anerkennen wollte, ihn ein'

ab vom Brennpunkt der

iauscndundeiner Nacht. Mitten im blauen AtlanM bauen sich blendend weihe, schlanke Häuser den Fels hinan auf. Ucbcr den Dächern nochmals ein Gewirr kleiner Türme und Erker. Und das Ganze zusammengehalten erst von einem grünen Baumgürtel, und dann dicht überber See noch einmal von einem hohen starken Mauerring.Silberschale" nannten die Araber die für die Naturschönheiten immer ihre besonderen poetischen Namen fanden, diese Stadt. Weit draußen vom Schiffe aus, zeigt he sich zuerst eher wie eine hochgetürmte, silberige Schaumkrone, die jeden Augen­blick wieder im unendlichen Blau des Meeres und des Himmels ver­schwinden könnte. Aber beim Näherkommen wächst die Stadt in die Breite, wie ungeheure Kulissen schieben sich die dicht bebauten Felsen aus­einander zu einem leuchtenden Halbrund, in dem das Schiff wie in einer weiten Schale geborgen liegt. ......

Auf der höchsten Erhebung streckt sich ein viereckiger Bau weit über die anderen Häuser hinaus; es ist der alte Wachtturm, der über «tadt uni> Meer eine prachtvolle Rundsicht gewährt. Tief unten schneiden die Straßen durch das weiße Häusergewirr, so eng und schmal, daß die gefürchtete Sommersonne kaum den Boden erreichen kann. Von ein paar sauber im Viereck angelegten Plätzen rauschen die Platanen herauf; oder eine Palme aus einem Innenhof hebt ihre Facherkrone bis übers Dach. Wenig Kirchen, die mit ihren rostbraunen Ziegeldächern das reine Weiß dieser Stadt beeinträchtigen könnten; keine Schlote und Kamme, die graue Rauchfahnen in den Himmel hängten. Auf den stachen Dächern breitet sich eine zweite Stadt aus. Ueberall sind noch kleine Söller und Aussichtstürmchen aufgebaut. Während man im Sommer möglichst tief in den schattigeren unteren Räumen wohnt, lebt man jetzt un Ämter lieber hoch oben unterm sonnigen Himmel. Und werden auch m dieser Jahreszeit nach die Strahlen zu heiß, schlägt man auf dem Altan das Sonnenzelt auf. Hier oben toben die Kinder über die Dächer hinweg, ganze Strahenzüge entlang; kleine Handwerker haben hier ihre Werkstatt aufgebaut; die alten Leute sitzen in ihren Schaukelstuhlen in der Sonne, Kanarienvögel und Blumentöpfe neben sich, die he aus den kalten Zim­mern herausgebracht haben. In dieseOber -Stadt bringen noch die farbigen Wäschestücke, die Überall zum Trocknen hangen, eine besonders lustige Note. Es gibt wahrscheinlich in Cadiz genau so wenig wie^ im übrigen Spanien ein Haus, worin nicht wenigstens einmal am -tage gewaschen wird. Dann wehen auf den Dächern die bunten Wimpel, knalliges Rot und blendendes Weiß, schreiendes Gelb und leuchtendes Blau werden unter diesem intensiven Sonnenlicht zu übermütigen Farben-

2ßie aus einer anderen Welt bringt aus den engen Straßenschluchten das Geschrei der Händler und. das Lärmen der Wagen herauf, eine Welt, die man hier, hoch über der Erde und ringsum nichts als Wasser und Himmel, leicht vergessen kann. Vom Turm aus erscheint die Stadt als eine vollkommene Insel. Der schmale Zugang von ber t,anb3unge aus wirb durch die Befestigungen und Wälle verdeckt; ine Küste [elbft hegt weit im Hintergrund. Auf der alten, hohen Festungsmauer, ^e birett aus dem Meere aufsteigend die Stadt umlauft, sind heute Palmenalleen angelegt, die sich manchmal zu kleinen Anlagen erweitern und das ganze weiße Häusergewirr mit einem grünen Kranz umschließen. Darüber hinaus liegen auf den letzten Felsgruppen nur noch em paar altersgraue Vorwerke, und dann gibt es nichts mehr im weiten blauen Atlantik, bas den Blick halten könnte.

Stine.

Roman von Theobor Fontane.

(Fortsetzung.)

