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dem Seewege nach Hobeibah geschafft worden sind, anzugreifen.

Nach einem Funkspruch aus Kairo sollen neue Bemühungen um einen Waffen still- ft a n d irrt Gange sein. Der Imam von Jemen habe eine Vertreter im Reiche Ibn Sauds angewiesen, Waffen st ill st andsverhandlungen zu eröffnen.

Der Gläubiger USA.

Roosevelt wird mit den Schuldnerländern einzeln verhandeln.

Washington, 11. Mai (DNB.) Präsident Roosevelt hat nicht die Absicht, eine a l l a e - meine Konferenz mit den europäischen Schuldner st aaten über die Kriegsschulden einzuberufen. Das Weiße Haus wiederholte seine Bereitwilligkeit, mit jedem Schuldner st aat einzeln über die am 15. Juni fälligen Kriegs­schuldenraten zu verhandeln. Der Kongreß macht in der Schuldenfrage nach wie vor Schwie­rigkeiten, und Roosevelt muß hierauf Rücksicht nehmen, da er die Mitarbeit des Kongresses für wichtige inländische Reformpläne benötigt. Der Präsident wird daher den Kongreß nicht um Er­mächtigung zum Abschluß neuer Abkommen mit verringerten Schuldsummen ersuchen. Ob Roose­velt von einzelnen Schuldnern den vollen Betrag verlangen oder ihnen einen gewissen Nachlaß ge­währen wird, hängt von der Art der Gründe ab, die der betreffende Schuldner vorbringen kann. Formale Anerkennungsbeträge wer­den jedoch nicht mehr als befriedigende Ab­tragung der Schuldraten betrachtet. Es verlautet, daß Unterstaatssekretär Philipps dem englischen Botschafter, der dem Staatsdepartement einen Be­such abstattete, mitteilte, man würde Großbritan­nien als in Verzug betrachten, wenn es am 15. Juni lediglich einen Anerkennungs­betrag zahlen würde.

Daily Mail" meldet, daß die englische Re- aierung voraussichtlich am 15. Juni überhaupt keine Zahlung leisten, sondern den v o l l - ständigen Verzug erklären werde, falls Ame­rika keine neuen Verhandlungen für eine end- aültige Regelung anbieten werde. Der englische Außenminister Simon wandte sich in einer Rede in Manchester gegen die amerikanische Kritik, die einen ungünstigen Vergleich zwischen Englands bis­herigem Haushaltsüberschuß und der eng­lischen Stellung in der Schuldenfrage zog. Es han­dele sich bei diesen großen Zahlungen gar nicht darum, ob irgendein Land einen Haushaltsüber­schuß habe oder nicht. Der springende Punkt sei vielmehr der große Schaden, dem der Welthandel und die Welterholung durch die Uebertragung großer Geldsummen erleide.

Am 10. September Vollversammlung des Völkerbundes.

Genf, 11. Mai. (DNB.) Der amtierende Prä­sident des Völkerbundsrates, der polnische Außen­minister Beck, hat die 15. Vollversammlung des Völkerbundes auf den 10. September nach Genf einberufen. Als einzigen wichtigen Punkt der Ta­gesordnung gibt die Informationsabteilung des Völkerbundes den polnischen Antrag be­kannt, der darauf hinzielt, die Verpflichtungen über den Schutz der Minderheiten entweder verallgemeinern oder aber und das ift das eigentliche Ziel, auch Polen von dieser Verpflichtung zu befreien.

Stabschef Röhm verbietet der SA. Teilnahme an kirchenpolitischen Kund­gebungen.

Berlin, 11. Mai. (DNB.) Das Presseamt der Obersten SA.-Führung teilt mit: Um die Versuche gewisser Elemente, Angehörige der SA. in k i r ch e n p o l i ti s ch e Streitigkeiten hin­einzuziehen und dadurch dem Ansehen und der Geschlossenheit der SA. zu schaden, ein für allemal unmöglich zu machen, hat Stabschef Röhm einen Erlaß an die SA. herausgegeben, in dem ange- ordnet wird, daß jegliche Teilnahme von SA.-Angehörigen an kirchenpolitischen Demonstra­tionen verboten ist. Gleichzeitig wird jede Art von Amtshinderungen oder Maß­nahmen gegenüber den Pfarrern beider Konfessionen untersagt.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsminister des Innern Dr. Frick wird am Muttertag im Rundfunk sprechen. Die Rede wird am Sonntag, den 13. Mai, von 19,10 Uhr bis 19,30 Uhr vom Deutschlandsender aus über alle deutschen Sender übertragen.

