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letzten Tagen die jüdischen Blätter über die Mög­lichkeiten, die an den Tod des Herrn von Hinden­burg knüpfen könnten, zu melden gewußt. Nun aber wurde man sich mit einem Male der überra­genden Stellung des Reichskanzlers bewußt.

Die Beurteilung der Stellung des Reichskanzlers ist sich einig über die imponierende Bedeutung seiner souveränen Machtstellung. Die neuen Tatsachen wer­den erst in den nächsten Wochen, die vermutlich durch die Bemühungen um die Beilegung des deutsch-österreichischen Konfliktes ausgefüllt fein wer- den, ihr volles Schwergewicht erlangen; dann, wenn im Reich die Grabglocken verklungen sind und wenn in Oesterreich, das noch immer stark unter dem Eindruck der Ereignisse der letzten Woche steht, die Wellen abgeebbt sind.

Das nationale Oesterreich steht unter dem Ein­druck, daß sich ein Leben erfüllt hat, das, rein menschlich gesehen, unersetzbar ist, dessen Ende aber ein unsagbarer Glückstrahl beleuchtet hat durch das Wissen, daß im Reichskanzler dem deut­schen Volke der Mann geschenkt ist, die deutsche Sehnsucht, die auch die Sehnsucht des deut­schen Reichspräsidenten war, zu verwirklichen.

Führer zur Wiederbesinnung.

Von unserem ständigen M.-Äerichierstaiier Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Rom, 2. August.

Stark ist, trotz und wegen der Verstimmung der letzten Zeit, in Italien die Anteilnahme an deutschen Ereignissen. Stark ist deshalb auch der Eindruck, den der Tod Hindenburgs hier hinterläßt. Das Interesse an Deutschland ist womöglich noch gesteigert. Denn der Drang des Faschismus, moderne Staatsideen, als deren berufener Vertreter er sich betrachtet, in der Welt durchgesetzt zu sehen und das geht nur m i t Deutschland steht im innersten Kampf mit der Voreingenommenheit, in außenpolitische Dinge eingreifen zu sollen, die eine genaue entgegengesetzte Stellungnahme zum Deutschen Volk mit sich bringen und schon gebracht haben. Eine zwiespältige, inkon­sequente Haltung Italiens am 2. August ist unver­kennbar. DasTrotz und Wegen" kommt deutlich zum Ausdruck.

Trotz der Verstimmung betont man in Italien, daß die verehrungswürdige Gestalt des Feldmar­schalls die besten Eigenschaften des deutschen Volkes verkörpert habe: Rechtschaffenheit, Gradheit, ritter­liches Soldatentum, unerschütterliche Treue und Liebe zum Vaterland, Bescheidenheit und Maßhal­ten, Pflichttreue bis zum Aeußersten. Darüber hin­aus aber heißt es, und das wird von anderen Völkern weniger verstanden und geachtet wovden sein er habe bei aller traditionellen Verankerung das Streben seiner Nation mit weitem Herzen und Verstand begriffen, er sei nicht bloß ein Hüter glor­reicher Vergangenheit, sondern über trübe Nach­kriegsjahre hinweg Führer zur Wieder­besinnung gewesen. Er habe die neue Zeit mit der alten vereinigt, das Dritte Reich mit dem ersten verbunden.

Wegen der Verstimmung gegen Deutschland aber, deren Opfer Italien in diesen Tagen ist, ver­meidet man hier kleinlich die Feststellung, daß mit den Deutschen fast die ganze Welt um diesen gro­ßen Deutschen trauert.

Dieses alles ändert am tiefen Bewußtsein für die stille Größe des verblichenen Feldmarschalls nichts. Gerade aus den italienischen Nachrufen mit ihrem inneren Zwiespalt ist die Erschütterung zu verspüren, die das Hinscheiden dieses wahrhaft gro­ßen deutschen Mannes in der Welt hinterläßt.

Garanten -es Friedens.

Von unserem ständigen K.-Äerichieistaiter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Warschau, 2. August.

