Dienstag, 8. Mai 1934
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
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Straßenschießerei, die sich innnerhalb der 14 Tage in Neuyork ereignet hat.
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sein werden. Den Korporationen weist für die Zukunft der Reichsschaftsführer die Bedeutung von „Zellen der Studentenschaft" zu. Sie werden den Namen Korporation verlieren und statt dessen „W o h n k a m e r a d s ch a f t" heißen. , ~ vollkommen fern", sagte Dr. Staebel,
vom Home Office mitgeteilt, daß der gegen ihn erlassene Ausweisungsbefehl immer noch in Kraft sei; man bot ihm an, daß er am Montag nach Antwerpen weiterfahren könne. Lincoln lehnte dies Anerbieten jedoch ab. Seine Schüler, die sich weigerten, Lincoln zu verlassen, wurden in einer Pension untergebracht. Mit dem in den nächsten Tagen nach Kanada abgehenden Dampfer werden Lincoln und seine Anhänger, nach Kanada zurück- gebracht werden.
Nachdem mehrere Tage lang nicht die geringste Spur von dem flüchtigen Schwerverbrecher Dillinger gefunden werden konnte, versammelten sich plötzlich am Sonntag starke Polizeikräfte im südlichen Teil des Staates Wisconsin, da Gerüchte aufgetaucht waren, daß sich Dillinger dort in einem Farmhaus aufgehalten habe. Diese Gerüchte beruhten tatsächlich auf Wahrheit; denn die Frau des Farmers B e t h g r e e n hat vor dem Bundesgericht in St. Paul eingestanden, Dillinger eine Zeitlang in ihrer Wohnung beherbergt zu haben. Während also die Polizei den Schwerverbrecher in fünf Staaten fieberhaft suchte, hatte Dillinger Gelegenheit, sich in Ruhe und guter Pflege für weitere Taten vorzubereiten.
Wüste Verbrecherjagd in den Zkraßen von Neuyork.
Der vornehme Flatbush - Bezirk im Stadtteil Brooklyn war der Schauplatz einer wilden Straße n s ch i e ß e r e i. Ein Bandit war auf einen Milchwagen gesprungen, hatte den Fahrer aus- geraubt und dann die Flucht ergriffen, wobei er aus den verfolgenden Mischwagensahrer ein wildes
Im Beiprogramm gibt es einen Landschaftsfilm von Pommern, die neueste Wochenschau und einen ungewöhnlich geschickt und lustig aufgenommenen Reklamesketsch. — (Lichtspielhaus.)
Professor Dr. F. G e n z m e r , Ordinarius an der Universität Marburg, hat den Ruf auf den Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Universität
Tübingen angenommen.
Dem o. Professor Dr. E. R. Huber von der Universität Kiel ist der Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Universität Tübingen angeboten worden.
Dr. W. Felgentraeger, Privatdozent für römisches und deutsches bürgerliches Recht an der Universität Freiburg i. B., hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für bürgerliches und römisches Recht an der gleichen Universität erhalten.
Glück gemacht haben, was ja allerdings in dieser Form nur im Film passiert. Regie führt Hans S t e i n h o f f; er hat das Abenteuer mit allerlei drolligen Einfällen verziert, die die Leute zum Lachen bringen. Jenny Jugo, sehr niedlich anzusehen, und Fritz Schulz, von der Berliner Operettenbühne zum Tonfilm abgeschwenkt, machen mit Humor das verliebte Pärchen. Inmitten eines wilden Durcheinanders von unmöglichen Situationen: Szöke Szakall in seinem eigentlichen Element. Außerdem Alexa Engstrom, Berte
einfach ungeschmücktem Wort getragen, meine ganze Seele nimm darin;
man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.
Das Einsteigen am Dachauer Bahnhof war ja nicht mit großer Schwierigkeit verbunden, aber das Passieren der Münchner Sperre war nicht so einfach: Da benutzte der Hund die Beine der Menschen, die sich an der Fahrkartenkontrolle zusammendrängten, als Deckung, — und schwupp-schwupp — war er hinaus. Und ebenso schlich er sich wieder, indem er so tat, als ob er zu irgend jemand gehörte, in den Bahnhof hinein. Den Zug hat er niemals Der» säumt.