Laß man, Stinechen!" sagte bie Schwester. ..E-ist hübsch schmust- rin un hQ5 Schmustriqe hab ich nu mal am liebsten, un is immer m?en altes schwarzes Kreppschintuch, wo man sich gleich^ emmummeln Stine; wir haben Licht genug von unten her. S eh boch bloß, ba kuckt ia der Mond grab über Sieboldten feinen Schornstein weg.

Unter iolchem Geplauder hatte bie Pittelkow auf bem Sofa Watz aenommen und sagt während sie sich behaglich in die Kissen druckte: L w^s ich sagen wollte, Stine, bas Gräschen war eben mieber hier?

,',Ja, Pauline."

30ft Kind, wie dir die Backen brennen.

"Ja 'sie brennen mir. Aber ich weiß elgentlichnichtwarum. Cs st Ä ÄSSm., g

iki=y* L Ä*«»w Ä L!.'"»-»-. «!.

Ä "st mch " MZst- |ä. to.r ich Ich-M, Mi» i-61 W. haft ick so was gesagt habe. Denn immer ängstlich sein, ist auch nicht gut fmb z?igt bwhb baßjnan sich nicht recht traut und daß man schwacher .st, ^TO^mtteltoro^ädiette vor sich hin und schien antworten ZU wollen

Die Pltteltow lacyei , , v Mensch, ohne Falsch und

«tsSää " LwM

cs chm an' baß er wirklich dabei ist und daß ihn alles freut, was ich ba jo hinplaudere. Freilich, bu wirst mich für eitel halten und es nicht 9QUD roawmnid), Stine? Warum soll ich es nid) glauben? Ich glaub cs alles Aber alles hat auch seinen Grund. Un ick) kenn ihn auch ' Und ich denke mir, ich kenn ihn auch und weiß, woran es hegt. Sich, es lieg? Km er M so wenig Menschen gesehen und noch weniger

Wenn man die letzten Berge, die fid) noch zwischen Sevilla und den Atlantik schieden, hinter sich hat, breitet sich zu Füßen eine Kustenland- fdiaft aus wie eine Landkarte. Die runden, weichen, sparsam bewachsenen Hügel werden immer niedriger und verlieren sich langsam in den sumpfi­gen Niederungen. Träge Flüsse durchziehen in großen Windungen das Land, so, als ob sie sich lange über ihre Mündung im Unklaren gewesen wären. Alles hat etwas Unentschiedenes an sich. Die Küste selbst greift bald vor weicht bald wieder zurück, um weiten Buchten Platz zu machen. Zerklüftete, niedrige Felsen lacken das Land in die See hinaus; an anderen Stellen wiederum frißt sich das Meer tief hinein ms Land, überschwemmt die Niederungen, tastet kilometerweit durch die Sumpfe und bringt weit die breiten Flußmündungen hinauf

Straße und Bahn umlaufen in weiten Bogen die Bucksten, die em paar kleine Hafenstädte besetzt halten; sie überqueren auf Dämmen die dunklen Moore, in denen die Salinen wie helle spiegel leuchten und das gewonnene Salz zu meterhohen Pyramiden ^aufgeschuttet hegt Im

Hintergrund und zu beiden Seiten dann der Atlantik, dessen tiefes Blau

weiter dem Horizont zu immet lichter und silbriger wird, bis es sich

endlich ganz mit dem Blau des wolkenlosen Himmels mischt. Ein «Mck

der Küste wagt es noch, nach dieser unendlichen Seme zu greifen. Wie ein gewaltiges Sprungbrett schiebt sich ein zehn Kilometer langer u kaum ein paar hundert Meter breiter Damm in die See hinaus an dessen äußersten Ende Cädiz liegt: eine leuchtend weiße Perle inmitten des blauen Atlantik. f,ir hie

Am Beginn der Landzunge, bie hier nur mit Muhe Platz für Die Straße und bie Eisenbahn bietet, steht ein altersgrauer btrfer j.urm, ber ehemals bie Wärt vom Lande aus sperrte. Halben Weges ist noch ein zweites Bcfestigungswerk zu umgehen. Dahinter dann wird der Damm schon etwas breiter; ein paar Häuserreihen begleiten bie Straße, Seebades Schiffswerkstätten und ber Stierkampfplatz Eßten^hiecher verlegt werben weil ber Raum vorne auf dem Felo^z 9 Dem Ginaana zur eigentlichen Stadt, die heute noch Seefestung ist, stellen sich nod) einmal Wälle und Graben, Borwerke Befestigungen in ben Weg bis endlich die Straße durch em enges Tor dc^ Innere erreicyi.

