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Der Schulhaus-Einsturz in Württemberg

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In dem kleinen Ort Winterbach bei Stuttgart stürzte das Schulgebäude während des Unterrichts in sich zusammen. Auch der vermißte Schüler Karl E i s e m a n n wurde jetzt bei den Aufräumungsarbeiten t o t unter den Trümmern gefunden. Im ganzen ruhen neben dem toten Hauptlehrer K o h n l e sieben Kinder in Särgen. Die Beerdigung der Opfer findet am Dienstag statt. Sehr groß ist die Zahl der Verletzten. Man zählt etwa vierzig Verletzte, davon zehn Kinder schwer.

Schwere Brandkatastrophe in einem badischen Kalibergwerk.

86 Bergleute im brennenden Schacht eingeschloffen und durch Kohlenoxyd­vergiftung umgekommen.

Karlsruhe, 7. Mai. (DftB.) 3m Kaliwerk Buggingen ist Montag, 10 Uhr, ein Grohbrand ausgebrochen. Durch Knicken eines Pfei­lers wurde die elektrische Leitung durchschlagen. Es entstand Kurzschluß. Der größte Teil der Belegschaft konnte sich sofort retten, doch befinden sich noch 86 Mann im Schacht. Das Schicksal der im brennenden Schacht einge­schlossenen Bergleute ist besiegelt. Nachdem alle Rettungsversuche aussichtslos waren, ist der Schacht abgeriegelt worden.

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Oberbergrat Ziervogel vom Bergamt Karls­ruhe machte der Presse Mitteilungen über die Ur­

sache und Auswirkung des Unglücks. Der Brand entstand unterhalb der 793-Meter-Sohle, und zwar bei der sogenannteneinfallenden Strecke VI" durch Kurzschluß. Es hatte sich ein Scha­den im Kabel gezeigt. Der Sicherungsschalter wurde herausgeschlagen. Der Elektriker sowie der Grubensteiger Hintzer bemerkten eine 6 bis 8 Meter lange Stichflamme. Durch diese Stichflamme wurde der Holzausbau in Brand ge­setzt. Das Feuer brach gegen 10 Uhr aus und ist sofort bemerkt worden. Es entstand sogleich überaus st arte Rauchentwicklung.

Die Rettungsmannschaft drang in Stärke von 14 Mann in den brennenden Schacht ein. Dort war die Rauchentwicklung so dicht, daß nichts mehr zu

erkennen und an Rektungsmoglichkeiten auch mit Sauer ft offapparaten nicht zu denken war. Die Belegschaft war in Stärke von 150 Mann heute früh um 6 Uhr in die Grube ein­gefahren und arbeitete in den Grubenbauten in der Nähe der Unglücks st elle. Derjenige Teil der Belegschaft, der vor der Unglücksstelle arbeitete, konnte ins Freie gelangen, während durch die Geschwindigkeit der frischen Wetter der dichte Qualm in die übrigen Baue ge-

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tragen wurde und somit den dort beschäftigten Bergleuten den Rückweg abschnitt. Sie find durch Rauchvergiftung, besonders durch Kohlen­oxyd, ums Leben gekommen. Man hat ver­sucht, die Wetterführung auch in umgekehrter Rich­tung laufen zu lassen, um etwa noch eingefchlossene Bergleute retten zu können. Doch war auch dies infolge der großen Wettergefchwindigkeit und des dichten Qualmes unmöglich, so daß nichts anderes übrig blieb, als schließlich die Grube abzu­dämmen. Diese Maßnahme war notwendig, da sonst infolge der hiße die Grubenbaue zufammen- brechen würden, so daß später jede Bergungsaktion überhaupt unmöglich würde.

Die Alarmierung der Rettungsmannschaft erfolgte kaum eine halbe Minute nach Ausbruch des Brandes. Man versuchte noch auf telephoni­schem Wege mit den Eingeschlossenen in Ver­bindung zu kommen, was auch in einem Falle gelang. Spätere Versuche blieben erfolglos. Eine Stunde nach dem Ausbruch des Brandes konnte der Betriebsführer einen der Eingeschlossenen noch lebend bergen, jedoch mit schwerer Vergiftung und einigen Brandwunden. Der Schwerverletzte st a r b bereits auf dem Transport zu Tage. Es ist dies der einzige, der von den Eingeschlossenen bis jetzt geborgen werden konnte. Die Gesamt­belegschaft der Grube beträgt zur Zeit 450 Mann, die in mehreren Schichten arbeiten. Sie stammt zumeist aus der näheren Umgebung, aber auch aus dem badischen Oberland. Die Grube bleibt etwa 10 bis 14 Tage hermetisch geschlossen. Erst dann kann an die Bergung der Leichen herangegangen werden.