Gewohnheit hatte in diesem Tier diesen sehr starken Zeitsinn entwickelt. Freilich, der Magnet, der das Wunder bewirkte, war die Zuneigung zu der Hündin, und diese war keine Terrier-Hündin, sondern eine Barsoy-Dame, die im offenen Fenster am Parterre aus ihren kleinen Freund wartete und mit einem großen, eleganten Sprunge zu ihm hinaussetzte.
Der Zeitsinn läßt sich tränieren, aber er kann auch verlottern. Menschen von unregelmäßigen Gewohnheiten sind meist auch „zeitblind". Es sind jene guten Freunde, die immer zu spät kommen, die völlig erstaunt sagen: „Ich wußte ja gar nicht, daß es schon so spät ist!"
Alles Zeitgefühl bei Mensch und Tier entsteht daraus, daß wir eingeordnet sind in die ewige große Folge von Tag und Nacht, von Aufgang und Niedergang. Zeitgefühl heißt, wie es auch ent» stel-t, Naturnähe. Wer innere Ordnung seines Daseins besitzt, wird sie in Einklang bringen mit der großen äußeren Ordnung, und darum ist der Mensch ohne Zeitgefühl ebenso zu bedauern wie einer, dem das Gesicht oder das Gehör versagt ist.
Die deutsche Flotte zu den Hebungen ausgelaufen.
Am Montagmorgen liefen zunächst die Einheiten des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte, Konteradmirals Kolbe, die drei Kreuzer „Königsberg", „Köln" und „Leipzig" aus dem Kieler Hafen aus. Gleichzeitig legten von der Blücher-Brücke die vier Torpedoboots-Halbflotillen ab. Die Linienschiffe folgten um 12 Uhr.
Noch immer vergebliche Suche nach Dillinger. — Statt feiner findet man Trebitsch Lincoln.
Auf Grund des in Chicago verbreiteten Gerüchts, daß sich der berüchtigte Schwerverbrecher Dillinger an Bord des Dampfers „Duchess of York" auf dem Wege nach England befindet, hat die Polizei von Glasgow einen Funkspruch an den Kapitän dieses Dampfers gesandt und angefragt, ob sich Dillinger an Bord befindet. Der Kapitän erwiderte, daß er das ganze Schiff gründlich durchsucht habe, aber keine Spur von Dillinger habe finden können. Trotz dieser erfolglosen Suche werden sich Geheimpolizisten an Bord des Dampfers begeben, sobald er den schottischen Hafen erreicht hat. Eine Aufforderung zur Verhaftung von Dillinger seitens der amerikanischen Behörden in Glasgow ist bisher nicht eingegangen. Als der Dampfer am Sonntag aus Kanada kommend in Liverpool anlegte, wurde er nach Dillinger durchsucht. Die Aktion war vergeblich. An Bord des Dampfers befand sich aber der bekannte Abenteurer Tre- b i t f ch - L i n c o l n mit einer Anzahl seiner Schüler, der auf dem Wege nach der Schweiz war, wo er ein Buddhistenkloster gründen wollte. Lincoln wurde es untersagt, an Land zu gehen. Ihm wurde
in Neuyork eingetroffen. Insult wurde von einem Küstenwachboot am Hafeneingang übernommen und schnellstens nach New Persey gebracht, von wo er sofort die Weiterfahrt nach Chikago in Begleitung von Justizbeamten und Polizisten antreten soll.
Riefen feuer in einer amerikanischen Korkfabrik.
In Lindhurst (New Persey) vernichtete ein Großfeuer einen Teil der Fabrikanlagen der United Cork Company. Die riesigen Lagervorräte, umfassend 25 Korkstapel von je 8 Meter Höhe, sowie eine benachbarte Maschinenfabrik wurden gleichfalls zerstört. Der Brand konnte dis jetzt noch nicht gelöscht werden. Die Feuerwehren aus 13 verschiedenen Ortschaften versuchen, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhindern. Zwei Feuerwehrleute sind verwundet worden. Der Schaden wird auf eine Halde Million Dollar geschätzt.
Eisbrecher „Krassin"
unfermegs nach der Wrangel-Jnfel.
Der große Sowjet-Eisbrecher „Krassin" ist in Vancouver eingetroffen. Er befindet sich auf dem Wege nach der Wrangel-Jnsel und dem Arktischen Meer, um die Mitglieder der wissenschaftlichen Expedition des Professors Schmidt aufzunehmen. Diese sind bekanntlich inzwischen von Flugzeugen abgeholt worden. Der Eisbrecher soll dann entlang der sibirischen Nordküste nach Leningrad weiterfahren. Falls er dort wohlbehalten eintrifft, wird er das erste Schiff fein, das die Erde auf der arktischen Route völlig umfahren hat.
