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Aufklärung ist Erziehungsarbeit an -er Nation.

Sie inneren Konten in Frankreich rüsten

Oie Radikalsozialisten überprüfen ihr Verhältnis zur Nationalregierung.

Bon unserem v. G.-Berichterstatter.

So versichern wir uns mitten im Aufbauwerk der Gefolgschaft des Volkes, weil wir wissen, dah ohnedem unsere Arbeit nur Stückwerk bliebe. Wir wollen den Kritikern im Lande von Angesicht zu Angesicht entgegentreten, wollen sie zur Rede stellen und sie dem Volke in ihrer ganzen verbrecherischen Haltung zeigen. Wenn der Rationalsozialismus also jetzt wieder zu einem grohen Aufklärungsfeldzug an- feht, so folgt er damit seiner besten und ältesten Tradition. Er leistet damit Erziehungs­arbeit an der Ration. Er trommelt die Wohlmeinenden innerhalb und autzerhalb der Partei zusammen gegen die kleine Schar von Rörglern, die keinen lleberblick über das Ganze zu gewinnen vermögen.

Es steht nicht nur eine Regierung auf der Wacht, sondern eine Millionenbewegung. Wenn der Führer den Arm erhebt, so erhebt damit diese tolze große Bewegung den Arm, und wehe dem, aus den dieser Arm herniedersaust. Wenn die aus­ländische Presse bei der Ankündigung dieses Der» ammlunasfeldzuges erklärte, das Prestige des Nationalsozialismus im Lande sei gesunken, und

die Tat umsetzen.

Wir glauben, daß das Volk reif ist, jeder Ge­fahr ins Auge zu schauen. Die Regierung sagt die Wahrheit, sie handelt nach der Wahrheit. Sie ruft das ganze Volk auf, mit aller Kraft der Regierung zu helfen, um die schwere Gefahr zu überwinden und das Schick­sal zu meistern, das uns für unser Land und unser Volk auferlegt worden ist. Gefahren sind nicht nur auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete zu be­merken, sondern auch auf kulturpoliti­schem Gebiet. Das Volk selbst hat mit seinem Instinkt diese Gefahren selbst gesehen. Wenn bei­spielsweise die Juden glauben, daß der unblutige Verlauf der deutschen Revolution ihnen das Recht gebe, in altgewohnter Frechheit und Arroganz wie­der das deutsche Volk zu reizen und zu provozieren, so sollen sie unsere Geduld nicht allzu sehr auf die Probe stellen.

Wir haben die Juden geschont. Wenn sie aber meinen, sie könnten deshalb wieder auf deutsche Bühnen treten, um dem deutschen Volke Kunst darzubieten, wenn sie meinen, sie könnten wieder in den Redaktionsstuben auftauchen, um deutsche Zeitungen zu schreiben, wenn sie wieder über den Kurfürstendamm ftanieren, als wenn gar nichts geschehen wäre, so mögen ihnen diese Worte als letzte Warnung dienen. (Neuer stürmi­scher Beifall) Sie haben sich in Deutschland so auf­zuführen ' sich das für Gäste gehört. Wenn sie meinen, ihre jüdischen Glaubens- und Rasse- gcnossen in der Welt sie herauspauken könnten, so mögen sie davon überzeugt sein, daß, was die Welt in bezug auf die Iudenfrage uns antun könnte, das hat sie getan, das haben wir in Kauf genommen. Die Iudenfchaft kann davon überzeugt fein, wir lassen sie in Ruhe, wenn sie still und bescheiden sich in ihre vier Wände zurückzieht, wenn sie nicht provoziert, und wenn sie nicht vor das deutsche Volk tritt mit dem Anspruch, für vollwertig und gleichwertig angesehen zu werden. Tut die Juden- schäft das nicht, so muß sie die notwendig ein- tretenden Folgen sich selbst zuschreiben.

