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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
Donnerstag, 3. Mai 1934
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Der Festtag der nationalen Arbeit
Oie Feiern in der Provinz
Nachklänge aus Gießen
Die lugend am Zeierlag der nationalen Arbeit
KameradsthaWabend in der Gießener
400 Arbeitsdienstmänner als Gäste in Gießen
Bei der Essenausgabe aus der Feldküche auf dem Bahnhofsplatz. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
feindungen den Freiheitskampf der SA. in Gießen mitZeinacht und stets in fester Treue zum Nationalsozialismus gestanden habe. Dafür gebühre diesem alten Kämpfer besonderer Dank. Der Redner zog hierauf einen Vergleich zwischen dem 1. Mai in den Jahren des überwundenen politischen Systems und dem gleichen Feiertag im nationalsozialistischen Deutschland Adolf Hitlers; ebenso stellte er eine eindrucksvolle Parallele her zwischen dem von Aufruhr, Kampf und Tod erfüllten 1. Mai in anderen Ländern und dem von herzlicher Volksverbundenheit und kameradschaftlichem Geist getragenen Nationalfeiertag der deutschen Arbeit im Dritten Reich; dort Maschinengewehre und Barrikaden auf den Straßen — hier schönster Frieden und beste Kameradschaft. Eindringlich machte der Redner seinen Zuhörern die Bedeutung dieser Wandlung klar, und er zeichnete dabei in großen Umrissen die gewaltige Größe des Umformungsprozesses und des deutschen Erneuerungswerkes durch den machtvollen Geist unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler. In diesem Zusammenhang feierte er den überragenden Sieg der nationalsozialistischen Idee, der seinen schönsten Ausdruck in der vom Führer geschaffenen Volksgemeinschaft aller deutschen Menschen findet und der auch den Arbeiter in diese Volksgemeinschaft und damit zu seinem deutsche Staate zurückgeführt hat. Mit Nachdruck unterstrich der Sturmbannführer den tiefen Sinn dieser Volksgemeinschaft in der gleichen Persönlichkeitsbewertung' aller deutschen Menschen, wenn sie in vollem Ausmaß ihrer Pflicht entsprechen, ihr Leben und Wirken nach den hohen Idealen des von Adolf Hitler verkündeten deutschen Sozialismus gestalten, in ehrlicher Dienstbereitschaft für die Volksgesamtheit am Neuaufbau unseres großen deutschen Vaterlandes mitarbeiten und sich dadurch als würdige Glieder der großen deutschen Gemeinschaft erweisen. Allen Kräften und Menschen, die diesen Idealen Hemmungen und Widerstände bereiten, sagte der Redner den unerbittlichen Kampf der SA. mit der gleichen Entschiedenheit wie früher an. Er wies sodann auf die Notwendigkeit der deutschen Jugenderziehung im Geiste und Sinne der deutschen Volksgemeinschaft des Dritten Reiches hin, forderte entschiedene Ablehnung aller egoistischen Regungen und dafür volle Hingabe zum selbstlosen
Das vom Arbeitsgau 22 Hessen-Nord des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Kassel veranstaltete Sportfest nahm mit dem Abmarsch der zu dieser Veranstaltung ausmarschierten 6000 Arbeitskameraden am gestrigen Tage seinen Abschluß. Gegen 10.30 Uhr kamen in einem Sonderzug, der unter der Leitung des Oberstfeldmeisters D r u s ch k i stand, etwa 400 Mann der Arbeitsdienst-Abteilungen Gießen, Ehringshausen und Dillenburg auf dem Gießener Bahnhof an und machten auf dem Bahnhofsvorplatz einige Stunden Rast, um dann in Fußmärschen ihrem Ziele zuzustreben. Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden, die dem Aufmarsch der Arbeitsdienstkameraden, der sich in mustergültiger Ordnung vollzog, interessiert beiwohnten. Die SA.-Kapelle
Schmunzeln nahmen auch die in dieser Chromk „hochgezogenen" SA.-Kameraden von der „Ge- chichtsschreibung" Kenntnis. Flotte musikalische Darbietungen der Kameraden von der SA.-Reserve- Kapelle bereicherten den Abend weiterhin in schön- ter Weise. Eine Verlosung von mancherlei Gegen-- tänden, die aus dem Kreise der Sturmkameraden gestiftet worden waren und deren Gelderlös für dringende soziale Zwecke des Sturms gute Verwendung finden wird, brachte weiterhin viel Abwechse- ung und Frohsinn in die harmonische Kamerad- chaftsgeselligkeit.
