas winzigen Besuch machen könntest. Nun wirst du da oben in diese Wohnung gehen, deine Glückwünsche aussprechen und dich dafür niedersetzen müssen. Wenn du mit Schlau­heit vorgehst, könntest du dich möglicherweise auf einen Stuhl am Fenster niedersetzen, damit du auf mich herabsehen kannst. Wäre das nicht schon?' Swane fand es auch ganz schön, winkte mit dem dicken Blumenstrauß und ging durch den Vorgarten in das Haus hinein.

Peder begann hin und her zu spazieren, pfiff mit den Lippen und sang im Halse. Nachdem er derart eine Zeit verwartet hatte, beschloß er, eine neue Zerstreuung herauszufinden. Er durchsuchte

seine Taschen und fand in einer ein kleines Feuer-

Das Kriegerdenkmal zu Grünberg wurde aus Anlaß des Hinscheidens des Herrn Reichs­präsidenten und zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges wie unser Bild zeigt prach ig geschmückt. Die Ausschmückung geschah durch die NS.-Kriegsopfer-Versorgung Ortsgruppe Grünberg.

Schieben wir also nicht nur am Samstag­nachmittag, wenn es schnell gehen muß, von Zeit zu Zeit, am besten mehrmals am Tage, das Haltesignal ein. Dor einer wichtigen Entscheidung, vor einer schweren Arbeit sagen wir leise: Halt! Nur einige Minuten brauchen wir. Dann sind un­sere Gedanken gesammelt, unsere Kraft ist zusam­mengefaßt und wird auf einen Punkt gerichtet. Rein äußerlich kannst du es auch so machen, daß du die Hand einige Augenblicke an die Stirn legst

Zum zweiten Male im Dritten Reich wird das deutsche Volk aufgefordert, fein Ja-Wort zu geben zu einem Entschluß und Tun des Führers.

Deutsches Volkstum und evangelisches Christentum sind seit den Tagen der Reformation besonders eng verbunden. Diese geschichtliche Tatsache gibt mir allein schon das Recht, die evangelischen Gemeinden meiner Landeskirche zu einem geschlossenen freudigen Ja" am nächsten Sonntag aufzurusen.

Unter Gottes gnädiger Vorsehung ist Adolf Hit­ler uns zum Führer geschenkt. Staatsmännischer Weitblick und nie versagende Treue und Liebe zum deutschen Volk sind in diesem Leben zu einer unlös­baren Einheit verbunden und erprobt.

Noch ist die Trauer über den Heimgang des Generalfeldmarschalls in unseren Herzen nicht ver­klungen. Sie wandle sich bei uns am Sonntag zur dankbaren Tat als erste Erfüllung des Testaments des Verewigten.

Ein Reich ein Volk ein Führer ein Ja! Der Landesbischof

i. V. gez. Walther, Oberlandeskirchenrat.

zeug.

Es gibt drei Sorten Feuerzeuge, solche, die zün­den, und solche, die es nicht tun. Diese beiden sind langweilig und nicht der Rede wert. Aber die da­zwischen, das sind die richtigen. Sie sind Wesen mit Launen, Stimmungen und plötzlichen Späßen; sie tun, was ihnen paßt und tun es nach allerlei ewigen und unveränderlichen Gesetzen, die sich von keiner Wissenschaft ertappen lassen. Man muh si§ liebhaben, um ihre Zuneigung zu gewinnen, muß ihren Gewohnheiten nachspüren und sie manchmal streicheln, gut zu ihnen sein und ihnen vielleicht sogar einen Namen geben. Peder seins hieß Pötäterle, ein Name, dessen Herkunft au's einer fremden Sprache zu erklären ist, in der peut-etre soviel wie vielleicht heißt.

Peder ließ sein Pötäterle Funken erzeugen, da aber kein Feuer hervorkam, meinte er, es müsse am Docht liegen. Er beschloß, den Docht aus dem Inneren des Apparates um ein geringes heraus­zuziehen, wozu er eine Nadel oder sonstige spitze Gegenstände benötigte.

Versteht sich, daß keine Nadel vorhanden war. Es gab zwar einen Kamm, aber der schien Peder recht ungeeignet. Vielleicht, dachte Peder, hat es vorhin nicht gezündet, weil ein Wind wehte. So

alles nichts.

Plötzlich strahlte Peder auf. Das war der Weg! Er wollte einen Fetzen Watte auf den Docht legen, damit der die Funken fing und sich daran ent­zündete. Peder zupfte aus dem Inneren einen Fetzen Watte hervor, den er mit Sorgfalt um den Docht wickelte, drehte das Pötäterle um und blies zu dem Schraubloch hinein. In Tropfen drang das Benzin durch den Docht; Peder merkte es aber nicht eher, bis sein schöner Schweinslederhandschuh, einziges Anzeichen einer ersehnten, nicht allzu be- chränkten Lebensführung, gänzlich durchtränkt war. Nun zünden, das war trotz allem Peders einziger Gedanke, aber der Zündstein war auch feucht ge­worden und konnte deshalb seiner Pflicht nicht nachkommen. Das Ganze sah sehr nach Niederlage aus.