Wir haben es nicht nölig, den Rationalsozialis­mus von Menschen ausdeuten zu lassen, die vom Rationalsozialismus keinen hauch verspürt haben. Diesen Leuten gegenüber haben wir eine Milde gezeigt, die vielfach von unseren An­hängern gar nicht mehr verstanden worden ist. Wenn die uns feindliche Reaktion nun ver­sucht. den Kamps gegen den Rationalsozialis- mus auf dem Umweg über die Kir­chen fortzusehen, so werden wir auch das zu verhindern wissen, wenn es eine Gefahr für uns bedeutet. Richt die Kirchen führen diesen Kampf gegen uns, sondern ganz kleine Klüngel. Man kämpft nicht aus religiöfen, sondern aus politischen Motiven.

Sie schimpfen uns Ne-uheiden, uns, die mir ihnen die Möglichkeit gesichert haben, überhaupt noch au den Kanzeln zu stehen! Was hat das Zentrum gegen die Unsittlichkeit getan? Ich habe niemals gelesen, daß Kardinal Faulhaber seinerzeit Protest gegen die Entsittlichung des Volkes im Theater, Kino uiro. eingelegt hätte. 2llle diese streitbaren

Gottesmänner sind aufgefordert, mit mir zusammen einmal zu den Armen vom Wedding und von Neukölln zu gehen. Wir stellen uns dann vor diese Armen und fragen sie, was s i e für christlicher halten: Daß man im ver­gangenen Winter Über Dogmen stritt, oder daß man diesen Armen Brotund Wärme gegeben hat. Diese streitbaren Gottesmänner sollen sich nicht darüber täuschen, wie das deutsche Volk über sie denkt. Das deutsche Volk ist des ewigen Streitens längst müde. Wir werden das in Zukunft nicht mehr zulasten, denn nicht Gottes Wort wird dort verkündet, sondern das Wort des Zentrums, das dem deutschen Volk auf dem Umweg über die Kanzeln vorgeredet werden soll. Was würden die kirchlichen Würdenträger sagen, so fragte Dr. Goebbels unter minutenlangem brausendem Beifall, wenn wir in ihrer Papst­geschichte herumschnüffelten, wo dem Vernehmen nach auch nicht alles so gewesen sein soll, wie es dem christlichen Sittenkodex entspricht. Wir weisen das weit von uns.

Ein Kirchenfürst soll über die Kirche, aber nicht über den Rationalfozialismus reden. Denn die Kirche die tiefe Sehnsucht nach Frieden, die nach der nationalsozialistischen Revolution ein­traf, nur mit Streif zu erwidern verstand, so darf sie sich nicht wundern, wenn diese Sehn­sucht sehr bald wieder auf das Politische über­schlägt. Der Rationatsozialisrnus hat die Gegen­sätze überwunden. Es kann deshalb weder eine katholische, noch eine protestantische Presse geben. Wenn die Ration wieder in ihre ein­zelnen Interessensphären zurückfallen wollte

man müßte deshalb zu diesem Mittel greisen, so kann ich nur sagen: Man soll nicht von sich auf andere schließen. Es wäre zu wünschen, daß alle Regierungen so fest stünden wie die unsere. Man­cher Minister des Auslandes könnte sich beglück­wünschen, wenn er eine so lange Zeit vor sich hätte wie wir. Das deutsche Volk hat für diese Unterstellungen nur ein mitleidiges Lächeln übrig. Wir appellieren an das Volk, weil uns das e i n inneres Bedürfnis, weil es uns Freude ist, und weil wir erneut wieder in unserer Bewegung und im Volke stehen wollen. An dieser Bewegung werden auch alle Sabotageversuche zer­schellen. Sie wird die Regierung der Pflicht ent­heben, gegen die Miesmacher und Saboteure vor- zugehen. Sie wird millionenfach den Schrei er­heben: Nun aber Schluß, jetzt ist es zu Ende mit unserer Geduld! Nicht länger soll man unsere Ge­duld mißbrauchen! Jetzt appelliert die Bewegung an die Nation, und dieser Appell, so schloß Minister Dr. Goebbels unter brausendem Beifall, wird nicht ungehört verhallen! Wenn die Bewegung an die Nation appelliert, so wird die Nation mit i h r sein. Auch draußen noch vor dem Sport­palast bereitete die Menge Dr. Goebbels bei der Abfahrt stürmische Ovationen.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Paris, den 10. Mai-1934.

