Nation ist diesen Sioen gar nicht vermocht, wallte ihnen vom Erblasser | gar nicht hinterlassen werben. Das w^s iguen hi .^lassen würbe, soll ihnen bleiben: die finanzielle Auswer'.ung des bestehenden Werks und des Nachlasses. Aber eine Beraubung der Nation an dem ihr zustehenden Ausdruck sollte unmöglich, undenkbar sein.

Drittens aber gebührt dem Ausdruck der Nation auch die Publizität der Nation Unsere Publizität ist nicht die der Nation, sondern eine Partei­publizität. Es blieb unserer Zeit Vorbehalten, vom Dichter parteiliche Enge zu verlangen, dem Dichter Enge zu erlauben, ihm Enge anzubieten. Weiß man, was man damit tat? Man bot sie damit dem Volke, man bot sie der Welt an. . ..

Meint man, Dichter seien unpolitisch, weil sie sich nicht in politische Parteiengen und Parteiansch.iuungen einsperren lassen? Hier, zu unser aller und der Dichter Ehre sei erklärt: daß wir von jeher, zu aller Zeit und in allen Völkern noch immer das höchste politische Ziel, das selbst Staatsmänner zuzeiten aus dem Auge verlieren, in unserem Inneren tragen und bekennen: den Menschen.

Manfred von Hichtbosen.

Gedenkblatt zum 15. Todestage des berühmten Kampffliegers.

Von Professor Dr. Eugen Wölbe.

Wenn das Wort des weisen Griechen wahr ist:Wen die Götter lieben, der stirbt srllh", dann hätten sich die Flieger der besonderen Gunst der himmlischen Machte zu erfreuen hat doch seit den Pagen des Ikarus ein jäher Tod alle die Jünglinge dahingerasst, die den Flug hinauf zur Sonne wagten. Obgleich der Kampfflug eine junge, erst im Weltkrieg erprobte Masse ist, so kann sich die Phantasie einen gereiften oder gar ergrauten Mann als Meister der Lüfte schwerlich vorstellen: Kampsflug erfordert eben Jugend, Tatkraft, Todesverachtung. Flieger­tod früher Tod. Kein Wunder, daß die unsterblichen Kampfflieger des Weltkrieges neben den alten Landsturrnleuten im Schlamm des Schützengrabens die wahren Helden! in jugendlichem Alter ins Grab sanken: Jmmelmann, BLlcke, Prinz Friedrich Karl, Buddecke und der ersolgreichste von allen: Richt Hosen.

Manfred Freiherr von Richthofen wurde am 2. Mai 1892 zu Breslau geboren. Sein Vater war Major im Leibküraffierregiment Großer Kur­fürst. Nach privater Vorbereitung besuchte Manfred ein Jahr lang das Gymnasium zu Schweidnitz, dann die Kadettenanstalt zu Wahlstatt bei Liegnitz, die einst auch unseren Hindenburg zu ihren Schülern zählte. Im Jahre 1911 begann er seine militärische Laufbahn bei den Ulanen in Militsch (Schlesien). Ein Jahr danach wurde er zum Leutnant beför­dert. Beim Ausbruch des Weltkrieges wurde er an die Ostfront, neun Tage später an die Westfront geschickt. Bei Virton (22 August) kämpfte fein der Infanterie zugeteilter Truppenteil zwei Tage lang erfolgreich gegen einen sechsfach überlegenen Gegner. Vor Verdun wurde er im September 1914 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, doch war der ein­förmige, keine Aussicht auf Ruhm und Auszeichnung bietende Stellungs­krieg nicht nach [einem Geschmack, selbst dann nicht, als er sich die freie Zeit mit Treibjagden auf Schwarzwild vertrieb. Auf seine Bitte wurde Richthofen im Mal 1915 zur Fliegertruppe versetzt. Ueber seinen ersten selbständigen Flug berichtet er:Man sitzt ganz ruhig auf seinem Sessel. Daß einem schwindlig wird, ist ganz ausgeschlossen; es gibt keinen Men­schen, dem im Flugzeug je schwindlig geworden wäre. Aber es ist ein verdammter Nervenkitzel, so durch die Lust zu sausen, besonders nachher, als es wieder 'runterging, das Flugzeug nach vorn kippte, der Motor aufhörte, zu laufen, und mit einem Male eine ungeheure Ruhe eintrat Ich hielt mich wieder krampfhaft fest und dachte natürlich: Jetzt stürzt du! 2(ber es ging alles jo selbstverständlich und natürlich vor sich, auch das Landen, wie man wieder die Erde berührte, und alles war so einfach, daß einem das Gefühl der Angst absolut fehlte. Ich war begeistert, und hätte den ganzen Tag im Flugzeug sitzen können. Ich zählte -die Stunden bis zum nächsten Start."

