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Nr 179 Erstes Blatt 184- Jahrgang Freitag, 3. August 1934
Gietzener Anzeiger
Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk
August 1934 herbeizuführen:
1.
Die
des Innern mit der Durchführung dieses Beschlusses.
In Ehrfurcht und Erschütterung beugt die Nation ihr Haupt vor diesem großen Toten. Seine nimmermüde Sorge um das Reich soll von seht an unsere Sorge sein. Seinen Kampf um des deutschen Volkes Freiheit. Glück und Frieden aber übernehmen wir als Verpflichtung und Vermächtnis.
„Das Amt des Reichspräsidenten wird mit dem des Reichskanzlers vereinigt. Infolgedessen gehen die bisherigen Befugnisse des Reichspräsidenten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über. Er bestimmt feinen Stellvertreter."
Reichsregierung beauftragte den Reichsminister
Berlin. 2.Aug. (DNB) Der Führer und Reichskanzler hat an den Reichsinnenminister folgendes Schreiben gerichtet:
..Herr Reichsinnenministerl
Die infolge des nationalen Unglücks, das unser Volk betroffen hat. notwendig gewordene gesetzliche Regelung der Frage des Staatsoberhauptes veranlaht mich zu folgender A n - ordnung:
1. Die Gröhe des Dahingeschiedenen hat dem Titel Reichspräsident eine einmalige Bedeutung gegeben. Er ist nach unser aller Empfinden in dem. was er uns sagte, unzertrennlich verbunden mit dem Namen des großen Toten. Ich bitte daher Vorsorge treffen zu wollen, daß ich im amtlichen und auheramtlichen Verkehr wie bisher nur als Führer und Reichskanzler an.
_______ Herzens verschließen. Ruhm seiner Taten im Krieg und Frieden wi
gesprochen werde. Diese Regelung soll für alle Zukunft gelten.
2. Ich will, dah die vom k a b i n e t t beschlossene und verfassungsrechtlich gültige Betrauung meiner Person und damit des Reichskanzleramles an sich mit den Funktionen des früheren Reichspräsidenten die ausdrückliche Sanktion des deutschen Volkes erhält. Fest durchdrungen von der Ueberzeugung. dah jede Staatsgewalt vom Volke ausgehen und von ihm in freier und geheimer Wahl bestätigt sein muh, bitte ich Sie. den Beschluh des Kabinetts mit den etwa noch notwendigen Ergänzungen unverzüglich dem deutschen Volke zur freien Volksabstimmung vorlegen zu lassen.
Berlin, den 2. August 1934.
Gez.: Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler."
Enkel zu _.....
weitergetragen werden. Wir aber wollen uns glücklich preisen, den großen alten Mann noch mitten unter uns gesehen zu haben, der eingegangen ist in unsere Gechichte als „Generalfeldmarschall von Hindenburg".
ihm nicht geführt wird, da die Gröhe des Dahingeschiedenen diesem Titel eine einmalige Bedeutung gegeben hat, und in dem er weiterhin die Verfügung trifft, dah über das Reichsgesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches vom 1. August eine freievolksabstimmung herbeigeführt wird.
Demgemäh beschloh die Reichsregierung, entfpre- chend dem Wunsche des Führers und Reichskanz- lers, am Sonntag, den 19. August 1934, eine Volksabstimmung über das Reichsgesetz vom
Berlin, den 2. August 1934.
Die HeichSregierung.
Trauersihung des Reichskabineiis
Volksabstimmung am 19. August.
Auf den Führer vereidigt.
Berlin, 2. Aug. <DNB.) Auf dem großen Moabiter Exerzierplatz wurde Donnerstag 18 Uhr das Wachregiment Berlin auf den Führer als Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht vereidigt. Das Wachregiment besteht gegenwärtig aus einer Braunschweigischen, einer ostpreußischen, einer mecklenburgischen, einer schlesischen und zwei bayerischen Kompanien.
Nach der Vereidigung wandte sich der Befehlshaber im Wehrkreis III noch einmal an die Sol- baten mit den Worten: „Nachdem wir dem Führer die Treue gelobt haben, bekräftigen wir den EM mit dem alten Soldatenruf: Der Führer des Volkes und des Reiches, der Oberbefehlshaber der Wehrmacht Hurra!"
Volksabstimmung über die Aemegelung des Staatsoberhauptes.
„Führer und Reichskanzler."
zugehen.
Der Gauleiter und Oberpräsident von Ostpreußen Staatsrat Erich Koch traf nachmittags auf dem Gute Neudeck ein und machte im Namen der Hci- matprovinz Ostpreußen dem Sohne des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg einen Beileidsbesuch. Er weilte auch eine kurze Zeit im Sterbezimmer des Reichspräsidenten.