Der Mai kann eine vorläufige Klärung der inner- politischen Lage in Frankreich bringen. Zunächst wird der augenblicklich stattfindende außerordent­liche Landesparteitag der Radikal so- zialistifchen Partei eine Entscheidung über i)ie künftige Haltung der Radikalfozialisten gegen­über dem Kabinett der nationalen Einigung er­geben. Die Meinungsverschiedenheiten im radikal- ozialistischen Lager haben seit Wochen die Oeffent- lichkeit beschäftigt und es hat nicht an Prophezeiun­gen gefehlt, die einen Zerfall dieser Partei, die eit ihrem Siege bei den letzten Parlamentswahlen im Jahre 1932 die französische Politik entscheidend beeinflußt hat, aussagten. Obwohl zweifelsohne mit einer stürmischen Aussprache auf der Parteitagunq in Clermont-Ferrand zu rechnen ist, dürfte jedoch die Mehrheit der dort zusammenkommenden Ver­trauensleute sich hinter den Parteivor- itzenden Herriot stellen, und damit seine Zu­gehörigkeit zur Regierung Doumergue billigen. Eine Wiederholung des berühmten Falles von An­gers damals veranlaßte der Landesparteitag die radikalsozialiftischen Minister zum Austritt aus dem Kabinett Poincarö ist kaum zu erwarten. Immer­hin werden die Parteiführer ihr ganzes Geschick aufbieten müssen, um die Opposition, die von den sogenannten Jungtürken auf den linken Flügel der Partei in unnachgiebiger Weife vorgetragen wer­den wird, keinen allzu großen Einfluß auf die Tagung gewinnen zu lasten. Wahrscheinlich wird eine dehnbare Entschließung ausgear­beitet werden, die möglichst vielen Wünschen ge­recht wird und nach außen hin die Einheit der radi­kalsozialistischen Partei bekunden kann.

Zunächst scheint noch keine Klarheit über die einzelnen Punkte dieser Entwicklung zu bestehen, aber Herxiot würde sich kaum in seinen letzten Er­klärungen eindeutig für die Zusammenarbeit mit der Regierung der nationalen Einigung ausgespro­chen haben, wenn er nicht wüßte, daß er auf eine Mehrheit rechnen kann. Bisher läßt sich in der Tat aus den Entschließungen der radikalsozialistischen Departementsvereinigungen feststellen, daß die Mehrheit es für verfrüht hält, in der Problem- ftcUuncj rechts ober links Farbe zu bekennen. Diese Unschlüssigkeit, und wenn man will: Schwäche der Radikalsozialisten, bietet eine günstige Grundlage für die schon so oft in kritischen Augenblicken der Parteigeschichte vorgenommene Ueberdrückung latenter Gegensätze.

Einigkeit besteht unter den Radikalsozialisten eigentlich nur über die Forderung nach grundlegen­der Säuberung der Partei von allen Ele­menten, die durch den Staviskyskanbal be­lastet sind, oder sonst als unwürdig oefunden wur­den. Man ist sich klar darüber, daß die Partei im Wahlkampf allzu stark belastet wäre, wenn sie nicht bei Zeiten solche unliebsamen Mitglieder abstoßen sollte. Der zweite Hauptpunkt der Tagung, der der allgemeinen Politik gilt, wird die Meinungsver-

nationalen Front die übrigen Kampf­bünde, die mehr ober weniger ausgesprochen rechtsgerichtet finb, noch nicht beigetreten inb. Der Grunb bürste bei ber Action } r a n g a i f e in dem royalistischen Programm zu uchen sein. Die Action Franxaise, die bisher noch immer über die von den Gegnern am meisten ge- ürchtete beste Organisation verfügt, bleibt immer­hin in loser Fühlung mit der nationalen Front. Der Verband der Feuerkreuzler, der Croix de Feu et Briscard, hat augenscheinlich eine Fest­legung auf das Programm der nationalen Front vermeiden wollen, um in feiner Werbetätigkeit nicht behindert zu werden, während der Führer der Francisten, Bucavd, eine Zusammenarbeit mit jedem Rechtsblock mit der Begründung abgelehnt hat, daß für ihn die Problemstellung rechts oder links nicht gegeben sei, da seine Bewegung sich an das ganze Volk wende.