Reichsinnenminister Dr. Frick hat den Ministe­rialdirektor im preußischen Ministerurn des Innern und General der preußischen Landespolizei D a - l u e g e mit der Leitung der im Reichsministerium des Innern neu zu errichtenden Polizeiabtei­lung beauftragt.

Meldungen in der Auslandspresse über einen an­geblichen Vertrag zwischen der Regierung der Pro­vinz Yünnan in China und den I u n k e r s - Flug­zeugwerken über den Bau einer Flugzeug­fabrik, der Anlage eines Flugplatzes und der Ein- richtuna einer Fliegerschule sind völlig unzutreffend und frei erfunden.

In München traten die Reichsleitung des Na­tionalsozialistischen Lehrerbundes, sowie die Gauamtsobleute und Kassenwarte der 34 Gaue zu einer Arbeitstagung zusammen. Die Reichstagung des Nationalsozialistischen Leh­rerbundes wird vom 3. bis 5. August in Frank­furt a. M. stattfinden. *

Die unter dem Kommando von Kapitän Acland stehende englische M i n e n s u ch h a l b f l o - tille lief am Freitag nach Passieren des Nord­ostseekanals in die Holtenauer Schleuse ein. An Bord befand sich Oberleutnant John, als Be­grüßungsoffizier der Reichsmarine. Die englischen Schiffe werden Horsens in Dänemark als nächsten Hafen.anlaufen.

Das Präsidium des Vollzugsausschusses der Sowjetunion hat beschlossen, das Kollegium des Außenkommissariats der Sowjetunion aufzulösen. K r e st i n s k i und S t o m o n j a - kow werden zu Stellvertretern des Außenkom­missars der Sowjetunion ernannt. Sokolnikow und K a r a ch a n wurden ihrer Aemter enthoben. $ie werden auf anderen Gebieten des Staats­dienstes verwendet.

Paris und London rechnen mit dem Scheitern der Abrüstungskonferenz.

England wird auf der Parität der Luftwaffe bestehen.

London, 11. Mai. (DNB.) Baldwin er­klärte auf einer Kundgebung in der Albert Hall für den Fall des Nichtzustandekom- m e n s einer Abrüstungsvereinbarung werde sich England bezüglich der Luftwaffe mit nicht weniger begnügen, als mit der Eben­bürtigkeit gegenüber der größten Macht inner­halb Kampfweite von der britischen Küste. In der Abrüstungsfrage müsse die eigene natio­nale Sicherheit vor Augen gehalten werden. Die einzelnen Vorschläge, die heute das Feld be­haupteten, seien die britischen Vorschläge für die Beschränkung der Rüstungen. Baldwin bat um Vertrauen zur Regierung, die ebenso um die Sicherheit Englands wie um den Frieden der Welt besorgt sei.

Die Presse widmet der Erklärung Baldwins starke Beachtung.Daily Telegraph" schreibt mit einem deutlichen Wink an Frankreich: An der Stelle, an der die Meinungsverschiedenheiten am größten und zähesten seien, sehe man kein An­zeichen eines Fortschritts. Nicht einmal von einer Rüstungsbegrenzung, geschweige denn von Rü­stungsherabsetzung als Gegenleistung für neue Sicherheitsgarantien kann jetzt mehr gesprochen werden. Es habe jetzt den Anschein, als ob die festgelegte Politik der französischen Regierung da­hin gehe, zwar nichts zu verlangen, aber auch nichts zu gewähren und ihren eigenen Weg zu verfolgen. Nach der Antwort Barthous an Henderson zu schließen, sei dies auch die franzö­sische Stellungnahme in der Luftfrage. In einem Jahr außerordentlicher finanzieller Schwie­rigkeiten habe Frankreich 80 Millionen Franken für neue Flugplätze und de­ren Aufrüstung und 40 Millionen Franken für neues Material und die Dezentralisierung der französischen Flugzeugindu- strie bereit gestellt. England werde sicherlich eine letzte Bemühung machen, eine Luftkonven - ti o n zu erzielen. Aoer Baldwins Warnung sei vollkommen klar. England müsse jetzt seinen Blick in die Luft richten, wie es ihn früher auf die Meere gerichtet habe.

Krankreich streckt die Kühler nach Moskau aus.