Reichsstatthalter Wagner sowie Ministerpräsi. dent Köhler trafen bald an der Unglücksstelle ein. Auf Veranlassung des Reichsstatthalters soll den Hinterbliebenen der Opfer eine Lohnvorauszahlung gewährt werden. An der Unglücksstelle trafen ferner die alarmierten Feuerwehren aus Freiburg, Mühl- heim und der näheren Umgebung sowie die Sani» tätsmannschaften von Freiburg und Mühlheim ein, ohne jedoch irgendwie in Aktion treten zu können. Vor dem Unglücksschacht stehen Hunderte von Menschen, Frauen, Kinder, Eltern der Eingeschlosse­nen, die immer noch auf eine Rettung der Ange­hörigen hoffen. Der Grubenbetrieb wird bis auf weiteres stillgelegt, um der Gefahr vorzubeugen, daß durch das Feuer Sprengstoffexplosionen ent­stehen.

0er erste Augenzeuge des ttn- glücks berichtet.

Steiger hinher, der als erster den Kurz­schluß bemerkte, erzählt, daß er sofort seine Leute alarmiert habe, die sich noch in Sicherheit bringen konnten. Weitere Maßnahmen seien nicht möglich gewesen, da der Stollen sehr schnell in Hellen Flam­men gestanden habe. Die Rauchentwicklung sei so stark gewesen, daß selbst der Scheinwerfer der Feuerwehr nur drei Meter durch- gebrungen sei. Die hiße, die in den etwa 800 Meter tiefen Stollen auch unter gewöhnlichen Umständen fast 40 Grad betrage, sei unerträg­lich geworden. Zu allem Unglück habe der Brandherd in der Nähe des Ausgan­ges gelegen. Der teilweise sehr lange Anmarsch­weg der Belegschaft sei durch Rauch und Gase schnell unpassierbar geworden.

©er neue Iieichsführer der Technischen Nothilfe.

Der Reichsminister des Innern hat den SA.- Gruppenführer, Reichstagsabgeordneten Hans Weinreich aus Merseburg zum Reichssührer der TN. bestellt. Anläßlich seines Dienstantritts erklärte der neue Reichsführer, er trete diese Stelle an in der festen Ueberzeugung, eine Organisation zu übernehmen, die bisher in selbstloser Weise ihre Pflicht zum Wohle des Volksganzen getan habe. Große Aufgaben ständen der Tech­nischen Nothilfe noch bevor. Diese restlos im Sinne unserer Regierung durchzuführen, werde für ihn oberstes Gesetz sein. Mit der gesamten Nothelfer­schaft und auch dem letzten Nothelfer werde er in Fühlung treten. Von allen Angehörigen der TN. erwarte er nach wie vor Erfüllung der einmal übernommenen Pflichten. Der GrundsatzGemein­nutz geht vor Eigennutz, Kameradschaft und Pflicht­erfüllung" werde für das Arbeiten der TN. maß­gebend sein.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

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Am 6. Mai verschied unser Kollege

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der lange Jahre unserem Verband als treues und eif­riges Mitglied angehörte. Wir verlieren in ihm einen aufrichtigen und guten Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Mai, nachm. 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten um vollzähliges Erscheinen.

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In tiefer Trauer?

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Die trauernden Hinterbliebenen?

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Gießen (Bleichstraße 5), den 6. Mai 1934.

Wir beklagen den Verlust unseres Ehrenmitgliedes

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Der Radclub verliert in ihm einen langjährigen, treuen Freund von auf­richtiger Güte nnd Fürsorge.

Die Beerdigung findet am Mittwoch» dem 9. Mai, nachmittags 2lA> Uhr, statt- Beteiligung ist Ehrenpflicht.

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