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Wirtschaft.

Verwendung von inländischem loggen und inländischem Weizen.

Die R e i ch s st e l l e für Getreide, Futter­mittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeug­nisse, Geschäftsabteilung, hat eine Anordnung über die Verwendung von inländischem Roggen und in­ländischem Weizen erlassen, die am 18. August in Kraft tritt. Darin heißt es: Inländischer Roggen und inländischer Weizen darf auch insoweit, als er vor dem Inkrafttreten der Verordnung zur Ord­nung der Getreidewirtschaft von einem Erzeuger, Deputatempfänger oder einem Empfänger eines- Leibgedinges verkauft oder geliefert worden ist, nur für Zwecke der menschlichen Ernährung oder für technische Zwecke weiterverkauft oder weiterver­äußert, sowie nur für diese Zwecke verarbeitet oder verwendet werden.

Die vorstehende Anordnung gilt nicht in den Fällen, in denen der inländische Roggen oder in­ländische Weizen bereits an Verbraucher geliefert ist und sich im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Anordnung in deren Besitz befindet, insoweit ver­bleibt es bei der Regelung in den Vorschriften der Getreideordnung mit der Maßgabe, daß - die Ver­braucher solchen Roggen und Weizen für andere Zwecke als für Zwecke menschlicher Ernährung ober für technische Zwecke nur im eigenen Betriebe ver­wenden dürfen. Als Verbraucher im Sinne des vorstehenden Satzes gelten auch Hersteller von Mischfutter und Schrotmühlen, jedoch nicht sonstige Mühlen. Die Reichsstelle behält sich im übrigen vor,- von den Bestimmungen Ausnahmen im Ein­zelfalle auf besonderen Antrag zuzulassen und vor dem 16. Juli 1934 von einem Erzeuger, Deputat­empfänger ober einem Empfänger eines Leibge- dinges verkauften ober gelieferten inländischen Roggen oder inländischen Weizen zu Futter- ober zu Saatzwecken freizugeben. Dahingehende An­träge sind an sie zu richten. Die Reichsstelle trifft ihre Entscheidungen nach ihrem pflichtmäßigen Er­messen.

Llebergangsregelung für den Verkehr mit miändischem Hafer.

Auf Grund der Verordnung zur Ordnung der Getreidewirtschaft vorn 14. Juli dieses Jahres wird eine im Reichsanzeiger Nr. 104 veröffentlichte Uebergangsregelung für den Verkehr mit inländischem Hafer getroffen. Hiernach werden Kauf­verträge über inländischen Hafer der Ernte 1933, die ein Erzeuger vor dem 16. Juli 1934 abge­schlossen hat unb bie bis zum 25. August 1934 von ihm durch Lieferung des Hafers erfüllt werden, von der Vorschrift des § 37 Abs. 1 der Getreide­verordnung ausgenommen. Nach der Bestimmung der Getreideverordnung hätten Kaufverträge der vorerwähnten Art, wenn ein anderer als der fest­gesetzte Preis vereinbart war, gleichwohl als zu dem Festpreis abgeschlossen zu gelten. Durch die neue Uebergangsregeluna verbleibt es jedoch in dem vorliegenden Falle bei den von den Beteilig­ten vereinbarten Preisen. Die Verwendung des Hafers, der auf Grund solcher Kaufverträge nach dem 31. Juli 1934 geliefert wird, unterliegt mcht der Vorschrift für Saatgut der Getreideoerordnung.

Kaufverträge, die ein Verteilungshändler oder eine Verteilungsgenossenschaft vor dem 16. Juli 1934 über den Einkauf von inländischem Hafer der Ernte 1933 abgeschlossen hat und die bis zum 25. August 1934 durch Lieferung erfüllt werden, werden gleichfalls von der Festpreisbestimnrung (§ 70 Abs. 1) ausgenommen, falls der Verkäufer nachweislich den Hafer selbst vor dem 16. Juli 1934 gekauft und den ursprünglich vereinbarten Kaufpreis bezahlt hat.