Da sah er einen weißbärtigen alten Herrn die Straße entlangkommen. Peder beschloß, da er den alten Herrn eine Zigarre durch den Bart rauchen ah, schnurstracks um ein wenig Feuer anzuhalten. Verzeihen Sie bitte", sagte er,darf ich vielleicht um etwas Feuer bitten?"

Vierer einzuwechseln

Hier begann Peder, sich em wenig schämen, daß er dem Apparat so blindwütig em Feuer für die Zigarette entlocken wollte. Er war d' $ '

seine Tätigkeit aufzugeben, aber es war schon zu jpät Es handelte sich ja nicht mehr um em Rauch- Gelüst oder einen sonstigen Wunsch, s°n ern um sportliche Ehrensache, um Sieg oder Niederlage um einen Zweikampf zwischen Mensch und wlder- spenftiaer Ma chine. So erhob Peder sein Haupt und betrat einen Blumenladen, um fernen Vierer zu wechseln. In der Ladenkasse befand sich nur ein einsiaes Pfennigstück, aber wenn der Herr mit eSn Schneeglöckchen für die anderen Pfennige zufrieden wäre -? P°d°r steckte d,e Blumen ms Kn°pst°ch "erließ mck

unter den Fenster und öffnete die Verfchraubung 7tie Matte im Apparat war noch feucht genug. Also toges d7ch andern verteufelten Docht!

Swane erblickte Peder und feine Ansteckblumen.

7ah daß er sich nicht langweilte. Sie verfolgte stine Handlungen und verstand sie nicht. Sie hatte zu gerne gewußt, was Peder trieb.

meder betrachtete abermals feinen Kamm. Hier imb da fehlten Zinken. Auf eine mehr oder weni­ger kam es nicht mehr an. Er brach eine heraus.

?" fragte der alte Herr und legte die Finger­pitzen ans Ohr,wie beliebt??" Peder steckte die Zigarette in den Mund und zeigte, daß da kein Feuer war.Viel zu jung", sagte der alte Herr,für solche Giftstengel. Verstanden?"Ich habe selbst ein Feuerzeug", sagte Peder. Was sollte er sonst auch sagen?Benzin ist genua dann. Das können Sie sehen." Pustete abermals hindurch, daß die Tropfen zu Boden fielen, im Eifer der Vor­führung natürlich auch wieder auf den wertvollen Handschuh.Aber es brennt nicht", sagte Peder und zündete. Nein, es brannte nicht.Das kommt nämlich vom Dockt!" Der Herr knurrte ein wenig und begann mit langsamen, ungelenken Händen in allerlei Taschen zu suchen, bis er seinerseits ein Feuerzeug ans Licht gebracht hatte. Es war ein Altertumswert von einem Feuerzeug mit viel Kunst darauf, aber zum Teufel, es brannte fofort Peder steckte feine Zigarette an und bedankte sich fchon. Aus reinem Hohn und zum Vergleich drehte er noch einmal an dem Pötäterle. Schwapp, gab es eine Stichflamme bis in den weißen Bart des

alten Herrn, nicht nur Wattebausch und Docht, nein, das ganze Instrument stand in Flammen, nicht nur der Apparat, der ganze Handschuh, das schweinslederne Jnbild von Glanz und Wohlleben, es stand in Flammen. Peder feuerte das Pötäterle aufs Pflaster und begann die Hände aufeinander zu schlagen, sie wie in Verzweiflung zu ringen und heftig zu schlenkern. Als das Feuer derart gelöscht war, wagte er nicht, den Handschuh zu be­sehen, denn nach allem konnte er nicht anders aussehen als eine gebratene Schweinsschwarte. Aber sieh da, er hatte eine schöne gelbe Farbe angenom­men, stellenweise rötlich versengt; es war ein hüb­sches Rot. Der alte Herr schüttelte nachdenklich den Kopf und spazierte weiter.

Als Swane schreckensblaß herbeigestürzt kam, sand sie Peder in vergnüglicher Ruhe vor. Als sie Den Hergang der Geschichte mit allen Erklärungen vernommen hatte, wurde sie nachdenklich gestimmt. Was hatte sie da für einen Dickkopf neben sich! Was würde er später für ein Tyrann werden, wenn er jetzt schon, um eine Zigarette anzuzünden. Feuersbrünste veranstaltete und alten Herren die Bärte versengte. Je, je, vielleicht sollte man einen solchen jungen Herrn doch nicht so lieb haben.

Peder hatte keine Ahnung, wie schlecht es um ihn bestellt war. Er spazierte dahin und war voller Späße und Vergnügungen. Als Swane nun plötz­lich von Herzen zu lachen begann, lachte er fröh­lich mit.Nein", sagte Swane,was bist du doch für ein dummer Kerl. Man muß dich in deiner Dummheit geradezu lieb haben, man muß. Hättest du dir nicht für vier Pfennig eine ganze Schachtel Streichhölzer kaufen können?"Nein", sagte Peder verletzt,das ist dumm von d i r. Das wäre dann nämlich kein Sport und kein Sieg gewesen." Sieh doch, mußte er denken, wie wenig sie dich versteht. Swane lachte vor sich hin und hatte keine Ahnung, wie schlecht es um sie bestellt war.

