. lind dann plappert Hilde etwas.

tischen Marschschritte. Sie s

scheint nicht viel gegen all b.r, int ». um m»» -- - ,

lauern und nach Tausenden zählen, jedoch es ist viel, denn sie sind öo* baten: ein Befehl, ein Wille, ein Blut; sie haben nicht das Furchten verlernt, aber sie haben die Kraft gewonnen, es zu vergessen. Sie können

etwas ganz Großes: sich einsetzen. . ,,

Auch diese Straße geht zu Ende. Zur Linken ragen im Dunkel ge spenstisch die Türme einer Gasanstalt, wieder ist eine Bahnunterführung da, hinter ihr stehen die Häuser lockerer, Laubengelände kommt, stete

marsch!" , , ,, , ~.

Wallnitz marschiert, seinen Sohn an der Hand, neben ihnen her. tote

biegen in die Wilhelmstraße ein. Dort steht eine Postenkette. Ste halten ihn an.Für Zivilisten gesperrt." rlJ_

Ach so. Richtig:Für Zivilisten gesperrt." Er sieht an sich hinab.

Der Posten beobachtet ihn.Haben Sie vielleicht einen Ausweis? fragt er.

Einen Ausweis? Nein."

Er blickt der Truppe nach, lange. Um ihn herum stehen Menschen wie er, Zivilisten, Bürger, stehen in dichten Haufen. Und alle sehen sie der Truppe nach; etwas wie Sehnsucht haben sie in den Augen.

Pitt« weitergehen!" ruft der Posten, der feldgraue Posten mit dem Stahlhelm auf dem Kopf.

Soldaten!" fügt Jürgen.

Ja, mein Junge, Soldaten."

Und wieder ein paar Tage ist Berlin in Aufruhr. Der Kapp-Putsch ist in sich zusammengebrochen. Nun hält die rote Meute ihre Stunde für gekommen. Alle Betriebe stehen still. Der Arbeiter wird auf di« Straße gehetzt, geheime Arsenale tun sich auf: Waffen werden verteilt, Maschinen­gewehre in Stellung gebracht.

Cs brennt. Es brennt.

Wallnitz holt feinen Feldrock aus dem Schrank. Es ist der Rock, den er in Flandern trug. Er schließt die Tür des Zimmers ab. keiner braucht ihn zu sehen. Er trennt die Spiegel vom Kragen und die Achselstücke aus den Schulternähten

In Weißensee wird gekämpft, heißt es, und am Wedding und in Schöneberg bei der Gasanstalt. Da werden sie wohl nach einen einfachen

Soldaten gebrauchen können.

Im Nebenraum bringt Lexe die Kinder zu^Bett. Er hört ihre ruhige Stimme.Sei still, Jürgen, tobe nicht so." - ' "

$ Sie ahnen auf: Feld, das ist wie draußen im Krieg, ist Weile,

^^Wallnitz nimmt seinen Sohn an die Hand und gei)t mit ihm zum Brandenburger Tor. Auf dem Pariser Platz lagern die Feldgrauen, sie haben die Gewehre zusammengesetzt, die Tornister abgehangt und warten auf Befehle. Junge Burschen sind es meist, ordentlich angezogen, frische Gesichter, sonnengebräunt.

Das sind Soldaten", sagt Bernd zu Jürgen.

Sie hebt den Kopf zu ihm, den verführerisch schonen reifen Frauenkopf. Weil Sie mir damals nicht einmal einen Kuß gegeben habem Ick hatte ja solche dumme, herrliche Sehnsucht. Wenn Sie mich schon nicht Waten Sollten, um den Kuß hätten Sie mich wenigstens mcht betrugen dürfen.

Die Menschen drängen sich. Alles dreht sich im Rhythmus des Walzers. Biel süßlickes Parfüm ist in der Luft, viel Zigarettendunst, Die ver­wirrende, verliebte Stimmen. Alle Paare sind mit sich beschäftigt, nur mtt5)Mroingt es Bernd: er beugt sich zu Lore und küßt sie. Küßt sie mitten aus den roten, geschminkten Mund.

Und sie lacht.

Später kehrt Bernd an seinen Disch zurück. Er hat kein frohes Gesicht.

Notz sitzt allein vor einem vollen Glas.

Wo sind die Holländer?" Bernd stellt die Frage nur, um überhaupt etwas zu fragen.'

Fortgegangen."

Allein?"