Keine Blumenspenden!
Gedenkt der notleidenden Volksgenossen;
Berlin, 2. Aug. (DNB.) Die Familie des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg bittet, von der Uebersendung von Blumenspenden Ab- st a n d zu nehmen und bei diesem Anlaß lieber der notleidenden Volkgenossen zu geben- k e n. Wer dies tut, handelt im Sinne des verstorbenen Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls.
Zwei Telegramme Görings.
Berlin, 2. August. (DNB.) Der Reichsluft- fahrtminifter und preußische Ministerpräsident General ©bring richtete folgende beiden Beileids- telegramme an Oberst von Hindenburg:
„An Oberst von Hindenburg, Neudeck.
Die Nachricht von dem Ableben Ihres hochver- ehrten Vaters, unseres greisen Generalfeldmarschalls, die Sie mir heute morgen übermittelten, hat mich aufs t i e f ft e erschüttert. Mit dem Generalfeldmarschall geht einer der gewaltigsten Manner dieses Jahrhunderts in die Ewigkeit ein. Die Geschichte kennt wohl kaum ein Leben, das so reich war an unerhörten Erfolgen, gewaltigen Siegen, strahlenden Ereignissen und schmerzvollstem Erleben. Er ist mit feinem Volk über stolze Höhen gegangen und hat es de- harrlich durch dunkle Niederungen wieder zu neuem
. _.iufe des Vormittags iche Verkehr von der ____ -.utsch-Eylau abgelenEt worden. Die zur Absperrung befohlenen S S. - Männer sorgen dafür, daß die feierliche Stille um Haus Neudeck nicht gestört wird, bis das neue Deutschland dem Feldmarschall des großen Krieges die letzte Ehre in einer Form erweist, die seiner historischen Größe würdig ist. Hier in Ostpreußen, in unmittelbarer Nahe der Stätten, an denen Hin- benburg seine großen Siege erfocht, sind die Menschen nach dem Eintreffen der Trauernachricht nach Hause gegangen, um in Häusern und Hütten des Feldmarschalls zu gedenken. In den Dorfstraßen wehen, mit Trauerflor verhängt, die Fahnen des erneuerten Reiches. Auch die zahlreichen ausländischen Pressevertreter haben sich damit abfinden müssen, daß N e u d e ck und vor allem das Sterbezimmer des Feldmarschalls jedem Zutritt verschlossen geblieben ist. An der Einfahrt zum Park, sowie vor den Portalen des Schlosses stehen unbeweglich die von der Ehrenkompanie der Reichswehr gestellten D o p p e l p o st e n. Auf dem Dache hängt still in der Mittagssonne auf Halbmast die S t a n b a r te des R e i ch s p r ä s i d e n - t e n. Die Hausflagge Hindenburgs ist Mittag eingezogen worden. Links neben dem Portal sieht man die Fenster des Sterbezimmers. Nur das Zwitschern der Vögel unterbricht die fast unwirkliche Stille des Parkes. Der feierliche Bann eines in seiner Größe kaum zu ermessenden historischen Ausklanges liegt über dem Schloß und Park.
Die Leiche des Reichspräsidenten ist heute nachmittag im Hause Neudeck feierlich aufgebahrt worden. Offiziere halten die Ehrenwache. Die Zuge Hindenburgs spiegelnv ollkommen Frieden wieder. Die Hände sind ineinandergeschlossen, so wie sie in der letzten Nacht der Generalfeldmarschall s e l b st gefaltet hatte. Zuletzt hatte Hindenburg noch einmal in einem Spruchbuch gelesen und einen Spruch angestrichen: „Mitder einen Hand führte er das Schwert, mit d e r anderen arbeitete e r".
Abends wurde dem Neudecker Gutspersonal, das in einem ganz besonderen patriarchalischen Vertrauensverhältnis dem Reichspräsidenten verbunden war, Gelegenheit gegeben, an der Bahre oorüber-
Vier Jahre lang war er bann für unser Volk und die Well die Verkörperung deutschen Soldatentums und preußischer Pflichterfüllung. Wit seinem Namen verknüpfen sich die unvergänglichen Siege, die die deutschen Armeen an allen Fronten des Großen Krieges an ihre Fahnen heften konnten.
Im November 1918, als über Deutschland Betrat, Chaos und Verzweiflung her- einbrachen, blieb er der ruhende Pol m der Erscheinungen Flucht. In einer herben und männlichen Pflichtauffassung, die schon vom Schimmer einer fast mythischen Verklärung umgeben war, stellte er sich in schwersten Schicksalsstunden dem deutschen Volke wiederum zur Verfügung und führte die Armeen in die Heimat zurück. In diesen Wochen und Monaten wuchs er zum Symbol deut
scher Pflichterfüllung empor.
