t gestrichenen Zimmer ihre !. Gelingt es- aber, sie durch
Oie Karbe und die Tiere.
Was Tierbeobochkungen lehren.
Von Dr. Herbert S ch m i dt - L a m b e r g.
was allerdings mehr in Erscheinung tritt, wenn es sich um ein junges Tier handelt. Ueberhaupt ist bei den Vögeln testzustellen, datz das alt- werdende Exemplar für Licht- und Farbenwirkungen keineswegs mehr derart empfindlich ist wie das junge Tier. Es ist deswegen für die Bescher von Papageien oftmals unverständlich, wenn ein junges, eben neu beschafftes Tier im selben Käfig, den der alte Papagei bewohnte, sich trotz liebevoller Pflege nicht wohlfühlen will.
Ganz besonders empfindlich gegenüber allen Warben scheint uns jagdbares Wild zu sein. Man kann im übrigen in allen Kontinenten der Erde feststellen, daß vieloerfolgte Tiere gegenüber den Farben sensilber sind als solche, die ein ruhiges Dasein ohne menschliche Nachstellung führen dürfen. Durch zahlreiche Untersuchungen kommt man zu dem psychologisch beachtenswerten Resultat, daß durch grelle Farbeneinwir- kungen die Tiere naturgemäß in ihrer Sicherheitsarbeit gestört werden, sowohl Blick wie Geruch können in nervöser Art durch grelle Farben beeinflußt werden. Ganz ähnliche Einwirkungen sind ja auch beim Fuchs sestzustellen, der sogar die Witterung guter Beute verläßt, wenn man ihm leuchtende Farben vor die Augen führt, denen er nicht durch Wendungen und Flucht entgehen kann. In diesem Fall wird selbst die größte Freßsucht ausgehalten, Reineke geht mit eingezogenem Schwanz ins Weite Hier liegt naturgemäß eine Charakterverwandtschaft des Raubtieres mit dein Wild vor, merkwürdige Uebereinstimmung des Jägers mit seiner Beute. Lebend gesungene Hasen geraten ins Zittern, wenn man ihnen in schneller Folge ein Farbenkaleidoskop vor die Augen fuhrt, man tonn fie hinterher noch fünf bis acht Minuten angftdurchichauert aus einem Fleck an der Erde sitzen sehen, ehe sie das Weite suchen. Hiermit sind auch gewisse Aussagen erklärt über den „hypnotisierenden Blick der Schlange, die kleines Wild durch ihren Blick derart fesseln soll daß dieses ohne Regung dem sürchterlichen Feinde als Beute zufallt. Auch hier handelt es sich um das Farbenfunkeln der Schlangenaugen, die begehrlich auf der Beute haften, nicht aber um eine den Schlangen eigentümliche Methode, ihre Opfer zu lähmen.
Eine Maus wird in einem grün und rot gestrichenen Zimmer ihre Schlupfwinkel sofort und ohne Zögern finden. Gelingt es aber, fie durch einen plötzlich erfolgenden Farbenwechsel zu überraschen etwa grell- weißes Licht einzuschallen und die Wände weih abzudecken, so wird auch die Maus verwirrt hin und her laufen und oftmals erst nach Minuten ihren Unterschlupf finden. Dieses Experiment ist mit Mau en gemacht worden, die man 400maI in dieselbe Umgebung gelockt hatte, die dieselben Auswege besaßen und auch diese unter plötzlichem Farbenwechsel einfach verfehlten, obwohl sie bereits mehrmals an den Oefsnun- aen vorbei gelaufen waren. „ .
Was wir mit der Darlegung dieser wenigen Beispiele wünschen und wollen ist die Erweckung des Verständnisses für das Innenleben der Tiere und die Beeinslussung dieses Innenlebens durch die umgebende Farbenmanniqfaltigkeit, die man im praktischen Zusammenleben mit Tieren aller Gattungen nach unseren Erfahrungen nun auch benutzen kann, um bessere Zucht- und Dressurerfolge zu erzielen.
Meister Martin der Küfner und seine Gesellen.
Erzählung von E. T. A. Hoffmann.
(Fortsetzung.»