Peder nahm das Pötäterle in die Hand. Nun werde ich einmal zünden, sagte er zu ihm, und wenn es eine Flamme gibt, habe ich das Mädchen doch noch lieb. Und wenn nicht Zscht! gab es ein rot und bläuliches Feuerchen. Och du olles Pötäterle, sagte Peder und berührte im Gehen i Swanes Hand.

tags stunde abzugeben!

Die Irühwahl muh das Bekenntnis zu Adolf Hiller noch besonders wuchtig gestatten!

Dem Ausland muh schon durch stärkste

Whtt Ait/fi norttrtÄ? I Oder aber, du hättest am Freitag, da gibt es doch

OU OUa) nervov . auch einmal eine ruhige Stunde, einiges vorbereiten

Ach ja, das sind doch wohl die meisten Menschen, müssen. Aber dazu ist es nun zu spät. _ denkst du. Denn in der heutigen Zeit muß man ja, nervös werden. Bei den Kindern sagt man, sie seien zappelig, bei den Erwachsenen gebraucht man das schone Wortnervös". Wenn man aber genau zu­sieht, dann sind gar viele dieser angeblichNer­vösen" kerngesund. Man will nur einen bequemen Grund haben, um irgendein Versehen, eine Ver­geßlichkeit oder sonst etwas zu beschönigen. Alle wirklich Nervenkranken gehören in die Behandlung des Arztes. Von ihnen ist hier nicht die Rede.

Wir schauen uns nur einmal in unserem Bekann­tenkreis um und Horen zu, wenn die Klagen kom­men. Sind es nicht die Nerven, über die am mei­sten geklagt wird? Meine Nerven! Meine Nerven! jammert der Vater, wenn die Kinder im Zimmer umhertollen. Meine Nerven! seufzt die Mutter, wenn sie nach anstrengender Arbeit etwas ruhen will. Und so geht es weiter, Tag für Tag. Es ist dann kein Wunder, wenn die Kinder gerade solche Aus­drücke gebrauchen und schließlich auch zappelig

Iirben. M .

In den meisten Fällen sind die angeblich Nervo- i nur willensschwach. Sie haben sich nicht in der icht. Dieses harte Wort kommt von ziehen. Wir »rben nicht nur von unseren Eltern unb Lehrern zogen, fonbern bie wichtigste Erziehung müssen ir an uns selber vornehmen. Wir bürfen nicht bei )er Kleinigkeitaus bem Häuschen fahren". Wir üssen lernen, Gewalt über uns selbst auszuüben, ann erst können wir auch unsere Kinber erziehen: Es gibt ein kleines Wörtchen, bas uns sehr viel llfen kann. Es heißt: Halt! Wir sehen es überall i, wo bie Eisenbahnschranke uns bas Weiterfahren ehrt, wenn gerabe ein Zug vorüberkommt. Wol- n wir nicht manchmal an ein solches Wort benten? Da eilst bu am Samstagnachmittag mübe unb -schlagen nach Hause. Du mußt bas Essen schnell munterwürgen, mußt bich umziehen, weil bu einem :reunbe versprochen hast, mit bem Drei-Uhrzug inaus ins Freie zu fahren. Unb jetzt ist es gerabe roei Uhr. Du legst bie Uhr auf ben Waschtisch, holst ie Rasierseife unb bas Messer. Du finbeft es nicht leid), bu fängst an zu fluchen. Enblich ist es so leit. Schnell, schnell! Der erste Schnitt! Wo ist bie lutstillenbe Watte? Wieber einmal verlegt! Du Haust nach ber Uhr. Wie eilig ber Zeiger vorrückt! mdlich fertig rasiert. Das frische Hernb heraus! )a fehlen boch zwei Knöpfe. Also ein anberes. Iber bas paßt ja nicht zum Anzug! Also Zwirn tnb Nabel herbei! Der Faden will nicht ins Nad el - >hr. Du fluchst fchon deutlicher auf alle Nachlässigk­eiten der Welt, im besonderen auf die deiner Wirt- chafterin. Nun die Strümpfe. Auch hier mußt du ange suchen. Die Uhr tickt und tickt! Bald ist die Zeit verstrichen. Der Kragen paßt nicht. Der Kop )es Knöpfchens bricht ab. Wo sind die anderen? 3mmer wilder wirst du. Dein Fluchen ist schon iid)t mehr gut anzuhören ... noch ein Taschen­buch ... Die Schublade geht nicht auf. Irgend etwas hat sich eingeklemmt. Du willst sie mit Gewalt herausreißen, denn es ist höchste Zeit ... Ein fürch­terlicher Schlag erfolgt. Der Schrank ist auf dich gestürzt ... Das ist ein Grenzfall!

Für diesen Samstag ist es vorbei mit dem Wochenende. Körperlich und seelisch zerschlagen legst bu bich auf bas Sofa, schimpfst etwas leiser zwar, aber immerhin noch genügenb laut! ruhig weiter unb schläfst ein. Dein Freund, ober beine