Entsprechend sind auch Kaufverträge zu behan­deln, die ein Verbraucher abgeschlossen hat. Wird inländischer Hafer der Ernte 1933, der vor dem 16. Juli 1934 geliefert und eingekaust, aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht verkauft ist, nach dem 15. Juli verkauft, so gelten die Vorschriften des 5. Abschnittes der Getreideverordnung, wenn die Lieferung nach dem 31. Juli 1934 erfolgte. Ist solcher Hafer als Saatgut verkauft und geliefert, so darf er nur zu Saatzwecken weiterverkauft und verwendet werden. Die Reichsstelle behält sich vor, eine besondere Regelung für den Absatz von in­ländischem Hafer der Ernte 1933 zu treffen, der vor dem 16. Juli 1934 geliefert oder gekauft, aber

nach dem 15.Juli 1934 verkauft und nach dem 31.Juli 1934 geliefert ist. Betriebe können einen Antrag auf Sonderregelung schriftlich bei der Reichsstelle für Getreide dis zum 16. August 1934 einreichen.

Für inländischen Hafer der Ernte 1933, der vor dem 16. Juli verkauft, aber nicht durch den Ab­schluß eines Einkaufsvertrages bis zum 16. Juli 1934 gedeckt worden ist, sowie für inländischen Hafer der Ernte 1934 wird keine Ausnahmerege­lung getroffen. In Fällen, bei denen die Reichs- jtelle auf Antrag eine Ausnahmeregelung im Emzel-

fall zuläßt, ist ein Abweichen von den Vorschriften der Getreideoerordnuna erst erlaubt, wenn die Ent­scheidung der Reichsstelle vorliegt.

Wochenbericht vom Frankfurter probuktenmarkt.

Arn Getreidegroßmarkt kommt das Geschäft auch weiterhin nur schleppend in Gang, die Umsätze be­schränkten sich auch in der abgelaufenen Berichts­woche, die übrigens durch das Ableben des Herrn Reichspräsidenten nur auf einen Markttag angewie­sen war, auf ein Minimum. Obschon die Landwirt­schaft mit der Einbringung der Ernte alle Hände voll zu tun hat, sind die Anlieferungen in neuem Getreide in dieser Woche stärker geworden.

Insbesondere neues Brotgetreide kommt in großem Umfange an den Markt, während die Kauf­lust der Mühlen sehr gering ist. Diese verweisen darauf, daß sie immer noch genügend alte Bestände haben. Hier und da werden von den kleinen Bin­nenmühlen einige Partien Korn gekauft, während Weizen fast nur in alter Ware gefragt ist. Preis­veränderungen gegenüber der Vorwoche traten nicht ein, es blieben weiterhin die Festpreise in Geltung, so für Roggen im Gebiet IX, XIII und XV. Weizen wurde unverändert 207 RM. per Tonne notiert. Das Geschäft wird allgemein etwas gehemmt da­durch, daß die Qualitätsbeftimmungen noch nicht festgesetzt sind.

Am H a f e r m a r f t ist aus der neuen Ernte nur sehr wenig Ware vorhanden, indessen ist die Nach­frage gleichfalls nur mäßig. Die seit dem 1. August gültigen Festpreise blieben unverändert. Alter Hafer wurde nur noch in ganz geringfügigen Mengen an- geboten und gehandelt.

Auf dem M e h l m a r k t ist es in Erwartung neuer Bestimmungen sehr ruhig geworden und es wird nur der laufende Bedarf gedeckt. Die Ab­rufe auf die alten Kontrakte sind weiter be­friedigend.