London, 12. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Unter der ÜberschriftFrankreich wird sein Heer ver­doppeln" meldetDaily Herald" in großer Auf­machung, daß die von General W e y g a n d und dem französischen Generalstab geforderte Dienst­zeiterhöhung von einem a u f zwei Jahre mit größter Wahrscheinlichkeit in aller Kürze von der französischen Regierung bewilligt werden wird. Dies bedeute nichts anderes als eine Verdoppelung des stehenden Heeres Frankreichs, da man in Paris überzeugt fei, daß ein Zusammenbruch der Abrüstungskonferenz

unvermeidlich sei. Das französische Kabinett bemühe sich energisch um die e n g ft e Zusammenar­beit mit Rußland, da Frankreich seine Hoff­nungen auf ein Bündnis mit England vorläufig aufgegeben habe. Barthou sei von seiner Ost­europareise mit der Ueberzeugung zurückgekehrt, daß die von Herriot angestrebte russisch-fran­zösische Zusammenarbeit die richtige Politik sei.Alle Gespräche im französischen Außenministerium drehen sich daher zur Zeit", so meldet die Zeitung,um die russische Botschaft in Paris, wo in den letzten Tagen dauernd führende französische Politiker, Zeitungsredakteure und füh­rende Persönlichkeiten des französischen Handels ein- und ausgehen. Alles ist erörtert worden, die wirt­schaftliche, die diplomatische und die militärische Zu­sammenarbeit. Jedes Gespräch hat sich als befrie­digend für beide Seiten erwiesen." Was die m i l i- t arische Seite betreffe, so hätten französische Sachverständige, die neulich in Rußland waren, sehr günstige Berichte über die Stärke, Disziplin und Ausrüstung der Roten Armee und der russischen Luftflotte vorgelegt.

Versteislmg"des Locarnopakts? Ein neuer Rettungsversuch Edens in Paris.

London, 12. Mai (DNB.-Funkspruch). Der Lordsiegelbewahrer E de n reift am heutigen Sams­tag nach Paris ab, nachdem er von dem inzwi­schen nach London zurückgekehrten Präsidenten der Abrüstungskonferenz, Henderson, einen Bericht über die Besprechungen mit Barthou entaegen- genommen hat. Henderson wird heute auch Außen­minister Simon über den Verlauf seiner Pariser Besprechungen berichten.

Pertinax" meldet demDaily Telegraph", Henderson habe in seiner Unterredung mit dem französischen Außenminister angedeutet, daß England zwar nicht an neue Verpflichtungen auf dem Festlande denke, möglicherweise aber eine neueAuslegung" der Locarno-Ver­pflichtungen geben könne. Auf die Frage Hendersons, ob Frankreich in einem solchen Falle als Gegenleistung einer Herabsetzung seiner Rüstungen zustimmen würde, habe Barthou sich seine Antwort vorbehalten. In französischen Kreisen glaube man, eine Revision des Artikels 3 des Rhemlandpaktes, der dahin geht, daß England und Italien nicht mehr die Freiheit hätten, den Dölkerbundsrat anzurufen und eine einstimmige Empfehlung abzuwarten, anstatt mit allen ihren Kräften dem angegriffenen Staate zu Hilfe zu eilen, würde möglicherweise die französische Regierung zur Annahme einer Konvention für die Rüstungsbegrenzung bewegen. Es sei jedoch noch zu früh, um feststellen zu können, ob diese An­regung irgend ein greifbares Ergebnis zeitigen werde. NachNews Chronicle" wird sich Eoen wahrscheinlich längere Zeit mit Barthou über eine V e r st e i f u n g " des Locarno-Vertrages unterhalten. Frankreich sei immer noch mehr an Bündnissen und an einem Uebergewicht über Deutschland interessiert, als an der kollektiven Sicherheit und der Gleichberechtigung.

Aus aller Well.

Hilfe für Buggingen.

Reichspräsident von Hindenburg hat für die Hinterbliebenen der bei dem Bugginger Bergwerksunglück ums Leben gekommenen Bergleute aus seinem Dispositionsfond eine Spende von 10 000 Mark gestiftet. Der Kyffhäuserbund hat - 2000 Mark als erste Hilfe für die vom Grubenunglück von Buggingen betroffenen Kameraden überwiesen. Der Stell­vertreter des Führers des Reichsbundes der Deutschen Beamten hat zur Linderung der Not 30 000 Mark für die Hinterbliebenen überwie­sen. Reichs st atthalter Gauleiter Sprenger hat an den Reichsstatthalter Wagner folgendes Telegramm gesandt:lieber das Gruben­unglück in Buggingen bin ich tief erschüttert. Ich spreche Ihnen meine herzlichste Anteilnahme aus und bitte diese auch den Hinterbliebenen zu über­mitteln." König Viktor Emanuel von Italien hat den Herrn Reichspräsidenten seines herzlichen Mitempfindens mit den Hinterbliebenen versichert.