Wiederum vergönnte das Schicksal es ihm nicht, in Ruhe und wohlverdienter Abgeschiedenheit vom öffentlichen Leben seine Jahre zu beschließen. Noch einmal erging der Ruf des Volkes an den fast Achtzigjährigen, und der pflichtgewohnte S^dat des großen Krieges versagte sich auch diesem Rufe nicht. Zweimal wurde er zum P r a s i d e n t e n des Deutschen Reiches gewählt. In all den Wirren der Nachkriegszeit stand er immerdar über der Parteien Haß und Gunst. Wenn alles wankte, blieb er fest. Wenn jede Ordnung und jeder innere Zusammenhalt zu schwinden oder zu zerbrechen drohten, an ihn klammerten peb öann die letzten Hoffnungen eines verzweifelten Volkes. Er stellte seinen glanzumstrahlten großen Namen zur Verfügung, wenn es galt, die deutsche Nation nach innen oder nach außen würdig zu vertreten und ihre Lebensrechte der Welt gegenüber zu verteidigen.
Hindenburg wurde im Frieden bas, was er im Kriege gewesen war: ber nationale Mythos bes beutschen Volkes.
Am 30. Januar 1933 schloß erfürbiejunge nationalsozialistische Bewegung die Tore des Reiches auf. Im gläubigen Vertrauen auf die unbesiegbare Lebenskraft seines Volkes legte er die Verantwortung in die Hand der deutschen Jugend und schlug damit die Brücke vom Gestern zum Morgen. Mit einer Treue ohnegleichen hat er seitdem zum jungen Deutschland gestanden und gegenüber allen Bedrohungen leine schützende und segnende Hand über d e m neuen Reich gehalten. Es war vielleicht das höchste Glück seines betagten Lebens- abends, nun zu wissen, daß das Schicksal der Nation in sicherer Hut lag und das Reich so fest gegründet war, daß es allen Sturmen und Anfeindungen trotzen konnte.
Ein reiches, volles, von Arbeit und Segen gekröntes Leben ist damit zu Ende gegangen. Das Größte, was von einem Menschen gesagt werden kann, auf ihn trifft es zu: E r h a t d u r ch s e i n e n Heimgang die We-lt ärmer gemacht.
Das deutsche Volk wird das hehre Andenken seines Lebens und Wirkens in dem Schrein feines dankerfüllten Herzens verschließen. Der - ' ' er Taten im Krieg und Frieden wird von
Enkel bis in die fernsten Geschlechter
In ihm verkörperte sich die tiefe Versöhnung, die am 30. Ianuar 1933 zwischen dem Deutschland von gestern und dem von morgen ftatt- gesunden hatte. Sein durch die vielen Jahre innerer Zerrissenheit unüberhörbar hindurch- bringenber Ruf nach Einigkeit ging in wunber- barfte Erfüllung: bie Klassen unb Stäube schlossen sich im Zeichen bes Nationalsozialismus zusammen unb würben in einer festen, unerschütterlichen Volksgemeinschaft vereint. Dem deutschen Volke aber schien es so, als sei Hindenburg aus der Reihe der Lebenden nicht mehr herauszudenken. Unfaßbar war uns allen der Gedanke, daß er einmal von uns gehen könnte.
Was unvorstellbar war, ist nun doch bittere Wirklichkeit geworden: Hindenburg lebt nicht mehr. D e r getreue Ekkehard d e s deutschen Volkes ist von uns gegangen. Der Nation aber bleibt die dankbare und gesegnete Erinnerung an eine große, monumentale, über die Zeit weit hinausragende soldatische und staatsmännische Persönlichkeit und das cble und unübertroffene Beispiel einer herben, männlich-heroischen Pflichtauffassung, die sich im Dienste am Vaterland verzehrte.
Berlin, 2. Aug. (DNB.) Die heutige Sitzung des Reichskabinetts stand völlig unter dem Eindruck der Trauer um bas hinscheiben bes Reichspräsibenten Generalfelbmarschall von hinben- burg.