Am Futtermittelmarkt herrschte stärkste Zurückhaltung. Man erwartet sehr bald auch für Kleie die Einführung von festen Preisrelationen. Dafür wurden Kartoffelflocken und andere Futter­stoffe etwas lebhafter gehandelt. In ölhaltigen Ar­tikeln zeigten sich die Mühlen etwas abgabeluftiger, nachdem wochenlang kaum Ware zu haben war. Die Nachfrage der Landwirte ist aber sehr gering geworden, offenbar ist die Verwendung wirtschafts- eigener Futterstoffe stärker geworden.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Der Frankfurter Viehmarkt hatte in dieser Woche allgemein stärkere Zutriebe, die jedoch ohne größere Mühe geräumt werden konnten. Der Großvieh­markt zeigte mit insgesamt 1516 (in der Vorwoche 1315, i. V. 1245) eine stärkere Beschickung. Trotz der höheren Zufuhr war die Stimmung am Rin- bermorft gut. Bullen und Kühe erzielten eine Bes­serung von je 1 Mark, während Ochsen und Fär­sen die letzten Preise behaupteten. Die Qualität des Viehes war wiederum nur mittel. Nach ruhigem Handel wurde der Markt nahezu ausoerkauft, wo­bei 51 v. H. des Auftriebs wieder in die umliegen­den Versorgungsgebiete ausgeführt wurden.

Am Kälbermarkt standen 1712 (1571 bzw. 1766) Tiere zum Verkauf, die bei ruhigem Geschäft und gleichbleibenden Preisen ausverkauft wurden. Lediglich geringe Kälber gaben um 3 Mark nach.

Der Schweinemarkt war mit 4746 (4497 bzw. 4506) reichlich befahren. Zunächst setzte das Geschäft ziemlich rege ein, um aber später etwas zu verstauen. Am Wochenschluß war die Nachfrage bann roieber besser, so baß kein Ueberftanb ver­blieb. Die Preise ber Vorwoche blieben unverän- bert.

Der Auftrieb an Hämmeln war mit 86 um 5 Stück geringer unb würbe bei mittelmäßigem Geschäft unb mweränberten Preisen geräumt, wäh­rend Schafe mit 87 um 43 Stück stärker beschickt waren. Trotzdem nahm das Geschäft bei um 1 Mark anziehenden Preisen einen günstigen Verlauf.

*

* Neue unverzinsliche Reichsschatz­anweisungen. Nachdem die bisherige Tranche der sogenannten unverzinslichen Reichsschatzanwei­sungen, insbesondere durch verstärkte Abnahme, in den letzten Tagen ausverkauft ist, wurden gestern neue Abschnitte per 15. Januar 1936 zum Diskont­satz von 4,25 v. H. aufgelegt.

Frankfurter Börse.

ffiiftagsbörfe:

Renten freundlich, Aktien uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 10. Aug. Die Frankfurter Börse wies bei Eröffnung nur sehr geringe Um­sätze auf und erfuhr auch während der ersten Stunde keine Belebung, ganz im Gegensatz zu Berlin, wo sehr lebhaftes Geschäft gewesen sein

soll. Infolgedessen herrschte bei der Kulisse starke Zurückhaltung und die vorliegenden günstigen wirt­schaftlichen und politischen Momente kamen nicht zur Auswirkung. Auch das Rentengeschäft war er- yeblich stiller als gestern, wenn auch hier weitere Kursbefestigungen zu verzeichnen waren. Neben späten Reichsschuldbuchforderungen, die um 0,40 v. H. auf 94,50 v. H. anzogen, waren Altbesitzanleihe beachtet und zum ersten Kurs um 0,40 v. H. fester. Auch Kommunal-Umschuldung gewann etwa 0,40 v. H. und Reichsmark-Anleihen aus umgetauschten Dollar-Bonds waren bei Materialmangel erneut höher gesucht. Reichsbahn-VA. und Stahlverein- Obligationen blieben gut behauptet. Die Aktien­märkte wiesen eine recht uneinheitliche Kursbildung auf, wobei infolge der Gefchäftsftille und der Um­lagerung des Interesses auf den Rentenmarkt kleine Abschwächungen überwogen. Etwas mehr gedrückt waren erneut Montanpapiere, insbesondere Har- pener (2 v. H.), ferner verloren Klöcknerwerke 1,13 d. H., Mannesmann und Phönix bis 1 v. H., die übrigen Werte gaben bis 0,75 v. H. nach, Mans- felber Bergbau blieben gehalten. Am Elektromarkt eröffneten Bekula 1 o. H., Licht & Kraft 0,65 v. H. und Schuckert 0,25 v. H. höher, Chade Lit. AC gewannen 2,50, Lit. D 3 Mk., wogegen Siemens, Gesfürel und AEG. bis zu 1 v. H. nachgaben. Far­benindustrie notierten 148,25 bis 147,50 (148,50), auch Deutsche Erdöl und Th. Goldschmidt bröckelten bis 0,50 v. H. ab. Schiffahrtsaktien und Daimler Motoren lagen bis 0,75 v. H. niedriger, während Kunstseide AKU. 0,75 v. H., Löwenbräu München und Canti Gummi je 2 v. H. gewannen. Reichs­bankanteile, Zellstoffaktien und Cement Heidelberg setzten mit behaupteten Kursen ein.

