SiehenerMilienblätter

Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger

Nummer 3$

Freitag, -en 5. Mai

5 Jahrgang 1959

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Roß, um es in etwas raschere Gangart zu setzen. Ich aber en alten Mann in sein Haus zurück und entzog ihn den höhnen-

er miet) sann um meine yeunat oesragre uno erfuhr, ich stamme von unweit des schwäbischen Meeres her, schenkte er mir aus seinen harten

Runzeln einen aufmerksamen Blick.

.Treue Leute, die Schwaben, und deren sind wir hier zu Hofe be­dürftig', sagte er. .Hältst du dich aufrichtig, Deutscher, so mangelt es hier nicht an Gnaden und Lohn. Du trittst in eines gewaltigen Herrn Dienst.'

Und er hob an, daß Wesen der normannischen Könige mit großen Worten zu preisen und mir ihre Reiche und Herrschaften aufzuzählen. .Diesseits und jenseits des Meeres sind sie mächtig, rühmte er, mnd was sie ergreifen, das lassen sie nimmermehr los.'

Dabei zeigte er mir die Panzerhemden und Kronhelme des Er­oberers und seines Sohnes, welche, an den Mauern der langgestreckten Halle, zuvorderst in einer endlosen Reihe von Rüstungen und Waffen-

Herrn Wilhelm dem Rothaarigen Lebensfaden zerschnitten. Aber was tut's?

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stücken hingen.

.Eines nur', fuhr er kopfschütelnd fort und wehrte mir, einen ver­rosteten Pfeil zu berühren, der unter der Rüstung des zweiten Königs auf den Steinfliesen lag, .eines nur, das les Herren haben allesamt ein böses Sterben. !

Teufel wissen, wer ihn abschoß hat He mitten im lustigen Jagen den Lebensfader Glänzende Donnen gehen blutig unter.'

seiner Jugend erinnert, wie behend der Böse in solchen Fällen sein Netz «swirft und zuzieht!

Eines Tages wurden der Meister und ich auf ein etliche Meilen von Lndon gelegenes Schloß gerufen, um einem normännifchen Herrn die Daffenkammer einzurichten. Es wird ein verabredetes Spiel gewesen sein. Wir wurden unter allerlei Dorwand dort aufgehalten, und als wir nach L.ndon heimkehrten, war Jung Hilde verschwunden gewaltsam ent- fihrt, nach der Aussage der Nachbarn, die nächtlicherweile Pferde- ztrappel und eine jaigmernde Stimme gehört hatten, willig folgend, wie ii> feigen Gesellen und furchtsamen Mägde logen, da sie der Meister zur Hebe stellte.

}Jch warf meinen Verdacht auf Gui Malherbe was sage ich? Die Liche war mir gewiß, und so riet ich meinem Meister, dem Kanzler teenb den Weg zu verlegen, wenn er an unserer Werkstatt vorüberritte i«f) dem festen Turme von London, zu dessen Kastellan der König ihn erhoben hatte, und nicht zu weichen, bis er ihm Gehör gebe und seinen OTmännir'

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DER HEILIGE

Novelle von Conraö Ferdinand Weyer

2. Fortsetzung.

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Als ich auf Schloß Windsor zum ersten Male vor den König von ffinnoKrinh trat, zitterte mir das Herz im Leibe, denn er war von gewal- oanes/X lebärde, und seine blauen, unbeschatteten pictayy nmen b^te mich zuerst ungnädig an,

sich handelte, mehr aus der dargebotenen nden Worten, nahm, spannte sie, legte den mster und schoß nach einer Krähe, welche ir, bewegungslose Fahne des Schloßturms ichen ging über sein Antlitz, wie sich die ternd in die Dachrinne stürzte.

: dem Finger Senne und Drücker, dann Blick zu. .Das ist mit Kunst gemacht, mein i.Da, trag es in meine Rüstkammer und als meinen Dienstmann; denn du bleibst t mir die Armbrust aus die' Pirsch nach-

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,uch wenn mein eigenes Herz nicht danach zu versuchen als das Höchste im Weltspiel.

