Nickt Macht, noch Reichtum, nichts! nur Les Geistes Zepter dauern. Ein Palast ohne Bücher: wie arm! Eine Hütte mit Buchern wie

unsäglich reich!

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III.

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grotesk und verwunderlich. Co habe ich einen Bekannten, der feine liebsten Bücher in Panzerkassen verwahrt:daß kein Staub hinkommt sagt er Und als ich einen armen Freund in seiner Mansarde aufsuchte, lag er fiebernd und frierend, um sich Hunderte Bucher getürmt und weinte.

Sieh die zwei toten Mäuslein sprach er,sogar die verhunger en bei mir weil sie bloß Bücher fanden!" Dabei blätterte er in einem alten handgeschriebenen Kochbuch und faselte davon daß er nicht in> den H'mmel will wenn nicht Bücher da waren und er die Sterne, Gottes Blinden schri'ft, für uns Blinde nicht lesen könnte.

Freilich sind Unzählige, denen die Bücher die Jugend genommen hat und die das Leben nur aus Büchern gekannt haben.

Ach, es blieb ihnen wohl viel erspart!

Und doch ist es besser, vom Leben nichts wissen, immer Kind blecken und nur es aus dunklen Büchern ahnen, drin das kostbarste Lebensblut eines großen Geistes einbalsamiert und verwahrt für uns Lebende ...

Von fernen Ländern kam ich zurück, wieder heim, heim zu meinen Büchern. .,

Ich"Halle Wunsch" es 'bleibt einem ja doch nichts von allem

Besitz allem Leben. Man kann nichts mitnehmen... gar nichts.

Nicht Macht, noch Reichtum, nichts! nur des Geistes Zepter dauert, nur der Gedanke ist unvergänglich, ewig...

Ja, ich fand im ganzen Leben keine befleren und treueren Freunde ^Lut?1wch grüßen mich Robinson und Rübezahl und all die tausend minderen schönen, süßen und gruseligen Märchenbücher. Der Kindheit Maiental steigt wieder auf. Und heute noch trösten Stifter, Andersen, Thomas a Kernpis, Arnim, Brentano oder Eichendorfs. Wie schon, wie infäalicf» schön war es, als ich noch Knabe, auf sommerlichen Wiesen hm- gestreckt über Hoffmann, Jean Paul, Nestroy, Raimund und Shakespeare trflm ersten Taschengeld wurden immer nur Bücher gekauft. Viele verstand ich zwar noch nicht, aber Sonntags schleppte ich sie im Rucksack Eu-rum und freute mich am bunten Einband, an neuen Sorten, blätterte »erträumt und wünschte mir nichts, als täglich lauter Bucher kaufen zu können. O Seligkeit, als ich alle nur auftreibbaren Bucher auf ^unfern Baden schleppte, sie ausstapelte: alte sacke waren mein Teppich und Larin wühlte, während ein Mairegen aufs Dach prasselte. Was ander

»her h t eben was ihn freut - in Krawatten, Zigaretten, Münzen, Wriefmarken anlegckn - ich kaufte Bücher, nur Bücher und wieder Bücher. Und noch heute in vielen Ländern war ich vergaß ich oft »lies Schöne um mich herum und stand stundenlang bei den Bucherwagen BerlinLden Antiquaren in der Schweiz, in Paris, in Wien .n Italien ick Kopenhagen. Jedes chöne Buch war Entdeckung und Freude an der Entdeckung auch wenn ich's ein zweites Mal las. Ich faß dann glücklich ?n den Anlage" oder im Nachtschnellzug. Und ich wurde eher ohne Hut

«in«. ~ -U-. °°,-°'°n.

Auch später noch erwarb ich öfter wieder große Sammlungen, und i Zeiten der Not und des Elends mußten ste wieder "M em Nichts ver- kautt werden Aber noch heute freue ich mich über alle Maßen, sind ich wLr irgendwo biUigVnBud), das ich sch°"°"K'nd als dumm ctllnä(, »inft besessen das ich mir vom Mund abgespart, öd) yave iiever aehimgert als mir ein Buch, das ich mir wünschte, nicht zu kaufen und in ffiUcnstunben des Friedens träume ich vann, all meine geliebten »üL die in Kisten veÄckt in allen Städten der Welt lagern wieder einmal, endlich einmal gesammelt und geordnet um u,ich zu wissen.