Musck wirbelt mit einem Schlagzeug. Ein Ansager schreit ein paar Worte in den Lärm. Eine Balletttruppe tritt auf, Frauen wie in der Revue: nur Schleierfetzen bedecken ihre Körper.

Mit wem tanztest du vorhin?" fragt Notz.

Mit einer alten Bekannten aus der Friedenszeit.

Hast du gesehen, was auf der Zeitung stand?

M>tz yig^au^bie Tänzerinnen, die plötzlich auch die letzten Schleier "EWS«*. Seiten, Die Mw-, Een M. vieler auf und hüllen sich in den Stoff, als ob sie froren.

Bernd sieht zu dem anderen Tisch. Auch Lore klatscht, klatscht wie toll.

Er wendet seinen Blick ab.Es kotzt einen an", sagt er.

So?" fragt Notz.

Ja! Alles!" #

Wenige Tage später ziehen Truppen in Berlin ehr. die Brigade

,Das sind Soldaten", sagt Bernd zu Jürgen.

Wie du, Vater?" fragt der Fünfjährige.

,Za, Jürgen, wie ich einer war."

Er tritt zu den Mannschaften; sie spüren sofort den alten Offizier in ihm, nehmen die Hacken zusammen und antworten kurz und militärisch. Es sind viele aus dem Baltikum unter ihnen; da gibt es gemeinsame Erinnerungen. Einige kennen ihn wieder.Aber natürlich: das ist doch unser Hauptmann von Wallnitz, der banials in Riga beim Stab war. Wie qeht's denn, Herr Hauptmann?" Sie nehmen Jürgen auf den Arm. Na, Junge, du wirst auch mal Soldat, was?" Und Jürgens Augen leuchten. Si« wenden sich wieder an Bernd.Wenn der soweit ist, Herr Hauptmann, dann sieht's in Deutschland schon wieder anders aus. Die Schweinerei biegen wir schon zurecht."

Tadellos ausgerichtet stehen die Gewehrpyramiden. Wallmtz blickt die Reihe entlang, die Ordnung freut ihn. Plötzlich ruft er:Da hat ja einer feinen Mündungsschoner auf der Flinte gelaßen. Die anderen sind fast erschrocken.Wo?" fragen sie.Bort in der achten Pyramide. Kinder, meinem militärischen Auge könnt ihr doch nichts vormachen.

Befehle werden gerufen.Auf Wiedersehen, Herr Hauptmann , heißt es noch, dann werfen sie die Tornister auf die Schultern. Kommandos ertönen:Das Gewehr über!"Mit Gruppen rechtsschwenkt

Kleine zarte Hilde.Wollen wir sie Irene nennen?" hatte Lexe ge- schrieben, damals, als er in Flandern lag. In diesem Rock.

W Im Schrank steht bas Gewehr, Munition liegt bei ihm. Wallnitz laßt fünf Patronen vom Streifen in die Kammer gleiten, dann wirst er das ^SJeVVon Sr drückt die Klinke nieder. 'Was gibfs denn, Bernd? Du hast dich eingeschlossen?"

Ich habe zu tun."

Kommst du nicht beten, mit den Kindern l

. Nein. Lere, ich kann nicht." . -

.Mas hast du denn, Bernd? Dein« Stimme klingt so anders.

Nichts Besonderes, Lexe. Ich zieh mich nur um. Ich muß noch einmal weg."

Lange, Bernd?"

Vielleicht."

N'ftMch "ÄÄnM U.r d.» »r«u,

alte Feldmütze in die Tasche, einen Jagdfilz, den er früher in Dapp.er 0et?nen Augenblick^steht er wie unschlüssig im Raum, blickt sich um, lieht noch einmal die Waschtische, die Schränke, Lexes Frisiertisch mit dem hohen Spiegel, vor dem silberbeschlagene Bürsten und Kamme liegen und Kristallschalen und geschliffene Fläschchen aufgebaut sind; er sieht die Betten lieber ihnen hängt der Schmerzensmann am Kreuz. 3urgens Stimme klingt herüber, wie an jedem Abend detet^er:Und beschütze meine liebe Mutter und meinen heben Vater. Amen.

Amen", wiederholt Bernd leise.Schlafe gut, mein Junge.

Dann geht er hinaus, eilt über den Flur zur Hintertreppe und auf die S^Der Stab des Schutzregiments Berlin liegt am Bahnhof Zoo. «Habt ihr Arbeit für mich?" fragt er.Arbeit" nannten die Baltikumer es ja.