In seinem ersten Lustkampf, bei dem er Bomben auf den Gegner abzuwerfen hatte, zwang er den Engländer, Reißaus zu nehmen. Wäh­rend der Champagneschlacht lernte Richthosen Bölcke kennen, der ihm wahnsinnig imponierte", weil dieser bereits vier feindliche Flugzeuge abgeschossen hatte. Aus Bölckes Veranlassung lernte RichthosenFokker" fliegen, d. h. ein nur für einen Insassen eingerichtetes Kampfflugzeug mit einem Maschinengewehr, das durch den Propeller schoß. Im März 1916 beherrschte er bereits als Flugzeugführer Im Rahmen der Jagdstaffel Bolcke den Apparat im Lustkampf. Nun schreitet er von (Erfolg zu Erfolg. Wie durch ein Wunder entgeht er allen Gefahren, obwohl er überzeugt ist:Stuf die Dauer glaubt eben jeder mal dran." Nach Bölckes Tode übernahm er dessen Staffel, mit der er vier Wochen später bereits seinen 11., zu Weihnachten seinen 15. ßuftfteg errang. Nach dem 16 Abschuß wurde er mit dem OrdenPour le mörite" ausgezeichnet und zum Füh­rer einer selbständigen Jagdstaffel befördert. Nach dem 30. ßuftfiege wurde er Oberleutnant, nach dem 39. noch nicht 25 Jahre alt! bereits Rittmeister.

Eines Tages kam Richthofen auf den Gedanken, feineKiste" rot anzustreichen. Fortan wurde dieserrote Teufel" der Schrecken der Eng­länder und Franzosen, die ihrerseits ganze Geschwader zu seiner Un­schädlichmachung zusammenstellten. Bei einem solchen ihm zugedachten Angriff zerschoß Richthosen seinem Gegner den Motor und zwang ihn dadurch, innerhalb der deutschen ßin-len niederzugehen. Dazu kam es aber nicht, denn Richthosen griff ihn noch ein zweites Mai an, woraus das Flugzeug in Richthosens Geschoßgarbe auseinanderklapvte. Die Flä­chen fielen wie ein Blatt Papier, jede einzeln, und der Rumps fauste brennend in die Tiefe. Er fiel in einen Sumpf; man konnte ihn nicht mehr ausgraben. Der Heeresbericht des Feindes meldete den Flugzeug­führer alsvermißt".

Die größten Erfolge erzielte Richthosen, indem er sich In der Defensive hielt. In diesem Falle ließ er die zwecks Erkundung der deutschen Stellun­gen Herr ischwiirenden feindl-chen Flugzeuge bis auf 50 Meter heran- kommen. Dann begrüßte er sie mit einer Salve aus seinen beiden Ma­

schinengewehren. Versuchte bann der Gegner sich durch einen Sturzflug zu entziehen, so blieb Richthosen senkrecht über ihm, drückte auf die Maschinengewehrknöpfe dann ein leises Rauschen, das sichere Zeichen des getroffenen Benzintanks eine Helle Flamme zuckt auf der Feind faust in die liefe und Richthofen darf einen neuen ßuftfieg verbuchen!

Am 6. Juli 1917 hätte ein solcher ßufttampf in der Defensive unserem Richthosen beinahe das Beben gekostet. Noch war der Engländer 300 Me­ter entfernt. Richthosen ließ ihn herankommen; da hatte er aber bereits einen Streisschuß am Kopse weg. Für ein paar Augenblicke war seine Sehkraft gestört, aber er hatte noch so viel Besinnung, das Gas abzu- fteUen und die Zündung herauszunehmen. Bei der Bandung wollte er auc der Maschine steigen; er hatte aber nicht die Kraft, aufzustehen, son­dern er legte sich gleich hin, und zwar in B.ftelgeftrüpp. Es dauerte .zwei Monate, ehe das Boch im Kopfe, eine Wunde von etwa 10 Zentimeter Bange, zuheilte. . ,

Nach dem 60. Abschuß zog ihn die Oberste Heeresleitung für einige Zeit aus der Gefahrzone. Zunächst folgte er einer Einladung des Kobur- ger Herzogs zur Jagd. Dann wurde er zu den Friedensverhandlungen von Brest-Bitowsk abkommandiert, von wo aus er einen Jogdausslug in den Urwald von Bialowies unternahm. Ende März 1918 schwingt er sich wieder in die Büste. Sein Jagdgeschwader verfügt jetzt über fünfzig Flug­zeugführer und 100 Maschinen. Am 26. Marz brachte er den 70. und am 20. April den 80. Gegner zum Abschuß.