Weicker unendliche Trost auch strömt aus den Buchern, für jebes teio, leben Schmerz! Sie lassen einen Dummheit und Gemeinheit der Mitwelt vergessen trösten wie Mütter und weisen in morgenrotliche, schönere, belfere Zukunst Freilich, von manchen Büchern muß man nur kosten, andre muh man verschlingen und einige wenige muß man tauen und ""S'm ~ tnrirbt wäre in der Regel vom Buch auf den Dichter zu schlichen ^so sind doch die wahren Dichter schon deshalb so tröstend, weil f*e L?/°L?vLL Ein, Sokrates, Giordano Bruno, Voltaire Andre de' Chenier Reuter, Dostojewski, Landauer wie litten fw alle! Jh? Leben war Flucht, Guillotine, Feuer, Tod, Gefängnis, Irrenhaus, ^L'^r-n"'i?7°ch1L rlich, d»

Was tümmern sich richtige Menschen um deinen Anzug, aber an "Ä du -Infi 6«klf«. -M- m-h-

hust dl, Viichrr, die du einmal um ein paar lumpige Mark erstanden

_ sie blieben dir zu Gewinn, Veredlung, zur Freude.

ünb die Armen! Sie sind glücklich über Bäume, em Stuck blauen ^'"sie'fiiib so'froLsich über nichts freuen zu können, über irgendeinen

WÜrben"wir°mehr Usen° - wckwär'en bessere Menschen Mer weil wir zu wenig in den Gottfried Keller, den Zschokke, den Gotthelf, den ®SieÄ

schlossen und sie haben für alles Mögliche, Unmögliche, nur nicht ,ur ein Vilich?in Lcken ohne Bücher ist kein Leben und ein Tag ohne und sei !s bloß ein Gedicht oder ein Märchen der Brüder Grimm - ist "^Ein^Mensch mit Geschmack lieft nichts Schlechtes und selbst aus schttm- men unartigen Büchern lernt er noch. Siehe schon Shakespeare. ,,^er meins?du, weil du tugendhaft seist, solle es in der Wett keine To ten unb keinen Wein mehr geben." Und Tolsto. fprad) u ®ortu .-vH- die Scham müßte einen abhalten, von Häßlichem 3« schrecken Das heißt. We Ya soll man nichts barüber schreiben? Nein, man muß über alles KDrewen, "^^Kein^ Geschenk ist so wertvoll wie ein schönes Buch; von ber Schoko­labe bleibt nichts, unb der Ring ist vielleicht Erbrochen schon da Buch ist noch da unb erzählt bir von dem, ber d'/ s geschenkt hat. Mer nur Biicker bie bu selbst erworben, erfreuen wirklich. Ein schönes Luch still eine?n viel zu lieb ein, als baß man's verleiht Man leiht ja au« keine Krawatte, keine Würste, keine Frau, keine kostbare Briefmarke al! hn^ was einem lieb unb wertvoll, borgt man vjp

Ich'möchte keinen zum Freunb, ber nicht bie Bücher liebt unb die Dichter unb halte sogar die Bücher für zauberhafte Medizin gegen manche Krankheiten. Wer keine Zeit zum Lesen findet, ,ist oberflächlich benn keiner^ist so klug, so gütig, so reich, daß ihm nicht boch noch em Luch "Ts 'hnt|Oünme,?tunter ben Büchersammlern komische Käuze gelben, hi» »nr Feinem 3)1 orb keinem noch so verwegenen Diebstahl zuruatchrea I n nur m in b n Besitz eines schmerzlich ersehnten Werkes zu kommen. Mr eck Buch gaben sie ihr Leben, ihre Seligkeit. Andere wieder wurden

pankraz, -er Schmotter.

Novelle von Gottfried Keller.

(Fortsetzung.)