Als am andern Morgen Friedrich erwachte, vermißte er den neuerworbenen Freund, der ihm zur Seite sich auf das Strohlager geworfen hatte und da er Laute und Reisebundel nicht mehr sah, so glaubte er nichts anders, als daß Reinhold aus ihm unbekannten Ursachen ihnve^ lassen und einen andern Weg eingeschlagen habe. Kaum trat F^-^nch aber zum Hause heraus, als ihm Reinhold, Reisebundel auf dem Rucken, Laute unterm Arm, ganz anders gekleidet als gestern, entgegentrat Er hatte die Feder vom Barett genommen, das Schwert abgelegt und statt des zierlichen Wamses mit dem Samtbesatz ein schUchtes Burgerwams von unscheinbarer Farbe angezogen. „Run , riefet. ^°hl'ch lachend dem verwunderten Freunde entgegen, „nun, Bruder, halst du mich doch gewiß für deinen wahren Kumpan und wackern Kameraden — Aber höre, für einen, der in Liebe ist, hast du tüchtig genug geschlafen. S,eh nur, urte hoch schon die Sonne steht! Laß uns nur gleich sortwandern! -Friedrich war still und in sich gekehrt, er antwortete kaum auf Reinholds Fragen, achtete kaum auf seine Scherze. Ganz ausgelassen (prang Reinhold hm unb her jauchzte und schwenkte das Barett in den Lüsten. Doch auch er mürbe stiller unb stiller, je näher sie ber Stabt tarnen. „Ich kann vor Angst, vor Beklommenheit, vor süßem Weh nicht weiter, laß uns hier unter biefen Bäumen ein wenig ruhen! So sprach Friedrich, als sie schon beinahe bas Tor von Nürnberg erreicht hatten, unb warf sich qan erschöpft nieber in bas Gras. Reinholb setzte sich zu ihm unb fing nach einer Weile an: „Ich muß dir, mein herziger Bruder, gestern abend recht verwunberlich vorgekommen sein. Aber als bu nur »on bemer Liebe eraahlteft als bu so trostlos warst, ba ging mir allerlei einfältiges Zeug durch ben Kops, welches mich verwirrte und am Ende hatte toll machen können vertrieb nicht dein schöner Gesang unb meine Laute bie bösen Geister' Heut-, als mich der erste Strahl ber Morgensonne wecke war nun vollenbs, ba schon vom Adeub ber schlimme Spuk gewichen, alle Lebenslust in mein Gemüt zurückgekehrt. Ich lief hinaus, unb >m Gebüsch umher kreuzenb, kamen mir allerlei herrliche Dinge tn den Sinn. Wie ich dich so gesunden, wie mein ganzes Gemüt sich bir zugewanbt — (Sine anmutige Geschichte, bie sich vor einiger Zeit in Italien zutrug eben als ich dort war, siel mir ein; ich will sie dir erzählen da st« recht lebendig zeigt, was wahre Freundschaft vermag. Es begab sich, baß em edler Fürst, eifriger Freunb unb Beschützer der schonen Künste, einen lehr hohen Preis ausgesetzt hatte für ein Gemälde, dessen herrlicher, aber anr schwer zu behandelnder Gegenstand genau bestimmt war. Zwei junge ^al!r Re? durch das engste Freundschaftsband verbunden, zusammen m arbeiten pflegten, beschlossen, um ben Preis zu ringen. Sie teilten sich ihre Entwürfe mit unb sprachen viel barüber, wie bie Schwierigkeit bes Gcqenftanbes zu überwinden. Der Weitere, im Zeichnen, im Drbnen ber Gruppen erfahrener, hatte halb bas Bilb ersaht unb entworfen unb staub
Durch bie eifrige unb dankenswerte Mitarbeit so sachverstünbiger Mitarbeiter wie bes Pros. Mackenzie vom Reuyork-Tierpark des weltberühmten Dompteurs Capt. Schneider, des Zoologen G er - • [off unb vieler anberer Kapazitäten bes Pariser, Londoner unb Brüsseler Zoo, sowie ber Tierärzte Dr. Jerome Parry in Sybney unb Dr. Marc Torrington in Hongkong, ist es bem Verfasser gelungen, zum ersten Male wirklich authentisches Material zusammenzutragen über ben Sinn ber verschiebenen Tierarten für Farben unb Farbenwirkungen. Bisher beschränkte sich unsere Kenntnis von der Wirkung der Darben aus die Tiere auf ganz wenige, meist auch nur legendäre Erfahrungen, bie noch bazu burch eine ganze Reihe von Ammenmärchen reichlich verfälscht waren. Die Arbeit, bie sich notmenbig machte, um zu wirklich einwandfreien Resultaten zu gelangen, erstreckt sich über bie letzten funs- Mhn Jahre unb hat nur burch Hunberttausende von ost schwierigen, langwierigen Beobachtungen zu einem einheitlichen Resultat fuhren können.