Der verstorbene Reichspräsident von Hindenburg erfreute sich in Polen außerordentlichen Ansehens. Dieser aufrechte, immer pflichtbewußte Soldat und Staatsmann hat sich in wetten Kreisen des polni­schen Volkes sogar sehr starke Sympathien erwor­ben. Er befreite Polen vom russischen Joch, das das polnische Volk in mehreren Aufständen vergeb­lich abzuschütteln versucht hatte. Marschall P i l - sudski, der selbst ein überragender Soldat und Staatsmann ist und der 1920 die Rote Armee vor den Toren Warschaus schlug, äußert sich in seinen Reden und Schriften" mit größter Bewunderung über den Sieger von Tannenberg, den er als das Symbol heroischer Kraft und militärischen Geistes bezeichnet. Als der greise Feldmarschall an die Spitze des Reiches trat, erblickte Polen in ihm den­selben Retter Deutschlands, der während des Gro­ßen Krieges das deutsche Volk vom äußeren Feind befreite. Es erblickte in dem Reichspräsidenten von Hindenburg den Garanten des inneren und äußeren Friedens, an dem Polen selbst das größte Interesse haben mußte, weil es sich im Kampfe gegen den Kommunismus mit Deutschland einig wußte. Nie­mals gab es eine Pressestimme in Polen, die in pietätloser Weise das greise Reichsoberhaupt zum Mittelpunkt eines Angriffs gemacht hätte. Sein Tod legt die eminente politische Frage nahe, ob das Deutschland unter seiner neuen Führung dieselbe Gewähr für den Frieden und für ein friedliches Zusammenleben mit Polen bietet, wie das Deutsch­land unter dem greisen Feldmarschall. Darum i st man in Polen nicht besorgt. War es doch kein anderer als Adolf Hitler, der sich in dem Friedenswillen Deutschlands mit dem alten Reichspräsidenten so einig war, und der Polen die Hand zum Frieden bot, um die zugespitzten Nachbarbeziehungen nicht nur zu entspannen, son­dern eine Atmosphäre zu schaffen, die ein ersprieß­liches Zusammenleben und Zusammenarbeiten zwi- schen dem deutschen und polnischen Volke erst er- möglichte. Daß von dieser Linie nicht a b ge w i ch e n w i rd, d a r sieht man in dem neuen Staatschef Adolf Hitler die beste Gewähr.

Bemerkenswertes französisches Eingeständnis. Paris, 5. Aug. (DNB.) Die französische Presse hebt allgemein hervor, daß die V o l k s a b st i m - mung des 19. August ein voller Erfolg für Reichskanzler Hitler sein werde.

Ami du P e u p l e" schreibt, jeder, der aus Deutschland komme, bestätige, daß das Ansehen Hitlers niemals größer gewesen sei als jetzt.

Petit Journal" erklärt, Hitler laufe keine Gefahr, wenn er das deutsche Volk auffordere, seine Handlungen zu billigen.

E x c e l s i o r" führt aus, jeder wisse und der 12. November fyabe das bestätigt, daß ein Staatsmann niemals eine Volksabstimmung ab­halten lasse, wenn er des Ausganges nicht sicher sei. Hitler werde also, wie bisher, eine über­wältigende Stimmenmehrheit erhalten.

Oie Trauer in den Kirchen.

Trauergottesdienst in Berlin.

B e r l i n, 5. Aug. (DNB.) In allen Berliner Kirchen hatte sich am Sonntag eine gläubige Ge­meinde zusammengefunden, um noch einmal im Geiste Abschied zu nehmen von dem verewigten Reichspräsidenten. Besonders stark war der Andrang zum Berliner Dom, wo schon eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes der mächtige Raum so überfüllt war, daß schließlich Polizei zur Absperrung herangezogen werden mußte. Da nicht alle Kirchenbesucher im Schiff Platz fanden, ver­harrte ein großer Teil vor den Portalen, um von dort aus dem Gottesdienst zu folgen. Unter den Anwesenden sah man u. a. Staatssekretär Dr. Meißner, den nächsten Mitarbeiter des Reichs­präsidenten, Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg und weitere hohe Offiziere des Hee­res und der Marine, Vertreter des Luftfahrtmini­steriums und anderer Ministerien, der Landespoli­zei, der Stadt und der politischen Organisation.