Da ick Zugleich bie Stabte oermieb und meinen Arbeitsverkehr immer im freien Felde, auf Bergen und in Wäldern betrieb, wo nur ursprüngliche unb einfache Menschen waren, so reifete ich wirklich bettsverkehr immer im freien Felde, auf Bergen und in Waldern betrieb, wo nur ursprüngliche und einfache Menschen waren, so reis te d) $ mi» m der Zeit der Patriarchen. Ich sah nie eine Spur von dem Regi- men/der Staaten, über deren Boden ich hinlief, und mein einziges Denken war über eben diesen Boden wegzukommen, ohne zu betteln oder für meine nötige Leibesnahrunq jemandem verpflichtet sein zu müssen, im übriaenaber zu tun was ich wollte, und insbesondere zu ruhen, wenn mir aefiel und zu wandern, wenn es mir beliebte. Spater habe ich freilich auch'gelernt, mich an eine fette aufjer mir li^ende O^nlick unh an eine regelmäßige Ausdauer zu halten, und wie ich erst urplötzlich arbeiten^gelerck/ lernt? ich auch dies sogleich ohne wettere Anstrengung, obalb ich nur einmal eine erkleckliche Notwenbigkeit emsah.

Uebriaens bekam mir dies Leben in der freien Suft, bei ber steten Abwechslung von schwerer Arbeit, tüchtigem Essen und sorgloser Ruhe varckess ick und meine Glieder wurden so geübt, daß ich als em traf i- oer unb rühriger Kerl in ber großen Handelsstadt Hamburg anlangte, wo id)bal5ba(b9 bem Wasser zulief »nb mich unter bie Seeleute mischte, welche sich ba Umtrieben unb mit dem Be rächten ihrer Schiffe beschäftig irf, überall zugriff und ohne albernes Gaffen doch aufmerksam war ohne ein Wort dabei zu sprechen, noch je ben Mund zu verziehen, so bulbeten bie einsilbigen derben Gesellen mich bald unter sich unb id)

ant»n Welt vor Anker ging. Es waren seltsame unb fabelhafte Todes-

Bifess ms» ®nnn nrobiert- doch nie zum zweiten Male, dieses wurde dem rotfyautigen ober schwarzen Käufer überlassen auf den entlegenen Eilanden. Diesmal lickr er aber nur nach Neuyork und von ba nach England zurück, wo ich, ber Büchsenmacherei nun genugsam kundig, mich vonchm evtsernte u soaleich in ein Regiment anwerben ließ, das nach Ostindien obgehen sollte. L L« Lk'-Lsr-s äu® äö

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Dach weiß ich nicht, wie es kam, daß ich muh schleunig wieder ausunser Sckisf sputete und so, statt in der Neuen Welt zu blecken in den.ältesten, träumerifeben Teil unsrer Wett geriet, in das uralte heiße Podien, und zwar in einem roten Rocke, als ein stiller englischer Soldat. Und ich kann nicht sagen, daß mir das neue Leben mißfiel, das schon °uf dem großen Linienschilfe begann, auf welchem das Regiment sich .befand. .^chon d Uinstönd daß wir alle, so viel wir waren, mit der größten Pun tttchke und Abgemefsenheit ernährt wurden, indem jeder seine Ration so Ücker betam wi? bie Sterne am Himmel gehen, keiner mehr noch mmbeir als ber anbere, unb ohne baß einer ben andern b^n radh en tonnte behagte mir außerordentlich unb um so mehr als keiner dafür zu banken brauchte unb alles nur unserem bloßen wohlgeordneten DaleiN gevuyrie. Wenn mir Rekruten auch schon auf bem Sch'ffe emgeschutt wurden unb täalicb ererüeren muhten, so gefiel mir boch diese BesctMstigung uver bie Maßen ba wir nicht bas Bajonett herumschwenken mußten, um et mit Gewandtheit eine Kartoffel baran zu fpiefeen fonbern es warJebig» lick eine reine Hebung, welche mit bem Esten zunächst gar nicht zusam ne hckg und man brauchte nichts als pünktlich unb aufmerksam be.m e.nen