Die verschiedenen Gruppierungen ber jüngsten Vergangenheit finb nur ein Vorspiel für spätere Auseinanberfetzungen. Aeußerlich ist im Vergleich zu ben auf bie Februarunruhen gefolgten Wochen eine leichte Entspannung eingetreten, aber bie innere Gärung hält weiter an. Nicht nur in Paris, fonbern auch im ßanbe, wofür bie allfonntäglichen Zwischenfälle unb Zusammenstöße einen beutlichen Beweis liefern. Offen bleibt bie Frage, ob Frankreich ben Weg ber Evolution ober ber Revolution gehen wirb; bas hängt bem fran­zösischen Temperament entsprechet vielleicht von Zufällen ab. Ministerpräsibent Doumergue wirb am Dorabenb bes Wieberzusarnrnentritts ber Kammer burch ben Runbfunk bas französische Volk zur Ruhe unb Disziplin mahnen. Wirb er aber neue Wahlen auf lange Zeit hinausfchieben können? Schon jetzt beginnt bie Vorarbeit für bie Ausein­andersetzung mit bem Stimmzettel in schärfster Weise, unb es ist anzunehmen, baß bie Gemüter bis zu bem eigentlichen Wahlkampf sich weiter er­hitzen werben. Argwöhnisch beobachten sich bie einzelnen Gruppen unb versuchen, ben günstigsten Ausgangspunkt für bie Entfcheibung zu gewinnen. Unvorhergesehene Ereignisse können bie aufgespei­cherten Energien unerwartet schnell zur Entlobung bringen, ba aber roeber bie Linke noch bie Rechte völlig gerüstet ist, kann ber Kampf ebenso gut auch hinausgeschoben werben.

Die ersten Angriffe auf Herriot.

Paris, 11. Mai. (DNB.) Die radikalsozialistische Landesparteitagung in Clermont - Ferrand begann ihre dreitägige Tagung unter bem Vorsitz ihres Präsidenten H e r r i o t. Als Herriot ben Platz des Dorsitzenben einnahm, wurden Rufe nach dem Vor­sitzenden der Landesgruppe Seine et Oise, Cude» ne t, laut, ber als ein erklärter Gegner ber Regierung der nationalen Eini­gung gilt. Herriot erklärte:Ich habe nur den einen Wunsch, daß diejenigen bie mich angreifen wollen, es offen und ehrlich tun. Es scheint, daß man von mir Rechenschaft verlangen will. Auch ich habe Rechenschaft zu fordern. Aber wir müssen in Würde, Ruhe und Ordnung arbeiten, wie es einer großen Partei geziemt."

Albert B a y e t, der Leitartikler derRöpubli- que" verlas bann seinen Bericht über bie Reinigung der Partei. Bay et erklärte, daß der Stavisky-Skandal nicht ein ausgesprochener Skandal der Linken sei, denn der Betrüger habe seine dunklen Machenschaften unter dem Rechtskartell begonnen. Der Redner zitierte sodann die Na­men der kompromittierten Abgeord­neten und forderte die Partei auf, zu erklären, ob diese Männer noch länger Mitglieder bleiben dürs­ten. Er griff auch den ehemaligen Justizminister Renault und den Vorsitzenden des Finanzaus­schusses der Kammer M a l v y an und stellte ihre weitere Mitgliedschaft in Frage.

Als ein anderer Vertreter der Partei den Bericht Bayets für unzulänglich erklärte und forderte, daß verschiedene Mitglieder der Partei ex officio aus­geschlossen werden müßten, fühlte sich Herriot persönlich angegriffen und fragte den Redner, ob er ihn meine. Als die Antwort po­sitiv ausfiel, erklärte Herriot, daß er morgen zu feiner Mitwirkung an der augenblicklichen Regie­rung Stellung nehme. Er wolle jedoch sofort eine grundsätzliche Frage klären. Er habe den Minister­präsidenten im Namen der Partei seine Treue ver­sichert. Heute könne die ganze Partei ihn auffordern, sein Ministermandat niederzuleaen, so würde er es nicht tun. Er sei ein freier Mann, und er fühle sich beleidigt, wenn man ihm vorwerfe, daß er nach Ministersesseln jage. Wenn die Partei am Samstag Beschluß gefaßt habe, werde er allein dar­über entscheiden, ob er noch länger an der Spitze der Partei bleiben solle ober nicht.