Zunächst einmal ist es wichtig, baß bas berühmte „rote Tuch" nicht nur ben Stier wütend machen kann, unb in Erregung versetzt, fonbcTn daß bie rote Farbe unsere gesamte Haustierwelt in Revolution bringen kann. Es ist sehr einfach festzustellen, wie in «nein mit knallroten Wänden umrahmten Hof selbst bie Hühner unb «chase in einen Zu- ftanb ber Aufgeregtheit versetzt werben, ber dazu fuhrt, daß diese Tiere in einem Zeitraum von einem Vierteljahr Eingeschlossenheit hier um etwa 1 Pfund bei den Hühnern unb 5 bis 6 Pfunb bei ben «chasen unter Normalgewicht ihrer gleichaltrigen Artaenossen aufweisen, die nicht in roter Umgebung ausgezogen würben. Ganz ähnliche Erfahrungen kann man mit unserem treuesten Hausgenossen, mit bem Punb, machen, ben man als junges Tier nur in eine grell eingestrichene Umgebung zu versetzen braucht, um bei ihm die Voraussetzungen zur spateren Bissigkeit und Heftigkeit bes Temperamentes zu erwecken, yur bie Aufzucht der Polizeihunbe kann diese Methode durchaus zu praktischen Ergebnissen anqeroenbet werden, denn schon 3 bis 4 Wochen in -wer solchen, grellfarbigen Umgebung erzielen bas gewünschte Resultat. Dr. Mackenzie will oaar bei Hunden 'festgestellt haben, baß bei hellgrüner, leuchtender, alfo in"Lackfarben cmsgeführter Umgebung ber junge Hund zu größerer Aufmerksamkeit gebracht werden kann, als wenn man ihn in eine scharfe rote ober blaue Umgebung bringt. f ,, . . „ ™ .,
Unsere Hauskatze hat eine Abneigung gegen leuchtend helles Weih. Sie ist z. B. in Neubauwohnungen, deren Decken niedrig unb strahlenb weiß sind, erfahrungsgemäß stets unruhig unb streicht scheu von einem Zimmer in das andere. Daß ihr Benehmen tn der hellweißen, luchtend Umgebung überhaupt eine Charaktereigenschaft der Katzen aller Arten ist zeigt uns ber Löwe, über besten Farbenausfassung uns der berühmte Dompteur Schneiber gerabezu klassisches Material lieferte. Der ßoroe — Capt. Schneiber besitzt heute selbst 155 dieser Tiere in allen Lebensaltern —, wird von einer weihgestrichenen Wand st-ts unruhiger, je schärfer bas Licht baraus spiegelt. Deswegen versagen Wirkungen von Rot oder Grün fast stets, was auch bet Dressuren mit ber Hauskatze unb mit Tigern sestzustellen ist, bie stets vor schwarzen ober braunen Hintergründen bie besten Dressurresultate geben. Dem -owen ist c5 auch noch eigentümlich, bah er sogar auf Mischungen ver- idnebener Farben ober nebeneinanber wirkende yarbenfolgen reagiert, o auf bie schnelle Abwechslung von Weih, Rot unb Grün wobei bie grüne Farbe sogar bei ihrem Erscheinen bas Abbrechen bes wütenden Gebrülls erreichen kann, das eben noch vor ber weihen Einwirkung beutlichft Zeugnis ablegte. Man könnte also Re yolgerung mit Recht ziehen, bah bie grüne Umgebung bei allen Katzenarten die Erzielung eines fünften Wesens förbert.
Die Entwicklung eines geschärften Farbensinns hat im übrigen zwei unserer als bunuit verschrienen Haustiere rehabilitiert, namhd) bas Schaf unb das Schwein. Selbst unser Haushunb reagiert nicht auf mehr Farben als bas Schaf, bas beutlidj Ausdruck d-r.Nervenanspaw nung bei etwa 20 verschiedenen Farben zeigt und auf diese Weise auch am besten zu irgendwelchen Dressuren gebracht werden kann, die beim Schaf gerade deswegen so selten sind, weil man bisher diese Verwendung der Farben zu Dressurzwecken hier noch gar nicht kanme. Auch bas Schwein, bas in seiner jugenblichen yertelgeffalt immerljin bes öfteren auf Varietebühnen erscheint und bork erstaunliche DressurlelMn- gen vollbringt ist auf zwölf bis fünfzehn yatben eingestellt, man kann mit ihm nicht' so gut durch akustische als gerade durch
Jungen bie gewünschten Resultate erzielen. Sehr eigenartig verhalt sich bas'Pserb zu ben verschiebenen Farben. Wahrenb nämlich bie Vollblüter oftmals vor Schlagsarben aller Nuancen eine große ^.usll-regchelt b - weisen, schwächt sich bleie Empsinblichkeit ab, je mehr die Mischung ber Rassen in bie Nachfolgeschaft sich ausbehnl. Bei Rennpferben kann man feststellen baß sie vor gelben unb blauen Leuchtfarben gerabezu auf- faUcnbc 'Furcht äußern, weswegen man baraus für bie Semalung ber Umgebung von Ställen, Sattelplätzen unb Tribunen eine praktische Lehre riehen feilte Auch für diejenigen Rennbahnen, bie Wbcnbrennen bet eie trUcher BelluAung veranstalten, möge ber Rat gegeben werben, alle Reklameaufschriften, bie unter Einfluß ber Beleuchtungsanlagen erscheinen nur in Rot ober Grün malen zu lassen.
Die 'Vogelwelt zeigt sich ebenfalls als farbenempfinblidj, und zwar in oftmals ganz erstaunlicher Auswirkung. Der weihe Strich, mit bem man bas Huhi?in einen hypnotischen Zustand ""sttzt^ist eme Veremze- luna ber Wirkima greller Farben aus Vogel aller massen, wegi man einen Zimmervogel vor eine Wanb, an ber in kurzen ^^wichen grelle weihe, grüne ober rote Striche gezogen sind so werden halb Ermubungs- ertd)cinungen austreten, nachbem zunächst eine gewisse Aufgeregtheit, os^aüch Aengstlichkeit an bem Tiere wahrzunehmen war. 2-der^Star wirb von seinem Käsig aus bem ausfallenden Wechs ^ustretenben
S"LL.°,


