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mit

Dr.

leuchtete in den Raum.

Es sah drinnen wild aus. Apparate, Möbelstücke, Reserveteile lagen wirr durcheinander in einer Ecke. Aber als Hagemann den grellen Licht­kegel darauf richtete, regte sich etwas dazwischen. Eine Stimme ließ sich vernehmen. Es war Rudi Wille, der sich als erster aus dem Chaos her­ausarbeitete. Er war unverletzt. Schon stand er auf den Füßen, begann Teile des Haufens beiseite zu zerren, und dann war auch Lorenzen frei. Er hatte ein paar tüchtige Beulen abbekommen, sein Schädel brummte, aber sonst war er heil und munter. Mit Hagemanns Unterstützung kamen die beiden zum Fenster hinaus und gingen mit zur Station zurück. Sie hatten Eile dorthin zu gelangen, denn sobald sie ins Freie kamen, spürten sie die Kälte empfindlich.

eine kag, mutz auch der andere zu finden sein, schoß es ihm durch den Kops, während er schon wieder eifrig schaufelte.

Doch diesmal bestätigte sich seine Vermutung mcht. Immer tiefer grub er sich in die Wehe hinein, ohne etwas zu finden. Verzweiflung wollte ihn überkommen, während er Schaufel um Schaufel des kormaen Schnees zur Seite schleuderte. Da hörte er eine Stimme hinter sich.

So kommen wir nicht zum Ziel, Hagemann. Wir müssen syste-

, Der Schnee", murmelte Schmidt vor sich hin.Der Schnee hat uns gerettet. Ohne den wären wir alle erfroren. Ein Gluck bei allem Unglück, daß der verteufelte Orkan uns alle in den Pulverschnee gepackt hat---

Ich habe bannigen Hunger", sagte Lorenzen. Dr. Schmidt sah auf b,e ,Mann ich begreifen, Lorenzen, vor sechs Stunden hatten wir die Absicht zu Abend zu essen."

Da räumt ihr beiden mir mal erst den Schnee aus der Küche, wandte sich Hagemann an Rudi und Lorenzen.Ich will inzwischen eine Notleitung ziehen und den Herd wieder anfchließen. Wie denkt ihr über Roastbeef mit Bratkartoffeln?" .... Qf,

Die Aussicht auf etwas Derartiges gab den beiden Riesenkräfte. Als Haqemann die neue Leitung an den Herd schraubte, war die letzte Schnee­flocke aus der Küche entfernt. Dann brannte auch hier elektrisches Licht. Dr. Schmidt kam dazu und begutachtete die Lage.

Wenn wir jetzt mit vereinten Kräften die beiden Wände wieder aufrichten könnten, und wenn es uns gelänge, auch noch das Dach wieder darauf zu legen, so könnte es hier ganz erträglich werden."

Für drei kräftige Männer, denen die Not im Nacken faß, war die Aufgabe nicht unlösbar. Alle Teile der Stationsgebäude, Wände und Decken bestanden aus Holzfachwerk mit vielfacher Asbest- und Luft- ifolierung. Nach einem neuen Verfahren hergestellt, gewährten sie einen vorzüglichen Schutz vor der Kälte, und waren ttotzdem verhältnismäßig *eiCUnter dem Kommando Schmidts machten die drei sich an die Arbeit. Sie mußten sich in Sturm und Kälte ein Gerüst bauen, mußten alle vier im Schweiße ihres Angesichtes heben und würgen, bis es nach stundenlanger Arbeit endlich gelang, und die Oberkanten der Wände richtig in die Randnuten des Daches sprangen.

Üff! Das wäre geschafft!", sagt« Hagemann und warf seinen Pelz ab. Sowie der Küchenraum wieder geschlossen war, begann der elektrische Herd als Ofen zu wirken und verbreitete eine behagliche Wärme.So, jetzt wird weiter gebraten", fuhr er fort und befaßte sich mit dem Roastbeef, desien Werdegang durch die Sturmkatastrophe so jäh unter­brochen wurde. Dr. Schmidt winkte Rudi.

Kommen Sie, Rudi! Wir wollen Ihren Vater holen. Es ist Zeit, daß er ins Warme kommt."

Er hatte damit nicht unrecht. Wohl hatten sie Dr. Wille in dem offenen Maschinenraum mit allen erreichbaren Pelzen und Kleidungs- stücken zugedeckt, aber eine Kälte von 40 Grad dringt schließlich durch die stärksten Hüllen. .

Nun waren sie zu fünft in der kleinen Küche. Es war reichlich eng, aber sie hatten wenigstens Wärme, Licht und Nahrung und waren für den Augenblick gerettet.