Die Festungswerke, die es sicher schon vor drei Jahrtausenden gab, als die Phönizier bie Stabt gründeten und ihr den Jlamen -'^ade , Festung gaben, haben nicht verhindern können, daß sobald sich n Mittelmeer der Machtbereich der Völker verschoß' dieStabt^immer wieder den Herrn wechseln mußte. Nach den 3 Karthager für die Griechen das Ende der Wei Sie warStutzpunktderKarttagr und einige Zeit später lieferte sie schon 'h-^,^^, darunt» Die > Altertum sehr geschätzten Tänzerinnen, nach Rom. S,e sah die Westgoien nach Afrika ziehen und von dort d.e Araber kommen Sie würbe von Engländern geplündert und von Franzosen erob . töfebten hatte

dem neuentdeckten Amerika hier ihre wertvollen Frachten löschten, yaue sie Mühe, die Piraten und Seeräuber abzuwehren ....

Heute ist Cädiz eine geruhsame, °twas behab ge Pr°vmzstad gew°r den, in die nur der Hasen und die Wersten, die ^cht neben Der liegen, etwas Bewegung bringen. Man merEt e sen Mauern

daß hier einmal das spanische Parlanwnt, wah m wci liberQ[c mit einem napoleonischen Heere im$an pf 9. inäter nicht mehr Verfassung beschloß, und als der spanische mg^s h^r weit

anerkennen wollte, ihn einfach gefangen letzte- ) . .

ÄSJ ÄS »SBs«; SS. U.L X» S S K « Nissen gegenüber, und es wird kaum ° Bebeutendes gebem ernstlich in Unruhe brachte. Sie hcibei h ^em nicht so wichtig, baß ober eine Beamtenstelle, aber bas alles st einJ paar Bekannte

man nicht zwisd-endurch einmal einen trink tfeinen Tischen vor

besuchen gehen könnte. Man i'stt nachmit ag de gatten, und den Cafes, je nach ber Jahreszeit in bei Sonne od« sieht ohne Neugierbe ben ankommenbenu sna(men unb Platanen Man macht abenbs seinen Spaziergang un r schlafen. Vielleicht

am Meer entlang, schließt um zehn sein Sjau» unb Ort

Haden ein paar Sdjentcn am Hafen noch langer offen, aoer uu bie Eingesessenen nicht. .. bie Stabt zeigt,

Trotz biefes nüchternen, etwas tragen CH /'hoch einen merkwür- toenn man burch bas Innere wandeich hat 3 c5 Don gee kom- bigen, fast märchenhaften Zauber Schon mnn n er[tonnw( liegen wend oder van der Küste über die Lucht h 9 . Märchen aus sieht, erscheint der Anblick wie eine Illustration zu oen

schlage Daß also bas Mädchen nur gleichsam zufolge eines Irrtums ihres Unbewußten noch nicht sah. Coue war überzeugt, daß nach der Behebung dieses Irrtums nunmehr der unbewußte Wille ohne weiteres ben Leib «insbesondere das Auge) des Mädchens veranlassen könne und werde, wieder zu sehen. Da ja die organische Bereitschaft hierzu im Selbe bereits vorhanden war und gleichsam nur darauf wartete, von der Seele, d. h. vom unbewußten Willen her ben Anstoß zur Auswirkung erhalten. Coue rebete daher zunächst auf bas Mädchen ein, um ihr Unbewußtes auf dem Ißege über ihr Bewußtsein zu überreden. Dann aber sorgte er dafür, daß die Fremdsugqestion durch die Autosuggestion abgelöst wurde, d.h. zu einem Stück des eignen Ichs des Mädchens gemacht wurde, durch Auf­nahme in ihren unbewußten Millen. Daher veranlaßte er das Mädchen, ick selbst laut einzureden: ich kann sehen, id) kann sehen ufim, mit wach- jenber Intensität bcs Geltungsbewußtseins, ber inneren Zustimmung. Unb siehe ba* Die vorhandene organische Bereitschaft wurde nun vom Unbewußten, der alleinigen Instanz allen psychischen Zwanges gezwun­gen, aus ihrer bisherigen Untätigkeit herauszutreten. Der Anstotz erfolgte unb ... bas Mäbchen sah!

Cädiz.

Das Sprungbrett über ben Atlantik.

Von H. R o e f e (.