Es werden gerade zwei Gruppen zusammengesetzt: VerstarkunMn für das Postamt in Weißensee; dort liegt der Mittelpunkt der Sertctb*9u"9 bes Nordostens, von diesem Postamt aus werden die Wachen gestellt für den Schlachthof, für die Gasanstalt, für ein Wasserwerk und für andere lebenswichtige Betriebe; fällt dieser Punkt, bricht die ganze fette zusammen. Und nun ist das Gebäude von Kommunisten eingeschlossen, und die Kerle versuchen es j>u stürmen.

stehM)enZckilmante 1 aus, vertauscht den Filz mit der Feldmütze Unb(Ft5r,iftroe°ncObunte Gesellschaft: Mannschasten Unteroffistere Oftizi^e durcheinander; Infanteristen, Kavalleristen, Artilleristen; Uniformen mtt und ohne Abzeichen. Ein Leutnant führt das Kommando.

Bernd nennt nicht seinen Namen, nicht seinen Rang. Als der Jünger» Stillgestanden" kommandiert, strafst er sich wie ein Rekrut.

Soldat. Mehr will er nicht fein.

Sie marschieren durch den Tiergarten. Sie reden nicht viel, sie gehen In aleickem Schritt und Tritt, das Gewehr über Der Schulter. Es ist ein weiter Weg: das Brandenburger Tor, der Pariser Platz kommen. Da hat er mit Jürgen gestanden und ihm die Feldgrauen gezeigt: Mas sind Soldaten!" Jetzt steht er auch wieder in Reih' und Glied, und s° muß es fein. Alles andere war falsch. Soldatsein und dienen. Dem Vaterland, dem Volk Ordnung schaffen, Ruhe fchasfen, damit die Rader rollen> und die Felder blühen können. Arbeit für alle. Leben für alle. Damit der Krieg ni^"ßtnben" geht es hinab. Das Schloß steht da, mächtig und wuchtig- Die Gardinen wehen nicht mehr aus den Fenstern, sie haben neue.Scheibe eingesetzt. Aber kein Licht brennt in den Raumen wie einst. Kieme Lexe, weißt du noch? denkt Bernd. Aengstige dich nicht kleine Lexe. Notz ist ja da, Notz kann lachen, Klavierspielen und singen. Er liebt dich. Er wird es dir wohl sagen eines Tages. Und das ist gut so. Denn, kleine Lexe, ich bin dir ja doch nur wie ein Bruder. Ich habe mich geirrt, und du hast dich wohl auch geirrt damals, als wir auf der Treppe zur Schloßkapelle saßen. Ich dachte: du seiest wie Irene, ich dachte, ich konnte mein Herz auch vor dir hertragen, wie einst die Ritter die Farben ihrer Damen im Turnier trugen. Aber du bist nicht geschaffen, kleine Lexe, stummes Dienen hinzunehmen. Du bist sehr irdisch, kleine Lex«, und das 'st nicht fa ^ Das ist sogar besser und stärker. Du hast wohl me gefühlt, daß wir un­irrten. Im Krieg waren die Wochen so kurz und der Rausch betörend, und jetzt war die Zeit so schwer und der Wechsel so groß. Du hast es nicht gespürt, noch nicht. Aber Irene weiß es, Irene Un er Kind, Lexe, unsere Tochter, sie wird einmal wie Irene werden. Das ist keine leichte Gabe. Du mußt ihr helfen, daß sie sie tragen lernt. Wir müssen ihr helfen! -

Dann liegt bas alte Hohenzollemschloß hinter Bernd und mit ihm bie Gedanken an das Einst. Bald darauf kommt der rote Backstembau

bes Rathauses. Weiter geht es, weiter. x

Es rollt kein Zug über die Stadtbahnbrucke am Alexanderplatz, es brennt kaum ein Licht in der langen Greifswalder Straße. Aber Men­schen stehen im Dunkel an den endlosen Häuserreihen. Schimpsworie fallen, Pfiffe gellen. Die beiden Gruppen schließen sich fester Zusammen und treten härter auf, damit sie ihre eigenen Schritt« hören, ihr« Maa-

- sind achtzehn Mann und ein Führer: das

die, bie in den Türen und hinter den Ecken

r zu Bett. Er yon iyre ruyige t. , , v u'

Soldaten!" ruft der Junge. Freiheit, die lastenden Mauern sind fort.

1 (Fortsetzung folgte