Zwei Tote, ein Schwerverletzter bei einem INolorradunglück.
In dem vstfriesischen Dorf Osteel ereignete sich ein schweres Mvtvrradunglück, bei dem zwei Personen getötet wurden. Die Motorradfahrer Arnold Schwarz und Johann L o 11 m a n n aus Heidmühle in Oldenburg tarnen aus der Richtung der Stadt Norden. Der Einwohner S e e b e r g aus dem benachbarten Marienhafen wollte kurz vor den Motorradfahrern die Landstraße überqueren. Er wurde von der Maschine ersaßt und noch eine kurze Strecke mitgeschleift. Das Motorrad raste in voller Fahrt gegen einen Baum und ging vollständig in Trümmer. Alle drei Personen erlitten schwere Verletzungen und zwar Schwarz und Lottmann Schädelbrüche und Seeberg Arm- und Beinbrüche. Die Verletzten wurden sofort in das Städtische Krankenhaus in Norden gebracht, wo Schwarz und Lottmann, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, ihren Verletzungen erlagen. Seebergs Zustand ist sehr bedenklich.
en SA.« Hang chssiihrer iftantritts ^se Stelle ifation zu ist ihre ganzen ter Tech, im Sinne für ihn Kothelfer, rbe er in der TN. r einmal „Gemein' d Pflicht. M. maß.
Giudeni und Hochschule.
Eine Unterredung mit Reichsschaftsführer Dr. Staebel
An meine Mutter.
Von Annette von Droste-Hülshoff.
So gern hält ich ein schönes Lied gemacht Don deiner Liebe, deiner treuen Weise, Die Gabe, die für andre immer wacht, Hütt ich so gern geweckt zu deinem Preise. Doch wie ich auch gesonnen mehr und mehr. Und wie ich auch die Reime mochte stellen, Des Herzens Fluten wallten drüber her, Zerstörten mir des Liedes zarte Wellen.
So nimm die einfach schlichte Gabe hin,
„Kopfüber ins Glück."
So nennt sich ein von Walter Kollo instrumentierter Tonfilm von Richard Arvay und Charlie Roellinghoff im Verleih der Vereinigten Starfilm-GmbH., Berlin. Ein Operetten» haft aufgezogener Schwank mit taufend Verwechslungen und Mißverständnissen, dessen Handlung auf dem schwindelhaften Motiv beruht, daß ein kleiner Verkäufer und ein kleines Schokoladenmädchen sich gegenseitig vorzaubern, sie seien Herr Baron und Frau Gräfin, einen vergnügten Abend miteinander verleben und am nächstem Morgen wahrhaftig ihr
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Sochschulnacii richten.
Mit der vertretungsweisen Uebernahme des freien Lehrstuhls und der Leitung des Instituts für gerichtliche Medizin an der Universität Frankfurt ist für das Svmmersemester 1934 der Privatdvzent Dr. Otto Schmidt von der Universität Breslau beauftragt worden.
Professor Dr. Heinrich Henkel, Ordinarius für Strafrecht, Strafprozeßrecht und Staatsrecht an der Universität Frankfurt a. M., ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Marburg versetzt worden.
Kunst und Wiffenschast.
Ein neuer Windkanal
für das Göttinger Aerodynamische Institut.
