Herr mit dem Anwaltssohn erklärte überdies daß er da-^ Für und Wider g*S; Äff" SS
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beweisen, diese Versteigerung sei nichts als eine unerlaubte Lotterie.
Trotzdem waren die Gebote am nächsten Morgen sehr hoch. Die Tat- hn6 r« ipbt nur noch vier Glücksm^glichkeüen statt fünfen gab, hatte naturgemäß^ eine schr ^empfindliche Hausse verursacht Die Vogel wurden durchschnittlich für zweihundertsiebenundzwanzig Pfund verkauft merkwürdigerweise erwarb Padischah nicht einen ... nicht einen einzigem ErÄte 3uviel unbfing an, nin Beschlagnahme in dem Augenblick ,u snrecben wo er hätte überbieten müssen; andererseits tat Potter nichts, um S S begünstigen. Einer der Strauße siel einem Metten klein n Dffi’ier zu ein anderer dem kleinen Kaufmann und der dritte den Maschinisten die zusammcngelcgt hatten. Als alles zu Cnbe war, be- H?te l Wes Bedauern, sie verkauft zu haben wöbe,
er erklärte, er verlöre dabei genau tausend Pfund, aller Wahrscheinl chkeit würde er doch nichts in dem zurückbehaltenen finden, da er stets nur em Dummkovf aewesen sei. Indessen gestand er mir, als ich ihm belseitenahm, ob er mir Den letzten freundschaftlich abließe, er hätte lhn schon einem.an Bord befindlichen Politiker verkauft, der seine Urlaubszeit dem Studium der indischen Gebräuche und sozialen Fragen gewidmet hatte. Dieses ^ier wurde ür zweihundert Pfund verkauft. - Kurz, als wir nach Brmdisi kamen, wurden drei dieser Unglücksvögel ausgeschifft (trotz des Widerspruches des alten Herrn, der behauptete, es verstieße gegen die Zollbe- ftimmunqen) und Potter und Padischah verließen uns ebenfalls. Der Hindu schien'toll zu werden, als er seinen Brillanten sich so gewis.ermahen verflüchtigen sah. Er wiederholte allen, die es Horen wollten, daß er die Tiere mit Beschlag belegen würde, und gab jedem, der einen Bogel gekauft hatte, seinen Namen und seine Adresse an: auf die Art, meinte er, könnten sie nicht sagen, daß sie nicht wüßten, wohin sie ihm seinen Bril-
’Ä’Ä« Sta. »f d-m «». SchU« nahm i-°« einen andern Zug. Ich setzte die Fahrt bis Southampton fort, und dort sah ich beim Verlassen des Häsens den letzten Strauß; es war der, den die Maschinisten gekauft hatten, und er stand nahe bet der Lauft rucke in einer Art Korb, ein merkwürdiger und grotesker Behälter für einen Brillanten von derartigem Wert, falls er ihn wirklich in fernem Innern hatte.
Das Ende der Geschichte? Aber ich habe es Ihnen soeben erzählt.
Falls nicht ... vielleicht ... Doch, es gibt etwas was sie em bißchen verständlicher machen könnte. Ungefähr eine Woche naa) meiner Ankunft gehe ich durch die Regent Street, um einige Einkäufe ZU machen, und wen sehe ich. Arm in Arm und höchst vergnügt? Meinen Padischah und meinen Potter! Wenn man es sich recht überlegt, kann man nicht umhin 3U Ia^dUser'Gedanke ist mir gleich gekommen. Nur, verstehen Sie, der Brillant war wirklich echt. Und dann war Padischah ein Hindu aus großem Hause. Ich habe seinen Namen in den Zeitungen gelesen ich hab« ihn sogar häufig gesehen. Aber hatte der Strauß tatsächlich den Brillanten verschluckt? ... Das ist eine andere Frage.
(Deutsch von Käthe M i n tz.)
Bettine Brentano und das Jahr 1848.
Von Romain Rolland.
Copyright 1931 by I. L. A. Wien.
Der folgende Aufsatz ist Romain Rollands neuestem Buche „Goethe et Beethoven“ entnommen, das im Herbst in den „Editions du Sablier“ (Paris) erscheint.
fühlten sich geschmeichelt, aber zugleich eingeschüchtert durch die großen ^Wartungen dieser Debora, deren Stirn Goethe gesalbt hatte- ©•« mimten cs nicht allzu heftigen Einspruck) zu erheben: Das Jahr 1848 imlste heran und diese Strömungen minderten die Macht der Staatsoberhäupter. Sie sollte sich später nur um so harter auswirken.