Tags darauf startete Richthosen zu einem Feindflug über die eng­lischen ßinien an der Somme. Nachdem er mit seinem aus 30 Flug- zeugen bestehenden Jagdgeschwader ein paar englische Flugzeuge ver­trieben hatte, schwenkte er in nördlicher Richtung ab. In kurzer Zeit waren ungefähr 50 Flugzeuge miteinander in ein Gefecht verwickelt, an dem sich Apparate beteiligten, die aus meilenweiter (Entfernung herbei­geeilt waren. (Es entspann sich ein erbitterter ßufttampf Richthofen nahm sich einen Gegner aufs Korn, verfolgte ihn etwa acht Kilometer hinter die feindlichen ßinien und schoß ihn ab sein 81. ßuftfteg Als er dann versuchte, seinen Apparat wieder in die Höhe zu bringen, neigte sich dieser infolge einer Verletzung des Steuers oder eines Motordefekts und stürzte in die Tiefe. Richthofen war sofort tot; er hatte eine Schußwunde an der linken Seite neben dem Herzen und eine wahrscheinlich von dem Ausschlagen herrührende Wunde im Gesicht. Am folgenden Tage, noch- mittags 5 Uhr, wurde er unter vollen militärischen Ehren auf dem Fried­hof von Bertangles, nördlich Amiens, beerdigt. Fünf gewaltige Jmmor- tellenkränze, einer aus dem Hauptquartier der englischen Buftf'otte schmückten den Sarg. Sie alle trugen die gleiche Widmung:Dem Ritt­meister von Richthosen, dem tapferen und würdigen Feinde". Am 20. No­vember 1925 wurde der unsterbliche Fliegerheld auf dem Invaliden- kirchhos zu Berlin beigefetzt: der Reichspräsident war bei der von sämt- lichen Frontkämpfervereinigungen veranstalteten Trauerfeier persönlich zugegen.

Wer Richthosen nur als den kühnen Draufgänger kennzeichnet, der so trefflich zu fliegen und vom Flugzeug aus so trefflich zu schießen verstand, der wird seinem Wesen nur teilweise gerecht; denn der Baron war zu­gleich ein herzensguter Mensch und ein vollendeter Gentleman, der durch die selbftvei [ländliche Sicherbeit, aber auch durch die vornehme Sch'icht- heit seines Wesens überall Freunde gewann ein leuchtendes Vorbild für künftige Geschlechter!

Biiffei am Kilmandsck'oro.

Eine afrikanische Jagderinnerung von Curt B l o e d o r n.

Unweit des Stromes ließ ich am Spätnachmittag das Bager auf­schlagen. Regenschauer waren am Tage niedergegangen, es trieften Zweige und Blätter. Der Abend kam. Der volle Mond schien silbern auf das stille Wasser. Im Westen hörte ich das ferne Rauschen der Strom- schnellen, gedämpst wie Bäumerauschen kam das Tosen der Fälle durch den dichten Wald. Mitternacht war vorüber. Meine Schmarren schliefen schon, denn heute waren sie müde geworden. Der lange Marsch war anstrengend gewesen; ich hatte die Basten vergrößern lassen müssen, weil etliche Beute erkrankt waren. Der Regen hatte mich am Tage mehrfach durchnäßt. Mich fror jetzt in der Abendkühle, ich sand keine Ruhe und ging vor dem Zelt am Feuer auf und ab. In der Steppe war ich auf | frische Büffellosung und auf starke Fährten dieses Wildes gestoßen. 2ln diese Wildrinder dachte ich. Für den nächsten Tag mußte gieiMi gefd'--rft werden; zwei erlegte Buschböcke waren in den TOagen der Träger ver­schwunden. Der Himmel war völlig klar geworden, der Mond hatte die Regenwolken des Tages vertrieben und silberweiß lag die weite Stepne, auf der wir gezogen waren. Im Osten stand wie eine fchwarzgrüne Wand ein Stück Urwald und reckte einen feiner Ausläuser bis an das Wasser, saft bis zum Bager.

In der lichtbefluteten Steppe meldeten sich Frankoline, Steppenhühner der Tropen, sie mußten in ihrer Ruhe gestört sein; und mehrere Kor- morane am Flußufer schrien zuweilen auf. Dann wieder Stille, nur der Strom gurgelte und raunte leise, eintönig.

Da! ein langgezogener brüllender Ton in der Steppe.Buhu unhubu!" Noch einmal kam der Ruf, und Antwort wurde ihm weit draußen in der silberweißen Ferne.

Büffel!"

Ich war wie elektrisiert. Im Mondschein hatte ich auf dies urige, seltene Wild noch nicht gejagt. Es würde ein gewagtes Unternehmen jein, aus diese wehrhaften, leicht reizbaren Tiere im Immerhin unsicheren Bicht zu pirschen, vielmehr noch aus sie zu schießen. Aber die Büffel lockten mich, ihre Trophäen und ihr saftiger Braten waren nicht zu ver­achten. Ich weckte meinen Iagdboy, einen Dinba:Hoch, Mwabende, Büssel in der Steppe komm mit!"Bwana, (in sind uns böse und schwer zu finden in der Nacht. Aber sie jinben uns!" Der Dinba hatte keine rechte Bust zu nächtlicher Jagd; er hatte, wie alle Schwarzen eine Heidenangst vor Büffeln, mußte sich schließlich aber doch fügen und mit« kommen. Er sollte ein Reservegewebr fragen.

Im Schotten des Waldra"d-s ging es zur S*eppe. Aenqstlich daraus bedacht, in der Nähe meiner Büchse zu bleiben, folgte mir der Schwarze