Kurz vor der Mitternachtsstunde, als der kalendermäßige Anbruch des Tages der nationalen Arbeit in nächster Sicht war, richtete Sturmbannführer Sold an noch einmal eindringliche Worte an seine SA.-Kameraden vom Reservesturm 1 und an deren Angehörige. In packender Weise unterstrich und weitete er seine in der ersten Ansprache des Abends gegebenen Grundgedanken aus, machte die hohen Ideale des Dritten Reiches noch einmal in eindringlichster Weise deutlich und feierte dann den 1. Mai als den Tag einer Weltenwende im Deutschland Adolf Hitlers, aus dessen erhabenen Geist geboren und in seinem edlen Sinne gestaltet und weiter geformt. Der Aufforderung des Redners entsprechend begrüßte sodann die SA.-Kameradschaft des Sturms 1 den nationalen Feiertag mit dem gemeinsam gesungenen Liede „Der Mai ist gekommen."
Damit war der offizielle Teil des schönen Abends abgeschlossen. Deutsche Tänze boten sodann den Aus- dauernden weitere gute Unterhaltung. Der vortreffliche Abend war für den Sturm und seinen Führer ein voller Erfolg, auf den beide mit berechtigtem Stolz zurückblicken können.
Berichte aus der Provinz.
I/R116 unter Leitung von Musikzugführer Riebe r g a l l hatte sich ebenfalls eingefunden und unterhielt die Arbeitskameraden und die Zuschauer vorzüglich. Herr Schwarz, vom Cafe Schwarz, hatte'bereitwilligst sein Lokal zur Verfügung gestellt. Kaum waren zwei Feldküchen unseres Bataillons, das die Verpflegung übernommen hatte, eingetroffen, als das „Haus Schwarz" im Nu bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach wohlverdienter Ruhe und kräftiger Stärkung vollzog sich gegen 13 Uhr der Abmarsch. Die Gießener Abteilung zog mit frischem Gesang zu ihrem Lager, während die anderen Abteilungen im Fußmarsch zunächst bis Wetzlar marschierten, um dort Quartier zu nehmen.
Grünberg.
Der Tag der Nationalen Arbeit nahm in Grünberg einen würdigen Verlauf. Die Stadt trug reichen Schmuck, fast alle Häuser zeigten Maiengrün, und überall wehten Hakenkreuzfahnen. Im Sitzungssaal des Rathauses war ein Lautsprecher für die lieber* tragung aufgestellt worden, der über den großen Marktplatz gut zu hören war, dicht vor dem Rathaus hatte ein großes Podium Aufstellung gefunden. Am Vorabend fand in der Stadtkirche Gottesdienst statt, bei dem Dekan Schmidt die Predigt hielt. Nach Mitternacht ließ die Feuerwehrkapelle aus dem Marktplatz und anschließend in den Hauptstraßen die Weise „Der Mai ist gekommen" erklingen. Der Morgen sah die Jugend auf dem Plan.
Klein-Linden.
In Gegenwart vieler Einwohner aus Klein-Linden und Allendorf a. d. Lahn brannte unsere Hitler-Jugend 3/VI/116 in der Nacht zum 1. Mai an dem Allendorfer Wäldchen ihr Höhenfeuer ab. Der Führer der Gefolgschaft, Karl Haas, sprach das Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat und verlas beim lodernden Bergfeuer das Manifest des Reichsjugenüführers Baldur v. Schirach. Er gedachte ferner der Toten des Weltkrieges, der Gefallenen der nationalsozialistischen Bewegung und der gefallenen jungen Kämpfer der HI. Lieder der Bewegung umrahmten die Feierstunde.