Bettine hatte in Berlin einen großen Partner: Alexander von Humboldt "Außer ihr war er der einzig überlebende der glorreichen Schar einstiger GoethegeMssen. Er stand ftr tatkräfllg bei verteidigte chr %'irhpr oeaen die Zensur, die ihnen beiden größten Abscheu UNO utei üntprftüfeie ihre Anregungen. Er übermittelte dem König ihre Br iS? Ünb fKaren btW mit ihren Bemerkungen Verein waren sie eine Mach" und König Friedrich Wilhelm IV. fürchtete ihre Meinuna Interessante noch unverösfentlichte Erinnerungen, die mir eine L Enkelinnen Betti'nens^ Frau Irene Ford es-Mosse mitgetellt hat, schildern sie als Porzia, die unermüdlich für die Opfer der sozialen Ord
Unter den Bündeln von Dokumenten, deren Manuskripte im Vor;ahre versteigert wurden, notiere ich zuerst den Rechtshandel des Dichters Hasf- mann von Fallersleben, der wegen seiner „Unpolitischen Lieder U n= onöbe fiel und seine Professur verlor. Dann den Fall F. W. Schloffels, des Besitzers einer Maschinenpapiermanufaktur und
(Ftfiih lebenden schlesischen Weber; er war unter der Anschuldigung kommunistischer Gesinnung und des Hochverrats ins Gefängnis gesetzt wor- deu"— BeUine machte seine Sache zu der ihren und trägt selbst Material für ein Armenbuch" zusammen. Im Jahre 1846 wird der polnische Re- Lttionär Mieroslawski, der eingekerkert und zum Tode. verurteil. i , auf ihr ungestümes Einschreiten hm begnadigt. — Im 3aljre qr der Revolutionär Kinkel zum Tode v°?urUilt. Bettine verbring Tage und Näckite damit, ihn zu verteidigen, sie schreibt Brief auf Brief an Eönio her ihr mit ber gleichen Hartnäckigkeit antwortet. Ich besitze in meiner Sammlung Entwarft zu unveröffentlichten Briefen Bett.nens voll leidenschaftlicher Glut.
Man muß anerkennen, daß der König die Rügen dieses Engels des Aufruhrs mit einer Hochachtung und e'nf,rr,ß“"9mut ^^0^6, bie ,f)n ehenfn wr Ehre gereichten rote Bettine selbst. Im Jahre 184c scyriev er mit Bema auf Mieroslawski: „Sie lieben unb fordern Osfenheit und Wahrhaftigkeit Da haben Sie Beydes. Es hört Osfenheit und Wa r- hastigkeit nicht auf, Offenheit und Wahrhaftigkeit zu sein, auch wenn sie aus dem Munde eines Königs kommen.
Aber Bettine geriet in (Erregung. Und ihre aufbrausenden Worte beleidigten schließlich den Hochmut des Herrschers. Ende .1847 kam es zu einem Konflikt. Gleichzeitig war Bettine m einen Streit mit dem ®er- liner Magistrat verwickelt, sie wurde der Majestätsbeleidigung angeklagt ""Ä SS"-« 6n.nbm.rtl
noch ben Kops hoch, als bie demokratischen Hoffnungen vernichtet wenen. S^ie blieb freiheitsbegeistert" bis an das Ende. So groß war ihr Ansehen so leuchtend die Aureole, mit der ihr Meister Goet^ sie umgab, daß der König von Preußen und die Fürsten trotz ihres Grollens nach 1848 Rücksichten für Bettine haben und sich, 1851 dis 1852 surchie Verwirklichung ihres Goethe-Denkmals in Weimar interessieren, über b Stolze schlägt das königliche Anerbieten aus, „weil Goethe nur vom beut- (rhen Volk ein Denkmal erhalten könne". .
' Unbedingte Selbstlosigkeit. Trotz den dringlichen Einladungen des Könias aina Bettine niemals zu Hofe. Sie lebte in immer größerer 3u- kückgL-genheitz verträumt, ganz klein und fein tn ihrem nonnenhaften schwarzen Wollkleide, und verlieh ihr Zimmer fast nur mehr des Aben..s, um im pompejanischen Saal ihres Hauses die Quartette zui i)i r < denen Joachim die erste Geige spielte. Die Schatten ihrer Jugend, Beethoven und Goethe, nmren ihr Abendlicht.
Dorf auf Korsika.