Eingeborenen-Kundgebungen gegen die französische Protektoratsherrschaft in Marokko.

Fez, 11. Mai. (Havas.) Seit einigen Tagen ' machte sich eine gewisse Werbetätigkeit in der Ein- aeborenenftadt bemerkbar. Schon am Tage ber . Ankunst des Sultans hatten etwa 40 junge Leute vor feinem Wagen demonstriert. Sie wurden jedoch von ben Spahis leicht zerstreut. Ferner hatte ein gewisser Culd Lest, ber bereits zu ' einem Jahr Gefängnis verurteilt, dann aber vom Sultan begnadigt worden war, an mehreren Stel- 1 len bie französischen Fahnen, bie neben ben Fahnen bes Scherifats wehten, Heruntex- geholt. Wenn auch bie Lage burchaus nicht ernst ist, so sind doch alle zweckmäßigen Maßnahmen ge- 1 troffen, um eine Wiederholung solcher Kundgebun» gen zu verhindern. Nach dem festlichen Empfang, i den die Stadt Fez dem Sultan bereitet hat, Haden , Störenfriede ben Besuch des Sultans im Heilig­tum von Moulay Idriß zu einer Kundgebung gegen ben Sultan benutzt. Der Sultan, der ein Freund Frankreichs bleiben will, hat zum Zeichen ber Mißbilligung solcher Vorgänge Fez am 3. Mai morgens verlassen, um nach Rabat zurückzukehren. Seine Abfahrt ging ohne Störun­gen Donftatten. Inzwischen ist der französische Ver­treter bei ber Generalresidenz in Fez eingetroffen unb hat sich sofort mit ben Behörden in Verbin­dung gesetzt. Am 11. Mai morgens herrscht in der Eingeborenenstadt Ruhe.

Vor der Entscheidung im arabischen Krieg.

Kairo, 11. Mai. (DNB.) Der Imam von Je­men hat seine Streitkräfte vor ber Haupt- stabt Sana zusammengezogen und bereitet sich barauf vor, sein Gebietbis zum letzten Bluts- tropfen" zu oerteibigen. Die Jemen-Regierung hak erklärt: Wenn Ibn Saub Krieg will, so finb wir zum Kriege bereit; wenn er Frieben will, so sind wir zum Frieben bereit. Inzwischen bereiten sich an ber Küste bie Truppen Ibn Saubs barauf vor, bie Hauptstadt Sana, bie 2500 Meter über dem Meeresspiegel liegt, mit Gebirgsgejchützer» dis

weshalb halten wir tonn überhaupt eine Re­volution zu machen brauchen?

Der Minister tarn bann auf feine Rebe auf ber Saarkunbgebung in Zweibrücken zu sprechen unb erklärte bazu u. a.: Die Meinung, Deutschlanb hätte Angst, baß bie Saar ihm ver­loren gehen könnte, ist schon beshalb abwegig, weil wir lieber heute als morgen bort ab stimmen würben. Wenn Frankreich erklärt, ber nationalsozialistische Propaganbaminister hätte eine heftige Rebe gehalten, so kann ich nur sagen, ich habe nur bie Dinge beim Namen genannt. Die Wahrheit pflegt immer heftig zu fein. Es ist auch nicht an bem, baß wir etwa Frankreich mit bem Nationalsozialismus verseuchen wollten. Wie kämen wir auch bazu. Uns gefällt ein bemotra« tifches Frankreich viel besser als em nationalsozialistisches. Der Nationalsozialismus stärkt ein Volk unb ist im übrigen nicht ein Exportartikel, fonbern ein deutsches Patent, bas wir eifersüchtig bewachen wollen. Unb wenn man fragt, warum Die SA. in Deutsch­lanb weiterbesteht, so kann ich hierzu nur sagen, baß biefe SA. letzten Enbes auch Frank- reich vor bem Bolschewismus gerettet hat. Es ist hier in Deutschlanb eine Front von Hunberttausenben von Männern aufgebaut, bie ben Bolschewismus abgewehrt hat, unb gerabe bie west­lichen Demokratien sollten Deutschlanb sehr bantbar bafür sein. Sie sollten alles anbere tun, als sich Gebauten barüber zu machen, warum biefe SA. weiterbesteht. Die SA. ist nicht eine Kriegs-, säu­bern eine Friebenstruppe, eine Tru ppe ber Drbnung unb Disziplin, bie junge Deutsche zu Bürgern bes Staates macht unb ein Garant bafür ist, baß Spannungen innen- ober außeu- I politischer Natur von bem gefestigten deutschen l Volk beseitigt werben.

