Gefährliche Giftpflanzen unserer Heimat.
Genaue Kenntnis der Schädlinge kann schweres Unheil verhüten.
In unserer heimischen Planzenwelt befinden sich nicht weniger als vierzig Arten, die giftige Stoffe enthalten, deren Genuß dem Menschen schwere Krankheit oder gar den Tod bringen kann. Manche rufen, je nach Art und Menge, in der sie genossen werden, durch ihren ätzenden Saft schwere Entzündungen hervor, andere wieder lähmen wichtige innere Organe. Leider kennen die roenigften Menschen die bei uns vorkommenden Giftgewächse. Nicht alle sind gleich stark giftig. Während wohl einige in allen Teilen Giftstoffe enthalten, so finden wir bei anderen etwa nur im Wurzelstock, oder der Zwiebel, oder den Blättern, oder den Blüten, oder in zweien zugleich den todbringenden Stoff vor. In folgendem sollen die wichtigsten Vertreter unserer gefährlichsten Giftpflanzen näher gekennzeichnet werden.
Wenn noch Schnee und Eis die Erde bedecken, dann entfaltet schon die vielfach in Gärten angebaute Christrose, auch Schneerose genannt, ihre prächtig schneeweißen Blüten. Sie führt auch noch Den Namen Nieswurz. In pulverisiertem Zustand wird die Wurzel zur Herstellung des Schneeberger Schnupftabaks benötigt; daher der Name. Wird sie aber irrtümlich gegessen, so kann sie unter Krämpfen und Koliken den Tod herbeiführen. Im zeitigen Frühjahr, oft schon im Februar, ist ein kleiner Strauch meist in Gebirgswäldern, aber auch vielfach als Gartenzierpflanze anzutreffen. Es ist der S e i d e l b a st oder Kellerhals. Seine rosaroten Blüten erfreuen unser Auge. Sowohl die roten Früchte, wie auch der scharfe Saft der Rinde enthalten aber ein starkes, tödlich wirkendes Gift. Wenn der Mai die Erde in junges Grün gekleidet hat, lockt der köstliche Duft des Maiglöckchens den Waldbesucher an. Er kann sie beruhigt pflücken, doch die roten Beeren, die sich später entwickeln, muß er meiden, um nicht schweren gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Ein Zeitgenosse dieses Lieblings der Menschen ist die Kuh- oder Küchenschelle, eine Bewohnerin sonniger Hügel und lichter Wälder. Ihre dunkelvioletten Blüten gleichen einem Glöckchen. Mitunter können die seidenartigen silberflaumigen Blätter beim Sammeln anderer Kräuter mitgepfückt werden. Bei unvorsichtigem Genuß bewirken sie vorübergehende Blindheit und Störungen im Rückenmark und Gehirn. In ähnlicher Weise, nur viel stärker, wirkt die Wurzel des Eisen- oder Sturmhutes, dessen Heimat die Alpen, sowie die mittel- und süddeutschen Gebirge sind und der bei uns in den Gärten gerne gesehen wird. Tritt Vergiftung durch ihn ein, die sich durch Kopfschmerz, Lähmung des Pulsschlages und der Atmung anzeigt, so ist der Tod oft schon nach wenigen Stunden die Folge, wenn nicht ärztliche Hilfe raschestens in Anspruch genommen wird. Oft bewirkt der Sturmhut, im Blumenstrauß getragen, schon ein Anschwellen der Hand.