Krösuffe in Livree.

Als vor einiger Zeit der Portier eines bekannten Londoner Hotels starb, wurde erzählt, daß er ein beträchtliches Vermögen hinterlasse. Wie man jetzt erfährt, beträgt der Nachlaß des Portiers, der sehr populär war, in der Tat die ansehnliche Summe von einer halben Million RM. In Paris stand ebenfalls der Portier eines Luxushotels im Ruf, ein Krösus zu sein. Er besitzt mehrere Miet- Häuser auf dem teuren Pflaster in der Nähe der Place Vendome, ein Auto und eine Villa. Der Portier eines Hotels in Venedig erklärt selbst, weit über 15 000 RM. jährlich allein an Provisionsge­schäften zu verdienen. Viele Fremde kaufen nämlich durch feine Vermittlung Bilder und Antiquitäten. Eins der ersten Hotels in Barcelona gehört einem Franzosen, der seine Laufbahn als Kellner in einem Cafe begann, und dann lange Portier in einem Marseiller Hotel war. Heute ist er vielfacher Haus­besitzer in seiner Vaterstadt Marseille. In Nizza hat ein Hotelportier sein Vermögen mit seiner Men­schenkenntnis gemacht. Dieser Portier pflegte Spie­lern aus der Not zu helfen, indem er ihnen Geld zu einem Revanchespiel lieh und dabei jedesmal sein Geld mit großem Nutzen zurückbekam. In Berlin war vor dem Kriege der Portier eines Hotels Unter den Linden ein Großverdiener; seine, Einnahmen beliefen sich auf 20 000 RM. im Jahre. Zwei Se­kretäre verwalteten fein Vermögen, das er in der Krise des Juli 1931 verloren haben soll.

Verheerende Sandstürme in Nordamerika.

Ein Sandsturm, wie er seit 20 Jahren nicht mehr zu verzeichnen war, wütet über den Staaten Minnesota und Dakota, über dem Gebiet des Mis­sissippi, in Washington und an der Atlantikküste bis zur kanadischen Grenze. Nachdem starke Nordwest­winde den Sandboden in Minnesota und Dakota, wo eine Rekorddürre herrscht, aufgewirbelt hatten, wurden Chikago und Newyork in ein gelb­liches Halbdunkel getaucht. Flugzeuge melden Sand­wolken in einer Höhe von 5000 Meter. In Chikago schlugen sich schätzungsweise 10 000 Tonnen Sand nieder. Die Wetterbüros lagen ein weiteres Anhal­ten der Dürre voraus.

Das Gewicht der Sandwolke, die zeitweilig vom Staate Montana bis nach Newyork reichte, wird von Sachverständigen auf 300 Millionen Tonnen geschätzt. Die Krankenhäuser in Newyork sind stark beansprucht, da zahlreiche Personen, denen der Sand in die Augen geflogen war, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten.

Michel henriot der Mörder seiner Frau.

Der Grundbesitzer Michel Henriot, der Sohn des Staatsanwaltes von ßaurient und Neffe des aus dem Stavifky-Skandal bekannten Abgeordne­ten Henriot hat eingestanden, feine Frau getötet zu haben, um in den Besitz der hohen Versicherungssumme zu ge­langen. Seine Aussage, er habe seine kaum 19 Jahre alte Frau in seinem einsam gelegenen Hause er­schossen aufgefunden, als er von der Jagd heim- gekehrt sei, klang so wenig überzeugend, daß der Untersuchungsrichter ihn am Freitag noch einmal eingehend vernahm. Das Geständnis hat großes Aufsehen erregt.

Amerikanischer Oelmagnat von Banditen entführt.