Reichsbischof Ludwig Müller, der den Gottes­dienst abhielt, legte seiner Predigt das Apostelwort zugrunde:Wie ein groß' Ding ist es doch um einen Freund und klugen Haushalter. So sucht man nicht mehr an den Haushaltern, als daß sie treu erfunden werden." In tiefster Dankbarkeit und mit stolzer Freude, so führte er aus, gedenke heute die Deutsche Evangelische Kirche ihres großen Sohnes. Die hehre Gestalt des greifen Reichspräsidenten sei für alle ein Symbol für das, was Deutschland war, ist, und was es in Zukunft sein soll. Ihm nachzueifern, jeder auf seinem Posten, alles für Volk und Vater­land, nichts für sich selbst zu schaffen, das sei die Mahnung des Verblichenen."

Trauergottesdienst in Freystadt.

F r e y st a d t, 5. August. (DNB.) In der hiesigen K i r ch e , wo Reichspräsident von Hindenburg von Neudeck aus regelmäßig dem Gottesdienst bei­zuwohnen pflegte, hielt Hofprediger D. Döring aus Berlin heute vormittag eine Trauerfeier ab. Dem Gottesdienst wohnte der Sohn des Feld­marschalls Ober st von Hindenburg mit sei­ner Gattin bei. Um ihn scharte sich wie eine große Familie das Gutspersonal von Neudeck. Hofprediger Döring sprach ergreifende Worte von der Treue, die zuerst und zuletzt im Himmel und auf Erden stehe. Er mahnte die Männer und Frauen der ost- preußischen Erde, niemals zu vergessen, was der Befreier Ostpreußens ihnen als Vermächt­nis hinterließ: Tief ft es Verantwortungs- ?e f ü h l in jeder Lebenslage, tätige Vater- andsliebe und schlichte Frömmigkeit. Mit Hindenburg, so schloß Hofprediger Döring seine Predigt, geht ein Geschlecht zu Grabe, das drei Generationen sah. Denkt daran, was ihr im Ge­denken an diesen Mann euren Kindern zu geben habt!

Leise intonierte die Orgel das Lied vom guten Kameraden. Dann sang die Gemeinde das alte TrutzliedEin' feste Burg ist unser Gott".

Zum Schluß sprach Hofprediger Döring ein

Gebet, das in die Bitte um Gottes Kraft und Segen für den Mann, der als Führer von Volk und Reich Hindenburgs Erbe fortan verwaltet, und in das gemeinsame Vaterunser der Gemeinde ausklang.

Hirtenbrief

des Kardinal-Erzbischofs Schulte.

Köln, 4. August. (DNB.) Der Erzbischof von Köln Kardinal Schulte hat an seine Erzdiözesanen folgenden Hirtenbrief gerichtet:

Geliebte Erzdiözesanen! Einen überaus schwe­ren und schmerzlichen Verlust bedeutet für unser Volk und Vaterland der Heimgang des Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg. Mit inniger Wehmut wird im ganzen Reiche der Tod dieses ehrwürdigen Greises empfunden, der in den schweren Jahren der Kriegs­und Nachkriegszeit der unerschütterliche Hort ü n d Hüter deutscher Ehre und Würde ge­wesen ist, und zu dem wie zum Vater des Vater­landes das gesamte deutsche Volk einmütig seit 20 Jahren in guten und bösen Tagen mit d a n k ba­re r V e r e h r u n g aufschaute. Das durch Gottes gnädige Vorsehung bis zu den äußersten Grenzen menschlicher Jahre kraftvoll gebliebene Leben des hohen Verstorbenen war ein erhabenes Beispiel freudig sich in christlicher Gesinnung hin opfernder Berufstreue und Pflicht­erfüllung. lieber das Grab hinaus in die Ewig­keit folge ihm deshalb Eure Dankbarkeit in treuem Gebet. So erfüllt Ihr die Mahnung des Apostels und folgt zugleich dem Beispiele unse­rer heiligen katholischen Kirche, die allezeit für die Obrigkeit gebetet und die Gläubigen zu diesem Ge­bet angehalten hat.

Bayerische Hirtenbriefe.