schiebeuheiten aber um so beutlicher aufzeigeu. Wäh- reub ein Teil sich barauf beschränken wirb, im Rahmen ber besteheuben Möglichkeiten, b. h. in Zusammenarbeit mit ber Regierung ber nationalen Einigung ein Reform­programm auszuarbeiteu, bas im Laube mit mög» lichst vielen Anhängern zu rechnen hätte, werben anbere ganz klar in Opposition zu bem an sich unparlameutarticheu Gruubsatz einer mit Aus- uahmevollmachteu ausgeftatteten Regierung treten unb zumiubesteus gewisse Bebiugungeu an ihre Mit­arbeit knüpfen. Der äußerste linke Flügel wirb wahrscheinlich bie allgemeine politische Aussprache zu einer scharfen Kritik am eigenen Par­teiführer benutzen. Diese Angriffe werben sicherlich auch im Zeichen bes Gegensatzes zwischen alt unb jung stehen. Wenn aber die Vertreter ber rabifalen Richtung mehr ober weniger offen mit Austritt brohen, falls ihren Wünschen nicht Rech­nung getragen werben sollte, so werben sie in ber Miuberheit bleiben. Auf alle Fälle kann man mit einiger Spannung bem Aufeiuauberpralleu ber ver­schiedenen Richtungen entgegensetzen.

Unter Ausnutzung bes Schlagwortes von ber Verteibiguug gegen ben broheubeu Faschismus hat ber Führer ber sogenannten Gemeinsamen Frout, bie in gewisser Hinsicht mit ber in Deutsch­laub verstorbenenEisernen Front" vergleichbar ist, ber frühere rabikalsozialistische unb bann nach einem Streit mit Herriot nach links abgemanberte ehemalige Abgeorbuete Bergery auf ber Linken eine nachhaltige Propagauba für ben Zusam­menschluß z u einem Aktionsprogramm ber Linken entfaltet. Unb er hat von ben Kom­munisten bis zu ben Rabikalfozialisteu Anhänger ge- funben. Auch Diese überparteiliche Gruppierung wirb nicht ohne Einwirkung auf bie rabikalfozialistische ßanbesparteitagung bleiben.

Inzwischen nutzt die bisher noch sehr zersplitterte Rechte den Burgfrieben, in bessen Zeichen das Kabinett Doumergue gebildet wurde, dazu aus, um die Reihen für die bevorstehende Auseinander­setzung fester zu schließen. Die außerparla­mentarischen Organisationen, die in Form von Kampfbünden in letzter Zeit in den Vordergrund getreten sind, haben ihre Werbetätig­keit auf bie Provinz übertragen unb finb bemüht, ihre Schlagfertigkeit ständig zu erhöhen. Don In­teresse ist auf dieser Seite ber soeben erfolgte Z u - sammenschluß der Jeunesses Patrio- te s mit ber Solidarit 6 Fran^aise zu einer Nationalen Front. Die patriotische Jugenb, die bereits auf ein zehnjähriges Bestehen zurück­blickt, ist mit ber Solibarits Franyaise, bie nach verschiebenen mißglückten Versuchen feit einem Jahr neu aufgebaut unb zu einer umfangreichen Organisation ausgestattet worben ist, ein Bündnis eingegangen, um ber wachsenben roten Front eine nationale Front «ntgegenzusetzen. In wöchentlick>en Versammlungen soll das Verbinbungskomitö beider Verbände ein gemeinsames Aktionsprogramm aus« arbeiten. Zunächst fällt es auf, daß dieser neuen