Im Göttinger Aerodynamischen Institut fand' der erste Spatenstich für den Bau eines neuen Windkanals statt, der vom Reichsminister für Luftfahrt Göring gestiftet worden ist. Zu der Feier waren außer Vertretern der Göttinger Universität u. a. erschienen Staatsminister a. D. Exzellenz Schmidt-Ott, der Vorsitzende des Ku-
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schule und Studium wieder zu ihrem Recht kommen. Wir werden es erreichen
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Dampfer „Exilona", der den Großbetrüger I n f u l l aus der Türkei nach Amerika brachte, ist
Berlin, 5. Mai. Dr. Staebel, der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- uno Fachschulen, erklärte in einem Gespräch, das in der „Kreuzzeitung" veröffentlicht wird: Es l eien vier Faktoren, die auf den Studenten während einer Studiumzeit einwirken. Zunächst die Hoch- chule, dann die SA., dann die Studentenschaft und rann die Korporationen. „Zweifellos", so erklärte der Reichsschaftsführer, „ist der Student in den letzten zwei Semestern zuviel beansprucht worben, denn jeder dieser Faktoren meldete einen Totalitätsanspruch an, und da die Hochschule und die ernste Arbeit in den Seminaren und Hebungen zunächst am wenigsten verlockend schienen, mußte das Studium leiden. Es ist uns Führern in der Deutschen Studentenschaft klar, daß hier eine schwere Gefahr für den Staat droht. Denn wenn die Leistungen nachlassen, wenn in den Seminaren nur noch diejenigen sitzen, die dank ihrer Abstammung oder politischen Einstellung nicht Mitglieder der Studentenschaft sein können, da muß es sehr bald zu einer Katastrophe kommen. Wir werden
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rationen zu zerschlagen, besonders da ich zur Zeit nicht in der Lage bin, etwas Besseres an ihre Stelle zu setzen." Aehnlich wie die Stürme der SA. vor der Machtergreifung ihren Wert dadurch bewiesen hätten, daß sie in ausgeprägtem Eigenleben für den Nationalsozialismus warben, „ebenso brauchen wir nationalsozialistische Einzelzellen, die in eigener Arbeit für den Nationalsozialismus eintreten/' „Ich persönlich bin der Ansicht, daß die Korporationen diese Aufgabe erfüllen werden, wenn wir ihnen in einer längeren Entwicklung Ziel und Richtung weisen können. Ich bin aber Nationalsozialist genug, um die Korporationen in dem Moment aufzulösen, in dem es klar wird, daß sie nicht
lieber Alter, sie geht bestimmt 25 Minuten nach!" Und siehe, es stimmt haargenau.
Aber etwas, was viel merkwürdiger ist: auch der Mensch, der ohne Uhr aufwächst, entwickelt durch Gewohnheit und Beobachtung seiner Umwelt diesen sechsten Sinn. Ich habe einfache Menschen aller Zonen und Rassen gekannt, die in der Nacht aufwachten und genau wußten, wie spät es war.
Doch dieser erstaunliche Zeitsinn ist nicht nur uns Menschen eigen. Tierfreunde wissen, daß Katzen, Hunde, Pferde, Rinder, Affen, Vögel aller Art diesen Sinn entfalten. Bei Haustieren wird die Gewohnheit und Regelung vor allem durch die Fütterung angeregt. Daß das bei wilden Tieren auch der Fall ist, darüber weiß jeder Besucher des Zoologischen Gartens Bescheid. Dieser Zeitsinn ist be- onders eigen den großen Raubkatzen. Der Jäger weiß wenn ein Leopard, Tiger oder Löwe eine Beute geschlagen hat, daß in der folgenden Nacht die Katze genau um ihre Stunde zur Stelle ist. Freilich, ob sie sich sehen läßt, das ist eine andere Frage; denn sie sichert und umkreist die Stelle, bevor sie sich an das Luder heranmacht. Und ebenso regelmäßig erfolgt der Wechsel des Wildes von Standort zu Standort, wenn es nicht irgendwie ver- grämt wird. .
Was Tiere an Zeitsinn leisten, erscheint uns manchmal ganz unglaublich. Ich hatte einen Dackel, der sich daran gewöhnt hatte, in München einen Stammtisch mit mir in der Schwabinger Brauerei des Abends halb neun aufzusuchen. Als ich das Tier während einer Reise allein gelassen hatte, bat es um die abendliche Zeit lebhaft, von der Zimmerbesorgerin herausgelassen zu werden. Der Hund verblieb bei seinen Freunden am Stammtisch genau drei Stunden und stellte sich um halb elf am Haustor wieder ein, begehrte durch ein tiefes und rauhes Gekläff feinen Einlaß, den es regelmäßig erzwang. In der dackelliebenden Stadt München fand sich immer einer, der dem armen Tierchen öffnete.
Noch Größeres im Zeitsinn leistete ein Terrier, den ein Maler einem Freunde zur Pflege übergeben hatte. Der eigentliche Herr des Hundes pflegte um drei Uhr von Dachau nach München zu fahren. Der Terrier begleitete ihn und freute sich darauf, weil er eine Freundin in der Stadt besaß, die achtzehn Minuten weit vom Bahnhof entfernt in der Barer Straße wohnte. Abends um acht Uhr pflegte der Maler von München nach Dachau zurückzukehren, und fein Terrier fand sich munter am Bahnhof ein.