Eine der verwegensten Entführungen wurde in Los Angeles von zwei maskierten bewaffneten Männern mit Revolvern ausgeführt. Sie ver­schleppten den Millionär und Oelindustriellen William F. Gettle, während er auf seinem neu erworbenen Landsitz eine Gesellschaft gab. 10 Gäste hielten sich im Wohnhaus auf. Als Gettle und ein Freund nach einem Schwimmbad die benachbarte Laube betraten, um sich wieder anzuziehen, fpran­gen die beiden Maskierten hinzu, knebelten beide, banden den Freund an einen Baum fest, während sie Gettle in ein Automobil hineinzogen und davon­rasten. Wie ergänzend gemeldet wird, haben die Entführer jetzt Gettles Rechtsanwalt R a n c o n an­gerufen und von ihm die Ueberweisung von 75 000 Dollar L ö f e g e l d verlangt. Während der Rechts­anwalt noch über diese Forderung verhandelte, wurden von der Mutter Gettles telephonisch, an- scheinend von anderen, 40 000 Dollar Lösegeld für ihren Sohn verlangt.

Trebitsch-Lincoln aus England abgeschoben.

Der Abenteurer Trebitsch-Lincoln, einst- mals englischer Unterhausabgeordneter, der jetzt als buddistischer Priester die Welt bereift, wurde, wie aus London gemeldet wird, am Freitag von der englischen Behörde wieder abgeschoben. Unter polizeilicher Begleitung wurde er zum Dampfer Duchess of York" gebracht. Lincoln war, wie bereits gemeldet, erst vor einigen Tagen an Bord desselben Dampfers aus Kanada in England ein­getroffen. Neun feinerSchüler" begleiten ihn nun- nach dem Fernen Osten.

Scheuende Pferde am schrankenlosen Bahnübergang. Eine Tote, zwei Schwerverletzte.

Kurz bevor ein Güterzug einen unbeschrankten Gleisübergang zwischen Piltsch und Leimerwitz (O. S.) passieren wollte, scheuten die jungen Pferde eines zur Feldarbeit fahrenden Bauern. Während es den durchgehenden Pferden noch gelang, an der Lokomotive Dorbeuutommen, traf der An­prall den Ackerwagen, auf dem sich der Landwirt, feine Mutter und seine elfjährige Tochter befanden. Die Mutter wurde bei dem Zusammenprall ge­

tötet der Landwirt und seine Tochter schweb verletzt.

Der russische EisbrecherMalygin" gestrandet.

Bei Archangelsk ist der Eisbrecher ,.M alygin", der an der Rettungsaktion des Luftschiffes ,Ltalia" (Nobile) teilgenommen hat, gestrandet. Vier Dampfer versuchten, ihn flottzumachen. Bis jetzt sind alle Versuche ergebnislos geblieben.

Riesige Feuersbrunst in einem finnischen Ort

Ein gewaltiges Schadenfeuer äscherte, be­günstigt durch Trockenheit und starke Winde, den Ort Kannus in Oesterbotten (Finnland) fast völlig ein. 50 Gebäude wurden ein Raub der Flam­men, darunter das Pfarrhaus, das Stadthotel und die Schule.

Der Grohbetrüger Insult auf freien Fuß gesetzt.

Dei> Großbetrüger Samuel Insult ist nach Stellung einer Bürgschaft von 200 000 Dollars durch eine Versicherungsgesellschaft auf reien Fuß gesetzt worden. Er begab sich auf Anraten seines Sohnes zur Erholung ins Krankenhaus.

Schauspieler in Höfen.

Kürzlich mußte das Publikum eines Budapester Theaters ungebührlich lange auf den Beginn des letzten Aktes warten. Bisher hatte man sich herrlich unterhalten. Man gab ein Kriminalstück, das außergewöhnlich spannend war. In der großen Pause waren Wetten abgeschlossen worden, ob der Verbrecher sich doch wieder den Händen der Polizei entziehen würde, nachdem ihm auf offener Bühne die Handfesseln angelegt worden waren. Es bildeten sich zwei Parteiendafür" unddagegen", der Dich­ter des Stückes, der unerkannt unter den Zuschauern weilte und bescheiden etwas von dem kommenden Schluß der Aufführung verlauten ließ, wurde glatt überstimmt, und schließlich mußte man zwei Her­ren mit Gewalt auseinanderreißen, nachdem sie sich gegenseitig mit den Fäusten ihre Chemisettes zer­trümmert hatten. Und bann, vor dem letzten Akt, kam die unerwartete Verzögerung. Was war hin­ter den Kulissen geschehen? Weder war die Haupt­darstellerin in Ohnmacht gefallen, noch war ein notwendiges Requisit oerlorengegangen. Etwas viel Lächerlicheres, aber gleich Peinliches hatte sich ereignet. Der Darsteller, der den Verbrecher spielte, hatte kurz vor seinem letzten Auftritt, den er ohne Fesseln spielen mußte, bemerkt, daß er die Hand­schellen nicht mehr ab st reifen konnte. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich zusammen mit seinem Partner, demDetektiv", in einem Auto zum Polizeipräsidium zu begeben. Dort fand man sogleich einen Sachverständigen, der die Fesseln mit einem einzigen Griff auseinanberbog. Nach einer rafenben Rückfahrt konnte bann ber Vorhang enb» lich hochgehen, unb ber Schauspieler erschien strah- lenb, wenn auch etwas erhitzt, auf ber Bühne. Unb weil er fein Glück über bie Befreiung so glänzend unb so natürlich zum Ausbruck bringen konnte, ver­gaß bas Publikum bie Störung, unb ber Beifall wollte nicht enben.