Das Roastbeef, das Hagemann ihnen vorsetzte, war allen Lobes wert. Die Kartoffeln aber waren so süß, daß keiner eine rechte Freude daran hatte. ,

Kein Wunder", bemerkte Dr. Schmidt,die haben stundenlang in der Kälte gelegen, sind steinhart gefroren gewesen."

Hagemann fuhr auf:Unser Vorratsraum, verfluchte Geschichte, wenn die zwanzig Zentner Kartoffeln da auch gefroren sind."

Schmidt zuckte gleichmütig die Achseln.Das wird wohl so sein, Hage­mann. Schadet auch nichts. Die Vitamine, auf die es uns ankommt, zerstört der Frost nicht. Daß er Stärkemehl in Zucker verwandelt ... da, dann werden wir eben für die nächste Zeit süße Kartoffeln essen müssen."-- ,

Die gute Mahlzeit, die Wärme, das Gefühl vorläufigen Geborgen­seins ... alles zusammen ließ jetzt Müdigkeit auskommen.

Ein langer Schlaf gab den Ermatteten neue Kraft und frischen Lebensmut. Mit vereinten Kräften gelang es danach auch, den Maschinen­schuppen wieder instandzusetzen. So hatten sie wenigstens zwei Räume, in denen sie vorläufig leben konnten.

Hoffnungslos aber war der Zustand des eigentlichen großen Sta- tionshaufes. Hier hatte die Explosionswelle derart gewütet, daß eine Wiederherstellung, ein Wohnlichmachen dieser Räume bei ihren geringen Hilfsmitteln ausgeschlossen war. Nur mit Mühe und nicht ohne Gefahr gelang es Hagemann, einige Kleidungsstücke und andere unentbehrliche Dinge aus dem Trümmerhaufen herauszuholen.

Ganz trostlos stand es schließlich um die Funkstation. Was dort an Apparaten vorhanden gewesen, war bei der Katastrophe restlos zu Bruch gegangen. In scherzhaftem Uebermut hatte Rudi vorher geplant, aus den zahlreich vorhandenen Reserveteilen neue Sender und Empfänger zu bauen. Jetzt war die schnelle Ausführung dieses Planes eine bittere Notwendigkeit geworden. Das Schicksal der Station, ihr Leben würde davon abhängen, ob es ihnen gelänge, neue Geräte zu schaffen und mit der Welt in Verbindung zu treten. *

In Begleitung von Oberingenieur Vollmer ging Profesior Eggerth Über den Werkhof auf die Stelle zu, wo ,6t 8' startbereit lag.

Er wollte sich von der Besatzung des Sttatosphärenschifses verab­schieden und seinem Sohn noch besondere Mitteilungen für Dr. Wille mitgeben. Eben betrat er die leichte Aluminiumtteppe, die noch an den Schiffsrumpf angelehnt stand, als ein Mann über den Hof gelaufen kam. Schon von weitem rief er und schwenkte ein Blatt Papier in der Hand. Es schien eine wichtige Nachricht zu sein.

Professor Eggerth drehte sich um und erkannte den zweiten Werk- fünfer. Vom schnellen Laufen außer Atem, kam er heran.Wir haben eben Verbindung mit der Südpolstation bekommen."

Der Professor griff nach dem Blatt und warf einen Blick darauf. Neugierig, was es da plötzlich gab, war Hein Eggerth in die Schiffstür ; getreten. t

lNoch nicht starten! Wille funkt!" rief ihm fein Vater zu und machte sich auf den Weg zur Funkstation des Werkes.

Start verschoben! Wille funkt!" gab Hein den Ruf in das Schiff weiter und lief dem Alten nach.

Was gibt's, Lohmüller?" fragte Professor Eggerth, als er in die Station trat. Der Funker, die Kopfhörer aufgestülpt, faß am Empfänger

Es roar9 Dr. Schmidt, dem der ungewohnte Kognak überraschend schnell auf die Beine geholfen hatte. Jetzt stand er nebet Hagemann mit einem langen Besenstiel in der Rechten.

Wir müssen sondieren, Hagemann. So macht man das immer, wenn Leute in eine Lawine geraten sind." m .

Während er es sagte, watete der lange Dr. Schmidt in der Wehe herum und stieß den Besenstiel in kurzen Abständen vorsichtig in die Schneemassen hinein. , , . , s .