Dieses Tier verschwand auch während der Abwesenheit seines Herrn um drei Uhr, lief zum Bahnhof, fuhr in die Stadt, passierte die Schranke, schlich sich um acht Uhr wieder in den Zug und fuhr nach Dachau zurück. Ganz zufällig wurden wir daraus aufmerksam und beobachteten das Tier. Es verfuhr mit der größten Hundeschlauheit, legte sich im Zug unter eine Bank und verhielt sich ganz still.
Schnellfeuer eröffnete. Da die Straße außerordentlich belebt war, gerieten Hunderte von Erwachsenen und Kindern in die größte Lebensgefahr. Ein Mann wurde auch durch einen Schuß getroffen und schwer verletzt. Schließlich erschien ein Polizist, der mit seinem Revolver auf den Räuber schoß, der inzwischen auf einen anderen Wagen gesprungen war. Der Räuber sank sodann cheinbar getroffen zu Boden und rief dem Polizisten zu, daß er sich ergebe. Als jedoch der Beamte näherkam, erhob sich der Verbrecher blitzschnell und choß auf den Beamten, ohne ihn jedoch zu treffen. Dann lief er davon und verschwand in einem Mietshaus. Nun wurde ein ganzes Heer von Polizei- beamten mit Tränengasbomben, Gewehren und Revolvern zufammengezogen, die das Haus stürmten und durchsuchten. Jedoch hatte der schießwütige Räuber bereits das Weite gesucht. Es ist dies die
rückgeschraubt wird und dadurch, daß Studentenschaft und Korporationen nicht mehr nebeneinander den Studenten beanspruchen, sondern daß d i e Korporationen als Zellen der Studentenschaft die Hauptaufgaben der Erziehungsarbeit der Studentenschaft übernehmen. Gegen alle diejenigen, die glauben, daß sie in Zukunft allein auf Grund guter Parteidienstzeugnisse etwas erreichen können, werden wir mit schärfsten Mitteln vorgehen, und in der neuen Disziplinarordnung wird ein Paragraph stehen, wonach jeder, oer nicht zur rechten Zeit sein Studium beendet, von der Hochschule verwiesen wird. Da uns durch den Ausbau der studentekischaftlichen Organisation alle Druckmittel zur Verfügung stehen, da es uns nunmehr möglich ist, jeden Studenten zu erfassen, und wir nicht besorgt sein müssen, daß er uns in den Ferien jedesmal wieder davon läuft, werden wir einen großen Teil der Arbeit in di« langen Hochschulferien legen können. Schulungslager, Ausbildungslager, längere Kurse usw. werden nur noch in den Ferien stattfinden, während im Semester wesentlich weniger Zeit für die studentische Arbeit benötigt wird. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß die Unruhe, die durch die Revolution auf die Hochschulen getragen worden ist, in allerkürzester Zeit abebben wird, und Raum und Zeit für eine ernst e Aufbauarbeit geschaffen wird."
Auf die Frage, warum neben der Deutschen Studentenschaft, die doch ebenfalls nationalsozialistisch geführt werde, noch der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund existiere, erklärte Dr. Staebel, daß der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund die Führerorgnisa- t i o n darstelle, und daß sie eine ähnliche Ralle spielen solle wie etwa die NSDAP, im Staate. „Wir werden in diesem Semester im NSDStB. bewußt den Weg van einer Massenorganisation zur Ausleseorganisation gehen. Etwa 5000 Studenten sollen zu einem festen Bund oder besser zu einem Orden zusammengefaßt werden." Kein Amt und keine einflußreiche Stellung der Deutschen Studentenschaft werde künftig von anderen als von Mitgliedern des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes eingenommen werden.
Dr. Staebel wies weiter darauf hin, daß die K a - m e r a d s ch a f t s h ä u f e r in Zukunft rm wesentlichen zugleich „Wohnkameradschaften des NnDstB.