Auch in der zweiten Börsenstunde hielt die Ge­schäftsstille in vollem Umfange an. Am Renten- markt bröckelten die Kurse auf Gewinnmitnahmen hin durchweg um 0,25 bis 0,40 v. H. ab, später zeigte sich bann wieder mäßiges Interesse. Am Aktienmarkt ergaben sich keine Veränderungen von Belang. Montanwerte lagen, nachdem sie zunächst weiter etwas schwächer tendierten, etwas gebessert. Am Elektromarkt blieben Tarifwerte voll behaup­tet. Farbenindustrie schwankten zwischen 147,25 bis 147,75 v. H.

Der Pfandbriefmarkt lag auch heute fest und die Kurse konnten sich fast überwiegend für alle Kategorien um 0,25 bis 0,50 v. H., teilweise bis zu l v. H. erhöhen. Preuß. Landespfandbries-Anstalt wurden mangels Materials gestrichen, die Taxen lauteten etwa 1 bis 1,50 v. H. höher. Von Stadt­anleihen erhöhte sich die Taxe für Mainzer auf 79,75 bis 80 nach zuletzt amtlich 77,40 v. H., auch Darmstädter und Heidelberger sowie Mannheimer waren fester, während Frankfurter unverändert lagen. Staatsanleihen zeigten nur unwesentliche Veränderungen. Am Auslandsrentenmarkt lagen Silbermexikaner im Zusammenhang mit der Ver­staatlichung der amerikanischen Silberoorräte bis 0,25 v. H. fester, Rumänen und Anatolier blieben behauptet. Tagesgeld unverändert 3 v. H.

Abendbörse: Geschäftslos.

Der Mangel an Publikumsaufträgen ließ die Abendbörse in sehr stiller Haltung verkehren. Die Kulisse zeigte keine rechte Unternehmungslust, viel­mehr schritt sie hier und da noch zu kleinen Glatt­stellungen, sodaß das Berliner Schlußniveau meist nur etwa behauptet blieb. Vereinzelt traten gering­fügige Erhöhungen ein, so bei Rheinstahl, Klöckner und Nordd. Lloyd, während Kunstseide, AKU. 0,75 d. H. und Farbenindustrie unter Schwankungen 0,40 v. H. verloren. Im Verlaufe erfuhr das Ge­schäft keine Belebung und auch die Kurse waren nicht mehr verändert.

Der Rentenmarkt lag ebenfalls außerordent­lich still, wobei zunächst noch etwas höhere Kurse genannt wurden, die aber gegen Börsenschluß nicht aufrechterhalten blieben. Don fremden Werten zogen 4prozentige Schweizer Bundesbahn auf 196 (195,50) und ZVrprozentige auf 182,25 (181) an. U. a. notier­ten: Altbesitzanleihe 95, 4prozentige Ungar. Gold- rente 7,60, 4prozentige Einheitsrumänen 4,07,50, vv-Bank 63,25, Reichsbank 151, Gelsenkirchen 62, Harpener 103,50, Klöckner 77, Phönix 48,75.