Hagemann hielt mit seiner Schauselei inne und wischte sich

Schweiß von der Stirn. Trotz der ernsten Lage konnte er kaum ein Lachen unterdrücken. Wie der Storch im Salat, dachte er, als er den langen Doktor methodisch in der Schneewehe herumstampfen und dem Besenstiel hantieren sah. ,

Hier Hagemann, hier liegt was unter dem Schnee! rief Schmidt. Hagemann eilte zu ihm, die Schaufel trat wieder m Tätigkeit. Und dann fanden sie auch Dr. Wille und trugen ihn zusammen m den Maschinenschuppen. Er hatte Kontusionen daoongetragen und stöhnte schwer, als Hagemann es verfuchte, ihn durch Reiben und Massieren aus der Ohnmacht zu erwecken. ,

Vorsichtig, Sie Gewaltmensch! Vorsichtig! unterbrach Schmidt die Tätigkeit Hagemanns.Es könnte was gebrochen sein.' Der Doktor griff selbst mit zu, und nach vielen Mühen schlug Dr Wille unter den Händen der beiden endlich die Augen auf. Doch es bedurfte längere Zett, bis er wieder vollständig zu sich kam. Der Unfall hatte ihn viel schwerer mitgenommen als feinen Assistenten, und die Verletzungen an der rechten Schulter schienen nicht unbedenklich zu fein.

Hagemann griff auch hier zu feinem Unwersalmittel und flößte dem Verletzten eine tüchtige Portion Kognak ein. Während er noch damit beschäftigt war, schien sich Dr. Schmidt mit einem Rechenexempel zu befassen. Jetzt kam er damit heraus.

Wir waren fünf. Wo sind die andern zwei?

Die beiden andern, Herr Doktor? Lorenzen und Rudi! Die waren ja in der Funkerbude. Ich will gleich Nachsehen."

Er lief wieder ins Freie hinaus, Dr. Schmidt folgte ihm. Mit der Reflektorlampe leuchteten sie die Gegend ab. Eine Lücke dort, wo vorher noch der Funkraum stand. Hagemann griff sich an den Kopf.

Verflucht und dreimal zugenäht! die ganze Bude ist weggeflogen. Weiß der Teufel, wohin. Schöne Geschichte das."

Schmidt unterbrach ihn.

Allzuweit wird der Sturm sie nicht mitgenommen haben. Wir muffen sie suchen. Vorwärts! Los, Hagemann!"

Das war leichter gesagt als getan. Das Kabel der Reflektorlampe reichte eben nur bis zu der Stelle hin, wo die Funkerbude gestanden hatte. Darüber hinaus muhten sie im Dunkeln weitertappen. Nur all­mählich gewöhnten sich ihre Augen an das unsichere Sternenlicht, und bann entdeckten sie einige 60 Meter hinter dem Stationshaus einen Schneehügel, in dem die vermißte Bude möglicherweise stecken mochte.

Aus der weißen Masse ragte das Ende eines abgebrochenen Balkens hervor, von dem Hagemann mit Bestimmtheit behauptete, daß er zur Funkerbude gehöre. Dr. Schmidt überprüfte die Lage mit der Sachlich­keit eines Gelehrten. ...

Ser Sturm hat die Funkerbude 60 Meter mit durch die Lust ge- riffen und gegen den Felsen geschleudert", begann er dann zu dozieren, als ob er in Deutschland auf seinem Katheder stünde.Die Bude hätte zertrümmert, unsere beiden Jungen hätten zerschmettert werden muffen, wenn nicht ... ja sehen Sie, Hagemann, das ist das Gute dabei, daß Pulverschnee bester fliegt als die schwere Funkerbude."

Hagemann sah ihn verständnislos an. Er begriff nicht, wo der Doktor mit feinen Erklärungen hinauswollte. Der fuhr unentwegt fort:

Erst mal hat der Sturmstoß hier eine dicke Schneewehe hingeblafen. Dann erst tarn die Funkerbude angefegelt, und weil sie in den weichen Schnee fiel, kann der Anprall nicht fo schlimm gewesen fein. Passen Sie auf, wir finden die beiden gefunb unb munter vor."

Unwillkürlich ergriff Hagemann Dr. Schmidts Rechte und drückte sie: ,Wenn Sie recht hätten, Herr Schmidt. Wenn wir die Jungens lebendig herausholten ...", er hatte bereits die Schaufel in der Hand und begann mit aller Macht zu graben.

Ich werde Ihnen helfen", sagte Schmidt unb ging, um sich auch eine Schaufel zu holen. Schon hatten sie um das Pfahlstück herum eine mannshohe Schneeschicht weggeräumt, da stießen sie auf Holzwerk und sahen, was eigentlich geschehen war. Die Bude hatte sich während ihrer unfreiwilligen Luftfahrt vollkommen überschlagen und steckte mit der Decke nach unten im Schnee.

Dumme Geschichte, wenn die Beiden dabei die schweren Apparate auf den Kopf gekriegt haben", brummte Schmidt. Hagemann grub schon an der einen Seitenwand weiter. Dann zerklirrte eine Fensterscheibe unter dem Stoß seiner Schaufel. Er brachte eine Lampe heran und