kleine Ursache große Wirkung.

Man kennt das Beispiel, wie ein Vogel beim Auf­fliegen von einem hohen Schneeberg ein Flöckchen Schnee ins Rollen bringt unb damit eine furcht­bare Lawine verursacht. An diese Geschichte muß man jetzt bei dem Unglück denken, das sich in Paris ereignet hat. Aus einem Restaurant war eine Billardkugel hinüber in die Veranda des Neben- grundstücks geflogen. Es klirrte, und eine kostbare Vase lag in Scherben auf dem Boden. Von dem Krach war eine Katze aufgewacht, die warf vor Schreck einen brennenden Spirituskocher um und setzte damit die Tischdecke in Brand. Als sich das Feuer auf die ganze Veranda ausgedehnt hatte, kam die Besitzerin der Wohnung herzu. Beim An­blick der Flammen wurde sie vom Herzschlag ge­troffen unb fiel tot um. Sie war kurz davor vom Notar gekommen, wo sie sich mit ihm über ihr Testament besprochen hatte. Es fehlte nur noch ihre Unterschrift, da sich die alte Dame noch verschiedenes durch den Kopf gehen lassen wollte. Dieses Zögern kommt jetzt der Enkelin teuer zu stehen, die ohne einen Cent zurückbleibt. Damit hat sich auch ihrs Verlobung aufgelöst, denn ihr Verlobter hatte sich in der Hoffnung auf.die reiche Erbschaft bereits in recht erhebliche Schulden gestürzt. Kleine Ursachen» große Wirkungen ...

Der Leiter der GPU. f

Der Leiter der GPU. der bolschewistischen Ge­heimen Polizei, M e n s ch i n s k i, ist gestorben. Als Todesursache wird Herzschrumpfung angegeben. Die Persönlichkeit Menschinskis, der im 55. Lebens­jahre stand, war stets von Geheimnis um­geben. Sein Name tauchte in ber Oeffentlichkeit nur als Unterschrift unter einem Todesurteil auf. Wer zum Nachfolger Menschinskis ernannt werden wird, ist noch nicht bestimmt.

Dammbruch am Obermain.

Infolge ber im oberen Main- unb Robachlauf niebergegangenen wolkenbruchartigen G e - roitterregen ist ber Main, wie aus Lichtenfels gemelbet wirb, rasch angeschwollen unb hat am Donnerstagfrüh ben schmalen Damm, ber ben Fluß noch von seinem neuen Bett trennt, an ber Sübseits gewaltsam burchbrochen. ©obalb bis Wassermassen sich mieber verlaufen haben, mutz man ben burchbrochenen Damm mieber aufrichten, um bie noch notmenbigen Arbeiten vornehmen zu können.

Der bekannte Münchner Bergsteiger Wilh. Dodrasch tödlich verunglückt.

Der bekannte Bergsteiger Wilhelm D o b r a s ch aus München verunglückte bei einer Ski­abfahrt von ber Parsennhütte löblich. Dobrasch kam zu Fall unb schlug mit bem Kopf auf einen Stein auf. Er zog sich eine so schwere Schäbel- verletzung zu, baß er im Krankenhaus starb« Dobrasch ftanb im Alter von 36 Jahren.

(Eine Million Flugkilonieler zurückgelegt.

Staatsminister Esser hat bem Flugkapitän Adalbert Lieb von ber Deutschen Lufthansa in München zur Zurücklegung bes million­sten Kilometers als Flugzeugführer bie Aner­kennung für feine Leistungen als Verkehrsflieger unb bie herzlichsten Glückwünsche zu biesem Ereignis namens der bayerischen Staatsregierung ausge-, sprachen.

Weisse und gesunde Zähne