Frankfurter Obst- und Gemnfernarkt.

Frankfurt a. M., 10. Aug. Gemüse: Zu­fuhren ausreichend; Gurkenangebat sehr stark. Preise für Gurken, Kartoffeln, Tomaten und Zwie­beln rückläufig, Bohnen etwas höher. Geschäft sehr schleppend. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 20, do. (Steige 12 St.) holl. 6, Buschbohnen (grün) 13 bis 16, do. (gelbe) 13 bis 16, Stangenbohnen 18 bis 20, Eskarol 5 bis 10, Gewürzei Bdl. 25 bis 30, Salat-Gurken 3 bis 18, Einmachgurken 40 bis 80 do. Salz 80 bis 110, Karotten 5 bis 6, Kar­toffeln (Erstlinge) 550 bis 575, Kartoffeln (Böhms) 480, Knoblauch holl. 18, Oberkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 8 bis 12, Petersilie 15, Pilze (Pfiffer­linge) 40 bis 45, Steinpilze 40 bis 45, Rettich 3 bis 6, Römifchkohl 5, Rote Rüben 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Schnittlauch 20 bis 25, To­maten I 10 bis 12, II 7 bis 8, Weißkraut 7 bis 8, Wirsing 10 bis 14, Zwiebeln 6 bis 6%, Zwiebeln

(itaL) 6, Perlzwiebeln (holl.) 16 bis 18, Melonen 20 bis 30, do. (holl.) 80, Melonen (itaL) 16 bis 18.

Obst: Starke Zufuhren von allen Obstsorten. Preise fast durchgehend rückläufig. Absatz äußerst unbefriedigend. Es erzielten: Tafeläpfel I 16 bis 18, II 6 bis 10, Falläpfel 3, Tiroler Gravensteiner­äpfel (Ausland) 14 bis 16, Bananen (Jam.-Aus­land) 6, Birnen I 12 bs 14, II 7 bis 10, Kochbirnen 4 bis 6, Klappsbirnen I 10 bis 12, Dr.-Gouyot- Birnen I 10 bis 14, Brombeeren 18 bis 20, Heidel­beeren 23, Mirabellen 6 bis 10, Pfirsiche I 18 bis 23, II 10 bis 16, Pflaumen 5 bis 10, Preiselbeeren 25, Reineklauden 5 bis 10, Trauben (itaL) 18 bis 23, do. (holl.) 60 bis 75, Zwetschen 6 bis 9.

Frankfurter ^rermarkt.

Frankfurt a. M., 10. August. Die feste Stim­mung im Frankfurter Eiergroßhandel hielt während der ganzen Woche an. Das Angebot ist allgemein knapp. Neben den nur geringen Zufuhren von deutschen Eiern sind auch Holländer und Flandern kaum am Markt. Für die angelieferten Mengen wurden daher höhere Forderungen glatt bewilligt, so daß die Preise weiter anzogen. Größere Ver­änderungen nach oben dürften indessen in der näch­sten Zeit nicht zu erwarten sein, da schließlich die Reichsstelle über genügende Bestände von Kühl­hauseiern verfügt, um damit einer unerwünschten Preissteigerung engegenzuwirken. Der Absatz an den Konsum war bisher noch gut, zumal die Er­höhungen im Kleinhandel noch nicht überall ein­getreten sind. Die Verkaufspreise des Groß­handels an den Kleinhandel stellten sich in Pfg. pro Stück frei Frankfurt a. M. wie folgt: Deutsche Markeneier Kl. 8 10 bis 1014, Kl. A 9%, Kl. L 8% bis 9, Kl. C 8 bis 8%, Kl. D 7% bis 7%. Holländer Kl. 8 10 bis 10%, Kl. A 9%, Kl. 8 9 bis 91/». Flandern Kl. 8 9%, Kl. 8 8%.