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler
eröffnete den fiabineflsral in liefern Ernst sichtlich bewegt mit einer kurzen Ansprache, in der er daraus hinwies, dah mit dem Tode des Reichs- Präsidenten von Hindenburg das ganze deutsche Volk den schwersten Verlust erlitten habe. Der Reichskanzler gedachte des groben Toten mit ergreifenden Worten. >n öenen et zum Ausdruck brachte, dab er in dem verstorbenen feinen väterlichen Zreund °°rloren hab - „wir dürfen", f° betonte der Reichskanzler, „nicht vergeffen, dab »Dne den °"°w,g.en Reichs- Präsidenten von Hindenburg die jehige Reichsregie- rung nicht zuttandegekommen wäre »e! den wor- len des Reichskanzlers hatten stch d>e Kabmettsmik- glieder von ihren Plätzen erhoben und nähmeti in flutnmer Ergriffenheit diese Erklärung des Führers ^Der Reichsministet für volksaufklärung und pro- paganba
Or. Goebbels
brachte sodann dem Reichskabine« den Aufruf hör Beicbsregierung a n bas beulfche Volk onMblich des hinscheidens des Reichspräsidenten von Hindenburg zur Kenntnis, der ohne ,ede Erörterung gebilligt wurde.
Darauf verlas ber Reichsrninister bes Innern
Dr. Frick
h„ «»reihen des rühret» und «eiche- kant l e r s in dem dieser anordnel. datz die vezeichnüng „Reichspräsident" von
Der Führer an Oberst von Hindenburg.
Berlin, 2. Aug. (DNB.) Der Führer des Deutschen Reiches unb Volkes Adolf Hitler richtete an Herrn Oberst von hinbenburg unb Frau nachstehendes Telegramm:
„Noch tief bewegt von der für mein ganzes Leben unvergeßlichen Winute, in der !ich zum letztenmal unseren Generalfeld- mar f ch a 11 sehen unb sprechen burfte, erhalte ich die erschütternbe Nachricht.
Wit bem ganzen beutschen Volke in tiefer Traurigkeit verbunben, bitte ich Sie, mein eigenes unb bas Beileib bet Nation entgegennetjmen zu wollen.
Abolf Hitler."
Feierliche Stille um das Sterbehaus.
DNB. Berlin, 2. August. Die Reichsregierung erläßt folgenden
Aufruf an das deutsche Voll.
Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg ist am 2. August 1934, früh 9 Uhr, in die Ewigkeit eingegangen.
20 Jahre nach Ausbruch des Weltkrieges hat sich der große Soldat zur großen Armee begeben.
Das ganze deutsche Volk vernimmt die Trauerbotschaft des Heimganges unseres toten Generalfeldmarschalls mit tiefer Ehrfurcht und schmerzerfüllter Ergriffenheit Tagelang richteten sich die Herzen von 67 Millionen Deutschen ein letztes Mal auf in der bangen Hoffnung, daß es der unverwüstlich erscheinenden greifen Kraft des Reichspräsidenten noch einmal gelingen werde, der unerbittlichen Natur, die sich anschickte, ihr Recht geltend zu machen, Widerstand zu leisten. Die Hoffnung war vergebens. Hindenburg ist tot.
Damit hat das deutsche Volk feinen ehrwürdigsten Repräsentanten verloren. In tiefer Ehrfurcht unb Dankbarkeit gebend es in biefer Stunbe ber fast unabmeßbaren Verbienfte, bie der Generalfelbmarschall unb Reichspräsibent sich um ben Stieben, bie Ehre unb bas Glück ber beutschen Nation erworben hat.
Wie ein monumentales Denkmal auf ferner Vergangenheit großer deutscher Tradition ragte er m unsere Zeit hinein.
In ihm verkörperten sich noch die Erinnerungen an die leidvollen und blutigen Kampfe, die das deut- che Volk um seine staatspolitische Einigung durchechten mußte. Er stand noch als junger Vertreter eines Regimentes im Spiegelsaal von Versailles als das Kaiserreich proklamiert wurde Er hat diesem Reich in langen Friedensjahren als pflicht- getreuer Soldat fein Leben und feine Kraft zur Verfügung gestellt. Schon schien es, als ob dieses arbeitsreiche menschliche Dasein in einem gesegneten Lebensabend feinen Abschluß finden wurde, da brach über Deutschland der Weltkrieg herein. Als Hindenburg, in schwerster Stunde der Nation gerufen, das Kommando über die ostpreußischen Armeen übernahm, sah das deutsche Volk in banger Sorge nach dem uralten Ordensland. Durch die Rettung Ostpreußens von Invasion und Ueberflutung durch fremde Truppen wurde er z u m e r ft e n m a I zum Vater des Vaterlandes.
N e u d e ck, 2. August. (DNB.) Feierliches Schweigen und tiefer F r i e d e n liegt über Hindenburgs Sterbehaus. Im ist der gesamte öffen11ick Landstraße Freystadt—Deut1