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ratoriums der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Ministerialrat Baeumker vom Reichsluftfahrtministerium und Ministerialdirektor Greiner vom Reichskultusministerium. Der Führer des Göttinger Instituts Prof. P r a n d t l hob in feiner Begrüßungsansprache besonders das Verdienst des Reichsluftfahrtministers Göring um diesen neuen Bau hervor. Ministerialrat Baeumker überbrachte die Grüße des Reichsluftfahrtministers und wies auf die Bedeutung des Göttinger Aerodynamischen Instituts für die Entwicklung der Luftfahrt hin. Wenn Deutschland im internationalen Wirtschaftskampf bestehen wolle, so dürfe es seine wissenschaftlichen Institute nicht vernachlässigen. Den ersten Spatenstich tat dann Staatsminister a. D. Exzellenz Schmidt-Ott. Der neue Windkanal müsse gebaut werden, damit Deutschland auf dem Gebiete der aerodynamischen Forschung nicht ins Hintertreffen gerate.
Das Grab des Dichters Hermann Löns aufgefunden.
Das Zentralnachweisamt für Kriegsverluste und Kriegergräber Berlin-Spandau hat seit langem die Nachforschungen nach dem Grabe des am 26. September 1914 bei Loivre (etwa 20 Kilometer nordwestlich von Reims) als Kriegsfreiwilliger in den Reihen des Füsiler-Regiments 73 gefallenen Volksund Heidedichters Hermann Löns auf Grund der früheren Vermutungen und Nachrichten fortgeführt. Jetzt endlich ist es dem Amt gelungen, das gejuchte Grab zu ermitteln. Bei den französischen Umbettungsarbeiten in der Gegend von Loivre wurde auf dem Gefechtsfelde des 26. September 1914 ein deutscher Toter mit der Erkennnnäsmarke Nr. 309 des Füsilierregiments 73 geborgen. Als einziger Träger dieser Erkennungsmarke wurde mit Hilfe der Kriegsstammrolle der Dichter Hermann Löns festgestellt'. Die sterblichen Ueberrefte sind vom französischen Gräberdienst auf dem deutschen Kriegs- friedhof von Loivre unter der Grabnummer 2108 zur letzten Ruhe bestattet worden.
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Die Sängerin mit dem höchsten Ton.
Auf den Ruhm, den höchsten Ton in ihrer Kehle zu haben, der bisher von einer Sängerin gesungen wurde, macht die sechsundzwanzigjährige Koloratur-Sopranistin der New Parker Metropoli- tan-Oper Lily Pons Anspruch, die jetzt zum ersten Mal auch in Europa ihre Kunst zeigen will. Die junge Dame, die in Cannes als Kind eines französischen Vaters und einer italienischen Mutter das Licht der Welt erblickte, bildete sich zunächst als Pianistin aus und nahm erst mit einundzwanzig Jahren Gesangunterricht. Dann trat sie in kleinen französischen und italienischen Städten auf, wurde in Montpellier von einem früheren Tenor der Metropolitan-Oper entdeckt und nach New Pvrk gebracht, wo sie sofort einen fünfjährigen Vertrag erhielt. Sie ist die kleinste Primadonna der Welt, mißt nur 1,58 und hat ein Gewicht von wenig über 100 Pfund. Ihr Stimmumfang reicht vom mittleren C über das hohe C hinaus bis ans hohe A. Die berühmtesten Sopranistinnen der Vergangenheit, wie die Patti, die Melba, die Sem- brich und die Gerster, gingen im öffentlichen Vortrag nie über bas hohe F hinaus, obwohl Etelka Gerster auch das hohe G erreichte.
Oer sechste Ginn.
Lon Friedrich Ireksa.
Ein jeder kennt wohl Menschen, di« unweigeMch xu einer bestimmten Stunde des Tages aufwachen
gen und Tag Jugenderziehung em, und dieses £Uf wackenmüfsen zur bestimmten Stunde wird ein Erb wacyenmu^n a Envern Seeleuten, aber auch nnn Arbeitern und Angestellten in großen Werken.
habe einen lieben greunb, der im Kriege als üsn,“»""'s bta siins und sieben Uhr. Das waren Weckze.ten ^eiX^Ä Sinn, erwächst aus der ge-
M sä»MÜS rtteüSWWä milttärischen Dasein sehr bald em genaues Zeit- JELffi mu Unteroffiaiere wissen, ohne auf die Bi schauen, beim Marsch wi-m-l Kilometer m einer gewissen Zeit verbraucht sind^ Und der Zeit» sinn vermag sich wie jeder andere Sinn so zu üben nb au scharfen, daß es Leute gibt, die es nie notig haben Ä der Uhr zu schauen. Sie wissen es un- Kid;, wo der Zeiger steht, und sagen, dem an- d»en der sich auf sein« Taschenuhr verlaßt: „Mem