Frankfurter Butterrnarkt.

Frankfurt a. M., 10. Aug. Das Angebot in deutscher Butter war sehr knapp, insbesondere ver­mißt man weiterhin ausreichende Mengen in der besten Qualität, wogegen mindere Qualitäten reich­licher vorhanden sind. Holländische Butter konnte nur in kleinen Mengen eingeführt werden, da die Uebernahmescheine infolge der Knappheit an bester deutscher Butter bereits jetzt schon restlos auf­gebraucht sind. Das Geschäft war lebhaft und es könnte weit mehr Ware verkauft werden, wenn das Angebot entsprechend wäre. Die Preise haben teilweise weiter leicht angezogen. Die Großhandels- Verkaufspreise an den Kleinhandel wurden in dieser Woche wie folgt festgesetzt: Deutsche Mar­kenbutter 143 bis 145, deutsche feine Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 120 bis 125, Holl. Marken­butter 143 bis 145 Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. Im jeroeligen Höchstpreis ist der Aufschlag für ausgeformte, also gepackte Ware enthalten.

Mainzer Getreidegrotzrnarkt.

Mainz, 10. Aug. Es notierten (Großhandels- Einstandspreise) je 100 Kilogramm loko Mainz in Mark: Weizen 20,70, Roggen 16,50, Hafer 15,90, Braugerste 20,25 bis 21,25, Malzkeime 15,50 bis 16, Weizenkleie fein 11,15, grob 11,55, Roggenkleie 12,50 bis 13, Weizenfuttermehl 13, Biertreber 17 bis 17,25, Soyafchrot 16 (Fabrikpreis). Allgemein- tendenz: In Braugerste ist das Geschäft noch unent- wickelt, Futtermittel kleines Geschäft.

Raubüberfall in Frankfurt.

LPD. Frankfurt a. M., 10. Aug. Heute vor- mittag wurde gegen 9.30 Uhr in der Hochstraße von drei Männern ein Raubüberfall auf Am ei Kassenboten der Frankfurter K r e i s k a s s e verübt. Die Räuber hatten zunächst den älteren der beiden Boten beiseite gestoßen und dann den anderen mit einer Pistole eingeschüchtert und ihn schließlich mit einem Knüppel zu Boden geschlagen. Den Räubern fiel eine Aktentasche mit 640 Mark in Silbergeld in die Hände. Die Täter sprangen sofort nach dem Ueberfall in ein bereit- stehendes Auto und konnten sich in Richtung Kaiser­hofstraße unerkannt entfernen.

Die (Ermittlungen haben folgende Ergebnisse ge­bracht: Die drei Täter sind in einer viertürigen dunkelblauen Limousine mit Rolldach, dessen Farbe etwas von dem der anderen Wagenteile abweicht, geflüchtet. Die Kennummer des Wagens lautet nach Zeugenaussagen IT 47114. Doch steht jetzt schon fest, daß es sich um eine gefälschte Nummer han­delt. Von den Tätern wird folgende Beschreibung gegeben: Der erste Täter ist etwa 36 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, ist schlank und hat ein schmales Gesicht. Bei der Tat trug er einen hell­grauen oder beigefarbenen Mantel, einen hellen rauhaarigen Filzhut mit dunklem Band, eine graue, hellgestreifte Hose. Der zweite Täter dürste 1,65 bis 1,70 Meter groß sein. Er ist schätzungshalber 30 bis 35 Jahre alt, trägt langes, schwarzes Haar. Während der Tat trug er einen dunkelblauen An­zug. Der dritte Täter, der etwa dem zweiten gleich­altrig ist, hatte ebenfalls dunkles Haar und trug während der Tat einen dunklen Anzug.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 211.

Berlin

Frankfurt o.M.

10. August

9. August

Schluß!.

börse

9.8.