Das leidenschaftlich bewegte Leben Beitinens ist noch lange nicht zureichend geschildert worden. Ihre Beziehung zu Goethe hat fast ausschließlich die Blicke der Forschung aus sich gelenkt. Aber jo intensiv diese Liebe auch war, so falsch wäre es zu glauben, daß bas Universum Beitinens bann beschlossen gewesen sei. In biesem Universum brennt wohl eine Flamme ber Erinnerung, ober seine Grenzen reichen weit über ben Horizont bes Lebens, ja selbst ber Gedankenwelt Goethes hinaus.
Abgesehen von der literarischen Tätigkeit Beitinens, die zum Teil untersucht worden ist, wäre viel von ihren Ansichten über Musik zu sagen, ferner von ihrem weitverzweigten Briefwechsel mit den berühmtesten Persönlichkeiten ihrer Zeit, wie etwa mit Alexander von Humboldt, Jakob und Wilhelm Grimm, Schleiermacher, Emanel Arago, Moritz Saniere, Peter Cornelius, Emanuel (Seibel, Friedrich Förster usw., schließlich aber von ihrer politischen Wirksamkeit. .
Diese war so auffallend unb bedeutend, daß es mir nützlich scheint, hier einige Worte Darüber zu äußern. Man wird daraus, ersehen, daß Bettine wenngleich ber alte Goethe diese Wirksamkeit vielleicht mißbilligt hätte, dem Beispiel des Prometheus seiner Jugend besser die Treue hielt als er selbst. „
Seit ben vierziger Jahren bemächtigten sich bie Jbeen sozialer Eie- recht.gkeit und politischer Freiheit Bettinens. Die Klagen des Elends, die Schreie der Unterdrückten, der Ausruhr der Völker finden in ihr weit mehr als nur ein Echo. Sie greift ein. Sie handelt. Eine glückliche Verkettung von Umständen und die von ihr erworbene Autorität gestatten es ihr sich unmittelbar an die Fürsten, an den König von Preußen zu wenden. Es behindert sie weder die Ehrfurcht vor den Hoheiten, noch die Angst zu mißfallen. Sie spricht freimütig und laut. Sic hatte sich ein Idealbild der Fürsten als Diener ber Allgemeinheit zurechtgelegt und wollte es ihnen aufnötigen. „Alles gehört dem Volk", schrieb sie an den Kronprinzen von Württemberg, „der Fürst kann darben, sick) selbst alles versagen, wenn nur das Volk vor Mangel bewahrt ist.' Die durften
Von Victor Klag es.
Morgens in aller Herrgottsfrühe, verläßt das Verkehrsauto Ajaccio. Es ist ein ehrwürdiger Kasten mit schütterem Verdeck, der gemächlich die Jahrzehnte an sich vorbeiziehen sah; wenn einmal unterwegs keine Panne zum Aufenthalt zwingt, triumphiert der Chauffeur unb blickt stolz um sich An der Steilküste läuft der Weg in tausend Windungen. Mal geht s rauf, mal geht's runter. Ein korsischer Wagenlenker muß das Gefühl hoben als fahre er immerzu Achterbahn. Die Reifen sind rötlicher Grämt, eine Art Ginster wuchert überall, dazwischen kleine Bestände von Euka- (npten und Olivenbäumen. Das blaue Meer, ft blau, bleibt fast immer in Sicht Biegt die Straße ins Gebirge ein, offnen sich dckMAlen die so wild aussehen, daß man meinen konnte: hinter jebetn tfelsblod (afje ein Korsar". Aber bies ist ein zivilisiertes Land, unb bie Korsaren haben keinerlei Ehrgeiz mehr, Stoss für Fortsetzungsromane zu liefern, sondern treiben friedlich ihre Esel. Meistens allerdings ziehen sie es vor, ^In^Cargese und Piana wird gerastet. Verschlafene Bergdörfer, die heute, am Sonntag, noch verschlafener sind. Die Sonne glüht em Ssel schreit irgendwo mordsmäßig; Menschen, ine nichts zu tun haben, lungern umher, begucken sich das Auto, an dem sie jebe Schraub e kennen, und stellen profunde Betrachtungen an. Zu verstehen ist kein Wort. Man hat hier bie Angewohnheit, korsisch zu sprechen, und dap Korsische ist eine undefinierbare Mischung von französischem Dialekt und Italienisch mit einigen arabischen Zutaten. Die Leute bleiben somit durchaus unter sich. Sie beantworten aber prompt jebe französisch gestellte Frage, wobei sie das r fürchterlich rollen. Es ist das einzig Fürchterliche an ihnen. ... .. n. , ,
Jetzt gleitet das Auto in ein Tal hinab, ganz mit Eukalypten bestanden. lieber ben kleinen Fluß, der zum nahen Meere strebt spannt sich eine aus Granitquadern geschichtete Brücke. An der Brücke steht ein