Wohl die gefährlichste aller Giftpflanzen unserer Heimat ist die Tollkirsche, deren glänzende schwarze Beere einer Herzkirsche ähnelt und deshalb leicht, von Kindern besonders, für eine solche gehalten wird. Beeren und Wurzeln sind die giftig
sten Teile der ganzen Pflanze. Fast jeden Sommer fordert sie Opfer, selbst Massenoergiftungen durch sie sind bekannt. Drei bis vier Beeren genügen, ein Kind zu töten. Amseln und Drosseln verzehren sie jedoch, ohne Schaden zu nehmen. In früheren Jahren benutzte man den roten Saft der Beeren in Italien zum Schminken. Unheimlich wirkt das auf Schutthaufen und an Wegen wachsende Bilsenkraut, eine allbekannte, sehr giftige Pflanze mit seinen fiebrigen Blättern und seinen violettgeaderten schmutzig-gelben Blüten, die einen betäubenden Geruch abgeben. Im Aberglauben spielte das Bilsenkraut eine große Rolle; sie bildete einen Hauptbestandteil der berüchtigten Hexensalbe. Zur gleichen Pflanzengattung, zu der die beiden letzten gehörten, nämlich den Nachtschattengewächsen, gehören noch eine ganze Reihe anderer Giftpflanzen. Als nächster Verwandte unserer nützlichen Kartoffel sind der Schwarze und Bittersüße Nachtschatten zu nennen. Als lästiges Unkraut in den Gärten und Feldern enthalten namentlich die schwarzen Beeren ein starkes Gift. Der gefürchtete Stechapfel mit seinem übelriechenden Kraut ist ein Nachbar des Bilsenkrautes. Die stachelige Fruchtkapsel enthält die vielen schwarzen Samen, die am giftigsten für uns Menschen sind; von Vögeln aber gerne als unschädlich verzehrt werden. Wer kennt nicht den prachtvollen Goldregen, der in feinen goldgelben Blütentrauben ein gern gesehener und beliebter Zierstrauch unserer Gärten und Parkanlagen ist? Er enthält, besonders in den schoten- artigen Früchten, einen sehr scharfen Giftstoff. Gar manches Kind mußte schon sterben, weil es nur an den Blättern oder Blüten gekaut hat. Auf Waldblößen prangt im Sommer der prächtige rote Fingerhut. Alle Teile dieses Gewächses verursachen beim Verzehren, infolge des heftigen Giftes, gefährliche Erkrankungen. Schlimmer noch als die im Waldesschatten wachsende Einbeere, die, als schwarzblaue Beere von Kindern verzehrt, verhängnisvoll wirken kann, ist die Eibe, auch Taxus oder Lebensbaum genannt. Nicht nur die Samen, sondern auch die breiten Nadeln enthalten ein betäubendes Gift, das alle inneren Organe angreift; Herz und Lunge lähmt, so daß der Vergiftete plötzlich erstickt. Weideplätzen und Straßen muß die Eibe ferngehalten werden. Vieh, das von den Nadeln zu fressen bekommt, muß unter furchtbaren Schmerzen elend verenden. Neben der Weißen Zaunrübe, deren Wurzel stark giftig ist, darf nicht die große Familie der Schmerlinge vergessen werden. Unter ihnen ist der Wasserschierling der schlimmste. Durch Verwechslung seines Wurzelstockes mit dem der Hundspetersilie, sind schon manche Todesfälle unter Krämpfen und Ohnmächten erfolgt. Beim Gefleckten Schierling ist merkwürdigerweise die Wurzel nicht so sehr gefährlich, wie gerade die petersilienähnlichen Blätter und Samen. Mit ihm wurde bekanntlich Sokrates, der den Giftbecher, gefüllt aus dem Safte des gefleckten Schierlings, tanken mußte, hingerichtet. Unserer wichtigen Gewürzpflanze, der Petersilie, täuschend ähnlich, finden wir ebenfalls in Gärten den Gar -
tenschierling, auch Hundspetersilie geheißen. Hauptsächlich sind die Blätter gefährlich. Es ist deshalb empfehlenswert, um Verwechslungen vorgu- beugen, die krausblättrige Petersilie im Garten anzubauen. An Zäunen und Gebüschen klettert die Weiße Zaunrübe empor, die eine sehr stark giftige Wurzel besitzt. Wenn der Herbstwind durch die Stoppeln weht, dann sprießt noch eine sehr giftige Pflanze aus der Flur hervor und gibt ihr den letzten Schmuck: die Herbstzeitlose. Nicht nur die Samen und Knollen sind sehr giftig, sondern auch die übrigen Pflanzentelle sind selbst im Heu
Dom Milchwirtschaftsverband Hessen wird uns geschrieben:
Mit der gesetzlichen Neuregelung des Verkehrs mit Käse und Butter ist auch die Frage der Land- butter akut geworden. Nicht selten geben bei Ueberfülhmg der Märkte gegen Marktende die Preise für ßaiMutter auf die Hälfte der normalen Preise nach und stempeln so die Preise zu einem Zufallsergebnis der jeweiligen Marktlage. Derartige Erscheinungen bleiben aus den allgemeinen Buttermarkt nicht ohne Auswirkung, und die Milcherzeuger in ihrer Gesamtheit sind die Leidtragenden. Die Beschneidung einer solch an und für sich recht fragwürdigen Freiheit der Bauern liegt demgemäß im allgemeinen Interesse.
Der Reichskommissar für die Milchwirtschaft hat im Rahmen der durch die Gesetze und die Verordnung gegebenen Möglichkeiten nachstehende Richtlinien ausgestellt.
1. In Gebieten, welche molkereimäßig noch nicht oder nur ungenügend erschlossen sind, wird man dem Bauern selbstverständlich auch bis zur Wandlung dieser Verhältnisse die hof- eigene Verwertung seiner Milch zu Milcher- zeugnissen auch zum Absatz weiter gestatten.