9-8- j 10 8-

8

4,6

26,65

147,75

148,75

o

66 I 67 I z|

66,75

Philipp Holzmann 01

Zementwerk Heidelberg 0

Lemeutwerk Karlstadt.........O|

105

0

131,75

26

25,9

75,25

0

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzl

o

0

12

0

0

0

0

0

0

6

30,75

65,75

90,5

57

46,25

58,5

63.65

65,5

49-9

62

21,75

227

172

133

81,75

39,9

83

81,9

39,25

65,01

81,49

34,18

o 0

6

6

0

1 e o o

0

148,5

206

82,5

40

83

63,5

66

49,5

61,75

116,15

63,9

65,5

49

62

125

46,25

58,5

76,25

22,13

223

173

132,5

2,44 58,83 56,38 12,595

16,46 169,31

21,46 63,35

2,46

59,07

56,60

12,655

16,52

169,99

21,54

63,61

168,5

128,4

77,9

68.75

24,13

145

99,5

111,25

67,65

108,25

65,27

81,81

34,32

63

66

151,5

Gchluß- furd

79 114,5 62,75 105,5

58,75

59

22

224,5

147,4

205

82

39,25

82,5

116,5

64,4

65,25

50

61,5 124,75

46,13

59

76

21,9 226,75 172,25 132,75

89,5

143

117,75

66

105,25

4,1

38

Gesellschaft..

Dresdner Bank

Reichsbank .

A.E.G..................

Bekula

Elektr. Lieferungsgesellschaft

Licht und Kraft

Selten & Guilleaume

Buderus .....

Deutsche Erdöl Gelsenkirchener

Harpener .................

Hoesch EisenKöln-Neuessea

Alse Bergbau .............

Alse Bergbau Klöcknerwerke ManneSmann-Röbrev......

g. e. Karden.Iaoustrte

Scheideanstalt........

Goldschmidt ....

RütgerSwerke

Metallgesellschaft

Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6

Rheinische Elektrizität ........ 6

Schuckert & So............. 6

Siemens L Halske............ 7

Lah me ver & So............. 1°

Hamdurg-Amerika-Pakei ..... 0

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........

Norddeutscher Lloyd A G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank .. Deutsche Bank und Disconto»

... & CU/luci.

Schluß- Abend, kurs

Schultheis Patzenhoser 0

Aku (Allgemeine Kunstseide» .. 0

Bemberg.................0

Estoss Waldhos 0

stoss Aschaffenburg 0

au er S aS ...............7

Daimler Motoren 0

Deutsche Linoleum 0

Orenstein L Koppel 0

Leonhard Tietz ...... 0

khade......................10

Serumulatoren-Fabrü 0

tonMhnnml............... 0

Datum

4% besgi. Serie II ..........

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 «^%Rumän.oereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente -.

2%% Anatolier

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

an. Reichsbankdtskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H

Grttzner ..... °| 26,25

Moinkraftwerke Höchst cl®L... 4 75,5

SüddeuÜcher Zucker ........ 8| 185 I

Schlußk. Mittaq- börse

10-8.

Amerikanische Wüten..............

Belgische Noten,.................

Dänische Noten........

Englische Noten .................

Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ......... Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten...............

Schwedische Note» Schweizer Noten.................

Spanische Note».... . ..

Ungarische Note»

Frankfun a. DI.

Berlin

Gchluß- kurS

Schlußk. Abend- b5rje

Schluß- kurs

Schlußk.

Mlnag- börse

Datum

9-8.

10-8.

9-8.

10-8.

Mansfelder Bergbau ..

.......0

74

74,25

74

74,9

K:' werke .....

.......0

92,75

91,9

Ph. ;ir Bergbau......

....... 0

49,5

48,75

49,9

49,25

Rheinische Braunkohlen

..... 10

248

245

249

245

Rheinstahl .

.......0

91

90,65

90,75

90,4

Bereinigte Stahlwerke.

....... o

42,75

42

43,13

42,25

Otavi Minen ...

.......0

14,75

15

14,25

14,9

Kaliwerke Aschersleben.