Bamberg, 4. Aug. (DNB.) In dem Hirten­brief des Erzbischofs Dr. Jakobus von Hauck an­läßlich des Hinscheidens des Reichspräsidenten von Hindenburg heißt es u. a.:

Mit den Volksgenossen aller deutschen Gaue stehen die bayerischen Katholiken in aufrichtiger Trauer an der Totenbahre dieses kerndeut­schen, pflichttreuen und gottesgläu- b t g e n Mannes, der alle Tage seines Lebens bis zum letzten Atemzug dem deutschen Volke sowohl ^.^^ieg als im Frieden alle seine Kräfte weihte, l^^b^osident von Hindenburg wird in der beut» yn Geschichte weiterleben als Vorbild aller . seinem Volk zu dienen

und diesem Dienst am Volk die persönliche Ruhe

..oUmTr-jVe !!ets nachzuordnen, als Vorbild treuester Pflichterfüllung, als Vorbild eines deut- J~?en Edelmannes, der gläubigen und frommen Sinnes in den Prüfungen seines persönlichen Le­bens, wie in den Schicksalsstunden seines Volkes die Hand der Vorsehung sieht und auch in schweren Stunden das Gottvertrauen nicht verliert. Was Reichspräsident von Hindenburg in dem arbeits­reichen Leben für unser Volk im ganzen geleistet hat, ist auch den einzelnen zugutegekommen und verpflichtet auch den einzelnen zur Dank­barkeit.

Würzburg, 4. Aug. (DNB.) Erzbischof Dr. Matthias Ehrenfried schreibt in seinem Hir­tenbrief an seine Diözese anläßlich des Hin- scheidens des Reichspräsidenten u. a.:

Dankbar erinnern mir uns dieses großen Mannes, dessen Name auf ewig in die Geschichte des deutschen Vaterlandes eingegra­ben bleibt. In hunderten von Schlachten hat er während des Weltkrieges für das Vaterland un­vergänglichen Ruhm erworben, mit zähester Aus­dauer und weisester Klugheit hat er Deutschland vom Untergang gerettet. Die schwerste Aufgabe übertrug ihm die göttliche Vorsehung, als er vor neun Jahren an die Spitze des Deutschen Reiches gestellt wurde. Aufrecht und treu hat er das Reich in diesen schweren Zeiten in Ruhe und Frieden erhalten. Sein ganzes Lebenswerk steht

im Zeichen steter Opferbereitschaft. Alls seine Arbeit stellte er auf den Boden des meh­ren Christentums und tiefer religiö­ser Auffassung. Daraus zog er Kraft und Mut, Reinheit und Ausgeglichenheit seines vor- nehmen Charakters. Daraus entquoll das helle Licht, das sein Leben verklärte.

Mainzer bischöfliches Ordinariat ordnet Trauerfeiern an.

Mainz, 4. Aug. (LPD.) Aus Anlaß des Hin­scheidens des Herrn Reichspräsidenten von Hin­denburg hat das bischöfliche Ordinariat angeord­net, daß am Sonntag, 12. August, in allen Pfarrkirchen der Diözese nach der Nachmittags­andacht eine Trauerfeier stattfindet.

Die letzte Ruhestätte im Feldherrutunu.

Oer Sarg geschlossen.

N e u d e ck , 4. August. (DNB.) Die Leiche des Generalfeldmarschalls ist heute Dormittag ein» gesargt morden. Bei der Einsargung maren nur die engsten Familienmitglieder zugegen. Der Sarg ist geschlossen und im Arbeitszimmer des Reichspräsidenten aufgebahrt worden; auch die Offiziersehrenmache hat in dem Arbeitszimmer Auf­stellung genommen. Der Sarg ist von Blumen­schmuck reich umgeben.

Oie endgültige Beisetzung Hindenburgs im Feldherrnturm.

DNB. Berlin, 4. August. Im Einvernehmen mit der Familie von Hindenburg hat der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler an­geordnet, daß die endgültige Beisetzung des Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg im Feldhermturm des Tannenbergdenkmals erfolgt, der als Gruftkapelle eingerichtet wird.

Lleberfliegen des Tannenberg-National- denkmals am 1. August verboten.

Berlin, 4. Aug. (DNB.) Das Reichsluftfahrt­ministerium gibt folgende Verordnung bekannt: Um eine Störung der Beisetzungsfeierlichkeiten zu ver­meiden, wird für Dienstag, 7.August, der Luft­raum über dem Tannenberg-Natio­naldenkmal einschließlich eines Umkreises von 10 Kilometer um das Denkmal als ßuftfperr» gebiet erklärt. Das UeberfHegen dieses Luftraumes ist daher verboten. Zuwiderhand­lungen sind nach § 31 des Luftverkehrsgesetzes straf­bar.

Ostpreußens Flieger ehren den toten Reichspräsidenten.