diese Krise überwinden zu helfen. (Anhaltender Beifall.) Es ist geradezu verbrecherisch, wenn Men­schen im ßanbe umtzergehen und ßeuten, die ohne- hin schwer zu kämpfen haben, auch noch den Mut nehmen. Wenn noch ein Teil des Auslanbes uns mit bem anonymen Boykott begegnet unb deutsche Waren nicht abnehmen will, so wissen wir sehr wohl, baß bas auf unsere jübischen Mitbürger zurückzuführen ist. (ßebhafte Zustimmung.) Ich kann aber nicht, weil bie Juden im Auslanbe uns boykottieren, im Innern die Judengesetzgebung zu­rückziehen, sondern wir müssen biefe Krise eben burch st ehe n. (Anhaltende Zustimmung unb Bei­fall.) Die Juden meinen vielleicht, ihren jübischen Mitbürgern in Deutschland damit einen Dienst zu tun. Sie tun das Schlimmste, was sie überhaupt tun können, denn sie sollen nicht glauben, wenn sie in ber Tat den Boykott so weit trieben, daß er wirklich eine ernstliche Bebrohung unserer wirt- schaftlichen Situation darstellen würbe, daß wir deshalb bie Juden frei ausgehen ließen. (Wieder­holter stürmischer Beifall.) Haß und Wut und Ver­zweiflung des deutschen Volkes würden sich dann zuerst an die halten, die im Lande greifbar finb.

Wenn Deutschlanb ber Welt erklären muß, baß es nicht mehr in ber Lage ist, seine Schulben zu be­zahlen unb bie Zinsen zu transferieren, so liegt bie Schulb nicht an uns. Nicht wir haben bie Schul- den gemacht, sondern die uns vorangegan­genen Regierungen. Wir haben nichts ge- stheut, um das deutsche Volk von diesem Geschmeiß zu befreien. Die nationalsozialistische Regierung hat nichts unversucht gelassen, die schwere Krise, die ihr von ihren Vorgängern auf die Schultern ge­legt wurde, zu beseitigen. Die Regierung weist es weit von sich, es sich bequem zu machen. Sie will bie Währung stabil erhalten unb lieber Gefahren unb Krisen überroinben, als bas Volk um« seine Spargroschen betrügen.

Daß bei einem derartigen Umbauprozeß auch unliebsame soziale Erscheinungen sich bemerkbar machen, ist ganz erklärlich. Wenn ich vier Millionen Menschen Arbeit gebe, muh ich in der ersten Phase der Entwicklung in kauf nehmen, dah diesen vier Millionen nicht die Löhne bezahlt werden, die ein der Kultur­höhe des deutschen Volkes entsprechender Le­bensstandard bedingt. Das beweist aber nicht, dah die Regierung unsozial ist ober dah sie die Kapitalisten geschont hätte, sondern be­weist nur, dah die Regierung die Arbeits­losigkeit beseitigen will. Die Lösung dieses Problems ist jedes Opfer wert. Ich bin der lleberzeugung, dah der deutsche Arbeiter mit feinem gesunden Instinkt dafür Verständ­nis aufbringt dah er aber andererseits vom Unternehmertum verlangen darf, dah es diese sozialen Rotstände nicht über Gebühr und ohne Zwang vergröhert; denn die Opfer sollen nicht nur von den Armen, sie sollen auch von den Reichen gebracht werden. (Erneuter anhaltender Beifall.) Die Regierung hat es nicht nötig, vor den Mies­machern und Kritikastern ihre soziale Gesin­nung unter Beweis zu stellen, sie wird durch unermüdliche, niemals rastende Arbeit bei Tag und Rächt bewiesen.

Wenn ber Arbeiter sich bamit abfinbet, baß sein Los noch nicht bas menfchenwürbige Kulturniveau erreicht hat, fo muß ber Unternehmer Einsickt haben, unb ben Heroismus bes Arbeiters beloh­nen; beim wir leben heute im Kriege. Die Wirt­schaft ist bem arbeitenben Volk nicht bevorrechtigt, fonbern sie hat sich dem Rhythmus ber Zeit ein­zufügen. Auch sie muß bie Volksgemeinschaft in