.......6

118

118,75

118,75

118

Kaliwerke Westeregeln.

.......6

118

117

118

118

Kaliwerke Salzdetiurtb

..... IV»

159

157

159,5

158,5

Frankfuri a. 2)1.

Äerlin

Schluß- kurS

Schlußk. Abend­börse

Schluß» kur»

Schlußk Mittag- b-L.

Datum

9.8.

10-8.

9-8.

10-8-

% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

92,5

92,5

92,65

93

6% eljetn.7% Di. Reichsanl. v. 1929

6Yx% Doung-Anleihe oon 1930 ..

89,7

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mU

95,25

95

95

95,13

DeSgl. ohne Auslos.-Rechte......

% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .. .........

91,5

92

90,75

91,75

6% Hess. Landesbank Darmstadt

Gold R. 12...............

89

89,25

89

89,25

6%% Hess. Lander-Hypotheken-

bank Darmstadt Ltaut........

89

89

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten ...........

96

96

Deutsche Komm. Sammelabl. An.

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

95,6

95,25

95,75

6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

89,4

89,4

1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936

89,25

89,4

iy,% ehem. <y,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbrtefe......

89,5

89,55

6yt% ehem. 4%% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe.....

90,13

91

4% ehem. 8% Pr. LandeSpfand-

briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

92

93

52

92

% ehem. 7% Pr. LandeSpfand-

briefanstalt, Pfandbriefe R. 10

93

93

93

93

Eteuergutsch. Verrechnungskurs

101,4

101,4

101,4

101,13

*% Oesterreichtlche Goldrente....

4,20% Oesterreichische Silberrente

28,25

29,25

1,1

1,1

29,5

4% Ungarische Goldrente.......

7,25

7,6

7,6

4% Ungarische Staalsrente v. 1910

7

7

7

7,1

6,9

7

-

7

bA abgest. Goldmexikaner von 99

8,35

8,5

8,75

4% Türkische Zoll anleihe von 1911

*^**1 * Bagdadbaha-Anleihe

7,9

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

»ric

Geld

Lrie

Buenos Aires

0,658

0,662

0,683

0,687

Brüssel.....

58,95

59,07

58,99

59,11

Rio de Jan. .

0,184

0,186

0,184

0,186

Sofia......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

56,43

56,55

56,43

56,55

Danzig.....

81,74

81,90

81,74

81,90

London .....

12,64

12,67

12,64

12,67

Heljingfors..

5,574

5,586

5,574

5,586

Paris ......

16,50

16,54

16,50

16,54

Holland ....

169,73

170,07

169,73

170,07

Italien.....

21,58

21,62

21,58

21,62

Japan ......

0,749

0,751

0,749

0,751

Jugoslawien.

5,664

5,676

5,664

5,676

Oslo.....:

63,52

63,64

63,52

63,64

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,47

11,49

11,47

11,49

Stockholm...

65,17

65,31

65,17

65,31

Schweiz ....

81,67

81,83

81,67

81,83

Spanten....

34,32

34,38

34,32

34,38

Prag.......

10,44

10,46

10,44

10,46

Budapest ...

Neuyork...

2,502

2,508

2,488

2,492

Banknoten.

4,6

7,05

7,05

4,075

4,15

4,1

38

38,2

38,1

26

26,75

26,13

25

25

. 1-

30,5

31,5

30,5

65.5

66

65,75

90,5

90,75

90,75

56,75

56.75

63,25

63

63,75

66

66

66

151

151

151,25

23,5

24,13

24,13

144,75

144,5

145,25

99,75

99,75

99,75

111,4

111,5

111,25

69

68,4

68,75

107,5

108,9

108,13

99

99

89

89,5

89

141

142,25

141

117

118

78

79,13

78,75

114

114,13

113,75

62

63

62,25

103,5

105

103,5

76

75,75

168,75

-

129,25

128,75

129,75

77

87,75

76,9

68.5

69

68,75