Am Vormittag des 1. Mai rückten sämtliche Jugendorganisationen der NSDAP, nach gemeinsamem Marsch durch unser Dorf in den Hof der Wirtschaft Weller, um die Uebertragung der Jugendfeier aus Berlin anzuhören. Gefolgschafts- schulungswart Friedel Jung sprach über den Frühling des wiedererwachten Deutschland, an dem aufzubauen alle Jugend die Pflicht habe. Dann folgte die Uebertragung der Feier aus Berlin, der die Jugend gespannt lauschte. Zum Festgottesdienst am Vormittag versammelten sich unsere evangelischen Gemeindeglieder in der Kirche. Der Ortspfarrer baute seine Predigt auf das Bibelwort auf: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen". Er schilderte die Arbeit als ein Stück aus der Schöpfungsordnung unseres Gottes. Am Mittag trat die gesamte arbeitende Bevölkerung zum gemeinsamen Marsch durch unser reich geschmücktes Dorf an, um an den Feierlichkeiten in Gießen teilzunehmen. Der Festtag fand mit Tanz im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" sein Ende.
mitmarschiert sind. Ihr aber habt euch durchgesetzt, und heute steht ihr bereit, sei es, daß der Führer euch zum Reichsberufswettkampf aufruft, ober wenn es gilt, für Deutschlands Wiederaufbau einzutreten. Wenn heute Adolf Hitler denjenigen Junggenossen seine Anerkennung aussprechen wird, die sich beim Reichsberufswettkampf besonders auszeichneten, so ist das ein Zeichen dafür, daß Jugend und Volk eins geworden sind, daß hinter diesem Führer eine Jugend marschiert, die dieses Volk garantiert für alle Ewigkeit.
Ihr habt euch immer zuerst an den deutschen Arbeiter gewandt. Ihr habt den Weg zum deutschen Sozialismus gefunden. Den Kameraden beurteilt ihr nicht danach, was er arbeitet, sondern nur nach der von ihm vollbrachten Leistung. Der -einfache ehrliche Arbeiter ist das Bild des deutschen Menschen. Alle sollen sich stolz Arbeiter nennen! Steht zusammen, tragt als junge deutsche Arbeitergeneration die Idee unseres Führers und das Banner des Sieges weiter!
Am Vorabend des Feiertags der nationalen Arbeit vereinigte sich der Sturm I des Stur m- danns I/R 116 auf Einladung des mit der Führung des Sturms beauftragen Oberscharführers Schardt zu einem Kameradschaftsabend mit Familienangehörigen auf der Hardtterrasse. Der Abend war von den SA.-Männem des Sturmes und ihren Familienmitgliedern sehr stark besucht und nahm in schönster SA.-Kameradschaft einen allseits befriedigenden Verlauf.
SA.-Mann Vetter richtete im Auftrage des Sturmführers die Begrüßungsansprache an die Ehrengäste, die SA.-Kameraden und ihre Angehörigen. Er brachte dabei zum Ausdruck, daß der Sturm es als besondere Ehre ansehe, den Standartenadjutanten Sturmbannführer M ü n k e r, den Standarten-Verwaltungsführer Moosbach, den Führer des Reserve-Sturmbanns Franz S o l d a n und zwei Mitarbeiter aus seinem Stab als Ehrengäste herzlich willkommen heißen zu können. Wetter entbot der Redner den Frauen der SA.-Kameraden den besonderen Gruß des Sturmes. Er stellte sodann diesen Kameradschaftsabend in enge sinnvolle Beziehung zu der Walpurgisnacht und huldigte in diesem Zusammenhang dem obersten SA.-^uhrer und Volkskanzler Adolf Hitler als Befreier des deutschen Volkes aus tiefster Not und als Wegbereiter einer besseren deutschen Zukunft. Mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zum Führer Adolf Hitler und mit einem starken Bekenntnis 3^ iteter kameradschaftlicher Verbundenheit und Elnsatzberett- schaft schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufqenommene Ansprache.