Adj zu mir sprach, kam sein Dritter, der yawwMMge $)err orrcyarv, yereingesprungen mit dem Jubelrufe: .Vater, die normännifchen Hengste sind da! Prächtiges Blut!' und Herr Heinrich ließ sich von seinem Lieblinge fortziehen.

Jetzt erhob sich aus einer tiefen Nische, wo er, ohne von mir erblickt zu werden, vor einem mit Schriftstücken belegten Marmortisch gesessen hatte, ein vornehmer, bleicher Mann in köstlichen Gewänden urti> trat, diese schön und langsam bewegend, zu mir, als trüge er Verlangen, auch seinerseits über meine Erfindung sich unterrichten zu lassen. Es war der Kanzler. Ich wiederholte meine Lehre mit mehr Verwirrung könnet Ihr es glauben? als vor dem Könige; denn mir wurde bange, da er, aufmerksam lauschend, mich ganz ausreden ließ, und mir schien, als ertöne meine einsame Rede viel zu keck und laut in der hochgewölbten Halle.

.Eure Gnade', endigte ich, ,ist ein Gelehrter und hat wohl kein Ge­fallen an Kriegszeug?'

Er senkte die dunklen Augen und antwortete leutselig: .Ich liebe das Denken und die Kunst und mag es leiden, wenn der Verstand über die Faust den Sieg davonträgt und der Schwächere den Stärkeren aus der Ferne trifft und überwindet.'

Mit diesem schönen und einsichtigen Lobe der Armbrust, lieber Herr, köderte mich der Kanzler, ohne es zu wollen, und ich hätte ihm meine

'männischen Knecht zur Rechenschaft ziehe.

So geschah es eines Tages. Mein armer Meister warf sich vor dem achtig geschirrten Zelter des Kanzlers in den Staub und heischte, seinen auen Bart raufend, mit erstickter Stimme und mit tränenbedeckten p Gerechtigkeit gegen den Räuber seines Kindes, der mit trotziger

ängte den-------------- ------ , ,

"'n Blicken und verächtlichen Scherzreden der den Kanzler geleitenden

A-iterfchar.

. Nun folgten jammervolle Tage, an die ich noch heute nur mit Bitter- 'et zurückdenke; damals glaubte ich sie kaum zu überstehn. Es wurde »chts besser, als eines Tages die arme Hilde unversehens, da es dunkelte, der verlassenen Werkstatt saß, den Vater erwartend, von dem sie wußte, «B er bei einbrechender Nacht mit eigenen Händen Laden und Türe «irriegelte.

. .Ich habe nie erfahren, ob der Normanne Malherbe seine Gefangene ir iwillig zurückgab, weil er ihrer müde geworden, oder ob der Kanzler seiner verborgenen Weise einen Druck auf ihn ausgellbt hatte.

. Eines dagegen sah ich deutlich: der Meister trieb mich in treuer Ab- sl'cit aus dem Hause. Er war gesonnen, sein zertretenes und scheu ge- ebenes Kind einem Angelsachsen aus seiner Verwandtschaft, der in der i nsrkstatt arbeitete und Trustan Grimm hieß, einem ungeschlachten Rot- M zum Weibe zu geben. Dabei wollte er mich nicht zusehen laßen. ?* lag er mir täglich an, eine bessere Stellung zu suchen, und da ich in |er Zeit, um Groll und Gram zu verwinden, eine Armbrust erfand, die ;v!iter trug und sich leichter spannen ließ als alle damaligen ein jnoes Werk, wenn ich es auch später abermals übertroffen habe, so

redete er mir zu, meine Erfindung König Heinrich, der ein Förderer und Plleger der ebeln Wurf- und Schießkunst war, persönlich zu über­bringen und zu empfehlen. Ich sah, er meinte es gut mit mir, und ich befolgte seinen Rat.

Viertes Kapitel.

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