2. Das gleiche gilt in molkereimäßig erschlossenen Gebieten, sofern infolge irgendwelcher Umstände die Zuweisung der Milch zu einer Molkerei für einen Betrieb mit besonderen Schwierigkeiten verbunden wäre, oder wo z. B. in ausgesprochenen Zuchtbetrieben die ganze Magermilch auf dem Hofe verbleiben muß.
3. In allen andern Fällen wird die hofeigene Herstellung von Milcherzeugnissen zum Zwecke des Absatzes unterbunden werden müssen, um jeden marktstörenden Einfluß dieser Erzeugnisse zu vermeiden und zugleich die bestehenden Molkereien im Interesse der gesamten Erzeugerschaft zweckmäßig auszunutzen. Diese Maßnahmen erscheinen vor allem dort angezeigt, wo der betreffende Bauer seither bereits die gan^e oder einen Teil seiner MilH regelmäßig, ober auch nur zeitweilig an eine Molkerei abgeliefert hat. Die vielfach seitherige Gepflogenheit, sich des Molkereibetriebs nur zur konjunkturellen Ausnutzung der jeweiligen Marktverhältnisse zu bedienen, kommt in Zukunft schon dadurch in Wegfall, daß die But- terpreife, wie es bereits heute der Fall ist, sich unbedingt stetig entwickeln, und daß die Land- butter ihrer nicht so guten Qualität und Halt-
noch außerordentlich schädlich, weshalb sich Weidetiere — außer Schafen — nicht an ihr vergreifen. Nur fünf Gramm von dem Samen genügen, einen Menschen innerhalb weniger Tage zu töten. Wie eingangs gesagt, sollen nur die wichtigsten bei uns vorkommenden Giftpflanzen aufgeführt werden. Wenn sie auch alle dem Menschen als ein gefährlicher und gefürchteter Feind erscheinen, so werden sie mitunter in der Hand des Arztes zu einem Wohltäter und notwendigen Heilmittel.
B e p p le r, Butzbach.
barfeit wegen im Preise niedriger ausfällt. Diese Maßnahmen tragen ferner dazu bei, Mißgünstigkeit und Unzufriedenheit in den Kreisen der Erzeuger auszuschalten und sie zu einer völkischen und berufsständischen Einheit zu verbinden.
4. Es bleibt auch in Zukunft jedem Bauern unbenommen, sich eine Einrichtung zur hofeigenen Verwertung seiner Milch anzuschaffen; er muß sich lediglich über die Ausnutzbarkeit dieser Einrichtung je nach Lage der gegebenen Verhältnisse von vornherein im klaren sein.
Spenden für die NSV.
werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen.
Auch bei nicht hofeigener Herstellung von Milcherzeugnissen kann die Entrahmung überall dort am Platze sein, wo sich nach Lage des Falles, insbesondere bei schwierigen Wegeverhältnissen u. dgl., die Rahmlieferung mehr empfiehlt, als die Beförderung der ganzen Milch. Bei Unklarheiten und Zweifelsfällen wolle sofort Rückfrage beim zuständigen Milchversorgungsverband gehalten werden."
Die Zeit ist also gekommen, daß die Frage der Landbutter einer Lösung entgegengeführt wird. Mit dem alten Zopf, Eigenbrötelei und einer konservativen Einstellung, die mit der heutigen technischen Entwicklung der Milchwirtschaft, sowie mit den Interessen des Volksganzen nicht mehr in Einklang zu bringen ist, muß gebrochen werden. Der Milchwirtschaftsverband Hessen ist deshalb an die Kreisämter (Landratsämter, Bezirksämter) mit dem Ersuchen herangetreten, sämtliche Gemeindebehörden anzuweisen, Anträge auf Ausstellung von Ueber- nyhmsscheinen in allen Fällen zu verweigern, in denen die Möglichkeit der Milchablieferung an eine betriebswirtschaftlich normale Molkerei oder Sam- melstelle gegeben ist. Um eine Ueberschwemmung solcher Molkereien mit Milch zu verhindern, hat die Regelung im Einvernehmen mit dem zuständigen Milchversorgungsverband zu geschehen.
üebernahmefcheine fürLandbuiter.
wenn man eine so vielbegehrte, so vielgerauchte Ziga-
man muß sie
rette — nicht überall bekäme!
überall, selbstverständlich! — Das wäre ja noch schöner,
nicht erst lange suchen: schon deswegen bleibt man
. M esgl W =1 bei ALVA!...........
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