Königsberg, 4. Aug. (DNB.) Ostpreu­ßens Flieger werden dem verewigten Reichs­präsidenten eine besondere Ehrung zuteil werden lassen. Am Montag um 17 Uhr wird eine aus sieben Maschinen bestehende Staffel einen Strauß roter Rosen über Neudeck ab« werfen, dessen Schleife die Aufschrift trägt: Dem großen Deutschen. D i e o st preu­ßischen Flieger." Weiter wird eine Fliegerstaf­fel am Tage des Staatsbegräbnisses am Tannen­bergdenkmal von 10 bis 10.40 Uhr über dem Denk­mal kreisen. Die Maschinen werden lange Trauer­wimpel an den Tragflächen führen.

Eine Minute Verkehrsruhe.

DNB. Berlin, 4. August. Der Reichsverkehrs­minister Freiherr von Eltz-Rübenach hat fol­gende Anordnung erlassen:

Am Dienstag, 7. August, findet in der Stunde der Beisetzung des Herrn Reichspräsidenten eine allgemeine Verkehrsruhe von 11.45 bis 11.46 Uhr statt. Alle Verkehrsteilnehmer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen haben anzuhalten und eine Minute in Gedenken an den Verewigten stillzustehen. Für die Deutsche Reichs­bahngesellschaft sowie die Privat- und Kleinbahnen erlassen die Verwaltungen die näheren Anweisungen.

Der Reichsverkehrsminister Freiherr von E l tz.

Oie Llebertragung der Trauerfeier im Reichstag.

Berlin, 6. Aug. (DNB.) Wie wir erfahren, wird die Trauerfeier in der Kroll-Oper am heutigen Montagmittag um 11.50 Uhr über­nommen von den italienischen Sendern, vom dä­nischen Rundfunk, von der National Broadcasting Company, vom Columbia Broadcasting System, weiter von den beiden brasilianischen Sendern und den Sendern in Uruguay und Japan. Im japani­schen Rundfunk wird im Anschluß an die lieber« tragung Dr. Kolb von der japanischen Botschaft in Tokio sprechen.

lieber die Sender der British Broadcasting Cor­poration spricht Dienstagabend zum Tode Hinden­burgs der Deutsche Botschafter in London. Anschlie­ßend gibt ein englischer Berichterstatter aus Deutsch­land einen Augenzeugenbericht von den Trauer­feierlichkeiten am Tannenberg-Denkmal.

Oie Llebertragung der Trauerfeier am Tannenberg-Oenkmat.

Berlin, 6. August (DNB.) Die llebertragung des Staatsbegräbnisses am Tannenberg-Denkmal wird Dienstag um 20 Uhr wiederholt. Anschließend bringt der Deutschlandsender für den gesamten deutschen Rundfunk die Worte des Reichspräsiden­ten Generalfeldmarschall von Hindenburg, die er am 11. November v. I. über den Rundfunk an das deutsche Volk richtete. Alle Hörer werden so noch einmal die Stimme des großen Deutschen verneh­men können.

Hindenburg-Gedenkfeiern auf allen Schiffen.

DNB. Hamburg, 4. August. Der Führer der Deutschen Seeschiffahrt, Staatsrat E ß - berger, hat an alle deutschen Schiffe folgendes Telegramm gesandt:

Die Kommandos aller auf See und im Ausland befindlichen deutschen Seeschiffe werden ersucht, am Dienstag, 7. August, anläßlich der Beisetzung des Reichspräsidenten von Hindenburg in würdiger Weise eine Gedenkfeier zu veranstalten.

Die Mttrauer -er Welt.

Beileid des Königs von Schweden.

Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der König von Schweden hat an Oberst von Hindenburg am 2. August folgendes Telegramm gesandt:

Erfahre soeben mit großem Bedauern Heim­gang des Reichspräsidenten. Spreche Ihnen und Familie meine herzliche und warme Teil­nahme aus. G u ft a v."

Beileid des Staatssekretärs Hüll.

Washington, 4. Aug. (DNB.) Staatssekretär Hüll hat an den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath folgendes Telegramm gesandt:

Anläßlich des Todes Ihres geliebten und ver­ehrungswürdigen Präsidenten spreche ich Ew. Ex­zellenz mein aufrichtiges Beileid aus. Meine Landsleute trauern mit mir um den Heim­gang dieser großen Gestalt, dessen Verdienste um sein Vaterland die Hochachtung der Welt hervor­gerufen haben.

gez.: Cordell Hüll, Staatssekretär für Auswärtiges der Vereinigten Staaten.