Nach einigen musikalischen Darbietungen von Angehörigen' der SA. - Reserve - Kapelle richtete Sturmbannführer S o l d a n eine kernige, aus dem alten Kämpfergeiste der SA. geformte Ansprache an die SA.-Kameraden und ihre Angehörigen Er sprach sich dabei in lobender Weise über die schone Art dieser Veranstaltung aus, die er als guten Gradmesser für die Arbeit des Sturmführers bezeichnete, und gab sodann feiner besonderen Genugtuung über die Anwesenheit des ä l t e st e n Freiheitskämpfers der SA. in Gießen Standartenadjutanten und Sturmbannführers Münk er Ausdruck; er betonte, daß Standartenadjutant Münker schon seit 1919 trotz vielfacher An-
Bei der Jugend-Kundgebung am Tage der nationalen Arbeit, die auf dem Festplatz stattfand, hielt der Gebietsschulungsleiter der HI. Willy Ruder eine kurze Ansprache an die versammelte deutsche Jugend. Er sagte dabei u. a.:
Wir als die Jugend des deutschen Volkes, die ein einendes Band umschlingt, wollen zusammenstehen, unser Ziel klar erkennen und uns für die Arbeit rüsten, die noch vor uns liegt. Ihr, meine Kameraden, habt als die jüngsten Kämpfer des erwachenden Deutschland die Symbole unseres Führers getragen, habt geworben um Taufende, die noch abseits standen. Ihr habt gekämpft um die Seele des deutschen Jungarbeiters. Ihr habt sie zusammengeschweißt in eurer Front und habt den Weg frei- gemacht für die Einigung des gesamten Volkes.
Wenn wir jetzt am i. Mai daran denken, so wissen wir, daß nun eine Entwicklung abgeschlossen wurde. Jrn vorigen Jahre haben sich immer noch Menschen aufgelehnt, die die Größe der Zeit nicht ersaßt hatten. Damals mußtet ihr noch eure Fahne verteidigen. Damals waren noch andere da, die
Bilder vom Gießener Festzug.
Links oben: Zigarrenmacherinnen. — Rechts oben: Der Wagen der Schreiner. — Lmks unten: Das Modell der Gießener Stadtrandsiedlung. — Rechts unten: Die Schornsteinfeger. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Dienst für die Gesamtheit des Volkes und in diesem Sinne die treue und unermüdliche Unterstützung des Werkes unseres Obersten SA.-Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitler. Auf diese Weise werde auch am wirksamsten aller Klassenkampf und Standesdünkel, die früher in Deutschland so unendlich viel Unheil anrichteten und den deutschen Arbeiter dem Staate und damit seiner Volksverbundenheit entfremdeten, für immer unterbunden. Im Geiste dieser hohen Mission müsse die SA. für alle Zeit revolutionär bleiben, um in Treue ihrem Obersten Führer Adolf Hitler zu dienen. Mit dem Gelöbnis unwandelbarer Treue bis zum Letzten schloß der Redner seine eindrucksvollen Worte. Begeisterte dreimalige Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes unterstrichen das Gelöbnis der Treue des Sturmes 1 für Adolf Hitler.
Der weitere Verlauf des Abends brachte mancherlei frohgestimmte gesellige Unterhaltung, bei der die ausgezeichnete kameradschaftliche Verbundenheit im Sturm 1 der Gießener SA.-Reserve prächtig zur Geltung kam. Besondere Heiterkeit erregte eine humoristische Chronik über Sturmbegebenheiten und ähnliche Dinge, die im Kreise der Sturmkameraden in den letzten Monaten sich ereignet haben, wobei auch mancher gute und aus lauterer Kameradschaft geborene Witz über diesen oder jenen SA.- Kameraden seine Stätte sand. Mit vergnügtem