Der amerikanische Botschafter sprach Samstag im Auftrage des Staatssekretärs H u l l im Auswärtigen Amt in Berlin vor und brachte mündlich zum Ausdruck, wie sehr der Präsident, die Regierung und das Volk der Vereinigten Staaten an dem Verlust Anteil nehmen, den Deutschland durch den Tod des Herrn Reichspräsidenten erlitten habe. Der große Soldat und Staatsmann werde in unvergänglicher Achtung der ganzen Welt fort­leben.

Das Beileid der faschistischen Partei.

Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der Sekretär der Faschistischen Partei, Starace, hat an den Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Bei­leidstelegramm gesandt:

Im Namen der Faschistischen Partei drücke ich Ew. Erzellenz zum Hinscheiden des Feldmarschalls von Hindenburg mein tiefstes Beileid aus. Die überragende Erscheinung dieses großen Sol­daten und Menschen und seine restlose Hingabe an das Vaterland werden allein ein Vorbild in des Wortes höchster Bedeutung bleiben.

Achille Starace, Sekretär der Faschistischen Partei."

OaS Beileid

der französischen Wehrmacht.

Berlin, 4. Aug. (DNB.) General Renon- heau, der französische Militärattache, hat am Samstag im Auftrage des Marschalls Pstain dem Reichswehrminister Generaloberst v. Blom­berg das Beileid der französischen Wehrmacht zum Hinscheiden des Oberbefehls­habers Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg persönlich zum Ausdruck gebracht.

Frankreich flaggt am Beisetzungstage Halbmast.

Paris, 4.Aua. (DNB.) Die französische Regie­rung hat beschlossen, am Dienstag, 7. August, am Tage der Beisetzung des Reichspräsidenten von Hindenburg aufallen öffentlichen Gebäuden in Frankreich die Flaggen auf halbmast zu setzen.

Der französische Botschafter Francois Poncet wird den Präsidenten der Republik, Lebrun, bei den Beiisetzungsfeierlichkeiten für den Reichspräsi­denten von Hindenburg als außerordentlicher Bot­schafter vertreten.

Oie Teilnahme der Schweiz.

Bern, 4. Aug. (DNB.) Der Bundesrat hat beschlossen, daß die in Bern anwesenden Mitglieder des Bundesrates am kommenden Dienstag dem im Münster stattfindenden Trauergot­tes d i e n st für den verstorbenen Reichspräsiden­tenten von Hindenburg beiwohnen werden.

Gedenkfeier des ungarischen Hindenburg-Regiments. B u d a p e st, 5. Aug. (DNB.) Der Kamerad­schaftsverband des ehemaligen K. K. Infanterie­regiments Nr. 6 9, dessen Inhaber General­feldmarschall von Hindenburg war, veranstal­tete am Sonntag vor dem Heldendenkmal in Stuhlweißenburg, am ehemaligen Sitz des Regiments, eine Trauerfeier. Etwa 200 ehemalige Offiziere und Mannschaften des Regiments hatten sich vor dem Denkmal eingefunden, dessen Sockel eine Büste des Generalfeldmarschalls trägt. Die Trauerrede hielt der ehemalige Bürgermeister-Stell­vertreter der Stadt Stuhlweißenburg und ehemalige Reserveleutnant des Hindenburg-Regiments Alexan­der Simon. Anschließend bar an legte Regiments­kommandeur Adalbert Leisz einen Kranz am Denkmal nieder. Das zur Teilnahme an der Bei­setzungsfeier bestimmte Offizierskorps des Honoed- Jnfantere-Regiments Nr. 103, das Traditionsregi­ment des K. u. K. Infanterieregiments Nr. 69 ist, trat am Sonntag unter Führung des Regiments­kommandeurs Otto Koos die Fahrt nach Tannen­berg an.

Oer Beisehungstag Hindenburgs schulfrei im Saaraebiet.

Saarbrücken, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Direktion der Volksschulabteilung der Regie­rungskommission teilt mit, daß am Dienstag aus Amlaß der Veisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Reichspräsidenten, General­feldmarschall von Hindenburg, in sämtlichen Schulen des Saargebiets der Unter­richt ausfällt.